Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 16 (15.4.1904)
- Date
- 1904-04-15
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite L Wien, Freitag Jüdische» Volksblatt. 15. April 1904 Nr. 10 welchem es bittet, unseren Rechtskonsulenten zu ihm zu senden. Diesem erklärte es, das Kloster verlassen und im alten, angestammten Glauben weiterleben zu wollen. Wir unterlassen es, die Szene zu schildern, welche sich zwischen der Mutter und ihrer wiedergefundenen Tochter abgespielt hat. Es sei hier nur noch, so romantisch dies auch klingen mag, erwähnt, daß unser Bureau vor einigen Tagen die Mitteilung erhielt, daß das Fräulein sich mit einem braven jüdischen Gewerbetreibenden verlobt hat. Dies veranlaßte uns auch, diese Geschichte zu erzählen. Wir fragen aber, ist eine solche Tätigkeit für die Erhaltung unseres Volkes nicht viel wichtiger und löblicher, als, sagen wir, in irgend einem Monstreprozeß für teures Geld einen Advokaten zu bestellen, der dann den jüdischen Klienten desavoniert? Ernst Viktor Zenker über die Zudensrage. Die Diskussion über die Rassenfrage in der ethischen Gesellschaft langte endlich dort an, wo sie anlangen mußte; bei der I u d e n f r a g e. Wie der Referent E. V. Zenker, unwillig bemerkte „Wirf die Katze, wie Du willst, sie fällt doch auf die Füße!" Mit Verlaub, Herr Zenker: da wir schon bei der Katze halten, so müssen wir doch bemerken, die Judenfrage bei der Rassenfrage sticht berühren, heiße, wie die Katze um den heißen Brei herumgehen. Z e n k e r hat also doch in den heißen Brei hineingelangt und über die Judenfrage gesprochen. Wir reproduzieren seine Worte, weil sie in m e h r f a ch e r Hinsicht intereflant sind. Zenker ist sicher nicht Antisemit im landläufigen Sinne; war er doch durch Jahre Redakteur des »Freien Blattes", das der Verein zur Abwehr des Antisemitismus herausgab, von seiner sonstigen literarischen und politischen Tätigkeit ganz abgesehen. Zenker steht auch nicht vom Rassenstandpunkte aus dem Judentume gegnerisch gegenüber. Ist er doch ein geschworner G e g n e r der Rassentheorie. Und trotzdem sagte er folgendes: „Ich komme nun zur Judenfrage. Ich bin nicht der Ansicht Dr. Ofners, der die Judenfrage als eine Frage des Neides und des Hasses erklärte. Sie ist eine komplizierte Frage; Neid und Mißgunst spielen sicher eine Rolle im Antisemitismus, sie sind aber nicht das Entscheidende. Das Entscheidende ist, daß die Juden eine Rasse sind, als Produkt der Anpassung an ein besonderes, abgeschlossenes Milieu, in diesem Milieu haben sie besondere Eigentümlichkeiten erlangt; ob diese Tugenden oder Untugenden sind, lasse ich dahingestellt. Aber jedenfalls sind die Juden anders als die aurochthone Bevölkerung. Vor der Emanzipation war das etwas selbstverständliches. Heute aber müffen sie sich assimilieren. Entweder assimilieren oder sezernieren. Die Gesellschaft empfindet sie als Fremdkörper, als Pfahl im eigene« Fleische. Sie müssen sich entweder anpassen oder sie werde« als Fremdkörper ausgeschieden. Dagegen kann man nicht ankämpfen. Man -zieht nach dem Vorgehenden die Änfichten des Antirassentheoretikers Z e n k e r wirklich nicht ins Paradoxe, wenn man als seine-Ansicht folgendes hinstellt: Es gibt keine Rasse, sondern zwei Rassen, eine jüdische und eine nichtjüdische. Damit könnten wir jüdische« Rassentheoretiker schließlich zufrieden sein. Mit d i e s e r Behauptung müssen sich auch die „Nurmenschen" vom Schlage des Dr. Ofner auseinandersetzen, die da meinten, daß der Antisemitismus seinen Grund nur in dem Neide und dem Hasse der bösen Masse intime« Religionsunterrichte; es ist aber ebenso sicher, daß diese Sprache in allen Gegenden täglich mehr und mehr korrumpiert und infolge der Präponderanz und der größeren Nützlichkeit, welche ihnen die englische, französische und deutsche Sprache bietet, durch diese allmählich in den betreffenden Ländern z« verschwinden droht. Einmal verbannt in das Heiligtum der Familie, vernachlässigt inbezug auf Struktur und Wortschatz und vollständig unbeachtet durch die Regierungen Spaniens während mehr als vier Jahrhunderten, indem dieses wichtige Problem und dieser wertvolle Schatz nicht einmal der Beachtung der Führer unseres Landes gewürdigt wurden, darf es nicht verwundern, daß diese Sprache unter den Juden allmählich an Reiz verliert und die beklagenswerte Gefahr bevorsteht, aus ihrer Mitte vollständig zu verschwinden. Ueber diese Frage sollen sich nun die folgenden Kundgebungen, mit welchen mich verschiedene hervorragende Juden beehrten, selbst äußern. Sie geben hierüber eine treffendere Aufklärung, als ich dies selbst zu tun vermöchte und sind jedenfalls geeignet, das Interesse des Lesers in Anspruch zu nehmen. Beginnen wir mit einem Auszuge aus einem von dem gelehrte« B ej a r a n o erhaltenen Schreiben vom 20. November vorigen Jahres: „Begabt mit einer reinen Seele und liebevollem Edelmut suchen Sie, mein Herr, gleich anderen wahren Freunden Spaniens, mit meinen feit mehr als vier Jahrhunderten aus jenem schönen Lande, von jenem herrlichen Himmelstriche ungerechterweise verbannten Brüdern, engere Beziehungen zu unterhalten. „Seit zwanzig Jahren, seitdem ich mit einigen bekannten Gelehrten Spaniens in Briefwechsel stehe, versuchen dieselben, diese Beziehungen herzupellen: sie suchen die Ungerechtigkeit zu verwischen, welche ihre Vorfahren begingen, indem sie ein so friedliches, ergebenes, von Liebe beseeltes und unschuldiges Volk, bloß zur Befriedigung von glauben s- und gesetzeslosen Menschen, aus seinem Heim vertrieben... »Gott, der das Verborgene sieht und die Wahrheit kennt, ist unser Zeuge, daß wir keinen Groll im Herzen bewahrt haben oder auch nur den geringsten Haß im Busen nähren; aber wir beklagen die traurigen Folgen: die trostlose Verbannung und das schmerzen.d e Andenken an jene hervorragenden Gelehrten, welche in Spanien, wie eine habe, die es gläubig im „Freien Blatte" lesen und diese Anschauung nun von dem ehemaligen Redakteur dieses Blattedesavouiert sehen. Wir haben nie etwas anderes behauptet. Wogegen wir aber mit aller Entschiedenheit protestieren müffen, ist die unverfrorene Behauptung Zenkers, daß wir uns der Gesellschaft, d. h. der nichtjüdischen Rasse, assimilieren, in ihr aufgehen müffen oder wir werden als Fremdkörper ausgeschieden. Wir wollen nicht dabei verweilen, daß zum Assimilieren schließlich zwei gehören, erstens der Körper, der sich assimilieren lassen will; angenommen, also, aber nicht zugegeben, die Juden wollten es; aber zweitens, noch der Körper, der den ersten assimilieren will. Und der ist gewiß nicht vorhanden. Herr E. V. Zenker sollte doch dieses Minimum an Geschichtskenntnis haben, daß die arische Gesellschaft jeder assimilatorischen Strömung im Judentum, sobald sie sich nur einigermaßen mit Erfolg geltend machte, ihr eisernes: Ich will Dich nicht, entgegensetzte. Die Juden befinden sich in der Situation, die an einen bekannten Witz erinnert. Der A fragt den B: Wie stehst du also mit dem C betreffs deS Geschäftes? B antwortete: Halb und halb sind wir einig. So, ruft A erstaunt und zweifelnd aus. Gewiß, sagt B, ich will; G allerdings nicht; so sind wir doch halb und halb einig" Es ist traurig, daß man diese Binsenwahrheiten dem ehemaligen Abwehrredakteur ins Gedächtnis rufen muß; es ist bezeichnend für den Geist dieses Vereines, das es notwendig ist. Aber wir gehen weiter. Wir Juden wollen uns nicht assimilieren und mit welchem Rechte verlangt Herr Zenker, der einen Chimborasso von Objektivität, Ethik und Abgeklärtheit in sich vereinigt glaubt, daß wir unsere Eigenart aufgeben sollen? Die uns vorangehende Generation wollte sich assimilieren. Die arische Gesellschaft nahm sie auf, aber sie vertrug sie nicht. Sie erbrach sie; und nun ruft man den Nachfahren zu: A s s i m i l i e r t e u ch! Mit welchem Rechte bezeichnet Zenker uns als Pfahl im Fleische der aulochthonen Bevölkerung? Weil wir anders sind? Ja, Herr Zenker findet sonst doch die Objektivität, uvl jedem Kulturkreis seine Seiten abzugewinnen; er läugnet deshalb, daß man überhaupt eine Skala für verschiedene Kulturen aufstellen kann, weil kein anerkannter Wertmesser zur Beurteilung aufgestellt werden könne. Und nur der jüdische Kulturkreis findet keine Gnade vor seinen Augen; er ist absolut inferior? Und was soll dieses Gerede von der autochthonen Bevölkerung. Herr Zenker ist doch ein „gelernter Deutschböhme"; er bat daher oft die Czechen das Lied anstimmen hören, daß sie die autochthone Bevölkerung feien und die Deutschen die Eingewanderten. Gewiß hat er dieses Lied nicht nur kraft seines nationalen Gefühles, sondern auch wegen seiner Geschichtskenntnis, die diesem Autochthonentum nur einen sehr bedingten und sehr relativen Wert zugesteht, zurückgewiesen. Und tröHem hat. er die . Stirne, den Juden gegenüber den Aulochthonen zu spielen, die dem „Gastvolke" nur die Wahl läßt zwischen Aufgehen oder Auswanderung. Es gibt noch ein Drittes: Separation. Herr Zenker hat den jüdischen Rassentheoretikern den lieblichen Beinamen „jüdische Antisemiten" angehängt. Wir fühlen uns über diesen Anwurf so erhaben, daß nur ihm deshalb nicht übermäßig gram sind. Aber das eine müffen wir ihm doch zurückgeben: Nach seinen Anschauungen ist Herr Zenker zwar kein jüdischer, aber doch ein arischer Antisemit. Sonne glänzend, die Strahlen der Wissenschaft auf die ganze Erde warfen und auf diese Weise ihren eigenen Ruhm zu demjenigen des ganzen Volkes Israel machten. Und all' dies verschwand durch einenSpruch: es werde Finsternis! „Noch heutigen Tages fühlen wir schweigend den traurigen, von Sehnsucht erfüllten Refrain: „Yo sufro Senor, Yo sufro tu sana; Perdi mi amor, Mi cara Espana!“ (Ich leide, oh Herr, ich leide unter deinem Zorn, ich verlor weine Liebe, mein teures Spanien!). „Der größere Teil dieser Juden spricht ein mehr oder minder reines, geschmeidiges Spanisch. Hingegen habe» sie alle den Charakterzug ihres alten Geburtslandes bewahrt: die Manieren des Hidalgo, gepaart mit Reinheit und Milde des Charakters, den durchdringenden Blick, die Artigkeit des Spaniers oder Portugiesen, mit einem Worte: alle Sitten, welche ihre Vorfahren ehemals mit so viel Sorgfalt geschaffen, sowie eine Solidarität und eine gegenseitige Wertschätzung. »Diese vom Glücke enterbten Brüder des Gesetzes und des Glaubens, vereint im Schmerze, zerstreut in gastfreundlichen Ländern, hauptsächlich im Ottomanischen Reiche, wo ihnen auf Befehl Sr. Majestät des Sultans Bajazet eine vorzügliche Aufnahme zuteil wurde, scheinen den heiligen Eid geleistet zu haben, ewige Freundschaft unter einander zu halten, sich gegenseitigzu unter st ützen, das Gute und Böse, Freud und Leid mit einander zu teilen. »Wo mehrere beisammen sind, organisieren sie sich zu Gemeinden mit dem Grundsätze» sich bis in den Tod zu lieben. „Trotz der Verfolgungen nähren diese guten Seelen, vielleicht die einzigen, die das ihnen zngesügte Leid zu vergessen imstande sind, das Feuer ihrer heißen Liebe zu ihrem alten Vaterlande, aus welchem sie mit solcher Grausamkeit verjagt wurden und empfinden eine wahre Freude, ihre Gemeinden und manche ihrer erst in jüngster Zeit gegründeten heiligen Synagogen mit spanischem Namen benennen zu können. So gibt es zum Beispiel kastilianische, portugiesische, aragonische, cordovanische Gemeinden und Synagogen, welche nach Catalanes, Mayor, Sevilla, Aragonjen benannt sind. Man braucht nur, um diese Bezeichnung nicht unverdient zu finden, die Ausführungen P e r n e r st o r f e r s, die wir in diesem Blatte reproduzierten, mit den Anschauungen Zenkers zu vergleichen. Auch Pernerstorfer geht von dem Begriffe der jüdischen Rasse, der jüdischen Eigenart aus; er ist sich seines Deutschtums dabei bewußt; aber er sagt de-i» halb nicht den Juden: Vogel, friß oder krepier. Er verlangt nicht die Aufgabe unserer Eigenart. Zenker legt der Rasse keine Wichtigkeit bei; er ist ein Gegner der Rassentheorie und Ethiker im stärksten Grade. Und trotzdem stellte er den Juden nur die Alternative: Assimilieren oder auswandern. Da müssen wir doch sagen: Wir Rassentheoretiker sind doch bessere Menschen als ihr Antiraffentheoretiker, die ihr vorgebt, das reine Menschentum gepachtet' zu haben L. 8. i:...»r* "Jij *11 1 1 .. , . , Die Politik der „N. F. Presse" und die Politik der „Arbeiter-Zeitung". (Wie das Judentum gerettet wird.) Jüngst wurde in Wien der zehnte österreichische Rudertag abgehülten; er bot durch ein Zusammentreffen verschiedener Umstände Gelegenheit, in die ganze Misere unserer Verhältnisse einen Einblick zu gewinnen. Der Ruderklub „Austria", der größtenteils aus Juden besteht, war statutenmäßig durch den Schriftführer des Ruderverbandes ausgenommen worden. Da erhob sich ein D e u t s ch n a t i o n a l e r, Graf, als Vertreter eines ganz obskuren Ruderklubs, um gegen diese Aufnahme zu protestieren. Daran wäre nichts merkwürdiges. Es war auch nicht merkwürdig, daß Graf als konsequenter Chauvinist später gegen die Aufnahme tschechischer Rudervereine sprach. Aber nun kommt das Merkwürdige. Die „Neue Freie Presse" bringt einen Bericht, in dem sie die a n t i s e m i t i s ch e n Ausfälle Grafts unterdrückt, um ihn ungestört als wahren deutschen Helden gegen den Vorsitzenden des Tages, den christlichsozialen Abgeordneten Victor Silber er, auszuspielen, der so taktvoll war. daß er sowohl gegen die antisemitischen als auch gegen die antitschechischen Ausfälle Graf's protestierte und die Aufnahme der „Austria" durchsetzte. Das paßte aber der „Neuen Freien Presse" bei ihrem einseitigen Kampfe gegen die Christlichsozialen nicht in den Kram. Die Parteinahme für den Schwimmklub „Austria" wird unterdrückt, der Antisemit Graf zum deutschen Nationalhelden erhoben und Victor Silberer. der sich wenigstens in diesem Falle anständig gegen die Juden benahm, wird als Verräter des deutschen Volkes hingestellt. So wurde wieder einmal von der „Neuen Freien Presse" das Judentum gerettet. Denn es gehört bekanntlich zum Glaubensbekenntnis unserer Antisemiten, daß, wenn, die „Neue Frei Presse" Gott behüte, nicht erschiene,, das Judentum in Oesterreich verloren wäreH Auf andre Weise rettet wieder die „Arbeiter-Zeitung" das Judentum. In ihrer Nummer vom>8. April bringt sie einen Artikel unter dem vielverheißenden Titel »Jüdischer Klerikalismus". Uns ward ganz gruselig zu Mute, als wir den Titel lasen. Was mußte denn geschehen sein? Hatte irgend ein Wiener Rabbiner vielleicht jemanden in „Cherem" gelegt, weil er die »Arbeiter-Zeitung" las? Oder hatte ein Rabbiner vielleicht einen Juden, well er Sozialdemokrat war, Erew - Peffach. Von Schalem-Aleichem. Autorisierte Uebersetzung von Julie Goldbaum. (Schluß.) VII. Prokop sitzt auf der Spitze des Nachens so fest, wie zu Hause auf einem Sessel. Er schlägti mit dem Ruder nach rechts, er schlägt mit dem Ruder nach links und die Seelentränke gleitet auf dem spiegelglatten Wasser. Fischel aber schwindelt es; er sitzt . . . er d? - - . nein, er hängt, er hängt in den Lüften; jetzt, jetzt wird er eine ungeschickte Bewegung machen, jetzt, jetzt wird er sich losreißen; ein Umkippen nach einer Seite und — plumps wird er im Wasser liegen Bei diesem Gedanken kommt ihm der Spruch in den Sinn: „Versunken wie Blei in den tiefsten Gewässern"; seine Haare stehen ihm zu Berge bei dem Gedanken an einen solchen Tod, nicht einmal ein jüdisches Begräbnis zu haben. Und er tut em Gelübde . . . was für ein Gelübde soll er tun? Eine Geldspende versprechen? Doch er hat ja kein Geld, er ist ein armer, armer Mann. So gelobt er denn, wenn ihn der liebe Gott glücklich nach Hause bringen sollte, ganze Nächte hindurch beim Studium der heiligen Bücher zuzubringen und im Laufe des Jahres die ganze heilige Bibel durchzulesen. Mit Gottes Hilfe! Fischel möchte gerne wissen, wie weit es noch bis zu jenem Ufer ist, wie zum Trotz aber hat er sich gesetzt mit dem Gesicht zu Prokop und mit dem Rücken gegen Chatschewata. Cr möchte Prokop fragen, fürchtet aber, den Mund aufzutun; es scheint ihm, daß der Schall seiner Stimme schon den Nachen ins Wanken bringen würde, fängt aber der Nachen zu tvanken an, dann ist es um Fischel geschehen! Doch Prokop beginnt selbst zu sprechen, er sagt, daß es keine gefährlichere Fahrt auf dem Wasser gebe, als während des Eisganges, man könne, sagt er, nicht gerade fahren, man müsse answeichen, sich hin und her drehen und oft auch umkehren. „Da, jetzt geht eilt Eisblock gerade auf urrs los, da müssen wir nach rückwärts fahren." — So spricht Prokop; er zieht den Nachen zurück und nracht einem Eisungetüm Platz, welches mit eineur solchen ungeheuren Getöse vorübersaust, wie Fischel solches noch nie gehört hat. Jetzt erst beginnt Fischel zu verstehen, wie gefährlich diese Fahrt ist und er möchte Gott weiß was darum geben, damit er schon schneller ans Ziel kommen oder umkehren solle. „Ha! Siehst du?" sagt ihm plötzlich Prokop und zeigt stromaufwärts.