Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 22 (29.5.1903)
- Date
- 1903-05-29
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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reite 4 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 29. Mai 1903 Nr. 22 sind, sondern weil ivir und sie, ivie alle Menschen, Söhne eines Vaters und Gottes sind und diese Liebe fordert leine Anstrengungen meinerseits, tveil ich vorzüglichen Indemnenschen begegnet bin und sie leime. Mein Verhältnis zu den Kiscbeuelvcr Verbrechen ivird auch durch meine religiöse Weltanschauung von selbst bestinnnl. Noch bevor ich alte Einzelheiten. die uacbher publiziert tvurden, kannte, bald narb dem ersten Zeitungsbericht, begriff ieb all das Entsetzen des Geschehenen und empfand ein seb'.oereS und gemischtes Gefühl deS Mitleids gegenüber den schuldlosen Sofern der Bestialität der Masse, der Verwunderung über die Berriertheit dieser Leute, dieser Schein-Christen, ein Gefühl des Absehens und des tiefsten Ekels vor denjenigen, den sogenannten „gebildeten" Leuten, die die Masse aufheizten und sie ihren Geivalttalen uuterstüizten und hauptsächlich ein Entsetzen vor dein eigentlichen Anstifter des Blutbades, bor unserer Negierung mir ihrer die Leute betörenden und fanatisierenden Geistlichkeit und ihrer raubsüchtigen Baude der Tschiuowuiks. Die Kischenetver Gelvalttar ist eine direkte Folge der Lüge und Vcrgctvaltignug, die mit solcher Svannkraft und Beharrlichkeit bon der russischen Negierung geübt ivird. Das Verhältnis der Negierung zu diesem Ereignis ist nur ein neuer Beweis ihres groben Egoismus, der bor keiner Grausamkeit Zurückschreckt, wenn es sich um die Unterdrückung einer ihr gefährlich scheinenden Bewegung handelt, und ihrer völligen Gleichgiltigkeit (ähnlich der Gleichgiltigkeit der türkischen Regierung gegenüber den armenischen Metzeleien) gegenüber den schrecklichsten Grcneltaten, falls diese ihr Interesse nicht berühren. Das ist alles, ivas ich anläßlich des Kischencwcr Massaeres sagen könnte, aber all dies habe ich schon längst gesagt! Ihr Leo Tolstoi. Jassuaja Poljana, 27. April 1903. Von einem jungen Berliner Arzte, der auf einer Studienreise durch Südrußlaud in Odessa die Kunde bon den Massaeres in Kischcnew erhielt, sofort dorthin abreiste und sich der Hospitalverwaltuug zur Verfügung stellte, geht uns aus dem Kischenewer Lazaret eine-Darstellung zu, der wir folgende erschütternde Einzelheiten entnehmen: „Da liegt eine juirge, kaum achtzehnjährige Frau, der die Unmerrschen die rechte Brust abgefchnitten haben; ihr kleines einjähriges Kind ruht in ihren Armen: man har es, wie sie selbst erzählt, vor ihren Augen mit glühendem Eisen geblendet. Sie habe sich auf die Unmenschen gestürzt, doch sofort sei sie von der entmenschten Rotte rriedergcworfen und geschändet worden. Als ihr Mann, der gerade dazu kam, von seinem Revolver Georauch machen wollte, habe man ihn gebunden uird gezivungeir, mir anzusehen, wie seiner yrmt die Brust abgeschnitten wurde. A.den on'ser Unglücklichen, aus dereir iräneuloseu Augen der entsetzliche Seelenschmerz dringt, sitzt aufrecht in ihrem Bette eine alte, gramgebcugte ^ran. Sie trägt eine Binde um den Kops, der von einem Säbelhieb gespalten ist. Auf die Frage, warum sie nicht liege, antwortet sie, sie könne nicht liegen, der Rücken sei ihr mir Ruten zerfleischt worden. Warum? Sie harte, als die wilde Rotte eindrang, ihre Enkelkinder im Keller versteckt; die Kinder wurden, als man sie fand, bor ihren Augen abgeschlachtet, sic selbst ausgezogei^ und mir Geißeln gezüchtigt. Nebenan jammert ein sechsjähriges Mädchen, es windet sich in furchtbaren Zuckungen, will den Verband, den man ihm um den Kops gelegt hat, abreißen, die Wärterinnen halten es an den Händen fest; da plötzlich streckt die Kleine sich lang hin. sie gibt keinen Laut mehr von sich — sie hat ausgelitten. Noch schrecklichere Szenen spielen sich in dein Mäunersaale ab. Ta befindet sich ein Greis, der sich, schrecklich verstümmelt, den Tod herbcitvünscht, denn er hat sein Weib, seilte Söhne und ,-röchrer an dem Tchreckensrage llmkoinmen sehen und hofft nun, bald mit ihnen vereinigt zu sein. Ta sieht man einen Mann, dem inan die Füge abgesägr. einen Jüngling, dem mail die Brust gespalreil, ein Kind, dem mau sämtliche Zähne ausgerissen hat, kurz, cs ist ein unbeschreibliches Elend!" Tas internationale sozialistische Bureau in Brüssel hat folgenden Ausruf erlassen: A ii d i e Arbeiter aller Länder! Tie Presse hat auch über die Metzeleien von Kischeneio berichtet. Zwei Tage lang wurde geplündert, gemordet, tvurden diese scheußlichsten Gewaltraren verübt, ohne daß die russische Staatsgewalt, ohne das; ihre lokalen Vertreter, die so flink im Einschreiten sind, wenn es sich um eine Arbeiter- oder Studentenkundgebnng und auch wenn es sich um die Konfiskation der alten Freiheiten des finnländischcu Volkes handelt, etwas zum Schutze jener Unglücklichen getan hätten, deren einziges Verbrechen ist, Juden zu sein. Wer die Mürel der Negierung N'ikolaus' des Zweiten kennt, kann in diesen schmerzlichen Ereignissen nichts anderes sehen, als einen Versuch der Einschüchterung, zugleich eine Rache gegen die Juden ivcgen der revolutionären Aktion des jüdischen Proletariats in Rußland. Ter russische Absolutismus sucht in der Aufstachelung des Nassen- und Religioushasses eine Ableitung für die allgemeine Unzufriedenheit und einen Vorivand, um eine Bevölkerung, die für ihre Befreiung kämpfr und ihn in seiner Existenz bedroht, im Blut zu ertränken. Wir klagen diese Politik vor allen Arbeitern, vor allen ehrlichen Leuten an. Schmerzlich betvcgt in dem Gedaliken an die Tpfer, die unter den Schlägen der zarischen Agenten gefallen sind, tief empört über diese vcrabscheuenStvücdigen Handlungen, richten tvir an die zivilisierte Welt einen dringenden Appell, die Wiederholung dieser Schandtaten zu hindern. Neue Hekatomben bereiten sich vor. In Südrnßland, Polen, Litthauen, in Gegenden, ivo die jüdische Bevölkerung sehr dicht ist, befürchtet man die Erneuerung der Ereignisse von Kischeuelv. Arbeiter I Wenn die Regierungen nicht sprechen, nicht handeln, sprecht und handelt ihr! Wenn die Regierungen weder Mitleid noch menschliche Gefühle kennen, lasset ihr euren Protest, eure Entrüstung ertönen! Euer Schweigen wäre ein Verbrechen, denn nicht auf eine Rasse oder eine Religion zielt der Zarismus, sondern auf eine Klasse. Er will die Ausrottung des klassenbetvußten Proletariats. Handelt und sprechet selbst! Möge eure Stimme sich erheben, um diese Verbrechen an der Majestät der Menschlichkeit zu geißeln! Möge euer Gedenken bei den Märthrern deS Volkes sein! Tas judenfreundliche Alphabet. In der letzten Vollversammlung der „Niederösterreichischeu Advokatenkannner" wurde der Beschluß gefaßt, beim Präsidium des ObcrlaudeSgerichteS den Antrag zu stellen, die gerichtlichen Kurateln, also die Besorgung der Geschäfte handlungsunfähiger Personen oder der Verivalter entbehrender Zweckvermögen, ferner die ZtvcingSverwaltnngen und die Berlasscuschafts-Abhaudlungen den Advokaten nach der alphabetischen Reihenfolge ihrer Namen, zuzilweisen. Damit soll mit der Protektionsivirtschaft gebrochen tverden, die bisher herrschte. Bisher tvurden nämlich, ivie das „Jüdische Volksblatt" schon seinerzeit feststellte, diese Aufträge nur einigen begünstigten Advokaten, meistens ivafchechten Klerikalen, zugetviesen, die sich nicht etiva im Laufe der Praxis, sondern oft bei einzelnen solchen Verlassenschaftsabhandlungen, Vermögen erlvarben. Alan sollte nun glauben, daß eine solche Neuordnung, die einfach au Stelle der krassesten Protektionswirtschaft, das gleiche Recht aller Advokaten setzt, die einmütige Anerkennung der gesamten Tagespresse ernten iverde. Weit gefehlt! Speziell die „Deutsche Zeitung", daö Leitblatt des „dummen Kerls von Wien", setzt sich mit wahrem Feuereifer für den Fortbestand der bisherigen Mißwirtschaft ein. Bei der Lektüre jener Faseleien muß mau rein glauben, daß die „Advokatenkammer" das Verlangen stellt, die Verlassenschnftsnbhandlungen von nun an nur jüdischen Advokaten zuzutveisen. Wer aber nicht mit angeborener Gchiruschiväche behaftet ist, wie dieses edle Blatt, muß eiufehen, daß diese Neuregelung ebenso im Interesse der jungen arischen Advokaten, insotveit sie sich nicht der Protettion von Fürsten oder Erzbischöfen erfreuen, gelegen ist, lvie im Interesse der jüdischen Advokaten. Mißbräuche kommen ans allen Gebieten und in federn Stande vor. Weist die antisemitische Presse mit Wohlbehagen auf den Fall Zimier hin, so können ivir ihr mit dem Falle des ehemaligen christlich-sozialen Landtagsabgeordneten Dr. Löbel aufwarten. So weit aber diese Mißstände nicht in der moralischen Minderwertigkeit einzelner Individuen, sondern in der Notlage des Standes als solchen begründet sind, könnten sie nur durch Neuregelungen nach Art der 'vorgeschlagenen behoben werden. Ein Fortwuchern der von ' der „Deutschen Zeitung" so geliebten Protektionswirtschaft begünstigt nur das Entstehen von Entgleisungen, die den ganzen Stand schänden. Sabbntruhc »n'o Sozialdemokratie. (Eine bescheidene Anfrage an den Abgeordneten Dr. Ellenbogen.) In der Sitzung vom 19. Mai erklärten Sie die Zumutung, als ob Sie für die Petitionen von 180 jüdischen Gemeinden in Galizien und der Bukotvina in Sachen der Sabbatruhe eintreten wollten, für k i n d i s ch. Sie empfehlen im Gegenteil in Ihrem Schlußworte „die Ablehnung der gegen die Sonntagsruhe gerichteten Anträge, ivcnn sie auch von einer freiheitlichen Partei kommen, und bitten, den Antrag der Sozialdemokraten auf vollständige "0eventuell 24stüudige Sonntagsruhe anzunehmeu." Wir wollen einen Moment mit unserem bescheidenen Menschenverstand, der natürlich nicht an die Höhe des verehrten Abgeordneten der Leopoldstadt heranreicht, die Sache überlegen. Wie der HandelSininister Freiherr v. Call sich nusdrückt, hat die Sonntagsruhe eine religiöse, ethische und sozialpolitische Bedeutung. Tr. Ellenbogen ist in erster Linie beileibe nicht Jude —■ tvir wissen, daß er konfessionslos ist; er ist auch nicht in erster Linie — Mensch, oder deutlicher, lute seine Ilnglaubcnsgenossen; nein, er ist in erster Linie Genosse und Sozialdemokrat und tvir wollen uns daher für einen Moment auf diese Plattform begeben. Tie Sonntagsruhe hat eine religiöse Bedeutuug. Entspricht es vielleicht dem sozialdemokratischen Programme, daß orthodoxe Juden gezlvungen tverden, einen christlichreligiösen Feiertag zu begehen? Tie Sonntagsruhe hat eine ethische Bebeutiiug. Einen Tag in der Woche soll jeder sich von der niederdrückenden Hast des Erwerbslebens befreien und 24 Stunden seinen höheren Bedürfnissen, seinem Selbst tveihen. Dazu haben eben die Juden schon vor ztvei Jahrtausenden die Sabbatruhe eingeführt. Widerspricht viclleicbt die Sabbatruhe als solche dem sozialdemokratischen Programme? Tie Sonntagsruhe hat drittens eine sozialpolitische Bedeutung. Dem entspricht vollkommen das Gebot der Bibel, daß am Sabbate nicht nur der Jude selbst, sondern auch seine Familie, sein Knecht, selbst sein Bich ruhen solle. Kann also aus sozialpolitischen Gründen ein Sozialdemokrat gegen die Sabbatruhe auftreten? Nach unserem bescheidenen Ermessen ivar also die Zumutuug, als ob Dr. Ellenbogen für die Sabbatruhe eintreten wollte, nicht so „kindisch". Wir ivolleu ihm ferner ganz im Geheimen verraten, daß nicht Ulir unter den sozialdemokratischen Wählern Galiziens, sondern unter seinen eigenen Wählern in der Leopoldstadt es viele gibt, für die eS einen bitteren Getvissensztvaug bedeutet, entweder den Sabbat zu entweihen oder durch nchtnndvierzigstüudige Ruhe ihr Geschäft zugrunde zu richten. Und doch gäbe es einen billigen Ausweg. Von liberaler, alldeutscher, selbst von christlich-sozialer Seite Ivird eine Milderung des Gesetzes, eine Verlängerung der Frist, während welcher mau am Sonntage die Geschäfte offen halten kann, befürwortet. Wlar es wirklich dir Ausgabe des Sozialdemokraten Tr. Ellenbogen, über solche Anregungen mit kaltem Doctriuismus hinkvegzugeheu und noch eine V e r - s ch ä r s ii n g der Sonntagsruhe zu verlangen? Teukeu Sie darüber nach Herr Dr. Ellenbogen! Das judenreine k. und k. Militärnnditoriat. Bei der letzthin erfolgten Besprechung des neu einzuführendeu Militärstrafgesetzbuches haben ivir darauf hingewiesen, daß sich das f. und k. Mili - t a r a n d i t o r i a t bisher j u d e n r e in erhalt e „, trotzdem int Jahre des Heils 1807 die Stnatsgrundgesetze in Kraft getreten sind, die allen S t a a t S b ü r g e r n v h n e U n t e r - s ch ic d der Nationalität und Konfession die Erlangung aller öffentlichen Stellungen s i ch e r n. Die Militärverwaltung hat es aber immer verstanden, sich in dieser Richtung a u ß e r h et Tb des Gese tz e s 3u stelle n, für diese Ivar die Beobachtung der Staatsgrundgesetze gegenüber den Staatsbürgern j ii d i s ch e r K 0 n f e ssi 0 n stets Luft, nicht vorhanden, insbesondere in einigen Zweigen der Militära d m i u i st r a t i 0 n: der I u t e n d a n z, namentlich aber dem A u d i t 0 r i a t e. Was die Militärverwaltung zu diesem Vorgänge bestimmt, ist rein nnerfindlich und steht außerhalb der Logik. Im kombattcniteu Stande haben eS Inden schon vielfach bis zum Obersten und NegiinentSkoinmaudanten gebracht. Wo es gilt, sich in Zeiten der Gefahr dem Feinde gegellüber zu stellen, Gut und Blut, Leib und Leben für das bedrohte Vaterland einznsetzen, dazu werden jüdische Offiziere in allen Raugsklassen für würdig erachtet; VerpflegSbeamte, Intendanten und Auditore zu sein, werden aber Inden nicht „f a i r" erachtet. Dazu kommt noch, daß Seine Majestät der .Kaiser als oberster Kriegsherr die vielen Tausende k. und k. Offiziere, die gegenwärtig im streitbaren Staude und in der Reserve im Militärscheina figurieren, ernatmt hat, demnach für würdig befnnden, deS Kaisers Rock zu kragen und bei der Verteidiguilg des Reiches mitzinvirkeil. Allein der erstbeste Gamaschenheld unternimmt eS, kaiserlicher als der .Kaiser zil sein und den Juden den Eintritt in minder bedentnngsvolle Zweige des .Militärwesens zu verwehren. Es weht für die Juden im „g r a u c n H a n s e a u f d e m H 0 f" ein ungünstiger Wind, eS besteht eine reaktionäre Strömung, die man sich nur damit motivieren kann, daß man nicht genug Nüchternheit und vorurteilsloses Teukeu besitzt, der autisemikischett Seuche staudzuhalteu. Mau beruft sich stets und ivohl auch mit Recht auf die Offiziersehre. Ist es etiva mit den: Begriffe von Offiziersehre vereinbar, die vom Allerhöchsten Kriegsherrn sauktionierten Staatsgrundgesetze, deren Beobachtung für jedermann eine heilige Pflicht ist, den Juden gegenüber zu durchbrechen? „Erkläret mir Graf Oeriudur, diesen Zwiespalt der Natur!" Zil diesen Ausführungen werden wir durch den Umstand veranlaßt, daß seitens deS Neichskriegsmiuisteriums schon jetzt Maßnahmen getroffen werden, mir den Anforderungen der neuen Militär-Strafprozeßordnung rechtzeitig entsprechen zu können, in welcher Absicht eine Konkursausschreibmig über die mit 1. November d. I. und im Laute des nächsten Jahres bevorstehende Verleihung einer größeren 'Anzahl von Adjuten für Bewerber um Zulassung zur AuditoriatSpraxis behufs Ausbildung zum Verufsauditor erlassen worden ist, ivelche Adjuten mit 1200 K. jährlich, verbunden mit einem Subsistenzbeitrage von 400 K. jährlich, dotiert erscheinen. Zu dieser Praxis werden solche aktive und nichtaktive Militärpersonen zugelassen, die ihrer Präsenzdienstpflicht entsprochen haben, diensttauglich sind und das Zeugnis über zurückgelegte jndizielle Staatsprüfung beiznbringen vermögen, wobei noch bemerkt wird, daß die ehe tunlichste Vorlage der bezüglichen Gesuche im Interesse der Bewerber gelegen ist. Gleichzeitig tvird auch bekanntgegeben, daß auch im Reservestande des Auditoriats ein Abgang besteht, daher Reservegagisten unter der in den organischen Bestimmungen für das Auditoriat angegebenen Bediirgungen zu Oberleutnant-Auditoren in der Reserve übersetzt werden können. Wir fordern alle die Eignung besitzenden Glaubensgenossen, die die Absicht habe», sich dem Anditoriate zu lvidmen, auf, sich um ein Adjutum zu bewerben. Falls sic ans keinem anderen Grunde, rls weil sie Inden sind, präteriert tverden sollten, so tverden sie wissen, was ihnen ihre Qffiziersehre befiehlt. Ans dem .Hnildelsmiilisterinm. Sektiouschef Weigelsperg, der bisher den christlich-soziale,1 Geloerbereforinen einen gewissen Widerstand leistete, tritt in Pension nud an seine Stelle tritt der Freund der Christlich-Sozialen, Hasenöhrl. Ein Zeichen der Zeit. Vorläufiges Ergebnis der Sammlung der „Israelit. Alliance" Zu Gunsten der Opfer des Massaeres in Kischenew: Insgesamt zirka 90.000 Kr., wovon etwa zwei Drittel aus Wien, darunter die Spende des Kultusvorstaudes Kr. 10.000. Bon auswärtigen Gemeinden partizipieren am obigen Ergebnis : P r a g mit zirka Kr. 15.000 (darunter Spende des Kultnsvvrstandes Kr. 2000 und einer Bne Brith-Loge Kr. 1000). Triest (erste Sendung) Kr. 4131, B r ü n n Kr. 3300, Agram Kr. 1621, P r 0 ß n i tz Kr. 820, K l a t t a u Kr. 526.40, K 0 l i n Kr. 600, Pardubitz Kr. 370. Gaya Kr. 200. Wien. (A l l g e m e i n c r jüdis ch e v A r b e iter - verein, 2. Bez., StefanSstr. 8.) Samstag den 30. ds. präzise 8 Uhr abends Diskussions-Abend. Thema: „Die wirtschaftliche Orgnuisatiou des jüdischen Proletariats". Denkende Arbeiter, erscheint zahlreich I Wien. (G e s a u g S - S e k t i 0 u d e S A l l g. I ü d. A t - b e i t e r - V e r e i u S, 2. Bez., Stefanieftr. 8.) Die Gesangsübuugeu habeil bereits Dienstag den,26. ds. begouueu und iudell die Hebungen zweimal ivöchentlich im VereinSlokale statt, und zlvar Dienstag bou 8 bis halb 10 Uhr abends und Svuutags von 11 bis halb 1 Uhr mittags. Mitglied der Sektion kann jeder werden, der der zionistischen Organisation augehört. MvimtSbeitrag 30 Heller, für jugendliche Arbeiter 20 Heller. Aumelduugeu jeden Abend im VereinSlokale. Der GefaugSrat. Eillzelperein Wien des „Zivil". Am 10. ds. fand im Re staurank „Zum schwarzen Bären" im Prater eine vom Einzelverein Wien des „Zion" veranstaltete Lagboomer-Feier statt, die ungeachtet des zweiselhafteu Wetters einen recht stattlichen Besuch auflvieS. Der Festredner Herr Theol. A. Beck sprach in gediegener Weise über den Lagbomuer bou heute und bou ehemals, und feine Worte bou der hohe» Bedeutung dieser naiiuitaU'u Feier für das heutige Judentum fanden Bestätigung iu dem Applaus, der am Schlüsse seines Vortrages losbrach. Iu liebenswürdiger Weise machten sich auch Herr H e » e S durch meisterhafte Jargoii-Rezitatioue», ebenso die Damen Frl. F. H 0 r 11 i g durch Klabierbvxträge, Frl. S cl>!v a l b durch Gesang, Herr Pb. S 0 u il e u f e l d (Violine), Herr Bratt ((besang) um das Gelingen dieser altjüdlscheil Feier verdient. Ihnen allen sei biermit öffentlich noch- > mals gedankt. Auch wurde für .Kischenew gesammelt. Geburtsscheine zu Schnleinschrelbungen. Da die Auforderungeu um Ausfertigung von (beburlsscheiueu für schulpflichtig ge-