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Jüdisches Volksblatt · 1903-11-20 · 47 (20.11.1903) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
47 (20.11.1903)
Date
1903-11-20
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt Soitp 5 20. November 1303 Einzelverein „Wien" des „Zion". Dienstag den 24. ds. Aufnahme der Sainmelbiichscn in ihre Familien. Wird doch mit findet im Vereinsloknle, 0. Bez., Türkenstraße 0, im Saale des Kongreßbureans ein Vortrag des Herrn. Dr. Marek Sch er lag über Daniel Daniel: statt. Um zahlreichen Besuch wird ersucht. Entree frei. Beginn halb 8 Uhr abends. Berein jüdischer jugendlicher Arbeiter „Brigittenau". Sonntag den 22. November 1008, nachmittags halb 3 Uhr öffentl i ch e V e r s a m m ln n g im Restanrant Gerber, 20. Bez., Trenstraße 10, mit folgender Tagesordnung: 1. Die Lage des jüdischen Proletanats. 2. Warum organisieren wir uns auf jüdisch-nationaler Basis? 3. Diskussion. Referent: Emil Obernik. Berein jüdischer jugendlicher Arbeiter „Leopoldstadt", 2. Bez.» Stesaniestraße 8. Sonntag den 22. November 1003, abends 7 Uhr Diskussion über das Thema: „Der „Bund" und die zionistische Arbeiterorganisation in Rußland." Gäste willkommen. Die Unterrichtskurse in Französisch, Hebräisch, Deutsch, Stenographie und Nationalökonomie, haben bereits begonnen. Anmeldungen werden noch' Samstag und Sonntag abends ab 8 Uhr im Vereinslokale cntgegengenommen. Der Verein bittet um Bücherspenden für seine Bibliothek. , . Los bog Nom! Wenn man sich gewöhnt hat, nur ,m Kreise bon Gesinnungsgenossen zu verkehren, einfach tveil einem die Würdelosigkeit und Kriecherei der assimilatorischen Kreise zu sehr auf die Nerven geht,, bekommt mau unwillkürlich eine ganz falsche. Meijedcm Heller ein Samenkorn für die Zukunft unseres Volkes in die Erde gesenkt! — Hierauf beschlos; Frau Dr. Kahn den gelungenen Abend mit einem warmen Appell um Hilfeleistung mit Kleidern und Wäsche, für die sich hier auf der Durchreise nach Palästina befindenden Waisen aus Kischenetv. Die Kischenewer Waise« auf der Durchreise uach Palästina. Mittwoch den 11. d. M. sind mit dem Abendznge der Nordbahn 30 Waisen, Hinterbliebene der bei dem Massacre in Kischenew ermordete» Inden, in Wien eingelangt. Die Kinder begeben sich unter Führung en.es Lehrers aus Palästina namens Belkind nach Jaffa, um in einer dortige« Ackerbauschule zu Kolonisten erzogen zu werden. Die Expedition ist nach mancherlei Fänlichkeiten auf österreichisches Gebiet gelaugt, wo sie von Paläßlnafreuiiden in allen Stationen herzlich empfangen und bewirtet wurde. Hier in Wien wurde sie von zahlreichen Studenten, den zionistischen Fraueuvereiuen und der Leitung des Vereines „Zion" erwartet. Die Weisen verbleiben bis zum Abgänge des nächste« Lloyddampfers in Wien und wurden im Hotel Romania in der Leopoldstadt einquartiert. Die Mehrzahl der Waisen befindet sich in einem Alter, das nun« über di- Fortschritt-, didi- MsimilationSMtt in d-n s°kt-. 2,7« d-s Schl-tge-, der ft. de« Belüft« ihr« ,m,mt°„ „b-sf-c-n" Kreisen on-icht-t. Wir wollen nicht von d-m fl“' ""Vst »“ »f“ *£!"“."• tmnrio-n Faktum -cd-n. dab Söhn- °d°r T-cht-r von Wi-rt-r E. S>- sind v°n den «och »,« --sch°ut°n Wundrr» völlig „n .A-ultuSvorstüiid-n getauft oder konfessionslos sind. H-ru°u Li-b-u j *«»« '«[• ®™ »«“"*«' bu wird, kr-tzd-m nicht s° viel Anstand b-sitz-n. sein Mandat nieder-!d-m B-m.tzk- I-lbst n„t Wnh. und Not dem Tod .»tro.nt.n ZNlegcn. Rein, wir meinen digrobanonyme Schichte der wohl-!Er wurde durch emen H,°d auf de» ftojpr schwer verwundet lmbenden indischen Bourg-oisi-, die so wenig nnd so selten ihrvr und '-dann m den Fluß g-worsen - Dt- Saifttt s-nd-n Eralischen Pflichten g-g-.'Nb-r ihren ar.nen Stamn,-sge,n>fs-n sich Ml grettofl «»«» znm G°tt.sd>°nste NN T-Wpel der L-°P°l-S. b-iorcht ist. Es gibt einzelne rühmlich- Ausnahmen, aber diese c i <$* «»' Tran-rm,dacht ftch» .rmordeten liegen fast unter ihrer.Anfgabe. weil digrogr-M-hrzr-hl stmnpfsimng Ei ern zu verr.cht.,.. Der Berbaud Z>°u Hut -m -.genes K°. btiscitc steht. Wir .unssen dei dieser Gelegenheit einen Punkt de-.m" 8« ®efte“«"8'*“* ®'e"'r «f rühren/det für jeden Nichtwiener einfach nnderständlich ist. Dt-' 1*"^ ' fff* ÄvhltLtigreit flieht förÄich die Bezirke, distark non Inden de- «». »S11-®““« littb 7»ch alle Zusch-rst-u und »nsroge» w'ohnt sind, wohlgetneekt. di« «ohltätigleit der j ii d i s ch - B o » rju nd(le ,14199^ goi, ie. Wir weise,, auf da» B i l d „ „ a s h - i m. m,f di- | «**3$»* 30 s-m-r Schule i -**.•.»•*•<»* M.hfrvvÄ'' „tf j dev Durchreise nach.Palästina hier aufhalt, tvar so lrebens- D i st r i ktr-k rankte npfl ge, arf h 6 I . .st ' würdig, sich lins zu einem Vortrage zur Verfügung zu stellen. Zu ftijümg, aus.' dep Verein „Settlement , die alle m diesem Zwecke halten wir Freitag.den 1. Kislev '(20.. November) üen westlichen 'Bezirken, oder in Favoriten gelegen, siird. 7 Uhr abends in der Ressource, 1. Bez., Reichsratsstratze.3, eine Doch, nicht davon wollen wir reden. Jüngst' unternahm Versammlung ah, in der Herr Belkind über sein Unternehmen reich tmch längerer Pai.sf einen Ausflug in das gckobte^.Land d^rs DefArbcits-Aiissik'lntz^dcr ^onl-akadl"'Korporationen Wiens) Bar Nssimilation, Ort: Satog. des Hofuiid Gerichtsadvokaten Doktor -Giora,.Bar Kochba, Emumch,..Erez Israel, Leo Pinsker, Theologia, Spiegler. Hr. Spiegler ist kein'Antisemit; er versichert es wenig-'! Vereinigung zion. Hochschüler. iJochanan. Thau, .drzt. Obmann, sü'ns, so oft cs geht; aber/fügt er in der Regel hinzu, das ist „echt Osias Roseublatt, drzt. Schriftführer. jüdisch". Und ,er erzählt uns irgend einen Fall aus seiner Praxis. { Wien. (Tohnb e e - H all e.) . Zwei. Elite-Abeiide .. sind Seine"Praxis setzt' sich nämlich meistens aus' Juden zusammen-, besonders erwähnenswert, die in)dieser Woche' abgehaltön. wurden.. D.r Si'ic,llcr ist nickt -X-uüeer ist konfessionslos' das saat alles i Zunächst sei des Vortrages der Lehrerin Frl. Malvine F'riedmann ^legwr ist nicht Jrwe, er i,t ro stcnionmo^ oas Mgr aucs. g^acht, die es vermöge.ihrer angeborenen Beredsamkeit und idealen Aber, Uue sthon erwähnt, trohdein er korifessionslos ist, ist er keni Begeisterung für die gute Sache verstmiden hat, eine volle Stunde Äiitiscnut. Er ist jüngst durch 'einen Familienziiwachs erfreut das?luditorium zu fesseln, indem sie das Leben und die Tagesordworden. Das Kind mutz natürlich g e t a u f t wcrdeii. Nun besteht nu.ng im Ferienheim zu Tischiwwitz'bei.Briilili in lichtvolleii. Farben aber c in Naraaravb daü ein Kind nickst im ckrii'tlicken Glauben ermiö'Wäömste'm MrzettstoUe 'lebhaft 'zü schildern wuW,.^ Der'Kon-. ,. \ " * J ' 1 i tvaktzwische-it. dem'-lmsagbareÄ EendRm' BriZitteiräuer HeiM''1^s"i'zeugte von der allgemeinen Anerkennung... 'die er sich /'durch seine'' zogen werden darf, wenn kein'' Elternterl christlicher Neligwn stt., Kstides mit dem Wohlbehageir imEericnheim war besonders packend j rühmlichen Leistungen erworben hat. Kultusvorstand, Vereine mü> Was tun?,. Aber die jüdischen^ Mütter, die sich fiir ihre .Kinderj und rührend zugleich. Me,Schii^ngel-dcr.Kleinen,, das Präsidium Rabbiner trugen nach Kräften bei, diesen Tag solenn zu begehen, ausopfern« find glüÄicherrveise. noch nicht ausgestorben. ' Fräst! bcs Vereins „Ferienheitu", Frau'Sophre Gru.nfe.ld, Herr Dr. Lenz Drl Sp ieg l.e'r ops ert e s i ch; s i e ließ sich taufen,! 53övtr-a^eitbeit etschienen, welche mit Pei- _ -jc' ilr ' * '• «r'J', fallsbczeugungen mrsgezeichnet wurde: Am Sonntag darauf tyar d a m r t d a s K r n d r m ch r r st l i ch e n G l a üben aufwieder die Vorlesung des ehrw. Rcv. Hechler, Pfarrers der engl.- Botschaft«.,übcr Palästina bezw.. über die Stiftshallen, urid die.beiden. Tempel, welche ein grotzes Publikum' heranzog-und den. Saal .bis auf das'letzte Plätzchen füllte. Der gesch. Nöd'ner hat aus eigener Anschauung das heilige Land kennen gelernt, brachte viele interessantc Objekte zur Anschauung mit. '-' Durch geographische Karten^ und. gelilugeue. Illustrationen, .Photographien und Modelle wirrde der Vortrag erlcuitert'und paffend ergänzt, so das; alles den Worten, des Vortragenden bis zum letzten'Moment mit gespanntester Aufmerksamkeit' lauschte und vor ihren Augen das lebensvolle Bild der historischen. Vergangenheit dieser heiligen Stätten sich entrollte iuid. wohl auch im Gedächtnisse haften blieb. Der Dank der Zu- 'hörerschaft manifestierte sich in .rauschendem. Beifalle, der.von der .Pietät der Jriden für das gelobte' Land beredtes Zeugnis gab. dergasse 1, die Gcncralversammlnng mit dem Referate des Herrn Dr. S. Krenberger: „Die Chewra-Kadischa -Vecci11c in Wien" statt. Beginn 8 Uhr. Jargonvorna«eu. Der Arzt Dr. Hersch S i r o p in Neumai kt in Galizien kam vor längerer Zeit bei der gatizischen Statthalterei um Richtigstellung der Geburtsmatrik tu Neumarkt dahiu ei», daß sein dort eingetragener Vorname „Hersch" durch den Namen Hermann ersetzt werde. Die galiziiche Statthalterei und in zweiter Instanz das Ministerium des Innern wiesen das Gesuch ab, weil die Aenderung des Vornamens gesetzlich unzulässig sei. S i r o p ging an den Verwaltungsgerichtshof und begründete seine Beschwerde damit, er habe gar nicht um Aenderung seines Vornamens, sondern um Richtigstellung der Geburtsmatrik angesucht. Ein Vorname „Hersch"' exkstiere überhaupt nicht, könnt ihm daher nicht verliehen worden sein. „Hersch" sei nur die jüdisch-polnische D miniltivform des deutschen Namens Hermann und wurde als Rufname für Personen, die Hermann heißen, verwendet. Er ve. lange daher, daß der mit Unrecht als Vorname eingetragene Rufname in der Matrik berichtigt werde. Der Verwaltungsg-richtshof gab der Beschwerde statt und wies das Ministerium er, zu prüfen, ob „Hersch"' überhaupt ein Vorname sei. In dein neu erngeleiteten Verfahren wurde ein Rabbiner der Lembe^ger Kultusgemeinde als Sachverständiger" vernommen, der erklärte: „Hersch" sei die Jargonsorm des deutschen TiernamenS Hirsch; wenn sich Personen mit Namen „Hersch" im Deutschen Hermann oder Heinrich neunen, so geschehe das nur auf Grund der lautlichen Achnlichkeit. Das 'Ministerium des Innern wies auf Grund dieses Gutachtens das Gesuch neuerlich ab. Doktor Sirop b,achte neuerdings eine Beschwerde an den Verwaltungsgerichtehof ein, welche in der Verhandlung vom Sektionsrate Jeckey als Vertreter des Ministeriums des Innern bekämpft wurde. Der Verwaltungsgerichtshof unür Vorsitz seities Präsidenten Grafen Sch ön bo rn wies die Beschwerde ab, weil es dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei, die von ihm behauptete Jdent'tät der Namen „Hersch" und „Hermann" ilachzaweisen. : . , , , Die Eröffnung des „Jüdischen Bildungsheimes" erfolgt ivegen der Adaptiernngen erst am 3. Dezember 1903 im neuen Lokale: 14. Bezirk, Mmannstratze 31 (Kauerhof 10 a). Olmütz. Den ersten in der Reihe der Vorträge, welche auf Antrag der Bibliothekskonnnission unserer'Gemeinde in diesem Winter veranstaltet weichen, hielt heute Herr Dr. E. -M.: Proßnitz, Rabbiner in Mähr.-Schönberg, über^ das Thenia „Rückblick und. Aus-- blick im-Judentum der Gegenwart". In fesselnder Weise gab-'der Redner eine Charakteristik der bedeuteiiden jüdischen Männer, des letzten Jahrhimderts von Rappaport bis David Kaufmann mid ' schilderte Mit warmer Vegeisternng deren Bedeutung und Einflnh auf das kiiltnrelle Leben des Judentmns. Der Vortrag wurde mH ungeteiltem Beifall aufgenormnen. .i Schlän. (A m ts j u b i l ä um ). llnserverdienstvoller Mntor, 'Herr Leop. Blum, feierte am 14: d. M.' dasFJuhilämn senier' 25jährrgen Amtstätigkeit in., unserer' Kültusgemeiiide. ' Diese Feier).. im christlichen Glauben aufe rz o g e n 1v e r d ey kön ne. Und da zweifle jemand noch qn ber jüdischen Mutterliebe. Dr. Spiegler ist sehr liebenswürdig, er stellt mir den eben erngetretenen Dr. Johann A u s p i.tz i r, Sekretär des Jndüstriell'eiiverbandes und..Missionärs für die „Lps. von R-om"-(Bewegung,vox.- Man höre:Dr.Anspitzer mht nicht auf.den Lorbcern ans, die er sich durch den Verkauf der «Deutschen Zeitung" an Dr.'Wähncr ertvorben hat. Er ist seitdem Protestant geworden ilnd hält ts.für. seine.erste' Aufgabe, neben der pflichtgemäßen Verteidigung der. Interessen der-Fabrikanten« unter seiner Familie und iinter^den bekannten jüdischen Advokaten und Fabrikmiten Prose ly teil für die „Los von Rom "-Bewegung zu machen. Der Prote stantismus ist doch so '„f r e i s i n n i g". Und solche Spiegler und Äilspitze'r gibt es zu Dutzenden- So sehen die Wiener jüdischen Patrizier ans; der G ro tz v a te r o rt h od ox, d e r S-o h n ko'n'se s s i o iislos und d er Enkel getauftl Jüdische Toynbee-Halle, Wien, 20. Bez., Karajangaffe 20. Samstag, 21. November. Konzert. Sonntag, 22. Noveinber. Vorlesittig nnd Konzert. Montag, 23. November. I. Aschkenas: „Ein Mahnwort an das moderne Judentum". Dieiistag, 24- Noveniber. Diskilssionsabend: „Was und wie solleil wir lesen? 3". Mittwoch, 20..November. Dr. S. Werner: «Psiege und Ernäbnuig der Kinder".. Donnerstag, 26. Noveinber. Sekr. F.uchs gelb) „lieber Völkswohnungen". Freitag, 27. Novenwer. Dr. Ä o fe ii m a n u: Bibelvortrag. Samstag, 28. November. Kon zeA lind Rezitationen. Montag, 23. Noventber, wird Herr Dr. Jvf f I e i;» s a l e m ztvischen 6 und 7 Uhr abends die erste juristische Koilsullluimlsstunde im Lokale der Toynbee-Halle abhalten.. Au . meldnnge"n zu Vorträgen Iverden erbeteii an Herrii Dr. Siemn. Werner, 9. Bez.« Nutzdorferstratze 16. Berein Jüdischer Handelsangestellter. Vereinslokal Cafe Weis;, 2. Bez., Ste'phaniestraße 8. Dienstag, den 24. Novenwer, Bors rag des Koll. Wassermann: „Jüdische Geschichte". ' Beginn präzise halb 9 Uhr abends. Es wird ersucht, pünktlich zu a')d,d)Kn- Gäste willkommen. Lii. (llcselligkeitsverein jüd. Mädchen „Moria". Samstcy; den 14. b. M. hat der Mädchenverein „Moria" gemeinsanr mit den'zionistischen Frauen- und Mädcheiweceinen einen Vortragsabend D-eranstaltet, Frau Dr. Sidonie Kahn, Präsideutin des ersten Zionistischen Franenvereines, hieß die überaus zahlreich versammelten Gäste wsllkonilnen und erteilte der Referentin des Abends, Frau Rosa Fc'igeiibäilm, das Wort. Die Rednerin entrollte in fesselnder Weise das Bild 'des 6. ZionistenkongresseS uiid schilderte die Vorgänge; ber Ve rhaiidlungstage. Mit atemloser Spaniiung lauschte das Publikum den vortrefflichen Ausführungeu, speziell als Neduerin mit pockendci'. Worten des Kischenewer Blutbades gedachte und auf die hi'fOT, hoffnungslosen Zustände des Ostens hiuwies. Mit beredten Worten begrüßte sic -das Ostafrikaprojekt, als sichern Rettungsanker für unsere iliiglücklichen Glanbensbrnder, bevor ihnen das ersehnte. Land der Väter erschlossen wird. Neferentin besprach ferner eingehend die Bedeutung des Nationalfondö und brachte die neue Aureguiig, Nationalfoiidsbüchsen zur Sammlung der Gelder in jüdischeü Familien nnterzubringen. Diese Anregung wurde mit ftürnlischem Beifall aufgenommen. Als dann die Präsidcutiil des Mädchenvereincs „Moria", Frl. Berta Herrmann, der Nednerin mit herzlickjc'n Worten für den ausgezeichneten Vortrag dankte und begeistert die Frauen uiid Mädchen zur eifrigen Betätigung aufforderte, zeichneten ausnahmslos die Anivefenden ihre Namen zur Hilfövereitt für die «otleidende jüdische Bevölker««g itt, EKslizieu. . (Wien, I.. Tuchlauben 17 ) Donnerstag, den. 26.. November l. I., 7 Uhr abends, findet im großen Saale des Hotel Gütb, ll., Kleine Sperlgasse 2, die Jahresversammlung der Wiener Ortsgruppen des „Hilsövereines für die notleidende jüdische Bevölkerungin Galizien" statt. Tagesordnung: 1. Bericht über die BereinStätigkeit. 2. Neuwahl der Vorstandsmilglieder. 3. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. Gäste, sowohl Damen als Herren, sind willkommen. Bsrei« für unentgeltliche» Arbeitsnachweis Wien, 11./1., Taborstra^e 59. Samstag, 21. November, 7 Uhr abeuds, findet im Lesesaal« des Kaufmännische'' Vereines. I. Jobannesgasse 4, die ordentliche Generalversammlung statt. Am 10. Marcheschwan (31. Oktober) veranstaltete der Arbeits-Auöschust der zion. akad. Korporationen WierrS (Bar Giora, Bar Kochba, Erez Israel, Leo Pinsker, Theologia, Bereinigung zion. Hochschü'ler) im großen Saale des Restaurant Guth einen von 300 Personen, meist Studenten besuchten Diskilssionsabend mit dem Thema: Der Zionismus und das Ostafrikaprojekt. Nach Begrüßung des Distrikts-Komitees, der Vereine und Verbiiidungen und Verlesung des Entschuldigimgsschreibeiis unseres Führers Dr. Herzl aus Edlach, referierten die Herren Dr. Marek Scherlag und Dr. E. M. Zweig. Ersterer für das Ostafrikaprojekt; gegen dasselbe Herr Dr. E. M. Zweig. Der Proredner wies in überzeugender Weise auf die Nottveudigkeit einer Judenauswanderiing hin lind milderte sichtlich die Stimmung der „Neinsager". Ostasxika dürfe man nicht ausschlagen, das jüdische Volk, däs sonst nn Golus verkomme,, sei uns teurer als Palästina. Nicht minder trefflich trat der 5d)ntrarediier Herr Dr. E. M. Ziveig diesen Aiisführungen eiitgegen uiid versuchte nachznweisen, daß die Jilden nur dann ein Volk bleiben und einen Staat gründen könnten, wenn sie unentwegt, allen Leiden trutzend, ihlvm Ideale treu bleibep toürden. Die hierauf eröffnete Debatte war sehr lebhaft. Es sprachen ebensoviele Proals Kontraredner. Der Abend mußte tvegeu vorgerückter Nachtstunde ge- 'chlosseii Iverden. Die Stimrnung war geteilt, für das Ostafrikaprojekt aber im allgemeinen nicht gerade ungünstig. Der Arbeits- Ausschuß behielt sich vor, einen ztveiten Abend mit demselben Thema zu veranstalten. Ossi. Einzelver'ein „FünfhauS" des „Ziog". Mittwoch den 26. November 1903 findet in I. Hirschs Nöstauratioir, 14. Bezirk, Schlven- .Letzterer' feierte, den Jubilar'in drner? herzlichen-Ansprache; während des festlichen Gottesdienstes, toies auf die -vieleii ^.Verdienste atm Hebuiig des Gottesdienstes hin«, welche, der .Gefeierte sich stets, erworben; auf seine treue Und''gewissenhafte Pflichterfüllung'^' die 7-KN,. -Jubilaräuszeichnen^ -liiib seinen Namen auch übev die 'GresizrÜ unserer Gemeinde bekannt 'machteii. Der Vorstand-überreichte eine geschmackvolle Adresse-liebst einer Ehrengabe, auch der. Frauerwerein überreichte eine solche, die Beerdiguligsbrüderschaft übergab das. Diplom eines Ehrenmitgliedes und das .Chorpersonal ein Geschenk - nebst Widmung' zu» Erinnerung. Auch die. vielen mündlichen^ schriftlichen und telegraphischen -Glückwünschewelche dieser Tag -'dem Herrn-.Kantor von nah und ferne brachte, trilgen zur Hebung der.. Fejwe bei, die noch lange nachhallen wird.»^ Dex; ^Allgütige.,rnöge. unserii loackern Funktionär noch viele Jahre in.-ungetrübter Hrcrft uno- Frische wie bisher seinem heiligen Amte erhalten,'" ärrf daß an ihm das Wort der Schrift sich -bewahrheite:'-das fünfzigste Jahr-sei ein Jubeljahr. - . ■ st, Der Zentralverein zur Pflege jüdischer Ängelegenheiten in Prag hielt Sonntag nachmittags um 3 Uhr im Saale der deutschen ' Handelsakademie seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Herr Siegfried Liebers gab zu Beginn iiamens des abwesenden Obmannes Hern: kais. Rates Falköwicz bekannt,' daß der Handwerkerabteilung des Vereines durch letztwillige. Verfügiilig ' des. in der Vorivoche dahingeschiedeneii Privaten Herrn'Ignaz Rosenberg in Prag der Betrag von 8000 K. .zugefallen sei.. Herr JUDr. Theodor Weltsch erstattete sodann den Geschäftsbericht,..der das. Ge-- . deihen der einzelnen Vereinssektionen fcststellt. Mit besonderer An- . erkennung gedenkt der Bericht der Vorträge Geheinirät Prof. Dr. Cohens- Doz.-Dr. Herzogs und JUDr. N. L. Kvhuers. Der Kassa- - bericht, den Herr I.. Glücksmcmn. erstattete, zeigte, daß. das Ber- . einsjahr trotz der relativ ungünstigen Verhältnisse. befriedigend schloß. Alle Berichte, auch der des Herrn Liebers über die Haiidwerkerfektion und der Frau Julie Leipen über die Sektion zur Heranbildung von Krankenpslegerinneii wurden' ge liehnügt. Inden Ausschuß wurden gewählt die Herren: K. Rat LudlM Black (Brür)> Kärl Eisler, Jakob Fischl, Wilhelm Heller, Wilhelm Karpeles, MUDr. Leopold Kramer, Siegfried Liebers, . Jakob Mauthner, Richard Petschek, JUDr. Heinrich Rosenbaum, 'Leopold Schmied, Her,na,in Schütz, MUDr. Taußig, David Troller, Gottfried Weltsch; als Ersatzmänner die Herren: Jg. Baier.. Philipp Herschmann (Beneschau), K. R. S. Landesmann, Karl .Pgalitzer.und Rabb. Leopold Thorsch (Schlau); zu Revisoren die Herren; Karl Flmnmerschein, Jg. Karpeles, Sigmund Springer,'Michael Wien. Das Vx-kutivk»mitee des Ungarischen isr. Handwerks- «nd Ackerbauvereins hielt am ll.d.M. unter dem Vorsitze de- Vizepräsidenten Ludwig Adler eine Aufnahmssitzung. Zur Komplrtierung des mit 300 festgesetzten Standes der Handwerkszöglinge waren 50 Plötze zu besetzen, für die sich 115 Bewerber meldeten, arme verwaiste und verlassene Knaben,'die vom Verei« bereits in Werkstätten nntergebracht wurden nnd nach vollendeter Probezeit ihrer Aufnahme zu Vereinszöglingen harrten. Das Komitee, in welchem die anwesenden Mitglieder des Damen-Ausschnfles als beredte Fürsprecherinnen fungierten, hatte eine schwierige Aufgabe zu ersiillen, indem eö mit Rücksicht auf das Bereinsbudget und auf daS vorjährige Defizit eine strenge Auswahl treffen mußte. Demgemäß wurden von 115 Bewerbern 70 zu Vereinszöglingen aufgenommen, 45 mußten jedoch wegen Mangels an Mitteln zurückgewiesen werden. Mit diesen Neuanfgenommenen hat der Berein gegenwärtig 320 Handweikszöglinge, 20 Gewerbeschule-

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