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Jüdisches Volksblatt · 1904-02-26 · 9 (26.2.1904) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
9 (26.2.1904)
Date
1904-02-26
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 9 Wi«) frahftg. ( Jttäkehofl VollMtttit. ' - r. 26. k'edruar 1904 »Ms 3 BllMpefttr Brich Budapest, Februar 1904» Es ist eine ftftsteheflde Und bekannte Tatsache?--daß an allem möglichen Unglücke der Jude schuld ist. Bei jeder Katastrophe, bei jeder Unterlassung handelt es sich daher für die Schuldigen nur, den Unwillen der Volksmassen auf den Juden, den allein Schuldigen zu lenken und ist dieser Ausweg in die Judengasse gefunden, dann braucht sich niemand vor Strafe zu fürchten, denn der Jude zahlt die Zeche für alles, was da die anderen verbrochen. Es ist dies schon ein altes, probates Mittel, daß es uns absolut nicht wundern kann, wenn beispielsweise nur die Juden schuld am japanefisch-russischen Kriege sind, aber der Vorwurf, der den Juden am 14. Februar in der „Görög-katholikus szemle“, dem Organe der ungarischen Griechisch-Katholischen und des Ungvarer Bischofs gemacht wird, ist so großartig, daß er wirklich verdient, auch außerhalb des Leserkreises des erwähnten Blattes bekannt zu werden. Unter den Rnthenen Nordostungarns, welche der griechischkatholischen Kirche angehören, ist seit einiger Zeit eine Bewegung im Zuge, zur orthodoxen Kirche überzutreten. In einer Gemeinde, Jsa, haben dies bereits an 3000 Menschen getan, ihre eigene Kirche gegründet und vom Karlovitzer Patriarchen bereits einen orthodoxen Geistlichen erhalten. In den ungarischen Blättern ward nun anfangs dieses Monats in zahlreichen Leitartikeln die Aufmerksamkeit des Landes auf diese Ereignisse gelenkt, denn es ist sehr zu befürchten, daß durch den Uebertritt der halben Million Ruthenen, welche bereits im Zuge ist, der „PanslaviSmus" neue Nahrung erhalte und dem ungarischen Staatsgedanken hiedurch großer Schade verursacht werde. Gar mancher wird erstaunt fragen, wie diese ganze Angelegenheit mit dem Judentume zusammenhäng«, denn er ist doch nicht recht anzunehmen, daß die Bereger und Ungvarer Juden etwa als Dank für Hvmel und Kischenew Propaganda für den „rechtgläubigen" Glauben machen und daß gerade sie die russischen Kirchenbücher, von denen es nach den Angaben der ungarischen Blätter unter den ruthenischen Bauern wimmelt, unter ihren Landsleuten verbreiten Im „Alkotmäny“ begnügt sich Abgeordneter Buzäth Ferencz, ein der katholischen Volkspartei ungehöriger Armenier, darauf hinzuweisen, daß die Juden in jenen Gegenden einen bedeutenden Prozentsatz der Bevölkerung bilden und daraus folgert der Herr Abgeordnete, daß die Juden an Allem schuld sind. Das Ungvarer Blatt, das natürlich das größte Interesse daran hat, die griechisch-katholischen Geistlichen von jeder Schuld reinzuwaschen, sucht in seinem Leitartikel die Schuld der Juden zu beweisen, indem es schreibt: „Das Volk sieht in dem Juden den einzigen Freund. Er versorgt es mit Nahrungsmitteln, verschafft ihm Arbeit, reicht ihm die Hand und spricht mit ihm. Der Herr nimmt von dem Bauer nur dann Kenntnis, wenn er ihn braucht, der Jude unterstützt ihn stets mit Rat und Tat. Dürfen wir uns wundern, wenn das Volk in den Herren kein Vertrauen mehr hat, dem es die verschiedensten drückendsten Abgaben und Lasten leisten muß, während ihm der Jude hilft und gegen den Uebermut der Herren verteidigt. Das ruthenische Volk hat kein Vertrauen mehr in seine Geistliche und Lehrer, die gleich den Herren mit geringen Ausnahmen gegen ihn arbeiten und sieht seinen einzigen Retter in den Juden." Erwähnt muß zu diesen Zeilen werden, daß dies gerade jene Gegend ist, von der vor wenigen Jahren Regierungskommissär Eg an und Abgeordneter Bartha Miklos behaupteten, die ruthenischen Bauern werden von den Juden zu Grunde gerichtet und daß die Masse der dortigen Juden in grenzenloser Armut lebt und trotzdem den letzten Bissen Brod mit dem ruthenischen Bauer teilt, der in ihm seinen einzigen Retter, sieht, der zu ihm Vertrauen hegt und nicht zum Gutsherrn, Lehrer oder Pfarrer. Fürwahr die Zeilen des bischöflichen Blattes verdienen in dieRuhMestafel der ungarischenJudenheit ausgenommen zu werden. Ende Jänner fanden die Wahlen in den Universitätsklub statt und wie bereits seit Jahren, siegten wieder die klerikalen Antisemiten, was umso bezeichnender ist, als ja zwei Fünftel der Universitätshörer Juden sind und seitens der Gegenpartei mit Hochdruck gearbeitet wurde. Sogar den jüdischen Universitätsklub beehrten die Herren mit einer Versammlung, wobei sie manch bitteres Wort zu hären bekamen, daß sich aus der „Magyar zsido ifjuk egyesülete“ in Bälde eine kräftige jüdische Studentenpartei bilden wird und wenn dies auch an der Tatsache nichts ändern wird, daß eben der christliche Jntelltgenznachwuchs klerikal und antisemitisch ist — so wird die stramme Organisation auf jüdischer Seite nur nützen. Ueberhaupt regt es sich in der jüdischen Jugend gewaltig. Am 13. d. ward in einer von zirka 150 Akademikern besuchten Versammlung beschlossen, in ganz Ungarn umfangreiche Arbeiten auf dem Gebiete der jüdischen Statistik vorzunehmen und außerdem in Verbindung mit andern Faktoren-Sammlungen auf dem Gebiete der Folklore zu veranstalten. Auch die zionistische Tischgesellschaft „Makkabbäa" entwickelt sich sehr gut, zählt bereits 40 Mitglieder und dürfte — als einzige akademische Verbindung — beim bevorstehenden ungarländischen Zionistenkongresse in Pozsony, sowie bei dem im Frühjahre erscheinenden Wochenblatte in ungarischer Sprache eine hervorragende Rolle einnehmen. Doch über die zionistische Bewegung in Ungarn ein andermal. Zum Schlüsse noch ein kleines Genrebild! In dem eben verflossenen Vortragszyklus der Ungarischen Israelischen Literatur-Gesellschaft las Dr. Arnold K i ß, Oberrabbiner iu Budapest ein wundervolles, von jüdischnationalem Geiste erfülltes Gedicht vor. In einem hiesigen Blatte finden wir hierüber folgende Zeilen: „Eine ergreifendere Geißelung hat das Strebertum, das dieedelsten Gefühle mit Füßen tritt und das Allerheiligste, das Mutterberz, nicht verschont, wohl nie erfahren als in dem Gedichte Dr. Arnold Kiß „Echod". Ein armer Judenjunge wird nach Erlangung des Doktorhutes vom Ehrgeiz seiner reichen Gattin und vom eigenen Streben nach der höchsten gesellschaftlichen Ehrenstelle zur Taufe gedrängt." So stand es im „Pester Lloyd" vom 16. d.,dessen verantwortlicher Redakteur Dr. Max Falk ist. Ist dies nun Selbsterkenntnis oder Selbstbiographie des Herrn Hofrat, der ja auch — lang ist es her — Jude, ein armer Judenjunge war? Lavoslav Schick. Die Juden in Kroatien. (Orig.-Korr. d. „I. 2?.") In. Kroatien ist der Landtag soeben vertagt worden. Die Session ist aber nicht ohne antisemitische Enunziatianen vorübergegangen. Der Abg. Tuskan, dessen Programm einzig und allein in der Bekämpfung dnr „jüdischen Gefahr" besteht, fand oft in seinen Zwischenrufen Gelegenheit, seinen Judenhaß zu bekunden, und in seiner Rede gegen die Ehre des Abg. Dr. Frank, eines getauften Juden, den er als Abgesandten der Alliance Jsraelite (!) hinstellte (obwohl er selbst nicht weiß, was sie ist), wurde auch den Juden im allgemeinen Manches nachgesagt. Doch das geschieht oft, seitdem dieser würdige Herr Abgeordneter ist. Mehr als dies fällt ins Auge, daß ein Abgeordneter der Regierungspartei, um den Geometerstand reinzuwaschen, die Taktlosigkeit beging und nur einen Geometer der Fehler bezichtigte und hinzufügte, derselbe sei ein Jude, obwohl bemerkt wurde, daß das ganze Land den Geometern nicht geneigt ist. Der Jude mußte aber als Sündenbock dienen. In der oppositionellen Presse kamen scharr öfters abfällige Bemerkungen vor, so z. B. warf man den hiesigen Juden bor, daß auch sie sich ihrer Stummesgenossen in Kischenew annehmen, doch glaube ich, daß dieser unhumane Vorwurf infolge verblerrdeter Anhänglichkeit an die Russen gemacht wurde. Ebenso brachte ein Blatt einen tendenziösen Auszug aus dein Artikel „Kehila kedoschcr" vori Schick. Zur Ehre und zum Lobe der Kroaten muß konstatiert werden, daß, trotzdem sie an der Grenze der Balkanhalbinsel sind, die Ideen des Freisinnes und Toleranz bei ihnen mehr Anklang gefunden haben, als in so manchem Staate, der sich über diesem rrngerecht bedrängten Staate erhaben dürrkt. Und so herrscht zwischen Juden und Christcrr ein ziemlich gutes Verhältnis. Trübungen kommen vor, doch sind sie nicht vorherrschend. Natürlich ist etn Volk, das von einem Stärkererr bedrängt wird und in seiner Verfassungsfreiheit arg gefährdet ist, streng darauf bedacht, keine Sonderbestrebungen aufkommen zu lassen und die junge Judenheit, wie auch die alte, die erstere aktiver, die letzter» passiver, nehmen darauf Rücksicht und gehen oft mit ihren Mitbürgern Hand in Hand. Die Bestrebung aber, ganz und gar nur als treue Landessöhne betrachtet zu werden, ging so weit, daß die Juden in Kroatien überhaupt sich gar nicht regten. Von einem Vorwurf will ich unsere Juden rein wissen: als wären sie _ nur patriotisch gesinnt, wo es ihr Interesse erheischt und das; sie sich nicht einmal die Sprache zu erlernen die Mühe gaben. Der erste Vorwurf fällt nach dem oben angeführten weg und es möge bemerkt werden, daß die Regierung es lieber hat, wenn man den Patriotismus nicht bekundet, und cs vielleicht eben dadurch dem Inden wohl erginge, wenn er kein Patriot wäre. Patriotismus und Interesse schließen sich irr Kroatien oft ans! Man wirft dem Juden vor, daß er deutsch und nicht kroatisch spricht. Wohl trifft dies zu und die Handelswelt arbeitet meistens deutsch. Soll man aber daraus einen Vorwurf schmieden? Es ist wohl nicht zumindest eine Schuld der Kroaten selbst, daß dem so ist. Der vortreffliche kroatische Roinancier und Patriot R u m i c i c sagt (in seiner Novelle: „Neobicni Gudi"): „ . Ich habe in eurem Vaterlande gehört, wie man auch jene Kaufleute schmäht, die zu euch bor zehn Jahren gekommen sind, als wären sie keine Patrioten. Wie kann man vom Fremdling so etwas verlangen, von einem Umgesiedelten, dem die deutsche Sprache Muttersprache ist, wenn man weiß, daß viele gebildete Kroaten"-(Hier sind Gedankenstriche.) Und etwas früher: „ . . . Eure Aristokraten, eure Beamte und ihre Frauen (die am meisten!) und auch ihre Kinder, ja sogar eure Professoren und Lehrer sprechen deutsch!" Seitdem dies geschrieben wurde, ist es bedeutend besser geworden. Die alten — aber auch in vielen Familien die Jungen sprechen noch deutsch; die Jugend aber, ob Jud oder Christ, spricht kroatisch — nur kroatisch. Soll man nun von unseren Alten, gerade von unseren Alten verlangen, daß sie in ihren alten Tagen kroatisch lernen und sprechen sollen? Die Durchschnittsbourgeoisie ist nie ideal-patriotisch, sondern mehr oder minder egoistisch in ihrem Patriotismus. Doch es säugt ins Judentum Leber: zu -ringen, jüdisches Leben. Die Juden in Kroatien ließen manches Jahr vorüberziehen, ehe es am jüdischen Leben und an seiner Bewegung teilzunehmen begann, nun regt es seine Flügel. Wenn es aufsliegt, wird mar: davon vielleicht mehr zu hören bekommen. A. Z. Der rollende Äubel. Es wär immer das russische System, oppositionelle Zeitungsstimmen im Innern zu unterdrücken, und auswärtige Blätter zu besteche n. Bekannt ist ,es. daß selbst das größte französische Blatt, der „F i g a t u", im Solde Rußlands steht. Aber auch an die kleinerer: Blätter vergißt Rußland natürlich nicht und streut mit freigebiger Hand aus, was es daheim erpreßt. So ist es erklärlich, daß ein großer Teil der tschechischen Presse, die sich sonst sehr freisinnig (?) gebärdet, vor der Knute aus dem Bauche liegt. Aber auch in Wien kann.man seine Wunder erlebe::. Der Delegierte N i k o l a von W a s s i l k o hielt am 19. eine längere Rede in^den D e l e g a t i o n e n. Er schloß mit folgenden Worten: „Für die von dem Ruthenen mit Recht a^- gestrebter: innerst Reformen in Rußland wäre ein Sieg oder eine Niederlage der Russen in Japan ganz belanglos, denn der Kampf der russischen Gewaltherrschaft nach unten und Ereignisse, wie. die Morde von Kischenew, die ein Schandmal des Jahrhunderts sind, und die Empörung der gesamten, gesitteten Welt hervorgerufen haben, müssen mit einer Niederlage des Gewaltshstems enden." ES ist selbstverständlich, daß die gesamte antisemitische Presse, so weil Studenten aufzuqualmen wagt — dem Herrn Oberrabbiner ist er in Erfüllung gegangen: Sultan und Papst in einer Person. Auch frei von talmudischem Scharfsinne ist der Witz des Herrn Oberrabbiners, ganz frei. Und das ist schon gar kein Wunder. Graetz sagt bekanntlich von Heine und Börue, daß deren Witz mit talmudischer Elektrizität geladen war. Wie muß der Herr Oberrabbiner vor Freude strahlen, wenn er dies bei Graetz liest, rüdem er sich doch sagen darf: Na, ich bin doch judenreiner, ich bin doch ein deutscherer Kulturmensch, als dies« zwei Juden, die seinerzeit im deutschen Vaterland« so viel von sich haben reden machen. .Wenn er dies bei Graetz liest" — welche Unmöglichkeit ( Der Herr Oberrabbiner liest nämlich nicht den' Graetz, um sich sein Deutsch nicht zu verderben. Schaue mich nicht so verblüfft an, mein teuerer Leser; ich kann dir nicht helfen! Es ist dies eine wissenschaftliche Errungenschaft, die wir knapp vor Ablauf , des vorigen Jahrhunderts gemacht haben, intuitive Geister , allerdings wüßten es schon früher, daß nämlich. Grprtz ei«? ‘ schlechte- Deutsch geschrieben habe. Und was uns - in unseres ' gegenwärtigen Lage besonders Not tut, das ist ein korrektes, ich ‘ möchte schon sagen, ein Berliner Deutsch. Und, nqn mußt« der Herr Oberrabbiner lache», als er ' mit seiner Pfingstptedigt zu Ende war, denn-es fuhr ihm e(ut Witz durch den Kopf, eitt Witz über seine eigene Predigt; und'! diesmal hatte sein Witz ausnahmsweise doch etwas vom Weltschmerz. ,, ‘ Er sprach ~ es waren ja Pfingsten -^vom Zehnwort, vom Dekalos Du sollst flicht morden; du sollst:nicht stehlen -ü'davon ging er ausspielte dabei aüft bekannt« schauerliche fMr'zessä an? die sich vor einiger Zeit zugetragen haben- und ek- '.lgubte ,sictz''-je' witzige Bemerkung, daß es - entschieden verfrüht geweftm, schon vor viertausend -Jahren von de«: Menschen zü verlangen, daß sie nicht morden " undnicht stehlen sollen, dfl sie doch^tticht einmal in unserem glorreichen Jahrhunderte 'der PäN-ZivilisatioN es so > - weit gehracht -> haben. Ernster werdend, sprach »r dann von einer gewissen Kategorie von Mensche», die wohl nicht morden, weil ihnen das Zeug dazu fehlt, die aber stehlen, weil sie nur gar viel Zeug dazu haben. Diese Leute, meinte Herr Oberrabbiner, vergessen offenbar au jene« schönen Insspruch unserer Wersen, baß sehr oft das Stehlen, einem Morde gleichkommt. Und nachdem er noch die Waghalsigkeit .beging, vom unpersönlichen Diebstahle zu sprechen, wo--Stehlende und. Bestohlene einander gar nicht kennen, schloß er.mit.der Bemerkung, daß alle zehn Worte des Dekalogs mit einander verwachsen und. ineinander verschlungen sind,' so daß man sie alle annehmen muß, um eben nicht zu morden und nicht zu .stehlen. Das, meinte, er, wird auch in der Folge der Fall sein, er forderte daher das Publikum auf, zu dessen Be kräftig»ng ein. Amen aflszubringen, was auch vom Chor be folgt wurde. ' Und .nun mußte per.Herr Oberrabbiner lachen, denn es fuhr.,.ihm ein. Witz purch den Kopf, ein Witz über seine eigene so. ebe^-gehaltene Predigt. , Er,.erinnerte,sich nämlich, wie er heute bereits in aller Frühe .die. Wohltat eines .einzigen' unbedeutenden einsilbigen Wortes kennen gelernt hat. r Ja», in.'aller FpMe Wldete man . ihm den Diener seines intimen Freundes, -es Herrfl ,^e«ten° und/Räienkönrg's. Was bringen Sje, mir,, fragte. ihn,. ver. Herr 'Oberrabbiner. Daraus jener: »Gnädiger Herr^lqsftn sich bestens empfehlen und lassen auch, Muer Knaben,sagen« daßhxüte von Berlin'line Depesche anhmgt«: H q u,s s e.", ,Ueb^rqscht,^ät 'es' zwar 'Herrn' Oberrybbjner nicht, ,abssx.,-och angWhm, berührt,.' Es war eifle gewinnende Hausse. / Könnte, mau, dq ,nickt,.. sagen,. so , fufa es dem Herrn Oberrabbiner durch..d^n Kopf . als, er eben seiye' Predigt beendigt hatte — könnte man da nicht .scjgep, daß' so sin kleines unbedeutendes.. einhaMgeD,, Mrschen.mehr wert sei, a!8 der su Wiel bemun-qte k und so viel helpMte, Heka°." Na, aber der Herr Oberrabbiner mußte lachen. ' ' U S. Pon Kathinka von R'os e n. ' (Fortsetzung.) Die zweite Bekehrung/dw recht, tragisch endete, trug sich im Tiberias zu. Der Chefarzt der schottischleu Mission hatte einen Jriden operiert, der sich, wahrscheinlich aus Dankbarkeit, nn Spital taufen ließ. Die Hitze, tfjLm Tiberias tvährend-einiger Sommermonate so groß, daß der Aufenthalt für Europäer-unmöglich ist, sie daher nach dem hochgelegenen Safed flüchten, wo die Mission ein kleines Spital errichtet hat. - Das Spital in Tiberias bleibt jödpH geöffnet; syrische Pflegerinnen und Heilgehilfe versorgen die Kranken, und da Safed in einigen Stunden zu erreichen ist, so kann im Notfall der Arzt geholt werden. Der Jude ging seinem Ende'entgegen, und als der Arzt und-..,dev Geistliche Tiberias Verlassen hatten, ließ er den Rabbiner und die Aeltesten der jüdischen Genwinde kommen, tat Buße und unterwarf-sich allen Strafen, die das jüdische -Gesetz über Abtrünnige verhängt. 'Alle Versuche, die dev schtrel! herbeigeholte Geistliche inachte, ihn dem Christentum zu e» halten, rvaren früchtlos — er« starb, als reuiger Jude-—■ versöhnt mit seinem Gott l . ' Die dritte Judenbekehrung spielte in Jerusalem —> leider in unserer Mission. - .Ein--Jude - hatte -Mau und Kinder ver-lasfeii) um-in Alexandriensein Glück zw-ver- 'stichen. Die -Mutterkottrvtie ihre drei -Töchter stn Ältepj von 6—10 Jahren nicht"ernährensie-brachtedie.Kjuddr, der Mission und willigte nt die Taufem^ Das-Jahr.- Erauf streikten-'die Juden' in-Jerusalem, sie lieferten - -kein Meisch fürsjüdische' Spital,'- belagerten die--Schule nnd ZoWrten die Auslieferung'der jtidischeu Kinder. - Das-engl!sch-,Konsulat führte Klage bei der-türkischen N-egnwung und ersucht« sie, die - AngelogeuhÄt zugunsten der Missiolr zu regeln. Der.Bescheid lautete: Die hohe Pforte könne sich in religiös«

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