Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 8 (19.2.1904)
- Date
- 1904-02-19
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite S Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. 19. Februar 1904 Nr. 8 F a l s ch l i b e r a l i s in u s mit feilten antireligiösen und antik! rch li ch e n Allürcn dein Judentum fast mehr als der Antisemitismus schwere Schäden zufügte; ich will auch nicht den schon vom e r st e n modernen Zionisten (in seinem Werke vom Jahre 1862) erbrachten Nachlveis rekapitulieren, daß Religion und N a t i o n a l ih ä t nn Juden! u m u n z e r t r e n n l i ch e Za kt o reu bleiben müssen, sondern stelle mich per inconcessum auf den Standpunkt, die (mosaische) Religion sei zur Erweckung und Erhaltung des jüdischen Nationalismus „nicht" notwendig. Wohl, dann muß man aber den s p r a ch l i ch e n Faktor umsomehr betonen und trachten, daß d i e Sprache, die die Juden aller Erdteile eint, die Sprache ihrer Vater, zur lebendigen Nationalsprache werde! Aber nicht an der! mosaischen Religion als conditio sine qua non, festhalten, und auch nicht am E brät scheu*) als Volkssprache: das dürfte denn doch nicht die beste Art der Erweckung des jüdischen Nationalismus sein! Wenn die Führer der Tschechen nicht tschechisch erlernt — so mancher von ihnen mußte tschechisch buchstäblich „lernen" — und ihre Kinder nicht vollendet tschechisch hätten unterrichten lassen, wenn sie in der Familie das Feiern deutscher Feste, statt des Wenzeslaus- und Neponnlkfestes, geduldet, mit Eichenlaub oder Mistelstrauch ihr .Heim geschmückt hätten, statt lniti dein Laub der slavischen Linde, mit vom Tschechentum Llbgefallenen oder mit Eltern solcher Renegaten außerberuflich verkehrt hätten, dann, ja dann wäre die Erweckung des tschechischen Volkes wenigstens in der wunderbar kurzen Zeit nicht gelungen. Für diese Führer, zum Teile Märtyrer des tschechischen Voltes, war im tschechischen Volksleben nichts lächerlich, nichts kleinlich. Wie lustig machten sich die Gegner der I Tschechen darüber, daß die Tschechen ein.Nationalkostüm sich! ausdachten und eine besondere Turnertracht. Die Camara j und der Sokolanzug, tatsächlich Phantasiekostüme, sind j über heute hofempfangsfähig, bezeichnenderweise geachtet! bei der internationalen Turnschau! Wie luftig hat man! sich darüber gemacht, als zum erstemnale in einem tschechi-! scheu Blatte die Aufforderung zu lefett war zur Bildung eines tschechischen „Salons". Ob man den Salons Ra-, h e l s (notabene der Salon dieser getaufte n Jüdin ' bildete schon damals ein unerschöpfliches Feuilletonthema j aller sogenannten ju den liberalen Blätter) nach Prelonc' verlegen könne? Ob das Tschechenblatt überhaupt wisse,! was ein „Salon" vt? Die Tschechen hak! dieses alles nicht i beirrt, auch nicht die wenig verheißungsvollen ersten „Sibrinky" (Maskenbälle), von denen der Witz fabriziert; wurde: „Das Volk war unter sich, denn es war dort mir! — Volk." Die tschechischen Führer blieben aber keinem; Schauturnen, keinem noch so kleinen nationalen Kränzchen, fern, lehrten das Volk buchstäblich gesellschaftliche Art und> Weise,Form undGestaltung, unverdrossen, unverdrossen und j in steter Fühlung selbst mit den untersten Schichten des: Volkes. Und heute? Heute haben in Prag eben nur die , Tschechen ihren „Salon", wo aber, nebenbei bemerkt, kein Renegat oder Renegatin eine Rolle spielen könnte. Nicht weniger aber sah man auf tschechischer Seite! auf Förderung des Kredits, des Verkehrs und der wirt- *) Es ist peinlich, daß jüdische Blätter unsere Volksnamen ) Nömerart verhunzen. Wir heißen nicht Hebräer (das Stammt für Heb Heb oder Hepp Hcpp), sondern Ebräer. Aufdringlichkeit undeigentlich auch ohne mühsamen Kampf die Schlacken des Persönlichen zu entfernen und im Gegensatz zu den modernen Wahrheitssuchern! und Ethikern ist auch kein einziger fanatischer, outrierter, lehrhafter weltverbcfsernder Zug an ihm. Schleiermacher hat vom göttlichen Spinoza gesprochen. Ich möchte vom „menschlichsten Menschen"Spinoza reden. Von dem Manne, der uns erst gezeigt, daß man kraftvoll sein könne und mittig und stark, ohne schroff, verbittert und hämisch zu sein, der uns erst gelehrt, daß man wahrheitsliebend, gut und milde sein könne, ohne weichherzig, allzu nachgebend zu seiu. Spinoza war ein Mann, der belehrte, ohne zu eifern, er war innerlich bescheiden trotz des stärksten Selbstbewutztseins, das nur ein so sicheres Denken zu geben vermag. Bei keinem anderen Menschen, auch bei den großen Individualitäten der Renaissance nicht, kann man merken, wie das Gedankliche in das rein Aesthetische übergeht. Spinozas Leben wirkt auf uns so vorbildlich, weil es so schön war"; man spürt hier förmlich, wie der Rhythmus des Gedankens lebendig wird. Man hat es verflicht, uns Juden den Menschen Spinoza zu rauben. Selbst Knno Fischer, ein begeisterter Verehrer, meint, viele seiner erhabenen Eigenschaften bringen ihn in Gegensatz zu seinem Volke. Die Auffassung ist falsch. Alles, was Spinoza cmszeichnck, findet sich in nuce noch hellte bei verschiedenen gelehrten Individualitäten des Judentmns vor. Der Wille zur Erkenntnis, der Trieb, gewaltige Gedanken bis zmn Aeußersten auszudenken, der Wunsch, schon hier auf Erden ein vorbildlich reines Loben zu führen, alle diese Eigenschaften verknüpfen das Jndividlmm Spinoza ailfs tieffte mit dem kleinen, spiritualistischen, gottessuichenden! Volke, mii, dom Volke der Bibel und den Propheten. Hier hat wieder dev tiefe psychologische Instinkt Goethe nicht verlassen, als er von der Einwirkung des jüdischen Schrifttums und der weisen Rabbinen auf Spinozas Persönlichkeit sprach. Spinoza ist der größte Jude gewesen. Nicht die Propheten, nicht der gewaltige und beredte Jesaias, nicht dar weise Mannonides, nicht, um die Modernen zu erwähnen, Marx und Lassalle rmd Heine können in einem Atemzuge schjaftlicheu Selbständigkeit. Genossenschaften, Vorschußkassen, Kreditvereine wurden fast in jeder Landstadt gegründet mld journalistisch gestützt, die wiederum das nationale Zeitungswesen förderten. Und was geschah bisher aus jüdischer Seite, z. B. in Oesterreich-Ungarn? Bis auf die Errichtung je einer Vorschußkasse in Czernowitz, Prag und Wien, und einer einzigen politischen Wochenschrift je in Wien und Biünn („Jüdisches Volksblatt" in Wien und „Jüdische Bolksstimme" in Brünn) — denn die „Welt", das Publikationsorgan der zionistischen Parteileitung trägt offensichtlich offiziösen und allweltlichen Charakter— zweier größeren Toynbee-Hallen und eines größeren Turnvereines in Wien — wobei die Gründung der Vorschußkassen und des „Jüdischen VolksblM" denl nicht deiOrganisation angehörigen I ü d is ch e n V o l k s v e r c i n-e und des Wiener Turnvereins dem parteilosen Komitee zum Verdienste gereicht — ist in kultureller oder sozialpolitischer Richtung besonders Bedeutendes nicht geleistet woirden. Damit sollen die übrigen Gründungen, wie z. B. Arbeitsnachweis der Arbcitervereiuigungeu und dergl. nicht gering veranschlagt und die Kürze der Zeit nicht: übersehen werden. Aber mangels hinreichender materieller Unterstützung, die für politische oder diplomatische Zwecke leichter zu haben ist, können sich viele zionistische Schöpfungen nicht besonders entfalten. Und darin zeigt sich! auch der Zwiespalt der „Kulturellen" und, der „Diplomatiker". Die Letzteren sagten: „Haben wir nur erst den Charter, daun werden die Juden schon von selbst kommen, und die westlichen Juden zu naUonalisieren verlohnt sich nicht der Mühe." Die Ersteren sagten: „Der Charter (für den übrigens im Jahre 1899 in einer offiziellen Ansprache sogar ein bestimmter Monat des kommenden Jahres genannt wurde) kann auch Jahrzehnte aus sich walten lassen, und dann soll weiters die Kulturarbeit der Kolonisation vorangehen und die „westeuropäischen" Juden so ganz fallen zu lassen, ist verfehlt, denn die zionistischen Führer in Oesterreich sind s ä m t - l i ch aus dem A s s i m i l a t i o n s l a g e r hervorgegangen und ohne diese Westeuropäer-Zionisten wäre es zu keinem Baseler Kongreß gekommen." Wenn einem Parteigänger, der die bedeutendsten Wiener Bezirksvereine durch Wandervei'saniinlungen gegründet und sich erboten hat, in den anderen Bezirken solche zu gründen, welcher in großen Versammlungen agitatorisch auftrat, von leitenderj Stelle bemerkt wurde, man lege aus die Agitation weniger! Gewicht und über eine Anfrage hätte man sich! entschieden j gegen Versammlungen, wie die Polnaer P'rcWMer- - sammkung, ausgesprochen, wenn erwogen wird, daß die I u n g - I ü d i s ch e n A b e n d e, die geeignet gewesen wären, eine Revolution in der Wiener jüdischen Gesellschaft herbeizuführen, nach zwei Versuchen, bei denen die Leiter der Organisation sich nicht besonders werktätig beteiligten, eingegangcn sind, wenn erwogen wird, 1 daß Mitglieder der Organisation (!), so weit sie! demf ü n f g l i e d e r i g e n Aktionskomitee nicht ange-; hören, am Vortage des Kongresses nochnicht in voller . Kenntnis davon waren, was die Führerschaft in Antrag j bringen wird, und ob sie am Kongresse Vorod-er Allein- Kolonisation oder gar etwas ganz Neues Vorschlägen werde,! wenn z. B. heute nach mehr als einem Monate nach der in, einem russischen Blatte gebrachten Notiz über die angebliche 1 Zurückziehung des Antrages der englischen Negierung das : zionistische Publikum trotz der „offiziellen" „Welt" in U n-! k e n n t n i s der Sachlage gehalten wird, dann, ja, dann« kann man sich nickst wundern, tvenn in die trägen Massen der Zionismus noch nicht eiugedrungen ist. Die trägen Massen kann man aber nur durch A g it a t t o n und Beispiel gewinnen. Was fruchtet die private oder kleine Agitation, die übrigens, wie ich zeigte, wenigstens vor Jahren von der Leitung der Organisation weniger goutiert wurde, so lauge nicht ein täglichers ch einendes Bl a t t die große Agitationsarbeit leistet? Was nützen Agitationsbroschüren, die einmal versandt, einmal gelesen, vielleicht nicht einmal gelesen, der Vergessenheit anheim fallen? Und selbst die Wanderversammlungen sind unzureichend. T ä g l i ch, täglich muß die Arbeit geleistet werden-, und das kann nur ein I o u r n a l. Und ad vocem Beispiel 1. So lange nicht einmal Mitglieder der Organisation sich scheuen, ihre Kinder an fremdreligiöse n Festen feierlich zu beschenken, so lange nicht einmal diese Männer die Mühe sich nehmen, Ebräisch, wenigstens bis zum Gebetverständnisse, zu erlernen, geschweige denn so weit, als sie griechisch oder lateinisch reden könnten, solange ihre Kinder nicht streng T eligiös und national, das ist also ebräisch, erzogen werden, damit sie seinerzeit überall in Wort und Schrift, als „Ebräer" sich manifestieren können, so lange man mit Getauften und deren Familien ungrscheut a u ß e r beruflichen, also vermeidbaren Verkehr pflegt, während zu einer gesellschaftlichen Konzentration der eigenen Parteigänger nicht einmal der Versuch gemacht wurde, so lange eben das „Beispiel" felK, wird man die „Massen" nicht leicht gewinnen können. Daß man aber, ob mii oder ohne Charter, auf die Massen bei einer E r w e ck u n g des Volkes nicht verzichten kann, ist einleuchtend. in Amerika. Angesichts der von verschiedenen Seiten und in letzter. Zeit von den Regierungen der europäische n Mächte erlassenen „Ermahnungen", den Auswanderungszug nach Amerika zu hemmen, ist es von besonderem Interesse, a m e r i k a n i s ch e S t i in m e n über die Ei> werbsmöglichkeit in den Vereinigten Staaten zu hören. Uns interessiert zunächst die Frage, ob und wieviel I u de n in den Ländern der Unionstaaten, ohne eine für das Juden-- tum folgenschwere Ueberfülluug herbeizuführen, Platz und Erwerbsgelegenheit finden könnten. Diese Frage wird jetzt in den verschiedensten jüdischen Parteilagern Amerikas aufs Lebhafteste diskutiert, und zwar nicht nur in den zur Besiedlung Amerikas durch Juden gegründeten Gesellschaften, sondern auch in der Parteipresse der verschiedensten Rich- Die hauptsächlich von eingewanderten russischen, galizischen und rumänischen Juden gelesenen Jargonzeitung „Jüdische Gazetten" enthalten in ihrer Nr. 4 d. I. ein Projekt zur Kolonisierung der noch' wenig besetzten Staaten Amerikas durch Juden. Nach einer allgemeinen Betrach^- tung der jetzigen Lage unserer Brüder im Osten kommt der Artikelschreibcr zu dem Schlüsse, daß, wie immer man auch die Sache wende, „uns bleibt für eine Masseneinwanderung nur ein einziger praktischer Platz, und das ist das einzige von Goitt gesegnete Land: die Vereinigten Staaten von Amerika. Hier sind noch vorläufig die Türen offen. mit ihm genannt werden. Bei all diesen Persönlichkeiten, wie groß sie auch sonst sein mögen, kommt der tiefste Charak'terzug des Judentums nicht in der Weise zum Ausdruck. Wie man lange, lange« Zeit Goethe als den größten Deutschen halten wird, so wird uns auch Baruch Spinoza als die Inkarnation der herrlichsten Eigenschaften des jüdischen Stammes erscheinen. Pernerstorfer über die Jaden. I« der Wiener ethischen Gesellschaft werden eine Reihe von Vocträzen abgehalteu, in denen eine Anzahl von bekannten Männern mehr gegen als über die Rafsentheorie sprechen. Letzten Samstag sprach De. Ofner al» ^Nurmevsch" und „Nichts als Mensch". Natürlich. P e r n e r ft o t f c',t unterzog sich nun der für einen Sozialdemokraten doppelt gefährlichem Aufgabe, den Geschichtsklitterungen seiner Vorgänger entgegeuzutreten. Er wies darauf hin, daß, „wenn die Wisienschaft nach Zenker, Hertz und anderen den Begriff Nasse nicht definieren könne, eS schlimm sei — für die Wissenschaft, nicht für die Rasse. Er erinnerte sich, einst Viktor Adler erzählt zu haben, daß die Wifienschaftler erklärten, kein Instrument zu kennen, mit dem sie die Rasie bestimmen könnten. Adler habe ihm darauf erwidert: Kein Instrument? Ich kenne eine»: den Spiegel. (Dr. Adler scheint sich aber selten selbst den Spiegel vorzuhalten. Urberdiemuß ich konstatieren, daß bei dieser Stelle einige im Saale anwesende unfreiwilligen Argumente für die Rassentheorie ihr Haupt unwillig abwandten und eS am liebsten versteckt hätten. Anm. d. Ref.) P. wie» auf die germanisierten Ladiner in Tirol hin, die alle Merkmale der romanischen Rasse trügen, obwohl sie sich al» Deutsche bekennen. Eine vorsichtige Rassen- Mischung könne allerdings von Vorteil sein, wie z. B. das Beispiel der Engländer bewiesen. Daß aber eine »ferlose Rassevvermengung von Nebel sei. beweise eben Südamerika. Nach W o l t m a n n wie» P. darauf hin, daß das nördlich» Italien der Vermischung mit de« Germanen die Renaissance deitalienischen Volkeim allgemeinen, und die speziell so benannte Mturepoch« verdanke. Der Redner wiedann eingehend nach, daß der Satz Zenkers vou der Gleichheit der! Rassen nicht haltbar sei. Er zeigte, daß verschie-! dene hochstehende Rassen wieder ganz unverkennbar ganz vcr-! schiedeuartige Anlagen zeigen; so seien die Römer auf politischem! und technischem Gebiete höchst produktiv, auf künstlerischem Ge- I biete ganz unproduktiv gewesen, ganz im Gegensätze zu den Griechen. Das nach dem Zeugnisse der Historiker höchst begabte Volk der Goten sei spurlos untergegangen, während die Magyaren, die kulturell nichtbedeuten, trotzdem infolge ihrer politischen Talente einen Staat gegründet und erhalten hätte«. (Die Magyaren sind auch von einem anderen Gesichtspunkte eine interessante Stiitze für die Rassentheocie. Sie sind selbst heute noch, selbst nach den offiziellen mapyarischen Statistiken, die Minorität Ungarns. Raffen mit vnl älterer Kultur bewohnen neben ihnen das Land. Nicht einmal das vielberufene Milieu war ihnen günstig. Denn die großen Zentren de- Landes waren biS vor Dezennien noch deutsch, von den deutschsprechenden Juden ganz abgesehen. Und dennoch bewahrten die Magyaren infolge ihrer politischen Talente die Hegemonie, die sie allerdings heute infolge der buntesten Raffenmischung, auf die sie allerdings notgedrungen angewiesen find, zu verlieren langsam Gefahr laufen. An», d. Ref.) Die Gegner der Naffentheorie, fuhr P. fort, unterschätzte» das Gefühl und seine Bedeutung. Wenn irgend einem Volke ein Unrecht geschieht, so fühle Redner mit; aber ganz besonders und ganz anderschlagen seine Pulse, wen» den Deutschen etwazustoße." Doch davon wollte ich eigentlich hier gar nicht sprechen; sondern von einem Thema, daun- Juden besonders an geht, dem Thema der S e l b st a ch t u » g. ES gehört zum ABC unserer Agitation, den Juden vo» Augen zn führen, daß »in ärgeres Gift alder AntisemitiSmudie Selbstverachtung ist, die in unserem Volke einherschreitet. ES gehört zum ABC, wir hrben eso oft gesagt, so oft gehört. daß undieser Satz — unter un» gesagt — etwas abgedroschen klingt. Und trotzdem hat dieser Satz, aunichtjüdischem Munde, wie eine neue Botschaft auf mich gewirkt. Pernerstorfer fuhr nämlich fori: „Cr hqbe Ae»* ters These, egebe fstr esn Volk nicht- Gefährlichereur.d