Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 42 (16.10.1903)
- Date
- 1903-10-16
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 48 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt IS. Oktober 1903 Seite 5 eilte Bezirksverwalkaiy zu gründen, deren Aufgabe es sein \ wird, die christlichen Geschäfte zu kontrollieren und nach! Maßgabe zu vergrößern. Man wird sich in Zukunft nicht, mehr damit begnügen, daß die Zentrale der Bereinigung j die Darfkmmer mit Ware verficht, was auch heute schon geschieht, sondern es sollen große Nnederlagen gegründet werden, damit weder die Dorfkrämer, noch die kleinen Kaufleute der Städte in Hinkunft nicht mehr gezwungen seien, beim Juden einzukaufen. Außerdem sollen große Magazine errichtet werden, durch welche das Getreide der Bauern zusammengekauft und direkt nach dem Auslande »exportiert werden soll. Viele Juden werden hierdurch brotlos gemacht j werden; schon seit Jahren betreibt« die christliche Gesellschaft Galiziens die Politik, welche darin besteht, den Juden den; Erwerb wegzunchmen. Erst wurde die „Kolka rolnicze" j gegründet, dann nahm man den Juden dm Salzhandel1 weg, hierauf folgte die verschärfte Sonntagsruhe, und jetzt soll nun auch bei Getreidehandel in den großen Städten, welchicr Tausenden von Juden die Existenzmittel bot, monopolisiert werden. Di« autonomen Behörden, deren Pflicht es wäre, auch die jüdischen Bürger« zu berücksichtigen, unterstützen diese Politik. Die Juden selbst sind ganz blind gegen die Gefahr, die sie bedroht; sie vergessen, daß in sechs Jahren auch dis Propination ein Ende nehmen wird. Me Zahl der Luftmenschen wird immer größer, und es muß zu einer schrecklichen Katastrophe kommrcn, wenn nicht bald für einen Abfluß der vielen Tausend beschäftigungsloser Juden gesorgt wird. Auszeichnung. Dmr Schuldimer der israelitischen Kultusgemeinde in Neutra (Ungarn), Herrn Ignaz Krausz, wurde anläßlich seines vierzigjährigen Dienstjubiläums vom Kaiser das silberne Verdienstkreuz verliehen. Es gehört zu den Seltenheiten, daß jüdische Kultnsbeamte bei Dimstjirbilaen dekoriert werden. — Vorigen Donnerstag wurde dem Jubilar die kaiserliche Auszeichnung in einer öffentlichen Sitzung des israelitischen Schulstuhles überreicht. Der Schulstuhl chrte seinen langjährigen Diener, der gleichzeitig seinen siebzigjährigm Geburtsttag feiert, durch lleberreichung eines mit einer Widmung versehenen, silbemen Kidusch-Bechers. Der Gefeierte ist! der Kater unseres Redaktionsmitgl jedes Jakob Krausz. Budapest. (Aus dem Jahresbericht der Landes »Rabbi aersch ule.) Die Anstalt ist mit Beginn des Schuljahres 1902/03 in das gitcitc Vicrtcljahrhundert ihrer Wirksamkeit eingetrcten. Aus diesem Anlasse fand am 1. November 1002 eine Feier statt, welche jedoch ausschließlich im gottesdienstlichen Rahmen abgchalten lvurde und zu der sich 43 ehemalige Zöglinge der Anstalt eingefunden hatten. Von den im abgelaufenen Schuljahre promovierten Rabbinern wurde Dr. Isidor Goldberger Z"ni. Prediger und Relrgionslehrer in S.-A. Ujhely und Julius Friedmann zum Rabbiner in Szentes gewählt. Von den früher Promovierten ist Dr. I. Hirschler zum Rabbiner in Vasvar, Dr. A. Hoffer (früher Rabbiner in Szentes) zum Rabbiner in Veszprem, Dr. I. M. Rubinstein (früher in Oroshaza) zum Rabbiner in Szegszard, Dr. I. B. Singer (früher in Tapolcza) zum Rabbiner in Szabadka gewählt. Mehrere Hörer der Landes-Rabbinerschule wurden auch im abgelaufenen Schuljahre von der Pefter israelitischen Religionsgcmeiudc mit dem Religionsunterrichte in hauptstädtischen Volks- und Mittelschulen betraut. Wie in den früheren Jahren wendeten sich auch im abgelaufencn Schuljahre das königlich ungarische Ministerium für Kultus und Unterricht und andere ungarisch« Behörden an der« Lehrkörper in religiösen Fragen um Gutachten. Sämtliche Fragen wurden vom Vorsitzenden beantwortet. Auf die am Er,de des Schuljahres 1001/02 aus der Anton Steinfeld'schen Stiftung ausgeschriebene Preisfrage: „Welche Absicht muß bei der Hebung einer gebotenen religiösen Pflicht sowie bei Uebertrctung des rj-BVi Sn ulneiuteu und welche religiöse Handlungen müssen oder navb vollführt werden," ist eine Preisarbcit eiiigelaufen. Das Urteil darüber lautet: Die cingercichte Arbeit ist unt besonderem Fleistc und Gründlichkeit gearbeitet. Der Verfasser hat den sehr ausgebreiteten Stoff gesammelt, logisch geordnet und die Ansichten der früheren und späteren Kommentatoren ausgeführt und seine Bemerkungen dazu gemacht, die mit Ausnahme iixmiger richtig sind. Cr verdient daher mit vollem Rechte die Anerkennung des Preises. (Der Name des Preisgekrönten ist auffallcnderwcise nicht genannt. Die Redaktion.) Für das Schuljahr 1903/04 werden folgende Preisarbeitcn ausgeschrieben: 1. „Die Komposition des Ceder Olam Rabba und seine Vergleichung mit älteren Chroniken." (Zum zweitenmal.) 2. „Die Vibclcxegese der jüdischen Religions- Philosophen nach Maimuni." Der Preis für 1 und 2 beträgt je Kr. 184.32. 3. „Das Leben und die Wirksamkeit Levi Jbn Chabibs mit Berücksichtigung seiner hervorragenden Zeitgenossen." Der Preis beträgt K. 16V. Im abgelaufencn Schuljahre betrug die Zahl der Hörer der oberen Abteilung 17, die der Schüler der unteren Abheilung (6 Ghrnnasialklassen) 69. — Dein Berichte geht eine wissenschaftliche Abhandlung des Professor Dr. Bacher „Aus dem Wörterbuchs Tanchum Jeruschalmis" nebst einem Anhänge über den sprachlichen Charakter des Maimuni scheu Mischne Thora voran. ,$«0 Vaterland* schreibt: (Jüdische Professoren und derBersöhnungstag.) Ans Raab wird hem -Pester Lloyd" berichtet: ^Peinliche Sensation erregt eine Verordnung der Oberstudiendirektors Theodor Varosh an den Direktor der hiesigen Oberrealschule. Der königliche Oberstudiendirektor verbietet den Professoren -jüdischer Konfession, den Versöhnungstag zu feiern. Bisher war e- Ufuß. daß die an dieser Schule wirkenden vier israelitischen Professoren dienstfrei waren und von ihren Kollegen bereitwilligst vertreten wurden; der diesige Oberst Me,»direkter aber hat dieverboten. Um etwaigen Skandalen vorzubeugen, hat der liberale und taktvolle Direktor Emil Lenner den morgigen Tag (1. Oktober) als Direktorot-ferialtag her Oberrealschule freigegeben und dem Ministerium Bericht erstattet." — Welche zarte Rücksichtnahme auf die vier Israeliten! (Die Harnische Bemerkung zum Schluff, steht dem »Vaterlandwirklich schlecht zu Gesicht. Immer wieder betont er, daß eS nicht die jüdische Religion bekämest, sondern die liberale Politik der Juden. Wie diele Notiz beweist, ist daaber Lüge. Oder Jesuiti-mu-?! An«, d. Red.) Panik in eine« Gotte-ha«S. «u» Lemberg mied unS gemeldet: Im Städtchen Strzelirka N. wa hei Bobrka entstand am jüdischen Bersöhnung-ta-e in brr Synagoge auf die Rechricht, d«ß im Orte Feuer ausgebrvchen sei. eine furchtbare P«mk Hunderte von Frauen, die auf der Galerie beteten, stürzten händeringend zu dem Au-gange i« engen GnegenhonS, wo sie haufenVrife aufeinander siele» «ad die Äirßg«g-rür irrst ihre» Körper verrammelte«. V» mußte, «m Ran« hu schaffen, eine Zwischenwand im ersten Geschoß der Synagoge niedergeriflen werden. Auch dranman auf Leitern von außen zu der Frauengalerie, «nd egelang, dir nachdrangenden Fronen z» berubigen. Der Arzt Dr. Bor yjiewicz wurde zur Htlfeleistung in die Synagoge berufen. Er fand hier viele zertretene und ohnmächtige Frauen, bei d-rnen die Wiederbelebungsversuche in de« meisten Fällen wohl Erfolg hatte». Drei Frauen jedoch blreden tot. Brrr Frauen st iw lebensgefährlich verletzt, viele andere erlitten geringere Verletzungen. dort freie Wohnung hatten und außerdem noch einige Johann v> Flondor, des Führers der rumänischen Volkspactei, fand Eli,künste bezogen. Bekanntlich hat Salomo H ch v. Plehwe sehr bezeichnend. Er ziehe sich übrigenmit diesen Mitteln der Ablenkung von der revolmionären Bewegung immer mehr in die kleinen Orte zurück, wo es noch nicht genug bewußtesozialistisches Proletariat gibt. Wo jüdische und christliche Arbeiter durch das Band des Sozialismus vereinigt sind, wird er mit dieser Tattik nicht nur nichts ansrichlen. sondern es nur dahin-- bringen, daß sich -incs Tages die Waffen, zu denen zu greift« er die Arbeiter zwingt. gegen die Gewaltherrschaft wenden werden^ die er mit so rohen Mitteln in Rußland aufrechterhalten möchte. Talom»« Heitre. Davon Salomon Heine erbaute und nach ihm bekannte Heine-Stift, welches auf dem Jungfernfteig unmittelbar neben dem „Hamburger Hof* stand, ist in diesem Sommer abgerisien worden, und an seiner Stelle entsteht ein moderner Neubau. Diese Stiftung war von dem sehr wohltätigen Salomon Heine für ältere, unverheiratete Frauen gemacht worden, dis heute im Landtag ein stürmisches Nachspiel. In der letzten Sitzung harte der Obmann wr Freisinnigen Verewigung im Landtag. Abgeordneter Dr. Straucher, beantragt, einen Mißbilligungsausschuß zu wählen und dem Urheber des genannten Artikels die Entrüstung des Landtages auszusprechen. Abgeoistneter Flondor gab nach der Samstagsitzung seinem Klubgenossen, dem Abgeordneten Baron Georg Wassilko. die ehrenwörtliche Versicherung, dem Artikel ferne zu stehen, wurde ic’jcr durch den Redakteur des „Bukotvinaer Journals'' desavouiert, örr dem Abgeordneten Georg Wassilko mitteilte., daß Flondor sogar der Verfasser des Artikels sei. In der heutigen Debatte über den Antrag Straucher zieh nun Abgeordneter Baron Georg Wassilko seinen Klub- und Parteigenossen des Ehrenwortbruches, was zu <äi»er stürmischen Kundgebung gegen Flondor Anlaß gab. Abgeordneter Nikolaj v. Wassilko, der Führer der Nudie Mittel hergegeben, um das jüdische Krankenhaus in der Heinestroße auf St. Pauli zu erbauen. Doch nicht nur private Wohltätigkeit hat er so in reichem Maße geübt, sondern hat in seiner Stellung als zu der Zeit tonangebender Bankier in schwerer Zeit der Heimsuchung seiner Vaterstadt und ihrem Handel sehr wesentliche Dienste geleistet. Bei dem großem Brande von 1842 war nämlich auch das Bankgebüude ein Raub der Flammen geworden. Der Silberschatz war freilich gerettet worden bis auf einen geschmolzenen Barren, der noch jetzt im Sitzungssaals des Senates ausbewahrt wird. Da es aber auch unwägftch th°n rief F,Md« .°i°d-rh°ldie «orte: .Schur!-, «umer! r/.d-m BSrsmg-tSud- ,u S'l°NM, MLN auch mlt Politischer Gaukler! Hinaus mit ihm!" zu. Als bei der Abstimi Recht befürchten mußte, daß viele Hauser durch den Brand mung Abgeordneter Baron Kochanowski gegen den Antrag stimmt.', schwere Verluste Erlitten hätten, die Ss ihnen vmnöguch wurden stürmische Entrüstungscufe laut. Abgeordneter v. Flondor I machen würde», traten unlautere Bestrebungen hervor, höhnischen Zurufen für den Antrag auf Einsetzung 2,2^2 sich daraus richteten, den Dlsk°n> möglichst in die des Mißbilligungscnisichusscs. für den me Freisinnige Vereinigung r1 > „ JZ ' und die Deutschfortschrittlichen stimmten. Der Antrag Straucher Höhe zu schnellen. Da trat Salomon vEtue em, be wurde unter lauem Beifall angenommen. Nach der Annahme des. stimmte den Diskont auf 4 Prozent und erklärte den- Anrages Straucher beantragte die Freisinnige Vereinigung die 1 jenigen für »inen Schurken» welcher stch das allgemeine MiWllignna dos r-°rg°h-ns Fl-nd-rs Dem Anträge wurdo^dietz Schad.n s-ine. Mildüaze, zu Nutzen machen Dringlichkeit zuerkannt; m der Debatte griff Abgeordneter Donor- .! , n 0 ...» Aurel Ritter v. Onciul die Mitglieder des Rumänenklubs heftig! wurde. Glerchzeittg ht»lt et den Kurs aus London, ludem an. Der Vorsitzende entzog ihm das Wort, was unter den i er selbst für einen bedeutenden Betrag als Käufer austrat. Ruthencn und Deutschen einen solchen Tumult hervorrief, daß Hierdurch ist es gelungen, eine drohende Handelskrists die Sitzung suspendiert werden mußte. Nach Wiederausnahme der udzuwenden, und trotz des furchtbaren Unglücks, welches Sitzung wurde m namentlicher dlbstimmung die Dringlichkeit des . » «. 'v. mrt« i Alitrages mit zwölf gegen zwölf Stimmen abgelehnt, dagegen der so sah Über dr« Stadt hereingebrochen war, hat die Bo se (Antrag auf Wahl eines „Mißbilligungsausschusses", für welchen-nicht einen Tag gewankt. auch Dr. Johann v. Flondor stimmt, mit vierzehn gegen zwölf Begnadigung des Fleifchergesellen Monz Lewy. Kaiser Stimmen angenommen. Das Landesg.ncht rn Strafsachen der- \ «n-~. 1\ rmW nci j ßctot) her feilten langt die Auslieferung des Abgeordneten Dr. Johann Ritter von 'ÜZUyelM yat ücn Hlelscyergeieu>en ^coriz^.elvy, oer Icukp Flondor; die strafgerichtliche Verfolgung wegen der zwei Artikel zeit vom Konitzer SchrvU-lMlchte ZU Vier Jahven Zuchthaus wird nunmehr auch gegen ihn geführt. Abgeordneter Dr. v. Flonverurteilt worden war, bognavigt. Wie erinnerlich, hatte dor beantragt, daß sogleich ein Jmmimitätsausschuß gewählt werd? sich gibich nach dem Bekannttverdm der Blutwt, der im Zl der Gy.w«E«stM^ zum Opfer geseine Auflösung ist wahrscheinlich: Baron Wassilko ist bereits ausfallen WaN, die antisemitische Agltatlon lN der gewissengetreten. Der Redakteur des „Bukowinaer Journals". Max losesten Weis« der Mysteriösen Angel-cigenheit bemächtigt. Reiner, der in einen, offenen Schreiben den Abgeordneten Flondor: Ganz besonders hatten der Mschermeister Adolf Lewy und ha e, is p otz i 1 on hie», Familie unter der Hetze zu l-ciiden. Bei den wieder!» holten Vernehmungen im Vorverfahren hatte Moriz Lewy, der Sohn des von den Arrtisemitien des Mordes bezichtigten als den Verfasser des Artikels genannt abgereist.! Todesfall. Vorige Woche starb in Abbazia plötzlich der ... . : Schriftsteller Herr Dr. Arthur H o r w i tz. Mit ihm verschied Adolf Lewy, eidlich in Abrede gestellt, Ernst Winter gekannt 'ein äußerst bcgabier jüdischer Journal st, dessen Tod umso be-! haben. Diese Aussage wiederholte er im September! klageuslverter rst, l'ts er zu den wenigen Tageswurualrsten gej . in ft?,' Gf'riMÄnerbnndlttna a-eaen den ebenfalls in der (hörte, dw noch Srnn für das wahre Judentum bewahrten. Der! lU ver ocrlllMveioanmung gcgen r en eoensaus m oec! Verstorbene nahm :n seiner Jugend als Mitglied der Verbindung Komtzer 2lffCll'iO wegen gemachter falscher Aussage ange!- „Kadimah" an den Kämpfen um die Wiederbelebung des jüdischen klagten Pläparaitd.n Speljiger. Er blieb auch bei dieser Volkstums regen Anteil. Ehre seinem Andenken!! Aussage, obwohl sich nachher etwa ein halbes Dutzend Zeu-! lM fand, die Moriz Lewy im Verkehr mit Winter gesehen _ . T . . r( . w . .! haben wollten. Die Folge lvar, daß Moriz Lelvy in öffent- P l e h^o e ^it^bclt^ci bei ^>cn^cn*'t®nr)cilcuC0^110= Gerichtssitzung verhaftet, späirr unter der Anklage weiters gestanden, daß sein Streben dahingehe, die Juden, ins-! des wisstntliclM Meineides vor 0as Schwurgericht gestellt besondere das jüdische Proletariat, das ln bet letzten Zeit in Ruß- > und von diesem nach viertägiger Verhandlung am 16. Foland in so zielbewnßter Weise gegen den Absolutismus kämpft, > bnmr 1901 zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. mit terroristischen Mitteln von der Teilnahme an der revolutwl 5^2 «Reid6Bcieriifit im «TOni 1901 die ninaeleate Re-! nären Propaganda fernzuhalten. Er hat es auch, wie schon Kische-! ^^wsgerm)r nenDarnm iwt joui Dl? Lmflciegie JCCiictr es bewiesen hat, nicht bei bloßen Drohungen bewenden lassen, - wsklM. Die ^amillt Lew!) ist mzwlschen dlllch die antl- - und auf die Drohungen, die er nach den blutigen Tagen von Kischc j stmitische Hetze gezwungen worden, ihren Wohnsitz m Könitz! new den jüdischen Deputationen gegenüber geäußert hat. schon l aufzugeben und sich nach Berlin zu flüchten.; wieder eine blutige Tat folgen lassen. Die Berichte dor leisten ~ rci«! ,.N euesten Nachrichten" des jüdischen A r b e i t e r b u n-! Unkenntms des „Baterunser . Em!des in Rußland zeigen klar, daß die neuesten Judenbetzen in' -voll von unglaublicher Gmmtsrohelt ereignete sich Weser j Hömel und die Versuche dazu iu Dwinsk, wenn auch geschickter, Tng-e in dein westpreußischen! Orte Schl och au im Re- I arrangiert, so doch ganz nach dem Muster „Kischenew" in Szene gienmgsbezirk Marimwerder. Die biederen Schlochauerv! gesetzt wurden. Wieder smd cs P 0 l 1 z e 1 0 r g a n t, die die! 1Inllrr Hmihmi ftnuih i Exzeße leiten, wieder sind es diese, di:, wie die offiziösen tufiUj?,". u,1)lcr Der -^lin^OirnxitL oeS Xatli gericyleS von ^iVUltz - scheu. Zcitungen zugoben. „mit Hilfe des rn.ssischen Publikums gegen! Wen, dessen Nahe wohl Mlf ihre Humamtat Und SltteN! itc Juden vorgingeii". als die sich zur Wehre setzten. Es ist am,'Einfluß genommen hat, verübiieu an einem arinen, jüdi- ^Tage. als die Exz.'sse einen ernsten Charakter annahmen, beobachschon Wanderburschen! einen Akt so veowoi^ener Grausam-!iU Ä ficifufSIW4all« '«.„chlichm G-Mtwm «WS«« I erkannt v..» «....7.,». i mitlf-nmi mtä hrtfi VnirS iwtiw/H rvnS i Mämier mit Stadt schwingend, nch unter die Bolksniasse mengten. Die Taktik bestand darin, daß Mitglieder dieser Knüppelgarde in den verschiedenen Stadtteilen die Nachricht verbreiteten, die Inden seien in den anderen Stadtteilen über die Christen hcrgefcrllcn. Zugleich wurden überall Proklamationen verbreitet, die zum Mißhandeln der Juden auffordertcn. Die bisherigen Meldungen ans Rnßland über die Zahl der Toten bestätigen sich, cs muß mir die Meldung mancher Blätter entschieden znrückgewiesen liK’rtvn, als wären die Juden die Angreifer gewesen, weil das bei der allgemeinen Lage der Juden in Rußland widersinnig wäre. In Homcl lebten Juden und Christen bisher in bestem Einvermehvereks^-Handwerker^' zu Tode flepnigelt worden. In d.r Herberge, wo Lcwi einkehrte, wnvde er von den Gästen gezwungen, niederzukmm und das „Vaterunser" zu sprechen. D»a er aber das Gebet nicht kannte, wurde er deuartifl geprügelt und mißhandelt, daß er in derselben Nacht unter großen Qualen starb. Jenisnlrm. (Die Edler v. Lämel-Schnle.) Vor 47 Jahren reiste der Dichter Ludwig dlngnst Frankl nach Jerusalem, um daselbst die von Frau Elise Herz v. Länrel gestiftete Schule nehmen und cs bedurfte erst der planmäßigen Agitation durch! ins Leben zu rufen. Von den großen Kämpfen, die er mit den einige Tage, bis rin Teil der christlichen Bevölkerung gegen die Juden aufgehctzt lvurde. Ebenso deutlich belveisen die Berichte aus Dvinsk,!rer bei solchen Vorfällen die Hand im Snill: hat. Hier wurde beobachtet, daß kurz vor dem Ueberfall auf das im Stadipark spazierende jüdische Publikum alle notwendigen Anordnungen dazu von der Polizei getroffen wurden. Es fand unter Vorsitz des Polizeuueisters eine Besprechung aller Polizeiorgane statt, ivorauf alle Ausgänge des Stadtparks von Polizeichargen besetzt tvnrden. dann brachen in den Park mit .stnütteln beloaffnete Männer ein, in denen man verkleidete Polizisten zweifellos erkannt hat, die mit dem Rufe: „Haut die Juden!" über die ivehrlosen Juden hecfielen. Hier kam es jedoch nicht zu größeren Ausschreitungen. Die christliche Bevölkerung bat die behördlichen Provokateure nicht im „lvünschenswerten" Maße unterstützt. Aber der Vorfall ist für die iiinerpolitischen Regv-nrngsmaßregeln dcö Herrn damals noch äußerst bildungsfeindlicln'n dortigen Aschkcnasim zu bestehen hatte, berichtet sein Buch „Nach Jerusalem". Die Schule bestand endlich, aber bei den geringen Mitteln, über welche sie vecsüat^ rnid bei der nicht auf der Hohe der Aufgabe stehenden Leitung konnte sie nichis Hervorragendes leisten. Da wurde vor nun 10 I ihren livischen den Kuraioren der Lämel-Stiftung in Men und dem in Frankfurt a. M. domiftlierenden Verein zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina eine Nebereinkunft zurVereinignng der Läniel Schule mit der Waisenh-.msschiilc des genannten Vereines getroffen. Seither ist die Lämel-Schnle zu einer allen Anforderungen entsprechenden Bildungsstätte geworden und die erzielten günstigen Resultate beseitigten allmählich das Vorurteil der Bevölkerung gegen moderne Schulbildung. Mit dem steten Wachsen der Schülerzahl machte sich das Bedürfnis nach einem eigenen Heim für die Schule fühlbar, dessen Errichtung durch die Beiträge der Jca von