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Jüdisches Volksblatt · 1903-07-31 · 31 (31.7.1903) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
31 (31.7.1903)
Date
1903-07-31
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 31 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 31. Juli 1903 Seite Europa wird in kürzester Zeit Gelegenheit haben, sich ein Urteil zu bilden. Denn obwohl wir die Verhandlungen in aller Form rechtens bei geschloffenen Türen hätten absolvieren können, haben wir für diesen Fall die öffentliche Durchführung augeordnet, damit nur ja alles klar werden und damit es sich auch zeige, was es mit diesem Kruschewan auf sich hat, welcher der Anstifter der MassakreS gewesen sein soll. Denn wir haben alles, waS in der Oeffentlichkeit, sei es gegen ihn oder gegen andere, vorgebracht wurde, zu den Akten genommen, und in dem Moment, wo, sei eS Kruschewans Schuld oder die Schuld wessen imer, und wäre es auch der höchste Beamte, bewiesen sein wird, wird man sich überzeugen, ob wir wissen, was unsere Pflicht ist. Man wirft uns vor, daß viele Schuldige frei spazieren gehen und sich ins Fäustchen lachen. Aber die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen und ob uns viele oder wenige entgehen werden — der größte Teil wird der Strafe doch nicht entgehen! Und nun darauf jurückzukommen: Im Auslande wird gesagt, daß Kruschewan das Werkzeug Plehwes war und daß er sogar Subventionen für seine Agitationen bekommen hat. Soll man es also vielleicht nochmals sagen, daß ein Minister des Kaisers von Rußland sich unter allen Umständen wahrlich nicht den Herausgeber eines dunklen Kischeuewer Blättchens zum Partner wählen muß? . . Und ich bitte, urteilen Sie doch selbst. — Er war aufgestandeu und sprach, weit über den Tisch vorgeneigt, in steigender Erregung: Hier ist der leicht aufwallende beßarabische Pöbel — seit Jahrhunderten kennt man seine explosive Natur. Hier ist ferner der Judenhaß, der in den letzten Jahrzehnten nicht nur bei uns, sondern auch bei Ihnen in Westeuropa fortwährend genährt wurde. Und da muß man also erst einen Minister unseres Kaisers sich als Anstifter und Verbrecher denken, um diese Greuel zu erklären? . . . Und wissen Sie — fuhr er fort — was Plehwe getan hat, nämlich noch vor Kischenew? Er hat zu Gunsten der Juden ihr Niederlassungsgebiet auf 101 Ortschaften erweitert. Sie werden sagen, das ist nicht viel. Gut. Aber für uns in Rußland ist es viel. Und ich wiederhole, er hat das Gesetz noch vor Kischenew gegeben und hat sich überdies vom Kaiser gleichzeitig die Vollmacht geholt, das Niederlaffungsgebiet nach seinem persönlichen Ermessen noch weiter zu vergrößern, worauf es sogar, nebenbei bemerkt, in gewissen Kreisen geheißen hat: „Plehwe? Plehwe ist auch von den Juden bestochen!" Notabene machen wir gar kein Hebl daraus, wie wir sonst über die Juden denken. Wir treffen unsere Vorkehrungen, weil sie ein so starkes Prozent zu den Revolutionären stellen; und da wir glauben, daß die enorme Steigerung der Güterpreise ihnen zuzuschreiben ist, weil sie von dem Rechte zum Ankäufe von Immobilien einen zu starken Gebrauch gemacht haben, erließen wir das Gesetz, welches ihnen dieses Recht ganz besonders ein schränkt. Aber von da bis zu dem Verbrechen in Kischenew — welch ein weiter Weg! Wir haben Gesetze gemacht, die dem und jenem unbequem sind; wenn man uns aber darum für fähig hält, solchen Greueln zu applaudieren, geschweige denn, sie auzustiften, so verrät das schon eine Phantasie, die nur noch an den absurdesten Romanen Vergnügen hat. Hierauf wurde auch das Thema von den verschiedenen Anschauungen über die Art, wie die innere Politik Rußlands zu führen wäre, berührt, und in diesem Zusammenhänge gestattete ich mir die unter anderen Umständen vielleicht indiskrete Frage: Im Auslande spricht man sehr viel von Reibungen zwischen den Herren Plehwe und Witte, und zwar iu dem Sinne, daß diese Reibungen ein Ergebnis der verschiedenen politischen Standpunkte der beiden Minister wären. Antwort: Ich weiß, daß man davon spricht; man sagt ja noch mehr. Man sagt, daß die beiden Herren erbitterte Gegner wären und baß sie einander zu stürzen trachten. Nun, es ist aber nichts als Tratsch, ein Tratsch, wie er sich gewöhnlich au die Minister hängt. Die Sache ist einfach die: Plehwe ist eine echt russische Natur, er nimmt sich kein Blatt vor den Mund, sondern spricht frei von der Leber weg, und zwar auch am grünen Tische im Staatsrate. Nun, es ist ja bekannt, was Witte alles für das asiatische Rußland tut. Er baut dort kolossale Eisenbahnen und während dessen steht es mit unserem europäischen Rußland noch schlimm, denn wir haben auf weite Strecken hinaus überhaupt keine Eisenbahnverbindung, ja es fehlt uns sogar an Chausseen, und das hat enorme wirtschaftliche Folgen. Es kommen im Winter die Fröste nnd Schneegestöber, im Frühjahr die schrecklichen Ueberschwemmuugen, im Herbst der Morast, in dem man bis über die Knie versinkt. Das alles dauert immer ganze lange Wochen nnd ganze Monate, mit der Konsequenz, daß der Bauer diese Zeit über iu seinem Dorfe eingeschlvsseu bleibt und sich nicht traut, auf den Markt zu fahren, um seine Ware zu verkaufen. Und die Folge? . . . Hungersnot! In allen europäischen Zeitungen lesen Sie dann die Geschichte von der ewigen Hungersnot. Das alles hat nun Plehwe im Siaatsrate vorgebracht und gesagt: „Wenn man in Asien baut, so muß man auch iu Rußland bauen", und von Witte die Mittel zur Linderung dieses Elends gefordert. Allerdings kam es nun zu einem Meinungsaustausche; aber inan täuscht sich sehr, wenn man meint, daß Witte eine kleinliche Natur ist, welche sich darüber aufgeregt hätte, weil Plehwe für, das europäische Rußland etwas forderte. Davon ist gar keine Spur, sondern nachdem er eingesehen hatte, daß Plehwes Forderungen ebenfalls Staatsnvtweudigkeiteu seien, stimmte er ihm völlig bei und bewilligte ohueweiters alle die vielen Millionen Rubel, die Plehwe zur Verbesserung des Verkehrswesens im Innern des Reiches verlangte. So war es in diesem Falle und so hat es sich noch oft wiederholt. Jede Forderung erzeugte eine Auseinandersetzung, aber trotz aller dieser Auseinandersetzungen sind sie beide gute Freunde. Damit schloß die Unterredung. Wir halten das Interview für echt, weil es den! ganzen Zynismus P l eh w e s enthüllt. Zuerst arran-' giert man die Maffacres von Kischenew und führt man sie als ein Argument gegen eine Verfassung an. Echt Plehwe! Die Existenz des berüchtigten Briefes an den Gouverneur v. R a a b e n wird natürlich geleugnet. Es steht aber fest, daß ein solcher Brief, wenn auch nicht von Plehwe selbst, so doch von einer seiner Kreaturen an Raaben geschickt wurde. Die Ausrede des Staatmannes, nur die Energielosigkeit des Gouverneurs wäre an dem ganzen Unglücke schuld, wird wohl nirgends Glauben finden. Wahrhaft rührend fände man die Naivetät, mit der der Intimus Plehwes fragt: Wer ist Kruschewan? wenn nicht eine solche Tücke zu abstoßend auf einem wirkte. Sehr wichtig ist, obzwar sie in dem Interview nur gestreift wird, die Frage Witte- Plehwe. Witte ist nämlich durchaus kein Judenfreund, wünscht aber im Interesse der noch brachliegenden, ungeheuren Hilfsquellen Rußlands eine Erleichterung der Lage der Juden, während Plehwe sie »Uch dem Kischeuewer Rezepte am liebsten loswerden möchte. In diesem Konkurrenzstreite Witte-Plehwe scheint Plewe die Oberhand gewonnen zu haben und damit richten sich selbst die optimistischen Hoffnungen, die in manchen jüdischen Kreisen bezüglich einer baldigen Verbesserung der Lage der russischen Juden gehegt wurden und die in einer Ansprache des Lordmayors Samuel ihren Ausdruck fanden. Die Juden sind, wenn es sich um ihre eigene Haut handelt, die schlechtesten Politiker. Wie weit Plehwe davon ist, den Juden zu helfen, beweist eine Ansprache, die er an eine Odessaer Deputation gehalten hat. Eine dreigliedrige jüdische Deputation aus Odessa, bestehend aus dem Industriellen G r ü n b e r g, dem Advokaten K ö n i g s ch a tz und dem Fabrikanten G o l d e n st e i n, erschien bekanntlich vor kurzem in Petersburg bei dem Minister des Innern v. Plehwe, um ihn auf die Lage der Juden in Rußland aufmerksam zu machen und eine Besserung dieser Lage zu erwirken. Ueber diese Audienz liegen folgende interessante Einzelheiten vor. Minister v. Plehwe hörte die Ausführungen der Deputation aufmerksam an nnd gab hierauf folgende Antwort: „Die Juden in Rußland sind ein fremdes Volk, sie müssen daher bescheiden sein. Doch, meine Herren, wir wollen die Lage der Inden verbessern. Allein, teilt der jüdischen Jugend, euren Söhnen und Töchtern, der ganzen jüdischen Intelligenz mit, daß sie nicht glauben sollen, Rußland sei ein alter, in Verwesung begriffener Organismus; das kerngesunde Rußland wird die revolutionäre Bewegung zu bewältigen wissen. Die Ansicht der Juden als von Feiglingen ist unrichtig. Die Inden sind ein mutiges Volk. Irr Südrußlcmd bilden die Juden 90, im Innern Rußlands 40 Prozent der Revolutionäre. Wohl beunruhigt uns die immer zunehmende revolutionäre Bewegung, aber wir werden sie schon vernichten. Aber wisset! Wenn es euch nicht gelingen sollte, die jüdische Jugend von der Teilnahme an der revolutionären Bewegung znrückzuhalten, werden wir eure Lage in Rußland so unerträglich machen, daß die Juden bis auf den letzten Mann Rußland werden verlassen müssen..." Die Bitte der Deputation, den Zar zur Gewährung einer Geldspende zu Gunsten der Juden von Kischenew zu bestimmen, wies Plehwe zurück. Das Ersuchen der Deputation, ihr eine Audienz beim Zar zu erwirken, erklärte Plehwe, nur unter der Bedingung erfüllen zu wollen, wenn die Deputation dem Kaffer den Dank der Juden für die ergriffenen energischen Maßnahmen zur Unterdrückung der Unruhen in Kischenerv ausdrücken werden . . . Eine viel deutlichere Antwort gab jedoch der jüdischen Deputation Senator Gerard, das einflußreichste Mitglied des russischen Reichsrates. Er sagte ihr, wie die Stuttgarter „Osswoboschdenje" meldet, wörtlich: „Ich persönlich bin davon überzeugt, daß es für Rußland ein Glück wäre, wenn man den Juden das Wohnrecht in ganz Rußland einrünmen wollte. Das russische Volk ist unbeweglich, unwissend, die Juden dagegen sind unternehmungslustig, energisch. Sie würden den Handel und die Industrie auf gebührende Höhe bringen. Es wäre jedoch ein großes Verbrechen, den Juden in dieser Beziehung irgend welche Hoffnungen zu machen. Nein, hegt keine Hoffnungen. Eine Lösung dieser Frage zu Gunsten der Juden würde der subjeknven Stimmung einer Persönlichkeit wider sprechen. (Plehwe. Anm. d. Red.) gegen welche zu ganz aussichtslos wäre . . Dabei machte Senator Gerard eine vielsagende Handbewegnng, ohne jedoch den Name» der Persönlichkeit 511 nennen. (Kaffka kontra Ggan.) III. Diese Wunderrabbiner, deren Grundsatz eS ist, daß das Judentum uub dessen einzig gottgefällige Sekte, der Chassidismus, nur dann erhalten bleiben kann, wenn es weder von seiner Kleidung, noch von feinem Jargon ltub seinen hergebrachten Namen nnd Gebräuchen abläßt, der Wunderrabbi, der es übel nimmt, wenn seine Anhänger in einem anderen Teile des Landes ihren Erwerb suchen und in weiterer Folge den Kaftan ablegen und sogar von der lebendigen Götzenanbetnng, der Verehrung des Wunderrabbis eutnüchtert werden; der Wunderrabbi, der unaufhörlich predigt, daß der Jude nur dann des künftigen Lebens, des " Paradieses teilhaftig werden kann, wenn er außer den allen auch diese, ja hauptsächlich dann Lehren des Chassidismus der Jude gerade durch diese Eigenheiten von dm anderen Völkern verachtet und verspottet, aber auch bei Eintreffen des Messias, oder wenn er früher stürbe, in jenem zukünftigen Leben des großen Lohnes sicher sein wird, diese Wunderrabbiner sind der Krebsschaden öer Unglücklichen. Und das Volk, das bei allen Raffen leichtgläubige Volk — glaubt. Es glaubt daran, weil es darin erzogen wurde, daß all dies eben so wahr ist, wie wenn es im alten Testamente geschrieben stünde, ja sie beweisen mit ihrer Kabbalistik, daß alle diese Dinge aus dem alten Testamente herausgelesen werden können, genau so, wie ernste Menschen aus den W^ken Shakespeares herauslesen, daß sie von keinem anderen als von Bacon geschrieben wurden. ES glaubt daran, weil es ja sichtbar ist, daß der Wunderrabbi heilig ist, der drei Viertel des Tages mit Waschungen,' Gebeten und anderen Frömmigkeitsakten ausfüllt, bei Rezitation eines wichtigeren Gebetes außer sich gerät, den die Ekstase hinreißt, dessen ganze Körperbewegung die hinreißende Wirkung einer unbekannten, inneren, transzendentalen Kraft zu sein scheint, welche der Uneingeweihte nur ahnen kann, die aber er, der heilige Rabbi, mit den stets geschloffenen Augen fühlt und sich ihr unwiderstehlich überläßt. Es glaubt daran, weil es all das, was der Wuuderrabbi predigt, für wahr, seiner Auffaffung einzig entsprechend hält, daß nämlich die weltlichen Genüsse, Literatur, Kunst, feinere Gesellschaftsformen eitel seien, die nur für die Nichtjuden oder nichtchaffidischen Juden geschaffen wurden, auf daß sie in diesen Eitelkeiten fortvegetieren, die Ordnung auf der Erde erhalten, den Schwachen gegen den Stärkeren schützen, durch Erfindungen und die Großindustrie den Menschen Erwerbsquellen eröffnen. Der Chaffidjude aber muß das Martyrium erleiden, denn ihm gehört die Zukunft. Ein bis zwei Zufälle, in denen das Gebet des Rabbi geholfen hat, umgeben das Haupt des Wunderrabbis mit einem Glorienschein und wenn das Gebet des Rabbi nicht hilft, so ist nur der Sündige daran schuld, der die Hilfe nicht verdient. Jeder kennt einen Fall, in welchem dieser oder jener Rabbi geholfen hat: das ist leider eine Volkskraukheit, welche zur vollkommenen Entartung führt. Der jüdische Bauer ist gläubig, sogar der rumänische und ruthenische Bauer ist es, zumal, wenn der Jude darauf hinweist: „Siehst du, was für sittliches Leben mein Rabbi führt, er jagt nicht weltlichen Genüssen nach und widmet Gott sein ganzes Leben." Oft hörte ich, daß griechisch-katholische Bauernfrauen dem Wunderrabbi Geschenke geschickt haben. Unter den Berufsarten steht der Wunderrabbi — wenn er es auch nicht eingesteht — die Industrie mit scheelen Augen an, weil der Gewerbetreibende nicht an die Scholle gebunden ist, gewöhnlich auch eine andere Sprache erlernt, eventuell auch das Komitat, seinen Bannkreis, verlassen kann, worauf er dann die äußeren Merkmale eines Chaffid ablegt und abtrünnig . wird. Dies ist aber ein großes Uebel, denn gerade dessen bedarf es hier am meisten und nur hierdurch könnte der abnormen Dürftigkeit der Juden abgeholfen werden. Dem Gewerbetreibenden steht die Welt offen, er geht, der Kamps ums Dasein treibt ihn weiter, so aber muß er hier verkommen. Die Maramaroser Juden haben überdies eine größere Neigung für das Gewerbe, als ihre anderen Glaubensbrüder. Es gibt hier jüdische Maurer, Zimmerleute. Steinmetze, Schmiede, alles Handwerke, denen wir bei den Juden im Alföld nicht begegnen. Die Juden inMarmaros haben sich sogar zu den Beschäftigungen der Zigeuner, wie Ziegelschlagen und Kanalputzen herbeigelaffen, was zum Beispiel bei den Juden im Alsöld ganz ausgeschlossen wäre. Man findet auch jüdische Musikanten, und die Slatinaer jüdische Zigeunerkapelle ist weihin berühmt. Man würde nun glauben, daß die christlichen Dorfbewohner hier mit den Juden in größter Feindschaft leben. Es ist aber geradezu bewunderungswürdig, in welch gutem Einvernehmen hier die r u t h e n i s ch e n, r u m ä n i s ch e n u n d j ü d i s ch e n Bauern miteinander leben. Es ist in Maramacos allgemein bekannt, daß jeder christliche Bauer seinen jüdif schen Berater hat, zumeist ein älterer Mann, den er vom '--j Vater gewissermaßen geerbt hat und ohne den er nichts ' «junternimmt, mit dem er sich sogar über die Verheiratung ' seines Kindes berät. 1 Wenn nun diese Ratgeber ihre Klienten betrügen und diese nicht einsehen würden, wie nützlich ihnen der wohlmeinende Rat des Juden ist, w e n n w i r k l i ch ein solcher Rassenhaß bestünde, w i e i h n d i e j n n t i li b e r a le Presse wünschte, und alles a u f b i e t e t, d a ß e r e n t s t e h e, d a n n h ä t t e s i ch dieser Gebrauch sicherlich nicht erhalten, j Daß es unter so vielen Menschen, die auf ein solch enges Gebiet einer Existenzmöglichkeit zusammengedräugl sind — und dieser wichtige Umstand darf nicht außeracht gelassen werden! — auch Verbrechernature», und zwar nw - hällnismäßig nicht mehr als in der Hauptstadt gibt, ist nur selbstverständlich und entspricht dem unerbittlichen Gcsrtze der Statistik; und daß es gerade die dort anzutreffenden Verbrechen sind und keine anderen, liegt auch in der Natur der Sache. Man darf nicht vergessen, daß es sich um eine Volksklasse handelt, die erst in ihrer Heimat und dann auch bei uns vom Staate kulturell vernachläßigt wurde, welche unter verkehrten Lebensanschauungen und Sittlichkeitsbegrifftn ausgewachsen ist und sich entwickelt Juden gemeinsamen Gesetzen! hat und die obendrein durch die Wunderrabbiner m:: diese hält, da nach den ä aller Gewalt gegen kulturelle Einwirkungen bewahrt wird.

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