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Jüdisches Volksblatt · 1903-05-08 · 19 (8.5.1903) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
19 (8.5.1903)
Date
1903-05-08
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Freitag liviisrhes Volksblatl 8. Mai?3 Nr. 19 Verein jnd. jngendl. Arbeiter lZentralnusschusr). Der von iamüuik'u Vereinen veranstaltete Ausflug nach stlosternenbnrg-Kierling findet am 10. ds. statt, Sämtliche Teilnehmer versammeln sich um bald 2 Ulir im Vereinslokalc des Vereines „Brigittenau" (20. Bez., Iägerstraße 16t. Um 2 Uhr ivird mittelst Stadtbalm- Auges von der Station „BrigitrM'rncke" die Reise nach dem Festorte angetreten. Ans dem Festplatze selbst beginnt am 6 Uhr eine VortragSakademie (ernste und heitere svivie musikalische Vorträge) unter Mitrvirkung beliebter .strafte. Für Tanzlustige ist ebenfalls gesorgt, da nach deit Vorträgen im Saale der Restauration ein Tanzkränzchen stattfindet. Für diejenigen Teilnehmer, die mit einem späteren Zuge in der Station „.stlosternenburg-.stierling" einlangen, ist in der Weise gesorgt, dast einige Aussetmszinitglieder vor dem Stationsgebäude harren, um den Teilnehmern den Weg zu weisen. Die Aiisschiißmitglieder lverden ihre .starten sichtbar tragen, damit sie gleich zti erkennen sind. Die P. T. Ausflügler werden gebeten, desgleichen zu tun. Der Ausflug, der mit allerlei Belustigungen verbunden ist, verspricht sehr hübsch zu verlaufen. Teilnehmerkarten zu 60 Hellerchiiid i» den VercinSlokalen sowie bei allen Mitgliedern erhältlich. Sollte kommenden Sonntag ungünstiges Wetter herrschen, findet der Ausflug am 17. ds. statt. Wien. DienStag den 0. ds. hielt der „Allgemeine jüdische Arbeiterverein"- in seinem Lokale, 2. Bezirk, Stefaniestraße 8, die Monatsverscunmlung ab. Sie zeigte wieder, lvie dieser immer rührige Verein porivärrS schreitet. Die Versammlung lvar von männlichen wie von lveibliehen Mitgliedern gut besucht und nahm folgenden Verlauf. Obmann Nathan G r o s; begrügte die Erschienenen und gab seiner Freude Ausdruck, das; das Interesse für den Verein stets zuninunt. hierauf ivurde der .stassabericht, der vom stassier vorgetragen lvurde, genehmigt, lieber die Mitgliederbelvegung berichtete Herr Samuel InSlicln. Es sind iiit Laufe des Monats April 11 neue Mitglieder dein Vereine beigetrcten, und zwar die Herren: Beta Schwarz. Philipp Haas, Gabriel Reis;, Gabriel Pirok, Leo Seheiner, Rudolf Goldfinger, Friedmaun, Adolf Glanzberg, Arthur Stein und Hermann ^vierer. Nachdem die neu beigekretencu Mitglieder durch den Berichterstatter beglückwünscht lvurden, ersuchte er dieselben, sich stet? den Zweck uitd Nutzen der Organisation vor Augen zu halten und immer dem Vereine treu zu bleiben. Herr Jnslicht forderte auch dann, diejenigen Mitglieder, die bereits dem Vereine augehören, auf. die Versammlungen besser zu besuchen, sich überhaupt mehr um die Inrercssen, für die sic gemeinsam kämpfen, zu kümmern. An die Austcnstehenden und Indifferenten richtete er folgende Ansprache: Jüdische Arbeiter und Arbeiterinnen! Geht cs euch wirklich so gut und habt ihr als Juden gar nichts zu leiden, das; ihr euch um eure Lage nicht zu kümmern braucht? Wir glauben nicht. Jeder Tag kann cs mit sich bringen» das; einer von uns seine Eristenz verliert tind dem Elend preisgegeben ivird. Mancher von Ihnen hat schon darüber nachgcdacht, aber ivir zeigen Ihnen den Weg, ivie diese Verhältnisse beseitigt tvcrden können. Unser P r o g r a m m (nutet: ,sto n d i t i o n S l o s c n - Uutcr - ft ü tz u it g, Stelle n v e r m i r t l u n g, T eb a f f u n g v o n Arbeitsgelegenheit b u r ch Erri eh t u n g einer jüdischen Heimstätte mit einer neuen (Gesellschaftsordnung und das ist der Zionismus, und mir durch eine gemeinsame Organisation aller jüdischen Arbeiter sind wir imstande, unser gesetztes Ziel zu erreichen. Darum schliche sieb jeder der Organisation an und werde ein Agitator für unsere Sache, für die S a ch e u n s e r c s V o l k e s. — Aus dem Bericht der Stellenvermittlung entnehmen wir, das; dieselbe in voller Funktion ist, so mancher Familienvater harre durch dieselbe eine Eristenz erreicht, aber leider konnten vielen Bewerbern rim Stellen solche nicht verschafft werden, denn die jüdischen Arbeitgeber bevorzugen noch immer die christlichen Arbeiter und haben ein gewisses Vorurteil gegenüber ihren eigenen Volksgenossen und nur eine nationale Organisation der jüdischen Arbeiter kann dieses Vorurteil beseitigen und an das Pflichtgefühl der jüdischen Arbeitgeber appellieren. Obmann der Vergnüguugssektion, Herr Stern, berichtete noch über den am 24. ds. stattfindcnden Ausflug und wurde dann zum vierten Punkt der Tagesordnung „Gründung einer Gesangssektion" geschritten. Zu diesem Punkte sprechen Obmann Gros;, Btonn, Läufer, Grünhut und Inslicht. Schließlich wurde das Projekt, wie cs vom Aus schuf; vorgelegt wurde, einstimmig angenommen und Herr Rudolf Btonn mir Zusammenstellung eines Gesangsrates betraut. Derselbe ivird auch die technische Leitung der Sektion übernehmen. Nachdem noch mehrere Anträge nnd Interpellationen von Seiten der Mitglieder eingebracht worden sind, schlos; der Vorsitzende die misgezeichneke Versammlung. Ben Iakcw. Die Bibliothek der Wiener Kultusgemernde. Einer Aufforderung des Vereines der jüdischen Hochschüler aus Rumänien „Erez Israel" folgend, haben sämtliche jüdischakademische Korporationen in Wien ein Gesuch an den Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde unterfertigt, in welchem sie an denselben folgende Bitte richten: Da nach der jetzigen Stundenordnung der Bibliothek der israelitischen Kultusgemeinde eine ernste wissenschaftliche Arbeit ganz unmöglich i st, möge der löbliche Vorstand geruhen, daß dieselbe an allen Wochentagen (Sabbat und nur jüdische Feiertage ausgeschlossen) während des ganzen Tages, wie alle öffentlichen Bibliotheken, offen bleibe. (Bekanntlich ist die Bibliothek bloß 10 Stunden wöchentlich geöffnet.) Die jüdischen Korporationen: „Bar Giora", Bar Kochba", „Erez Israel", „Jvria", „Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler", „Kadimah", „Libanonia", „Leo Pinsker", Makkabäa", „Unitas", „Bereinigung jüdischer Hochschüler". „Theologischer Verein." Es verlautet, daß dieses Gesuch baldigst im günstigen Sinne erledigt werden wird, was wohl zum Vorteile der Bibliothek und zur Vermehrung der Besucher führen würde. Dadurch wäre der erste Schritt zur Besserung der auch sonst reformbedürftigen Lage derselben geschehen. Ans der Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen .stttktnSflcmciittic Wien vom /v. April 18u;, mnm dem Vorsitze des ersten Vizepräsidenten Dr. Alfred Stern. (Präsident faif. Rat stlinger ist wegen Unwohlseins verhindert, in der Sitzung zu erscheinen.'- Beginn der Sitzung 0 Uhr abends. Im Einlaufe lverden belnvingegeben: An Spenden: Legal des seligen Herrn Hermann Goldenberg st. 2000.—, für verschiedene WohltätigkeitS-Instittire; von Herrn stulnisvorsteher 2alo Evhn znr Begleichung der Rechinnig für Malerarbeiten für bcu Betpcwillon im k. k. eiligem, .straukellhause .st. 80i); pon Fron Ieanne Dnbs, zur Verteilung au Arine .st. 200, aus Aulai; des Ablebens ihrer Mmrer, Frau Sarah Tepper; von Frau Rosalia Wiioer für Arme st. Am, ans Anlns; des Sterbetages ihres Oinoen, des fel. Herrn Ignaz Winter: zur Verköstigung armer ifmel. Schulkinder in der Brigiicenan: von Herrn W. Berget'stronen 8, voll A. M. st. 0; von Else für Arme st. 0; von Herrn Moriz Weist für Arme der Bezirke 12—15, anläßlich des Passahfestes l Io Liier Wein. Entnahmen der SammAbückisen im Geineiiidebethaiise l . Vez,. ^eirensteoengassc 4: für die israel. Armenanstalr st. 100.00, für dü Ehewra st.adischa st. I-..22. für die Armen der vsterr.-nng. Gemeinden im heiligen Laude st. 78.OS. Den Spendern wird der El'nt volierk. Iltt Präsidialberichte teilt der Vorsitzelide mit, das; am 2!. Opril inner dem Vorsitze des Obmannstettverireters Herrn!aist ist. r tztzeil eine Buchrevision dlirch die AAiglieder des betreffenden '•••. nilee-s: die Herren Hcrniann Ellbogen, kaif. st!at Hirsch. Gvlli-.!. :'titifin lind Heinrich Test scher borge nvlttttie» lind hierbei die vollständige Ordnung in der Bnehführnng konstatiert ivurde. Der Vorsitzende bringt ferner zur Kenntnis, das; im Sinne des 8 01 des Statutes das Vertreter-Kollegium die Rechnnngsabschlnsse über die Einnahmen wtd Ausgaben der Kulknsgemcinde unb sänttlicher unter Gemeindeverwaltung stehender Fonds und Anstalten für das Jahr 1902 vorgelegt habe, das; die Rechnungsabschlüsse zur Einsicht der Gemeindemitglieder anfliegcn und die vorgeschriebene Verlautbarung aut 26. April 1903 in der „Wiener Zeitung" erschienen sei; die öffentliche Plenarsitzung für die definitive Erledigung des Rechlitingsabschltisses werde sohin am Sonntag den 1Ö. Mai 1903 stattfindeii. Vizepräsident Dr. stöhn referiert in Angelegenheit der Besetzung der durch das Ableben des Herrn Moriz Karpeles freigewordenen Stelle eines Kurators der Viktor Ritter von Boschanschcn Krankeit-Stiftting und beantragt namens des Vertreter- Kollegiums, Herrn Knltusvorsteher Dr. Bretter in das stnratorinm dieser Stiftung zu berufen. (Zustimmung.) Weiters referiert Herr Vizepräsident Tr. stöhn betreffend die Besetzung der Stelle eines ständigen Obmannes für die Schiedsgerichte, welche im Sinne des 8 100 des stultnsgemeinde-Statntes durch die Wahl des Herrn Heinrich Tcltscher in ben stnltnsvorstand erledigt ist, und beantragt namens des Vertreter-Kollegiums an Stelle des ansgeschiedenen Herrn Heiitrich Tcltscher Herrn Marimilian Patil-Schiff als ständigen Obmann für eine dreijährige Funktionsdaucr in das Schiedsrichtcr-Kolleginm zu berufen. (Zustimmung.) Sekretär kais. .Rat Dr. Liebelt referiert in Stiftungs-Angelegenheiten. Ans der Doktor Adolf Sacks'schen Stiftung für Techniker ivird ein Stipendium im Betrage von st. 600, bezüglich dessen Verleihung in der Plenarsitzung vom 1. März 1903 weitere Erhebungen dlirch das Vertreter- Kollegium angeordnet lvurden, gemäß den Anträgen desselben je zur Hälfte mit je st. 300 für das erste beziehinigslvcise zweite Semester des Studienjahres 1902/1903 zlvei Hörern der technischen Hochschule zncrkannt. Der Preis ans der Ignaz Blnmeiifeld'schen Stiftung für Künstler im Betrage von st. 1830, welcher in diesem Jahre einem Bildhauer znznfallen hat, lvird über Vorschlag des aus Professoren der Wiener Akademie der bildenden Künste bestehenden Zensurstolleginms und im Sinne des Vertreter-Antrages dem Bildhauer Richard Hadl verliehen. Tie Abel Rappoport'sche Stndenten-Stiftnng mit dem Iahreserträgnisse von st. 1100 wird über Antrag de 'Stefaniestraste 8, ein Vortrag des Herr» Carl Schächter „lieber die Gleichberechtigung der Empfindungen der Menschen". Gäste, auch Damen, willkommen. Der lit. Geselligkeits-Verein jüdischer Mädchen „Moria" hat Sonntag den 3. ds. die Schlußversammlung abgehalten rind den Beschlns; gefaßt, jeden zweiten Sonntag Anssküge in die Umgebung Wiens zu veranstalten. Näheres hierüber bei der Präsidentin Bertha Herrmaim, 8. Vez., Iosefstädterstraße 9. Wien. Die Einschreibungen zn den unentgeltlichen Kursen der Indischen Toynbee-Halle finden (mit Ausnahme von Freitag und Sonntag) an jedem Abend von 7—9 Uhr, 20. Vez., starajangasse 20, statt. Beginn der Kurse: Montag 18. Mai. Das Sekretariat. Tic Lex Herzog. (E i n A t t e n t a t a n s d c n jüdis ch c n Volks st a in m.) Der wegen seiner dennnziatorlschen Tätigkeit berüchtigte Abgeordnete Herzog hatte die Vermessenheit, in der Sitzung vom 1. Mai im Abgeordnetenhanse einen die Iudcri in Oesterreich deklassierenden und förmlich entrechtenden Gesetzentwurf einznbringen. Wir bringen denselben nicht, lvcil Ivir unser Blatt nicht durch die Ergüsse eines Menschen entweihen wollen, dessen kraute Moral im G e r i ch t s s a a l e eine solch liebevolle Belenchtnng erhielt, das; Herzog schleunigst vor seinem Beleidiger die Flucht ergriff. Die „Arb.-Ztg." schreibt über Herzog: „Wir wollen diejenigcit, die es vergessen haben sollten, die mit ihm an einem Tische sitzen, die ihm sogar die Hand reichen, nochmals warnen und ihnen in das Gedächtnis zurückrufen, was der Herzog für ein Subjekt ist. Wir haben ihm borgeworfen, das; er seinen Freund Folter, nachdem er sich mit ihm entzlveit hatte, bei der Staatsanwaltschaft wegen Majestätsbeleidignng denunzierte; daß er seine Braut, als er sich mit ihr entzlveit hatte, fälschlich Ivegcn Abtreibung der Leibesfrucht denunzierte, und Ivir haben ihm noch eine ganze Reihe kleinerer Denunziationen vorgeworsen. Bor nicht ganz einem Jahr hat der Vertreter-Kollegin ms einem Hörer des 2. Jahrganges der Wiener, Prozeß vor dem Wiener Schwurgericht stattgefunden. Wir medizinischen Fakultät zuerkannt, lieber das Referat betreffend die Anfteilniig der Erträgnisse pro K. 47600 des Dr. H. S. Goldschmidt Legates auf verschiedene gemeinnützige Institute, insbesondere Lehr anstalten, entlvickelt sich eine längere Debatte, an welcher sich die haben alle Unsere Behauptungen Wort für Wort bewiesen, so daß Herzog nur zweiten Tage überhaupt nicht mehr zur Verhandlung kam. Aber schon vorher Ivurde der Beweis der Denunzianten- Herren Solo Cohn, kais. Rat Hirsch, Tr. stntzan, Vizepräsident! tätigkeit des Herzog vor mehreren anderen Gerichten ge- Dr. stöhn, Theodor Ritter von Tanssig und Heinrich Tcltscher be-j führt. Und ein solcher Mensch verkriecht sich nicht tn die teifincu. Nachdem sich bei den Zuweisungen auf Grund der der- ’ dunkelste Ecke, ein solcher Mensch wagt es, sich in die Veriluli.Slun-itct,«- Rudolf »liiftiiti durch chic SDci.bc bei .ft. 1000 eine h°"dlu„gc„ des ^urlamentrs cnzumeugeul Wird ,.ch dem, Ausgleichung der verschiedenen Ansprüche ermöglicht, wird die Auf-! "wmand gegen eine solche Schändung des Parlamentes zur Wehre teilnng vorgenommen und dem Spender der Dank ausgesprochen, setzen?" Es fällt nns wahrlich schwer, lven Ivir mehr verdammen Personalien wird die Sitzung um 9 Uhr abends, sollen, denjenigen, der den arroganten Gesetzentwurf eiirgebracht, ge'N>opein . ...! oder diejenigen, unter deren passiver Assistenz das allerjniigste . Hilssverein für die notleidende jüdische Bevölkerung in Ga-i Attentat gegen die Staatsbürger jüdischer Konfession sich zn vollgemeinde statt. Es hatten sich so zahlreiche Damen und Herren, kstniite^ mnuvni8 sujet, ocn alle Parteien dcw Abgeordnetenhauses Mitglieder sowohl als Gäste, cingefnnden. das; der ziemlich gevon ihren Rockschößeln abgeschüttelt haben und infolgedessen als Fraktionen Von einem Herr Fabrikant Bernhard Tanssig. ervssnete gegen 8 Uhr abends bie. e 11" >iti» s Herzog kann man sich wohl nichts anderes als einer Versammlung. Er erstattete vorerst den Bericht über den Stand der herosiratischen Tätigkeit versehen. Allein die Frage ist wohl berech- Ortsgrnppe nnd über die stastagebarung. Dem Vorstände wurde ' zigf, iv0 war denn das Präsidium? Würde dasselbe gevon alleil anwesenden Mirgliedern das Absolntorinm erteilt und der Fnu Dank einstimmig votiert. Der Antrag, den früheren Vorstand wieder einen wenn aiug noch )o ahgephwa hten, vcrwaßerten zn wählen, den besonders Herr Rabbiner Friedmaim ans das ' Ge,etzentwnrf gegen die Anhänger einer der chriitlichen Konfeiponen Wärmste befnrlvortce, lvurde einstimmig angenommen und in den nur einznbringen? Wo blieb denn die hohe Regierung? Minister- Vorstand gewählt die Herren: Bernhard Tanssig, Fabrikant, zum Präsident Dr. von sto erber, der. wie es ja seine Pflicht und Obmann; Adolf Fürst, stanfmann. znm Obmann-Stellvertreter; t t 2c. Julius limine, Adwlnl, zum schrlftfühcec: Ed.mcd Sich,., R»>: . c,t -r»s-«ns,e„en f. f. Äuuzl.1 e» mit bem «UI», dent der k. k. Staatsbahnen, znm Schriftführer-Stellpertreter; Bene- ^to" der Ueberzengnng verteidigt nnd in lewen heiligen Schutz nimmt, dikt Schwager, Fabrikant, znm stassier nnd Albert Sternschein znm er hatte nichts als ein beredtes Schweigen. Ilnd die fortschrittlichen stassier-Srellvertreter. Der Obmann nnd Obmann-Stellvertreter.Parteien? Ja du mein Gott, diese sind schnell mit dem Anskunftsivnrden auch als Delegierte znr Generalversammlung des „Hilfs-;it,T f ■ h hrtr, Vereines" geivählt. Hierauf erstattete Herr Tr. Alois Pollak, Sc- " ' ocr^ynno, vatz kretär des „HilssvereineS", ein Referat: „lieber die Aufgabe nnd nehmen 1 c t . Timeo danaos et dona ferentes. mcitgueocr loivoyi ais evasre, clngesnnocn, oap, oer ziemucn gevon iyren moct>cyoi;ent avgeicynrreir yaven uno insoigeoc räumige Saal die Erschienenen kaum fassen konnte. Ter Hauptgrund, „Wilder" mir hie nnd da bei gesinnnngsverwandten Fr dieser überaus großen Beteiligung dürfte ivohl das angekündigte Re-? .,4, «v mal eines D.-le.,!erte» der Beteiusieitm,!, fein, D-C m.b snnttmucheu m. de, eu es ,u mcht fehlt, l,°,D,t,eU. »l e r a r t i g e § n i ch t eni st z u Gott schütze die bisherigen Leistungen des HilssvereineS". Sein fast cinstündiger uns vor den uns angedichteten Freunden psendoliberaler Observanz. Bericht mackste aus die?l»wesenden einen sichtlich Liefen Emdrurk. Wo lvar er nur, der liberale Furor, der ist stets verduftet, wenn es der sich in lebhaftestem Beifalle knndgab. Herr Obmann Tanssig dankte dem Referenten für seinen begeisternden Vortrag. An der sich um angegriffene Inden handelt, dagegen weiß man ihn zu sich anschließenden Debatte beteiligten sich besonders die Herren: geivinnen, wenn man deren Geld braucht, das nicht „ölet" ist, Rabbiner Friedmaim, Bernhard Tanssig, Adolf Fürst nnd ein Gast wenn es auch von Judentaschen fließt. Es trifft sich so herrlich, ans Prag. In animierter Stimmung wurde die Versammlung st-rst paß gerade jetzt bei den Inden für die Vezirksaiisschnßwahlen gegegen viertel 11 Uhr geschlossen. Von den anwesenden Gästen, Frauen sowohl als Herren, sind viele dem Vereine als Mitglieder beigetreten. Generalversammlung der „Israel. Allianz." Am 1. Mai hielt die „Allianz" ihre Generalversammlung ab, die keine rege Teilnahme aufwies; es hatten sich mehr als hundert Mitglieder des Vereines eingefunden. Präsident Herr David Ritter v. G u t m a n n eröffnete die Sitzung mit einer kurzen Ansprache. Dem Geschäftsberichte ist zu entnehmen, daß der Verein seit seiner dreißigjährigen Wirksamkeit 3,264.210 Kronen für Hilfsaktionen und an Subventionen ausgegebeu hat und daß das Gebarungsdefizit des abgelaufenen Jahres 26.155 Kronen beträgt. Dem jüngst verstorbenen Professor M. L a z a r u s ist in dem Berichte ein sehr warmer Nachruf gewidmet. Bezüglich der rumänischen Emgrationsbewegung ist konstatiert, daß im Jahre 1902 2895 Personen (gegen 2647 im Vorjahre) nach Amerika befördert und 395 wieder in dieHeimat rückbefördert wurden (gegen 871 im Vorjahre), Der Tätigkeitsbericht des Vereines beschäftigt sich vornehmlich mit den Judenverfolgungen in Rumänien. Dr. Kahn und Dr. Heinrich Schreiber besprachen nun in längeren Reden die jüdische Emigration ans Rumänien. Herr Dr. Bernhard verlas ein Telegramm über die Judenverfolgungen in der russischen Stadt K i s ch e n e w, das ein wüstes Bild der dortigen Gewaltakte gegen die Inden entrollt. Schließlich wurden folgende Herren, die statutenmäßig aus dem Vorstand scheiden sollten, mit Mehrheit wiedergewählt: David Ritter v. G u t m a n n, Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n n, Wilhelm P a p p e n h e i m, Leopold T r e b i t s ch, Dvnat Z i f f e r e r; an Stelle des verstorbenen Vorstandsmitgliedes Sigmund Ritter v. Bauer wurde Herr Rudolf Auspitz nengewählt. Thevlogischer Verein der Hörer nn der isr. thevl. Lehrnnstalt in Wien. Die >!8nl>l für dnS 20. Vereinssemester ergab folgendes Resultat: Herr Dr. W. Rostnmann, Präses, Herr (st. Sicher, Vizepräses, Herr V. stnrrein, stassier, Herr A. Frankfnrter, 1. Schriftführer, Herr H. Srliivenge, 2. Schriftführer, die Herren S. Arje, RE G. Mehrer, I. S. Stößler, AnSschnßmitglieder. „Verein jüdischer Hnnvelsnngestelltrr Wien". Samstag den 9. Mai 1908, abends s Uhr, findet im Vereinslolale, 2. Bezirk,) schnorrt wird. Da wissen sie „die geehrten Staatsbürger jüdischer stoiifession" zil finden, die Herreil W r a b e tz, M e n g e r e tutti quanti. Der den heimischen Zuständen und Vorgängen fernstehende Beobachter dürfte, wenn er den erwähnten Gesetzentivlirf liest, der Ansicht sein, die Inden in Oesterreich seien eine verkommene, verworfene, inferiore, impotente Rasse. Wiir haben nns die Mühe nicht verdrießen lassen, eine Statistik anznlegen, was die Inden Wiens allein für ein stontiiigeiit zu den hervorragenden intellektuellen Bernsen zn stellen vermögen. Dieser Zusammenstellung Zufolge zählt Wien über zweitausend k. k. Beamte — hierunter 88 k. k. Hofräte — öffentliche Fondsbeamte, Professoren, Lehrer, Advokaten, Aerzte nslv. Weiters eine Legion Schriftsteller, Theaterdichter, davon viele von Weltruf, Publizisten, stoinposilenre von Klang, nahezu 500 kaiserliche, .stommerzial- und Kammerräte. Weiters über 500 Großindustrielle, Fabrikanten ans allen Gebieten des industriellen Lebens. Auch im Wehrstande lassen sich die Wiener Inden nicht spotten. Rund 600 sind f. f. Offiziere im kombattanien Stande nnd in der Reserve, die in Ehren des Kaisers Rock tragen, deren Brust zahlreiche Anszeichnnngen des allerhöchsten st r i e g S he r r n schmücken. Ist es da nicht eine verwegene, ruchlose Tat, ein Volk, einen Stamm, der so überproduktiv ans dem (stcbiete der Intelligenz ist, der verhältnismäßig die doppelte, ja dreifache Steuer leistet, als ihm prozentuell znkoinmen Ivurde, entrechten zu wollen, ans der Gesellschaft ansznstoßen, ihn seiner politischen nnd bürgerlichen Rechte zn berauben, ihn zur Paria zil mache»? Dennntiiis Herzog denkt vielleicht selbst nicht so Iveit, ihm lvar es ivohl nur um den Effekt zn tun, diesen hat er auch erreicht, denn die misera plebs ist der Meinung, nnd sie lvird auch darin bestärkt, das; ein Eniivnrf schon (besetz ist, wenn er nur im Parlamente cingebracht lvorden. Umso sträflicher ist es, daß derartigen Atieutalen ans Millionen wackerer Staatsbürger nicht ex abrupto die gebührende Abfertigung ivird nnd geworden ist. Nnterftrvmnngen in der sozialdemokratischen Partei. Wir haben in unserer Polemik gegen die Sozialdemokraten immer betont, daß wir vor allem die Forderung erhebe« müssen, daß, analog den schon bestehenden deutschen, slovenischen, polnischen, rnthenischen, italienischen und tschechischen

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