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Jüdisches Volksblatt · 1903-04-03 · 14 (3.4.1903) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
14 (3.4.1903)
Date
1903-04-03
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 3. April 1903 Nr. 14 Aus all dem Vorgebrachten geht zur Genüge hervor, daß die galizischen Inden weder an der konservativen noch an der demokratischen Partei ihre ehrlichen und aufrichtigen, gutgesinnten Freunde haben, es ist ihre vollkommene Ueberzeugung, daß sowohl die eine wie die andere Partei versteckt durch und durch mit Judenverachtung und Judenhaß durchtränkt ist und daß von beiden Parteien vor den Wahlen alle Lockmittel lediglich dazu angewendst werden, um das Zünglein an der Wage bei den Wahlen durch die jüdischen Stimmen zu ihren Gunsten -u lenken. Es liegt daher für die hierländischen wahlberechtigten Juden ebensowenig Grund vor, sich für die eine oder die andere Partei zu begeistern. Wenn diese aber doch der konservativen Partei Heerbann leisten, so geschieht es weder infolge politischer Denkfaulheit, noch aus gemeiner Gewinnsucht (bis auf einige berüchtigte Wahlmacher), sondern aus Rücksichten allgemeiner wirtschaftlicher Vorteile und endlich zum Zwecke der Verhütung von Racheakten, denen widerspenstige Wähler seitens verschiedener Aemter ausgesetzt sein könnten. In den zwei Hauptstädten des Landes, Lemberg und Krakau, ist aber diese Wahlbefangenheit der Juden schon verschwunden, daselbst wird nach dem selb st ändigenEr messengestimmt und dort konzentrieren die Demokraten immer das Dreifache an jüdischer» Stimmen aus ihre Kandidaten, als die Konservativen. Daß daher die Juden in Galizien, außer Lemberg und Krakau, nach dem Kommando der herrschenden konservativen Partei wählen, ist kein Ausfluß ihrer politischen Unreife, sondern eine gezwungene, unwiderstehliche Handlung im Interesse vieler Existenzen und zur Hintanhaltung drohender amtlicher Bedrückungen und Drangsalierungen; der galizische Jude ist wirtschaftlich zu schwach, als daß er den Ungerechtigkeiten politischer Natur die Stirne böte; er kann sich nicht darauf einlassen, zuerst materielle Konsequenzen zu erleiden und die Rache zu ertragen und dann durch Interpellationen im Reichsrate Entschädigung und Satisfaktion zu suchen. Da-ß die Polen auf die Entwicklung und Bildung der Juden mit scheelen Augen sehen, ist doch evident. Das erfolgt nicht bloß aus dem Grunde, um diese unangenehmen jüdischen Mitbewohner in inferiorem Bildungsgrade zu erhalten, der ökonomische Wetteifer spricht hierbei ein Wörtchen mit; insolange die Juden allesamt sogenannte „chalatowce“ (langröckige) waren, bestand der Advokaten-, der Aerzte- und der Architektenstand bloß aus Christen und diese zogen natürlich Profit vom kulturellen Rückstände der Juden. Nachdem die Juden durch die Europäisierung und Absolvierung der gesetzlichen Studien ihnen Konkurrenz bieten, ist es selbstredend, daß das Wachsen jüdischer Kultur ein Punkt des Hasses unserer christlichen Mitbürger, wie überall, auch hierzulande ist. Das Grundübel all dieser Verhältnisse liegt in den derouten wirtschaftlichen Zuständen der galizischen Juden, in ihrer ökonomischen Abhängigkeit und Rückständigkeit, in der Unsauberkeit der Berufe, denen sie sich oft hingeben müssen, um ihre zahlreiche Familie ernähren zu können, mit der sie der Himmel stets segnet, im Betriebe des Schnapsverschleißes, für den er erst die Gunst des Schlachzizen erlangen muß, damit er die Propination für teures Geld verpachte; im Wucher, den er aus Ermangelung anderer Erwerbsquellen betreibt. Wer es mit den galizischen Juden wirklich ehrlich und redlich meint, der möge bewirken, daß recht zahlreiche Fabriksunternehmer in den kleinen galizischen Städten erscheinen, die die ungeschulten jüdischen Arbeitskräfte in denselben durch Jnstruktoren zu Arbeit ausbilden lassen, das hungrige Volk zur Rührigkeit und steter Erwerbstätigkeit erwecken und anspornen sollen. Sollten diese kleinstädtischen Juden einmal durch Erreichung von Erwerbsquellen zu einer wirtschaftlichen Selbständigkeit und in deren Konsequenz zu politischem Selbstbewußtsein gelangen, dann werden sie auch diejenige national-politische Richtung einzuschlagen wißen, die ihnen ihr sehr gediegener Naturverstand diktiert. Czernowitzer Brief. (Nachträgliches vom Delegierten tag. — Arbeiterbildungskurse der „Zephirah".— Antisemitismus in der Schul e.) Am 22. März l. I. fand im hiesigen Nathaussaale ein Delegiertentag sämtlicher Zion-Vereine der Bukotviua und Ostgaliziens statt. Dr. Philipp Me u cz el ergriff das Wort zur Programmrede. Die Idee des Zionismus, führte er aus, sei vor zwei Dezeuuien erwacht, habe aber erst seit Herzl eine klare Form bekommen. Im Laufe der Zeit habe sich eine dualistische Form im Zionismus ausgebaut, es sei eine Wandlung vor sich gegangen in Bezug auf Wesen und Wort. Die einen halten den Zionismus für eine Kulturbewegung, die anderen für eine rein wirtschaftliche Frage. Auf Ziel und Zweck des Zionismus übergehend, meinte er, daß die Judenfrage nur in 'gewisser Beziehung mit der sozialen Frage gelöst werden könne, daß die Gegenwartsarbeit des Zionismus bezwecke, das Volk für das Ideal reif zu machen. In der darauf folgenden Debatte ergreift zunächst Ph.-Dr. Balakan (Delegierter der akademischen Verbindung „Zephirah") das Wort. In längerer Rede weist er zunächst auf die schlechte Organisation hin. Man müsse nur im demokratischen Sinne arbeiten, in den großen Massen des Volkes müsse das Stammesbewußtsein geweckt werden, auf die höheren Kreise könne man nicht rechnen. Es wurde die Parole ausgegeben: Erobert die Kultlisgemeinden! Aber bis heute sei in der Bukowina nichts in dieser Richtung unternommen worden. Wäre etwas getan worden, würde heute nicht ein solcher Mann, wie Doktor Finkler, der alle Kinder zur Taufe führt und die israelitische Schule in Suczawa sperren ließ, an der Spitze der Kultusgemeinde in Suczawa stehen. Der Redner erörterte hierauf in klarer und fachlicher Weise die Ziele einer jüdischen Realpolitik und wies durch treffliche Beispiele nach, daß die Juden der Bukowina und Ostgaliziens nur diese Taktik einschlagen müssen. Schließlich beantragte er, folgende Resolution anzunehmen: „Der Delegiertentag anerkennt das Baseler Programm, sowie das einer jüdisch-demokratischen Realpolitik/ Herr K an ner (Stanislau) und insbesondere Dr. Mayer-Ebner unterstützen in warmen Worten die Ausführungen des Vorredners und empfehlen aufs wärmste die Annahme der Resolution. Bei der hierauf erfolgten namentlichen Abstimmung wurde die beantragte Resolution mit einer Majorität von zwei Stimmen abgelehnt, dagegen in einer anderen Resolution den einzelnen Vereinen empfohlen, Realpolitik zu treiben. Ueber „Organisation" referierte Dr. Menczel und empfahl die Annahme des Organisationsstatuts des Bielitzer und Olmützer Parteitages. Balakan („Zephirah") findet dieses Statut für nicht ausreichend und schlägt unter anderem folgende Aenderungen vor: 1. Es sollen Ortsgruppen gegründet werden. 2. Ortschaften mit einem Distriktskomitee sollen in lokalen Fragen vollkommen autonom sein. 3. Auf Verlangen von zehn Ortsgruppen muß ein Delegiertentag zusammentreten, der nur in internen Fragen die Legislative haben soll. Dr. Menczel bekämpft diesen Antrag und meint wieder, daß der Delegiertentag nicht das Recht habe, Neues hinzuzufügen. Dagegen können diese Aenderungen dem Landeskomitee vorgelegt werden. Der Antrag Balakan, es soll in acht Monaten wieder ein Delegiertentag zusammentreten, wird einstimmig angenommen. Ueber „Agitation und Presse" referierte stuck, phil. Klüger und empfahl ebenfalls die Annahme der auf dem Bielitzer Parteitage akzeptirten Referate. S ch a j o w i c z („Zephirah") stellt den Antrag: Das Distriktskomitee stellt es sich zur Aufgabe, eine Reform im Religionsunterrichte an den Mittelschulen herbeizuführen. (Einstimmig angenommen.) Herr Reiner schlägt vor, eine periodische Monatsschrift erscheinen zu lassen, die, vom Distriktskomitee redigiert, gratis verteilt werden soll. Herr Lachs (Kolomea) ist der Ansicht, daß eine Jargonzeitung zur Agitation am geeignetsten sei. Nachdem noch Herr W e i ß g l a s über Wirtschaftsfragen und Gründung einer jüdischen Vorschußkasse referiert und ein neungliedriges Distriktskomitee gewählt wurde, erklärte der Vorsitzende den Delegiertentag für geschlossen. Die Arbeiterbildungskurse der jüdisch-akademischen Verbindung ,,Zep hirach" wurden am 15. März nach viermonatlicher Dauer geschlossen. Wer Gelegenheit gehabt hat, diese Kurse bei ihrer Eröffnung und Schließung zu besuchen, mußte zur Erkenntnis gekommen sein, daß die Arbeit der Lehrer, die solch schöne und lobenswerte Resultate gezeitigt, eine geradezu Heroenhafte gewesen sein muß. Zahlreiche Arbeiter, die früher des Lesens und Schreibens unkundig waren, sind jetzt nach Absolvierung des Kurses nicht^nur^nicht mehr Analphabeten, sie haben sich auch ein bescheidenes Maß von allgemeinem Wissen angeeignet. Es gereicht der „Z e p h i r a h" zur Ehre, diese Kurse aktiviert zu haben, es gereichen ihr auch ihre Erfolge zur Ehre. Der zahlreiche Besuch der Kurse hat auch den Beweis erbracht, daß der jüdische Arbeiter, der unter der heutigen sozialen Lage doppelt schwer zu leiden hat, endlich zur Erkenntnis gelangt ist, daß er mehr, als jeder andere einergenügenden Geistesausbildung und Stärkung seines Nationalbewußtseins bedarf. Außer dem Analphabetenkurse wurden zwei Kurse für Fortgeschrittene, sowie ein Zeichen- und ein Buchhaltungskurs abgehalten. In sämtlichen Kursen wurde jüdische Geschichte gelehrt. Seit der Jmportierung deutscher Professoren aus dem Westen und der Gründung des christlich-deutschen Vereines sucht unser Buchenländchen in allem und jedem das antisemitische Treiben des Westens nachzuäffen. Eine Nachahmung weicht aber bekanntlich von dem Originale ab, und so „antisemitelt" in unserem ersten k. k. Staatsgymnasium, bas zur Hälfte von jüdischen Schülern besucht wird, statt eines wirklichen k. k. Professors a la Spika, nur ein gewöhnlicher Feldwebel a. D. (!) und jetziger Turnlehrer, namens L i ß n e r i aus Deutschböhmen. Dieser Mann ist ein treuer Sklave und Nachäffer seines Vorbildes Sp ika. Und nun zum Falle selbst. Ein jüdischer Schüler der ersten Klasse macht die Turnübung nicht gut. Wutentbrannt donnert ihn der ehemalige Feldwebel mit seiner kräftigen Baßstimme an: „Du schäbiger Iud', warum machst du's nicht besser?" Darauf homerisches Gelächter unter den arischen Schülern. Tief gekränkt, eilt der jüdische Knabe zu seinem Klaffenvorstande, um ihm den Vorfall zu melden. Es tritt eine Konferenz zusammen, die — höret und staunet — folgendes beschließt: Der jüdische Schüler erhält eine vierstündige K a r z e r st r a f e m i t A n d r o h u n g des Ausschlusses. (!) Der Feldwebel triumphirt, er kann jetzt seinen antisemitischen Allüren freien Spielraum lassen. Wir fragen nun: Ist es dem k. k. Schulinspektvr D r. Tumlirz bekannt, daß unter der Leitung des schon läng st pensionsrcifen antisemitischen Direktors Klauser aus Deutschböhmen eingewanderte Belferer ihr frevelhafte Spiel treiben und die jüdischen Schüler fortwährend schikanieren? Wir wollen ihn durch diese Zecken darauf aufmerksam gemacht haben und erwarte» eine strenge Untersuchung des vorliegenden Falles. Wird der Herr Inspektor unparteiisch die Sache in die Hand nehmen? Veckeiomo —r— Chronik. Inland. Ueber die Anwendung des neuen Heimatsgesetzes. Dr. Karl Lifczis wird am 15. d. M. einen Vortrag über dieses Thema im Festsaase des „Jüdischen Volksvereines" halten. Interpellation des Abgeordneten Strancher Abgeordneter Strancher hat in Sachen der rumänischen Juden eine neuerliche Interpellation eingebracht. Dr. Strancher erhielt zahlreiche Anerkennungsschreiben für seine pflichtbewußte Haltung. Die Berftadtlichung der Dienftboten-Bermittlung. Die Wiener Kommune beschäftigt sich bekanntlich schon längere Zeit mit dem Projekte der Verstadtlichung der Dienstboten-Vermittlung. Wir Juden haben alle Ursache, jede Aktion der derzeit am Ruder befindlichen Gemeindevertretung mit allergrößtem Mißtrauen zu begleiten, denn die Erfahrung lehrt, daß alles, was in dem gotischen Prachtbau am Franzensring ausgesponnen wird, von dem Gesichtswinkel aus geschieht, die antisemitische Herrschaft zu befestigen und die Wiener Judenschaft materiell und moralisch zu schädigen. Wir Juden betragen in Wien nahezu den zehnten Teil der Einwohnerschaft und tragen zu dem Aufwand der Gemeinde ungefähr fünfundzwanzig Perzent bei. Wenn wir dennoch gänzlich ohnmächtig sind, die derzeitigen Machthaber zu stürzen, so ist dies auf allgemein bekannte Ursachen zurückzufahren. Wohl befindet sich ein Drittel der Wiener Juden in ausgesprochener Armut, derart, daß sie am Hungertuche nagen, weil sie von jedem anständigen Erwerbszweige verdrängt werden, weil ihnen der Biffen Brot aus dem Munde genommen wird. Allein ein Zehntel würde unter normalen Verhältniffen wohl genügen, unsere Gegner, wenn auch nicht sofort, so doch in absehbarer Zeit aus ihrer anscheiulich uneinnehmbaren Position zu verdrängen. Dieses Zehntel ist hervorragend durch Besitz: Haute fmance, Industrielle, Kaufmannsstand; durch Intelligenz: Gekehrte, Advokaten, Aerzte, Professoren, Lehrer, Beamte u. s. w., und wäre infolge seiner notorischen Beziehungen zu den maßgebenden Faktoren geeignet und ohne besonderen Kräfteaufwand auch imstande, einerseits die Basis, das Fundament des Antisemitismus zu lockern und ins Wanken zu bringen, andererseits den Notstand unter uns Juden zu mildern, wenn — der gute Wille, der sittliche Ernst hiezu vorhanden wäre. Dies ist aber durchaus nicht der Fall. Strebertum, Titel« und Ordenssucht bilden das wesentliche Hindernis. Man befürchtet, bei einem Ordens- und Titelregen „übergangen" zu werden, unberücksichtigt zu bleiben. Die Machthaber der Wiener Gemeinde scheinen sich übrigens noch kein klares Bild über die Tätigkeit der zu schaffenden städtischen Dienstboten - Vermittlungsanstalt gemacht zu haben. Nach einer beiläufigen, eher zu niedrig als zu hoch angestellten Schatzung befinden sich in Wien zumindest 15.000 jüdische Haushaltungen mit ungefähr 20.000 Dienstboten. Wird und kann sich eine vom antisemitischen Gemeinderate ausgehaltene Anstalt dazu verstehen dürfen, auch jüdischen Haushaltungen Dienstboten zu vermitteln? Wie wird man sich weiters gegenüber arischen Dienstboten benehmen, die bei Juden unterzukommen wünschen, weil sie bei letzteren menschlichere Behandlung, besseres Fortkommen und höheren Lohn finden? Wird man sich in solchen Fällen passiv verhalten wollen, so ginge dies schon deshalb nicht an, weil die kommunale Dienstvermittlung aus von allen Gemeindemitgliederu bestrittenen Mitteln erhalten, jedermann zugänglich sein müßte. Sei dem wie immer, für jüdische Haushaltungen wird die städtische Dienstboten - Vermittlung praktisch nicht existent sein, schon aus dem Grunde, weil sie den Verkehr mit einer der Vertiefung des Antisemitismus dienenden Institution wohlweislich scheuen und meiden werden. Freilich bleibt unseren Hausfrauen der bisherige Weg der Dienstbotenbeschaffung nach wie vor offen. Es muß jedoch mit der Tatsache gerechnet werden, daß die derzeit bestehenden, allerdings auch arischen Dienstvermittlungsstellen infolge der erwachsenen Konkurrenz, wenn auch nicht sogleich, so doch in absehbarer Zeit vom Schauplatze verschwinden werden. Ein einfaches, aber wirksames Mittel, die jüdischen Hausfrauen von der unter antisemitischer Patronanz zu errichtenden städtischen Dienstboten-Vermittlung unabhängig zu machen, wäre, den bisher vorzüglich wirkenden „Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis" (11., Taborstraße 59) auch mit einer Abteilung für Dienstboten-Bermittlnng auszustatten. Wir behalten uns vor, darüber nächstens ausführlicher zu sein. Das „Erste Wiener israelitische Nekonvaleszentenheim für arme jüdische Frauen und Kinder" veranstaltet am Samstag den 4. April 1003, halb 8 Uhr abends, in Khuners Restaurant, I. Bezirk, Adlergasse, eine ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes über die bisherige Tätigkeit des Vereines; 2. Geschäftsbericht des Kassiers und der Revisoren; 3. Ersatzwahlen in den Vorstand; 4. Anträge und Interpellationen; 5. Vortrag der Frau Antonie Graf; 0. Vortrag des Herrn kaiserl. Rat Johann Lichten stadt. Gäste willkommen. Dev „Verein jüdischer Handelsangestellter" feierte am 21. Marz im „Hotel Continental" sein erstes Gründungsfest. Ein zahlreiches distinguiertes Publikum hielt den großen'Saal poin Anfang an bis zmn Ende dicht besetzt und belohnte die einzelnen Prograinmnnmmern mit reichein Beifall. Stürmische Akklamation fand auch Frälllein Aranka 9t o t h aus Berlin, die einige heitere Lieder mit besonderer Bravour^vortrug. Rach den Vorträgen wurde unter der bewährten Leitung des Professor Singer bis früh morgens flott getanzt. Einzelverein „Wien" des „Zion". Montag den 30. März fand ein Vortrag deS Herrn Dr. Heinz K o h n über „Die seelische Ausgestaltung der jüdischen Ehe" statt, welche allgeineinen Beifall fand? An der Diskussion beteiligten sich die Herren S ch i iu m e r und E h r l i ch. „Allgemeiner jüdischer Arbeiterverein", Wien, II., Stefaniestraße 8. Samstag den 4. April, 8 Uhr abends, Diskussion über das Thema: „Kann ein Sozialdemokrat Z i o n i st sein?" Ueber dieses Thema werden von sozial demokratischer Seite die Herren B l o ch uub S ch weitzer re feriern xtnb werden unsere Gesinnungsgenossen gebeten, zahlreich zu erscheinen. — Jeden Dienstag nin 8 Uhr abends findet im Vereinslokale ein Buchhaltungskurs statt. — Mitglieder des Vereines können Bnrgtheaterkarten für die Sonntag-Abendvorstellungen zu ermäßigten Preisen iin Vereinslokale erhalten.

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