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Jüdisches Volksblatt · 1903-10-09 · 41 (9.10.1903) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
41 (9.10.1903)
Date
1903-10-09
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Jüdisches Volksblatt 9. Oktober 1903 Nr. 41 Wien, Freitag stand gegeben zu haben, leugnete aber, sdnst für sie interveniert zu haben. — Richter: Ja, wieso kommen dann die Leute gerade zu Ihnen? — Angekl.: Sie bringen schon einen Zettel mit meinem Namen von der Heimat mit. — Richter: Woher kennt man Sie denn dort? Da müffen Sie ja so bekannt sein wie die American Line. (Heiterkeit.) Sie haben sie halt einfach von der Bahn abgeholt. — Der Verteidiger Dr. Zipser erklärte, daß sein Klient gar nicht leugne, ohne Konzession Auswanderer beherbergt zu haben. Diese Uebertretung gewerbebehördlicher Vorschriften sei jedoch nicht identisch mit jener des Auswanderungsgesetzes. — Richter (zu Rochmes): Was haben Ihnen die Leute gezahlt? — Ange kl.: 50 Heller per Kopf. — Der als Zeuge einvernommene Dienstmann Gl a s e r erzählt, daß To in e s und Schwager häufig versuchten, Auswanderer, die er in ihre Agenturen führen sollte, wegznlocken, indem sie ihnen durch Zeichen vormachten, daß er ein Polizist sei, der sie in den Arrest bringen wolle. Diese Manöver gelangen häufig. Auch der Dienstmann Sp u m er erzählt Aehnliches. Er erhielt bei einem solchen Anlaß überdies Prügel. Die Hausbesorgerin des Hauses, Große Stadtgutgasse 7, in dem Rochmes im Hofe eine kleine Wohnung innehat, gibt an, daß dieser nahezu täglich Leute nach Hause brachte, die abends kamen und morgens das HauS verließen. Die Zahl der Gäste bezifferte sich manchmal auf zehn. Der Richter ging mit einem Frei sp ruch sämtlicher Angeklagten vor, da das aufgerollte Beweismaterial nicht hingereicht habe, die Ueberzeugung von ihrer Schuld zu gewinnen. Der staatsanwaltschaftliche Funktionär meldete die Berufung an. Inserate der , Neuen Freien Presse" vom 6. Oktober 1903: Zum Vergnügen sucht Dame, Dilettantin, musikalische Ansprache; klassische Musik, Violine, Cello od. Klavierbegleitung. Israelitin ausgeschlossen. O. v. Z., 9. Bezirk,'Liechtensteinstraße Nr. 13, 2. Stock Tür 15. Wir fragen, ob ein Blatt aus dem gegnerischen Lager wie z. B. „Vaterland", wegen der paar Kreuzer Jnseratengebür ein ähnliches Inserat bringen würde, in dem es hieße: „Katholikin a u s g e s ch l o s s e n". Noch genauer charakterisiert die „juden-liberale" „Neue Freie Presse" folgendes Inserat aus ihrer Nummer von ebenfalls 6. Oktober 1903: Suche für meine Schwester, Wienerin, sehr hübsches, wirtschaftliches, bescheidenes Mädchen, anfang der Dreißig, aus. achtbarer israelirischer Familie, mit K 40 000 Mitgift und sehr schöner Möbel- und Wäsche-Ausstattung, charaktervollen Gatten, elegante Erscheinung, nur penfionssähigen Beamten, Ingenieur oder Advokaten. Konfession egal. — Vermittler verbeten. — Nichtanonyme Zuschriften erbitte Hauptpost!. Wien unter „Morgensonne IC907 \ Ja wohl, Konfession „egal". Diese Sorte von Menschen, die leider noch Juden „heißen", denen aber die Konfession „egal" ist, daß sind die treuesten „Neue Freie Presse"- Leser, und diese Auch-, Noch- oder Bauch-Juden werden deshalb von den gutgesinnten Juden direkt „Neue Freie Presse- Juden genannt. Kranken-Uttterstützuvgsverein „Oseh Chesed", Wie«. Am Sonntag den 11. Oktober a. c. von 10—12 Uhr vormittags finden die Einschreibungen in der hebräischen Sprach- und Bibelschule des Kranken-Uuterslützungrvcreinks „Oseh Chesed", Wien, II., Schiffamtsgasse Nr. 5, stalt. Der Unterricht beginnt am 18. Oktober a. e. um 8 Uhr früh und wird unentgeltlich erteilt. Die P T. Vereinsmitglirder werden ersucht, die Kinder am genannten Tage aufnehmen zu lassen, da nachträglich niemand berücksichtigt werden kann. Vcreinsmilgiieder, die keine männlichen Kinder haben, können andere zur Aufnahme vorschlagen. Allgemeiner jüdischer Arbeiterverein, II. Stcphaniestraße 8. Samstag, den 10. d. M. findet inr Vereinslokale ein Vortrag des Kollegen Emil Obernik statt. Thema: Jüdisches Elend in den Wiener Massen quartieren. Gäste willkommen. Geschwornenlifte und Magistrat. Die Deputation der Herren Dr. N ech a u s k y und Genossen beim Wiener Landesgerichtspräsidenten Hvfrat v. Vittorelli, welche dem Wunsche Ausdruck gab, „es wöge in Zukunft bei Bildung der Jahresliste der Geschwornen die Intelligenz der Bevölkerung in höherem Maße, als es bisher geschah, herangezogen werden", hat. wie berichtet wurde, den Erfolg gehabt, daß der Landesgerichtepräsident die Zusage machte, er werde die bisherige Gepflogenheit, nach welcher der Magistrat die drei Vertrauensmänner in die Kommission zur Bildung der Geschworuenliste in Vorschlag brachte, durchbrechen, einen Vertrauensmann von der Handels- und Gewerbekanimer in Vorschlag bringen lassen und bloß einen Vertranensniann dem magistratischen Vorschlag überlassen; eventmll werde er mit dem bisherigen Usus ganz brechen und ohne Einholung eines Vorschlages die drei Vertrauensmänner unmittelbar ernennen. Darob gab es gestern einen Entrüstungssturm im Landtag und schließlich wnrde an den Statthalter die Anfrage gestellt, ob die Herren Dr. N echansky und Genossen die Berechtigung haben, auf die gesetzlich geregelte Commission zur Bildung der Geschwornenliste einen Einfluß zu üben. Herr Str o b ach und seine Mitinterpellanten scheinen danach von dem Gesetze vom 23. Mai 1873 betreffend die Bildung der Geschwornenlisten keine Ahnung zu haben. Die Geschworiieiilisten werden nach den Ztz 5 bis 15 auf folgende Weise gebildet: Der Gemeindevorsteher (Bürgermeister) hat mit zwei von ihm ans der Gemeindevertretung gewählten Mitgliedern alljährlich anfangs September die Urliste der Geschwornen zusammenzustellen, bei deren Vorlegung der Bürgermeister, beziehungsweise der Bezirksbaiiptmaun verpflichtet ist, dem Präsidentin des Gerichtshofes erster Instanz diejenigen Männer, welche ihm wegen ihrer Verständigkeit, Ehrenhaftigkeit, rechtlichen Gesinnung und Charakterfestigkeit als vorzüglich geeignet erscheinen, zu bezeichnen. Der Präsidei t beruft nun eine Kommission ein, die unter seinem Vorsitz aus drei Räten des Gerichtshofes und aus drei Vertrauensmännern besteht. Die Mitglieder werden vom Präsidenten bestimmt. (§ 11.) Ans der Urliste werden nun in eine Hauptliste und iu eine Ergänzungsliste die Fähigsten und Würdigsten eingestellt, und so entsteht dann die sogenannte Jahresliste. — Wie mau siebt, war der Landesgerichtepräsideiit zweifellos zu der Zusage berechtigt, daß er die Gepflogenheit, nur magistratische Vorschläge bezüglich der Vertraueusmänner anzuhören, abstellen wolle und daß er sich sogar mit dem Gedanken trage, ohne jeden Vorschlag die Vertrauensmänner selbst zn ernennen. Der § 11 des Gesetzes räumt ihm dieses Recht ei», und dieses Recht kann durch eine Gepflogenheit nicht aufgehoben wlrden. Wie Ritualmsrdmärchcn entstehe«. Das Kreisgericht Kuttenberg als Berufungsinstanz hatte über ein Urteil des Bezirksgerichtes in H u m p o l e tz wegen Ehrenbeleidigung zu urteilen, durch welches ein junges Mädchen, das den Lehrer und Kantor Jakob P o s a m e n t i r durch Erdichtung eines Ritualmordmärchens beleidigte, zu einer Woche A r r e st verurteilt wurde. Der Fall ist folgender: Am 32. April kam, wie schon öfter, die 15jährige Antonie Dvorak aus Bistra in die Wohnung des Lehrers P o s a m e n t i r in Humpoletz und bot Tauben zum Kaufe an. Zufälligerweise kam das Mädchen statt in die Küche in das Wohnzimmer, wo der Sohn des Lehrers, ein 20 jähriger Jurist, der an einer Rückenverkrümmung leidet, Turnübungen auf einem Hängeapparate machte. Das Mädchen wurde in die Küche gewiesen und ging dann fort und erzählte im Orte, daß im Zimmer des Kantors ein toter, schwarzgekleideter Knabe hänge, der in Riemen eingewickelt sei, und um den, als sie das Zimmer betreten habe, drei schwarzbärtige Juden herumgestanden seien. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich das Gerücht von einem Ritualmord in der Stadt. Kurz darauf erschien im Hause des Lehrers eine Gerichtskommission, bestehend aus Gerichtsadjunkten Dr. Valentin, dem Bürgermeister und Reichsratsabgeordneten Becvar und zwei Gendarmen, um über den verübten Mord Erhebungen zu pflegen. Herr P o s nm entir behielt Kaltblütigkeit genug, um das Phantasiegebilde der Dvorak aufzuklären und ließ seinen Sohn die Gelenksübungen der Kommission demonstrieren, so daß die Kommission sofort den Eindruck gewann, daß sie von dem Mädchen mystifiziert worden sei. Die Dvorak erklärte jedoch unter Beteuerungen und Eiden, daß sie sich nicht irre. Der Knabe sei ein anderer als jener, den sie hängen gesehen habe. Auch blieb sie dabei, daß drei schwarzbärtige Juden den Knaben umstanden hätten. Die Kommission durchsuchte nun das Haus vom Boden bis zum Keller und fand nicht die mindeste verdächtige Spur. Während der Vornahme der Hausdurchsuchung umlagerte eine hundertköpfige erregte Menge das Haus, die Abgeordneter Becvar nur mit Mühe beruhigen konnte, indom er erklärte, daß die ganze Sache erfunden sei. Wegen Verbreitung dieser unwahren, ihn höchst gefährdenden Gerüchte erstattete Herr Posamentir bei der Staatsanwaltschaft in Kuttenberg die Anzeige und erhob auch die Ehrenbeleidigungsklage beim Bezirksgericht Humpoletz. Bei der am 20. August stattgefundenen Verhandlung beim Bezirksgericht Humpoletz wurde Antonie Dvorak wegen Ehrenbeleidigung zu einer Woche Arrest verurteilt. Angetündigte Jndeukrawalle. In Galizien wirds immer gemütlicher. Der Haß gegen die Juden wird nunmehr, wie es scheint, durch die Behörden offiziell geschürt. Ans diesen Umstand läßt wenigstens die Mitteilung des „Jüdischen Wochenblattes" schließen, wonach am 28. v. M. der Stanislauer Polizeikorporal G r a b o w e c k y in der Schänke des Herrn Bunem Lö w frank und frei erklärt hat, daß in den nächsten vierzehn Tagen in Stanislau ein größeres jüdisches Blutbad an gerichtet werden wird, als es in Kischenew der Fall war. „Wir warten schon lange auf den Gerichtstag," sagte der wackere Polizeikorporal aus der Schule plaudernd, „um mit den Inden abzurechuen und sie aus dem Lande zu jagen!" Wir sind begierig, zu wissen, wann dieses Muster von „Sicherheits"-Organ Polizeirat wird. Ausirmd. Die angebliche» Jndeuuuruheu in Mohilew. Nach den der „Israelitischen Allianz" in Wien aus Rußland zugegangenen direkten Nachrichten erweist sich die von dem „Czernowitzer Tagblatte" gebrachte Tartarennachricht von einem Blutbad in Mobilem als unrichtig, und zwar sowohl mit Bezug auf die Gouvernementstadt am Dnjepr wie hinsichtlich der gleichnamigen Stadt am Dnjestr (wenige Stunden von Nowosielitza entfernt). Das Gerücht mag durch die Panik entstanden sein, welche im Gebiete des Gouvernements Mohilew infolge der furchtbaren Exzesse in Homel entstand liub bei denen die Polizeiorgane und das Militär nicht nur die Plünderer und Exzedenten beschützte, sondern sogar auf die ihre Familien und ihr Hab und Gut verteidigenden Juden schoß. Da der Gouverneur von Mohilew überdies selbst in einer aufreizenden Brandrede die Exzedenten ermutigte und den ahnungslos überfallenen Juden die Schuld au den Vorgängen mit der Motivierung zuschob, daß in ihrer Mitte „zahlreiche, die revolutionäre Bewegung fördernde Elemente seien," ist die gedrückte Stimmung der russischen Juden wohl erklärlich, und es sind Metzeleien wie in Kischenew und Homel bei der ausgesprochen judenfeindlichen Haltung der Regierungsorgane in Rußland täglich zu befürchten. Die „Israelitische Allianz" hat zur Unterstützung der Opfer in Homel einen größeren Betrag gesendet. Eine besondere Sammlung wird nicht veranstaltet, et erscheint jedoch im Hinblick aus die sich häufenden Fälle, in denen die Allianz den durch Fanatismus und Barbarei Verfolgten Hilfe zu bringen hat, dringend geboten, die Bestrebungen des Hilfsvereines durch Zuwendung von Spenden und Legaten zu fördern. Beitrittsanmeldungen im Bureau, I. Weihburggaffe Nr. 10. * Wir haben bereits auf Grund von direkten Informationen aus Rußland konstatiert, daß die Meldung eines Czernowitzer Blattes von einem Blutbad in Mohilew sich als unrichtig erwiesen hat. Von gut unterrichteter Seite erfahren wir einige Einzelheiten über die Ursache, welche Anlaß zu der Meldung gab. In der in einer Entfernung von einer halben Werst von der Gouvernementstadt Mohilew am Dnjeper liegenden Ortschaft K a r aw an o w k a, welche den Bewohnern von Mohilew als Ausflugsort dient, spielte sich am 23. September folgendes ab: Eine Rotte halbwüchsiger Bursche, ungefähr 80 an der Zahl, überfiel die jüdischen( Spaziergänger und Spaziergängerinnen, bewarf sie mit Kieselsteinen und verjagte sie aus Karawanowka. Ernste Folgen hatte der Ueberfall nicht, aber er rief unter der jüdischen Bevölkerung von Mohilew eine förmliche Panik hervor. Diese Panik verschärfte sich noch dadurch, daß böswillige Personen das Gerücht verbreiteten, die Juden hätten beschlossen, aus Rache für Homel das in der Nähe von Karawanowka liegende Dorf zu demolieren. Dazu kam noch, daß der Homeler Kaufmann Petrot schenk o, welcher die Ansprache des Gouverneurs K l i n g e n b e r g an die Juden in Homel mit an-> hörte^ überall herumreiste und offen erklärte: „Brüder! Die Juden darf man prügeln, der Gouverneur gestattet es!" Der Gouverneur hat zwar gleich nach seiner Rückkehr eine Kundmachung erlassen, in welcher vor Ausschreitungen ernstlich gewarnt wird, aber die Unruhe unter den Juden hat sich nicht gelegt. -ft Der Ursprung der unbegründeten Nachricht von angeblichen Exzessen in Mohilew wird durch eilt heute hier eingetroffenes Schreiben ans Mohilew aufgeklärt, das uns zur Verfügung gestellt wurde. In Mohilelv entstand ein verheerender Brand, der' einen Teil der Stadt einäscherte. Der in Mohilew ansässige Privatier Nnchem Datz hatte nach Nolvosielica eine Korrespondenzkarte gerichtet, in der er in kurzen Worten den Schrecken, die Zerstörungen und die Schäden erwähnte, die durch den Brand in Mohilew angerichtet worden sind. Diese wahrscheinlich nicht ganz klaren Mitteilungen sind nun dahin gedenket worden, daß es sich um die Folgen eines Exzesses gegen die Inden handle und dadurch ist die falsche Nachricht entstanden. Der erste jüdische Kongreff in Palästina. Gleichzeitig mit dem sechsten Zionistenkongreß in Basel tagte in der Kolonie Sichron-Jacob in Palästina ein jüdischer Kongreß, der den Zweck hatte, eine einheitliche Organisation aller in Palästina wohnenden Juden ins Leben zu rufen. Der große Saal des Administrationshauses war mit Fahnen und Gnirlanden prächtig geschmückt; zwischen ihnen prangten die Porträts Rabbi Mohilewers, Montefiores, Herzls, Nord aus, des ersten Zionistenkongreffes, und anderer zionistischer Versammlungen. Im Ganzen waren 70 Delegierte und 60 Lehrer und Lehrerinnen erschienen, die von den Kolonisten in Sichron-Jacob herzlich empfangen und bewirtet wurden. Ovationen für den scheidenden Lordmajoo von London. Anläßlich des Scheidens des Londoner Lordmajors, Sir Samuel Markus, war letzterer Gegenstand außerordentlicher Ovationen. Der neugewählte Lordmajor, I. T. Ritchie, wies in einer längeren Rede ans die großen Verdienste hin, welche sich sein Vorgänger während seiner Funktionsdauer um die Stadt London erworben hat, wodurch es dem Redner schwer werde, sein würdiger Nachfolger zw sein. Nachdem eine die Verdienste des scheidenden Lordniajvrs hervorhebende Resolution einstimmig angenommen wurde, dankte Sir Samuel Markus für die Unterstützung, die ihm seitens seiner Kollegen und der Bürgerschaft während seiner Amtszeit zuteil wurde. Hauptsächlich aber werde er sich stets dankbar der Zustimmung erinnern, welche seinem Verhalten in der Frage seiner bedrückten rumänis ch e n Brüder gezollt wurde. Hierauf wurden Herrn Markus wertvolle Ehrengeschenke zum Andenken an seine Amtstätigkeit überreicht. Eingefendet. Die Adresse des Arbeitsausschusses der zionistischen Studentenschaft lautet bis auf weiteres: Joch an an Thau, Wien, I., Universität. — Die Adresse der Bereinigung jüdischer Hochschüler ans Galizien „Bar-Kvchba" ist: Wien VH., Burggasse 36, Mezzanin. * Hilfsvereiu der deutsche» Inden. Die Nachrichten aus Homel gestatten jetzt einen Ueberblick über die durch die Exzesse angerichteten Schäden. Es sind 8 Personen getötet, mehr als 100 verwundet, 273 Häuser und 2 Synagogen sind demoliert und 400 Familien sind obdachlos. Bisher sind Verluste in der Höhe von 200.000 Rubel angemeldet, doch haben viele geschädigte Familien ihre Verluste «och nicht angegeben, so daß die Gesamtziffer sich noch höher stellen wird. Unter diesen Umständen tut schnelle und ausgiebige Hilfe not. Die vom „Hilfsvereiu der Deutschen Inden" bewilligt.'» 5000 Mark werden zur Beköstigung der Hungernden verwendet, ebenso die von anderer Seite eingegangenen kleinen Beträge.

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