Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 5 (29.1.1904)
- Date
- 1904-01-29
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Wien, Freitag Jüdische« Volksblatt. 29. Jänner 1904 hr. 5 Auf diese Frage antwortete Mr. C h a m b e >r, l a i n am 16. Dezember dem Sinne nach folgendes : „Ich habe bereits in meiner jüngst in Tynemouth gehaltenen Rede auseinandergesetzt, daß alle'zur Durchführung dieser Politik notwendigen Reforinvorschläge erst durch eine Sachverständigenkommission festgestellt werden müssen. Was die Fremdeneintvanderung betrifft, habe ich ebenfalls betont, daß die Angelegenheit einer raschen Aenderung durch die Gesetzgebung bedarf." Hierauf schrieb Mr. Newport am 18. Dezember einen neuerlichen Brief an Mr. Chcrmberlain, in welchem es unter anderem heißt: „Ich gestatte mir zunächst zu konstatieren, daß Ihre Antwort meine Hauptfrage gar nicht berührt. Mr. B a l f o u r hat ausdrücklich die Behauptung aufgestellt, daß die Frage der Fremdenarbeit im gegenwärtigen Stadium nicht in Beratung gezogen werden kann. Will nun Ihre Politik weiter gehen als diejenige Balfours? Um mich noch klarer auszudrücken, stelle ich die Frage: Beabsichtigen Sie, im Sinne Ihrer Politik ein System durchzuführen, wonach diejenigen, welche fremde Arbeit verwenden, gezwungen werden, hiezu eine besondere Lizenz zu erwerben, da mir dies der einzig praktische Weg zu sein dünkt, wodurch die Fremdenarbeit besteuert und die englischen Arbeiter bezw. die englischen Arbeitslosen unterstützt werden könnten." Auf diese direkte Frage antwortete C h a m b e r l a i n am 22. Dezember wie folgt: „Ich finde meine verschiedenartigen Reden in der berührten Krage wohl deutlich genug, aber ich will nichtsdestoweniger folgendes hinzufügen: 1. daß ich nichts gegen Ihre Ansichten über das „Hineinschleudern" des fremden Kapitales einzuwenden habe, 2. daß ich der Ansicht bin, daß die Frage der Fremden-Einwanderung auf derselben Basis geregelt werden müsse, wie dies in den Vereinigten Staaten der Fall ist, und 3. daß ich davon, daß Mr. Balfoirr überhaupt die Absicht habe, dieser Frage näherzutreten, nichts bemerke, obgleich ich aus seinen Reden entnehme, daß er sich der Nachteile, welche dem gegenwärtigen System anhaften, vollständig bewußt ist." Vo>r einigen Tagen veranstaltete die „Liga der britischenBr ü de r" eine Protestversammlung gegen- bis Fremdeneinwcmderrmg. Den Vorsitz führte T. W. Francis. . Claude Hay beantragte die Annahme einer Resolution, in welcher die Vorschläge der Royal Commission begrüßt werden- und die Regierung aufgefordert wird, die in Vorschlag gebrachten Garantien in Bezug auf die Zuströmung und den Einfluß der Fremden in England durch das Parlament sicherstellen zu lassen. London, sagte der Redner, fft) bereits zur Metropole der fremden Verbrecher und das Zentrum eines Schjmutzlandes geworden. Und dieser hassenswerte und ekelerregende Bazillus hat sich auch schon in alle Industriezentren der Nation verpflanzt. Der Dechant von Noiwich schloß sich den Ausführungen dies Redners an und meinte, daß es ein großer Fehler sei, daß das Volk diesem Treiben gegenüber sich still verhalte, denn gerade seine Aufgabe wäre es, die Angelegenheit aufzunehmen. Der Umstand, daß wir irr England die weitestgehende Freiheit genießen, hatte cs zur Folge, daß das Zuströmen von Fremdenin unsere Häfen immer mehr anwuchs. Dausende von hungrigen, heimatlosen, abgerissenen- Fremden stürzten sich unseren Küsten zu, unterboten unsere Arbeiter und überfüllten unsere Wohnungen. Unsere! Männer haben die Pflicht, ihre Frauen und Kinder vor Unzucht zu bewahren, sie müssen darauf bestehen, daß sie durchdie Gesetze Englands geschützt werden und deshalb sei es ihre Pflicht!, wie ein Mann aufzustchen und der Regierung nahezulegen, daß dem Ueberfalle dieses-Landes durch die Fremden einfür allemal ein Ende bereitet werde. Hierauf wurde die R-esolution angenommen. Ebenso wurde auch die Resolution des Majors E v a n s - G o :ii d o n einstimmig angenommen, welche besagt, daß bk Gesetzgebung nur dann als be¬ Kipur", Versöhnungstag, als bindenden Fasttag seiner Religion an und befahl steinen Anhängern-, während des Betens ihr Antlitz nach Jerusalem zu wenden. Als all diese Mittel nicht halfen, da betrat Mohammed, von Abu B-cckr besonders dazu veranlaßt, einen anderen Pfad, zumal die arabischen Judenihm durch allerlei Fragen seine Um kenntnis des jüdischen Gesetzes bewiesen und als einen falschen Propheicn hinstellten. Zu dieser feindlichen Haltung Mohammed gegenüber tvurdcn die Juden durch die eigenen Stammc-s genossen des Propheten verleitet, denn sie selbst künmrerten sich sehr wenig um die religiösen Bestrebungen Mohammeds, da er sich in der ersten Zeit nicht an sie, sondern nur an die heidnischen Araber wandte. (Schluß folgt.) Die Juden i« heutigen Jerusalem. Beobachtungen und Eindrücke von Duc-Querey. Autorisierte Uebersetzung aus denr französischen Manuskript von Margarethe London. Langsam bricht die Nacht herein; nach und nach, gleich Sternen, die am Horizont aufglimmen, erstzünden sich die Lichter in den menschlichen Wohnungen und urnrahmen Phantastisch die Umrisse aller Baulichkeiten. Hier taucht eirr einzelnes Flämmcheu funkelnd auf, dort glitzern volle Lichtergarbrn, nnd da drüben! bilden sich in buntem Wechsel kühne Bogen, violverschlringene Arabesken rmd siebenarm ige Kronleuchter aus einzelnen hell beleuchteten Fenstern. In gleichmäßig bewohnten- Straßen zeigen sich sogar ganze LichtririHerr, eine förmlich siistematische Illumination, die alle jene niedrigen- Feiisterchen umrahmt, hinter dorren in armseligen Hütten altertümliche Lärrrpchen blinzeln-. Sobald das alte, historische Jerusalem. da unten, dessen verfallene Bauten tvie ein AÄernest auf seinem, Horst angeklcbt sind, in abendlichen Schlummer gefallen scheint, wacht das Leben in den ueueu, nach Bethlehem unb dem Weg nach Jaffa führenden Stadtteilen ent recht arrs. friedigend betrachtet werdensoll, tven-n sie Vorkehrungen ins Leben ruft welche geeignet erscheinen, die Wiederholung solcher sozialer urrd wirtschaftlicher Schäden, wie sie durch den uneingeschränkten und ungeregelten Zufluß von Fremden im Ostend gezeitigt wurden-, von vornherein mimöglich zu machen. Jnr vergangenen Monat wrrrden- 92 Heimcrtsbevechtigungerr erteilt. Diese Natrr-ralisation erfolgte auf Grund des Heimatsgesetzes vom Jahre 1870. Von diesen 92 kamen 57 aus Rußlan d, 18 aus Deutschland, 4 aus O e'ft. e r-r e ich- Uugar n, und die übrigen aus den verschiedensten europäischen Staaten. Der Fall Uffischki«. In der Nummer 300 (1903) der „Hazefirah", des offiziellen russischen- Organs, erschien ein mit „Kol-Zion" gezeichnetes „Eingesendet", in welchem das Auftreten Ussischkins in Palästina einer abfälligen Kritik unterzogen tvurde. Das Odessaor Komitee hat hiera uf eine! Komnstssion behufs Studiums der jüdischen Kolonien und Vereine in Palästina entsendet, der auch die Aufgabe zufiel, den Fall Ussischkin zu untersuchen. Diese Komnstssion veröffentlicht nun in Nr. 8 deJ'„Hazefirah" unter dem Titel „Jnr Interesse der Wahrheit" einen Artikel, denr wir folgendes entnehmen: 1. Es ist nicht wahr, daß Herr Ussischkin sich als Abgesandter des Wiener Aktionskomitees oder im Namen des Zionistenführers Dv. Herzl eingeführt habe. Weder in der Korrespondenz der Kommission nvch in eiuzeliieu Privatgesprächen hat Herr Ussischkin je erklärt, daß er! ein Bevollmächtigter des Aktionskomitees sei, 'ebensowenig! hat er anläßlich der Gründung von Sichron sich auf Dr. Herzl berufen. Tatsache ist bloß, daß das Wiener Aktions- Komitee aus Einladung des Herrin Ussischkin anläßlich der Gründung ein mit der Komiteestampiglie versehenes Begrüßungsschreiben sandte, in welchem er seine Zustimmung zrr dieser neuen Gründung bekundete. Das betreffende Dokument befindet sich auch im Vereinsarchiv in Palästina. Wahr ist ferner, daß der Präsident des Zionistenkongreffes in Basel im Namen des Kongresses eine Gratulation an die von Ussischkin, geleitete Versammlung absandte, daß ferner dieses Gratrrlal-ionsschreibm in der „Welt" abgedruckt wurde und endlich, daß diese Neugründnng ins „goldene Buch" eingetragen! wurde und der erste, der feine Spende dazu gab, Dr. Herzl selbst war. 2. Es ist istcht wahr, daß Herr Ussischkin oder ein anderes Komiteemitglied sich je der großen Masse der Armengegenüber geärchert habe, er sei zu ihnen gekommen als helfender! Engel, um ihnen, Land zu verteilen. Weder in der Korrespondenz, noch im Pirivatgesp räche ist je eine solche Znsichenmg gefallen. 3. Es ist nicht wahr, daß Herr Ussischikin esunter seiner Würde gehalten habe, in Jerusalem selbst in Aktion zu treten und es vorzo-g, sich! im eine der Kolonien, welche irr Galil sind, zuaückzuziehen., rmd dies angeblich aus Gründen^ welche von den- Herren „Kol-Zion" nur angedeutet werden. Von Seite der Lokalbehörde lag absolut kein Hindernis vor, die Versammlung auch in Jerusalem abzuhalten, iM! Gegenteil hat einhoher Beamter in Jerusalem dem Herrn Üssischkin gegenüber! ausdrücklich erklärt, daß für den Fall, als die Versammlung in Jerusalem abgehalten werden sollte, >rr selbst darüber wachen werde, daß alles in Ordnug verlause. Mr ftirchteten bloß, daß Nördlich und nordwestlich zieht sich das „Neue Zion" hin-, dessen nroderne, rote Ziegeldächer mcugieru] zwischen altersgrauen Felsen hervorragen. Je nach der Beschaffenheit des Bodens schlängeln sich diese roten Dächer an Abhängen, Hügelcheir und Wasserläufen entlang, bilden hier ein Viereck, dort ein Knie, häufen sich -rechts rmd verlaufen links. So jung die Ansiedlung auch noch ist, so kurze Zeit vergangensein mag, seit diese Kolonie hier Hütten baute, so leidet sie doch schon unter beim Fluche, der dem Orient untrennbar anhängt: Schmutz, ansteckende Krankheiten, verpestete! Lrist> führen hier eine grausame Herrschaft. Immer wieder energisch bekämpft, bleiben diese Uebelstände, die aus beim schlechten- Niederschlag unzähliger, hier aufgehäufter Völker und Nassen eist stehen, leider die traurigste Cigelntümlichkeit dieser Landstriche. Diese aauze, erst wenige Jahrzehnte alte Stadt ist fast aussehließlich von Juden bewohnt, die aus aller Herren Länder hier zm sanimentrafen-, und dir soverschiedene Sprachen mitigebracht haben, daß diese Gegend mit Rocht das „moderne Babel" genannt werden müßte. Dieses Zuströmen ist allerdings erst neuesten Datums; es ist aber ein so uirrrwartet zahlreiches Einlvandern gelvorden, das manvielleicht eiuzudämmieu, jedoeh keinesfalls ganz zu vnilhiudernimstande gewesen wäre; immerhinmuß manheutzutage eine kosmopolitische Uebervölkeru-ng Jerusalems konstatieren. Im- Aeußeren und in ihrer Einsörnstgkeit ähneln diese Niederlassungen am meisten noch den „Arbeiterkolonieu" in den Steinkohleiiberglverksrevieren, Noiidsvankreichs und den Ivallouischeii Ebenen,. Häufiger aber begnügei^ sich die Zuzügler mit einen* Art von primitiven „Blockhäusern",' wie sie die italienischen! Ausivanderer nnd Arbeiter, die der Hunger aus dem Heimattande in die Fremde trieb, kunstlos zusaimnenfügen!. Was alles in diesen armseligen Heimstätten zusammengepfercht wohnt, ist kaum zu beschreiben. Den aiitisensttisehen Wortführern, die den Mund stets voll zu nehmen Pflegen, wenn sie in jedem Juden einen erfolgreichen Tänzer um das „goldene Kalb" lvittem, wäre nichts in Jerusalem selbst der Andmng zu groß sein werde und deshalb entschieden wir uns wohl, nicht für rügend eine Kolonie in Galil, sondern für die größte zwischen Juda und denr Galil liegende Kolonie, und zwar für Sich-von- Jakob. 4. Es ist auch nicht wahr, daß es auch dort beinahe zu einen« Unglück gekommen wäre und daß bei der lchten Versa,mmlukw, Ussischkin gcm-z verwirrt und erschrocken mit seinen Feerlnden darüber beraten habe, wie der Sache am besten ein Ende zn machen sei. Seitens dev Regierung wurde auch hiev der tveiteren Fortführung der Dersamrw lungi kein Hindernis entgiegengebmcht. Dies sind die offenkundigen Lügen, derben Verbreitung sichdie Herren, tvelche hinter der „Stimme ans Zion" stehen, zur Aufgabe gemacht haben. Aber es muß auch noch aus folgendes erwidert werden: Ü. Die Herren schreiben: Es gäbe noch viel, sehr viel zu ergählen, aber wir wollen nicht. . . Die Herren mögen doch mit der Sprache horaustretein! und nicht die Welt mit verhüllten Redensarten verblenden. Haben sie wirklich etwas zu sagen, dann heraus damit. 6. Die Behauptung Ussischkins, wir könnten froh sein, weim die Lage unserer Brüder in der Diaspam uaich 20 Jahren eine solche wäre, wie diejenige der Ackerbau- und Weinbautreibenden in Palästina, sind vollständig gerechtfertigt. 7. Die Herren behaupten., daß die Handlun-gen des Hevm Ussischkin keine konkwto Basis haben, nichts anderes als Luftschlösser seien, welche mehr Schadenals Nutzen bringen können. Demgegenüber steht die Tatsache, daß die Organisation besteht rmd arbeitet, den- Frieden unter den Kolonlien fördert und nun'mehr an die- Ausführuirg verschiedener Ban>lichkeiten iim Lande schreitet. Schon hieraus ist ersichtlich, wie weit sich die Herren von der Wahrheit entfernt haben. Es mögen doch mm alle Schreier, die da in: die Welt hinausposaunen, -daß unsere heilige Angelegenheit in Gefahr schvebe und der Schaden sich auchbald zeigen werde, nun komni-en mtb- Nachsehen, welche Gefahr und welcher Schaden vorhanden fftl. Sie mögendoch nicht in, Rätseln spriechen, sondern mit Tatsach-en hervo-rtreten, und wir werden sie ans ihre Richtigkeit prüfen. Zum Schluffe machen die Unterzeichneten Komiteensttg-lieder das Publikum darauf a-ufmerksa-m, daß es sich nicht durch die vielen Unterfch-rift-en. bei solchen- Protestkundgebungen irre füh-ven lasse, denn essei bekannt, auf welche Weise solche Unterschriften zustande gebracht weiden — und man kann nachträgliche Aeußerungen hören, daß „wir nicht im vollen Bewußtseinder Tva-gweite der Angelegenheit selbst die Unterschriftengaben und daß von allen denjenigen, die die Protestkundgebnng rlnterfchrieben, auch nicht ic-iner zu den Bevtretern der allgem-einen großen Versammlung in Sichron-Jakob gehörte". Bloß ein einziger , von ihnen nahm an der Lehrerversammlung, aber nicht an der allgemeinen VersamM-lung teil. Diesen Artikel u,nterschri-ebeu die Kom-iteem-itgliede-i> Chain« Ettin-ger, Saw. G-lo-skin und Alter Drujauow. Bericht über die Tagung des Verbandes der israelitischen Neligionslehrer an den österreichischen Mittclschnlcn. II. In der zw-stten Sitzung, dir um 4 Uhr nachmittags begann, führte Obmann Rabb. Dr. Feuchtivang den Vorsitz. Zur Verhandlung gelaugt Punkt 3 der Tagesordirung: „Die weiter zu ivüuscheu, als ein noch so flüchtiger Blick in solch eine Karawanserei. In Jc-rusaimel zählen Äie verzweifelteri und bejamm-ernswerten Söhne Jakobs nach Tausenden-!! In der Tat, es gehörte eine u-ngewöhnliche Energie, außerordentliches Talein-t im Ert-uagenvon- Mißgeselstck, eine Widerstandskraft, die iui der Weltgeschichte nicht ihresgleichenbat, dazu, um wie die Juden alle die Peitschenhiebe auszuhalten, mit! denendas Vorurteil der Völker sie jahrhundertelang demütigte! Trotz altcibem. waren die allgemeine Verfolglmg, die -i-uibtofeui P-iüfung-en, di-e über die Juden verhän-gt wurden-, istcht ihr Verderb oder ihr schlimmstes Unglück. Biel grau-sam-er wütete mster^ ihnen die erniedrigende Wirkung der sozial-e-n Uneinigkeit, die sie und ihresgleichenziusleisehte. Anders aber wirken die bösen- Leiden-scha-ften, die sich gegen den lieben Nebeniii-eii-schen en-tfesse-ln, die- Unverträglichkeit mit dam Glaubensgenossen, die ge-gen-seiiiige Ueberhebung und Verfolgung, deren sichdie Juden un-ter sich schuldig machten. Diese sehliimueni Eigen-seh,asten- und das beru-fsmäßige Beiteln waren es, die ihnen schadeten, an den Wurzeln! ihrer Kraft nagten und sie u mm lisch istederdrückte»/ Un-d doch hat dieses Volk, das lvieder und immer lvieder die Leidens tage Hiobs durchinacheii! sollte, eine unglaublich zähe Lebensfähigkeit beweisenkönnen, denntrotz des inneren' und äußeren Mißgeschickes ha-t, der feste Wille, nicht uiiterzilgehen-, stets vonneu-.mgesiegt. Ehateaubriand, der beüühml-e! Verfasser des Reiseführer von- Paris nach Jerusalem! 1811, faßte seine Eindrücke von den- Trümm-'.'-riider alten- Ba-uteu. zwischen dem Berg Zion- und dem- Tempel in Jerusal-e-m und ihrer Neubeleb uug durch jüdisste Gemeinden, in folgenden stiau-nendeii Worten zu-sam-men: „Man sehe sich nurdieses Völkcheir an, loie es sich, losaelüst von bi-n andere»: Velvoh»»ern der Stadt, behauptet. Allseitig verachtet. beugt es, ohrie zu klagen, sein Ha-upt, läs;t jede Ungerechtigkeit über sich ergehen, ohne nach dem Richter zu schreien, setzt sich Mißhandlungen aus, ohne auch nur einen Laut vo>» sich zu geben, duckt seine,» ll-opf gnttvillig unter den drohend geschlvnngenen Samzenensäbell — Stirbt einer dieser armen Geächteten, so nimmt - 1 fv f