Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 24 (12.6.1903)
- Date
- 1903-06-12
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Dalvidow, D. Norow, W. WeruadSki, R. ilmolv. L. 3avielin. Tie Petersburger Kundgebung hat folgenden Wortlaut: „Nachdem die Petersburger Scbriflsteller solvie andere Vertreter liberaler Berufe ivährend eines geselligen BeisannnenseinZ genaue erkläre Ihnen, das; die Negierung entschlossen - ist, dies nicht länger zu dulden. Ieb habe 3ie Hierbergerufen, um 3ie gl, warnen. Wenn 3ie Ihre Tätigkeit in dieser Ricbtuug fortsetzen sollten, lutvb daS Ministerium die strengsten Matzuahmeu ergreifen, sogar die Verbannung naeb 3ibirien anlvenden. Ich behaupte, das; die Itiden in Betzarabien alle Rechte besitzen, die gange ökonomische Machk liegt in ihren Händen. Ich betrachte Herrn Kruschewan (den bekannten Redakteur deS antisemitischen hetzerischen Blattes „Betzarabetz") als den einzigen Meltseben, welchen die Juden nicht bestechen konnten ..." Das sagte Herr Lopuchin überKruscyewan, dem er selbst einige Tage zuvor im Aufträge des Ministers v. Plehlve eine Subvention von 25 000 Rubeln ausbezahlt hatte, tzlber noch deutlicher hat sieb der Vizegouverneur von Betzarabien, Staatsrat Ustrugolv, über die Ursachen der Greuel bon Kiscyeuelv geäntzert. Auf dem jüdischen Friedhofe zu Kischelteiv, ivährend der Beerdigung der zahlpfer, richtete Ustrugolv an die Tausende von Mitteilung über die schändlichen Gewalttaten, die in Kischenew gegen wehrlose Itiden verübt lvorden siitd, ntit angehört hatten,' losen lnngemordereu beschlossen sie, ihr ivarmeZ Mitgefühl für die Verunglückten für das ganze rechtlose jüdische Volk tind ihre tiefe Entrüstung j 31t erlveisen, folgende charakteristische Ansprache: oivie Juden, lvelehe ersehieneit Ivaren, um den Unglücklichen die letzte Ehre „Meine Herren I über die Verfolgung der Itiden, ait der leider auch einige Organe! In allzu grotzer Fahl seid ihr hier erschienen. Ich könnte auf Grund der rtissischen Presse teiluehmen, in einem Briefe an den Hilfsverein j der mir eingeräumten VolUnachten euch alle sofort davoujageu, aber für die schivergeprüfte jüdische Bevölkerung KischeuelvS auSzuihr ntr mir leid. Beruhigt eitel) itiml Vergetzt daS Vorgefallene: sprechen." Gleichzeitig wurde von deit Teilnehmern an der Ver-! daS ist als Belohnung für eure Süitdeit oder für die Sündett samn^ting eine Summe Ztl Gmisten der Vertinglückten gespendet, j eurer Eltern gekommen. Gott hat es so beschlossen, ihr inützt es in Dieser Summe fügten später atich noch einige andere Personeit ihre! Demut ertragen . . . Der bekannte russische Akademiker Iaitschul, Gaben bei. Tie Sammlung der Petersburger Schriftsteller beläuft! Ivelcher mit Minister v. Plehlve eine Unterredting über Kischenew sich auf 499 Rubel. j hatte, erzählt, Minister Plehlve hätte ihm gesagt, der wahre Attti- * I semitiSmuS fei nicht bei dein Minister des Innern, sondern am Der russische Minister deS Innern v. Plehlve empfing am! Zarenhofe zu suchen . 2i. d. M. eine Deputation der Juden bon Kiseheitelv, die der Re ' TaS „Berliner gieruug ihre 5ilagen vortragen wollte. Die Delegierten sollen nach! ^as „rveruner Tageblatt" meldet aus Warschau: Der Genedcn „Bert. Neuest. Nachr." von der grotzen Freundlichkeit des ralgouberneu^bou Warschau. General Lzertkolv, besuchte den Gon- Ministers und von der Aufmerksamkeit, mit der dieser ihre Klagen \ berneur bon -^nivalki und empfing bei dieser Gelegenheit die Geisktlnd Bitten anhörte, autzerordentlich angenehm berührt worden sein, i Oehen aller Konfessionen, denen gegenüber er erklärte, das; die Die Deputation erklärte dem Minister, eS fei notwendig, das; er in j rassische 9cegierung unter Anweudultg der schärfsten Matzregeln benichi mitzzuverstehendcr Weise die Vorkommnisse und die auti-! ltrebr sein Iverde, Vorgänge, wie in Kiseheitelv, für die Zukunft semitische Organisation mitzbillige. Die Deputation protestierte fcri mtwöglich zu machen. ner gegeir den amtlichen Bericht, da dort im Widerspruch zu den Tat-! "Berliner Tageblatt nteldet aus 9iom: Das 5lischencwsachen versuchr werde, die Juden für die Vorkommnisse verantwort-! ^vmiree, dessen Präsident Luigi Lcizatti ist, hat heute in Rom eine lich zu machen. Herr v. Plchwe erklärte, er könne sich nicht in einer! ^ÜV>ug abgehalten, in der beschlossen wurde, in der nächsten Zeit eine neuen Veröffentlichung widersprechen, werde aber versuchen, cs j Proresrversammlung gegen die Vorgänge in Kischencw zn beranstaldurchaus klar zu machen, in wie hohem Matze die Regierung mit den i *cu- 3U Versammlulig sollen die italienischen Deputierten, Duldern von Kischencw sympathisiere. Er criimerte die Deputation [ ^i-'naroren, höhereit Beamten usw. eingeladen werden, daran, datz er den Gouverneur von Betzarabien uitd deit Polizei- * chcf bereits ab ge setzt habe. Mehr könne man kaum verlangen.! Präsidciit Roosevelt ist überzeugt von dem tiefen Eindruck, Die Delegierten ihrerseits wiesen darauf hin, datz unter den städtiden das Blutbad in Kischenew in ganz Amerika gemacht hat. Er scheu Beamten Männer seien, deren Verschulden noch grötzer sei,' sagte am Samstag im Ministcrrate, diese Sache verlange uuverals das des Gouverneurs und sie sprachen die Hoffnung ans, datz! zügliche Aufmerksamkeit. Roosevelt möchte der Stimmung des der Minister den ganzeit Beamtenstand in Kischinew einer ein-, Volkes entgegenkommcii, ohne Nutzland zu verletzen. Er empfängt gehenden Veränderung unterziehen werde. Sie erklärten es auch für s am 19. d. eilte jüdische Abordnung. dtirchaus erforderlich, datz der antisemitischen Agitation der Presse! - cntgegengetreten werde, und erwähnten die Zeitungen „Znamija" ' und „Betzarabjetz" als die Hauptsünder in dieser Beziehung. Ter, Minister zeigte sich durchaus bereit, in diesem Punkte auf die! Wünsche der Deputation cinzugehen, und datz er bereits Matznahmen s in dieser Richtung getroffen hat, ist daraus ersichtlich, datz in dem? offiziellen „Regierungsb." vom 25. d. M. die antisemitische Zeitung: „Znamija" mit Ausnahme der für die festen Subskribenten bestimm-! rcn Exemplare verboten wurde.! r L r i jo wurde ge p'hrewen: ^'ur tius haben die Inden nur so lange Ein 5i>tpitel über die „Arbeiter-Zeitung". In dem Berichte der „dlrbeirer-Zeituug" über die Versammlung im Rouacher- Saale merkt man deutlich den dlerger über den mitzlungenen Coup. Wenn die „A.-J." ihrem Herzensdrange nachgeben könnte, würde sie schreiben: Für uns haben die Rede über die Finnen, man braucht nicht erschlagen zn werden, um unterdrückt zu sein. Gegenüber dieser Haltung der „A.-Z. müssen Nur, den AuSsprucli PernerstorferS variierend, sagen: Damit die „A.-Z,." bon der Unterdrückung der Juden Kenntnis nimmt, müssen sie sich erst erschlagen lassen Dann schroten sie Herren Redakteure wohlgefällig das nationale Ungliuk zu Parteizwecken aus. Da Nur bei dem Kapitel „A.-Z." halten, wollen Nur noch eine Prachtleistung auS letzter Zeit niedriger hängen. Sie reproduziert eine Korrespondenz des „Pester Lloyd", derzufolge unzufriedene Feldarbeiter einen Sub-tlnternehmer überfielen. Ein jüdischer Gastwirt trat dazwischen und rettete den Unternehmer, der aus vielen Wunden blutend auf dem Boden lag. Gendarmen stellte» schlietzlich die Ordnung her und verhafteten die Rädelsführer. Die „A.-Z." bemerkt dazu: „Was mit dem sauberen Ausbeuter, der die Menge reizte und dem jüdischen Gastwirt geschehen ist, der mit dein Revolver drohte, sagt das Börsenblatt nicht." Ja, ivaS soll denn mit dem jüdischen Gastwirte eigentlich geschehen? Soll er dafür gestraft werden, datz er einen Menschen vom Tode errettete, oder dafür, das; er sich von der Menge nicht massakrieren lies;. Ja, haben denn, liebe „A.-Z.", die Juden die Pflicht, sich vom Mob ohne Gegenlvehr massakrieren zu lassen? Die „Ostdeutsche Rundschau" schreibt: Der fünfzehnte Kreis der Deutschen Turnerschaft, Teutschösterreicy umfassend, marschiert seit langer Zeit in nationaler Beziehung an der Spitze der Hunderttausende, die in der Deutschen Turnerschaft vereinigt sind. Viele unserer besten Männer haben sich, allen Ailfeiiiduiigen zum Trotze, der Turnerschaft angeschlossen, von dem wahrhaft völkischen Bestreben geleitet, in dieser riesigen Llörperschaft reinigend, klärend und veredelnd zu wirken. Nach langen und harten Mühen ist eö gelungen, den fünfzehnten Turnkreis j u d e n r e i n zu machen, ein glänzender Erfolg für Deutschösterreich, der die Wut der Juden und ihrer 5inechte zu ungeahnter Höhe stachelte. Beschwerden und Einsprüche gingen an die Leitung; mau wollte nichts Geringeres, als das; der füuzehnte Kreis, der es gewagt hatte, die Juden daran zn hindern, das; sie sich deutsche Turner neunen, aus der Tnruersehaft ausgeschlossen werde. Und wenn es nicht geschah, so ist das nicht der Liebe des Herrn Dr. Götz zur deutschen Eigenart zuzuschreiben, sondern der Erkenntnis, datz die Turnersehaft auf Deulschösterreich nicht verzichten kann. — Trotzdem biedert sich der „D e ii t s ch ö st c r r e i eh i s ch e Turnverein noch immer den Deutschen an. Haben denn diese Leute kein Ehrgefühl im Leibe? Wert, so lange sie zahlen und — kuschen, auf ihre jüdischen Abonnenten nicht )a sie aber mit Nück- 0 schreiben kann, so Wie seinerzeit bereits gemeldet wurde, haben die Petersburger Schriftsteller in einer Mim Mni nbgchnlicncn «ersammlw«. «*,. | mnerstlstn.st sie erstens n>,c Tteilen aus der Red- PernerstmferS. die cher mehr als zweihundert B-r,r-,cr der SmmÄiM und der Lite- - Berherrlichum, des Nntwnnleiedankens und des JndetttitmS rntnr beiwohnten, einstimmig eine Rewiurion gefastt. in welcher die 'd,dcnte„t zweite,tS schreibt sie, Während der Rede des Zionisten Blnttaten von Äifchcncw i» den schärfsten Ausdrücke» aebrnndmnrkt fon, „ wiederholt zu hiinqcn Zusnmme»,toste» zloisehen den und die musjlosen Beschrüninue,-,, uller Rechte der Jude» in Rn,;-! ch e „ u n d n u d c r c n Z n d e ». DnS heistt uns den, luud als die tiefere Ursache der Judeu-Mauueres bezeichn-- 1»«-j Stm,0„ bcä Genossen Ex-Lehrers Tünbler ins Deutsche überseht, den. Die Resolution tonnte jedoch mit Rücksicht ans ihren °>ni- ,ch,„t„,h diese ganze Jndcnges-Hichtan? Solle» gonvernementalen Charakter der -efs-ntlichkcit nicht belanntgegeben - m mK nn-m j0ilc„n,mtcK Genossen, so weit sie nnr Inden sind, werden. Um aber auch össentlich die stlrenel bon .üischenew f mit t,cn oio„iitcn hennnranfen. nns geht diese ganze brandmarken, beschlossen die Schristsieller. ein in diesem Sinne abj chgemlich gar nichts an. Diese Talti! der ..A.-Z ° gcfoßteS Schreiben in den Blättern zn publizieren. Aber bei asir schejebcn a,n 27. Zuni 11102 in de, Verwirklichung dieses Vorhabens zeigtsieh, toie sich die russische i j..ch..ch, ,„,d di- ..Arbeiter-Zeitung", Bnceankratic zu den Bluttaten von 5tisch-n-to nnd zu den Protesten i reiht sich der Haltung der A.-Z." den rnniänischen gegen diese Greuel verhält. Dieses Verhalten dürste vieles begreifj P,Earirrn gegenüber ihr- Haltung der jüdischen Arbeiterbeloeguug in Rutzlaud gegenüber au. Während die reichsdeutsche sozialdemokratische Presse schon seit einem Jahre das Anwachsen des jüdischen Arbeiterbuudes mir Sympathie verfolgt, existierte er bis Geschichte ist uns nichts Artikel: as lich machen, was angesichts der Vorgänge in Kischenew völlig unbegreiflich erschien. Das im Namen der Petersburger Schriftsteller! und Journalisten abgefatzte Schreiben wurde im?lnftrage der Versammlung von dem russischen Publizisten und Schriftsteller Nikolai Annenskij redigiert und unterzeichnet. Zuerst wurde dieses Schreiben dem Herausgeber der „Nowosti", Ossip Notowitsch, zur Veröffentlichung übersendet. Ter wies jedoch dieses Schreiben zurück unter Hinweis darauf, das; Minister v. Plehlve die Publikation untersagt habe. Fürst Esper Uchtomskij, der Herausgeber der „Petersburgskija Wjedcmosci" verweigerte gleichfalls die Publikation des Schreibens. Auch die liberalen, in Moskau crscheineudeu „Russija Wjedemosti" druckten das Schreiben nicht ab, sondern gaben auf die letzte Zeit einfach nicht für die Wiener Allweisen. Erst im letzten Monat nahm sie gnädigst davon Notiz, aber mit sorgfältiger Ausmerzung alles Jüdischen. Der Heldenmut der jüdischen Proletarier in Nutzland, dieser dreifachen Parias der Elesellschaft, wie der „Vorwärts" in Berlin sagt, ist so grotz, das; selbst die Schmücke in der Mariahilferstratze davon Notiz nehmen müssen. Aber sie unterschlagen sorgfältig alle Details, die das spezifisch Jüdische dieser Bewegung betreffen. Sie haben von ihrem Standpunkte aus . recht, denn am Ende könnten die jüdischen Proletarier in Galizien den Jnhnkt des,eiben wieder, fege« aber die darin cnkhattcnen j ,„,d Wien ans di- Zdec konuncn. das; cs eine Schaade für sie sei. das; sich ihre Stammesgenossen in Rntzland trotz ihrer Reeht- Mädcherlhandel. Wenn die Pariser Konferenz zur Bekämpfung des Mädchenhandels die Wirkung haben wird, durch ein internationales Uebereinkommen jede Verleitung zur Prostitution unter schwere Strafe zu ftelten und auch noch weiter gemeinsame Matzregeln zur Verhinderung dieses Mädchenhandels zu ermöglichen, wird dies von jüdischer Seite gewitz nicht nnr freudig begrützt, sondern es wird auch jede zu diesent Zwecke getroffene staatliche Matzregel von den Glaubensgenosse!! Zu allen beteiligten Ländern zweifellos mit grösstem Eifer unterstützt lverden. Die Juden hatten nirgends Grund, einem solchen Hebel gegenüber die Angen zu verschlietzen, haben sich vielmehr oft genug über dieses Hebel rückhaltlos öffentlich ausgesprochen und nur gegeip Ptitzdentnng ihrer Aentzernngen gewehrt. Dein Wieiter antisemitischen „Deutschen Volksblatte" hatte die „StaatSbürger-Ztg." eine Zuschrift ans Warschau entnonurien, wonach eine Studie deS dortigen jüdischen Gelehrten Dr. Karl Hertz haarsträubende Ziffern über die sittliche Verderbtheit unter den Jüdinnen bieten sollte. Ferner sollte derselbe Dr. Hertz in einem polnischen Blatte einem Artikel verfasst haben, in Ivelehem er ans deit demoralisierenden Einflns; der jüdischen Sehuljugend ans christliche Mitschüler^ hingelvieien hätte. Darauf ging dem Antisemitenblatt ans Marienbad unter Hinweis auf Paragraph 11 des Pretzgesetzes die schriftliche Aiiffordernng zu, an derselbeu Stelle, au der in Nr. 201 der „Staatsbürger-Zeitung" jener Artikel unter der Ueberschrift: „Ein jüdischer Antisemit" gestanden, folgendes zn veröffentlichen: „Es ist niiwahr, datz die von mir veröffentlichte Studie über die Prostitution unter den Jüdinnen ziffernmätzig den Nachweis über eine grotze moralische nnd sittliche Verderbtheit unter den Jüdinnen bringt. Mein Aufsatz beweist mir die Notwendigkeit eines Schutzes für die durch ihre Notlage und häufig aiifsallcnde st'höuheit deit (Gefahren der Versnehting zur Prostitution besonders anSgcsetzten armen jüdischen Mädchen. Es ist univahr, das; ich in einem polnischen Blatte einen Artikel veröffentlichte, ivorin der demoralisierende Einflns; den jüdischen Schuljugend ans die christlichen Kollegen nachgewiesen sei. Ich bin viellnehr davon überzeugt, datz die jüdischen Schüler durch ihr von den Schulbehörden anerkanntes Verhalten sogar einen Ivohltätigen Einfktls; auf ihre christlichen Kollegen auSübeu. Dr K a r l H e r tz Kaisers. Nuss. Stnarsrat." Der Sicherheit halber hat die „StaakSbürger-Zeik.ing" sich dem Zlvange deS Paragraphen 11 gefügt, aber doch nicht unterlassen, den Versuch zn machen, durch einzellte Raudbemerklmgen den Eindruck der Berichtigung abznschlväche». Auch dagegen hat sich Herr StaakSrat Dr. Hertz gewehrt Mid deuy Antisentiteltbkatte eine zweite Beriehtignitg zngehen lassen, welche die „StaalSbiirger Ztg." zwar nicht veröffentlichte, aber ebenso Ivie die erste mit denselben faden lliedenSarteii zn ividerlcgeu suchte, die nieniand davon ' ... ■" w Worte ans: „Dem ganzen rechtlosen jüdischen Volke". Nur die in Petersburg erfefjeinenbe Wochenschrift „Woskhod" druckte das Schreiben vollinhaltlich ab. Und rum trat das Verhalten der russischeit Vtlreaukratie deutlich zu Tage. Tie ganze Auflage des „Woskhod" wurde konfisziert itnd der Verfasser des Protestschreibens, Nikotaj Anitenkij, ztim Direktor des Polizei-Departements, Staatsrat Lopuchin, zitiert. Und hier, im Arbeitsziliiiner des Herrn Lopuchiu im Ministerium des Innern, vernahm Auueuskij Ansichten, welche ihm die Gewalttaten von Kischenew begreiflich machteit. Herr Lopuchiu sagte dem verblüfften Schriftsteller, wie die gutuukerrichkete Stuttgarter „Oswoboschdeuje" Nils zuverlässiger Quelle erfährt, wörtlich: „Ihre publizistische rmd gesellschaftliche Tätigkeit trägt einen schroff auti-gouvernemeutaleu Charakter. Endlich gingen Sie so weit, in Ihrem, im „Woskhod" pubkizierteu Schreiben von der „Rechtlosigkeit des jüdischen Volkes" zu sprechen. Sie erklären also die Unruhen von Kischenew mit der Rechtlosigkeit der Juden, Sie losigkeit auf eigene Jütze stellten, während sie in Oesterreich in oen arischen Vereine!, geduldet werden; am Ende wäre den Antisemiten ihre gefährlichste Waffe, die Klage über die Verjlidnng der Sozialdemokratie, entrissen ivorden und Arier und Inden hätten sich gesondert auf demselben Programm organisiert. Dieser Gefahr musste vorgebengt werde», eher sollte die ganze Partei in Gefahr geraten, als datz die jüdischen Führer voll den Fleischtöpfen weggingen. Wir aber werden nicht müde werden, im Interesse deS jüdischen Proletariats auf die scheinheilige Rolle der „A.-Z." hiliznweisen, die bou Jndeugeldern genährt, die Interessen des jüdischen Proletariates verrät." Diese Haltung gegenüber dem jüdischen Proletariat behielt die „A.-Z." konsequent bis zu ben Massacres bou Kischenew. Erst da entdeckte sie den jüdischen Bund. Pernerstorfer sagte in seiner vornehmeil Kupplerinnen bamnelnl" überzeugen werden, datz sie keine Abfuhr erlitten have. Genau so verhält eS sich mit der Zurechtlveisliug, lvelehe die „Berliner Zig.' ihr wegen ihrer soustigeu Ausführungen über de» angebkicpeli Am teil der Juden au dem Mädchenhandel zuteil lverden Netz. Die „Berliner Ztg." schrieb: „Die internationale Konferenz gegen den Mädchenhandel, die in Paris stnttfiiidet, gibt antisemitischen Blättern Gelegenheit, die sommerliche Stille durch schwere Salven gegen die jüdischen Mädeheuhäudler zu beleben. Es ist sehr zu ivünschen, datz die schärfsten und wirksamsteu Mittel gefuudeu und angewandt werden, um jenen Händlern das .Handwerk zn legen. Im Kampfe mit dieser kalten Hiilopferung von Frauen um eines elenden Lohnes willen ist kein Strafmittel zu hart. Aber die autieinitlscheii Blätter machen nur halbe Arbeit — wie immer Herkunft, besonders aber mit vornehmer .Kundschaft Und diese Sorte findet sich nicht etlva nur in Paris, sondern auch in Berlm. DaS Milieli der Kotzebriefe war in diesen Zirkeln zu suchen. I>/ iH’l'l mal Aut fitlf geu die Zifk zieh wen K re Wie Aer 7 g> ents dllU vou oste Iud geht gostl Wie Sch, Das m ä deu lniii der im offein t seuu Ent! die um treu welc laue die in c deu. kätzl DaS dern dass als macl aufs selbe stütz für in d Ver kliuc loali erskn peu Ivür tigu erlvc eben lisch gekoi vor ist, kaise ilNd 5kult Lese Ausl orga dcr vom Affä reich irr wir dara Wied eiuze unser halte Heim dings sicher Bezit Vorst augel in de „ihre ristis, Äoml vakcn Getan weil rönne deute Davi und Äersi abgel deute H i r befan Katz lativi einer strebu Präsi M