Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 16 (17.4.1903)
- Date
- 1903-04-17
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien. iiYee: 17. April 191*3 Nr. 16 ^UUiSUi'. Habeant sibi. Es ist also erreicht. Tie drei Kandidaten, Tr. G r n n iv a I d, Dr. T a v i d, Tr. F e u eh t- UHtiicp deren Wahl von ansang an sestüand, sind die Erkorenen des .ll'ahals. Bon Tanssigs und Blochs Enaden geivählt, werden sie in ihrem Namen 8lec»)t und Unrecht sprechen. Unsere Leser kennen ans unseren Artikeln die einzelneil Etappeil der Agitation, die sieh programmmäßig atnvickelte; nun ernteil die Herreil die Fruchte ihres Schweißes. Wir haben unsere Pflicht getan unb das jüdische Volk Wieils auf das Danaergeschenk rechtzeitig allsiilerksaiil genlacht, das seniler harrte. Hätten alle ehrlicheil Elenileilte es cbcnfo getan, vielleicht wäre es nlöglich gewesen, diese Oitellc neuer Verwicklungen rechtzeitig zll verstopfen. Wir versprechen uuforcn Freunden, auch weiterhin deil Herreil auf die Finger zll seheil; im übrigen läßt uns die Wahl uoüt'ommeu kalt. Denn wenn die Herreil Pselldorabbiiler glauben, daß sie die uatianale Die hervorrnaeedsten .Körperschaften unserer Ge»nei»»de: die altehrmsirdige Ebemrq Kadi-cha, fouüe das .Uuvatorium der israelitisch-theologischen Lehranstalt beklagen durch das Ableben des Herrn Starpcles den schwere» Verlilst ihres hochverdienten Priisidculen. Den: durch besondere Herzensgute und Ausübung der Wvhuäiigkeit ausgezeichneten Manne wird xtnfevc Gemeinde ein treues Gedenken beweinen. Das Plenum hat durch Erheben von den Sitzen die Zustimmung zu dieser Trauerkundgebung bekundet und gibt wohl das Einverständnis — schließt der Präsident - daß diese Tra11.erknndgebnng denr Protokolle einverteibt werde. tAllgemeine In ft im mini gl Der Voentzeude läßt pie-aus ein Schreiben der Gattin des Bereu.'laten, der Frau Enrma Karpeles, uerlofcn, in welchem dieselbe ivm Vorstände und insbesondere dem Präsidenten für die bewiesen« Tnlnahure d<u her;l:tt.-,ftc.» Dank aussuricht und gleichzeitig 2000 Sivor.cu für Arme widmet, mit der Bestimmung, daß die Brrteilmrg dieses Betrages dem Ermessen des Präsidenten überlassen sei. Die vom Präsidenten im Einvernehmen mit dem j Vertreter-S?ollegirun verfügte Austcrlrrng der Spende wird zuj stimmend zur .Kenntnis genommen. ,! Des weiteren teilt' der Präsident mit, daß ihm Herr Emil j Karpeles, ein Sohn des Verblichene"', den Betrag von luoö .Kronen für eine Jahrzeit Widiunug übermittelt!,abe. Hm Prästdialb-'richte berührt der Vorsitzende die bevor-! stehende Enijcheiduug in der Rabbinersrage. Er cnr.nw daran, j daß die PCcnavvi:vjammlung alle diese Angelegenheit^ bel treffenden Vorarbeiten seinerzeit d.em Bcrtretcrlolleginm über-- Ql - .. r* tf . C «• uv M..IVUI vUUU U M l i * l, I. /\ \ 11 l'UU Lt'.VIV UVUU\H»rn .ociuc^un^ eilttcreit rennten, to )ctotc\\ ioti ii)ucu f^on j tva^n!iaiu\ 3iad) tuu\\ bov ^i;obeiwb:iitc*i. founc iuv.'o! heute, daß sie itllker denn Siegesschrilte tmserer nationalen^ Polksbewegung ein schmähliches Eilde finbeu luevben. Und deshalb rufen wir seelenrnhig ans: Oomoackia finit a, p 1 a u d i t o a )i i i c i! Gedenktage. April. S. 1790 geb. in Triest Racbel Mornach ärztlicher Anordnung und unter täglicher Beaufsichtigung erfolge und daß die Ausspeisung tadellos und in verhältnismäßig kurzer Zeit vor sich gehe. Nicht genug anzuerkeuuen sei die Tätigkeit des Ehrendamen-Kvmitees. lieber Veranlassung desselben haben in jüngster Zeit einige Damen vom „Vereine für soziale Hilfstätigkeit''' es übernommen, mehrmals wöchentlich den Insassen des SiechenhanseS angemessene Lektüre vorzulesen. Zu erwähnen sei ferner, daß dank der Munisizenz des Obmannes der Kommission für die Versorgungsanstalt, Herrn Calo Cohn, daselbst auch im abgelanfenen Jahre eine solenne Chnnnlnfeier stattgesllndeu habe, bei welche. die Insassen festlich bewirtet wurden. Anschließend an die Ausführungen des Herrn Ooer-Jngenieurs v. Mises nimmt der Präsiocul Anlaß, dem inner der vewährten Leitung der Frau Jda Diamant so hingebungsvoll wirkenden Damenkomitce den wiederholte» Dank des Vorstandes auszusprecheu. und der besonderen Befriedigung Ausornck zu geben über das i»ie»scheusreuiidliel,e stzirken jener Damen, welche es üaernomen haben, den Insassen des Sieche,»Hauses durch Vorlesungen eine angenehme Zerstreuung zu bieten. Herr 'Vizepräsident Dr. 5tobn referiert über das Ansuchen des Tempelbanveremes im VIII Bezirke um Geivnhiung einer Bau-Snbw.ntion. viach läugei er Debatte, ,n» wetsirr sich die Herren. Dr. Berger, Hermann Eltbogen. 'Architekt Fleischer, Baurat v. Goldstchmid»,. Wilhelm Üusfner, Srgnuiud 5kauders, Obcr- Fananzrat Dr ßiappoport, Dr. Spitzer, TMwdor Ritter von Tattssig, Heinrich Teltscher und käu. Rat Weil beteiligen, wird im Srnne' der An trüg« der Herren Dr. Berger und kais. Rates Weil, nachdem Anträge der Herren Dr. Spitzer und Kauders auf Bc-.oillianira höherer Beträge die erforderliche Majorität nicht und; Anhörung der Bertranene-wänncr bade er, der Präsident, cs für ■■ . angezeigt geaalten, durch kollegiale Besprechungen, zu welchen j gefunden, Velchiosser, dem Tempeidon-Vereinc unter bestimmten sämtt'.ebe Herren des Lt ul tus v or sl an d e s ringe laden waren, für das! Vertretcrkollegium eine gewisse Direktiee für die wettere Be-! Handlung der für die Genwinde so überaus wichtigen Finge zu erhalten. Hierbei wurde allgemein anerkannt, daß mir uns bei | lassen son, Meteorologe. Ä. d. Ak. 1849 "ft. in Amsterdam David I wendig erschien es, ein Siormate vorzubereiten, welches den Proops, Buchdrucker. 11. 1717 ft. in Frankfurt a. M. Abraha'.n! Wlrktmgtzkreis der,anzustellenden Rabbrner präzlfterr. Nach Be-, Brod, Rabbiner. 1864 ft. in Wien Elia 1876 st. zu Berlin Professor Ludwig Traube Paris Professor Ad. Frank, M. d. Ak. l Scheftel Hurwitz. 1740 st. in Ancona Nabb. Simson Morpurgo. 1836 ft. in Breslau Süssk. Raschkow, hebräischer Dichter. ] 863 ft. zu Bukarest Julius Barasch, bebr. Encykl. 13. >76ä st. in Amsterdam Rabbiner Is. Chaj. Abendann. 1866 ft. in Harnburg Prediger Napht. Frankfurter. 14. 16öd st. in Wien Jehuda den Samuel, Vorderer und Dichter. 1660 ft. in Sevilla 7 Märtyrer den Feuertod. 1712 st. in Prag Elia Spira, Kommentator. 1820 starb in Hamburg Arzt Dr. H. Wolf. 1881 st. in Berlin Professor Ludwig Waldenburg, Kliniker. — Nissan. H. 1845 st. in Wien Simon v. Lämmel. 1801 st. in Breslau Rabbiner Dr. Daniel Fraenkel. 12. 17b5 geb. in Thorn R. Hirsch Kalischer. 13. 1575 st. in Safet R. Jos. b. Epbr. Caro, „Schulchan Aruch". 15. 1720 geb. R. Elia Wilna, der „Gaon". lSSi ft. in Berlin Bardacki,' lieberseNer. kndigang dieser mit einem zicinlichcn Zcitanfwande verbundenen > e, Kliniker. tö!>3 stz in ' ^^biten werde ich, bemerkt der Vorsitzende, voranssichtlicd in der j 4. ' i660 ft. in Wien! Lage sein, die geehrten Herren -a einer Plenarversammlung für j kM /t« 8 i S. s’lTl! \t'.< Mit .. CS‘.S» ,l»*i ,>( Vk:*.*.v vli-l t . > I Mittwoch, den 15. d. Äll. einznladen. In derselben iverden Sie,! hochgeehrte Herren, berufen sein, über die konkreten Anträge,! welche das Bertretckolleginm in der Zwischenzeit fassen und; Ihnen stellen wird, Ihr allein enischeidendes Votum abzu- \ geben. Der Vorsitzende macht weicers Mitteilung von der Donnersi tag, den 0. April stattsindenden feierlichen, Eröffnung des Belpavillons im allgemeinen Krankcuhause und ladet die.Mitglieder des Kultusvorstandes zur Teilnahme an dieser Frier ein. Endlich! gibt der Präsident eine Uebersickft der Eingänge der Kultus-! gemeinde an Steuern und Taxen im abgelanfenen ersten Qmartale des Jahres! 903 unter Vergleichung mit den Eingängen im selben Zeiträume des Vorjahres. Herr Ober-Ingenieur Vertreter von Mises referiert in Professor Ludwig Waldenburg. 16. 1864 st. in Paris Giacomo I Angelegenheit der Versorgungsanstatt und teilt zunächst mir, daß Meyerbeer. 17. 1876 st. in Berlin Professor Ludwig Traube, am I. Februar 1003 urit der Belegung des 3. Stockwerkes der 18. 1804 geb. zu Hohenems^Professor Salomon Sulzer. 19. 1880 Siechenabteilung vorgegangen wurde und daß sich der gegenst. in Hannover Dr. M. Wiener, Historiker. 20. 1038 st. R. Hai Gaon. 21. 1283 Judenverfolgung in Mainz unb Bachurach. 1899 st. in Paris Baronin Klara v. Hirsch. 22. 1882 st. in Leipzig Jakob Nachod, Mitbegründer der I. G. B. 23 1879 st. in Breslau Direktor Dr. L. Lazarus. 24. 1890 st. Rabbiner Dr. M. Lehmann in Mainz. 25. 1283 wurden in Brückenhausen 16 unschuldige Juden erschlagen. 1902 st. in Paris Dr. Theodor 5llein. 26. 1671 st. in Nikolsburg Landesrabbiner R. Jak. b. Jecheskel. 29. 1878 st. in London Francis Henry Goldschmid. 30. 1717 st. Abraham Broda, Rabbiner zu Nikolsburg. AuS der Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen KulLusgemeinde Wien, vom H. Apri!!9C>3 unter dem Vorsitze des Präsidenten kaiserlicher Rat Kling er. Beginn der Sitzung 6 Uhr abends. Zu Beginn der Sitzung hält der Vorsitzende dem jüngst dahingeschiedenen Herrn Moriz Knrpeles einen ehrenden Nachruf. Er hebt in demselben insbesondere hervor, daß der Verewigte durch viele Jahre dem Vorstande der israelitischen Kalrusgemeinde in hervorragender Stellung angehorte und sich insbesondere als Obmann der Finanzscktion um die Ordnung der Finanzen der Kultusgemcind» sehr verdient gemacht habe wärtige Stand der Verfvrgungsnus:.alt ziffermäßig wie folgt dar-; stellt: Siechenabteilung 74 Insassen, Altersaersorgnngshans 172! Insassen: Anzahl des Personales Je», zusammen 276 Personen: die Belegung habe damit den höchsten Stand erreicht. 'Aus dem vom Referenten erstatteten Rechenschnflsb,richte über die Versorguugsanstalt für das Jabr 1902 ist heraus,zuheben, daß die Gesamt-Jahreskosten für das Alteroersorgungshaus K 77.375-60, für die Siechen-Abieilung U 42.255-81, zusammen K 119.63C4I betragen haben, wobei zu bemerken ist, daß die Kosten sä." die Siechen-Abteilung, insbesondere durch die Vcrkostigung, mit Rückj sicht aus die erst im Jahre 1903 erfolgte volle Belegung eines wesentliche Erhöhung erfahren werden J Die Anzahl der V-u pflegstage betrug 22.-:96.! Die Kosten der Verköstigung bcrrngcn pro Kopf und Tag! im Altersversorgungshause 62 1- Heller, in der Siecheuadteilnng s 75-6 Heller. D:e Gesamtkoslen. für einen Insassen betrugen im i Altersv -rsvraungshaute pro Tag K. 1 30, un Jahr .si. 474 "0, in! der Siechenabteilung pro Tag st. 2, pco Fahr K. -69 40. Reterenl \ teilt weiters mit, daß die Bekost:anng auf der Si-chenabteilnng j. .. . , .. .. und bei leichten Erkrankungen auch im Altersversorgungshause? tl'C'tellbm bestl'llßt: „KllndnmchlMg. — Den Organen der Boraur-setzungen eine in wer Jahresraten auszahlbar« Bau- Subvention 'von St. 10.0 0 zn geioäbren. Weiters wird dem T-.-rnpclve.rriue in der Josesstadl für die laufende Gebarung im Jahre 1903 die Erhöhung der Subvention von 51. 1000 gemäß dem v'.-n mm Vize-Präsidenten Dr. Gustav Stöhn vertretenen Ant'nge 1st.'rtretcrkolleg".nns auf 5t. 1500 und dem Tempelvereine „Ächomer Israel" 'für das Jahr 1903 die Erhöhung der Subvention --Di! Si. 300 auf St. 500 bewilligt. Here Baurat Theodor Ritter v. Goldsehmidt referiert über ein Amuchen des „Verbandes zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen"' und beli.itt.ragt über Beschluj; des Bertreter-- kollegiuius zur Deckung des Fehlbetrages der Gebarung pro 1902 eine Ergäuzungs. Subvention von .K. 4734-12 zu bewilligen. .Kon r.-,ehrereii stieducru wird ans die verdienstliche Tätigkeit des „Verbandes" lsiugewieseu; insbesondere liebt der Vorsitzende die tatkräftige Biinvirkting des Herrn Batirates v. Goldschiiridt, sowie die hingebungsvolle, ausgezeichnete Leittmg dieses Vereines unter dein Präiidituu der Frau Baroniit Eharlotre Si'orngsivarter hervor, iveicher die Vize-Präfideutln Frau Berta .Kahn und Fratt p-tosa :>isferer in beiväbrter Weise zur Seite stehen. Der Präsident spricht diesen Dameit, deren Tätigkeit eine nicht genug auzuerten'nei'.de sei, den Dank des Skulttisvorstaudes aus. Der Bertrererairtrag gelangt hieratis zitr Annahme. Professor Tr. Ehrirrnnu referiert nameits des .Komitees für die Dr. Adolf Laeks'sche L.'iftnna für Herz- _imb Aorta- .Kranke über die Berleihtiltg der Erträgnisse dieser Stiftung pro 1903. Dir rlluträge des .Komitees, welchen sieh auch das Bertreterkollegitnn angeschloffett hat, werden nm-jcuonuiu'u. 8tack) Erledigu'.fg der Personalien wird die -csitzting nitl Ohsi Uhr abends geschloffen. Warnung vor den Wiener Kultusbemnten. Die Beamten der Wiener Kulkusgemeinde erfreuen sich im allgemeinen nicht des besten! Rufes. Jnlvieweit dies auch gerechtfertigt ist und in welchem. Maße die Kultusbeamteu selbst dazu beitragen, daß ihr Nus tücht der beste ist, wollen!vir heilte nicht untersuchen. Wir lvolten nur ans die urdrollige, nur in der Seitenstettengasse denkbare Tatsache Hinweisen, daß der Rultnsvorstaud selbst jede Gelegenheit ergreift seine Beamten in Verruf zu bringen. Uiter anderem wird den Wiener Kultnsbeamten der Vorlourf gemacht, daß sie ganz gewöhnliche — Schnorrer sind. Nicht tveil sie nicht gut bezahlt wären, sondern weil sie nie genug haben. Dieser Ansicht des .Sttiltnsvorstandes mag wohl folgende Kundmachung entsprungen sein, welche jetzt im Matrikel nndFriedhofamte mit großen, fettenLettern jeden EintsnaionEurniRutnnKSiaRvnjn'iTniwjcn'cKiatmvirjBsrtnc k'.ruuBuurvnvntrnnrrrinn'TOnvasT^inuBtTrnuxaiuzxraMnnunaijmi - «ceiv«(Mumtwirit£WMnu(tu Mit großer Strenge schien vielmehr darauf Gewicht' gelegt worden zu sein, öaß der Dstervollmond stets nach dem Frühlings-Aeqninoktium stattfinden müsse. War somit das juliamsche Datum des 15. Nissan der 21. Mürz — das ist der Tag der Frühlingsgleiche — oder noch ein früheres Datum, dann betrachtete die Christenheit erst den darauffolgenden Vollmond als Ostervollmond. So war dies irrt Jahre 292, in welchem Jahre die Juden ihr Passah am Sonntag den 20. März begingen, währmd die Christen ihr Ostern erst am 24. April feierten. Im Jahre 887 siel das jüdische Dassahsest aus Sonntag den 21. März, die Christenheit beging ihr Fest am 26. April. Daß tatsächlich auf eine solche Bestimmung des Osterfestes großes Gewicht gelegt wurde, lehrt einer der sogenannten apostolischen Kanones, welche der römische Abt Dionysius Erignns, um das Jahr 500 n. Chr. aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzte^ Hier heißt es: „Wenn ein Bischof, Presbyter oder Diakon den heiligen Tag des Passahfestes vor dem Frühlings-Aequinoktinm mit den Juden feiern würde, so soll er ausgästoßen werden." In diesem Sinne dürfte auch der Inhalt jener Zirknlarschreiben zu verstehen sein, welche die Synode in dieser Angelegenheit erließ: „Wir geben euch die freudige Nachricht von der bewirkten Einigkeit über das heilige Pascha. Es ist nämlich aus euer Gebet hin diese Angelegenheit glücklich bereinigt worden. Alle Brüder im Morgenlande, lvelche früher Pascha mit den Inden hielten, werden es van nun an gleichmäßig mit den Römern, mit uns und mit allen begehen, welche von alter Zeit her dasselbe gleichförmig mit uns feierten." Am plausibelsten erscheint mir jedoch die Annahme, daß die allgemeine Ansicht, derznfolge die in der Christenheit sukzessive zur Geltung gelangte Osterreget ihre Spitze gegen die Inden gerichtet! habe, erst ün Mittelalter zur Verbreitung gelangte. Zur Zeit des fränkischen Karl wurde die christliche Zeitrechnung, das ist das Zählen der Jahre nach Christi Geburt, allgemein anerkannt und verbreitet. Und merkjvürdig ist es wieder, daß seitdein bis zur Einführung des neuen Kalenders das Osterfest der Christen niemals wieder mit dem Passahfeste der Inden zusammenfiel. Cs ist somit Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß man im Mittelalter die Tatsache, daß nunmehr zufolge der Osterregel der christlichen Kirche das Osterfest nie wieder mit dem Passahfeste der Juden znsämmenfallen könne, mit den Beschlüssen der 326 zu.Nikäa und 841 zu Antiochäa abgehaltenen großen Konzile in Verbindung brachte. So ist auch das Schreiben zu erklären, welches Kaiser Konstantin an alle jene geschickt haben soll, die dem nikänischen Konzile nicht angewohnt hatten. Hier ist zu lesen: „Als sich die Frage über den heiligen Tag des Paschas erhob, wurde es allgemein für geziemend erachtet, daß alle überall an einem Tage dasselbe feiern; denn tvas könnte schöner und anständiger sein, als daß dieses Fest, dtlrch welches wir die Hoffnung der Unsterblichkeit erhalten, nach einer Weise und in bestimmter Art von allen ahn Anstoß beobachtet werde. Besonders wurde es allgemein für unwürdig erklärt, bei diesem heiligsten Feste der Gejoohnheit der Inden ztt folgen, welche ihre Hände mit dem schrecklichen Frevel befleckt haben und an der Seele blind sind. Mit Verwerfung ihrer Sitte können ivir nach einer wahreren Ordnung, welche wir von dem ersten Leidenstage Christi an bis jetzt bewahrt haben, unsere Osterweise fortverer'ben. Nichts sollen wir also gemein haben mit dem feindseligen Jttdenvolk, denn wir haben von dein Erlöser einen anderen Weg erhalten; unserer Gottesverehrnng liegt ein anderer, gesetzlicher lind gezieniender Lalls Var, und diese Weise einträchtig ausnehmend, lvollen wir uns, teuerste Brüder, der schlechten Gemeinden.' der Inden entziehen." Wenn die Synode nun wirklich sich so sehr gegen ein Ziisainmensallen des Osterfestes mit dem Passah der Inden gesträubt hätte, Ivie dies hier in den Worten: „Nichts sollen tvir also gemein haben mit dein feindseligen Judeuvolk" zum Ausdruck gelangt, so hätte eine so große Versammlung so vieler gelehrter Männer, worunter Römer und Alexandriner waren, sicherlich atich gesehen, daß mit der von ihnen sanktionierten Osterregel der Zlveck noch nicht völlig erreicht ist, llndsie hätte solchen Fällen gewifj durch eine Bestimmung vorgebengt, derzufolge im Falle eines etwaigen Znsaminentreffens des nach der soeben sanktionierten Regel bestimmten Festes mit dem jüdischen Passah das Fest um eine Woche später begangen werden müsse. Eine solche Bestimmung ist aber nicht erfolgt, und wir sehen, daß schon wenige Jahre nachher trotz der festgesetzten R'egel Vas Osterfest öfter mit dem Passah des feindseligen Jndenvolkes zusaminenfiel. Daraus folgt mit Evidenz, daß das Strebcn der großen Synode lediglich nur dahin ging, Inas im ersteren Satze des kaiserlichen Sendschreibens enthalten ist: „daß alle übecall an eineni Tage dasselbe feiern; denn!vas könnte schöner und anständiger sein, als daß dieses Fest, durch lvelches wir die Hoffnung der Unsterblichkeit erhalten, nach einer Weise und tu besiiinmter Älrt von allen ohne Anstoß beobachtetlverde." Alle späteren Ausfälle gegen die Inden scheinen späteres Machwerk zu fein, und zwar stammend ans einer späteren Zeit, itt. der Ostern und jüdisches Passah tatsächlich nicht mehr znsammenfallen konnten, oder der ganze Brief und ebenso alle ähnlichen als Synodalbeschlüsse überlieferten Schriften sind apokryph, also späteres Erzeugnis, und zjvar zu dem Zwecke verbreitet, um der gegen die Inden gerichteten Spitze mehr Nachdruck zu verleihen. Welche dieser Hypothesen wohl die richtige sein mag, kann nur eine eingehende Untersuchung über diesen Gegenstand lehren. Ausfallend ist es jedenfalls, daß Papst Gregor der Dreizehnte, als er den Kalender reformierte, die Crschellmng, daß bis nun. fast das ganze Mittelalter hindurch das Osterfest niemals mit dem jüdischen Passah znsammenfiel, nicht näher ins Auge faßte und sich mit der 1 Gesetzeskraft erhaltenen Osterreget begnügte, derznfolge El Ostersonntag immer der auf den nach dem 21. März ein- Ei tretenden Vollmond folgende Sonntag sei. Und so kann 1 es, wenn auch nur selten, Vorkommen, daß das christliche Osterfest, das durch eineu keinestvegs astroitomisch, sonderu nur zyklisch bestimmteu Osiiervolliuaud bedingt ist, znsain- 'menfällt mit dem 15. Nissan, dem. Tage des jüdischen Passahfestes, der gleichfalls nicht astronomisch, sondern! nur durch zyklische Nechmmg bestimmt wird. Budapest. ' Ed. Mahler. Nr Kuli! Fori Fall. Anzc crsta klar. zu di teu werd nicht keitci Dem Frac mach erlvä allen im ' schön den - der A Bit b betrc klärt Gass Verb mit am ( wie Eine Beai ihr i diese ihre nahm Blat! 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