Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 52 (25.12.1903)
- Date
- 1903-12-25
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2432763-2432970-2433022--2234-2436078- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 52 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. 24. Dezember 1903 Seite 5 / tränkt von einer weisen Sozialpolitik, Ivelche die schwere Not der Zeit erst jetzt mühsam aufbaut. Die jüdische Lehre kennt nur Humanität und anSgleicheiide Gerechtigkeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, und darum ist die Verhetzung der beider: großen auf einander angeiviesencn Bevölkerungsklassen gegen die jüdische Lehre. Was der Reichskanzler Graf Bülow jüngst im Reichstage berkündetc, es sei die Aufgabe des Staates und der Gesellschaft, den Anlas; zur Unzufriedenheit zu beseitigen, das gebietet die jüdische Lehre. So Niel steht danach fest, auf eine bestimmte politische Partei werden ivir uns niemals mehr einschivören. Wir nehmen das Gute, Ivo lvir cs finden. ES kaiin nicht heute unsere Aufgabe sein, alle unsere politischen, wirtschaftliche,: rmd kulturellen Aufgaben hier borzufnhren. Es bedarf ja erst keines Hinweises, wie unsere politischen Rechte nur noch auf dem Papier stehen. Doch auch unsere wirtschaftliche Lage hat durch den antisemitischen Zug in Gesetzgebring und Verwaltung arg gelitteir. Eine jüdische Volkspartei wird aber rrieht bloß eine Wahl- und Petitionspartei sein dürfeir, sie hat auch wichtige innere Kulturfragen zu lösen. Wir befinden uns im Einklang mit allen den bestehenden Einrichtringcn zur Wohlfahrt des Judentums, deren anfurerksame Förderung uns am Herzeir liegt. Eine Partei, welche die Inden zn politischer Arbeit samrnelir Ivill, wirk/Lev!) bor allem daran denken müssen, ihnen einen Sammelpunkt zu Lasker. 2b. 1600 bcrbramrten sie i. Ebora e. Frarr, weil sie nicht beweisen konnte, das; sie leine Jüdin sei. 1884 st. i. Berlin Dav. Friedländcr, der erste Berliner jiid. Stadtrat. 1880 st. i. Posen Dav. Caro, päd. Schriftst. 1864 st. i. Paris Michel Goudscheaux, Fiuanzminister. 1884 st. i. Bernburg Landrabb. Sal. Herxheimer, päd. Schriftst. 26. 1600 st. i. Venedig Gers. Chcfcz (Reim- Lexikön). 1807 st. Abraham, der Sohn von R. Elia Wilna. 1888 geb. i. Sabionetta General Jos. Ottvlenghi, fr. Kriegsminister, milit. Erz. desKönigs bon Italien. 27. 1818 st. i. Berlin Lipru. Mos. Büschenthal. Dichter. 28. 1286 bluteten Märtyrerc in Lauda. 1860 st. i. Keusington Maeauleh d. ber. Geschichtsschreiber. 20. 1500 st. i. Algier R. Je in ach Dnran (Raschbaz). 1862 st. i. Amsterdam Jsr. Mrilder, e. um d. Bildung d. Holl. I. verdienter Gelehrter. 1880 st. i. Bonn Rabb. Dr. Ludiv. Philippsoir. 80. 1060 i. Grarrada Aufstand geg. d. I. (Tod d. Nagid Joseph Halevi). 4702. st. i. Berlin Josef Darschau (Deraschas u. Komment. z. d. Psalmeir u. Geb.). 1815 geh. i. Wien Dichterin Betti Paoli (Babette Eli. Glück). 1808 st. i. Asolo Errgenia Pavia-Gentilonro-FortiS. 81. 1754 w. i. Colmar Hirzel Levi gerädert. 1838 st. i. Verona Jacob Vita Pardo. 1878 st. i. Neu-Haven Minira Kleeberg, Schriftstellerin. 1888 st. i. Frankfurt a. Ri. Rabb. Sams. Raph. Hirsch. 1001 st. i. Frairkfnrt a. Äi. .Korninerzienrat Julius a. Jnowrazlalv. T h e b e t. 1. 1885. st. i. München Jos. b. Hirsch, der Vater Hirsch. 4. 1804 st. i. Breslau Wilna Matitjahu Straschuu. schaffen, ihnen ein Haus zu bauen, in dem sie sich zu der groszen j des Philanthropen Moritz b sozialen Arbeit vorbereiteu können. Mit einein Worte, die Grän-! David Nosiu. 6. 1885 st. düng bon jüdischen Volksheimen (Tohnbee-Hallen) muß! ifji'c Aufgabe sein Der Vrnstttenauer Betlinusvercru. Dounersmg den 17 ' DÜS sind in grasten Linien die Wege, welche eine jüdische! fand im Kaffeehanse Jacob Fritz die Generalbersaimnlung ds. des Volkspartei zu gehen hat. Der Weg ist erst zu ebnen. Die Schwierigkeiten sind erst zn überlvinden, aber sie sind mit gritem Willerr zu überwinden, sie sind irr anderer: Län-! der,: überwur:derr worden, und es freut uns, berichteil zu können, das; schon der erste Weckruf zur Begründung einer jüdischen Volkspariei die nllerfrerrdigsten Sympathien urrsercr Gesirrnungsgenossen irr Oesterreich gefunden hat. Die Fahnenflucht, die Ber-! zagtheit, die .Kleinmütigkeit, die (Gleichgiltigkeit haben wir zu bej kämpfen. Wer drüben bleiben ivill, Führer oder Geführter, mag! bleiben, ivir wollen ihn nicht stören. Wer aber mit uns arbeiten! ivill an der Wiedergeburt des Judentums, an der Wahrung seiner; Rechte, an der Hebung seiner ivirtschaftliche,: Lage, der komme ni:&, helfe- Jeder, der es redlich ineirrt, sei ur:s willkommen I * Hebräische Enzyklopädie des Judentums. Dis durch ihre segensreiche Wirksamkeit in Rußland bekannte, seit zwölf Jahren bestehende hebräische Verlagsgesellschaft „Achiasaf" schreitet jetzt zur Herausgabe einer hebräischen Enzyklopädie des Judentums unter dem Titel: rinn'.-, im'. Der Plan zu diesem Werke ist von „Achad-ha-Am" (Uscher G i n z b e r g) vor letzten zwei Jahren (Beschaffung eines Jahren wurden Fonds, entworfen worden, in den die nötigen Vorbereitungen Bestellung der Redakteure Brigittenaner Bethausvereines unter zahlreicher Beteiligur:g statt, welche folgenden Verkauf hatte: Nach Begrüstring der Versanunelter: durch der: Obmann Kirltnsborstchcr Eltbogen und Begrüßung des Delegierten der KultuSgemeinde, K.iiltusvorstand T eltscher, erstattete der Obinann den Bericht über das vergangene Vereinsjahr, wobei er gleichzeitig betonte, das; die Knltnsgeiueinde nach einmal abschlägigen: Bescheide in der Rabbinerfrage nun einen Bescheid erlies; dahin gehend, das; die Kultusgemeinde von Fall zu Fall einen Rabbiner für'die Brigittenau bestellen werde. Als erster Redner ergriff Herr Josef Kohn das Wort und betonte die Notwendigkeit der Bestellung eines Rabbiners und verlangte neuerlich einen solchen durch die Kultusgemeinde und auf deren Kosten, Ivelchcr jedoch nicht von Fall zu Fall, sondern definitiv dort zu wirken hätte. Nm: ergriff Herr Hermann Plaschkes das Wort und führte folgendes aus: Es gehe doch nicht an, einen Tempel, wie den Brigittenaner, ohne Seelsorger zu belassen. Er ivies nach,!vie stiefmütterlich die Brigittenau von der KnlniSgenreinde behandelt werde. Die Kultusgemeinde, Ivelche ans Grund des „Gesetzes zur Regelung der äustercn Rechtsverhältnisse der Juden" verpflichtet wäre, für den Gottesdienst Sorge zu tragen, wird nun durch die einzelnen Vereine ihrer Pflicht dadurch enthoben, das; dieselben in den Bezirken für den Gottesdienst Sorge tragen. Insbesondere müßte der Kultusvorstand in: Bezirke Brigittenau mit einer Einwohnerzahl von über 14 O00 Seelen einen Gostesdienst in eigener Regie unterhalten. Wenn ivir uns nun die Ziffern des RechnnngSabschlnsses vom Jahre 1002 betrachten, so kommen Ivir zu dem Ergebnis, das; die Kultusgemeinde bei allen ihren, in eigener Regie geführten Tempeln einen ungemein großen Zuschuß geben muß, welcher sich in folgender Weise stellt: Im 2. Bez. einen Zuschuß von 15 810.53 K., im 15. Bez. 14 405.80 K., im 16. Bez. 20 856.77 K., im 18. 15 578.41 K. Wenn wir Weilers die Subvention an die einzelnen BethauSvercine berücksichtigen, so finden wir wieder die stiefmütterliche Behandlung bon Seite der Kultusgemeinde; die BethauSvercine mit kleinerer Mitgliederanzahl und kleineren Bcdiirfnisscn werden prozentuell höher subventioniert als die Brigittenau. So z. B. der 11. Bezirk mit einer Mitgliederanzahl von 40 und einer jüdischen Einwohncranzahl von 1500 Seelen bezieht eine Subvention von 3000 K. Der reiche Verein im. 0. Bezirke bezog in: Jahre 1002 eine Subvention in der Summe voi: 3000 K. Der Verein Formoscrgasse im 10. Bezirk bezog im Berichtsjahre eine Subvention von znsaunnen 8000 K. und der große Brigittenaner Verein, welcher für den ganzen. Bezirk Sorge zu tragen hat, eine Subvention von 2000 K. bei einem Jahresbudget von rund" 27 867 K. Herr Plaschkes erklärt weiters, sich mit der Ansicht des Herrn Joses Kohn nicht identifizieren zu können, daß ein Rabbiner von der Kultusgemeinde bestellt werde. Er kann. auch der Zuschrift des KnltuSvorstandes nicht znstimmen, voi: Fall zn Fall mit einem Reserve-Rabbiner die Seelsorge versehen zu lasstn und betont dabei insbesondere folgendes: Seine Information in der Rabbinerfrage für die Brigittenau gehe dahin, das; die Kul'usgemeinde, welche sich durch die Bestellung des Herrn Ge- \ Judende,rische Sprache und Literatur. In der Halbmonatsmeind/rabbiiiers Dr. David in Verlegenheit geraten sei denselben' schrift „Aus fremden Zungen" (Deutsche Verlagsanstalt in Stuttnun da dn-ser von der Bevölkerung :n: 2. Bezirk abgelehntWmrde, gart und Leipzig) lesen wir: „Die Inden in Polen, Litauen .und 1 um ^hn nun doch zu beschafügen, nach der Brigntenau von <mll zn 'Südrußland haben zwei Sprachen, die sie ihr eigen nennen, und in I Fall dir,gieren wolle und fuhrt aus, daß der)en:ge Rabbiner, der beiden besitzen sie hoch entwickelte Literaturen: die „hebräische" und! u°11. der Lcopoldstadt abgelehnt wurde, auch unmöglich den Aust. s. w.) getroffen, und dürfte der erste Band schon im Laufe des nächsten Jahres erscheinen. Nedaktionsbureaus befinden sich in Od e sj a („A ch a d-ha-Am") rrnd Warschau (Dr. Josef Klausner). Für Westeuropa wird am 1. Mürz 1904 ein Redaktionsbureau in Berlin eröffnet. Zum Leiter dieses Bureaus ist Dr. David N e u m a r k, gegenwärtig BsZirksrabbiner in Rakonitz, berufen worden. Ein weiteres Bureau für Amerika soll in N e w - A o r k errichtet werden. In demselben Verlage mp'd jetzt die von Dr. N. vorbereitete hebräische Übersetzung des ersten Bandes der „Ethik des Judentums" von LazaruS in Druck gelegt. Auch vom zweiten Bande dieses Werkes, welcher jetzt gemäß der letztwilligen Verfügung des Verfassers von Dr. N. im Vereine mit Dr. E! b o g e n, Dozenten Berlin, auf Grund Darstellung gelangt, scheinen. an der „Lehranstalt" in des nachgelassenen Materials zur wird eine hebräische Ausgabe nsche ausgenommen und umgebildet. Das Hebräische war die Lite ratursprache der Intellektuellen, daS „Jüdische" die Sprache des! Volkes. Gebet-, Erbauungs- und Gesangbücher, Erzählungen und ■ Lwdersanimlungei: für das Volk waren in dieser Sprache stets vorhanden, aber erst in der neueren Zeit, etwa ein Jahrhundert nachdem das „Jüdische" in seiner Urheimat, unter den deutschen Juden ausgestorben war, entwickelte sich i» Polen und LiMuei: eine jüdische Literatur in: höheren Sinne des Wortes. Ursprünglich bedienten sich die Schriftsteller und Dichter ihrere primitiven Kunstmittel, um die Masse zu bessern ui:d zu heben. Allmählich rang sich die eigentliche Literawr von der Publizistik los, und' die künstlerische Darstellung des Lebens wurde Selbstzlveck. Unter den Dichtern der älteren Generation mögen hier wenigstens die folgenden genannt werden: Die Galizier Wolf Ehrenkranz, dessen prachtvolle Lieder und Balladen Volkstümlichkeit erlangt haben bnd Beirach Schafir, die Literatur Abraham Goldfaden und Eljakmn Censor. Der große hebräische Dichter Jehuda Leon Görden hat ein Bändchen jüdischer Ballade,: und Romanzen hinterlasseu. Im Roman und in der Novelle haben Schalvm Jakob Abrahamowiez in Kiew ein bedeutender Humorist, I. L. Perez und M. Spektor in Warschau hervorragende Leistimgei: aufzuw'eisen. In neuester Zeit hat sich eine Anzahl jüngerer Schriftsteller der Schilderung des ProlKarierlebeus zugewendet. Der Litauer David Pinsky ist unter den Jüngeren einer der begabtesten. Er verfügt über frisches Erzählertalent und eine intime Kenntnis der jüdischen Arbeiterwelt seines Heiinatlaudes, die er mit liebenswürdigen: Hunwr schildert. vertritt. Wir brauchen einen Rabbiner, Ivelchcr es sich zur Aufstande das Absolutorium erteilt wurde. Nach Vornahme der Wahl und nach Durchberatung einzelner Bezirks- und Persoualangelegcnyeiten schloß der Vorsitzende in vorgerückter Stunde die schön verlaufene Generalversammlung. Jüdisch-uatioualcr Arbeiterverein, Wien, 14. Bez., Ullmaimstrnsie 81 (Knuerhof 10 A). Der Verein verauslaltet Dienstag den 5. Jänner 1004 um halb 0 Uhr abends, in:'Hotel Fuchs, 15. Bez., Mariahilferstraße 188, einen Familienabend mit reichhaltigein Prograiume, Thcateraufführung, ernsten und heiteren Vorträgen, Schönheitsprcis usw. und anschließendem Tauzträuzchen. Karten im Vorverkauf K. 1.—, an der Kassa Kr. 1.40. Karten sind jeden Abend im Vcreinslokale sowie bei allen Koiuiteeliiitgliedern zu haben. Reklamatiouci: wegen Einladungen sind an San:. Bock, 13/8, Auhofstraße 222, zu richten. Theologischer Verein der Hörer mt der isr. theologischen Lehranstalt in Wreu. Dienstag den 15. d. M. veranstaltete der theolog. Verein der Hörer an der isr. theolvg. Lehranstalt in Wien sein Zehnjähriges Gründungsfest in: Anschlüsse an eine Channkafcier. In den: überaus stark besuchten Saale des Hotel Post üahin die, Feier einen höchst gelungenen Verkauf. Anwesend waren uincr ä:rdereu: der Präsidenk des Kuratoriums der Anstalt Herr Ncoritz'' Edler von Kuffner, Hielt. Prof. Dr. A. Schlrarz, Lektor Friedmann, Prof. Dr. A. Büchler, Prof. Dr. Leon Kellner, Baurat Snaßny, Architekt Max Fleischer, k. k. Landesschulvat Dr. G. Kohn, Schulrat S. Heit, phil. et für. Dr. Spitzer, die Rabb. Dr. Bach, Dr. Bauer, Doktor David, Dr. Feuchtwnng, Dr. Riandl, der Obinann des KantorenbcreineS Prof. H. Singer, die Oberkantoren Duner und Schorr, Sekretär der Knltiisgcnneinde Herr Dr. Adler, Bibliothekar Herr Dr. B. Münz, Sekretär der ifr- Iheolog. Lehranstalt Herr H. Fuchs, Vertreter fast säintlicher jüd.-akad. Snidentenvereine, des jüd. Arbeitervereines n. v. a. Nach der Begrüßung und Eröffnung der Feier durch den Präsidenten Herrn Gustav Sicher, leitete der von Herrn B. Kurrein verfaßte Prolog, den Herr Frankel von: Deutschen Volkstheater wirkungsvoll vortrng, den Abend ein. Infolge Erkrankung des Herrn Öberkantor B. Guttmann übernahn: Herr Oberkantor Don Tuchs das Llnzünden der Chainikalichter, Ivoran sich die Festrede des Herrn I. Stößker schloß, die einen tiefen Eindruck auf das anwesende Publikum machte, das auch den Redner mit reichem Beifall lohnte. Die GesangSvorträge des Quartetts Schir Zion verfehlten wie gewöhnlich ihre Wirkung nicht. Die hebräische Festrede, die Herr A. Schwarz trefflich zur Geltung brachte, fand beim Pnblikun: verständnisvolle Wiürdigung. Darauf brachte k. u. k. Hofmusiker Herr I. C. 5kallmus die Fantasie vou.Beriot in meisterhafter Weise zum Vortrage, was das Audiwrium mit einen: stürmischen Applaus anerkannte, wodurch Herr Kalliuus sich zu einer Zugabe (Cavatine bon Raff) genötigt sah, die einen nicht schwächeren Beifallssturn: herborrief. Die Begleitung besorgte in exakter, trefflicher Weise Frl. Melitta Haim. Es folgten dem herrlichen Biolinvortrage Rezitationen jungjüdischer Dichter, welche tu Herrn Tellhein: vom Josefstädter Theater einen trefflichen Interpreten fanden, der durch sein ivohltlingeiwcs, geschultes Organ mit „Traum" von Brochowi.'fch „Denlria" von B. Feiwel und „Vom hohen R. Löw" von Herrn Salus die Anivesendei: in Atem hielt und begeisterte. Den Schluß des offiziellen Programmes bildeten die trefflichen Gcsangsvorträge des Herrn Öberkantor Don Fuchs, die ihm einen wohlverdienten stürmische,: Beifall eintrugen. Von den Gästen sprachen Rektor Schlrarz, Lektor Friedmann und im Namen der alten Herren Dr. M. I. Bach von stürmischem Beifall unterbrochen. Den Abschluß des Abends bildeten humoristische Vorträge, denen sich der von Herrn V. Kurrein verfaßte Einakter „Der Probekandidat" anschloß, wobei sich das Publikum sehr amüsierte und in heiterster Stimmung erhalten wurde. Bei dem Abend Imirde auch der bon Herrn Waizner trefflich ausgestattcte Dezennarbericht des theolog. Vereines (verfaßt von I. Stötzlcr) ausgegeben, sowie eine hunwristische Bierzeitung, die reißenden Absatz fand. Wien. Einen h e b r ü i s ch e n Vortragsabend veranstaltet der jüngst in Wien gegründete hebräische Spre.ch- K l u b „Jbria" am Samstag den 26. Dezember, 7 Uhr abends im Restaurant des „Hotel Romania,,, 2. Bez., Kleine Sperlgasse, zu dem alle Freunde der hebräischen Sprache höflichst eingeladen werden. Herr Schriftsteller R u ü i n B r a i n i n aus Berlin wird über das Thema: „Die Hauptströmungeu in der hebräischen Literatur" referieren. Lit. Gesclligkeitsoerein jüd. Mädchen „Moria" in Wien. Sonntag den 27. d. M. wird der Vortrag des Herrn Dr. S. Krenberger, Präsidenten des Landeskomitecs, über das Thema „Mädcheubildung" mit anschließender Diskussion statifiudeu. Gäste herzlich willkommen. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Der vom Kultusvorstande in der öffentlichen Sitzung von: 20. Dezenibcr 1003 festgesetzte Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben der Kiillusgcmcinde sowie sänAlicher unter der Verivaltung der KulOisgemeiude stehenden Fonds und Anstalten für das VerwaltungSjahr 1004 liegt vom heutigen Tage ab durch 14 Tage im Sekretariate der Kultusgemeinde iteusteiiengasse 4, 2. Stock, zur Einsicht der Gemeindedie Gemcindemitgliedcr sind geniäß des Statutes berechtigt, innerhalb dieser gen bezüglich des Voranschlages bei dem Kultusborzu überreichen, welcher dieselben in Erwägung zu Präsident: H. Kliager. Dr. Theodor Lieben, Sekretär. , r 0 „ ,, , . ... . . Israelitische 5iultuSgemeinde Wien. Vortragszhklus aus jüdigabe macht, den Stolz unierer pukunft (unsere ^ugcm) m oaner . gjoschichte und Volkskunde. 20. Dezember (Dienstag) präzise derartlgen Wm)o zu belehren, daß sie nnt Fe:,ere:fer stets für ha» r r() s 1|f)r im Festsaale des Oesterr. Ingenieur- und- Architektenvereines, 1. Bez., Escheubachgasse 0. Herr Dr. E. David: „Aus dem inneren Leben der deutsche:: Juden im Mittelalter". Der Eintritt ist frei. Kolin ist nicht mehr die große Gemeinde, die sie ehedem tvar. Chr»»ik. Gedenktage. AlmoSnino. 1804 Dezember. 24. 1512 st. i. Saloniki Bar. st. i. Berlin Js. Katanow, Verf. d. Wörterbuchs „Sefer ha-Schoraschim". 1825 st. i. Polen Aar. Micheilisckiek, Verf. e. Machsor-Konnn. 1852 geb. i. Jasst) d. Schriftst. . _ i v _ ^__ Marco Brociuer. 1868 geb. i. Berliuchen d. Schachmeister Emil Dr. Heinrich Schreiber unter großem Beifall, worauf dem Vor gesamte jüdische Volk eintrete. Schließlich stellt er den Zlutrag, ein neuerliches Ansuchen au den löblichen KulüiSborstand un: Erhöhung der bisherigen Subbention zu richten, damit es den: Verein inöglich werde./in'nächster Zukunft den Scclsorgcrposten zu besetzen uu.d schloß unter frenetischem Beifall der Anwesenden seine Ansführiingen. Nach einer kurzen Anfrage des Herrn Michael E n g e l ergriff Herr Knltusborsteher T e l t s ch e r das Wort. Er betonte, daß er ungemein überrascht über die intensive Tästgkeit des Brigittciianer BethanSvereiiies sei und Ivolle nun auf das einzeln Vorgebrachte reagieren. Er betonte, die großartig angelegte Rede des Herrn Josef Kohn habe ihn ungemein erfreut. Jedoch müsse er bei aller Anerkeuuuug der NoOvendigkeit der Bcstelluug eines Rabbiners sofort erklären, das; der Antrag deS Herrn Josef K o h n von der KultnSgeiueinde nicht akzeptiert iverden könne, loeil dieselbe dadurch ein Präjudiz schaffen würde, welche alle Bethausbereiurfür die Zukunft in Anspruch nehmen Ivvllten und hiedurch eine ungemeine Belastung des Budgets der Kiiltusgeu:eii:de herborellfen Ivürden und sich dasselbe durch die Bestellung von so vielen Rabbinern derart erhöhen Ivürde, das; dessei: Erschwingnng bei den heutigen Eii:iiahu:en nickst inöglich Iväre. Der finanzielle Stand der Kultnsgemeinde ist kein so rosiger, daß er eine solche Vermehrung des Budgets ertragen könnte, und die liier anwesenden Herren, irelche der Bezirkskommission angehöreist und als Steuerexperten verwendet werden, werden niit bezeugen, daß das Anziehen der Steuerschraube der Kultusgcmeiude nickst mehr inöglich ist. Hingegen kann derselbe versichern, daß der Antrag V l a s chkes ihm uugcureiu stnnpa lisch träre und er n:us; anerkennen. daß die dem Vrigiiienauer Bethausvereine zugewiesene Subvention im Verhältnisse zu dem Jahresgebrauche eine viel zu kleine sei und kann er versichern, das; er bei Beratung des nächsten Budgets für eine sehr bedeutende Erhöhung der Jahressubvention eintreten werde. Nachdem er die von Herrn Enge l gegen die Knltusgemeinde vorgebrachten Bedenken widerlegte, schloß derselbe unter großem Beifall seine Ausfühnlugen. Hicrmif sprach Die reichen Rentner sind in die Großstadt gezogen, diele Familien, die das Nasenrüiupfen ihreer Jugcudgenosseu nicht sehen wollten, haben Prag zu ihrem AufenthalrSorte gemacht, andere sind in daS industrielle Nordböhmei: nusgeivaudert. Quautatib Hai das Koliner Judeistuu: viel verloren, allein der alte jüdische Geist lebt hier noch immer, und so ist es erklärlich, daß in Kolin ein Volksberein „Zion" besteht, der am 10. d. M. seine M a k k a b ä e r f e i e r hielt. AlS Festredner erschien Herr Dr. L. Kahn aus Wien, der in Böhmen sehr populär ist. Der Redner erklärte die Bedeutung des ChanukafesteS, iuden: er hervorhob, daß das Wort Chanuka von „Chinuch", das heißt Erziehung abgeleitet werde, daß es also ein Erziehuugsfest ist und Ivir eingedenk dessen, das; die von der Idee der Sekbstcrhaktung geleitete Schar der Hasmonäer der Uebermacht der von Olelderlverb geleiteten Söldner der Syrer Widerstand und das uni Erfolg leistete an der Erziehung unserer Jugend zu idealnniioualei: Jude» arbeiten sollen. Ein 78jähriger Greis dankte mit tränenerstickte,i Worten dem Redner für seine schönen Worte und Taten- Nach Herrn Dr. Kahn sprachen in böhmischer Sprache Herr Dr. Teller aus Prag und Herr Dr. Bergmann aus Pardubitz. Herr Julius Wiener, Obmam: der zionistischen Vereinigung in Leipzig, ein geborener Koliner, gab seiner Freude Ausdruck in seinem Geburtsorte einer jüdischen Versainmlnng beiwohnen zu können und forderte die zahlreichen Anwesenden auf, das Anlehuen an fremde Parteien und Völkerschaften aufzugebe», sowie auf eigenen Füßen zu stehen. Aus Kuttenberg erschien eine Deputation des dortigen Volksvereines. Für den Nationalfonds wurden 40 Kr. gesammelt. Es war ein schöner, genußreicher Abend. Zabreh. Anläßlich des Chanukafestes fand am 17. d. M,, 7 Uhr abends, in dem neurenovierteu Tempel zu Zabreh ein Festgottesdienst statt, bei welchem unter sehr zahlreichem Publikum amch