Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 14 (1.4.1904)
- Date
- 1904-04-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Na 14 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. 1. April 1904 Seite S denktafel angebracht wurde. So ist in Sang, Rede und Schrift jedoch die Entscheidung ab und erkannte im Sinne des Klage-,.. v .. c - . , . 0r..iv, &£% $! tSSTLSliT I«ll1&5 Zustimmung der Versammlung gewiß, wenn er allen bei den Feierlichkeiten für Sulzer beteiligten bekannten Personen, ferner dem unbenannten Verfasser der Broschüre den Dank des Vorstandes zum Ausdrucke bringt. (Zustimmung.) Im Einlaufe befindet sich ein Dankschreiben des Vorstandsmitgliedes Baurat Max Fleischer für die ihm anläßlich seiner allerhöchsten Auszeichnung zum Ausdrucke gebrachte« Glückwünsche des Kultusvorstandes; ferner ein Dankschreiben des Vereines zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina für die'der Lämel-Schule in Jerusalem gewidmete Subvention. Beschwerde des i n n e r ö st e r r. D i st r i k t s - K o m i t e e s des Verbandes „Zion" gegen die abweisliche Bescheidung des Ansuchens um eine Beitragsleistung von K. 1000.— zu den Kosten des Aufenthaltes von 30 Kischenewer Kindern in Wien: Es wird zurrächst konstatiert, daß die Beschlußfassung des Vertreter- Kollegiums über diese Angelegenheit seinerzeit durch das Plenum ratifiziert rrnd nicht, Ivie in der Beschwerde angegeben wurde, durch das Vertreter-Kollegium allein erfolgt ist. Für die Art der Cr damuf hirrgelviesen, daß der Beklagte, wenn er sich vor Mhaltung j orientalischen Weisen uns tief zu bewegerr imstande sind. lind der „Chaliza" einen Vermögensteil in der exorbitanten Höhe von! fragst btt,’ liebe Leserin oder Leser, Ivoher seid ihr Männer und 8000 Krotten versprechen ließ, sich unzweifelhaft die ihm bekannte! Frauen und Mädchen, du wirst nie die Antwort: „Galizien" er- - - " halten; so sehr sie auch ihr Heimatland lieben: „Aus Oesterreich . So unbedeutend dieser Hinweis auch scheinen mag, so spricht er doch eilte gar beredte Sprache. Fertt von der Heimat.seid ihr sind habt hier eine — bessere Heimat gefunden. Unbehelligt könnt ihr sorgt werden könne '(?), daß infolgedessen nach Ansicht einer großen Anzahl vertrauenswürdiger Kischenewer Persönlichkeitctt die Expatriierungsaktion als nach mancherlei Richtung sehr fragwürdig htngestellt wurde; daß es weiters keinesfalls erforderlich war, die Kinder über Wien nach Jaffa zu führen und hierdltrch die Reisekosten tun ein Vielfaches zu erhöhen; endlich, daß die Wiener Kultusgemeinde für die seinerzeit eingeleitete Hilfsaktion bereits einen Beitrag von K. 10 000.— geleistet hatte. Sohkn wird beschlossen, das in der Beschwerde gestellte Ansuchen um nachträgliche Bewilligung eines Betrages von K. 1000.— abzulchneu, desgleichen das Ersuchen um Verhandlung der Angelegeitheit in öffentlicher Sitzung. Nachfolgenden Bcthattsvereinen werden Subventionen bewilligt: Dem Bethausvereine „Achdus Israel"; dem Tempelvereine 6. Bez., _ tY\ .LT . n m * ' - Zwangslage der Klägerin zuttntze machte. Es erscheint sonach, da ttach Paragraph 878 a. b. G.-B. ein Vertragsrecht tticht begründet ist, und da der Klättgerin, welche unter psychologischem Zwange sich zu dem mehrerwähnten Versprechen herbeiließ, attch die Willensfreiheit maugelte (Paragraphen 809 und 870 a. b. G.-V.), jenes Uebereinkommen völlig ungiltig. Ist dies aber der Fall, so hat, nachdem nicht das Versprechen, beziehungsweise die Leistung seitens der Klägerin, sondern die Annahme des Versprechens und der Leistung seitens des Beklagten unsittlich war, mithin eine grundlose Bercichentitg des Beklagten stattfand, die Rückerstattung dessen, um was der Empfänger aus dem Vermögen der Klägerin bereichert ist, im Situie des Paragraphen 869 a. b. G.-B. ttttd in attaloger Anwendung der Bestimtmtngen der Paragraphen 1431 und 1437 a. b. G.-B. zu erfolgen. Theologischer Verein der Hörer an der isr. Iheol. Lehranstalt in Wien. Unser Vereinsmitglied Rabbinatskandidat Herr M. G. Me h r c r wurde am 21. ds. zum Doktor der Philosophie promoviert. 'Die dentzufolge am 24. ds. veranstaltete Doktorkneipe nahm durch deutsche tmb hebräische Reden einen glänzenden Verlaus. Für den Natiottalfonds tvurde auch gesammelt. Ans den Bädern. Am Bahnhofe eines berühmte», steirischen, '^ändelsarnkels ohne Vorke.mtnisseHt cinem Kapital Kurortes, der u. a. auch von vielen Juden besucht wird, erwarten > ^n höchstens 80 bis 100 Kronen jährlich mindestens 4000^ bts eine Menge Leute den Schnellzug. Eilte Vürgersfamilie vom Orte ist auch darunter, die vollzählig den „Onkel Franz" atrs Wien erwartet. Endlich kommt der Zug und der Langersehnte, ein dicker hier von Stadt zu Land und von Gehöft zu Gehöft ziehen. Es blickt euch hier keilt zoritiges Attge nach; kein Fluch begleitet euch urtd keine Faust ballt sich citch drohend entgegen. Statistisches aus Czernowitz. Die Czernowitzer Franz Josefs- Universität publiziert anläßlich des Beginnes des Sommersemesters einen statistischen Attsweis über die Hörerfrequenz im verflossenen Wintersemester. Demselben entnehmen wir folgende Datctr: Aus der Bukowina stammten 616 Hörer, aus Galizien 117, mts den übrigett Ländern Oesterreichs 20, aus Ungarn ttttd Siebenbürgen 16, aus R u m ä n i e n 12, aus V o s n i nt und der Türkei je 6, aus R u ß l a nd 4 tmd atts B ul - g a r i e tt 8. Der Konfession ttach waren Jude n 284, Orthodox 220, römisch-katholisch 107, g r i c ch i s chkatholisch 61, e v a n g e l i s ch 29, a l t k a t h o l i s ch 6 und konfessiottslosl. Marktschreierische Anpreisung oder Versprechen? Vor einiger Zeit erschien in Tagesblättern eine Annonce des Inhaltes, es könne jeder Laie durch ein neues Verfahren zur Erzeugung eines un- Stumpergafse; dem Bethausvereim 3. Bez., Erdbergerstraße'^';' Selcherüireister. steigt aus. Nachdem die überaus herzliche Beden Bcthausvereinen „Schomer Israel", „Wieden-Margareten", j grüßung auch von Seite der Neffen und Nichten ztt Ende war, sieht Macbüke STimvt". ^^«"1,., . - - - ' ' „Machsike Thora", „Machsike Hadath", „Chassidim", „Oseh-Tow' und „Achdus Israel". Auf Grund der Anträge des Vertreter-Kollegiums werden hinsichtlich der Mohclim-Fracje prützipielle Beschlüsse gefaßt und das Vertreter-Kollegium beauftragt, über die Durchführungsbestimmungen Zn beraten und Anträge zu stellen. Schluß der Sitzung halb 2 Uhr nachmittags. Ansprache des Vizepräsidenten Dr. Alfred Stern an der Bahre des Vorstandsmitgliedes Heinrich Teltscher. Wenige Monate ist es lieben Kollegen das letzte Geleite zu geben. Jung an Jahren, ist er dahiltgegattgen, jung an Alters-, auch jung an Dienstjahren; beim kaum zwei Jahre hat er dem Vorstände der Gemeinde angehört. Aber als er in unsere Mitte trat, als er seinen Platz an unserem Beratungstische nahm, da war er uns allen längst kein Fremder. Wer in unserer jüdischen Gemeinde kannte nicht den Namen Heinrich Teltscher! Wem war es unbekannt, daß überall dort, wo in unserer Geineinde Gutes und Nützliches zu schaffen, zu erhalten war, in unseren Kultus-Einrichtungen, tote in unseren Wohltätigkeits-Instituten, Heinrich Teltscher, wenn der Ruf an ihn erging, dienstbereit zur Seite' stand. Und so wußten und empfanden wir es im Kultusvorstande, daß der Mann, wann er das Wort ergriff, auf Grund reicher Erfahrungen, in voller Kenntnis der Sachlage, und, einem guten, edlen Herzen, warmer Empfindung entquellend, seinen lleberzengungen Ausdruck gab. Und so hörten lvir auf ihn, nicht selten folgend seinen Meinungen und Anschauungen und entsandten ihn als Vertreter des Vorstandes in die hervorragendsten Wohltätigkeits-Institute unserer Gemeinde. Es ist uns Herzeitsleid, wir klagen Leid um dich, du edler, treuer GlaubensbruderI Du warst uns allen lieb und freundlich. Wir danken dir für das, was du für unsere Gemeinde getan! Wir bewahren dein Angedenken! Es sei gesegnet! Wien. Der Verband der isr. Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen hielt am 20. März unter dem Vorsitze des Obinannes Herrn Rabb. Dr. Feuchtwang eine Ausschußsitznng ab, bei welcher auch Herr Rabb. Dr. Kisch aus Prag aniveseud lvar. Nach Begrüßung desselben berichtet der Obmann, daß den am Verbandstage zn Ehrenmitgliedern ernannten Herren Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn und Prof. Dr. Adolf Weiß die Ehreiidiplome überreicht wurden. Herr Vizepräsident Dr. Kohn; hat tu einem an den Obmann gerichteten Schreiben, dem Verbände den besten Dnitk ausgesprochen und zugleich in warm empfundenen Worten der hohen Aufgabe» ttttd Ziele gedacht, welche der Religionslehrerstand an Mittelschulen zn erstreben hat. sich der Herr Onkel staunend um, betrachtet die Menschenmettge und sagt zum Neben Schwager: „Aba Jud'it habt's ös viel! Ja, seid's denn ös nöt Aittisemit'n?" „A wnll," sagt der Angeredete eifrig, „oba nur im Winter!" Olmütz. Am letzten Freitag abends fand eine würdige und erhebende Feier zum Andenken Sulzers statt. Herr Oberkantor. Schlesinger sang des Meisters herrliche Weisen mit seiner wohl-! klingenden Stimme ' würdigte in seiner für unseren Gottesdienst. Wie Ritualmordmärchen entstehe». Der Floridsdorfer „Volksbote" schreibt: Dienstag herrschte bei den Bewohnern der Angerer-... r ,, ttnd umliegenden Straßen kolossale Aufregung. Die Juden, so hieß \ cin3lt ' 6000 Kroueit verdienen. Darauf setzte sich der Kaufmann Josef Rubinger in Storozynctz mit dem Inserenten, dem Agenten Oskar Lenk, in Verbindung und erhielt von diesem ein Zirkular, in dein mitgeteilt wird, daß es sich um die Erzeugung von Exzelsior-Preßhefe handelt; weiters werden darin die Angaben der Annonce genauer ausgeführt tmd bestätigt. Rubinger erwarb das Verfahren., der Erfolg war jedoch ein schlechter, da die Erzettgung nur langsam vor sich ging uttd die Hefe nicht haltbar war.' Er klagte daher durch Dr. Max Jacobsohn auf einen Schadenersatz von 888 Krotten. Das Bezirksgericht Neubau lvies die Klage mit der Begründung ab, daß schon aus der Art der Abfassung der Annonce jedem Leser klar sein muß, daß es sich um reklamhaste, marktschreierische Anbietung handle, die daher nicht als Vertragsversprechen betrachtet werden kann. Das Landesals Berufungsgericht (Vorsitz Oberes ^cetsteQyerrltche Weisen mit seiner tvotjU i Moyzisch) hat jedoch infolge der Berufung des N, 'Herr Rabbuier Dr. Oppenheim! das Urteil dahin abgeäudert, der Beklagte sei schuldig, dem Predigt d,° Verdienste und B-deutu.,« Snlzer-! .ff h " n“|'Lbc,,Cric.t, ,u 6c,Wn. V der Be- Kläger den angesprochenen Schadenersatz zu bezahlen. In gründung wird hervorgehoben, daß die Anpreisung in einem nicht an die Oeffcntlichkeit gerichteten Zirkular wiederholt war. Dieses Zirkular bilde also ein Besprechen, das der Beklagte voll und ganz es, haben einen Knaben geraubt. Es gab sogar Leute, welche steif und fest behaupteten, den Juden, der das Kind geraubt hatte, in verdächtiger Weise vor dem Hause Angcrerstraße 30 herumschleichen gesehen zu haben. Dutzendweise kamen die Leute in unser Bureau und erzählten die gruselige Geschichte und scheuchten unseren Berichterstatter von seiner Bureauarbeit auf. Dieser ging der Sache nach und erfuhr folgendes: Der zwölfjährige Sohn Viktor des Öberkoudukteurs W. hatte die Schule geschwänzt. Als er gegen 11 Uhr mittags heimkehrte, erzählte er, ein Jude habe ihn um 7 Uhr früh vor dem Neubau der Bezirkskraukenkasse in der Holzmeisterstraße ergriffen, in einen Sack gesteckt und nach Wölkersdorf getragen, dortselbst sei es ihm geglückt, zu entkommen. Die erschreckten Eltern erstatteten die Anzeige bei der Polizei, die sofort Erhebungen einleitete. Nach einigen Stunden gestand der Junge, die Geschichte erfunden zu haben. Schade — wird sich Herr Schwer denken — daß der Bursch so bald gestattdeu, das wäre ein Fressen gewesen: Ein Nitualmord in Floridsdorf. Eine gulizisch-jüdische Kolonie in Südwestdentschland. Mer an einem Freitag Nachmittag den Ausgängen des Straßburger Bahnhofes einiges Interesse zuwendet, den fesseln unter den ankotntnelrden Reisenden Gestalten, die uns an die orientalischen Märchen ans der Kindheit erinnern. Da kommt ein Mann mit einem Koffer auf dem Rücken in ganz gebückter Haltung, der große schwarze Bart ist ungepflegt, die Kleidung dürftig und Hut und Stiefel sind „außer Rund und Band"; dort kommt ein anderer der kleiuc er BtfrteIjahrsschrift Notwendigkeit :r solchen. - 'orr kounueu zivei, drei, dort vier etu großer Teil tst attch gut j die au Wochentage» im Elsaß und in Lothringen, sowie in. derer A r - ^»grenzenden Pfalz und in Baden allerhand Waren anbieten, so tuf die Sitzung. Wien. (Verein jüdischer jugendliche -. , ■ ■ .. UV' r;"VV« 5. beiter ,.L e °v ° Id sta dt». 2. «cz.. liniere A.igortenstr. 19, j »»lter. <^beln «enfe Aeldbentel. lk»»-me. H°ien- Cnfe Blun,schein.» SnmNa« dn, ». April ,»04. nachmittags 8 Uhr:! Stimm»,,. Faden. Stri-kwMe. Tücher. R-del» «.» Exkursio» nach dein jüdischen Mnseum. 1. Bez., Krngerstrasje 9. > ü'^'^rii sie über ^and pon ^or, gn Dorf, Flisalliiiii'iikiiiift MN 2 llhr mitiags im Cafe BlliMschein. Die j 0 r" .lilamiiiii betreltNii auch Finnen Kollege nnse mittags, statt. Gäste rvillkommeNl Wien: (Chaliza.)' Eine bemerkenswerte Entscheidung hat der Oberste Gerichtshof in einer Chaliza-Altgelegenheit getroffen. Bekanntlich darf eine kinderlose Witlve ohne „Chaliza" nicht heirate». Es ereigitete sich nun der Fall, daß der überlebende Bruder von seiner Schlvägerin für die Abgabe dieser Erklärung 8000 Kronen verlangte und. auch tatsächlich bezahlt, erhielt, worauf, die. Witlve sich neuerlich verutähleit komtte. Nachträglich HegehÄe sie aber diesen Betrag im Klagewege znri'tck, wurde aber von den beiden unteren Instanzen mit der Beoründung abgelviesen. daß die Abgabe der in Rede stehenden Erklärting keine tutet' Gesetze verbotene Handlung, die Annahme einer laut Aussage der vernommenen Sachverständigen Satzungen der Religioit nicht verpönt.sei, u»»d daß gemäß Paragraph 1432 a. b. G.-B. die geleistete Zahlung einer bewußten Nichffchuld -.. .. ,, , . . . nicht zunickgefordert lverden könne. Der Oberste Gertchtshof änderte He.imat — und diskntierett üher Politik. Geschäft und anderes. mache» Ersiinrnisse t»td mancher Taler wandert nach .Hause, bestitnutt für Frau und Kinder, oder für.den alten Batet' oder Mutter, die dahejm in Aruttzt tmd Elettd leben. Zn Ostertt oder Neujahr wacht mancher seine Heimreise, tun wieder zn kommen und frisch ans Werk ztt gehen. Das größte Koniiitgent an Hausierern, die sich hierztttande ihr Brot snrheit, stellt die (Legend zwischen Tnrnow und Grodek. Endlich gelangen die galizischen Provinzjuden zur Einsicht, daß nur in der Organisation ihre Rettung zu finden ist. Hier hat sich ein jüdisch-nationaler kaufmännisches. Verein gegründet, dessen Zweck ist: Jüdische historische Vorträge aus Wissenschaften und Geschichte und Pflege der Selbstbewußtsein. — Namen des Vereines „Towarzystwa'. Obywatelski". Als Obmann wurde Dr. Leo Zaus in er, Advokat, als Obmann-Stellvertreter David Siegelet s e n, Krankenkasie-Beqwter gewählt. Gegen die Vivisektion. Der Buttd gegen die Vivisektion in Oesterreich (Sitz: Graz) ersucht uits um Älufrtahme fol^ettder ganz ^eiterretcn auszuoetinen unv ^511tm.wu^jttijnuyn, 0» Eine Petition an den Reichsrat mit Beantragung gänzlicher Abschäffnng der Vivisektion ist bereits vorbereitet. Auf Grund einer eigens für diesen Bttnd in vielett Tansenden von Exemplaren aitgefertigteit, allurnfassenden, uitwiderlegbareit Schrift über die. seiner Anschautttig ttach gänzliche Nutzlosigkeit der Vivisektion wird diese Petition eventuell von Session zu Session so lange eingebracU. werden, bis ihre Forderung erreicht ist. Hut allen Mißverständnissen vorzubengeii, erklärt der Brrnd gegen die Vivisektion ausdrücklich, daß seiit Kampf sich nicht gegen Aerztestand und Wissenschaft, sondern ttttf gegen deren' Auswüchse richtet. Er hat eine schwere uitd verantwortungsvolle Aufgabe übernommen und betont, daß dre Bewegung gegett die Vivisektion rein ethisch ist und weder mit Politik noch Konfessiott ttnd Nation etwas ztt tun hak. Der genannte 1 Bund, dessen Geschäftsstelle in Graz, Volksgartenstraße Nr. 12, sich• befindet, bittet alle gefühlbollen Menschen, , ihn in feiner schweren Aufgabe zu unterstützen. Arrsland Colonel Goldsmid gestorben. Aus London, kommt die betrübende Nachricht, daß der bekannte Vorkämpfer der „Chowewe Zion" gestorben ist. Goldschmid entstammte, einer Marranenfamilie und trat aus Begeisterung für das Judentum wieder zuin Judentume über, als er als erwachsener Jüngling davon erfuhr. Dieser Zug ist bezeichnend^ für den ganzen Mann. Die Paläftinasache erleidet durch seinen Tod einen großen Verlust. Ehre seinem Andenken. Fremdeneinwandernng in England. Im Lause des Monat- Februar kamen itt ganz England 5174 (im Februar des Vorjahres 4911) Frentde zu ständigem Aufenthalte au. Durchgereist sind 6186 (im 'Vorjahre 6047) Fremde. Es muß jedoch hiebei betont, werden, daß sehr viele von denen, die angeben, in England verbleibett zn tvollen, tatsächlich nach kttrzer Zeit ihre Reise nach- Amerika fortsetzen und diese Angabett nur auf Anraten der Austvandertittgsageutett machen. Ein jüdischer Offizier. Ans Hörde wird geschriebett: Eine Schreckensbot,chaft durcheilte Samstag abends ttufeve Stadt. Regieruitgsbatuiieistet' und Leutnant der Reserve Josef Bendix. der Jahre alt sind, entbehreii zum"grüßten Teile aller Bequemlichkeit. An» Samstag Nachmittag sieht man die Männer oft in kleine een Stellting bei dem Bahitbau zu übernehmett. Jttfolge des Aufstandes wnrde Bendix in seiner Eigenschaft als Pionieroffizier einberufen und ihm das^eKommando über eine 180 Mann starke Abteilnttg .. , . Abieilnug übertragen. Seine Missioit hat er ehrettvoll ausgeführt, »vie solches Uott der in Stvakoptnund erscheinenden Zeikuttg häufig hervorgehoben tpordeit ist. Nutt Hai die Sichel des Todes seinem Heldenmute ein Ziel gesetzt. Er hat sein Leben für sein Paterland opfern müssen, ynd nut ihn trauern sein Vater, seine Brüder und Verwandten ynd Freuttde, derett er so viele besaß. Möge ihnt die Erde leicht stitt! Was lverden aber unsere Antisemiten mm sagen? Werden f|e noch im Angesichte dieses Heldentodes ihre Behatiptnnge» gnfrecht ' erhalten können?