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Jüdisches Volksblatt · 1903-10-23 · 43 (23.10.1903) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
43 (23.10.1903)
Date
1903-10-23
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Oktober Nr. /!■:: l'i Kl <• m- Hz i i r t i i ' i ‘ t ■f ' \ , , - K!! 1 tf .* .? Tausend Juden dort anqesiedelt werden würden, so wäre e-? aewiß besser, nlS wenn sie hierher in dieses Land kämen, wo ibnen der Eintritt verweigert wird. Wenn sie in größerer Zahl zu uns kommen würden, so wäre es ihnen nicht gestattet, hineinznkommen." „Betrachten Sie diese ostasrikanische Kotonie als eine Lösung der großen Jndenfrage?" Der Lord schüttelte öei\ Kops, indem band N! Sacln'cn Weimar und Schivlirzhiirg llindotstadt guiuirnmmm'ii, eie tüesckiiclnc der Fnvcn als Polt umfaßt etiva ilirmns.atd, die Indiens »nindesten.s .">«»»> Satire. — Die iiut'T b inlvandcrnng fd)on auf einer tirilieren lerne Augen halb überdrüssig, halb verwirrt läßlich eines Problems, welches sich lästig Jahrhundert ins andere schleppt. — er anans rlneni schloß, $ j K ei'Ne! m mim' ein 's olk, dnd>'Nrier itriiiivu dei 2tnfc p> inniivcr Mitiniv, die gebirgige lliatnr des nördlichen Indiens nlib dee .Mnmpf mir den Ilreirnvohnern geivährten die Möglielileir einee lräsnge» ''i'onuärtvontloiiflmui. Es ift natürlich, das; die ränniiin; ^nid;eitlieb größere Entlvicttnngshasis auch eine inan nigfal tigere Fälle günstiger Variationen Hervorbringen mns;te, als die l'ese'oränt,'eren Verhältnisse, lltieinand lvird ivohl Sachsen^ i Weimar voriverfen. das; es nicht dieselbe Stenge großer Männer her-! vorgehraetit hat. iräe ganz Dentschtand- -- Eigentlich mühte die Verj glciclmng «Uso ein gröhereS Onzett lvählen, als den jüdischen! 2tannn, :vaS avee nnüverivindlielien Schlvierigtcitcn begegnet.; Btchr noch als die Ausdehnung, fällt die Verschiedenheit der I äuHeren lltanir beider Länder ins lüelvicht. In Indien ei» uiilu'- j schreibtieh üpvigeS Ovrosten und Wachsen, eine nherqnellende 'lenj gnngstrast der A'atnr, die dein Leheiishedürsnis mit freigiebiger 11! Milde leichte Befriedigung gewährt und die Sinne zum lebhaften j sipu'l der Phantaste anregt, freilich ivirkte das Klima aneh er- , | schlaffend ans die von Nordlvesten her bordringenden arischen Kcie- Dvgtelch den Bedenspüren lvir noch oft den frischen Hancki des Lebens int Siebenstrointand, in den späteren brahinanischen und lniddliisriseben Werken, die im Kultnrgebiet deS (ÜangeS entstanden, haben lvir eine Widerspiegelung der beräiiderten vsvcbo-physiotogiseben Bedillgnngen. Erst in diesen Sitzen stellte sieh die weltabgeivandte grüblerische Stimmung der indischen Spekulation, die glühende Erotik inid mahkose Phantasie der lvektkielien Dichtnng ein, die alle den äkreheil Denkmälern des indischen Geistes noch gan; ferne liegen. In Nr. An die Adresse der „Rnthenischen Revue". der »Ruthenischen Revue" schreibt Lozynskyi : Aehnliches läßt sich auch bei den Juden bemerken sie unter der rnthenischen Bevölkerung wohnen, nehmen sie, und zwar sogar die freisinnigsten und revolutionärsten unter ihnen, in Rußland russische und in Galizien polnische Kultur an, also die Kultur der Feinde des rnthenischen Volkes, gehören zu den russischen (oder polnischen) sozialistischen Parteien (in Rußland existiert eine besondere jüdische sozialistische Organisation, „Allgemeiner jüdischer Arbeiterbund" genannt, welchem! ox. „ d» Milch«. «.Mist«. und .HW» I Ä geführt lvird, eine Hauptrolle in dein Leben jener heit. Der Name „Israel" schon ist ein Feldgeschrei, seine lvörtliehe Bedeutung ist „Gott streitet". Das älteste literarische Denkmal Israels, das Deboralied i Richter bl, ein Kriegsgesang von gelvalkiger Kraft, sehil dert» lvie Jahwe selbst vom Himm.el her für sein Volt kämpft. Die Neherreske der Heldensagen, die die Bibel noch enthält, erzählen uns von Sanigar, dem Sohne Anaths, der ooo Philister mir einem Echsenheeken schlug (Richter 0, :;i), von Jephta, „einem streitbaren Helden", von Gideon, besonders oft aneh von Kämpfen mit Riesen. (Vergleiche das Heldenbneh 2. Sani, rkb, >no .">7 Heroen anfgezählt loerden, l. Ehro. ikl, -l—.^k, die Goliaihsage l. Sam. 17). Vor allem aber ist es die reizend erzählte Sage von Simsen, einem ganz lveltlielien Helden voll Kraft und Humor, deren charakteristische hüge in den „bibliselien" Geschichten" freilich nicht getreu berichtet lverden könne», die den Geist jener p,eit lviderspiegelk. In keiner Weise unterscheidet sich in all' diesem das Volk Israel von den übrigen Völkern auf derselben EntlviettiliigSstiife.;,)RH'i Ereignisse aber auf politischem lärhiet hoben es a»S dein Verborgenen heraus und entzündeten das picht in Inda, das die Welt überstrahlen sollte. Büt dem Königtum beginnt eigentlich erst für Israel die Geschichte, durch daS Erik erhält he ihren lvesenttiehsten Inhalt. Die Aotlvendigteit einer stärkeren Verteidigung, die mit der steigenden ^Zivilisation rintrat, erzeugte das Königtum als erbliches Heersiihreranit. — Das Unterscheidende deS israelitische» Köuig- ' NNNS aber liegt in feiner von Anfang an demokratischen Art. Der! königliche Absolntisinns ist überall erst daS Ergebnis einer langeit \ poliliselien Entlvicklnng, für die dem Voll Israel nicht Zeit genug gei lassen ivnrde. Die häufige» Dhnastielvechsel und da^Z Selbstbe--! rnnplsein der ivohlhabenden Grundbesitzer, die den König als ihreS-! gleichen betrachteten, verhinderten das Anlvaehsen der löttigliehen Han^inacht. — Well bansen charakterisiert dies Königtum gut: „Die MO fy, M », . _ ,, Ä ()vmvv v i |\uw H -VI* v k » l i U | |U II V/vU^ mjliv II - -v,.’ V 4 I» -- | I I II V Hl I IUJ I . V«»’ I II IIIIU|VH IIIIUIIIU U|ll U Oliv 111*^1011^*44»»! »z*4t » » -v II ste Fretyett wollen und für Freihelt kämpfen, helfen sie in der trihari fingt: „Früchte hängen an den Bäumen in jedem Wald, die! hergebrachten Begriffe von orientalischein DespotlSnnnZ leiden auf Wirklichkeit den Mächtigeren vor allem in der Unterdrückung der jedermann ohne Attibe pflücken kann. Süßes und kühles Wasser rnthenischen Nation, indem sie die Entnationalisierung des ruthenischen Volkeö ganz offen billigen und dem Unterdrücker zur Fälschung der wahren Zustände verhelfen (so werden z. B. in Ostgalizien Polen fabriziert). Warum ein jeder (?) von ihnen die Tatsache, daß er in der Masse lebt, welcher russische (oder polnische) Kultur ganz fremd ist, ohne jede Kritik annimmt und nicht über dieselbe tiefer nachdenkt und richtige Konsequenzen aus derselben zieht? . . . D e r V e r f a s s e r. Wir müssen Herrn L. vorwerfen, daß er mit Unrecht generalisiert. Er selbst weiß ganz gut, daß sowohl in Galizien als auch in Rußland eine starke jüdischnationale Strömung existiert, ganz abgesehen vom Bund, die den ruthcnischen Bestrebungen mit vollster Objektivität, wenn nicht mit Sympathie gegenüberstehr. Das beste Mittel, solche Sympathien zu verscherzen, ist allerdings, sie zu ignorieren. Man merkt die Absicht und wird verstimmt. Es ist allerdings ziemlich gleichgiltig, was ein Herr L über Juden denkt. Der Redaktion der „Ruthenischen Revue" aber, an deren Spitze achtungswerte Männer stehen, machen wir den Borwurf, daß sie solche Lozynskyiaden ohne jede Kritik reproduziert. Ueberhaupt hätten wir nach Z a b l o t o w gerne einen avfklärenden Artikel in der „Ruth. Revue" gelesen. Durch solche Unterlassungssünden erschweren uns die galizischen Ruthenen unsere Aufgabe, eine ruthenenfreundliche Politik unter die Massen zu bringen, ungeheuer. Dies zur Darnachachtuug. Das religiöse Leben bei Ariern und Semiten. Friedrich Otto Hertz sagt in einem Artikel unter obigem Titel in der Oktober-Nummer der „Politisch-aurhropologischeu Revue (Thüring'sche Verlagsanstalt, Eisenach) gegen die willkürlichen 5ionsrruktionen H. St. Chamberlains unter anderem folgendes: „Der Vergleich des historischen und räumlichen Spielraums der indischen und jüdischen Entwicklung gibt uns schon eine wichtige Lebre. DnS fipirtmp pnrrfiiVfip 91iirhprtnStPti iff lOIrnnf n rmnr in den reinen strömen da und dort. Ein lveickieS Bett anS i den Zweigen schöner Schlingpflanzen steht bereitet, lind doch gibt es elende Menschen, die an den Stille rand Felder". Die soziale Erganisation Indiens >var,!vie tvir sehen lverden, der vollen AnSnützung dieser günstigen Bedingungen überaus günstig. Die Natur Palästinas llilder in allen Punkten den schärfsten Gegensatz zu der Indiens. Ans kleinem Raum drängen sich die Gegensätze der Natur, wie die in der Seele seiner Bewohner. Neben alpinen Gegenden, die an die Region des elvigen Schnees heranreichen, finden sich (stegenden mit tropischem Klima, neben. Steppe und Wüste von-grauenhafter Eintönigkeit und Unfruchtbarkeit Oasen von üppigster Ergiebigkeit. Freilich: ein Ganges, ein N'il existiert nicht, der Jordan ist ein reißender Bergstrom, gelvöhnlich nnschiffbar und unpassierbar. „Bon freiivilliger Fruchtbarkeit lvar das Land nicht, die Wüste fraß um sich, wo ihr nicht entgegengearbeitet wurde. Man begreift, lvie hier das Wort entstehen konnte: „Im Schweiße Deines Angesichtes sollst Du Dein Brot essen I" und dieses Wort tar hier auch Wunder. „Die tcrrassierten Berge waren mit Wein und Oliven bedeckt, die Täter und Ebenen trugen Wetzen und Gerste die Fülle." (Wellhansen a. n. Reize bietet Palästina lvenig. Linien; Wald und Wiese gibt e und namentlich auf dcu rauhen und wasserreichen Höhen (stilend (Derselbe, S. 5.) Doch können lvir nickst behaupten, daß Israel die Phantasie fehlte; die großartigen Visionen eines Hesekiel und Jcsaia, die lieblichen Bilder der Psalmen, die erhabenen Naturschilderungcn des Buches Hiob belehren uns eines besseren, sttbcr die Phantasie schlug hier eine ganz andere Richtung ein als in Indien. Sie wuchert nicht üppig lvie der Urwald und spielt nicht mit den Dingen, lute die heitere Tochter des Jens, ein strenger und feierlicher Zug zeichnet sie ans, die unendliche Oede der Wüste erzeugt die Gefühle der Unendlichkeit und die Romantik der Monotonie. Vor allem aber befördert die Strenge der Natur den engeren Zusammenschluß der Menschen, das Familienleben und die Richtung auf das soziale Glück. Die äußeren Schicksale und die gesellschaft- , . . _ , , -.ftd)e Entwicklung haben dazu geführt, das; alle geistigen Aenßernn- Lehre. . Das heutige englische Vorderindien ist 121mal größer als! gen des Voltes Israel eine ausgesprochene ethische Färbung angedas kleine Ländchen Palästina, die Fläche verhält sich also wie ganz nviurnen haben, hier liegt die Größe und die Einseitigkeit dieses ' Stammes. Seit den ältesten Zeiten tritt uns Israel als ein Volt harter mtd schwer arbeitender Bauern entgegen, dcnt die Erinnerung tut die Nomadeitzeit freilich noch lebhaft int Gedächtnis hastet und zu bunter Sageubildttug Anlaß gibt. Diese Tatsache bildet mit der das israelitische Königtum nur beschränkte Antvetrdnng. Wollte Nabotl; seinen Acker nicht gnuvillig bertanfen, so sah Achab keine Möglichkeit. in den Besitz desselben zu gelangen; inan begreift die vergüt re n des Reichen leiden". „Die j wunderte Aenßernng seiner lyrischen Gemahlin: Du lvillst den König .Landschaftliche Die Berge zeigen keine malerischen nicht, außer am Karmel, in Galiläa Markuse überläßt kalt den Sohn seinem Schicksal, sowie er seine Gemeinde sicher ebenso kühl ihrem Schicksal überlaßt. Er findet ihn nicht würdig in die Gesellschaft der alten Achtundvierziger ausgenommen zu werden. Diese verstaubten Ideale stehen ihm höher als die Rettung seines Sohnes. Denn was wird aus ihm werden? Ein Mensch mit zerissener Seele, ohne Gefühl für irgend ein Ideal, voller Skeptizismus, Hohn und Satire; in bürgerlichem Leben ein Streber. Wäre Dr. Markuse aber das, was er sein sollte, ein Lehrer seines Volkes, so müßte er diesen Jüngling belehren und ihm zeigen, wie die werktätige Liebe zu seinem Volke alle Enttäuschungen heilt, die man von Fremden erfuhr. Er tut dies nicht; mit Leib und Seele ist er einem leeren Phrasentum verschrieben. Mit welchem Erfolge? Mit dem Erfolge, daß ihn seine Sturmgesellen, mit denen er Jahrzehnte alle Gefahren teilte, zum Schlüsse verleugnen. Der eine schilt ihn „den Mann der konipromissierenden Kompromisse", der andere entgegnet ihm spitz, als Markuse ihn reizt: „Ich weiß nicht, was unsere im übrigen gewiß sehr ehrenwerten jüdischen Mitbürger sich in unsere Angelegenheiten zu mischen haben." Also, schließlich wird der Sturmgeselle Spinoza zu einem „jüolschen Mitbürger", der sich nicht in fremde Angelegenheiten mischen soll. Es ist also gariz ungerecht, Suderniann wegen der jüdischen Figuren irgend eine Animosität gegen das Judentum vorzuwerfen. Wir steheit Sudermailns künstlerischem Schaffen sicher kühl bis ans Herz gegenüber; er ist vor allem Effekthascher. Dies darf uns aber nicht hindern, im vorliegenden Fall zu erklären, daß sein „Sturmgeselle Sokrates" eine Fülle von lebenswahren Figuren bringt, und zumal die jüdischen sind prächtig herausgearbeitet. Wir müssen auch S u d e r m a n n gegen den Vorwlirf in Schutz nehmen, als ob er gegen die Demokratie als solche sich gewendet hätte. Er zeigt bloß, wie lächerlich sich heute die ewige Wiederholung der abgestandenen „AchtundvierzigerPhrasen" macht und das können wir ihm in Wien lebhaft nachfühlen. Wie rveit er davon entfernt ist, antidemokratische Tendenzen zu vertreten, zeigt bas vorsichtige (Sud ermann ist halt immer vorsichtig) Bestreben, die sozialdemokratischen Ideen, repräsentiert durch Fritz H a r t m a y e r, als die Ideen der Zukunft hinzustellen. Leo S o f e r lle und Frische deS dichten Waldes, die milde Kühle am Wasserj spielen in Israeli Um die Mittel anznlvenden, durch die eS dann d sind verlockend gegen die erscbtaffeude Hitze der Häuser und j doch gelang, ihm deic Wleinhcrg zn verschaffen, dazu brauchte mmt | rächt König zn seiit; das; sie aber der König anlvendete, kostete feinem! Hanse den Thron. Aäich persönlich machen die Könige, lvenn lvir! sie näher kennen lernen, im allgenteineit nicht den Eindruck von! Despoten; ihre spciehwöritiche Menschlichkeit scheint mehr als Re-! denSart-gelveseit zn sein."! Das Erik, der Mittelpunkt der israelitischen Geschichte, ist eine der folgenschiversten Tatsachen der Weltgeschichte; die Lage Palästinas erklärt dieses Ereignis. Palästina bildet die große Heerstraße zlvischen Vorderasien und Aegyptem Auf der einen Seite die Wüste, ans der anderen das Meer, führt dieses Ländchen lvie eine Brücke vom Kulturgebiet des Euphrat zu dem des N'it. Auch lvar rs die einzige Position am Mittelineer, die die mesopotainischeit Herrscher erobern konnten, ohne mit den kleinasiatischen Griechen gefährlichen Streit zn beginnen. Das reiche Phönirien, das Palästina vorgelagert lvar, reizte deir Appetit. Andererseits lvar der Besitz Palästinas eine fortlvährende Drohung gegen Aegypten. So entbrannte denn der Jahrhunderte lange Kampf um den Besitz des BrückeirkopfeS zwischen diesem Reich und den Weltmächten Vorderasiens. Das kleine Israel, das in diesen Kampf hineingeriet, büßte seine nationale Unabhäirgigkeit ein, gewann aber reiche geistige Schätze. Wir müssen jedoch vorerst einen Blick auf die vor diesen Ereigitisseu erreichte Stufe iverfeu. Die religiösen Angänge Israels ivareir genau dieselben, lvie die aller anderen Völker: Totemismus (Verehrung einzelner Tierarten), Fetischismus (Verehrung einzelner Objekte, heiliger Bäume, Quellen, Steine usw.), Ahnenkult (Verehrung der dahingeschiedenen Vorfahren). — Furcht und Hitfebebürfnis mit einem Ansatz zur Ehrfurcht waren die ursprüilglicheu Motive, der Kult ein einfacher Naturdicnst auf den Bergen und Höhen. Wie bei allen Völkern der Erde hatte auf dieser Stufe jede Familie, jeder Ort, jeder Stamm seine eigenen Götter, deren Schutz den anderen versagt war. ES lvar ganz selbstverständlich, das; außerhalb des Stammes, d. h. bei den Feinden, andere Götter existierten, denn ivem hätte ein gemeinsamer Gott bei einem feindlichen Zusammentreffen seine Hilfe spenden sollen? Und diese Hilfe — Sieg und Beute zn verschaffen ■— war doch seine Aufgabe. — Chambertain erzählt in den „Nachträgen" (S.!',0) hocherfreut, „ein jüngerer Semitisk hätte ihm vor kurzem initgeteilk, das; die neuere Forschung täglich mehr den rein fettschisttschen, götzenanbeterischcn Charakter aller ursprünglichen semitischen Religionsformen aufdecke". Mau staunt über die Fülle der Unlvisseuheik, die dieses kleine Sätzchen offenbart. „Fetischisnnis" ist ein Ausdruck der Wissenschaft, „Götzenanhetung" ein pfäffiscbes Schmähwort, das in der Wissenschaft ebensolvenig zu suchen hat, als etwa die Aiilvendtmg von „Ungläubiger" -ans die Moslemin, oder von „Chrislenhinid" ans ihre Gegner. Wenn nun Chantberlain mm eines von den Büchern, die er über Religionslvissenschaft zitiert, gelesen hätte, so müßte er auch ohne den jüngeren Semitisten lvissen, das; 1. der Fetischismus bei deit Semiten längst ivissenschaftlieh festgestellt ist, 2. daß gar kein Volk existiert, bei dem er nicht die erste Religionsslnfe bildete, :'>. das; die Semiten infolge günstiger Umstände diese Stufe viel schneller überlmtudeu haben, als agenbilduttg Alt laß gibt. anderen, das; die arischen Stämme überall länger Nomaden geblieben sittd, viele dxr lvirhtigsteit Gegensätze in der Vollspshrhologie beider Völlergruppen heraus. Jhering hat diese in geistvoller Weise zn entwickeln begonnen. Der die Flachländer Vorderasieus besiedelnde Semite tritt als Llckerbauer in die Geschichte, der Höhen beivohnende Jndoarier als Hirte. „Der Arier hat viele Jahrtausende hindurch mühelos als Hirte seinen Unterhalt gefunden, der Semite im Schlveiße seines Aitgesiehtes den?lcker bestellen müssen, dort ein Leben ohne Arbeit, hier sehlvere Arbeit." (Jhering, S. 107.) Die Muße znin Spiel der Phantasie fehlt dem harren Dauer, der seinen Verstand austrengeit muß, mit mit dem Boden zu kämpfen, das unnütze Spekulieren berlvirft sein praktischer Sinn. Tie leidenschaftliche Spielsucht der alten Inder hält dieser für höchst unmoralisch, dort heißt es „Leicht getvonnen, leicht zerronnen", hier! aber, das mühsam Errungene beisammen zu halten. Attt scharfem ’ Blick führt Jhering die Folgen der natürlichen Lage an dein Beispiel Babylons mtd Indiens ans. Tie lveiltragendske Konseqttenz ist die verschiedenartige Siedlung: der ackerbanende Semite, in der flachen tvaldlosen Ebene jedem Ueberfnll nnsgesetzk, gründet Städte und baut Steinhänser, beides znin Schutz. Aber das, lvas „znur Lebetr" ersonnen wurde, erzeugte bald daS „gut leben", nach dem genialen?lnsdrnck des Aristoteles. Tie befestigte Stadt, die Erzeugerin höherer Kultur, entsteht zuerst ans semitischem Bode», sie ist „der entsehetdende Wendepunkt im Leben der Volker der alten Welt", um sie bildet sich erst der Staat. Der durch das Gebirge geschützte Arier, dagegen bleibt lange beim Holzhaus und der Einzelsiedlnng, hier liegt ein Hauptgrund seiner erstaunlich gcringen staatenbildendetl Kraft, wir auch je nee sozialen Entwicklung, die seine eigenartige (steisteSenUvicklnng beförderte. Das Steinhaus uni) die Stadt binden aber an den Boden, erzlvingen die Seßhaftigkeit. was lveder das leichte Holzhaus noch der Pflug vermag. — Der Einfluß der Banarbeit, der Schiffahrt und Wasserlvivtschaft ans den Nordsemiten lvird von Jhering so vorzüglich dargestellt, das; seine Alisführungen sehr bearhtenslvert sind. In den letztgenannten Punkten fand Israel andere Cntlvicklnngsbedingnngen vor als die Enphratsemiteii. Der Ackerbau blieb Jahrhunderte die Grundlage und einzige Lebensquelle Israels, noch die Propheten zeichnen kein anderes Ideal als das volkstümliche: „Jeder bei seinem Weinstock und im Schatten seines Oelbanmes." l l. Kün. 4, 2b und öfters.! Sank pflügt selbst als König noch eigenhändig mit einem Rindergespnnn (1. Saut. 11, bl und Fürsteitsöhne tveiden die Herden ihrer Väter. Dir soziale Organisation besteht in der Gentilverfassung, der einzelne lebt nur in seinem Stanun, inmitten seiner Angehörigen n»d eng mit deur Boden verlvnehseii. Eine gesellschaftliche Arbeitsteilung existiert nicht, lveder Handel noch Handlverk lassen sich Nachweisen. Dagegen spielt der Krieg, der freilich nicht um hohe Ziele, sondern aus den geivöhnliehen Motiven aller Naturvölker — Raub und Blutrache — andere Völker, sozialer Natlir. Umstände waren vor allem politischer und Gedenltnge. Oktober. 17. 1017 st. i. Krakau Phöbus b. Israel, Hersg. d. llt.-G. b. Mos. Minz. 104« st. i. Prag Lipni. Popper Cohen, Vers, von hebe, und deutsch. Lieder».^ l«!i2 st. i. Amsterdam Mos. Lemans, eisr. f. Jng.-Unterr.-^ und sefard. Ansspr. I«. 1002 st. ,. Stuttgart Kirchenrat Dr. Mos. v. Wassermann. 10. 120« btnteirn Märtyrer in Heilbronn. 1080 st. i. Krakau Jacob Rotner, Prediger. 1700 st. Antonio Jose da Silva, der bedentendste portng. Dramatiker, als geheimer Bekenuer des Jndentlnns den Feuertod. 182b st. i. Meseritz Medizinalrai Doktor Gnnipert. 20. 1010 st. i. Venedig Sat. Sforno, Vers. e. Eml.; Knsari. 2 t. 1000 st. i. Krakau Rabt>. He sch et b. Jaeob. >807 st. i. Aachen SW. I. Gusitow. d. Strohfidel-Knnstter. 1800 st. i. Wolfenbüttet Sai». Meyer Ehrenberg, Jnsp. der Samsonsch. 22. 1000 st. i. Mantua Men. Sims. Basila (RecytSgutachten >md Kalender f. 1072). 1801 st. i. Kolli» Etasar Kaller. 1827 st. i. Kassel A. tltosenbach, Vers. v. Reden. 1887 st. i. Wien Sun. Hock, Erforscher der Prager Grahschriften. 20. 1082 st. i. Krakau Rnbb Js. b. Wolf, fr. i. Opatolv zirka 5,0 Jahre. 1828 geh. i. a>rove Seniinarl. Abc. Treu, Vers. v. Volks- und Jngendschriften. K« 12 ,st Ptof. W. Gesenins (bibl. Krit. hebr. Leoxitögr.). >874 st i Berlin Rnbb. Dr. Abrnh. Geiger. 24. 100b st. i. Tilbinge» Prof. Srhickard, llebers. hebr. Schriften. 1842 st. i. Bahrentl, Eman. Osnnlnd, Jean Panks Freund, 01 Jahre. 1808 st. i. Turin Dap. Levi, Dichter n. Patriot. Cheschwan. 5,.- 1874 st. i. Thor» R. Hirsch Knlischer. i. 1888 st. i. Kiew Js. Martowitsch Brodski, Wohlt. d. rnss. Jnd. t. 1784 geh. i. Livorno Mos. Montesiore. der nnbergleichl. Phi- 1807 geh. i. Wiesenbrmul Rnbb. Seligm. Bär Banrlanthrop. berge r.

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