Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 37 (11.9.1903)
- Date
- 1903-09-11
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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* V f> Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 11. September 1903 Nr. 37 Obmann, Herrn Piimarins Dr. Siegmnnd Kornfeld, IX., VUftritvnjje 8, zu richieit. Die Einschreibungen sowohl für Knaben als Alf - schon finden vom 10. September d. I. von 10—12 Uhr vortmnag und von 2-4 Uhr nachmittag im Bereinslokale, IX., Prant: gaffe 5, statt. Tr. Stranchcrs Elirentag. In festlich gehobener Stiminnng darrte am 0. d. M. ein Massenpnblikmn auf den llllonteitt, der dem verdienken Volksmanne und Führer unserer Jndengemeinde aus «Hulas-, seines füiifnndzwanzigjährigen Jubiläums als Knltnsrat die Ehrung seiner Volksgenossen bringen sollte: die Enthüllung seines Bildnisses im Saale der Knltnsgemeinde. Der ausnehmend schön geschmückte Sitzungssaal konnte kaum den kleinsten Teil der herbeigeströmten Festgäste fassen, der Hofraum lvar sogar dicht gefüllt, aus den Korridoren und auch aus der Strage standen Festleilnelnner, die ins Innere der Räumlichkeiten nicht gelangen konnten. Am Eingänge bildete die Schuljugend der israelitischen Volksschule mit dem Lehrkörper Spalier bis zum Haupteiugange des Stales. in tvelrhem sich ein auserlesener Kreis, die Spitzen der Indenschaft Lind Vertreter aller Gesellschaftskreise eiugefunden hatten, Angenehm fiel die Aitivesenheit des rutheuischen Abgeordneten Prof. Stoeki auf. Vor der Rednertribüne hatten sieh der Kultur rat mit dem Präses kais. Rat Naftali Tittinger, das Festkomitee, an der Spitze dessen rühriger Obmann Oberingenieur Brrkenthal und die jüdischnationalen akademischen Verbindungen postiert. Ringsum bildete eiir Tamenkranz die Umrahmuilg. llm 11 Uhr wurde der Jubilar abgeholt und unter stürmischen Hochuitd Prositrufen in den Saal geleitet. Herr Obcringenieur Birkeitthal begrügte nun nach Al'singnng eines Chorales durch den Tempelchor die Fcstgästc in überaus herzlicher Weise tind erteilte Herrn Advokat Dr. Leiter das Wort zur Festrede, in der in überaus markanter Weise die Zeit des Eintrittes Dr. Strauehers in die Re- Anspraehc an den Jtibilar, die, geistsprüheud tind in warmen Ak zcuten gehalten, auf die Zuhörer einen liefen Eindruck machte. Frenetischen Jubel riefen dessen Worte hervor, als er darauf hintvies, dag er im Verkehre mit ausländischen Inden erfahren habe, dafi keilt Name eines jüdischen Vertreters derzeit int Auslände bei seinen Glaubensgenossen so guten Klang habe, als der des Dr. Straueber. Se. Ehrwürden Rabbiner Weiß erhielt jetzt das Wort und pries an der Hand überaus trefflicher Gleichnisse uild Bilder aus der jüdischen Geschichte den Jubilar, der ein treuer Sohlt seines jüdischen Volkes tind seiner Gemeinde sei. Hierauf kam eilte besondere Ueberrasehung. Die Gewerbetreibenden erbaten für ihren Wortführer, Herrn Zahntechniker Elias Kampelmachcr Gehör, der mit einer warmen Ansprache als Zeichen der Verehrung der jüdischen Gewcrbctreibendeit für Dr. Straticher, demselben einen kunstvoll gearbeiteten silbernen Lorbecrkranz überreichte. Dr. Straucher war bon all dieseit Ehrungen sichtlich gerührt, er dankte allen verbiitdlichst und ivies mit vibrierender Stimme unter stürmischen Zurufen darauf hin, dag er bloß seine Pflicht tue, wenn er auf deit ihm aitvertrauteit Posten ausharre und bat die Anwesenden, ihit in seinem Streben, das in nächster Linie auf die Erhaltung der, Eintracht in der Gemeinde gerichtet sei, auch fernerhin zu unterstützen. Mit einem Hoch auf den Kaiser schloß der Jubilar, in das die Anwesenden begeistert einstimmten. Mit der Absingung der Volkshymne fand die schöne und erhebende Feier ihr Ende. Und nun folgte ein humanitärer Akt: Es wurden vom Komitee 200 Arme in der Volksküche gespeist. Am Abend faild im Bauhaitdwerkersaale ein Festbankett zu Ehren des Jubilars statt, an dem zirka 200 Personen, trotzdem Einladungen nicht ergangen waren, m'is allen Schichten der Bevölkerung teilnahmen. In gemütlicher, familiärer Stimmung sag man da beieinander und feierte bei Becherklang und fröhlicher Musik in schönen, begeisterten Worten Dr. Straucher. Den Neigen chxr Toaste eröffnete Advokat Dr. Mayer Ebner, der den Jubilar als Juden feierte und unter stürmischem Beifall auf dessen ersprießliche Tätigkeit im Dienste seines Volkes, aus dem er hervorgegangen, hinwies. Sechs Jahre habe Redners Gelegenheit gehabt, den Jubilar kennen zu lernen und er könne es aus eigeuer Wahrnehmung bezeugen, wie sehr dem Dr. Straticher jeder Erwerbssinn abgehc, wie wenig er auf seinen eigenen'materiellen Vorteil bedacht sei, wie sehr er nur den öffentlichen Interessen lebe. Eilt Jude von der Art und der Bedeutung des Dr. Straucher konnte sich am besten unter den speziell in Oesterreich, in der Bukowina und insbesondere in Czeritowitz gegebeiten Verhältnissen entwickeln. To blieb cs Czernowitz Vorbehalten, in deit Reichsrat einen Maitn zu entsenden, der die Interessen aller Wähler vertritt und dennoch als Jude im Parlamente wirkt. Sein selbstbetvußtes Auftreten habe ihm mich die Achtung sogar der Aittisemiteu eingetragen. Dr. Straucher habe sich auch einen universellcit, jüdischen Standpunkt zu eigen gemacht, für ihn höre nach seinem oft zitierten Ausspruche das Judentum nicht an der Prurhbrücke mif. Das habe er den rumänischen Judenauswandcrcrn gegenüber bewiesen und das beweise er als Führer der Bukowinaer Judenschaft, die als achtunggebietender Faktor im Lande dastehe. Dr. Straucher habe in der Gemeinde das demokratische Prinzip zum Siege gebracht, indem er selbst dem jüdischen Kleinbürgertum entsprossen, die höchsten bürgerlichen Ehren erlangt und dem Volke treu geblieben, das ihn auf den Schild gehoben. Mit eiuenr kräftigen Trinkspruche schloß Dr. Ebner seine Rede, die eine geivisse feierliche Festesstimmuug in die Versammlung trug. Hierauf sprach namens der akademischen Verbindting „Hasmonäa", der Fertalberbindnng „Hebronia" und des akademischen Lesevereins „Emunah" der Senior der erstgenannten Verbindung, cand. jur. Kassner, der an der Hand einer sinnreichen afghanischen Erzählung die Stellung des Jubilars zur jüdischen Jugend und ihren Vertretern präzisierte und aus das einigende Band hinwies, das die jüdischen Verbindungen und den Führer der Bukowinaer Judenschaft umschlingt. Oberrabbiner Rosenfeld nahm nun das Wort, uin in ebenso geistvoller als launiger Weise den Jubilar als Mensch und Führer der Gemeinde zu feiern. Die Zahl der Redner, die itn Laufe des Abends sprachen, war überaus groß. Gemeinderat und Kultusborstanv Trichter erbat sich als praktischer Kaufmann das Wort, um den Strauß mit den akademischen Rednern — wie er sagte — zu wagen und focht ihn trefflich aus. Er feierte Dr. Straucher als praktischen, jüdischen Politiker, der als Endziel alles Strebens das Wohl seiner Volksgenossen sich gesetzt habe und deshalb die Unterstützung des Redners finde, der es atich lebhaft begrüße, daß die Jugend mit Dr. Straucher sei. Direktor Wilhelm Tittinger ivies in überzeugungsvolleu Worten auf das erfreuliche Moment im Wirken Dr. Strauchcrs hin, daß er das demokratische Prinzip in die K'ultusgemeiude getragen tind von dort in die anderen .Körperschaften verpflanzt habe. Professor Dr. Wender sprach in geivohnter, überaus geistreicher und hierbei sehr launiger Weise. Er feierte Dr. Straucher — als Künstler, der es verstanden, eine spröde Masse, die Volksmasse, formgerecht zu gestalten, zum Wohle der Gesamtheit und zu ihren: eigenen Wohle gefügig zu machen. Gemeinderat Wallstein ivies an der Hand einer sinnreichen Anekdote darauf hin, daß in Dr. Straucher das Volk sich selbst ehrt, da dessen Erfolge die des Volkes sind. Eand. jur. Kottlar drückte namens der akademischen Verbindung „Zephirah" den: Jubilar die ivärinsten Sympathien aus und pries ihn als wahren Volksmanu. Vuchdruckereibesitzer Wiegler überbrachte die Glückivi'insche der Gelverbetreibeudeu, die stets in Dr. Straucher einen ivariuen Förderer gefunden. Es sprachen mm noch eine Reihe anderer Redner, darunter Knltusrat Herschmaun, der mittelst eines talmudischen Gleichnisses Dr. Straucher feierte, Herr Hermann Lichtendorf namens des Advokaturs- und Notariatsbeamtenvereines, der in Dr. Straucher einen aufrichtigen Freund seiner ^tandesinteresscn hat und Ge-' rieten noch dichterisches Talent; doch fühlte Lazare bald, meinbemt El. ««.der für dir K.,uf»w,mschaft Nnchdrnr noch feine Stärke in polemischer Publizistik lag. Er führte unter allgemeiner Rührung auf die Opfer hinlvies, die Dr. literarischen Fehden der jungen Dichterschiile Ni den Straucher in seinem Familienleben und seinen: Berufe im Dienste „Gtttretiens pvlitiyues et ntörmres", die er eine Zeit lang der Oeffentlichkeit darbringt, schloß der offizielle Teil und der Obherausgab, dann auch in verschiedenen Zeitschriften und inann des Festkoiuitees feierte in seinem Schlußworte Dr. Straucher Tagesblättern. Eine Reihe seiner im „Figaro' veröffentals Schulkollegeu. Dr. Straucher nahm nun unter allgemeiner „„ <ooq Spannung zur Erwiderung das Wort. Er sei für die Anerkennung Artikel gab et 1893 Unter dem Titel „Flgures- — führt Redner aus — seiner bescheidenen Verdienste dankbar und . Gontemporaines" heraus. Mit diesen scharfen und UNNach- Ansporn zu weiterer, rastloser Arbeit int ’ sichtigen Porträtskizzen erwarb sich Lazare einen weiteren su,>,»,>«tft,fi den er durch die glänzende Polemik, die er gegen den damals auftretenden französischen Antisemitismus führte, befestigte. Sein Buch „L'Antisemitisme" (1894) wurde sogar von Eduard Drumont gelobt, was allerdings nicht verhinderte, daß zwei Jahre darauf ein Duell zwischen den beiden Gegnern statlfand. Im Herbste 1890 ließ Lazare seine Broschüre „La vörite sur l'affaire Dreyfus" erscheinen, die den Anstoß zu der öffentlichen und in den Zeitungen geführten Kampagne gab. Das britische Auswärtige Amt hat über den Stand der Verhältnisse in seinen afrikanischen Kolonien einen Bericht bis Ende Juni dieses Jahres veröffentlicht, der namentlich mit Bezug auf Uganda und Britisch-Ostafrika von Interesse ist. Die beiden englischen Kolonien sind in einem fühlbaren raschen Aufschwung begriffen, während D e u t s ch-Ostasrika still zu stehen scheint. Für die Entwicklung der genannten englischen Kolonien liegt der Grund allein in der Eisenbahn von Mombas bis zum Viktoriasee, ohne diese wäre der Fortschritt nicht erklärlich, wie der Bericht selbst erklärt. Durch die Einrichtung einer rede für den Zionismus. Wohltuend waren unserem Herzen die! englischen Dampferlinie über den Viktoriasee werden auch «Ä'K d-e Landstrichan. nördlichen Tanga,nka in d-n Bannkreis Nationalfonds gesammelt wurde, ergab diese Sammlung die j der Uganoabahn gezogen. stattliche Summe von 50 Kr. für denselben. Tosender Beifall j Sitzungsbericht der am (>. Kongresr teilnehmenden Brüder erhob sich als cand. phil. Art. Freud mit bewährter Meister-j des Ordens 11. O. Buai Brith. Auf Anregung mehrerer Brüder schaft einige unserer schönen Jargonlieder zum Vortrage brachte.- ijctttcn sich mit 24. August dieses Jahres die anläßlich des sechsten Nachdem noch eand. tlwol. Joh. Stößler in einer wahrhaft j Zionistenkongresses in'Basel anwesenden Brüder unseres lieben ausgezeichneten und echt jüdischen Rede die Anwesenden von der Ordens zu einer Sitzung zusammeugcfuudeu. Erschienen waren: Notwendigkett des Zionismus als alleiniges Heilmittel zur j i. Expräsidcnt Dr. Moses von der Lmnah-Loge in Mannheim, Lösung der Judenkrise überzeugte, in einer Rede, die zu den - Delegierter und Vorsitzender des Distriktsbureaus Mmmheim, schönsten Hoffnungen für den Beruf unseres Gg. berechtigt, nahm Z. Dr. Regensburger, derselben Loge augehörig, Delegierter und Herr Dr. Stern, Kultusvorsteher in Ung.-Ostra, das Wort zu .. .... einer lebhaften Begrüßung der „Achiwah" und dankte derselben für die allseitig gelungene Veranstaltung itn Namen der Gemeinde. Den Toast in schönen Worten auf die altehrwürdige Ostraer Gemeinde, hielt eand. ine;. Karl Klein. Nach den meisterhaften! fjföen Violinvorträgen unserer Bb. Weil und Weiner, schloß > ge,mn, Präsident eand. jur. Max Körner den offiziellen Teil, dankte! ' erblicke darin etnen Dienste seines Volkes, der Stadt tind des Landes. Namentlich freue es ihn, die Jugend auf seiner Seite zu haben, lvas er als seine schönste Errnngcnschafk betrachte. Es haben ihn nächst den Worten der Vertreter der akademischen Jugend auch die des Oberrabbincrs an: meisten gerührt, der auf die Opfer, die die öffentliche Tätigkeit bon ihm fordert, hingewiescn. Redner sei allen, allen für die ihm erwiesene Ehrung dankbar. Dr. Straucher knüpfte in seiner fast einskündigen Rede an die Ausführungen fast aller Redner an tind seine markanten Worte entfesselten wahre Beifallsstürme. Mit dem Rufe: „Fürs Volk!" schloß Dr. Straucher. Ung.-Ostra. Sonntag den 6. September l. I. veranstaltete die jüdisch-akademische Ferialverbindung „Achiwah" in Panzers Saallokalitäten eine Zionistenfeier mit anschließendem Tanzkränzchen. Nachdem der Präsident eand. jur. Max Körner in warmen Worten die äußerst zahlreich erschienenen Festgäste auf das Herzlichste willkommen hieß, ergriff der anwesende Herr JU. Dr. Berthold Singer das Wort zu einer ebenso fortnvollendeten als pathetisch zum Ausdrucke gebrachten Tendenzrede. Reicher Beifall lohnte die nteisterhaften Ausführungen unseres beredten Gg. und lebhafte Zustimtnungsrufe wurden laut, als derselbe mit den Worten Nord aus schloß: „das Judentum wird zionistisch sein oder es wird nicht sein". Nach den herzlichen Begrüßungsreden seitens der Vertreter der jüdisch-akademischen Ferial- Verbindungen „Eamila" uttb „Veritas" erhob sich der Ortsrabbiner, Herr Dr. F r i e d m a n n, zu einer zündenden Agitations- Vorsitzender der Zionistischen Vereinigung zu Mmmheim, 3. Marschall Dr. Israel Fricdländer bon der Ünitas-Loge in Straßbnrg i. E., Delegierter und Vizepräsident des Elsässischen Distriktsbnreans, 4. Rechtsanwalt Albert Lcbh ans Hagenau i. E. von deroge, Delegierter tmd Vorsitzender der Ortsgruppe Ha- . Tiegmnnd Lazarus bon der Rhennsloge in Mainz, Delegierter und zweiter Vorsitzender der Ortsgruppe Mainz, 0. Cyrns bon der Liberth-Loge in New-shork, Delegierter, nochmals den Festgästen für ihr zahlreiches Erscheinen und er-! o Snlzberger öffnete das Tanzkränzchen, welches in animierter Stimmung bis i 7.' Dr. Klee'bon der Berthold-Anerbach-Loge in Berlin, Delegierter, die frühen Morgenstunden verlief. Nicht unerwähnt bleibe die i Vorsitzender der Berliner zionistischen Vereinigung und Mitglied des äußerst ruhrtge und ebenso ztelbewußte als erfolgreich geführte großen Aktionskomitees zu Wien. 8. Dr. Kaufmann bon der Breis¬ und bescheiden gehaltene Agitation unseres Gg.Leop. Sonnen-! ^,,-Loge in Freibnrg i. V-, Delegierter und Vorsitzender der Ortsl. d, desftn Anregung und schwierigen Bemühungen m erster j Freibnrg i. B., 0. Exbizepräsident Israel Beltind ans Ltnte der Erfolg dieser Feter zu danken tst. j Jaffa tu Palästina, Delegierter, 10. Dr. Max Sprecher pon der Jüdischer Turnverein. Aus Przivos wird uns gemeldet: I Leopolis-Loge in Lemberg, Delegierter, 11. Rabbiner Dr. Nobel Am 0. d. wehten zwei große blau-weiß-gelbe Fahnen vor dem! bon der Leipzig-Loge in Leipzig, Delegierter und Vizcpra,ident Garten des „Kaiser von Oesterreich" in Przivos. Der jüdische'der Fraktion Misrachi, 12. Dr. Bodenheimer pon der Rheinland- Turnverein veranstaltete ein Gartenfest, dessen Gelingen die.'^oge in Köln, Delegierter, Vorsitzender der zionistischen Verewigung Frucht eines langen Arbeitens mar. Im Garten waren Zelte i f*1.1' Dentß-lllmid, Mitglied des großen Aktionskomitees zu Wien, ausgestellt in denen für Erfrischungen und Unterhaltung gesorgt! Vizepräsident des sechsten Zionistenkongresses, 13. Dr. Leszhnslt bon war. Großen Beifall ernteten die turnerischen Leistungen. Zuder Berthold-Anerbach-Loge in Berlin, Delegierter, 14. Dr. Nacht nächst führte der Przivoser Turnverein einen Stabretgen unter 'bon der Jnstrnczunia-Loge in Fvesanh, Delegierter, 15. Leon Leitung des Herrn Staylor auf, dann glänzten die Bielitz-! Horowitz bon der Henrh-Jones-Loge in Hamburg, 16. Dr. Arthur Bialaer Turner durch ihre Leistungen auf dem Reck und Barren.! Hantke bon der Montefiore-Loge in Berlin, Delegierter und Mit- Vesonders wurde durch die Hantelübungen und Freipyramiden! lllied des gefehäftsführenden Ausschusses des Distriktsbnreans Vorder Zöglingsriege geboten, die von Herrn'. geleitet war. In seinem Verlatife zeigte dne Hände vorgeatbeitet und volles Lob gebührt _ _.. meister S 0 nnens chein, Leo König st ein, Alfred G r ü n-! Epstein von der Schanre-Zion-Loge in Jaffa in Palästina, Doleb erg er und Frl. Amanda Ackermann. Den genannten' gierter und Schntzineister der zion. Federation bott Nordamerika in Herren, sowie Herrn Jaques Schwarz ist es zu verdanken, - Nelv-Pork, 20. D.Wolffsohn von der Rheinland-Loge in Köln a. Rh., daß der Verein endlich auf die nationale Seite schlägt. Zum! Delegierter, Präsident des ^Direktoriums der Jüdischen Kolonialerstenmale wehten bei einem jüdischen Feste blau-weiß-gelbe j bank, ftellbertretender Vorsitzender der Zionistischen Vereinigung Flagget: und unsere wackeren Turner haben gezeigt, daß jüdische für Deutschland, 21. Dr. Ascher bon der Anhalt-Loge in Dessau, Muskeln und Sehnen auch großes leisten können. Stramtn Delegierter und Vorsitzender der Ortsgruppe Dessau, 22. Heinrich en und Freipyramiden' gueo oes geievaftSfnyrenoen :'ins,wnpes ocs Lnirrursvnremis wcr- Alfred Grünberger' litt, 17. Expräsident .Henri, Jackson bon der T. P. Jron City lodge tsFest, daß hier rührige' 325a Piitsbnrg Pa., Delegierter, 18. Jakob Segal bon der Salilihrt den Herren Bau-^ Loge in Saffed (Palästina), 1b. Exschatzmeifter Elias W. Lewinschreitet der Turnverein unter der Führung des Obmannes Sonnenschein auf der nationalen Bahtt weiter. Hoffentlich gelingt es ihn: — was den jüdischen Studenten nicht gelang — die hiesigen Inden aus ihrer Lethargie aufznrütteln. ' F. Podwoloczyskn. Am 4. September wurde dem Sekretär beim hiesigen Polizeikotnmissariate Herrn Hillel Einhorn von Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät mit Allerhöchster Entschließung vom 1. September d. I. das silberne Verdienstkreuz mit der Krone verliehen. Hnsiatyn. Bei der am 20. August abgehaltenen ersten ordentlichen Generalversamntlung des neugegründeten Vereines „B'nei Zion" wurden die Herrcn: Philip Ka w a l e k zum Obmann, Aron N 0 s e n z w e i g zum Obmannstellvertreter, Jakob Roll zum deutschen und hebräischen Schriftführer, Lorenz R a t - Hauser zun: Kassier, Hirsch Neugeboren zum Bibliotekar, Schaje Lewites. Paisach Horotviß, Hirsch Brandes, Hillel B a d i a 11, Dawid H arlik und Abraham Linder zu Ausschußmitgliedern, Dawid Auerbach, Dawid Horowitz und Salomoi: B in a n n zu Ausschußstellvertretern aus die Dauer eines Jahres gewählt. Arrsland Bernard Lazare, dessen Tod gemeldet wird, erwarb sich seinen publizistischen Ruf als Gegner des Anlisentitismus und als erster Vorkämpfer in der Revision des Prozesses Dreyfus. Er hatte seine literarische Lattfbahn zwar mit einigen poetischen und dramatischen Werken begonnen. Nach Vollendung seiner Vorstudien am Gymnasium in Nimes, wo er 1865 geboren wurde, lag er in Paris an der Ecole des Hautes Etudes zunächst historischen Studien ob, gelangte aber bald in enge Beziehungen zu der jungen Dichterschule, die damals unter Führung von Pierre Guillard, Heilri de Rognier, Moröas, Vielte Griffin, Paul Adam im lateinischen Viertel ihre Heimstätte anfgeschlagen hatte. Gemeinsam mit seinem Vetter Ephraim Mikhaäl schrieb er in jener Zeit ein dramatisches Werk „La Financee de Corinth", das später von Catulle Mendeös und Chabrier in die Oper „Brisüis" umgeschaffen wurde. Auch die folgenden Arbeiten „Miroir des Legendes", dann ^Porte d'ivoire" und ^Les Porteurs de Torches" verprecher bon der Leopolis-Loge in Leinberg, 23. Rechtsnnwalt Dr. Sehnner bon der Nhenns-Logo Mainz, Delegierter und Vorsitzender der Ortsgruppe Mainz, 24. Satniny (Kronemann bon der Zion-Loge in Haimober, Delegierter und Vorsitzender des Distriktsbnreans' Hannover, 25. Exvizepräsident Heinrich Nosenbmim bon der Santoil-Loge in Jassy, Delegierter, 20. Expräsident Dr. Julius Moses von der Montefiore-Loge in Berlin, 27. Abrahan: Ebstein bon der Jaffa-Loge, Delegierter, 28. A. S. Goldenthal, Präsident der Loge Samnel-Jassy, 2!>. btiistav Sclgrabe ans Barel von der Kaiser-Friedrich-Loge in Bremen, Delegierter, 30. Dr. Lippe bon der Loge Samuel in Jassy, Delegierter und Mitglied des großen Aktionskomitees z» Wien, 31. I. de HaaS bon Der Liberty-Lodge in Ne!v-?)ork, 32. Dr. Henry Friedeitlvald, 33. Mr. H. Friedenwald, 3 i'. Finanzsekretär M. Weil bon der Breisgan-Loge zu Freibnrg. Vorstand der Zionistischen Vereinigung, Delegierter, Er- Präsident und Mentor Sam. Pinetes bon der Bien-Loge ans Galatz (Rumänien), Präsident der Federation der Zionisten Rnmäniens, Mitglied des großen AktionSkontitees zu Wien. Expräsident Doktor Moses ans Mannheim begrüßte die erschienenen Brüder, indetn er ans die große Bedeutung des Ordens für die Förderung aller jüdischen Beivegnngen und des modernen Judentums hinlvies tmd seiner Gennginnng Ausdruck verlieh, daß eine so bedeutende Anzahl bon Brüdern sich trotz der atifregenden und anstrengenden Debatte zur Förderung des Ordens znsannnengefnndeit habe. Herr Dr. .Klee, der darauf das Wort erhielt, erläuterte die Berivandtschaft der Bestrebungen des Zionismus tmd unseres Ordens tmd forderte die Brüder auf, für den Orden tatkräftig zu arbeiten nn.d Brüder für nnwnrdig tmd dein Logengedankeit zuwider. Die Brüder unseres Ordens, dem nichts Jüdisches fremd sein darf, sie mögen zum Zionismus eine Stellung nehnten, welche eS auch imnter fei, haben das Recht und die Pflicht, Kenntnis zu erhalte,t bon der mächtigen Renaissancebeivegnng des modernen Jndentnms, die Z.engniS ablegt von der nnverlöfchlichen Lebenskraft der jüdischen Volksseele und der Einigkeit dieses unvergleichlichen Voltes, das, wenn es zu erschlaffen droht, in seinen Traditionen die Ke inte zur Nenvelebnng intmer wieder zu finde» tmd ztir Entfattnng^ z» bringen vermag. Die erschienenen Brüder waren sich weiter darüber einig, daß es ihre heilige Pflicht sei, dem letzthin ln so ivtrknitgSboller Weise gegebenen Beispiele der amerikanischen Brüder z" folget! und in der Oeffentlichkeit für die erhabenen Ziele des Ordeits einzutreten.