Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 26 (26.6.1903)
- Date
- 1903-06-26
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 26 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 26. Juni 1903 Gemeinde, ihre Seelsorger, ihren Oberrabbiner öffentlich beschimpfen und verleumden": das ist Prestbüberei. (Einige Monate vor dieser Affaire hat Dr. Bloch den Redakteuren dieses Blattes das noch nicht ausgegebene Budget der Wiener Kultusgemeinde — e s war das Hausexemplar des Sekretärs Kais. Rat Dr. Lieben — gebracht und ihnen die Daten für einen Angriff gegen das Rothschild-Spital und den Kultusvorstand zur Verfügung gestellt. Das Manuskript dieses, sowie des zweiten Angriffsartikels, anläßlich der Uebergabe des neuen Pavillons, hat Dr. Bloch gelesen und zu sch ou en d (!) gefunden. Beide Artikel haben die anti- I semitischen Blätter reproduziert. Wenn nun Dr. Bloch die Frechheit besitzt, den unabwendbaren Umstand uns vorzuwerfen, daß das „D. V." auch heute noch das tut, was es mit dem von Dr. Bloch inspirierten Artikeln tat, nämlich die von uns gerügten Mißstände auszubeuten, und nach bereits gekenrczeichneter Methode die perfide captatio benevolentiae begeht, sich mit den» PräsidiumdesKultusvorstandes zu identifizieren «ttb als Märtyrer unserer Anfeindungen hinzustellen: das istPvestbüberei. Dr. Bloch hat.doch nein! die weiteren Preßbübereien sind „intim persönlicher Natur, die vorläufig nicht erwähnt zu werden brauchen". Aber der verkappte Helfershelfer des Dr. Bloch wird erst nach und nach begreifen, warum die „Oesterreichische Wochenschrift" die Energie gegen die „neuen Schädlinge" vermissen ließ, und daß er auch die letzte Preßbüberei nur auf die bis jetzt überflüssigerweise geübte Nachsicht der „Soldschreiber" bauend, gewagt hat. Zum Schluffe muß folgendes konstatiert werden: Die sogenannte Ehrensubvention hat ursprünglich nicht die Summe von 3000 Kronen betragen, sondern ist sukzessive erhöht worden, also eine allmälig steigende Ehrengabe, die mit dem Wohlverhalten gegenüber der Kultusgemeinde zunimmt. Die neueste Erhöhung dieser Ehrengabe hat Dr. Bloch nicht direkt in Abrede gestellt; wir halten auch die Nachricht über das Faktum der Erhöhung aufrecht. Eine echt Bloch'sche Lüge ist es auch, zu behaupten, daß seine Subvention in den gedruckten Budgetberichten der Kultusgemeinde alljährlich ausgcwieseu sei. In dem jüngsten Nechnungsabschluffe findet sich nirgends eine Post, die ous- \ drücklich besagt, daß die „Oesterreichische Wochenschrift" eine Subvention von 3000 Kronen erhalte. Daß die Summe der Subvention im Gesamtbudget enthalten ist, ist ja selbstredend, da sie doch tatsächlich verausgabt wird, der Schwerpunkt der Frage liegt eben darin, daß diese Summe hinter I irgend einer Maske verborgen ist und nirgends detailliert erscheint, so daß es erst unserer Enthüllung bedurfte, sie ans Tageslicht zu befördern. Die Nabulistik Blochs, daß der Betrag auigewiesnn sei, war also nicht imstande, die Ueberraschung des Publikums bei unserer Enthüllung zu schwächen. Dr. Bloch gibt den Bezug einer Subvention zu, Dr. Bloch hat mehrere für die Wiener Judenheit wichtige Vorgänge, wie — um nur die Ereignisse der leisten Zeit hervorzuheben — die faktisch und in aller Form erfolgte Dcmissivu des Präsidiums der Wiener Kultusgemeinde tatsächlich verschwiegen er hat die Vergebung der elektrischen Arbeiten au eine antisemitische Firma und die daraus entstandene Bcweguug verschwiegen und nur den offiziellen Ableugnungsversuch gehorsamst gebracht. Auf Grund des eigenen Geständnisses Dr. Blochs, daß er „.g e b u n d e n e Oualitätsarbeiter sind oder auf gewisse Spezialitäten arbeiten, die für den allgemeinen Arbeilsmarkt keine große I Rolle spielen, gehören die jüdischen Arbeiter, die aus Osteuropa nach England kommen, in ihrer Mehrheit Gewerben allgemeinen Charakters, vor allem den Bekleidungsindustrien an, und verkaufen in ihrer Notlage ihre Arbeitskraft zu den niedrigsten Bedingungen. So hat die von ihnen ausgeübte Arbeitskonkurrenz in ganz besonderem Maße beharrliche Lohndrückerei und, was das Schlimmste ist, in einem großen Teil der betreffenden Industrien eine ununterbrochene Versorgung der Konfektionsgeschäfte und Zwischenunternehmer, der sogenannten Schwitzmeister, mit frischen, und als solche besonders willfährigen Rekruten für die Heimarbeit zur Folge. Sie ist eines der wirksamsten Mittel, diese Arbeitsform, deren Schädlichkeit heute von fast allen sachkundigen Oekonomen eingeräumt ist, ins Endlose fortzuerhalten und weiter auszubreiten. I Unter normalen Verhältnissen findet die Heimarbeit in der Maschinenarbeit einen wirksamen Gegner, der ihr schrittweise den Garaus macht, wo aber ein beständiger, von außen kommender Zufluß von Rekruten der Schwitzarbeit den Zuwachs aus den Kreisen der ansaßigen Be- I völkerung noch verstärkt, da kann unter Umständen selbst die beste Maschine nicht gegen die Konkurrenz der billigen Heimarbeit aufkcmmen, muß zuweilen sogar eine schon eingeführte Maschine vor ihr die Segel streichen. Es müßte wider alle Natur der Dinge zugehen, wenn sich gegen einen solchen Zustand der Dinge nicht Gegenagitationen erheben sollten, und keine solche Agitation ohne ihre Uebertreibungen. Nicht nur diejenigen, die wirklich nur unter der Konkurrenz der eingewanderten Juden um Arbeit und Wohnraum zu leiden haben, sondern auch sonst viele, denen es schlecht geht, machen die Einwanderung für ihren Notstand verantwortlich oder lassen Vorreden, daß sie die Ursache ihrer Leiden I sei. Geschastspolitiker, Popularitätshascher und Doktrinäre I aller Art barschen das Uebel nach Kräften auf, um ihre spezifischen Heilmittel an den Mann zu dingen. So wird die Agitation in Fluß gehalten und die Verbitterung verallgemeinert. (Schluß folgt.) Hände" habe waren und sind wir daher berechtigt, zu erklären, daß er durch die „Subvention", mit oder ohne Ehren, zum Schweigen verurteilt ist. Der geradezu unerhörte Zynismus aber, mit welchem Dr. B l o ch, ohne uns zu widerlegen, die ganz gewöhnliche Teilnahme an dem Reptilienfonds der Kultusgemeinde zu einer Ehrengabe für seine Heldentaten aufbauscht und zum Schluffe noch dem Kultusvorstande den versteckten Vorwurf zu machen wagt, daß die „Oesterreichische Wochenschrift" zu viele (!) Inserate der Kultusgemeinde publizieren müsse, läßt jedenfalls tief blicken. Jeder Kenner der Bloch'schen Moral muß erkennen, daß diese bewegliche Klage über die geringe Höhe der persönlichen Ehrengabe im Verhältnis zu den Annonzen einerseits die wahre Natur dieser Ehrensubvention enthüllt, andererseits das Präludium zu einer neuerlichen Erhöhung dieses Schweiggeldes darstellt. Und diese ist bei der Angst, die man auf den Hintertreppen der Seitenstettengaffe und in den Salons einzelner Kultusvorsteher vor dem Raffinement und dem „Wiffen" Dr. Blochs hat, nicht so unwahrscheinlich. Die Redaktion des „Jüdischen Volksblattes." Savbatrnhe oder Sonntagsruhe. Ans der Rede des Abgeordneten Dr. Straucher in der Sitzung vom 12. Juni. So sehr ich politisch meiner Ueberzeugung nach Zentralist bin, glaube ich dennoch, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse nach einem Leisten in allen Teilen und Gebieten des Reiches unmöglich geordnet werden können. Ich gebe zu, daß der fortgeschrittene Westen unserer Monarchie in Bezug auf sozialen Fortschritt gewiß eine Höhe erreicht hat, daß man hier alle modernen Institutionen einführen könnte; ob dies aber auch bei Galizien und der Bukowina der Fall ist. . . (Abgeordneter Dr. Ellenbogen: Ich glaube, dort ist-es eher notwendig! —Heiterkeit,) Da sind Sie sehr im Irrtum, ich glaube, es ist dies dort nicht der Fall! Sie müssen die desolaten wirtschaftlichen Zustände unserer Länder kennen, und' ich werde Ihnen in dieser Richtung einige Daten anführen, aus welchen Sie^ ersehen können, welch kolossal schwere ökonomische Krise in Galizien und in der Bukowina herrscht. (Abgeordneter Dr. Ellenbogen: Wenn die Leute so verarmt sind, muß man sie doch schützen!) Wovor? (Abgeordneter Dr. Ellenbogen: Vor dem Elend!) Wieso? Durch die Sonntagsruhe etwa? Wir werden uns bald darüber auseinandersetzen. (Abgeordneter Dr. Ellenbogen: Ich bin sehr neugierig!) Ich will Ihnen Herr Kollege, mit Zustimmung des Herrn Vorsitzenden eine Stelle aus einem Werke des verstorbenen Abgeordneten Szczepanowski vorlesen, welcher sich mit Sozialpolitik und Statistik hervorragend beschäftigte, aus welcher Stelle Sie ersehen werden, wie groß das wirtschaftliche und soziale Elend zunächst in Galizien ist. Da heißt es (liest): „Der Strom der kapitalistischen Entwicklung hat in Galizien Bilder von Elend und Verkümmerung hervorgebracht, wie sie in Europa sonst nicht zu finden sind, hat Typen von Menschen und Lebeusgewohnheiten geschaffen, welche alle Schilderungen der kühnsten Pessimisten in den Schatten stellen." Es ist nämlich sehr zu bedauern, daß man sich bei uns viel zu wenig um die Verhältnisse der östlichen Kronländer kümmert. Wir sind wenig gekannt, aber viel zurückgesetzt, wenig beachtet, aber äußerst stiefmütterlich behandelt. . Auf keinem Gebiete des öffentlichen Lebens, der Administration, des Wirtschaftslebens, staatlicher Investitionen, erfahren Galizien und Bukowina — ich weiß, es ist dies kein populäres Thema hier im Hause — jene Berücksichtigung, die sie schon kraft ihrer großen Population zu fordern berechtigt wären. (Abgeordneter Dr. Ellenbogen: In den unteren Schichten wollen Sie sagen; die oberen erfahren sie schon!) Mit diesen oberen Schichten befasse ich mich nicht; ich bin diesen gerade ein solcher Freund, wie Sie es sind. (Heiterkeit. — liest): „Blasse, magere, abgehärmte Menschen, die Kleider zerrissen und die Fetzen nachhängend oder zusammengenäht, gewöhnlich verschmiert mit Talg, Kalk oder anderen Stoffen, oft mit Theer bestrichen, das ist das gewöhnliche Aeußere eines jüdischen Proletariers. Die Weiber in den Dreißigerjahren schon stark gealtert, mit gelbem, hartem Teint, ein Gesicht voll Runzeln, in ärmlichen, abgetragenen Kleidern, lassen die Spuren einstiger Jugendfrische nicht mehr erkennen. „Und solche Menschen mit solchem Aussehen, Hunderte an Hunderte, Tausende an Tausende gereiht, wohnen sie in übertünchten, unregelmäßigen Lehmhütten, die vom Geschrei schmutziger Kinder und den tausenden qualvollen Sorgen ums tägliche Brot erfüllt werden. Die Gassen, welche aus diesen Häusern gebildet werden, bieten einen einzigen Anblick dar. Die Häuser haben vielfach keine Aborte und keinen Hofraum; aller Mist und aller Unrat kommt daher ans die Straßen und in die Gräben und in vielen Gassen schlängelt sich durch deren Mitte im Sommer, bei einer Hitze, die Bäche austrocknen macht, stets ein grünlich schimmernder, stinkender Bach. In den Hütten wohnen in einzelnen schmalen Zimmercheu mitunter Familien mit acht Kindern. „Kein Wunder, daß Krankheiten aller Art, Skrofulöse, Augenkrankheiten, Lungensucht u. s. w. furchtbar hausen, daß die Sterblichkeit, deren Durchschnitt im ganzen Lande 32 pro Mille beträgt, bei den jüdischen Proletariern gegen 60 pro Mille beträgt. Die Lebenshaltung ist die niedrigste: während der Woche Kartoffeln, Maisbrot und Zwiebel, alles spärlich, alles abgerechnet und abgewogen, und nur am Samstag ziert Fleisch niederer Gattung den Tisch." Das werden Sie, Herr Kollega S w i e r t n i a, gewiß bestätigen, daß diese Schilderung nicht übertrieben ist, da Sie doch Land und Verhältniffe genau kennen. (Abgeordneter Karbus: Aber die Sonntagsruhe ist daran nicht schuld!) Wir kommen schon dazu; lassen Sie mich nur ausreden. Ich habe ihrer Rede— auch den böhmisch gesprochenen Stellen — sehr andächtig zugehört. (Liest): „Unter den Arbeitern verdient in erster Reihe die volle Aufmerksamkeit der jüdische Handwerker. Das jährliche Einkommen eines solchen Handwerkers kann auf 100 bis 200 fl. beziffert werden. „In den Kerzenfabriken ist das Personal ausschließlich weiblich. Junge jüdische Mädchen, zwischen 16 und 18 Jahren, arbeiten zeitweise^ununterbrochen 33 von je 48 Stunden und verdienen für je 12 Stunden 30—40 kr. Das Los dieser Mädchen ist jedoch ein beneidenswertes gegenüber dem anderer. Mädchen, die beim Federschleißen beschäftigt sind, haben einen Taglohn von 10—20 kr. Ebenso traurig ist die Lage derjenigen Mädchen, die von den Bohnenexporteuren zum Auslesen und Reinigen der Bohnen verwendet werden. Bei einem Taglohne von 15—20 kr. sitzen sie zu je 20—30 an der Zahl, in engen Stübchen zusammengepfercht, Körper an Körper, bis 9 Uhr abends in eine undurchdringliche Staubwolke gehüllt, aus der mitunter ein heiseres Lachen oder ein trockenes Husten herauszittert." Damit Sie, meine Herren, noch einige Daten über die Bukowina speziell erfahren, will ich anführen, daß dieses Land bekanntlich ein Grenzland im äußersten Osten der Monarchie ist und bis zum unseligen Zollkriege mit Rumänien und Rußland im Jahre 1885 ein blühendes Kleingewerbe, einen aufstrebenden Handel hatte. Der Export nach Rumänien und Rußland war bis zum Jahre 1885 zollfrei; der Handel und der Export der inländischen Produkte hat viele Tausende in der Bukowina reichlich ernährt. Seit dem Zollkriege aber ist der Wohlstand der Bukowina ganz gründlich untergraben worden, das Land ist wirtschaftlich ganz herabgekommen, Handel und Gewerbe liegen zumeist darnieder, die Verarmung hat geradezu erschreckende Dimensionen bei uns angenommen. (Ruf: Das find eben die Folgen der Zollpolitik!) Gewiß, Herr Kollega! Da soll uns aber das Reich nicht noch weiter schädigen. Was wir bis heute von unserem Kabinetschef gesehen haben, zeigt wohl nicht, daß er ein rückständiger Mensch ist. Es ist daher einleuchtend, daß nicht überall dieselbe Sonntagsruhe einzuführen ist; es soll ein wöchentlicher Ruhetag eingeführt werden, aber ein solcher, welcher überall seinem Zwecke möglichst entspricht, ohne weitere Kreise wirtschaftlich zu schädigen. Verzeihen Sie! Ich will durchaus nicht aus konfessionellen Rücksichten und Beweggründen, sondern aus rein sozialpolitischen, wirtschaftlichen Gründen einer Frage näher treten, welche sowohl der verehrte Herr Referent, wie auch andere Redner des hohen Hauses, so der Herr Kollege Axmann und auch Herr Dr. Ellenbogen mit einigen Worten so von oben herab abgetan haben, da will ich in. Kürze zunächst die Populationsverhältnisse darstellen. Galizien hat nach der letzten Volkszählung vom Jahre 1900 eine Bevölkerung von 7,315.939; davon sind allerdings 4,456.000 Katholiken, also rund 88 Prozent, 812.000 Israeliten, also über 11 Prozent, der Rest sind Protestanten und andere. In der Bukowina sind bei einer Bevölkerung von 730.000 Einwohnern 500.000 Griechisch-Nichtunierte, 110.000 Katholiken, 96.000 Juden, dann etwa 20.000 Protestanten. In der Bukowina beträgt also die mosaische Bevölkerung mehr als 13%- Gegenüber der Gesamtbevölkerung Oesterreichs von rund 26 Millionen sind etwa 2 ya Millionen nicht katholisch, über 23% Millionen gehören der christkatholischen Religion an. In der Bukowina und in Galizien wird der Handel bis 80—85% von Juden, und zwar von orthodoxen Juden, betrieben. Sie haben keinen anderen Erwerbszweig, sie würden ja auch lieber Hofräthe, Ministerialräte sein oder andere staatliche und öffentliche Stellungen einnehmen, aber man läßt sie ja bekanntlich nicht zu. (Abgeordneter Etz: Gott sei Dank!) So? sehr gerecht! Aber leben müssen die Leute doch, und da müssen Sie ihnen schon gönnen, daß sie ihr Fortkommen fristen können. Sie tragen auch ihre Gut- und Blulsteuer! Diese jüdischen Handel- und Gewerbetreibenden Galiziens und der Bukowina feiern bekanntlich den alten biblischen Tag, den Sabbat, regelmäßig als wöchentlichen Ruhetag, und zwar enthalten sie sich von Freitag Vorabend bis Samstag nachts vollständig jeder häuslichen Arbeit. Die überwiegende Mehrzahl hält noch unverbrüchlich an dem Glauben ihrer Väter, traditionell an dem Sabbat als dem biblischen Ruhetage, und dies nicht nur sie allein, sondern auch alle ihre Familienangehörigen, ihre Angestellten, Knechte. Mägde, sie alle ruhen am Samstag, — die Arbeit des Hauptes der Familie, der Familienmitglieder, der Arbeiter, der Angestellten, des Gesindes, ja sogar des Viehes, selbst die geistige Arbeit ruht außer der Verrichtung der vorgeschriebenen religiösen Gebete, und diese Ruhe äußert ihre wirklich wohltätigen Folgen. Nun hat das Gesetz eine sozialpolitische Tendenz,' da ja ein Ersatzruhetag eingeführt ist. Ist dies der Fall, dann ist nicht zu begreifen und nicht einzusehen, warum die jüdischen glaubenstreuen Handelstreibenden, welche tatsächlich durch die rigorose Einhaltung der Sabbattage einen vollen 24stündigen Ruhetag in jeder Woche mit ihren Angestellten und Arbeitern einhalten, gezwungen werden sollen, einen zweiten wöchentlichen Ruhetag einzuhalten! Denn es wird eine 28- bis 30stündige Ruhe als Sabbatruhe eingehalten, eine 54stündige Arbeitsruhe wöchentlich ist aber nicht vorgeschrieben. Auch der menschliche Organismus benötigt nicht eine so lange Ruhe. Ich bitte zu. berechnen, daß die Einhaltung des jüdischen Sabbats und der 'tt' - ■ W fei