Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1903-06-26 · 26 (26.6.1903) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
26 (26.6.1903)
Date
1903-06-26
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2432763-2432970-2432996--1997-2435815
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 26. Juni 1903 Nr. 26 Der anonyme Revolvermann in „Doktor Blochs Wochenschrift" erzählt ein Schauermärchen, daß, „wie ihm bekannt, beim Lesen von Schmähartikeln im Bergani - Blatt mit Quellenangabe „Jüdisches Volksblatt" , manche bereits Konsequenzen gezogen haben, welchen der Wiener israelitische Knltusvorstand nicht entgegenzutreten vermochte." Was soll das heißen, du kleittkalibriger Strarrchritter? Heraus mit deinem Revolver, nenne eine Liste jener, die allein, durch Lektüre der, wenn auch e ntst e l l t e n Zitate im „Deutschen Volksblatt", zur Taufe veranlaßt wurden! Wenn du das nicht tust, steh st du als ge m ein er Verleumder da! Wir kommen immer mit Namen und Tatsachen, die du nicht e n t k r ä f t e st, w e n n d u s i e ohne Schatten eines Gegenbeweises oder einer Richtigstellung „Verleumdungen" nennst. Du gehörst auch zu jenen Bravos, die gerne die Meinung verbreiten möchten, daß nicht eine Gemeinheit verabscheuungswürdig ist, ohne Rücksicht auf den Täter, sondern der anständige Journalist (du kennst warscheinlich keine, aber es gibt noch solche in Wien), der das Odium auf sich nimmt, ohne Rücksicht auf die soziale Stellung des Uebeltäters, diese Gemeinheit anzunageln. Wir wollen dir das nicht weiter übelnehmen; denn du sprichst, nach dieser Leistung zu urteilen, wahrscheinlich pro d o m o. Du hast nur die Sehnsucht nach vollbesetzten Fleischtöpfen und diese Sehnsucht erklärt die Union zwischen dir und Bloch. Aber merke es dir: Der jüdische Namen Hatnichts mitdenGemeinheiten, Schmutzereien undNichtswürdigkeiteneinigerJndividuenzu tun, die zufällig Juden sind. Wir werden immer dagegen protestieren, daß man die Heiligkeit des jüdische« Namen dazu benützt, um die Schuftereien einiger Auswürflinge damit zu decken. Wir erkennen eine Solidarität des Judentums im Glück und im Unglück an; eine Solidarität in der Charakterlosigkeit und Niederträchtigkeit, wie sie dieser anonyme Stegreifritter verlangt, erkennen wir nicht an, und werden sie nie anerkennen. Dr. Bloch rechnet sich die Subvention (auch die Pauschalien?) „zur Ehre an". Nie honorovo, ale zdrovo. Nicht ehrenvoll, aber gesund. Das ist bekanntlich die Devise der Schlachzizen, mit denen Bloch zusammensaß, und »loch ist dieser Devise auch nach seiner unfreiwilligen Tren- . .una von.diesen Edeln treu aeblieben. Dr. Bloch liebt es, seine Verdienste um das Judentum in bare Verdienste umzusetzen, und diese dann durch „Geschäftchen" weiter zu fruktifizieren; wir wollen „vorläufig" weiter nichts davon erwähnen, um im Revolverstil der „Oesterreichischen Wochenschr." zu schreiben. Also, der pauschalierte Märtyrer rechnet sich die Subvention (er sollte eigentlich von Subventionen sprechen) zur Ehre an. Wir dagegen rechnen uns zur Ehre an, daß wir den Haß der getauften Juden, des Dr. Bloch und seiner Strohmänner auf uns ziehen. Viel Feinde, viel Ehr. Der Kampf gegen den Antisemitismus wird solange wirkungslos bleiben, solange man nicht die Schädlinge in unserer eigenen Mitte ausmerzt. Das sind die Leute, die das Judentum hypnotisieren, damit es nichts anderes sehe, Ursache der größeren Toleranz ist, ist der Engländer sehr geneigt, jeden auf seine Weise selig werden, das heißt so leben zu lassen, wie es ihm gefällt. Dafür ist er dann wieder für das vom Ausland Kommende viel unzugänglicher, hält an seinen eigenen Gepflogenheiten viel fester, wie der Deutsche. Das Leben und Treiben der jüdischen Bevölkerung des Londoner East-End fällt selbstverständlich in dem Maße stärker auf, als diese Bevölkerung wächst und sich in größerer Dichtigkeit zusammenschart. Schon zu meiner Zeit glaubte man sich bei einem Besuch gewisser Teile von Whitechapel, vor allem wenn man durch Middlesex Street schritt, die der Volksmund noch immer mit dem alten Namen Petticoat Lane nennt, die für die 'East-End-Juden aber kurzweg die „Lane" ist, in irgend ein mittelalterliches Ghetto versetzt. Die kleinen, baufälligen Häuser mit ihren sehr primitiven Läden, die rechts und links den ganzen Straßendamm entlang ausgestellten, mit Waren aller Art bedeckten Tische und Wagen, das Gewoge von jüdischen Typen aller Art zwischen diesen Marktauslagen hindurch, das Feilschen in den verschiedenen Abtönungen des jüdisch-englischen Jargons, die Natur vieler der ausgelegten Waren — alles das berührte den Besucher so fremdartig, daß er in der Tat plötzlich in einer anderen Welt, einer anderen Zivilisation sich zu befinden vermeinte. Und solange dies Leben sich auf t liche Tausend Menschen beschränkte, nahm die große Masse der Engländer keinen Anstoß daran, noch ward besonderes Aufheben davon gemacht, daß hier, während der Sonnabend Feiertag war, der allgemeine bürgerliche Ruhetag Englands, der Sonntag, von einem Teil der jüdischen Bevölkerung in einen Werktag verwandelt wurde. Im ganzen galt Whitechapel und Umgebung noch als Durchgangsstation für die eingewanderten Juden. Ein stehendes Scherzwort ließ den Juden, je nachdem seine Verhältnisse sich verbesserten, von Whitechapel nach Hackney und Dalston (Nordost-London), von da nach Hinhbury und Maida Vale (Norden und nörlicher Westen) ziehen, um schließlich im gelobten Lande Bayswater (Westen) zu landen, wo die höhere jüdische Bourgeoisie wohnt, oder gar zu einer Niederlassung in Kena l s den „Pan V e r g a n e w" und den „S ch m u l Leb Koh Während nun das jüdische Volk ganz verzückt auf die Häupter dieser Autisemiteuführer hinstarrt, breitet sich die Fäulnis in seinem Jnuern aus und gewissenlose, raffinierte Betrüger locken ihm das Geld aus der Tasche. Gegen diese Schädlinge in unserem Innern führen wir einen unerbittlichen Kampf, gegen diese Schädlinge, die jede positive Arbeit im Innern des Judentums und jede Möglichkeit einer Verständigung zwischen Jud und Christ verhindern und die nichts anderes im Sinne haben, als das arme jüdische Volk als Kanonenfutter in einem aussichtslosen Kampfe für die abgekrachte liberale Partei zugrunde gehen zu lassen, damit sich einige wenige in der Hitze des Kampfes ihre. Taschen füllen, als Märtyrer sich anbeten zu lassen, um dann, von wohlgefüllten Geldsäcken getröstet, sich rechtzeitig vom Kampfe zurückzuziehen und das jüdische Volk seinem Schicksale zu überlassen. Wir sind uns bewußt, eine undankbare Aufgabe auf uns genommen zu haben. Viel dankbarer ist die Aufgabe der „Oesterreichischen Wochenschrift". Ihre Taktik ist es, im Innern des Judentums alles schön, edel und gut zu finden, und nur fest aus V e r g a n i zu schimpfen. Das trägt von den Juden Lob und vor allem Geld ein und dem V e r g a n i schadet es verflucht wenig, ob ein Jude auf ihn schimpft. Im Gegenteil, er freut sich ob der Reklame, die man ihm macht. Unsere Taktik ist eine ganz andere. Wir setzen unsere Popularität auf das Spiel, um des höheren Zweckes willen, um das jüdische Volk von seinen Verführern und Schädlingen zu befreien, die es glücklich in einen Sumpf brachten, aus dem sie keinen Ausweg wissen. Das trägt allerdings keine Subventionen ein; aber wir sind eben unverbesserliche Schwärmer, die da glauben, daß Treue seinem Volke gegenüber kein Martyrium und kein Verdienst, sondern verfluchte Pflicht und Schuldigkeit einesjedenanständigen Juden ist. Daß Dr. Josef Samuel Bloch für Nergani so gerne Reklame macht und ihn kosend „Pan Verganew" nennt, hat seine guten Gründe. Die beiden Biedermänner sind einander schon seit langem Dank schuldig und lassen — wie es scheint — keine Gelegenheit vorübergehen, diesen auch zu bekunden. So war es vor ungefähr neun Jahren, als Dr. Josef Samuel Bloch den politischen Tod starb, da wurde der Gedanke laut, daß man den seine Politik überlebenden Dr. Josef Samuel Bloch versorgen müsse. Der Aufruf zur Kollekte war unter anderen auch von Dr. Moriz G ü d e m a n n unterfertigt. Es kam eine beträchtliche Summe zusammen, denn nicht nur Juden beteiligten sich an der Sammlung, sondern auch Nichtjuden, die mit der Politik Dr. Josef Samuel Blochs sehr einverstanden '^aren. Unter den Spendern d^sttrrd früh »Uidj Ernst )Tcrgrrr»t; auch er hattr sein Scherflein beigetragen und zwar in Begleitung eines Schreibens an den Kassier H., das folgendes besagte: „Ich habe gehört, daß Sie für Dr. Josef Samuel Bloch ein Ehrengeschenk sammeln. Auch der kleinste Betrag ist willkommen. Gerne schließe ich mich dieser Sammlung für Dr. B lo ch, dem Förderer des Antisemitismus> an. Eine jahrelange Agitation hat dem Antisemitismus nicht so viel genützt, wie die Politik und die Haltung Dr. Blochs. Als Anerkennung hiesür sende ich den — kleinsten Betrag und zwar einen Kreuze r." Dieser Kreuzer ist auch pünktlich angelangt. Diese vollständig verbürgte Tatsache zeigt erstens, daß Dr. Josef Samuel sington oder Mayfair (ebenfalls Westen) zu bringen, wo inmitten der englischen auch die höchsten Spitzen der jüdischen Aristokratie ihr Heim aufgeschlagen haben. Das ist nun anders geworden, das Scherzwort hat den letzten Rest von einer Art Berechtigung verloren, Whitechapel ist nicht mehr bloß eine jüdische Durchgangsstation, sondern ist eine jüdische Niederlassung geworden, die sich polypenartig ausbreitet und von jüdischen Proletariern bewohnt ist, deren große Mehrheit Proletarier zu bleiben bestimmt ist. Wohl findet auch noch heute ein Abfluß in andere Stadtviertel statt, der, absolut gerechnet. sogar höher sein mag. als in früheren Jahrzehnten, aber perzentual, worauf es doch ankommmt, immer mehr zurückbleibt. Der Zufluß von jüdischen Einwanderern ins East-End ist erheblich stärker als die Abgabe von Niedergelassenen an andere Stadtviertel Londons oder andere Städte Englands. Daß sich damit ganz neue Probleme für das East- End ergeben, dieses Schmerzenskind Londons, das ja selbst den Umfang einer gewaltigen Stadt hat, liegt auf der Hand. Der Strom der jüdischen Einwanderung hat dort in verschiedener Hinsicht ganz unleidliche Zustände geschaffen. Die jüdische Bevölkerung drängt sich dort in die möglichst nahe Umgebung der „Lane" zusammen. Die Einwanderer, wie überhaupt der noch nicht akklimatisierte Jude will dort wohnen und muß in vielen Fällen — z. B. wenn er Familie hat — dort wohnen, wo er Leute findet, die seine Sprache und seine Lrbensgewohnheiten verstehen, die Artikel seines Lebensbedarfes feilhalten, ihm zum Finden von Erwerbstätigkeit und bei der Ecwrrbsarbeit am ehesten förderlich sein werden. Das ist an sich nichts Außergewöhnliches. So hat die französische Bevölkerung Londons in der Gegend um das Soho- Viertel ihr Zentrum; so wohnen die italienischen Arbeiter, Orgelspieler und Eisrc. Verkäufer in gewissen Quartieren des Stadtteils Finsbury gedrängt bei einander, so kann man in gewissen Straßen nördlich vom Soho- Viertel wie in diesem selbst Deutsche in großer Z ihl finden. Die Anhäufung von Angehörigen bestimmter Nationalitäten in bestimmten Vierteln ist in London wie anderwärts keine neue Erscheinung. - Bloch die verschiedenartigsten Nnancen der Ehrengaben durchkostet hat, daß er zweitens nicht berechtigt ist, über das Aufblühen des Antisemitismus zn jammern, da er von sachverständiger Seite als bester Agitator für den Antisemitismus gefeiert wird. Der Geschichtsschreiber wird die politische Biographie Dr. Josef Samuel Blochs in folgende Sätze zusammenfassen: Dr. Josef Samuel Bloch fing als Liberaler und Rabbiner an, entgleiste dann zum Abgeordneten; hierauf leb teder Antisemitismus auf, Dr. Bloch politisch — aus. Nun entgleiste er zum Journalisten und zo g sich in das einträgliche Martyrium eines Ehrenkapitalisten, E hr en s ubve n t i o nist en, Ehrenpanschalisten und Ehrengeldmachers zurück. Der Antisemitismus hat ihn groß gemacht; er zeigt sich dankbar, indem er ihm stets neuen Stoff bietet. Der Antisemitismus bereitete Bloch ein Martyrium, um das ihn mancher Geschäftsmann beneidet. Und nun ad vocem „Preßbüb erei". Dr. Bloch's Frechheit geht schon so weit, daß er sich auf ein Gebiet wagt, das für ihn nur unheilvoll werden kann. Nun denn, wir wollen diesem Ehrensöldling zuhilfe kommen und sagen, was Preßbüberei ist! Dr. Bloch übt schon seit zwanzig Jahren die Methode, den Redakteuren oppositioneller Blätter gegenüber, die ihn noch nicht genau kennen, den „bedauernswerten Journalisten mit gebundenen Hände n" zu spielen, der alles daran setzt, daß die Wahrheit „irgendwo" gesagt werde. Ist nun die Wahrheit gesagt, denn man muß die Wahrheit sagen, auch wenn sie von Dr. Bloch kommt, und hat sich der Angegriffene über den Artikel entrüstet, dann hat Dr. Bloch sein Ziel erreicht, einerseits das oppositionelle Blatt als Friedensstörer und Informator der antisemitischen Presse hinzustelleu und anderseits den Beschützer der angegriffenen Unschuld zu spielen, ein — sehr dankbares Geschäft. Das ist das doppelte Spiel des Dr. Bloch. Dr. Josef Samuel Bloch hat — es wird jetzt gerade ein Jahr sein — die Redakteure unseres Blattes auf e ine Beschimpfung der Wiener Kultusgemeinde a lä Schumei e r aufmerksam gemacht, deren Autor der Oberrabbiner Dok tor Güdemann war, indem er meinte, daß diese Affäre mit großem Applomb ausgeschrotet werden müsse, doch er habe — „gebundene Hände". Da die Redakteure des Blattes d em Agent provocateur zu bedenken gaben, daß sich die an tisemitischen Blätter dieser peinlichen Angelegenheit bemächtigen könnten, da meinte der Biedermann, daß ein wahrhaft freies Blatt solche Rücksichten nicht nehmen dürfe, und daß er — Ehren-Bloch — zur Zeit, als er gegen Jellinek kämpfte, dem Kuttusvorftanoe noch ganz andere Dinge gesagt habe. Als wir damals die Angelegenheit mehr im Scherztone und in einer, nur den emgewe'ihtesten Kreisen verständlichen Form brachten, tat Dr. Bloch sehr entrüstet über diese „Schonung" und versuchte alle Mittel und Wege, einen Schmähartikel gegen den Oberrabbiner Dr. Güdemann in unserem Blatte zu provozieren. Auf der einen Seite Urheber der Angriffe gegen Dr. Güdemann zu sein, auf der anderen Seite, wie oben gekennzeichnet, bei den Offiziellen gerade unter Hinweis auf diese Angriffe das „gute Kind, das belohnt sein will", zu spielen und obendrein jetzt einen Artikel zu publizieren, in dem es heißt: „Herr Richard Rappap o r t lasse durch bezahlte Skribenten die Wiener jüdische Aber was wollten bisherdiese Ansammlungen gegenüber dem Andrang der JMn in East-End besagen? Gewiß werden auch da Fälle von Ueberfüllung der Wohnungen geschaffen, Echöhung der Mietspreise und ähnliche Unzuträgüchkeiten mehr. Aber in den von den Inden bewohnten Quartieren des Eust-End sind seit Jahr und Tag die Mietspreise ununterbrochen in die Höhe getrieben worden, bis auf das Doppelte und mehr des Satzes, der vor 15 und 20 Jahren gezahlt wurde. Vielfach ist der erhöhte Mietsatz kein ausreichender Anzeiger für die wirklich gezahlte Miete, weil für Überlassung von Wohnungen noch besondere Vergütungen in Form des sogenannten „Schlüsselgeldes" verlangt und gezahlt werden, die sich manchmal bis auf 50 Perzent der Juhresmiete belaufen. Die jüdischen Ein-und Zuwanderer wollten und mußten zum Teil unter allen Umstälden dort wohnen. Sie zahlten oder boten für einen M ndestsatz von Wohnraum Mietpreise, welche die an größeren Wohnraum gewohnten bisherigen Bewohner nicht zu erschwingen vermochte und deshalb das Feld räumten. So sind hier ganze Straßen und Straßenquartiere von allen Nichtjuden geräumt, die bisherigen nichtjüdischen Bewohner genötigt worden, weiter entlegene Straßen aufzusuchen. Da aber viele dieser Leute ihre Arbeit oder Verdienstgelegenheit in jener Gegend haben, so konnten auch sie nicht zu weit fortziehen, und so wurden auch die M eten in der Ungebung in die Höhe getrieben. Bewirkte dies schon eine Verschlechterung in der Luge der bisher ansässigen Bevölkerung so trat von der anderen S:ite hinzu die lohndrückende Wirkung des beständig steigenden Angebotes von Arbeitskräften, deren Ansprüche an Komfort die allergeringsten sind. Es ist gewiß mit Bezug auf diese lohndrückende Wirkung der jüdischen Einwanderung viel übertrieben worden» aber man muß sich auch in der Abwehr von Nebertreibung hüten. Der Landesfremde ist überall befand ers dazu geeignet, auf schlechtere Arbeitsbedingungen einz ugehen, wie der Eingeborene oder Eingesessene. Das liegt in der Nutur der Sache. Aber während die französis chen und italienischen und neuerdings auch immer mehr d ie deutschen Einwanderer, soweit sie Arbeiter sind, meist

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.