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Jüdisches Volksblatt · 1903-07-03 · 27 (3.7.1903) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
27 (3.7.1903)
Date
1903-07-03
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 27 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 3. Juli 1903 Seite 5 Chronik. Inlmrd. A«S der KultuSgemeinde. In der am LS. Juni d. I unter dem Vorsitze des Präsidenten, kaiserlichen Rates Heinrich K l i n g e r, stattgefundenen, der Erledigung von Steuerangelegenheiten gewidmeten Plenarsitzung gelangte auch eine an den Kultusvorstand gerichtete Zuschrift des österreichischen Landeskomitees des Verbandes „Zion" mit der Eiuladung zur Teilnahme an dem in Wien stattfindenden zionistischen Parteitage zur vollinhaltlichen Verlesung. Der Vorstand hat diese Zusckn A dahin beantwortet, daß er sich nicht in der Lage erachte, zu dem am 28. und 29. Juni stattfindenden Parteitage Delegierte zu entsenden. (Anders wäre die Antwort wahrscheinlich ausgefallen, wenn ein deutschliberaler Parteitag die Kultusgemeinde eingeladen hätte. Wir müssen diesen Beschluß aufs entschiedenste verurteilen. Anm. d. Red.) Noch einmal die Kultusgemeinde für eine antisemitische Firma. In Fortsetzung meines in letzter Nummer Ihres geschätzten Blattes veröffentlichten Briefes sei es mir gestattet, in dieser leidi gen Angelegenheit die authentischen Daten bekanntzugeben: Die Installation des Tempels war schadhaft. Es mutzte ein Sachverständiger berufen werden, und nun entsteht die Verlegenheit sTRir flXiti'tinv herfiinr.n luafil über eritdes Kultrisvorstandes. Wir Wiener Juden verfügen wohl über erst klassige Fachmänner auf diesem Gebiete, wie, um nur einige zu nennen, die Herren Ingenieure Seidener, K r e m e n e tz k y, Eisler usw. es sind, aber diese haben den Fehler, d a tz sie tv e d e r s e l b st g e t a u f t s i n d, noch i h r e K i n d e r h a b e n t au f e n taff c n. Der gutbezahlte technische Konsulent der Gemeinde, Ingenieur Brun, hätte Iv o h l die Eignung hierzu gehabt, da sein Kind aus d e m Jude nt u m ausgetreten ist und er selbst s i ch i n F ach k r e i s e n desOefte ren un st erbli eh blamiert hat. Dieser Herr Brun war es auch, der jedem der Offerenten eine andere Direktive zur Ausarbeitung der Offerte gegeben hat. Der .Ausweg ivurde bald gefunden: Mai: berief den Ingenieur einer Privatfirma» einen getauften Juden, und übertrug die Arbeit dem von diesem Experten empfohlenen antisemitischen Installateur. Charakteristisch ist es, das; ein Offerent, der als tüchtiger Fachmann und vernünftiger Geschäftsmann gilt, seine Offerte znrnckzog, als er den Namen des Experter: erfuhr I Nun komme ich zu den Preisen und zur Verlogenheit des eingangs erwähnten Protokolls. Es wird dort erzählt, daß die jüdischen Offerenten „zu dick werden wollten", verschwiegen wird aber, daß fünf Offerenten sich irr einer Höhe Won 7000—8000 Kronen hielten, darunter die „Internationale Elektrizitätsgesellschaft" mit 7200 K., welche damals in der Kampfzeit ein Interesse daran hatte, die Arbeit eventuell auch umsonst zu machen und gewiß nicht reißen wollte. Hätte nur irgend ein jüdischer Installateur als einzige Firma 3000 K. offeriert, er wäre gewiß zurückgewiesen worden, weil er die Arbeit ja unmöglich um diesen Preis in entsprechender Güte Herstellen könnte. Nur ein Jude konnte diese Arbeit ganz verstehen und sich ihr mit Eifer hingeben, und es ist ganz klar, datz es nicht schwer ist, auch eine um die Hälfte billigere Arbeit den Erfordernissen des Starkstrom-Regulativs anzupassen und dabei noch mehr zu verdienen, als an einer um die Hälfte teureren Arbeit. Von den jüdischen Offerenten wurde:: der Sicherheit wegen fünfzig Stromkreise und Bergmann-Rohre, zum Teile mit Messing verkleidet und sich den Ornamenten anpassend, vorgesehen, jetzt sind nur einige zwanzig Stromkreise, die Leitungen lvie in einer Fabriksanlage auf Rollen gespannt usw. Ich will nun nicht darauf Hinweisen, daß in einer Zeit, in der die Ko:um:n:e unzählige Arbeiten au christliche Installateure, und zum grötzten Teile an jene Firma vergab, welche jetzt den Tempel installiert, nie aber an Juden, diese letzteren, also einen Anspruch auf die kleine Entschädigung hatten. Ich will nicht, erwähnen, welchen Lärm das „Deutsche Volksblatt" schlagen würde, wenn ein Jude eine Kirche zu installieren bekäme und wie auch der liberalste Christ sich im Innersten darüber verletzt fühlen würde;, ich setze mich auch darüber hinweg, daß wir sehr hohe Knltusftcuern bezahlen und die Kultusgemeinde doch ein Interesse hat, steuerkräftige Mitglieder zu haben. Ich frage bloß: „Wie tvill der Kultusvorstand die schwere moralische Schädigung verantworten und wettmachen, die er einer grotzen Anzahl braver und „tüchtiger Gewerbetreibender zugefügt hat, nicht bloß durch die Zurücksetzung bei dieser Arbeit, als vielmehr noch durch die Entstellung der Tatsachen, mit welcher man die ganze Angelegenheit offiziellerseits dnrzustelle» bemüht ist?" Ich frage ferner: „Wann werden die gid:- schen Wähler endlich einsehen, das; es nur dann besser wird, wenn ein wirklich jüdischer Geist in die Ratsstube der Seitenstettengasse eingezogen sein wird?" Allgemeiner jüdischest Arbeiterverein, GesangS-Vektion. Am 29. Juni wurde von der Gesangs-Sektion des Allgemeinen jüdischen Arbeitervereines im Vereinslokal, II., Stefaniestraße 8, eine Akademie, welche sich durch das äußerst reiche und gewählte Programm auszeichuete, bei freiem Entree veranstaltet und nahm selbe den glänzendsten Verlauf. Die Mitwirkenden taten ihr möglichstes, um das besonders zahlreich erschieneue Publikuur zusnedeuzustellen, und gelang ihnen dies in der großartrgsteu Weise. Den Violinkünstlern Oskar R o s e n f e l d und Hans L v w, welche sowohl Solo als auch im Duett spielten, wurde für rhren gefühlvollen und meisterhaften Vortrag verdientermaßen der reichste Applaus zuteil. Herr Louis Strimpl, welcher schon so oft in liebenswürdigster Weise seine Kraft zur Verfügung stellte, spielte auch diesmal mit meisterhafter Fertigkeit und wundervollem Vortrag eine Ouvertüre aus „Wilhelm Teil" von Rossini, Krönungsmarsch aus „Prophet" von M e y e r b e e r, sowie anderes und erntete, wie es auch uicht^anders mvgl:ch war, den reichsten Beifall. Herr Dichter M. S t o n g l setzte diesem genußreichen Abend durch Rezitation eigener Gedichte, von welchen besonders „Jerusalem, „Selichot" hervorzuheben sind, die Krone auf. Herr Chormeister Rudolf B l a n n, welcher als Leiter dieser Akadenrie fungierte, sang unter tosendem Beifall eines bereits enthusiasmierten Publikums „Mein heilig Land" von Goldfaden und „Mein Jüngele" von L ü f ts ch i tz mit einer von seinem Genie zeugenden Stimme. So endete dieser wunderbare Abend, welcher gewiß allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben wird. BegrützmrgSschreibeu an den Parteitag der jüdischen Arbeiter in Lemberg. Der Allgemeine jüdische Arbeiterverein in Wien sandte an den Parteitag folgendes Schreiben: Liebe Kollegen! Mit Freude haben wir Ihre Mitteilung zur Kenntnis genommen, daß Sie daran gehen, das galizische Proletariat — das beklagenswerteste der Erde — auf zionistischer Basis zu organisieren. Der Zeitpunkt ist uu:so günstiger, als ja erst jüngst die Führer der Sozialdemokratie wieder einmal gezeigt haben, daß sie den: jüdischen Proletariate sein nationales Er st g e b ur t srech t um das Linsengericht des Polentums m. e. erschleichen wollen. Die Herren Sozialdemokraten haben eben alles vergessen und nichts gelernt, umso mehr lernte das denkendejüdischeProletariat. Wir wissen es jetzt auch aus der jünsten Erklärung des marxistischen Parteipapstes Kautski, daß die Sozialdemokratie das Verschwinden der Judensrage von d e in Verschwinden des jüdischen Volkes erwartet. Die Konsequenz aus dieser fr—mütigen Offenheit der Sozialdemokratie zu ziehen, wird Aufgabe des Lemberger Parteitages sein. Der Allgemeine jüdische Arbetterverein in Wien sieht darum den Beratungen und Ergebnissen Ihres Parteitages mit den größten Erwartungen entgegen und wünscht Ihnen den besten Erfolg. Wenn wir leider mcht in der Lage sind, einen Delegierten zum Parteitage zu entsenden, so werden wir doch im Geiste bei Ihnen weilen und wünschen Ihnen nochmalbesten Erfolg. Dem jüdischen ft* *tariate zur Ehr und Wehr. Für den „Allgemeinen Mischen Arbeiterverein für Oesterreich." Zentrale Wien. Samuel I u s l i ch t. Nathan Groß. Die Lemberger Kultus geureiude beim Statthalter. Der Statthalter nahm am 30. Juni die Vorstellung der Repräsentanz der israelitischen Kultusgemeinde in Lemberg, die vom Reichsratsabgeordneten Dr. Byk geführt wurde, entgegen. Abgeordneter Dr. Byk richtete namens des jüdischen Kultusoorstandes eine Ansprache an den Statthalter und bat denselben, die jüdische Bevölkerung seiner Fürsorge teilhaftig werden zu,s lassen durch Verwirklichung ihrer gesetzmäßigen vollen^ Gleichberechtigung und durch Bekämpfung der unbeschreib lichen Rot und des Elends, der in erschreckender Weise wachsenden Erwerblosigkeit und der verzweistungsvollen wirtschaftlichen Lage der weiten Schichten der jüdischen Landbevölkerung. Der Statthalter antwortete in längerer Rede, welche von den Mitgliedern der Depu tation sehr sympatisch ausgenommen und an mehreren Stellen mit lebhaftem Beisalle begleitet wurde. Der Gedankengang dieser Rede war folgender: Der Statthalter werde sich in seiner amtlichen Stellung gewiß stets aus schließlich von den Grundsätzen einer strikten Gerechtigkeit leiten lassen, wobei der Unterschied des Glaubens absolut nicht in die Wagschale fallen werde. Er halte im allgemeinen die Religion hoch, ohne Unterschied, ob sie die seine oder eine fremde sei und achte daher auch in gleicher Weise den jüdischer: Glauben. Die Bedeutung der jüdischen Bevölkerung erkenne er nicht bloß wegen ihrer numerisch gewab tigen Zahl, sondern auch deswegen an, weil sich der ganze Handel im Lande fast ausschließlich in ihren Händen befindet. Das allgemeine Landesinteresse, welches die Entwicklung des Handels ordert, müsse daher seine volle Aufmerksamkeit und seine Rücksichtnahme herbeiführen. Die Verhältnisse des Landes seien ihm bekannt und er müsse daher dem Abgeordneten Dr. Byk beipflichten, daß Armut und Not der jüdischen Massen, besonders in den kleinen Städten, unsagbar seien. Der Hunger lasse begreiflicherweise mitunter manche Grenze verkennen und könne auch leicht zu Ausschreitungen führen. Selbst abgesehen vom allgemeinen Menschlichkeitsgefühl müsse daher auch die öffentliche Sicherheit sein Interesse für diese w ir t sch af t li ch e N ot la ge und ihre Ursache im hohen Grade wecken. Gleich bei Uebernahme seines Amtes habe man in polnischen und ruthenischen Blättern lesen können, daß sich antisemitische Exzesse in Galizien vorbereiten, ja noch mehr, daß sie organisiert werden. Der Statthalter habe sofort eine allseitige Berichterstattung abverlangt und könne die beruhigende Mitteilung machen, daß nicht ein Wort an jenen Zeitungsmeldungen wahr sei. Er knüpfte jedoch daran die entschiedene Erklärung, daß er derartige Erscheinungen oder auch nur deren Vorbereitungen mit aller Energie und allen staatlichen Mitteln Niederkämpfen werde. Zum Schlüsse dankte der Statthalter in herzlichen Worten für die ihm dargebrachten Glückwünsche. (Wir sind neugierig, wie Potocki sein Wort halten wird.) Im „Hazofeh" finden wir die Kongresses: 1. Eröffnungsrede Dr. des Legitimationsanschusses. 3. Be- Aktiouskomitees, oder Rede Nordaus ob er sprechen wird). 4. Dis- Organisation und Agitation. wählt Bergmann (Prag), Freud (Wien), Grübe! (Lemberg). Als erster Refereüt berichtete Stenzel (Stanislau) über die Notwendigkeit der Gründung eines „Verbandes zionistischer Studenten Oesterreichs". Es wurde die Gründung dieses Verbandes beschlossen, dem sofort 16 der anwesenden Korporationen beitraten. Ueber die Form der Organisation und das vom Refe reuten vorgelegte Statut entspann sich eine lebhafte Debatte, welche die Vormittagssitzung ausfüllte. Es wurde eine Statutenkommission zur endgiltigen Redaktion des Statuts gewählt. In der Nachmittagssitzung referierte Hugo Bergmann über die Aufgaben des Verbandes. Als solche stellte er hin: Vertretung der jüdischen Studenten Oesterreichs nach außen, insbesondere gegenüber den akademischen Behörden; Organisierung der gemeinsamen Arbeiten der österreichischen Studenten (jüdische Statistik, Palästinakunde, Folkloristik, Agitation). Eine angenommene Resolution macht es den Verbandsvereinen zur Pflicht, jüdische Geschichte zu pflegen, nach Möglichkeit auch obligatorische Geschichtsprüfungen der Mitglieder einzuführen. Das folgende Referat behandelte die Erziehung der studentischen Jugend zur zionistischen Idee. Referent Rosenzweig (Wien) empfahl energische Unterstützung deS zu gründenden Organs der jüdischen studierenden Jugend („Unsere Hoffnung"), Herausgabe von Flugschriften für Abiturienten, Veranstaltung vonGeschichts und hebräischen Kursen durch Hochschüler für ihre jüngeren Kollegen. Diese Arbeit wird die Fehler gutmachen, welche der Religionsunterricht und die Erziehung begehen. Unter stürmischem Beifalle wurde die Resolution (Beck, T h a u) angenommen : Der erste Verbandstag jüdischer Studenten Oesterreichs betrachtet die heute übliche Methode des Religionsunterrichtes in den Volks- und Mittelschulen als durchaus unzulänglich. Er verlangt mit aller Entschiedenheit von den jüdischen Kultusgemeinden, dafür Sorge zu tragen, daß die hebräische Sprache systematisch nach einer modernen Lehrmethode, die jüdische Geschichte mit größerem Ernste vorgetragen werde. Den Höhepunkt des Studententages bildete das folgende Referat Bienenstock (Krakau) über die Erziehung der jüdischen Hochschüler zum Zionismus. Der Referent kritisiert scharf die jetzige Arbeitsmethode der jüdischen Studenten und verlangt eine gründliche Durchbildung der jüdischen Akademiker in allen jüdischen Problemen. Er empfahl zu diesem Zwecke Errichtung von Seminarien und Kursen zur theoretischen Durcharbeitung der Fragen jüdischen Lebens. In praktischer Hinsicht befürwortete er Mitarbeit in modernen jüdischen Institutionen. (Das Referat dürste auszugsweise im Druck erscheinen.) Um halb 8 Uhr schloß die Nachmittagssitzuug. In der Nachtfitzung legte die Statutenkommission das revidierte Statut vor, das nach ausführlicher Spezialdebatte angenommen wurde. Zum Präfldialverein für das nächste Jahr wurde „Bar Kochba" (Prag) gewählt. Um 3Ul% Uhr nacht -> schloß der Studententag, der für die österreichische Studenten - bewegung eine neue Etappe bildet. Alte Dokumente. Copia, des Kongreß. Tagesordnung des Herzls 2. Bericht richterstattung des (es ist noch nicht bestimmt, kussion über den Bericht. Wolfssohn. 8. Die Be- Philantropie. (Wahr- Dr. Elias ans Mühl- 9. 6. Ueber den Nationalfonds: a) praktischer Teil: H. Kremenetzky. b) Statuten: Dr. Farbstein. 7. Bericht erstattung der Kolonialbank: H. Ziehungen des Zionismus zur scheinlich werden Zangwill und Hausen sprechen). 9. Schluß. Verein Jüdischer Handels,wgestellter, Wien. M o i: ats - Programm: An: 4. Jul: in: Vereinslokale, 2. Bez., Stefaniestratze 8, Vortrag des Herrn Dr. Ernst Bloch: „Zionismus und Sozialislnns. Da der Referent den sozialdemokratischen Standpunkt vertritt, bitten ivir unsere Gesinnungsgenossen um zahlreiches Erscheinen. Beginn 8 Uhr. An:.12. Juli Ausflug auf die Hochranmlpe. Zusammenkunft 2 Uhr 46 Min., Abfahrt 2 Uhr 60 Min. von der Stadtbahnhaltestelle Schottenring. Drantzei: Vorträge und Spiele. 18. Juli: Im Vereinslokale dritter österreichischer Zionistentag. Referent Gesinnungsgenosse Moses Schnntt. 26. Juli: Vorlesung: Dr. Kohn von Max Nordnu. Näheres in nächster Nnnnner. Jeden Mittwoch in: Vereinslokale Ansschutzsitznng. Die „Misrachi und der Kongreß. Die Versamlung der Misrachiten (orthodoxe Zionisten) hat beschlossen, ihre Kongreßdelegierten auf folgendes zu verpflichten: a) Aus den Schekelgeldern dürfen keine Subventionen für Schulen, Erziehungskomitees, statistische Bureaus gegeben werden, b) Mit den vorhandenen Mitteln des Nationalfonds soll sofort Land in Palästina angekauft werden. Jüdischer Strrdenteutag. An: 30. I u n i tagte i n: S a a l e scheu V o l k s v e r e i n e s" i n Wien der indische Studententag Oesterreichs. Im Namen den Vereines jüdischer Hochschüler „Bar Kochba" (Prag) eröffnete dessen Obmann Hugo Bergmann den von 19 Korporationen beschickten Stndententag. Ins Präsidiun: wurden ged e s „I ü d ierste allgemeine des einberufen- Copia, des an Eine Hochlöbl Kays. Hoff Camer abgegebenen Ofner Cameral Adns. Bericht. Es hat der Hx. Gral. Feld-Zeugmeister und Com - mendannt allhier Freyherr von Pfefferhoven unß erinnern lassen, und beynebst auch seinen Hoff-Kriegs- Räthl. Befehl Communiciret, welcher gestalten Er Künftighin, deren allhiesigen Cameralschutz-Juden sich nicht mehr annehmen, noch Jemanden wider die Stadt dißfahls asststenz leisten sollte, wie zumahlen nun also gedachte chutz Juden nicht unbillig sich besorgen, eß dürfte die Stadt more solito wider Sie mit Gewalt Verfahren, auß welcher Forcht Bereits schon einige und zwar die Vermöglichste Jüdische-Familien von hier gewichen und bey nit zu hoffen haben der Carmeral-Protection die übrig auch nach zufolgen sich entschlossen haben, wodurcheben die Jenige von der Stadt, welche bloß allein: und auß keiner andern ursach alß wegen ihres selbst aigenen suchenden unkchristlichen Wuchers und privat gewinnes die Juden zu Verfolgen und Vonhier zu Treiben sich Beeysern, ihrenZwekh und rntention erlangten, darbey aber nicht Consideriren, wie schädlich und Beschwürlich der samentlichen Gemeinde fallen wurde, da selbte in Ermanglung derer Handels-Juden von welchen doch gleehwohlen um ein Billigen-preiß auch auf Credit, gegen Wein oder andere effecten eine Waare zu erhandeln ist, ihnen in daß gewölb Kohmen, und in gedoppelten-preiß ihren Pasel abkauffen müßen, disem nach haben die noch übrige schütz Juden gegenwärtiges Memorial der Administration überraichet und gebetten, an Euer Hochgraflichen Excellenz und Gnaden, deß weithern gehorsambst gelangen zu lassen, daß Selbe Vermög Euer Hochlöblichen Kays. Hoff- Cammer unter ltr.ten gbrx. 1706. geschöpften und Hiebey schließigen gnädigen resoluti, wider der Statt, gewaltsamkeit fehrners hiher geschützet und in der Cameral Protection erhalten, folglich dem Hx. Generalen, daß Er auf erforderenden Fahl zu protegirung, diser Juden der Administration affistiren solte, von Einen Hoch löblx. Hoff Kriegs-Rath hinwiderum, und zwar dem Allerhöchsten (ehe und bevor wie besorglich mit denen Juden ein ungelegenheit entstehen dörffte) anfgetragen werden möchte womit etc. etc. Ofen, den 9. gbr. 1708. Copia Memoralis. Der Juden: Subpraes: den 9. gbr. 1708. Denen selben ist sonders zweifl nicht unbekannt, daß unterschidlichen mahlen, wie allhiesige schütz Juden der dasigen Stadt Ofen juris Diction untrrworffen zu seyn, angefochten worden, Weillen dann damahls von Löblx Hoff Cammer unterm 16. gbr. 1706. wie Beyliegende Copia weiset) Massen Jhro Excellenz Freyherrn von Pfeffershoven unß bishero geschützet, auch biß weitern Verordnungschützen- und manuteniren helfen solle, die gnädige Bescheidung beschehen, wür aber aniezo schmerzlich Vernehmen müßen, daß aus's Neue Ein Hochlöblx. Kays. Hoff Kriegs-Rath an daßiger Jhro Excellenz der schriftliche Verbscheid ergangen, daß Selbe sich der Ratzen und Juden fernerhin nicht annehrnen sollen, wodurch zu Besorgen, daßiger Magistrat mit Unß wieschon öfters Beschehen ein weiteres anfangen und große nngelegenheit machen möchten;-Alß gelanget derowegen an Eine Löbliche Kayser. Caal Administration unser ganz unterthänigsten ansuchen und bitten, dieselben nuß die Hohe gnad Bezeigen und an Eine Hochlöbliche Kayser. Hoff Cammer unsertwegen ohn schwer schriftlich Berichten, dieselbe dann Einer Hochlöblich. Kayserl. Hoff-Kriegs-Rath Communieiren, welcher noch-

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