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Jüdisches Volksblatt · 1903-09-11 · 37 (11.9.1903) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
37 (11.9.1903)
Date
1903-09-11
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 37 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 11. September 1903 Seile 5 item Meer, 330 engl. Meilen Doit Mombasn; Man, dnS 1000 Meter höher ist, liegt 160 engl. Meilen von Nairobi entfernt. Sir H. H. Johnston, der frühere Verwalter von Uganda, schildert dieses Ge biet in seinem int Jahre 1901 erschienenen. Berichte folgender matzen: „Im östlichen Teil des Schutzgebietes von Uganda be findet sich ein Landstrich, der int tropischen Afrika seines gleichen nicht hat; ein Gebiet von einer Ansdehnnng Uoit ungefähr 12 000 engl. Geviertmeilen, allsnehmend gnt belvässert, mit fruchtbarem Erdreich, einem gemätzigten und vollständig gesunden Klima, mit prächtigen Waldilngen bedeckt iknd grotzetrteils nicht belvohnt von eingeborenen Nassen. Dieses Gebiet liegt zlvischen 6000 mrd 10 000 Fntz über deiil Meere. Es ist geilau so geeignet für ellropäische Ansiedler >vie das Vereinigte Kölligreich, Britisch Kollnnbia oder die gernützigtell Teile Südafrikas. Ich sage mit voller Ueberlegllilg, das; tvir hier liach der Anlage der Ugandabahn eilt für iveitze Ansiedler trefflich geeigiletes Gebiet besitzeir werden. Augelischeinlich iverden dessen Allsiedler in diesem Gebiete ein ausgezeichnetes Feld zur Betätigung ihrer Arbeitskraft antreffen. Gelvaltige Strecken silld mit Glnmnibäumen bestanden, die in llnseren Tagen grötzeren Geldivert habet: als zuvor. Von grotzem wirtschaftlichen Wert sind die vielerorts wildwachsenden Kaffeestauden, Gummi-Akazien, Schellak uild Bauholz, besoilders Ebenholz. Bei Mau erstrecke:: sich die Waldungeil bis nahe ml die Bahlllinie. Balimwolle uild Indigo wachseir wild und halbwild auf bedeutendeir Streckeil." Sir H. H. Jöhuston schreibt fcrttcr: „Ueberraschungen tucrbcn uns bevorstehen, welche die der Golduild Dialnanteiifllnde in Südostafrika erreichen, ja überlreffen dürften. Keilner des Laildes erwarten zuversichtlich, datz das Schutzgebiet Uganda biilllell kurzem ohne Zuschüsse allskolnmeu, ja im Stande sein lvird, die früher für die Kolonie anfgewendeten Gelder und die Eisenbahnbaukosten wieder zu erstatten. Die mls Nutzland und Polen vertriebenen Juden sollen liach der Absicht der Negierung die Pioniere der Gesittung in Uganda fein, da das Land eiiler Weißen Bevölkerliug bedarf." Herr Chamberlaiu ist voriges Jahr auf seiner Afrikareise bis Nairobi gefahren. Die „Jüdische Presse" publiziert folgenden russischen Geheimerlaß. Wir überlassen die Verantwortung für die Nichtigkeit diesem Blatte. „In Nr. 34 linsereS Blattes haben wir über das Verbot des Zionismus in Nutzland berichtet. Wir sind nunmehr in der Lage, das Gehennzirkular zu veröffentlichen, welches der russische Minister des Innen:, Herr v. P l e h w e, ans amtliche Gouverneure, Polizeiminister lisw. gerichtet hat. Das Schriftstück hat folgende:: Wortlaut: Ministerium Streng vertraulich I des Jimern. Besondere Abteilung des Polizei-Departements vom 24. Juni sub Nr. 6142. An die Gouverileure, Polizei-Präsidenten und Ober-Polizeimeister. Laut meinenl dem Polizei-Departement vorkiegendell Berichte über die sogenannten zionistischen Vereine sollen diese ursprüllglich sich zur Aufgabe gemacht haben, zur Uebersiedelung der Judeil nach Palästina beizutragen, um daselbst einen unabhängigen jüdischen Staat zu errichten. Jetzt wird aber die Verwirklichung dieses Gedankens einer fernen Zukunft überlassen, Ivährend die Vereine ihre Tätigkeit auf die Entwicklung uild Stärkung des liationalen jüdischen Gedankens konzentrieren uild für einen festen Zusammenschluß der Juden in ihren gegenwärtigen Wohnorteil eintretell. Diese Nichtnng, welche eiiler Verschmelziing der Juden mit den alideren Völkern eiltgegenwirkt lind die liationaleli Differenzeil zivischen ersteren uild leisteten vergrötzert, widerspricht den Grundgesetzen des Staatsgedankeiis, uild darf daher nicht gediildet werden. Ich erachte deshalb inbetreff der zionistischen Orgailisation folgenden Bescblntz für erforderlich: Ich bitte Euer Hochwohlgeboren, lnir limgeheud einen detaillierten Bericht über die in dem Ihnen anvertrauten Nahon bestehenden zionistischeil Gruppeil lind die von diesen Veranstalteten Versammlungen, soivie über ihre Bedentniig vom nationaleil wie vour staatlicheil Gesichtspunkte aus zil erstatten. Da ich es jedoch für erforderlich halte, noch bevor auf die mit Obigem auf die Tagesordimng gestellten Frageil eine Ailtlvort eingelanfen ist, die bereits erstarkte zionistische Organisatiorl ttnb ihre Weitereiltwicklung nach der schädlichen Nichtnng hiil aufznhalten lind zu unterbrechen, halte ich es für meine Pflicht, Euer Hochwohlgeboren als Anleitung nachstehende Anweisungen zu erteileii: 1. Die Propaganda für den Ziollismus in öffentlichen Lokalitäten tvie in Versammlungen mit öffentlichem Charakter ist zn verbieten. Jil dieser Hinsicht ist die Wirlsamkeit der speziellen Agitatoren, der sogenaiiilten „Maggidim" zil verhiilderil, welche die Städte tntb Städtchen bereisen llild in Synagogen und öffentlichen Versammlungen Predigteil halten, ttm namentlich die Leute aus den tmtcrcn Stäilden in die Reihen der Anhänger der zionistischen Veivegung hineil,zuziehen. 2. Ebenso unterliegen dem Verbot, itifofetn tiefe,i Wirksaulkeit einen öffentlichen Charakter anniinmt, sämtliche Zllsnlnmenkünfte aller bereits bestehenden zionistischen Organisationen, die in einenr weitverzweigten Netze über das gesäurte Nutzland einschlietzlich Sibirien, das Königreich Polen soivie russisch Zentral-Asien verbreitet sind. 3. Delegiertentage von Teilnehmern an zionistischen Organisationen nicht zu gestatten. 4. Alle von der Negierung nicht genehinigten Geldsammlungen für die laut Nr. 02 Abt. 1 der Gesetzsammlung pro 1002 zur Einfuhr in Nutzland verbotenen Aktien und Jnterimsscheiiie der Londoner Kolonialbauk, ferner die durch allgeineine, in den jüdischen Massen veranstalteten Sannulungen betriebene Vergrötzerung des jüdischen Nationalsonds müssen auf die erste Nachricht von der Veranstaltung derartiger Sammlungen sofort unterdrückt iverden. Sämtliche nun zivei Beschwerden vorzubringen hatten: geigen den gewissenlosen an der Spitze solcher zionistischer Organisationen stehende ^''pp luch gegen seinen polternden Helfer in, Polizeirock. . . ',, f rr ' ' . ,r. ' ... ' . . Tie Vorzuninerivirtschaft be, den Konninssarlaten verhindelle pe, Personen sind durch Unterschrift zu verpflichten, such von der § Kommissär zu kommen. Die Herren Amtsdiener erklärten Leitung der Bewegung znrückzuziehn und keine weiteren einfach, das geht den Herrn Kommissär nichts an nnb daiuir basta. Geldsammlnngen zu veranstalten. Die in ihrem Besitze sich Aber die beiden ließen sich nicht abschrecken. befindenden Beträge sind, als aus vom Staate nicht ge- > Ö‘nÖl’n ^Zimlag vorinittag^, wieder hin, um ihre Be- ' . , ~ , r •> r ......^ , fcbtucrbe gegen den Inspektor vorzubrmgcn, und du'siual kainen I>e nehnligten Lannntnngen herruhreiu, einer jndychen ivohl- ^0l. Bezirksinspektor. Sie verlangten von ihm den Na,neu tätigen Anstalt (beispielsweise der in Odessa bestehenden j des Schimpfers im Polizeirock, der, anstatt ausgebeutete Lehrlinge Gesellschaft zur Unterstützung jüdischer Ackerbauer und ' zu schirnien, noch andere beschimpfe. Sie verlangten den Namen, Handiverker in Palästina und Syrien) zuzuführen. Ettvaige! ll.nl 'fe6en Eh re nbe le idigung be langen zu können. Der Be- Aktien und Jntcrlmsscheme der indischen Kolon,albank sowie - besonderes Licht auf die Wache," und suchte dann nach Sammelmarken für den jüdischen Nationalfonds sind zn kondieser Einleitung die beiden jungen Genossen davon abzubringe». fiszieren, während die mit dem Vertrieb genannter Doku-1 Den' Namen des Wachorgans sagte er ihnen nicht. Vielleicht meiite sich befassende Verzicht mif diese artige Tätigkeit zionistische Zwecke sich aus den ärmsten Klassen der jüdi-! für nächsten Sonntag, obwohl der Anzeiger ihn gesagt hatte, das; scheu Bevölkerung rekrutieren. ct om Sonntag nicht Zeit habe und sich ausgebeten hatte, datz ihm t. vfitclj luusscn die t„ den jüdischen Cheder^, Lesehallen, j Der Herr Bezirksinspektor war also sichtlich bemüht, eine Sonnabendschulen und Bibliotheken von den Zionisten ver-. Verschleppung, vielleicht Versumpfung der Sache herbeizusühren, anstaltetei, öffentlichen Vorträge beobachtet und unter steter die weniger Bedeutung durch die Beschimpfung der neiden junge,, Aufsicbt aebalten werden! Genossen hat — das Schimpfen istman von der Wiener Polizei n7! f Zlrrl h m rr.M . m rr. ,a,! gewohnt — als dadurch, datz den Inspektor das Schicksal von neun ). Be, den Wahlen von Nabbinern, Nablnnawkand,- Ausgebeuteten Jungen teilnahmslos lies; und er keinen Schritt daten und sonstigen Gemeindevertretern uiutz man über den machte zur Abstellung dieser Gesetzesübertretung. . Ob ein Verweis Grad ihrer Beteiligung an zionistischen Organisationen unter^vier^Augen, den der Herr Bezirksinspektor in Aussicht^ stellte, orientiert sein. . gez.: v. Pleh >ve Lopu ch t n. Bekanntlich hat dieses Verbot Dr. Herzl veraiilatzt, seine Reise nach Nutzland zu unteruehmen. Als Erfolg derselben darf man den Brief v. Plehives an Dr. Herzl anseheu, den wir bereits veröffentlicht haben. Besonders charakteristisch in diesem Erlasse ist der Passus, in welchem Herr v. Plehwe sagt, das; die zionistischen Bestrebungen einer Verschmelzung der Juden mit den Russen hinderlich seien. Dieser Passus ist ein Hohn auf die russische Gesetzgebung gegen die Juden. Die grausmnen Ausnahmegestze gegen die Juden sind leider jedem unserer Leser so sehr geläufig, daß wir uns eine Aufzählung im einzelnen ersparen können. Wie Herr v. Plehwe in Wirklichkeit den Juden gegenübersteht, zeigt die in .' dieselbe Wirkung haben wird wie eine Anklage bei Gericht, be- 1 zweifeln Ivir. Wir halten es darum für ganz gut, tvenn die beiden jungen Genossen den Schimpfer vor Gericht zitier,,. Er tvird dort lernen, was seines Amtes ist. Um den Herrn Gepp wird sich nun aber vielleicht doch das magistratische Bezirksamt und der jüdische Lehrlingsschutzverein kümmeri,. Beide haben reichlich Grund dazu. Dom Vorstände des isr. Tempelvereines iw ^_ Vil!. Bezirke der Stadt Wien. Die feierliche Einweihung seinem Briefe an Dr/.Herzl abge^gebene'Hrung, deren Deutlich- ^er neu erbauten Synagoge im VIII. Wiener Gemeinde bezirke, feit nichts zu wünschen übrig läßt, wonach er die Auswanderung i Neudeggergasse Nr. 12, findet Dienstag den 15. d. M. präcise der Juden als die von der russischen Regierung begünstigte Lösung, 5 Uhr nachmittags statt. der Judenfrage für Rußland betrachtet. Der ganze Erlaß kennzeichnet sich als ein Erlaß der politischen Heuchelei des Herrn von Plehwe, der es zu allem übrigen auch noch darauf abgesehen hat, unter dem Vortvande der Schädlichkeit des Zionismus den Juden selbst den letzten Nest von Vereinsfreiheit, die ihnen „och geblieben ist, zu nehmen." Einen höchst bezeichnenden Kommentar zur Stellung der sogenannten „ li b e r ale n" P r e ss e zur Judeufhage liefern nachfolgende Ausführungen der „Silosia" in Teschen. Dieses Blatt schreibt anknüpsend em den Baseler Z i o n i st e „ k o n g r e h und an den Brief des russischen Ministers v. Plehwe an Dr. Herzl: „Die russische Negierung ist bereit, diejenigen Bestrebungen der Zionisten zu unterstützen, die dazu führen können, das; Rußland eines Teiles seiner Juden entledigt werde, verurteilt aber, selbst für die Juden i h res La „ d e s, d i e n o ch am ehe st e n als g e s o n d e r te r nationaler B e st a n d t e i l angesehen!v e r d e n k ö n „ e n, aufs schärfste eine Propaganda der jüdischnationaleu Zusammenfassung im Lande s e l b st,!v i e s i e d i e Z i o u i st e n h i e r u n d a „ der w ä r t s b e t r e i b e u. Das innerösterr. Distrikts-Komitee des Verbandes ^Zion" hat folgenden Brief an den Wiener Kultus-Vorstand gerichtet: Hochlöblicher Kultus-Vorstand! Bei zahlreichen Funktionären der Wiener Gotteshäuser ist die irrige Ansicht verbreitet, daß Spenden für die so hochwichtige und gemeinnützige Institution des jüdischen Nationalfonds — no'p pp — den religiösen Gesetzen widersprechen und daher unzulässig seien. Da dieser Irrtum bei den herannahenden hohen Festtagen nur zu überflüssigen, die Würde des Gottesdienstes beeinträchtigenden Kontroversen führen müßte, gestatten wir uns im Vertrauen auf Ihre Loyalität das Ersuchen zu richten: Ein hochlöblicher Kultus-Vorstand geruhe, die verantwortlichen Leiter an den hohen Feiertagen in Wien abzuhaltender gottesdienstlicher Veranstaltungen — in Wahrung der einem hochlöblichen Kultus- Da, wie auf dem Kongreß selbst mitgeteilt wurde, ai, etne j 00vfiarTbe zustehenden Aufsichtsrechte — dahm zu belehren, Erwerbnug Palästinas von der Türkei zur Zeit nicht zu denken ist, >. ' 0 .' " ' " so können nur die Heißsporne der zionistischen Bewegung — freilich sind das fast alte ihre Anhänger — von Erfolgen reden. Alle Freunde der Humanität werden gern berit sein, an einer Erleichterung der gedrückten Lage der russischen und polnischen Juden mitzuivirken, beziv. bei ihrer liebe,führung in geeignete Kolouisationsgebiete, lo ein, s i ch s o l ch e a uffi u d e n l affe n sollt e u, behilflich zn sein. Es ist aber eine Tendenz! ü g e, wenn die Wortführer des Zionismus versichern, nichts anderes zu erstreben. Ihr oft genug und klar an den Tag gelegtes Ziel ist vielmehr, wie es aus dem Namen der Beivegnng klar hervorgeht und lvie auch der russische Minister deutlich di'irchblicken läßt, die nationale Zusammenfassung aller Juden mit dem Zwecke, „G r u p p e n von I n d i v i d n e n z n s ch affe n, die den vaterländischen Gefühlen, ivelche die Stärke eines jeden Staates ansmachen, vollkommen fremd und sogar feindlich (I?) gegenüberstehen lvürden". Herr Nordan und andere zionistische Wortführer bestätigen mit jeder ihrer Aeutzerungen von jüdischer Volkspolitik ,ind von der jüdischen „Kokarde" diese Anffassnug. Gelangten die Gesinnungen dieser Wortführer zur Herrschaft, so e r h i cito dadurch der A u t i s e m i t i sm u sin seiner s ch ä r f st e n F o r m die n a ch t r ä g l i ch e Legitima t i o u, und alle Bestrebungen' einsichtiger Menschheitsfrenude, diese humanitätsfeindliche Veivegung einzndämmen und ihre Wurzeln ahzngraben, die Kluft zivischen jüdischer Tradition und deutschem Volksempfinden allmählich nuszufüllen, ivürden Paralysiert." (Plehive Ann in Arm mit der „Silesia", ein erquickender Anblick. Anm. d. Red.) 8ln die Adresse des Vereines zur Beförderung der Handwerke unter inl. Israeliten. Die „A.-Z." schreibt: Zivei Mitglieder der Herualser Ortsgruppe der Jugendlichen gingen letzten Mittivoch abends durch die Leopold Ernstgasse in, 17. Bezirk. ES ivar nach Schluß ihres Vereinsabends knapp vor 10 Nhr abends. Da warfen sie durch die Kellerluken einen Blick in die Werkstätte des Tischlermeisters Karl Gepp, 17. Bez., Leopold Ernstgasse 23, und sahen, datz die neun Lehrlinge dieses Meisters, der keinen Gehilfen beschäftigt, noch schuften mutzten. Herr Gepp dokumentiert damit seinen Antisemitismus, der sich bei seinen Geschäften mit jüdischell Möbeltrödlern offenbar nicht voll ausleben kann. Die nein, Lehrlinge sind nämlich In den jungen, die den, Meister ein j ü d i s ch e r L c hrli n g s s ch u tz v e r c i n bestellen soll, offenbar ohne sich Hiebet um das Schicksal der Jungen z,r kümmern. So kümmerten sich denn die beiden Jllgendlichen um das Schicksal ihrer Altersgenossen. Nebenan befindet sich eine Polizeiwachstube. In diese gingen sie und brachten dem lvachhabendcn Inspektor die Anzeige vor, datz nebenan neun Jungen fünf Minuten vor 10 Ilhr alumds noch arbeiten ulüssei,, ivas nach dem Gesetze verboten sei, und baten mn Abstelülng des Unfugs. Die Antivort des lvürdigen Herrn Inspektors war: „Das geht uns nichts an und euch schon gar nichts. Oes seids uo zu naß hinter die Ohren I" Und als die beidei, Jugendlichen auf das Gesetz veriviesen, fchlmuzte sie der Inspektor an: „Schaut's, daß 's a,lssiknmmt's, sonst laß i euch aussischmeiß'n . . . ös Lausbnmn." Die Jugendlichen gingen, und zivar direkt aufs Kommissariat, >vo sie daß Spenden für den jüdischen Nationalfonds den religiösen Satzungen und staatlichen Vorschriften nicht widersprechen und daher zulässig sind. Mit vorzüglicher Hochachtung und Zionsgruß jur. David Fuhrmann, Dr. Max Bernhardt Sekretär. Obmann. Schuluachricht. Die Privat - Religionsschule des „Adaß Jisroel" (Schiffschul) unter Leitung Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners beginntS. Fürst am 16. September das neue Schuljahr mit je 3 Abteilungen für K n a b e n u n v M ä d ch e n. Die stetig steigende Frequenz — von 60 ist die Schülerzahl ans 180 gestiegen — ist wohl die beste Anerkennung der Leistungei; dieser Schule. Im Interesse des Unterrichtes ist es von Wichtigkeit, daß schon zu Schulbeginn das ganze Schulmaterial klassiert werden kann und werden die p. t. Eltern eingeladen, die Kinder rechtzeitig einschreiben zu lassen. Aufnahme finden Kinder im Alter von 7—14 Jahren. Die Einschreibung findet statt im Schullokale II., Negerlegasse 2, Sonntag 13. September von 9—12 Uhr vormittags. Montag und Dienstag den 14. und 15. September von 1—3 Uhr nachmittags. Weiterhin an Sonntagen von 8—12 Uhr vormittags. Mittwoch von 2 bis 6 Uhr nachmittags. Der Vorstand. Wien. (Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter O t t a k r i n g — H e r n a l s.) Sonntag den 13. September findet in Leopold Müllers Restauration, XVI., Hubergasse 10, die zweite ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Berichte. 2. Wahlen in die Vereinsleitung. 3. gleferat des Kollegen David Hastrlik über „Organisation und Presse". 4. Eventuelles. Beginn präzise h;3 Uhr nachmittags. Bestimmtes Erscheinen aller Mitglieder dringend notwendig. Jüdischer Tchnlverein für den IX. Bezirk, IX., Pramergasse 5. Die Religionsschnle tritt in ihr drittes Schuljahr. Dir vom Kultusvorstande, vom Schulinspektorat und anderen Fachkreisen anerkannt vorzüglichen Leistungen dieses Vereines lassen eine Erweiterung der Schule sehr wünschenswert erscheinen. Die schwierigen Erwerbsverhältnisse machen es zur Pflicht das Schulgeld möglichst niedrig zn bemessen und Minderbemittelten noch weitgehendere Nachlässe zu gewähren, so daß sich die Schule größtenteils durch Mitgliederbeiträge, Subventionen und Spenden erhalten muß. Wir lenken die Aufmerksamkeit der Wohltäter und Förderer alles Edlen auf diesen der Unterstützung höchst würdigen Verein. Zuschriften und Geldsendungen sind gefälligst an den

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