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Jüdisches Volksblatt · 1903-11-13 · 46 (13.11.1903) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
46 (13.11.1903)
Date
1903-11-13
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Freitag Jüdisches Voiksblatt 13. November 1903 Nr. 46 lieber die Eignung oder Nichteignung Ostafrikas zur Kolonisierung wird die Expedition von Fachmännern entscheiden. Ich sagte es bereits, daß es Sache der „Jca" sein sollte Sind die Bedingungen zur Besiedlung in jeder Hinsicht günstg, mvge sie dort kolonisieren; ihr Werk wird Anerkennung finden. Möchten nur die Zionisten diesen Plan so früh almöglich von sich abschütteln, denn uns geht er gar nichts an. Die Autonomie, derentwillen wir den Ostafrikaplan aufgegriffen haben, besteht auch in Argentinien. Es dürfen dort die Kolonisten ihr eigenes Oberhaupt, ihren Richter in jeder Kolonie wählen; jede derselben hat ihre Polizei, die zwar von der Regierung eingesetzt wird, aber, wie in Frankreich, der Ortsbehörde untersteht. Außerdem können mehrere Kolonien sich eine gemeinsame Leitung wählen und ein g eschlossenes Gemeinwesen bilden. In Brasilien haben die Deutschen ihr besonderes Gemeinwesen in St. Paolo; wäre die Mehrheit eines solchen Gemeinwesens jüdisch, so wäre es gewiß ein jüdisches, ohne jede Gunst und besondere Bewilligung. Würden sich die Juden auf unbevölkerten Flecken Amerikas niederlassen und eine beträchtliche Bevölkerungsstärke erreichen, so würden sie ein Territorium, in der Folge auch ein Gemeinwesen besitzen, das sie autonom verwalten könnten. Würde überhaupt bei uns eine „autonome Tendenz" herrschen, der Wille und der Wunsch und das Bestreben, Herren im eigenen Hause und nicht Schnorrer in der Fremde zu sein, so hätten wir längst mehr als eine Autonomie. Aber diese Lust ist bei uns nicht vorhanden, da unser nationales Bewußtsein stumpf, unser nationaler Lebensinhalt auf ein Minimum herabgesunken ist — besonders, wo es sich um fremde Länder handelt! Wozu denn auch? fragen die Juden, sowohl die frommen, wie die freidenkenden. In New-Jersey gibt es eine beträchtliche jüdische Bevölkerung. Wären es unsere Juden, jüdischnationale, so würden sie, ohne von der Regierung gehindert zu werden, ihrer Verwaltung eine jüdischnationale Form aufprägen können. Wir haben aber leider keine Juden, die dies als notwendig erachten. Und deshalb wiederhole ich es aufs nachdrücklichste: Was Z a n g w i l l sagte, die Agrikultur, nicht die Kultur sei das Wichtigste, ist ein bloßer Kalauer. In Wirklichkeit kommt es auf die Kultur an. Ich möchte mich nicht in Diskussionen emlassen, die hier nicht am Platze wären. Ich verweise nur auf eine Tatsache. Die Möglichkeit einer Autonomie gibt es für die Juden auch in Argentinien. Was in Ostafrika in Aussicht gestellt wurde, es besteht bereits in Argentinien. Wozu nun die Freude über etwas Fernliegendes, weil es neu ist? Auch in Kanada ist es nach den herrschenden Gesetzen möglich, freie autonome Verwaltung zu erlangen. Viel leichter noch i n A u st r a l i e n. Der anziehende Ton in dem Anerbietungsschreiben der englischen Regierung ist verflogen und ins unendliche verblaßt -infolge der Kommentare, die die , Times" hinzugefügt hat. Sie beeilte sich zu erklären, daß die Autonomie nur eine innere sein werde. Es ist wahr, auch die Juden, zumindest manche Juden haben zu dieser Kommentierung beigetragen. Ich meine nämlich den Juden Lucien Wolf, der sich hervordrängte und sich verwahrte: „Wir wollen nicht wieder einen Staat gründen, sondern Toleranz genießen". Aber mit solchen Juden müssen wir stets rechnen, solche wird es immer geben. Sehen wir also beim oftafrikanischen Vorschlag von der .Autonomie ab — dann bleibt ein Plan zu einer sehr fernen exotischen Kolonisation. Auf einen solchen Plan kann man weder mit „Ja" noch mit „Nein" antworten. Es ist dies ein Zwischenfall, eine Episode innerhalb der zionistischen Bewegung. Nicht allein, daß es nicht Zionismus ist, ■ e S.i ft nicht einmal ein „I u d e n st a at". Jedenfalls nicht mehr Juden st aat als Argentinien mit seiner Autonomie.! # i Die s neuen brasilianischen Kolonien der „Jca". Bekanntlich hat das Pariser Komitee der „Jca" vor einiger Zeit den gewesenen Administrator einiger argentinischer Kolonien Herrn Lapin nach Brasilien entsendet, um dort die Bedingungen für eine erfolgreiche i Kolonisation zu studieren. Herr Lapin hat nun seine ' Forschungsreise beendet und dem Komitee ein ausführi liches Projekt für die Ansiedlung hauptsächlich russischer - Juden in der Provinz Rio Grande de Sol vori gelegt. Diese Kolonisation soll sich hauptsächlich durch i ihre Billigkeit von den bisherigen Kolonisationssystemen auszeichnen und soll auch auf die Selbständigkeit der Kolonisten großes Gewicht gelegt werden. Zunächst wird j die Ansiedlung solcher Personen beabsichtigl, welche sich - schon mit Erdarbeiten beschäftigt haben. Jeder Kolonist , erhält 25 ha Land und die erforderlichen Gerätschaften. Für all dies haben die Kolonisten, wie „Woschod" meldet, j nicht mehr als 2000 Franks zu bezahlen, welche in - 40 Jahren rückzahlbar sind. Zum Chefadministrator für , diese Kolonie ist Herr Lapin ausersehen. In der Proj vinz, wo diese neue jüdische Kolonie gegründet werden , soll, befindet sich schon eine Anzahl Kolonien, hauptsächlich; italienische, welche mit Hilfe der brasilianischen Negierung; ins Leben gerufen wurden und heute schon ganz selbst- - ständig sind. Die Kolonisation der Juden soll schon im , nächsten Frühling in Angriff genommen werden. < ch : Die Bemühungen der oftafrikanischenenglischen J Behörden zur Kolonisierung Oftafrikas. , Den amtlichen Mitteilungen über das ostafrikaiilsche 1 Schutzgebiet liegt folgende Kandmachung bei:! Das offizielle Organ des Schutzgebietes gibt hiemit , knnd, daß bis ans weiteres freie Landftücke vergeben werden. Diese Landstücke sind außerhalb der Eisenbahnzone (das heißt je eine Meile zu beiden Seiten der Eisenbahnlinie), und zwar in denjenigen Teilen der Provinzen Seyidie, Ukamba, Neivasha und Kisumu, die zwischen der 19. und 274. Meile (Mazeras und Machakvs Road) und der 473. und 534. Meile (Elburgon und Fort Ternan) gelegen sind. , Die Eisenbahnlinie zieht sich von Mombasa längs des Indischen Ozeans bis zum Viktoriasee, einer der Quellen des Nil, und die Meilenzisfern bedeuten die Entfernung von der Küste. Die Landstücke, die für Ackerbau und sonstige Bearbei-! tung vergeben werden, übersteigen nicht 640 Acres, aber Sr. Majestät Kommissioner (Negierungskommissär) ist bereit, noch größere Landflächen innerhalb der obenerwähnten Grenzen für Weideexperimente um eine nominelle Rente für die ersten zehn Jahre zu überlaffen. Wenn es dem Inhaber des freigewährten Landes nach drei Jahren nicht gelingt, zur vollen Zufriedenheit des Landesbeamten das Land zu bebauen oder sonst nutzbar zu machen, so fällt es an die Regierung zurück. Die Bewerber haben Aufsichtstaxen zu entrichten. Wenn auch die Regierung keine Verantwortung übernehmen will, wenn sie einige Teile des Landes besonders empfiehlt, so möchte sie doch die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf die Nachbargebiete der Distrikte lenken, wo Land frei vergeben wird: die Teitahügel, Ndi, Mtito, Anbei, Makindi, Simba, Sultan Hamud und das Mau Escarpment. Die Distrikte, in denen die Ländereien angeboten werden, sind längs der Ugandabahn, eine Meile und etwas mehr von der Bahnlinie entfernt, gelegen. Die Höhe schwankt zwischen 550 und 9000 Fuß mit den entsprechenden Temperaturveränderungen. In den niedrigeren Höhen ist das Klima tropisch, aber nicht allzu heiß; in der Höhe von 5000 Fuß können Weiße ebenso gut wie in Europa leben. Europäische Pflanzen vorzüglicher Qualität wachsen in Fülle und es gibt Strecken, die für Vieh — namentlich für Schafzucht — außerordentlich geeignet sind. In den Gegenden des Schutzgebietes, die in der Kundmachung nicht verzeichnet sind, wird kein Land vergeben, aber man kann außerhalb der Eisenbahnzone Boden kaufen, und zwar zu zwei (2) Rupien (2 Sh. 8 d. 3 Kr. 20 h.) ein Acre und es werden Maßregeln getroffen, um Leuten mit mäßigen Geldmitteln den Erwerb von Ackerboden bis zum Ausmaße van 640 Acres mit einer Zahlungsfrist von 16 (sechzehn) Jahren zu ermöglichen. Der Bodenpreis beträgt für 100 (hundert) Acres gewöhnlich 15 (fünfzehn) Rupien (1 Pfund St.); der Boden, der nur für Weide oder für Zebra und Strauß tauglich ist, kommt viel billiger zu stehen. Die Hauptprodukte des Ostafrika-Schutzgebietes sind! Federhard (Gummi elasticum), Copra, Pflanzenfaser, Rizinusöl, Sim-Sim, Kopalharz, Bauholz, Mais; die Kultivierung von Kaffee, Baumwolle, Tabak und europäischen Pflanzen wurde mit Erfolg begonnen, auch besteht bereits eine wachsende Ausfuhr von Kartoffeln nach Durban. Die wichtigsten Dampferlinien nach Ostafrika sind: die British-Jndialinie (Messrs. Gray, Dawes und Co. 23 Great Winchester Street, London E. C.) mit zweimonatlichem Dienst, und zwar geht ein Schiff direkt, das andere nach Aden, wo umgestiegen werden muß, die Messageries Francaises - mit monatlichem Verkehr von Marseille aus. die Deutsch-Ostasrikalinie mit zweimonatlichem Verkehr von Neapel oder Marseille aus, der Oesterreichrsche Lloyd gelegentlich von Triest aus. Die British-Jndialinie und die deutschen Linien haben einen monatlichen Verkehr zwischen Mombasa und Bombay. Zwischen Mombasa und den südafrikanischen Häfen hat die British- Jndialinie einen monatlichen und die Deutsch-Oftafrikalinie einen zweimonatlichen Verkehr. Messrs. Gray, Dawes sind bereit, wirklichen Ansiedlern Erleichterungen anzubieten, um Lebensmittel zu exportieren. Weitere Informationell sind in den „Allgemeinen Informationen des Ostasrika-Schutzgebietes" nachznsehen, die von dem „Emigrants Jnformations Office" 31 Broadway, Westminister, London SW., um den Preis von 6 d, erhältlich sind. Gezeichnet: C. Eliot, Sr. Majestät Kommissioner. * Liebau. Der „Lib. List." meldet, daß die Auswanderung der Juden, die durch die jüdischen Feiertage zeitweilig unterbrochen war, nun wieder bedeutend zugenonnuen hat. Am 10. Oktober verließen das Laud per Dampfer „Wiking", bei Vermittlung des Kontors von Knie Falki u. Co. wieder über 100 Hebräer. Die Reise geht über London nach Nordamerika. * Die Gisenbahngarantieu iw der Türkei. Mail schreibt uns alls Konstantinvpel: Die den Eisenbahnen in der Türkei staatlich garantierten kilvmetrischen Jahresbruttveiu-- n ah men silld bekanntlich fast durchwegs durch Verpfändulig der Zehentsielier in den von der betreffenden Eisenbahnlinie durchschnittenen Sandscbaks (Bezirke») sichergestetlt, die von der Delle Publique verwaltet werden. Die das Land seit nahezu di ei Vierteljahren beunruhigenden Ereignisse in Mazedonien und ili dem Vilajet von Adriauopcl mußteil naturgemäß auch eine Nückivirkulig auf die entfernter gelegenen kleinasiatischeu Bilajets schon ans l>em Grunde haben, weil ein großer Teil der Arbeiterklasse angehörigen inälmlichen Bevölkerung zu den Fahnen gerufelr war mib bei der Bestellung der Ernte im Sommer 1903 auf diese Weise eine naluhafte Lücke in ben der Arbeitskräften entstehen mußte. Man konnte daher wohl mit Recht befürchten, daß auch in deil Zehentsterlern Ausfälle eintreten mürben. Interessant sind datier in dieseni Augenblicke die offiziellen, in dieser Richtung g, pflogen,'» Erhcbungen, die nicht nur feinen Aue fall in den zur Deckung der kilvmetrischen Garantien verpfändetcu Zehente» im Jahre 1903 gegen das Vorjahr, sondern vielmehr noch ein ganz bedeutendes Plus, gegen 1902 ergeben haben. Nachstehende vergleichende Uebersicht des ErgebnisieS der an die einzelnen mit Kilometergarantie ausgestatteten Eisenbahnen in der Türkei verpfändeten Zehenten in den Jahren 1903 und 1902 zeigt die verhältnismäßig bedeutende Mehreinnahme im Jahre 1903, ein Zeichen der besonders guten diesjährigen Ernte: Eisenbahucn Zehenten 1903 Zehenten 1002 Plus 1003 Wert in türkischen Pfnnd Saidar-Pascha-Angora-Konia . . 353.317 305.168 -j- 48.149 alomchi-Monastir. 186.048 154.394 -j- 31.654 Jonction Salonichi-Konstantinopel 172.689 148.554 -j- 24.135 Smyrna-Cassaba et Prolongement 278.840 219.627 -\- 59.213 Summe . . 990.894 827.743 -j- 163 151 Die Steigerung ist eine gleichmäßige und auch in den mazedonischen Teilen des Reiches bedeutend. Chronik » Inland. Jüdischer Bolksverei«. Mittwoch, den 18. November, abends 8 Uhr, findet im Festsaale des „Jüdischen Volksvereins", II. Leopoldsgaffe 49, ein Vortrag statt. Referent: Herr Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Richard Preßburger. Thema: „Der Jude vor Gericht." Gäste, auch Damen, willkommen! Gedenktage. November. 9. 1801 st. in Budapest Sim. Bacher, Dichter und llebersetzer. 10. 1089 st. iir Lemberg N. David Lida. 1810 geb. irr Unsleben Laz. Adler, Nabb. 1826 geb. in Breslau Dr. I. Hamburger, Landrabbiner v. Meckl.-Strelitz (Encyklvp.). 1833 geb. in Gr.-Strelitz Dr. Ed. Jacobsohn, Lustspieldichter. 1838 st. i. Prag Peter Beer, päd. Reform-Schriftft. 1848 geb. in Mindczent Dr. Ad. Kohrrt, Schriftsteller. 11. 1330 st. i. Toledo Jehnda abcn Simra. 1558 st. i. Lublin N. Schalom Schechna. 1803 ft. i. Hamburg Nabb. Naph. Cohn, Gabr. Niehers Großvater. 1823 st. Hirsch Katzenellenbogen. 1848 geb. in Loschitz Dr. Gusc. Karpeles. 1891 st. i. Budapest Ignatz Hirschler, der erste Jude i. ung. Magnatenh. 12. 1778 st. i. Hamburg Lob Simdel Pfersche (Lescheni sebach). 1797 ft. i. Grodno Arzt Jehnda Hurtvitz halebi. 1819 geb. in Alt-Strelitz Prof. Dan. Sanders, German, und Lexikograph. 1865 st. i. Kalisch Nabb. Hirsch Chajes. 13. 1550 st. i. England Paul Fagius, Uebers. u. Herausg. hebr. Sehr. 1001 st. i. Venedig Avigdor Cividal. 1079 ft. d. Jesuiten-Zögling Thomas de Pinedo, der öffentl. d. Indent, in Holland bekannte. 14. 1842 st. i. Karlsruhe Prediger Elias Millstätter. 15. 1807 st. i. Colmar Nabb. Sal. Klein (hebr. Grammatik und franz. Predigten). 1808 st. James v. Rothschild. 1882 st. in Brünn Nabb. Tan. Ehrmann. Aus der Plenarsitzung des Kultusvorstandes vom 18. November 1903 unter dem Vorsitze des 1. Vizepräsidenten Herrn Dr. Alfred Stern (in Abwesenheit des wegen Unwohlseins verhinderten Präsidenten Herrn knis. Rat Heinrich Klinger).. Beginn der Sitzung 10 Nhr vormittags. Im Einlaufe werden bekanntgegeben: An Spenden: Von Herrn August Bermann anläßlich des Ablebens seiner Mutter Flora Bermann für die Versorgungsanstält 500 Kr. Von Frau Amalie Nircnstein für das Attersversorgungs- und Siechenhaus der israelitischen Kultusgemcinde 50 Kr. Von Herrn Heinrich Wiedmann für daS Altersversorgmigshaus an Stelle eines Kranzes ans den Sarg des sel. Herrn Arthur Edlen von Mises 80 Kr. Von Frau Josefine Latzko für das Siechenhaus an Stelle eines Kranzes ans den Sarg des sel. Herrn Arthur Edlen von Mises 20 Kr. Von Herrn Julius Hellniann für die israelitische Armen- und Speise-Anstalt 20 Kr. Von G. Z. für die Juden in Kisrhenew 18 Kr. Von Herrn Eduard Gretsrh für dieArmenanstalt 5 Kr. Von Herrn Jakob rFaenkel ein silberner Kiduschbecher für den Währinger Gemeindetempel. Von Frau Hedwig Kohn^ Zeitschriften für dir Bibliothek der israelitischen Versorgungsanstalt. Bon L. Sclnnidhancro J-mral-Depot der Jgmander Bitterqnellen für die israelitische Versorgungs-Anstalt 50 Flaschen Jgmander Bitterquelle. Von Herrn Moriz Vrainmer für die Insassen der israelitischen Versorgungsanstält zum Simchas-Thora-Feste 15 Stück Kuchen. Entnahme der Sammelbüchsen im Stadttenipel: Für die Armenanstalt- 192,81 Kr. Für die Chewra-Kadischa 148,07 Kr. Für die Armen der österreichisch-ungarischen Gemeinden iin heiligen Lande 48,71 KT. Iin Einlaufe befindet sich weiters eine Inschrift des Herrn Adolf Rosenbanm mit dem Danke für die ihn, zum Ausdrucke gebrachte Teilnahme anläßlich des HinscheidenS seines Sohnes; desgleichen ein Dankschreiben der Frau Dr. Anton L ö w h für die 'Würdigung der Verdienste ihres verstorbenen Gatten seitens der Kultnsgemeinde. Im Präsidialberichte teilt Herr Vizepräsident Dr. Stern den Antrag des Vertrcterkollcgiinns mit, die Ersatzlvähl für den vereivigten Herrn Arthur Edlen von Mises in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied der israelitischen Kultusgemcinde erst gleichzeitig mit den nächsten Neuwahlen im Jahre 1904 vorzunehmen, dagegen die durch seinen Tod sreigewordene Stelle iin Vertreterkolleginin und in niehreren Kominissionen anläßlich der Nenkonstitniermig des Knltnsvorstandes im Jänner 1904 zu besetzen. Dem Anträge des Vertretertolleginms lvird zngesliinint. Weilers weist der Vorsitzende daraus hin, das; im März des Jahres 1904 ein Jahrluindert seit der Geburt des Altmeisters Professor S n l z e r verflossen sein werde uiid das; aus diesem Aulasse eine Feiitenarfeier geplaiit sei. Die von dem zu diesem Zlvecke bestellte» Komitee gestellten Anträge werden nach Beratung durch das Vertreterkollegium der Plenarversammliing zur Beschluszfassmig vorgelegt iverden. Der Borsitiende bringt des weiteren in Erinnerung, das? der K'ttttllsvorstand seinerzeit in Angelegenheit der Ausschreibung der Oberlehrerstelle in der Schule 2., Untere Angartenstrnsre, eine Eingabe an die Behörde nach der Nicht»»« überreicht habe, das? im Si»»e des Gesetzes für diese Stelle, der Majorität der Schüler entsprechend, seitens der Petente» die Befähigung zur Erteilung des israelitische» Neligionsnnterrichtes z» verlange» sei. Es könne nun konstatiert werden, das? sowohl für diese Schulleiterstelle, wie auch für die Stelle eines Direktors an der Knnben-Bürgerschnle 2. Bez., Schwarzingvrgnsse, der Konkurs entsprechend der Majorität der Schüler in, Sinne des (Gesetzes von den Petenten die Beftthignug zur Erteilung des israelitischen Neligionsunterrichtes verlangt. Des ferneren macht der Vorsitzende Mitteilung von der am 20. Oktober 1903 durch Herrn kais. Rat Hirsch vorgenommenen Kasin-Stotriermig, bei welcher die ordentliche Kussngebarnng konstatiert wurde. Endlich gibt der Vorsitzende einen Bericht über die Einnahmen der Gemeinde bis zum 31. Oktober 1903 unter Vergleich mit den diesbezüglichen Ziffern des Vorjahres in der gleichen Periode. lieber Antrag des Vertreterkollegimns lvird emstiinmig beschlossen, den bisherigen Vertreter der israelitischen Konfession^ im Landesschulrate, Herr» Vizepräsidenten Dr. Gustav K o h n. neuerlich für die Periode 190 1.19 10 behufs Ernennung in Vorschlag ,;» bringe».

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