Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 46 (13.11.1903)
- Date
- 1903-11-13
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 46 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 13. November 1903 Leite 3 Lehrer gestattet, auf die jüdischen Kinder jüdischaational ein« zuwirken. Die Schritte, welche die „N. J. Gz." gegen den „L. L. V." einleiten will, erscheinen gleich im ersten Augenblicke älS unsinnig. Weder die Prager Kultüsgemeinderepräsentanz noch die LandeSjuVtvschaft und der Äemeindebund und in letzter Linie der Landesschulrat haben eine Jngerenz aus den Landes« lehrerverein. (&8 ist eben nur ein Verein, der bloß den politischen Behörden gegenüber verantwortlich ist und da es in den Inten« tionen des Vereines liegt, zur Hebung doS jüdischen Bewußtseindeizutragen, kann in dem Beschluffe des „L. L. V." nichts ungesetzliches erblickt werden. Gerade so, wie der deutsche Lehrerverein dem deutschen Böhmerwaldbunde und der tschechische der „Närodnl Jednota Soverofceßlcä" al§ Mitglied beitreten darf, darf auch der Israelitische Landeslehrerverein sich einer jüdischen Korporation anschließen. Unsere Hoffnung ist es, daß der Landeslehrerverein trotz aller Anfeindungen unbeirrt zur Hebung der jüdischnationalen Idee beitragen wird! Der versprochenen Agitation gegen den Zionismus von Seiten der „ET. J. Cz." sehen wir recht gerne entgegen, Wenigstens werden wir wieder einmal Gelegenheit haben uns mit den Leitern der tschechischen Assimilationsbewegung offen auszusprechen und ihnen die Haltlosigkeit ihrer Behauptungen nachzu« weisen! Bei Philippi sehen wir uns wieder! Elyohu ben Awrohom Sew. Budapester Univerfitätsbrief. (Orrg.-Korr. des „I. V.") Budapest, den 9. Oktober 1963. „Klerikale Umtriebe auf der Universität" bildet bereits die stehende Rubrik in einem Teile der Härlptstädtischen, liberalen Presse. Allerdings gibt es noch viele Zeitungen, die durch Verschweigen die Tatsache aus der Welt zu schaffen glauben, das; an der Budapester Universität die klerikal-christlichsozialerl Studenten die entscheidende Majorität bilden. Unter der Leitung der Skt. Emerich-Gesellschaft stehend, haben die Christlichsozialeu bei den letzten Wahlen im Juristenverein, der unter dem Patronate des Professorenkollegiums stehenden wichtigsten Universitätskorporation, trotz der vielen jüdischen Mitglieder einen entscheidenden Sieg gewonnen. Jetzt wollen sie aber mich zeigen, das; sie tatsächlich die Herren an der Universität sind und bereits zum zweitemNale ereigneten sich während den Stunden Dr. Negyessy Laszlo von den Christlichsozialen provozierte lärmende Szenen, mit Angriffen gegen die Sozialisten und — Juden. Der gestrige „Magyar Szo", das Organ des gewesenen Ministerpräsidenten Baron Banffh und der üugarländischen Protestanten, bringt über die Vorgänge am letzten Freitag ausführlichen Bericht. „Ungarn ist ein christlicher Staat I" „Die Juden sind keine Ungarn!" „Der Boden brennt den Juden bereits unter den Füßen!" Solche und ähnliche Rufe durchschwirrten die Luft und die Sozialisten, das heißt die Juden mußten den Saal verlassen. Die jüdischen Studenten sind trotz dieser gefährlichen Situation nicht organsiert. Ein großer Teil gerat, in der Absicht die Bestrebungen der Klerikalen abzuivchren, irr das sozialistische Lager, dessen Gros unter der Studentenschaft bereits die Juden bilden und es entsteht so die für beide Teile äußerst verderbliche Identifizierung des Sozialismus mit dein Judentume. Die eigentliche jüdische Bewegung unter der Studentenschaft ist erst im Keime begriffenund es steht 31t hoffen, das; der eben in Gründrtzig befindliche Anschauungen als die überkommenen zu gewinnen, sie sind in der Regel überhaupt nicht von dem Althergekommenen abzubringen. Ihre Köpfe sind eben schon zu hart, als daß sie sich noch formen'und umbilden ließen. Die Jugend aber ist empfänglich für neue große Ideen, für alles Schöne und Erhabene, sie ist der Ton in der Hand des Künstlers, er kann ihn formen, er kann ihn bilden wie er will. Schon unser erster und größter Führer, Moses, mußte dies erfahren, er mußte einsehen lernen, daß die Alten, die in der Sklaverei, in der Knechtschaft und Unterdrückung ausgewachsen waren, für die Freiheit nicht zu brauchen seien, daß er aus Sklavenseelen nicht Herrenseelen. machen könne. Den Alten waren eben die Fleischtöpfe der Unterdrückung lieber als Vas Manna, jene Himmelsgabe, welche so schön die Freiheit und Selbständigkeit symbolisiert. Er mußte daher das alte Geschlecht aussterben lassen und warten, bis unter seiner Leitung und Erziehung ein neues starkes Geschleust herangewachsen war. Wir Zionisten, wir wollen die Zukunft unseres Volkes in einer bestimmten Weise gestalten, wir wollen vor allem, wie unser Führer so treffend sagte, „vor der Rückkehr ins Judenland die Rückkehr zum Judentum". Und da ist es wohl ein Hauptersordernis, die Jugend in jüdischem Sinne zu erziehen, Herz und Kopf unserer Kinder mit jüdischem Geist zu erfüllen, damit dann das jüdische Volk in seiner Gänze auch wirklich jüdisch sei. Doch was tun, um unsere Kinder jüdisch zu erziehen? Wie soll man das anfangen? Soll man sie in Bibel und Talmud unterrichten? Soll man sie dahin bringen, als Umgangssprache die hebrijische Sprache, die Sprache unserer Ahnen zu sprechen? Gewiß soll man sie die Bibel lehren, damit sie das Buch der Bücher, welches das Religivnsbuch aller zivilisierten Völker geworden ist, im Urtext kennen lernen; gewiß soll man sie auch hebräisch lehren, denn — jedem Volke seine Sprache. Aber das allein genügt nicht. Denn betreibt man den Unterricht nur schwach, dann werden die Kinder ihr Lebtag nichts erlernen, betreibt man ihn aber zu intensiv, dann werden sie viel zu früh dessen überdrüssig werden. Doch abgesehen davon ist noch Eines zu bedenken. Einer üus dem 18. Jahrhundert stammenden Sitte gemäß werden die Kinder reicher deutscher Elter» von französischen Gouvernanten erzogest, Diese Kinder sprechen, bevor sie noch die Muttersprache überhaupt kennen, ausschließlich französisch, während sie die deutsche Sprache erst im schulpflichtigen Alter erlernen. Sind nun diese Kinder, wenn sie herangewachsen sind, in ihrem Denken und Fühlen etwa Franzosen und nicht Deutsche? Vermag denn ein ' Tischktub zionistischer Hochschüler in Bälde einen wichtigen Zenträlpunkt des jüdischen, Stndentenwesens bilden tvird. Eine wichtige studentische Institution besteht dagegen bereits in Budapest, an der cs selbst in Wien noch entschieden mangelt. Der „Verein der ungarischen jüdischen Jugend" (Magyar zsido ifjak egycsülete), der, unter dem Präsidium des Religionsprofessors Dr. Weiß, bereits zwei Jahre besteht und zirka 200 jüdische Hochschüler als Mitglieder zählt, hat mit Anfang des heurigen Schuljahres eine „Jüdische Mensa academica" eröffnet. Das Unternehmen prosperiert über alle Erwartungen und durch eine, wenn auch bescheidene Subvention der Pester Religionsgemeinde, kann der Verein seinen Mitgliedern wirklich viel bieten. Für 20 kr. erhalten die Mitglieder eine vorzügliche, aus vier Gängen bestehende Mittagskost, streng rituell und mit der peinlichsteu Reinlichkeit bereitet. Trotz der kurzen Zeit speisen bereits zirka 70 Studenten dort und für den nächsten Monat haben bereits eine große Anzahl ihren Beitritt angemcldet. Echt jüdisches Leben herrscht in den Räumen und, ohne daß ein Zwang herrschte, essen die Meisten bedeckten Hauptes und verrichten das borgeschriebeue Tischgebet. Gar mancher wird durch das Beispiel der anderen auch selbstzum religiösen Tun angeeifert I Ein Studentenausschuß, an dessen Spitze der rührige und streng 'religiöse Professorskandidat Armin Bokor steht, leitet die ganze Arbeit der Mensa, während die Küche selbst dem bekannten, verläßlich jüdischen Restaurateur Goldstein überlassen ist. Nebenan befindet sich ein großer Lesesaal mit den wichtigsten Tages- und Wochenblättern sowie den jüdischen Zeitungen „Die Welt", „Jüdisches Bollsblatt", „Hamcliz" usw. Eine Bibliothek ist in Gründung begriffen. Wöchentlich mehreremale werden abends Vorträge von den Budapester Rabbinern und Katecheten über jüdische Thematal gehalien und der Vereinsvizepräses Raübinatskandidat Henrik Urbach sowie jur. Effenberg halten hebräische Sprachkurse nach der Berliz-Methode ab. Obwohl der Verein neutral ist, werden doch durch eifrige Diskussion jüdischer Zeit- und Streitfragen, durch Lektüre der Gesinnungsblätter dein zionistischen und jüdischnationalen Gedanken immer neue Anhänger unter den Vereinsmitgliedern gewonnen. Es wäre auch mit Rücksicht auf diese segensreiche Wirkung sehr tvünschensivert, luenu auch in Wien mit seinen Tausenden jüdischen Studenten eine solche Institution, ein neutrales Zentrum der gescnnmten jüdischenStudentenschaft gebildet würde. Der jüdische Gedanke, das religiöse Gefühl, die hebräische Sprache und Literatur würden ein Neues, festes Bollwerk im jüdischen Jung-Wien erhalten! Lavos Schick. Jüdische Kolginalsragen. Neues ans Jerusalem. Die Halbfeiertage des Laubhütteu« und PessachfesteS bilden hier die Saison für Versammlungen. So wurden auch während der letzten Sukkostage in Jerusalem verschiedene Versammlungen abgehalten. Das Zentralkomitee der Lehrer hielt mehrere Sitzungen, in welchen die Ausarbeitung eines einheitlichen Programmes für die Schulen einzelner Kolonien besprochen wurde. Dieses Programm muß jedoch als provisorisch betrachtet werden, da der Beschluß gefaßt wurde im Frühjahre eine Sitzung der Komitees sämtlicher Gelilim einzuberufen, um ein für alle jüdischen Schulen Jerusalems bindendes einheitliches Lehrprogramm festzu¬ Sprachenunterricht — und die Forderung, die Kinder sollen im Hebräisch-sprechen unterrichtet werden, gebt ja nur auf einen reinen Sprachenunterricht hinaus — vermag denn, frage ich, ein Sprachunterricht Einfluß zu nehmen auf das Fühlen und Denken des Kindes? Nie und nimmer. Die Erziehung eines Kindes besteht ja auch gar nicht und bestand nie nur im Sprachenunterricht. Bei jeder Erziehung muß doch vor allem auf die Ausbildung des Gemütes und auf die Erregung der Phantasie, insbesondere in den ersten Jahren, Gewicht gelegt werden. Gemüt uud Phantasie sind ja die Hauptsaktoren im ganzen psychischen Leben, sie sind es, die unser ganzes geistiges und seelffches Leben ausmachen! Sowohl die intclektuelle als auch die moralische Erziehung der Kinder beruht auf der Ausbildung des Gemütes und der Phantasie derselben. Wie geschieht dies nun? In den ersten Jahren durch die Erzählungen der Mutter, des Vaters, der Geschwister, kurz all derjenigen Personen, welche um das Kind sind, später durch die Märchen- und Sagenbücher, durch die Jugenderzählungen und -geschichten. Die Gestalten, die in diesen Erzählungen vor« kommen, fesseln das Interesse der Kinder, sie erwecken bei ihnen, je nach der Intention des Autor-, Sympathie oder Antipathie, sie erregen ihre Bewunderung und den Trieb zur Nacheiferung. Wenn nun diese Gestalten deutsche Helden, deutsche Ritter, deutsche Minnesänger u. s. w. sind, darf es da wundernehmen, wenn die Kinder, herangewachsen, sich einfühlen mit dem deutschen Volke, sich als Deutsche gerieren und in ihrem Denken, Fühlen und Handeln Deutsche sein wollen?! Daher sei allen jüdischen Müttern und Vätern, allen jüdischen Lehrern und Erziehern zugerufrn: „Wozu denn in die Ferne schweifen, liegt das Gute doch so nah'?!" Wozu denn bei anderen etwas erborgen, was man selbst bedeutend besser besitzt? Warum denn sich am fremden Herde wärmen, wciiu man sein eigenes Feuer hat? Im Talmud und in den Midraschim find die herrlichsten Märchen, Sagen und Legenden enthalten, jene »blühende Hagada, wo die schönen alten Sagen, Engelmärchen und Legenden, Spille Märtyrerhistorien, Festgesänge, WetsheitSsprüche, auch Hyperbeln, gar possierlich, alles aber glaubeuskräftig, glaubensglühend." Diese Sagen, Märchen und Legenden, sie sind nicht nur, wie Heine sagt, ein Garten, sie find ein Eden, ein Paradies, in dessen Mitte der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen stehen, deren Früchte man aber genießen kann, ohne aus dem Paradiese setzen. Das Odessaer Komitee hat beschlossen 10.000 Franczur Verbesserung der Lag» der jüdischen Hand« werker in Jerusalem flüssig zu machen. Letztere hielten auch eine Versammlung ab, in welcher Über ein Projekt zu» Hebung des Handwerkes in Jerusalem beraten wurde. Ungefähr 25 Juden gründeten hier vor kurzer Zeit einen Kolonifationsverein. Jeder von ihnen machte eine Einlage von 2000 Francs. Das Odessaer Komitee hat ihnen bereits ein Darlehen von 25.000 Francs bewilligt und wie verlautet, wird die „Jca^ ihnen auch ei« größeres Darlehen bewilligen. Man spricht hier von der Gründung mehrerer solcher Kolonien, welche in nächster Zeit entstehen sollen. Die klein» Kolonie »Mauzo" wurde seinerzeit mit Hilfe der -„Benei Berith" von drei Kolonisten gegründet. Jetzt befinden sich dort bereits 12 Kolonisten und eS heißt, daß das Odessaer Komitee für dieselben noch weiterS Land ankaufen werde. Am letzten Cholhamoed war bereits eine Kommission auS Jaffa hier, um die betreffenden Landteile zu besichtigen. In Jerusalem find die Häuser zum größten Teile in Gruppen gebaut, 40 bis 50 Häuser bilden gewissermaßen ein abgeschlossenes Städtchen für sich. Jedes solche Städtchen hält einen eigenen Nachtwächter, welch» bei einem Monatsgehalt von 8—10 Rubel bis jetzt fast ausschließlich Neger oder Mohammedaner aus Marokko waren. In letzterer Zeit beginnt man chaldäische Juden für diesen Dienst zu verwenden und eignen sich dieselben infolge ihrer Körperkräft und ihres Mutes für solche Dienste ausgezeichnet. Es gibt unter den Juden solche, die wohl nicht daran denken, sich bei Lebzeiten in Jerusalem mit ihrem Vermögen niederzulassen, dafür aber sich ein ewiges Ruheplätzchen im heiligen Lande nach dem Tode sichern. So wurde vor einigen Wochen der verstorbene Millionär Ch. Basis aus Tunis hierher gebracht um seinem letzten Wunsche entsprechend auf dem Oslberge begraben zu werden. Die Beerdigung ging unter Teilnahme fast der ganzen Stadt mit großer Parade vor sich. Während der letzten Feiertage hatten wir mehrere Gäste aus Rußland und Amerika, welche das Sukotfest hier feiern wollten. Einer derselben, Herr M a nk ew i t s ch aus Wilna spendete eine bedeutende Summe für den Bau eines neuen Pavillons im jüdischen Altereversorgungshause. In diesem Pavillon werden vier Personen Versorgung finden. Die Grundsteinlegung dieser neuen Abteilung, welche den Namen „Mankewitsch-Stiftung" tragen wird, fand unler großer Beteiligung am letzten Halbfeiertage statt. Zur selben Zeit wurde auch im großen Hospital „Share- Z e d e k", in welchem bis jetzt bloß Frauen und Kinder Aufnahme fanden, eine Männerabteilung mit 12 Betten eröffnet. Ebenso wurde auch das „M e ie r «A n s ch e l N 0 t h s ch i l d - Sp i t a V1' eröffnet und zum Chefarzt für dasselbe der gewesene Arzt des Pariser Nothschild'Spitals Dr. Mich a lorvitsch, ein rumänischer Jude bestellt. Zur Frage der Autonomie N. So ko low schreibt in der „Hazefirah" über das Ostafrikaprojekt: getrieben zu werden. Der Baum des Lebens steht darin, denn diese Erzählungen sind aus dem Leben geschöpft, sie. führen das Kind in das Leben unserer Väter, unseres Volkes ein. Und der Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen ist darin, denn diese Märchen und Sagen sind voll von ethischer Weisheit, sie sind durchtränkt von moralischen Lehren! Und diese Früchte werden unseren Kindern vorenthalten, weil man sie ihnen nicht bieten kann! Wenn sich doch da ein jüdischer Grimm fände, der alle diese Sagen, Märchen, Legenden und Erzählungen aus dem Talmud und den Midraschim sammelte und sie in kindlichherzlicher Weise ins Deutsche oder irgend eine andere Sprache übersetzte!. ... Das bisher Gesagte gilt für die häusliche Erziehung. Allein auch hier muß wie überall die häusliche Erziehung durch die in der Schule ergänzt werden. Schule und Haus müssen ineinandergreifen, harmonisch Zusammenwirken, gegenseitig unterstützen und fördern, wenn ein Erfolg erzielt werden soll. Wirkt das Haus mehr auf das Gemüt und die Phantasie, so muß die Schule den Geist des Kindes entwickeln und zur Reife bringen. Es ist daher unbedingt notwendig, daß jüdische Schulen gegründet werden, in denen den Kindern eine jüdische Erziehung zuteil wird. Denn die Schule», wie sie heute bestehen, sind nur zu sehr geeignet, die Kinder dem jüdischen Volke zu entfremden und sie ins andere Lager hinüberzuführen. Da muß Wandel geschaffen werden. Wir wollen nicht, wie die Klerikale«, konfessionelle Klassen, die nur dem religiösen Haffe und der Intoleranz dienen, nein, wir wollen jüdischnationale Schulen, in denen der jüdische Geist mehr Pflege genießen soll, als er in den heute bestehenden Schulen finden kann. Es soll nicht ein Jota von den modernen Erruugeuschaften preisgegeben werden, allein die nationale Individualität soll ihre Berücksichtigung finden. Jüdische Geschichte und Literatur und hebräische Sprache sollen ebenso gelehrt werden, die Mathematik, Naturwissenschaften und Geographie. Sind diese beiden Forderungen erfüllt und wirken HauS und Schule in dem angeregten Sinne, dann ist die nächste Generation unser, und es wird wohl niemand dann wagen, denjenigen als den Heilsapostel des jüdischen Volkes zu bezeichnen, der dasselbe der Taufe zuführt. D. Nebenzahl.