Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 4 (22.1.1904)
- Date
- 1904-01-22
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4 Wien, Freitag Jüdiseka» YolkiMatk 22. Jänner 1904 SvitsS Erwerbsmöglichkeit angewiesen i» ihrer eigenen Intelligenz ersticken, da sich schon heute in diesen Berufen Angebot und Nachfrage nicht egalisieren lassen. . Die Folge dieser unnatürlichen und gezwungenen Ueberflutung der sogenannten Jntelligenzberufe ist zunächst das numerische Uebergewicht der Juden in denselben und die daraus naturgemäß entstehende Verproletarisierung der besten Kräfte der Juden. Wir nannten dieses Uebergewicht ein numerisches, weil es tatsächlich nur in der Statistik zum Ausdruck kommt, und von einem materiellen Beherrschen dieser Gesellschaftsschichten durch die Juden nicht die Rede sein kann. Nichtsdestoweniger werden gerade diese statistischen Ziffern von unseren Feinden ausgebeutet, um mit ihnen in der Hand diese angebliche feste Burg der Juden zu erstürmen und diese durch stetes Aushuugern zur Uebergabe derselben zu zwingen. So mehren sich die Existenzlosen unter den Juden, die vergeblich nach einer Hilfe auslugen. Bei allem unserem Radikalismus verstiegen wir uns nie zu einer Anempfehlung des geschäftlichen Boykotts unserer christlichen Mitbürger aber was wir fordern mußten und noch heute fordern müssen, ist, daß jene auch so schon abgegrenzte Domäne, in welcher der Jude autonom ist, keinem Anderen als den Juden selbst zu Gute komme. Wir meinen die Kultusgemeinde mit allen in ihrer Verwaltung oder unter ihrem Einflüsse stehenden Stiftungen. Diese Forderung ist nicht nur von unserem nationalen Gesichtspunkte gerechtfertigt und wird nicht nur von unserem sozialen Programme diktiert, sondern steht auch mit derjenigen Anschauung in vollem Einklang, daß das Judentum nur eine Religionsgenossenschaft sei und die Kultusgemeinde, respektive ihr Vorstand nichts anderes als eine Körperschaft zur Sicherstellung der religiösen Bedürfnisse, respektive zur Verwaltung des hiezu erfordernden Vermögens darstelle. Auch in diesem Falle ist es ein Gebot der Selbstachtung, daß dieser Kultus in allen Zweigen vom letzten Wasserträger bis zum Oberrabbiner nur von Juden bedient werde, und daß das Geld, welches ausschließlich von Juden sehr oft und mit der größten Anstrengung herbeigeschafft werde, wenn es zur Ausgabe gelangt, wieder nur in die Hände der Juden gerate. Oder ist etwa dem Kultusvorstande ein Beispiel bekannt, in welchem eine christliche Kirchengemeinde einem Nichtchristen auch nur die geringste einträgliche Funktion zukommen ließe und stünde diese Kirchengemeinde noch so sehr im Rufe des Liberalismus? Schon anläßlich der letzten Kultuswahlen waren wir in der traurigen Lage, nachzuweisen, daß bei den meisten durch die Kultusgemeinde verwalteten oder unter ihrem Einflüße stehenden Stiftungen und Anstalten die meisten Waren und Aröeitslieferungen in Händen von Nichtjuden, in einigen Fällen sogar von berüchtigten Antisemiten liegen. Damals, .als die Herren - Kandidaten der Anklage gegenüberstanden, gaben sie das „Ungebührliche" eines solchen Vorgehens zu und versprachen reumütig Abhilfe. Die Abhilfe kam nicht; es hat sich seitdem in den von uns festgestellten Fällen nichts geändert. Es kommt wieder eine Wahl, es kommt wieder die mögen. Wieviele Bücher habe ich nicht selbst um einen Spottpreis, beim alten Antiquar Wahle oder beim noch älteren Hausierer j Todeles gekauft l Mein Gymnasialkollega Otto Duschcmek, gegenwärtig Tierarzt und Universitätsdozent in Prag, wüßte davon zu erzählen. Er war in der Nähe der Nostiz'schen Reitschule geboren und lechzte schon als Knabe nach Psevdebüchern. Oft kaufte ich ihm in der Jndenstadt um ein paar Kreuzer ein hippologisches Buch, dessen Inhalt er mit Heißhunger verschluckte. Wenn mich das sogenannte fünfte Viertel der Stapelplatz der Trödlerei war, gab es in demselben damals noch große Geschäftshäuser. Ich erinnere an die Firmen Veit Philipp Hirsch, H. Glattaner u. Ko., Raphael und Jakob Kauders, Austerlitz Eidam u. Ko., A. Bloch, Lölvh Klemperer, Michael Kassowitz, S. Fischmcrnn und viele andere. Konditoreien gab es ebenfalls zu meiner Zeit im Ghetto. Ich erinnere mich lebhaft der Zuckcrbäckereien von Michelnp und Zeltmacher; die letztere änderte oft den Besitzer. Als eine Spezies galt die alte Frau Bunzel in der Meiselgasse, allgemein vorn Bolksmunde „Gütel Kachine" genannt. Dieselbe erzeugte nach höchsteigenen! Rezepte vorzügliches Luxusgebäck; ihre Maultaschen galten als etivas Superfeines und wurden bei festlichen Gelegenheiten, wie Konfirrnationen usw. verschnabuliert. Bei Hochzeiten ging's in der Judenstadt immer lustig zu. Besondere „Tafeldecker" rüsteten dieselben gegen Bezahlung aus; ein Hochzeitsnarr, dem Hofnarren des Mittelalters nicht unähnlich, war eine conditio sine qua non. Ich kannte noch den letzten dieser bereits ausgestorbenen Gilde; er hieß, ivenn ich nicht irre, Anselm Tachau („Anschele Tach"). Als kleiner Hochzeitsgast hörte ich die Schnurren, Witze und Knüttelverse dieses letzten Narren, der die Aufgabe hatte, die ganze Tischgesellschaft bei regem Humor zu erhalten. Wahrscheinlich stmmnten seine Ahnen aus der Stadt Tachau; denn mit den jüdischen Familiennamen hat's seine eigene Bewandtnis. Bekanntlich wurden die Matrikel! in alten Zeiten hebräisch geführt. Kaiser Josef der Ziveite, der überall Ordnung schaffen und die deutsche Sprache zur Staatssprache erheben wollte, ordnete an, daß die Israeliten, die auch zum Militärdienste herangezogen lverden sollten, deutsche Familiennamen erhalten müssen. Es tvurde in Prag eine eigene Kommission eingesetzt, die Israeliten wurden vorgeladen und ihnen die Wahl eines deutschen Namens überlassen. Die Familien, die die alte Synagoge besuchten oder in deren Nähe wohnten, nannten sich Altschul, die die neue Synagoge frequentierten oder Anwohner derselben, Neuschul, die auf dein Hofe um die Synagoge Wohnenden, Schulhof. Viele Israeliten tvählten den Namen nach dem Lande, der Stadt oder dem Dorfe, woher sie stammten, z. B. Oesterreicher, Wien, Wiener, Prager, Wormser, Königswarte, Lazansky, Wodnmiskh, Wodnaner, Budweiser, Lemberger usw. Manche wählten Namen von Tieren, Pflanzen oder Mineralien, wie: Wolf, , Zeit der Abrechnung und wir werden den Kultusvorstand mit aller Schärfe zur Rechenschaft ziehen! Nun soll aber dieser judenfeindliche Geist auch bei Besetzung von Posten in der Kultusgemeinde selbst zur Geltung kommen! Wie wir erfahren, soll iw Mai d. I. in der Seitenstettengasse eine Portierstelle zur Besetzung gelangen. Ohne den Posten ausznschreiben, werden jetzt schon Gesuche non Bewerbern entgegengenommen. Weiß ein Jude, daß dieser Posten in seiner Knltusgemeinde vakant ist. Und wenn er es auch wüßte und sich um ihn bewürbe, was nützte es ihm? . .. Die Gesuche werden durch den Materialien- und Hausverwalter Ingenieur Brun entgegengenommen und schon spricht man davon, daß dieser Kultusbeamte, der seine Kinder so religiös erzieht, daß sie es im Judentum nicht aushalten und sobald sie flügge werden, ihm den Rücken kehren, diesen Posten einem seiner arischen Protektionskinder zugesichert habe! Wir hören schon die Einwendung, daß der Portier auch solche sabbatliche Funktionen auszuüben habe, welche dem Juden verboten seien. Das wäre aber die gröbste Komödie, die äußerste Heuchelei! Wir wagen es, zu behaupten, daß im Vorstande auch nicht ein einziger Vorsteher sitzt, der den Sabbat nicht in der einen oder anderen Form entweihen würde und wir wagen es ferner, zu behaupten, daß die großen jüdischen Kodifikatoren, die für den Kampf ums eigene Leben, wenn es um die Existenz geht, die Sabbatruhe aufhoben, die heutige soziale Lage des jüdischen kleinen Mannes als einen solchen Todeskamps ums Leben ansehen würden. Aber wir wollen den Kultusvorstand auch darauf aufmerksam machen, daß der Lake für solch heuchlerische Ausflüchte kein Verständnis hat. Er siebt auf der einen Seite, daß Kultusvorsteher und Kultusbeamte den Sabbat entweihen und daß er unter diesem durch die Führer selbst nicht beachteten Vorwände brotlos bleiben muß, auf der anderen Seite wird er sowohl von seinen christlichen, wie auch von seinen reichen jüdischen Mitbürgern gerade wegen seines Judentums boykottiert. Ist es da nicht „begreiflich", um den in den Vorstandssitzungen üblich gewordenen Ausdruck zu gebrauchen, wenn dann ein solcher armer Teufel mit hungerndem Magen in seiner Entrüstung ausruft: Eine Religionsgenossenschaft, die aus religiösen Gründen seinen Glaubensgenossen verhungern läßt, ist nicht wert, daß man ihr angehöre! Die wichtigsten Berufe des kleinen Mannes: das Dienstwesen im Hause, im Geschäfte, der Kleinhandel und das Kleingewerbe, sind dem Juden gerade bei seinen Glaubensgenossen unter religiösem Vorwände verschlossen; die oberen Zehntausend werden aus niedrigen Motiven fahnenflüchtig, wie wollen Sie dann das Judentum erhalten» zu dessen Förderung Sie sich berufestfühlen? Wir fordern den .Kultusvorstand auf, die erwähnte P or ti e r-»st-e l le sofort auszuschreiben mit der ausdrücklichen Bemerkung, daß bei der Besetzung ausschließlich Juden berücksichtigt werden. Es muß sich ein moäus procedendi finden, wodurch der Portier dieser wenigen Löw, Bär, Fuchs, Holub, Kavka. — Rosenbaum, Dattelzweig, Veilcheublüh, Baum. — Diamant, Stein, Funkelstein, Dünnstein usw. Manche die Namen von Farben oder Eigenschaften, wie: Rot, Grün, Blau, Schwarz oder Klein, Kleiner, Groß, Fein, Kraus. Eine sehr große Anzahl von Israeliten erkor den Familiennamen nach dem Handwerke oder der Beschäftigung, die sie betrieben. Aus >dem folgenden Verzeichnisse ist ersichtlich, daß der Jude dem Handwerke und der landwirtschaftlichen Beschäftigung nie abhold war. In vielen Ländern, wie z. B. Galizien, befinden sich allerlei Handwerke noch heute iu den Händen der Juden. Die betreffenden Namen lauten: Bader, Buchbinder, Bauer (Landmann, Landesmann), Bäck, (Beck, Bäcker), Drucker, Färber, Fleischer (Fleischmann, Fleischner), Glaser, Goldschmied, Silberer (Silbermann), Kleinperer, Leder (Lederer, Gärber), Maler, Müller, Posamentierer, Schuhmacher, Schnürmacher (Schnurmacher, Schnürdreher), Schleifer, Sattler,, Riemer, Schindler, Schreiber, Schneider, Schuster, Stricker, Steingraber, Steinschneider, Töpfer, Wagner, Träger (Träger), Schröter, Zimier usw. ' Die jüdischen Familiennamen Wallerstein, Waldstein und Friedländer stammen von dem berührnten Feldherrn des dreißigjährigen Krieges. Als derselbe im Zenithe seines Ruhmes stand, erbaten sich die Juden von ihm die Gnade, sich nach ihm nennen zu dürfen; daher sind alle Fmnilien, die die obigen Namen tragen, jüdistchen Ursprungs, natürlich mit Ausnahme der wirklichen Nachkonunen des Generals, der Grafen von Waldstein. Die Bewohner der Prager Kultusgemeinde waren in früheren Zeitläuften zumeist orthodox. Die Strenggläubigen wollten von einer Aenderung ihres hebräischen Namens absolut nichts wissen, iveshalb ihnen von der Kommission ein Spottname oktroiiert wurde, der ihnen für alle Zeiten blieb. Stand z. B. in der Matrik (Elioh) ben Reb Pasch (Elias) der Sohn des Pasch, so wurde der Orthodore, Iveil er die Annahme des deutschen Namens verweigerte, (Elias) Pascheles genannt, während der liberalere Jude, dessen Ahne zufällig auch Pasch hieß, den Familiennamen Pasch annahm. Auf diese Weise entstanden die Namen mit der Endung eles, wie Abeles, Dringeles, Fleckeles. Jtzeles, Jacheles, Jeiteles, Kakeles, Mameles us!v. Jeder Träger eines solchen Namens entstammt einer Prager jüdischen orthodoxen Familie. In neuer Zeit haben sich viele dieser Israeliten nlit Bewilligung der Statthalterei den Eles-Namen ändern lassen; so heißt Herr Kakeles nunmehr Kallberg, Herr Jeiteles Jrmenbach, Herr Nefeles Neff, Herr Pereles Perlsee und so fort. Daß die dem Priesterstande Angehörigen sich fast ausnahmslos Kohn und Katz (Abkürzung für Kohen zedek) nannten, ist ebenso selbstverständlich, wie, daß die dein Stamme Lelvi Angehörigen diesen Namen in allen möglichen Bariatwnen behielten. („Mitteilungen des isr. Landeslehrervereines".) sabbatlichen Funktionen enthoben werde und es darf nicht zugegeben werden, daß ihretwegen ein Jude aus einer ausschließlich von Jüd e n bezahlten einträglichen Stellung ausgeschlossen werde. Unsere Stammes- und Glaubensgenossen aber, welche die Eignung für diese Stelle haben, fordern wir hiemit auf, sofort ihre Eingaben im Sekretariats einzureichen und uns vom Schicksale ihres Gesuches zu verstand i g e n. Bericht über die Tagung des Verbandes der israelitischen Reltgionslehrer an den österreichischen Mittelschulen. I. Die am 28. und 29. Dezember 1903 in Wien abgehaltene Versammlung, zu der die Mitglieder des Verbandes geladen worden waren, war recht zahlreich besucht und nahm einen durchaus würdigen Verlauf. Die Versammlung wurde Montag den 28. Dezember, 10 Uhr vormittags durch den Obmann Dr. Adolf Weiß (Wien) eröffnet, der in seiner Eröffnungsansprache, die Versammelten, insbesondere den Vorstand der löblichen Wiener Kultusgemeinde herzlich begrüßte. Der Aufgabe, den Religionsunterricht zu fördern, Geist und Gemüt der Jugend für das Judentum zu erwärmen, seien sich alle Versammelten stets bewußt. Wenn trotzdem diese erhabene Aufgabe bisher nicht iu entsprechender Weise gelöst werden konnte, so liege der Grund in der noch unsicheren Existenz vieler Kollegen, andererseits iu dem Jndifferentismns der Kollegen und in der Teilnahmslosigkeit der Knltnsgemeinden, wovon eine rühmliche Ausnahme die verehrliche Knltusgemeinde iu Wien mache, die den Bestrebungen des Verbandes stets das größte Wohlwollen eutgegengcbracht habe. Der Vorsitzende gedenkt der unverkennbaren Gerechtigkeit, welcher die hohe Regierung den Religionslehrern gegenüber hat walten lassen und der unerschöpflichen Gnade, die Se. Majestät der Kaiser ihnen stets angedeihen ließ und lädt die Versammlung ein, ihre Beratungen zu eröffnen mit dem Rufe: Gott erhalte Se. Majestät unseren Kaiser! Unter lebhaften dreimaligen Hochrufen auf Se. Majestät erklärt -er Redner die Versammlung des Verbandes für eröffnet. Der Obmann widmet dem Hingeschiedenen Religionsschnlinspektor Dr. Jonathan Wolf, der als Religionslehrer ein leuchtendes Vorbild war und dessen edler Charakter allen Kollegen bekannt war, einen warmen herzlichen Nachruf. Ferner erbittet sich der Obmann von der Versammlung die Ermächtigung, dem Kollegen Herrn Religionsschnlinspektor Doktor Leopold Langfelder zur Vollendung seines 70. Lebensjahres die Sympathien des Verbandes in geeigneter Weise kundgeben zu dürfen. (Beifall.) Schriftliche Zustimmungsknndgebungen sind der Versammlung Zugekommen von: Rabb. Dr. Hillel in Leipnik, Rabb. Dr. Friedmann in Linz, Rabb. Dr. Schornstein in Leitmeritz, Rabb. Dr. Brach in Brüx, Rabb. Dr. Tauber in Prerau, Prof. Dr. Herzl in Brody, Rabb. Dr. Mandl in Neutitschein, Rabb. Dr. Rabinowicz in Mähr.-Weißkirchen. Ihren Beitritt als Mitglieder haben angemeldet: Rabb. Dr. Bauer in Wien, Rabb. Dr. Mandl in Wien, Rabb. Dr. Abeles in Wien, Rabb. Dr. Funk in Boskowitz, Rabb. Dr. Hausner in Lemberg, Rabb. Dr. Mandl in Neutitschein u. a- Zum ersten Punkt der Tagesordnung „Rechenschaftsbericht des Obmannes" übergehend, begrüßt es der Obmann mit aufrichtiger Genugtuung, daß erst in den letzten Wochen vier der Kollegen, davon zwei in Wien (Kollek und Goldhammer) zu definitiven Religionslehrern an Mittelschulen ernmmt wurden. Einem Aufträge des Vorstandes der Wiener Kultusgemeinde folgend, habe der Ausschuß den Entwurf eines Lehrplanes und einer Instruktion für den Religionsunterricht an Mittelschulen ausgearbeitet. Der Lehrplan wurde nach unwesentlichen Aendernngen von der Wiener Knltusgemeinde approbiert, indes die Instruktionen den besonderen Verhältnissen in Wien entsprechend, auf Grund weiterer mündlicher Beratungen weitergehende Aendernngen erhielten. Der Obmann berichtet über die vorbereitenden Schritte, die zur Herausgabe einer Vierteljahrsschrist geschehen sind und über die Hindernisse, die bisher dem Erscheinen derselben im Wege gestanden find. Indem der Obmann seinen Kollegen im Ausschüsse für ihre Arbeiisfreudigkeit, dem Verbände für das ihm entgegengebrachte Vertrauen dankt, legt er sein Mandat als Obmann nieder mit der Bitte, seinen Rechenschaftsbericht zur Kenntnis nehmen zu wollen. (Beifall.) Nach Erstattung des Rechenschaftsberichtes des Kassiers Dr. Goldhammer, wird dem Ausschuß das Absolutorium erteilt und dem Obmanne für seine dem Verbände erwiesenen großen Dienste auf Antrag des Prof. Kanitz der wärmste Dank ausgesprochen. Vicepräsident der Knltusgemeinde Dr. Alfred Stern begründet sein Erscheinen, sowie das seines Kollegen Dr. Gustav Kohn mit dem Hinweis auf das rege Interesse, das die Wiener Kuliusgemeinde den Beratungen des Verbandes entgegenbringt. Er erklärt sich bereit, das Material, welches der seit einigen Jahren begründete Bund der österreichischen israelitischen Gemeinden über die Erforschung der Zustände des Religionsunterrichtes gescrrmnelt habe, dem Verbände zur Verfügung zu stellen, welche Bereitwilligkeit von: Obmanne mit bestem Danke entgegengenommen wird. Auf Antrag des Vorsitzenden lverden die Punkte 3 und 4 der. Tagesordnung (Berichterstattung über die Rechtsstellung der Religionstehrer und über die Wahl eines Komitees zur Abfassung eines einheitlichen Lehrplanes) erst nach der Neukonstituierung des Ausschusses und nach der Vornahme der notwendigen Statutenänderungen vorgenommen. Zmn Obmann wird mit allen gegen drei abgegebenen Stim-- men der bisherige Obmann-Stellvertreter Rabb. Dr. Feuchtwang, zum Schriftführer Prof. Dr. Heinrich Pollgk gewählt. . . Rabb. Dr. Feuchtwang dankt für das ihm belviesene Vertrauen und erklärt dieselbe anzunehmen, im Hinblick darauf, daß der bisherige Obmann Prof. Dr. Weiß infolge allzu großer Ueberbiirdung nickt mehr in der Lage sei, die Obmannschaft iveiter zu führen. Schriftführer Dr. Heinrich Pollak dankt für seine Wiederwahl zum Schriftführer mit der Versicherung, seine Kräfte auch ferner in den Dienst des Vereines zu stellen. Punkt 6 der Tagesordnung: Wahl des Ausschusses. Es lverden per Akklamation gewählt die Herren Dr. Goldhammer (Wien), Prof. Kanitz (Wien), Jnsp. Langfelder (Wien), Doktor Grünfeld (Brünn), Prof. Kisch (Prag), Dr. B.iach (Brüx), Prof. Weiß (Wien). .Dr. Kaminka stellt den Antrag, den geivesenen Obnmnn Dr. Weiß in Würdigung seiner Verdienste zum Ehrenmitgliede zu ernennen, welcher Aiitnig eiilstilmnig angenommen wird. Prof. Weiß dankt für die ihm dadurch erwiesene Ehre. Als Referent zmn Pllnkte „Anträge zur Statutenänderung" beantragt Dr. Weih mehrere Aendernngen einzelner Paragraphen der Statuten, init denen sich die Versammlung für einverstanden erklärt. Ein Antrag des Herrn Rabb. Dr. Kaminka auf Aenderung des Paragraphen 9 der Statuten lvird abgelehnt.