Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1903-08-14 · 33 (14.8.1903) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
33 (14.8.1903)
Date
1903-08-14
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2432763-2432970-2433003--2060-2435885
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 14. August 1903 Nr. 33 aber die tschechischen, führenden Parteihäupter gegenteiliger Ansicht und nehmen auf uns Juden keine Rücksicht, dann liefern sie uns eben den Beweis, daß sie nicht nm ein Haar besser sind als jene Radikaldeutschen, über deren Bedrückung sie stets so beredte Klage zu führen wissen und beweisen uns, daß es den Teufel mit Belzebub aus treiben hieße, wenn wir fitrber in den gemischtsprachigen Städten und a u t o nomen Körperschaften Mährens die deutsche Herrschaft zugunsten der Tschechen stürzen helfen wollten. Wir machen aber die tschechischen Parteiführer auch noch darauf aufmerksam, daß sie mit dem von ihnen inaugurierten Vernichtnngskampfe gegen die deutsche Landes-Oberrealschule in P r o ß n i tz nur Wasser auf die Mühle ihrer deutschen Gegner treiben, welche beflisien find, in den großen Tagesblättern aller Welt den Leidensweg der deutschen Bildungsanftalt in den grellsten Farben zu schildern um damit bei deutschen Ge meindevertretungen ebenso ungerechte Re pressalien gegen tschechische Schulen zu provoziere». Nebenbei wird die Judenschaft Mährens, die nach und nach, aufgehört hat, im Deutschtums ihr Heil zu suchen, kopfscheu gemacht und so nur konnte es sich ereignen, daß bei den jüngst inLeipnik und Weißkirche u stattgefundenen Gemeindewahlen die jüdischen Wähler ihre Stimmen nicht der tschechischen, wohl aber jenerParteizugefnhrthaben, deren Herrschaft den Bestand jener Lehran st alten verbürgt, welche die Juden für das gedeihliche Fortkommen ihrer Jugend unumgänglich benötigen. Es ist daher nunmehr an den lleberradikalen unserer Gemeindevertretung, Einkehr in sich zu halten und das feindselige Beginnen gegen die deutsche Landes-Oberrealschule in Pcoßnitz einzustellen, zumal deren Bestand das wohl für immer erstorbene Deutschtum in Proßnitz nicht erwecken und auch das tschechische Volkstum nicht im Geringsten schädigen wird. Wir Juden sind aber auch nicht so dumm, um etwa Vogel-Strauß-Politik zu spielen und uns damit zu beruhigen, der Kampf gelte nicht den Juden oder den jüdischen Interessen, vielmehr richte er sich gegen die mißliebige Leitung der Anstalt und so nur nebenher auch gegen das Deutschtum. Wie gezeigt, birgt aber das Deutschtum in Proßnitz für die Tschechen keine Gefahr, und was die berechtigten oder unberechtigten Klagen gegen den Direktor der Anstalt betrifft, so existiert zu deren Untersuchung eine Vorgesetzte Schulbehörde, welche, das werden uns die Herren wohl konzedieren, in ihrer derzeitigen Zusammensetzung ein vartsiiicbes Urteil wohl nicht fällen wird. Die Entfernung einer mißliebigen Leitung aber durch die Vernichtung der Anstalt selbst durchzusetzen, scheint uns eine herostratische Tat zu sein, deren Motive einem bis zum Wahnwitze gesteigerten persönlichen Haffe entspringen. Der Gemeinde der tretung in Proßnitz harren fürwabr edler Aufgaben und wichtigere Aktionen als di hier besprochene. Deshalb hoffen und wünschen wir, daß die besonnenen Elemente in ih sich zu sinnundzwecklosen Beschlüssengegenüber der deutschen Landes-Oberrealschul nicht werden finden lassen. Wenn aber dies dennoch der Fall sein sollte, so mögen di Herren bedenken, daß dereinst vielleicht auch für unsere Stadt Zeiten kommen können, in welchen die organisierte Indens chaft öo1 Entscheidungen gestellt, dieselben im Ange denken an jene Haltung fällen wird, welche die Gemeindevertretung in dieserFrageeingenommenhat. L. „Gott nein. Das will ich nicht einmal. Ich... ich kann Dir das nicht so sagen warum, aber es ist gui; so, wie es sein wird. Vielleicht, wenn ich eine andere wäre, wenn ich ... Rein, nein .. Wir traten vom Fenster weg. Sie setzte sich in ein rotsamtenes Fauteuill und ich ging auf und ab im Zimmer, auf und ab. Der Kopf war mir voll wirrer Gedanken und ich mußte jetzt einen Entschluß fassen. Das war mir klar. „Lotti", sagte ich und blieb vor ihr stehen, „eS wäre jetzt meine Pflicht, Dir vieles zu sagen, wir sollten uns jetzt über die Ziele, die wir in Zukunft anzustreben haben, klar werden. Zu unser beiderseitigem Wohle". Sie unterbrach mich. „Gott im Himmel, wie der redet! Wie der redet! Entschuldige aber, davon versteh' ich nichts. Ich bin ein Schneidermädchen und weiß, welchen Schnitt man im Sommer tragen wird und daß weiß und lichtblau heuer sehr modern ist. Wenn Du mir aber mit Philosophie — oder wie das Zeug da heißen mag — kommst, dann erdrückst Du mich damit. Also hör' auf bitte, ja?... und setz' Dich her... zu mir... so ... Du ... dummer Bub Du .. Ihre Hand schmeichelte meinem Haar. „Lotti". „Dich Hab' ich doch viel lieber als die andern". „Hast denn die andern auch lieb?" Sie nickt nur im stillen Glück. Weiß Gott ich liebe sie und lehne mich doch nicht dagegen auf. „Da bist Du ja aber schlimm, sehr schlimm". „Gewiß bin ich schlimm", lächelte sie, „hast denn Du das nicht gewußt?" „Aber sag' nur, wie kannst Du denn... wie ist denn das nur möglich .. . „Das weiß ich selber nicht, aber es ist nun einmal so, das ist ja gar nicht einmal wahr, daß man nur einen lieb haben kann", sagte sie ganz wichtig nach einer Weile.1 Die RMiner-Synode. Krakau, 12. August 1903. Im Lande Mizrajim, wo unsere Urahnen den Pharaonen den Robot leisteten, Lehm kneteten, Ziegeln erzeugten, die Städte Pisäs und Ramses erbauten und hiefür mit der Ausrottung ihrer Erstgeburten belohnt wurden, leben gegenwärtig etwa 20.000 Jaden. Die größten Judengemrinden sind, wie bekannt, Alexandrien und Kairo, woselbst zwei tüchtige, tatkräftige Männer von eminenter Talmudgelehrsamkeit und weltmännischer Gewandtheit als Rabbiner fungieren. Bei diesen, namens Elli Chasan (Alexandrien) und Mendel Kohn (Kairo) tauchte der Gedanke auf. die Institution der Rabbiner, der in der ganzen Welt einige Tausend Mitglieder angehören, unter denen wahrlich Leuchten der jüdischen Wiffenschaste« sich befinden, durch einen Weltkongreß von der Letargie zu erwecken, zu beleben und einigermaßen in den Vordergrund zu rücken. Diese beiden egyptischen, jüdischen Seelsorger haben wirklich Beweise ihres Tatendranges geliefert. Seit Monaten korrespondierten dieselben mit de» Rabbinern der ganzen Erdkugel, um sie für die Abhaltung eines Ralibiner- Kongreffes zu gewinnen. Zum Versammlungsorte bestimmten sie Krakau, im Zentrum Europas liegend, eine alte ehrwürdige Judengemeinde, in der die hervorragendsten Größen der biblischen und talmudischen Komentation und Interpretation am alten Friedhofe sanft ruhen und auf deren Gräbern tagtäglich Fremde und Einheimische in Pietät Gebete um das eigene und das Allheil des ganzen Judentums verrichten. Schon die Wahl des Platzes für die Synode stellt den beiden afrikanischen Rabbinern ein Zeugnis dafür aus, daß sie in der Geographie des Judentums gut bewandert sind. Vor etwa 14 Tagen tr»f hier schon der eine der Einberufer des Kongresses Rabbiner Kohn (Kairo) ein, um die Vorarbeiten für die Abhaltung desselben zu treffen. Derselbe machte seine erste Aufwartung beim Vizepräsidenten der Gemeinde, kaiserl. Rat Hirsch Landau, der hier in Abwesenheit des Präsidenten, Herrn Dr. Leon Horowitz. der Gemeinde präsidiert. Ec legte ihm das Kongreß-Programm vor und bat um dessen Rat und Tat und der Vizepräsident erfüllte drffen Bitte. Es waren 900 Rabbiner insgesamt einberufen, aber leider zeigte es sich, daß unsere Priester noch zum ganz geringen Teil für ein gemeinsames Wirken einen Sinn haben. Von all den 900 auf die Synode eingeladenen Rabbinern haben zu derselben sich kaum 39, sage im ganzen dreißig neun Rabbiner aus lauter untergeordneten Gemeinden Galiziens, Ungarns und Rußlands eingestellt. Natürlich kann ich persönlich diese so minimal besuchte Versammlung nicht als eine Körperschaft von beschließender Kraft betrachten; es find tu der ganzen Wett zirka 3000 Rabbiner vorhanden. Die eben hier vor sich gehende Synode zählt kaum 39 Besucher, somit etwa mehr als ein Hundertstel aller Rabbiner in der Welt. Diese gegenwärtig hier tagende Rabbinerversammlung könnte höchstens als eine Vorbereitung für zukünftige Rabbiner-Kongreffe für ernstliche Weltfragen angesehen werden. Wohl find die zwei egyptischen Rabbiner, denen der Gedanke und die Durchführung des Vorkongreffes zu verdanken ist, bedeutende Männer, die Achtung einflößen, doch müßten sie, wenu ihre Idee ernst werden sollte, für den nächsten Kongreß als Einberufer Rabbiner wie Zadoc Kohn (Paris) Dr. Adler (London), Dr. Margulies (Florenz), Dr. Rosenthal (Breslau), Jsak Schmelkes (Lemberg), Waldberg (Jaroslau) rc für sich gewinnen. Auf einem solchen Kongresse hätten Rabbiner orthodoxer und aufgeklärter Richtung, nebeneinander für das Gemeinwohl des ganzen Judentums zu beraten und zu beschließen. Doch, wenn auch an der Synode bloß ein Hundertstel „Das glaubt man nur und das mag höchstens in den Büchern stehen. Man kann auch viele lieb haben. Ich werde Dir etwas sagen", sagte sie, „aber nicht bös sein, nichts Schlechtes von Deiner kleinen Lotti denken, Ja? Nun, siehst Du, ich Hab viele lieb und will, daß auch mich viele lieb haben. Du weißt nicht, wie mir das wohl tut, daß es das einzige ist, das mir das Leben abwirft. Schau, ich bin ein armes Mädchen und noch dazu Jüdin... bitte nicht wahr?... warum soll ich also nicht meine Jugend genießen? Wem schade ich dadurch? Wem tu' ich ein Unrecht? Ich bilde mir ein, daß ich denn etwas geworden bin, obwohl ich weiß ... aber ich glaube daran. Und für alle schönen Träume, die mir omit werden, für alle Stunde» des Glücks weiß ich ihm tur Dank, viel Dank. Ich will ja nichts, gar nichts. Ich 'ann mich ja bescheiden, das Hab' ich von jeher gelernt. Ich weiß ja, daß das Ende bald da ist. Aber es war jedoch schön. Und wenn ich einmal da droben in Polen ein werde, dann glaub' mir, ist nichts übrig geblieben und will gerne so sein, daß man mit mir zufrieden sei." Eine naive Philosophie.. .! Bald darauf waren meine Ferien. Ich bat sie, da ich nachhause fuhr, mir zu schreiben, sie aber schlug mein Begehren hartnäckig ab. „Warum willst Du mir nicht schreiben, Lotti?" „Nein, nicht schreiben." „Aber so sag' doch warum?" Schließlich sagte sie und wurde ganz rot dabei: ,Jch könnte... ich Hab'... von zuhause einen Brief beommen, und ... und ich kann nicht schreiben, ich mache Fehler". „Aber Lotti." Kurzum sie willigte nicht ein. Als ich im Herbst wieder nach Wien kam, erfuhr ich, daß sie bereits abgereift sei... Wenn diese Zeilen, Dir, Du liebe, kleine Lotti zu Gesicht kommen, mögen sie Dich innig grüßen in treuem Deingedenken. oller Rabbiner tcilnahmen, macht diese einen ehi würdigen Eindruck. Das Präsidium führt der hierortige Rabbiner, Herr Ch. L. H o r o w i h, zu dessen Linken sitzt der Ehrenpräsident der Synode, Rabbiner Elli Chasan, Chacham Pascha ans Alexandrien. Derselbe mit seinem pointiert orientalischen, stark ausgeprägten Gelehrtengesichte mit dem weißherabwalleuden Barte, präsentiert sich echt patriarchalisch. Die Versammlung hätte ursprünglich in Jerusalem stattfinden sollen, wurde aber zur Bequemlichkeit nach Krakau verlegt. Die öffentliche Versammlung fand in der Alten Synagoge statt, einem Jahrhunderte alten Gebäude im Krakauer Jndenviertel. Die Sitzungen sind öffentlich und ein hundertköpfiges Publikum wohnt denselben bei. Nachdem der Präsident die Sitzung eröffnet hatte, ergriff Rabbiner Margulies aus Hvrodua (Rußland) das Wort mit) beantragte eine Resolution, nach welcher über all diejenigen jüdischen jungen Leute, die an der revolutionären Bewegung in Rußland teilnehmen, ein moralisches Verdammungsurteil ausgesprochen wrrde, da die Verirrung dieser Phantasten zum Nachteile aller Inden in Rußland ausartet; überdies ist das Vorgehen derselben den Satzungen unserer Heiligen Schrift widersprechen^, da diese Furcht vor Gott und dem regierenden Fürsten gebietet. Diesen Antrag unterstützt in längerer leidenschafrlicher Rede Rabbiner Nabin o w i c z aus Pvltowa (Rußland) (ein kleines fcuersprühcndes Männchen, das mit seiner hebräischen Beredsamkeit förmlich hinreißt). Auf Antrag des Rabbiners I. N. Horowitz aus Alsa Kubin (Ungarn) wird eine Kommission von 7 Mitgliedern gewählt, die über die beantragte Resolution des Rabbiners Margulies, Horvdna, Beschluß zu fassen hat. Es wird dann zur Tagesordnung übergegangen, die in diesem Blatte bereits veröffentlicht war. Oberrabbiner Horowitz hielt die Rede gegen die Ritualmordlüge. Daß man sich, sagte er, gegen den Borwurf des scheußlichen Verbrechens wehren müsse, sei eine Schmach, aber sie falle auf diejenigen ruriicf, die die versammelten Seelsorger zu diesem Schritte gezwungen hätten, von denen mancher schweren Herzens sich dazu entschloß, erst mit seinem Eide zu bekräftigen, was doch so selbstverständlich sei. Die Vorgänge an verschiedenen Orten aus der letzten Zeit hätten die Rabbiner nach Krakau geführt. Glücklicherweise sei man in Oesterreich noch nicht so weit gekommen wie in Rumänien oder Rußland. Die Schamröte steigt einem ins Gesicht, wenn mann sich gegen einen solchen Vorwurf wehren muß, aber es gilt der Ruf des Judentums in der ganzen Welt. Nicht uns, schließt er seine längeren Ausführungen, sondern die Menschheit zu reinigen von dieser schändlichen Verleumdnng, dieser Sünde und Schande, ist heute unser Zweck. Daher fordere ich alle Rabbiner ans, den Namen Gottes anzurufen, um die Beschuldigung, die aus Bosheit und Dummheit gegen uns erhoben wurde, als Lüge zu erklären, damit sie für immer vergessen werde und für immer vom Erdboden verschwinde. Die Bundeslade wurde geöffnet, der Oberrabbiner entnahm ihr eine Bibelrolle und sämtliche Rabbiner leisteten den Schwur, in welchem es heißt: »Wir schwören, daß das verabscheunngswürdige Blutmärchen, welches böswillige und tückische Menschen gegen unsere Brüder, die Kinder Israels, seit Jahrhunderten in den verschiedenen Staaten erdichteten, als ob das Blut von Nichtjuden oder Nichtjüdinnen zu rituellen Zwecken verwendet würde, sei es als Gebot oder als Gebrauch, oder als irgend eine ähnliche Einrichtung, sich weder in der Bibel noch in den anderen überlieferten Schriften, das heißt der Thora, den Propheten und den anderen heiligen Schriften findet, weder im babylonischen noch im jerusalemischen Talmud, dem Schulchan Aruch und allen Codices der alten und neuen Rabbiner: in keiner einzigen all dieser heiligen Schriften ohne Ausnahme findet sich irgend eine Gesetzgebung oder eine gesetzliche Bestimmung oder auch nur die mindeste Andeutung über solch eine abscheuliche widerwärtige Tat. Wir haben aber auch nie gesehen oder gehört, daß sich unter uns irgend welche Sekten oder einzelne Personen vorfanden, die solch abscheuliche und niederträchtige Handlung begingen." Als die Worte dieses Eides beendet waren, erscholl zuni Schluffe aus der Versammlung ein lautes Amen als Antwort und als Zeichen, daß auch für sie der Schwur gelten soll. Schriftliche Eidesleistungen waren von Rabbinern aus allen Teilen der Welt eingelangt. Einzelne Rabbiner gaben in kürzeren Ansprachen noch ergänzende Erklärungen zu dem Eide. Mit besonderer Aufmerksamkeit wurde der Oberrabbiner von Alexandrien, Chacham Chasan Pascha, angehört, der in einem reichgeschmückten orientalischen Gewände mit vielen Ordensauszeichnungen erschienen war. Es wurde besonders auf die Bullen der Päpste und auf die Verfügungen des Sultans, sowie des Kaisers Nikolaus I. über die Bekämpfung dieses Aberglaubens hingewiesen. Vor dem Tempel harrte eine dichtgedrängte Menge uns es kam zu Reibereien mit der Polizei. Die Jewish Kolonisation Association. Die .Jewish Colonization Association* hielt in ihren Räumen in der rue Pasquier die diesjährige General-Versammlung ab, welche, wohl, infolge des späten Termins, nicht vollzählig, wie sonst, besucht war. Bon den drei englischen Vertretern des Verwaltungs-Komitees fehlten die Herren Claude Montefiore und Alfred Cohen, von den drei deutschen die Herren Charles Hallgarten und Rechtsanwalt Dr. Plotke. Anwesend waren die Herren Narcisse Leven, Grand Rabbin Zadoc Kahn und Salomon Reinach aus Paris, Generalkonsul Franz Philippsohn und Professor Paul Errera aus Brüssel, H. G. Loussada- London und Justizrat Dr. Edmund Lachmann-Berlin, ferner von den Beamten der Gesellschaft die Herren Direktoren Dr. S. Sonnenfeld, Th. Adler und E. Meyersohn, sowie Dr. E. Schwarzschild, endlich als Gäste die Herren Prof. Loeb und Cyrus Sulzberger aus Newyork. Der Präsident der Gesellschaft, Herr Narcisse Leven, ergriff das Wort, um die heftigen Angriffe, welche gegen die J. C. A. gerichtet werden, zurttckzuweisen. Die Rede hatte fokgenden Wortlaut:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.