Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1903-03-27 · 13 (27.3.1903) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
13 (27.3.1903)
Date
1903-03-27
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2432763-2432970-2432983--1881-2435686
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

W?«». F’VeiOty Jüdisches Volksblatt 27. März 1903 Saitct 3 Gruppen sind, in (Gegensatz feilen?" DaS Volk wünscht eilten Rabbiner, der seinen Anforderungen entspricht, deshalb müsse euch der ,;n wählende Rabbiner ein echter, wahrer Volksrabbiner sein. Der nächste Redner Herr l e i s eh m a n n ist ein Vertreter der Wiener Orthodorie. Er nimmt Tr. (tzüdcmann in Schutz, erklärt, man könne ein guter Jude und dabei nicht national sein, und beantragt eine Resolution, es werde dem Mnltncworstande nahesielepl, bei der Entscheidung der R'abbinerfraqe das Jüdische im Ange zu behalten. Professor Ehrmann ergreift das Wort> uitb erklärt, man inöpe wohl ätzritik üben, aber nicht die bona fides des Knttnsvorstandes in Zweifel.ziehen. Jeder der Bewerber setze alle Hebel in Bewetznmz, mit durchzukommen', aber niemand könne behaupten, das; ProtektionSwirtschaft und Voreingenommenheit herrsche. Ter Rabbiner sei ein Funktionär der Religion. Nationale (Besinnung werde nicht gefordert, bilde aber auch keinen AusschließiiiuzS grund. ' Hierauf erhielt erhielt Tr. K a h u das Wort. Er wendet sich speziell gegen die Orthoidopen und führt aus, das; beim Judentum nie ein Unterschied zwischen Religion und Nationalgefühl geherrscht habe. Hatte heute die Rc- Ugion die Nation vom Untergange gerettet (Jochanan ben Sakkai), so leistete das Nationalgefühl ein anderesmal der R'eligion denselben Dienst lMakkabäer). Was niemand gelang, vollbrachte der Zionismus. Er gab der jüdischen JRgeud ein Ideal und führte sie zum Judentum zurück. Nus diesem Grunde müssen aber auch die Erzieher' der Jugend fromm, religiös, national sei», sie müssen Zionisten sein. Nach einer Berichtigung des Direktors Heller, der die Zionisten seiner ^pmpathien oersicherte und durch eine Erzählung aus der Düsseldorfer Ruckstätigkeit die Entschuldigung des Dr. David versuchte, begründete Dr. Bernhardt mit kurzen Worten die folgende Resolution: pul Erwähnung der Tatsache. daß seit llahrzehiiten in immer steigendern Matze sich innerhalb der jüdischen Bevölkerung Wiens und vor allein in den Kreisen der akadeinischeii Jnkelligenz und des begüterlen BütgerkninS der Prozeß des religiöseit Abfalles nnd V0lksve rra tes vollz ie ht, in Erwägung der Tatsache, das; die Kenntnis nnserer berrlicheii Kiiltnrgeschichke und nnserer religiösen und nationalen Tradition iininer mehr abnimint, in Erivägnng der Tatsache, das; ivir fast überall starrer und nnbezingbarer Indolenz gegenüber öffentlichen jüdischen Angelegenheiten begegnen, in Erwägung der Tatsache, das; die Verelendung der breiteit jüdischen Massen, insbesondere des Gewerbeskairdes. einen erschreckenden Umfang aiininnirk, in Erwäg ring der Tatsache, das; all diese beklagenswerten Erscheinungen nicht hätten zutage treten können, wenn die Rabbiner dnreh den ihnen gebührenden Einflns; es verhindert hätten, das; man der Geldaristokratie servil schmeichelt, dagegen die minder bemittelten Volksschichten hintansetzt nnd mißachtet, das; mait die jüdische Erziehung der Jugend in unverzeihlicher Weise vernachlässigt oder gar auf germanisierende Entjudnng systematisch hinarbeitet, Vermögen von! Vorjahr von ich brauche ein Cafe, wo man mehr unter seinesgleichen ist; doch welches? — Vielleicht „ Cafe Kaisergarten" — nicht übel, da kommen die Herren von der Garde hin. Wenn sie mich nur nicht gezwungen hätten, den Vornamen Moriz beizubehalten — doch dem kann man ja leicht abhelfen — wenn ich mich Vinzenz M. Langer nenne, so wird jeder Christ dieses M. für Maria nehmen, und den möchte ich kennen, der dahinter den Moriz Langer aus Wallachitsch-Meserisch wittert. Auch meiner Toilette müßte ich mehr Aufmerksamkeit schenken — jetzt in der Karwoche gehen die feinen Katholiken schwarz gekleidet und an meine Uhrkette werde ich das kleine Kreuz hängen, das ich vom Grafen erhielt. Wenn's nichts nützt, so schadet es auch nicht! — Bekäme ich nur die fetten Prozeße! Diese Familienbilder müssen da weg — der Großvater mit der Kappe ist geradezu unmöglich — so — und der Türe gegenüber möchte ich ein größeres Bild plazieren, nicht gerade ein Heiligenbild, das wäre etwas aufdringlich, aber so eine Art Maria Magdalena oder Jeanne d'Arc — wir werden schon sehen. Meinen Konzipisten, den Dr. Freud, werde ich entlassen, er ist wohl sehr tüchtig — es mnß aber in meiner Kanzlei ein christlscher Ton herrschen — die Sache würde sich mir sogar billiger stellen. Dr. Freud ist ein sonderbarer Schwärmer, der glaubt noch an die wunderbare Wiedergeburt der jüdischen Nation . . . Lächerlich! — Wo steht es denn geschrieben, daß es überhaupt Inden geben muß! — — Jüdischer Idealismus — — ha, ha, ha — — da bin ich eher für ein praktisches Christentum! — — Vorausgesetzt, daß mich der Gras mit seinen Versprechungen nicht im Stiche läßt. Das wäre nicht übel! — Moriz! mir scheint, du hast eine Dummheit gemacht! — Was dann, wenn der Graf sein Wort nicht hält? — — Hast du es schriftlich? —■ Und wenn ja?-— Aber Vinzenz, wie kannst du mir so etwas von einem Grafen voraussetzen, ein Graf-anders stünde die Sache, wenn er ein Schacherjude wäre! — (Sich ankleidend.) Jetzt heißt es auf die Gasse gehen und meine jüdischen Bekannten recht freundlich, jedoch gelassener als sonst, grüßen. Die sind ja schlan und wissen ganz gut, daß man so etwas nicht aus Ueberzeugnng tut — wie ich übrigens meine früheren Gleubensgenvssen kenne, so werden sie sich ans mir jetzt erst recht eine Ehre machen. Also gehen wir, lieber Vinzenz! — Ja der Graf sagte »lieber Vinzenz"! — (Aus dem Tore auf die Gasse tretend, flößt er infolge seiner Kurzsichtigkeit mii einem Bäckerjungen zusammen, dem der Korb vom Kepfe fällt.) „Köimen's net achtgeben, Sie Sanjnd!" Paris, 22. März 1903. H. F. dien Anregung, sowie die gründliche AnSarbe innig seines Refernte-ch den ivohlverdienken Tank der Delegierten erlvarb, ging von der A'otivendigkeit einer sicheren Versorgung der isr. KnltnSbedicnsketen ans, nachdem das jetzige Trinkgelder-Systein vollkommen niiznreiel>end nnd für beide Teile demoralisierend sei »nd der Staat ja selbst demnächst die Initiative zur obligatorischen Pensivnsvers'.chcriing der Privatbeamten ergreifen iverde. Er beweist mit Hilfe genauer Berechnniigen, das 'Vorteilhafte der Gründling einer eigenen Pensionslasse nnd ivnrde daranfhin das Kuratorium des LandeSmassafonds beauftragt, in diesem Sinne Verhandlungen mit sämklichen Kiiltiisgemeinden zu pflege» nnd im Falle eines einheitlichen Vorganges eine» Beilrag des Laiidesmassa-FondS zu Amortisation ,,. , ...... der ans dem Titel der Anrechnnng der bereits vollstreckten Tienst- Wir fordern die Anstellnna von Rabbinern, die nach altjüdiseher jokhre zu leisienden Rach Zahlungen im Höchstansmaße von 10 000 ,9\ Art Leid und Freud ihrer Brüder mitleben utib mitfühlcn, die „ ,, , . - - ,r, , 1 - durch Mi ,mhre in An sucht zu stellen. Uever die;e Verhandlungen soll in einer demnächst abzuhaltenden ad Hoe-Telegierteii-Vers.rnmliing berichtet iverde». Auch sonst zeigte die Versaminlnng ein recht freundliches Bild. Von 01. Gemeinden lvaren 17 Delegierte anwesend (nicht erschienen ivar selbstverständlich der Vertreter von Brünn, Jul. Ritter v. Gomperzl, darunter einige junge arbeitsfrendige Kräfte, welchem Umstande lvohl im Vereine mit den Anregnngen unserer Presse die jetzigen Erfolge znzuschreiben sind- Ans dem RechniingSabschlntz des Fonds pro 1009 ist zu ersehe», das; dieses Jahr kein günstiges ivar, einem 2 210 109.70 >9. entspricht einem Plus gegen da 2 397.OS .9. Ren subventioniert ivnrde der isracl. Mädchen-Freitisebverein mit 00 ,9\, hingegen ivnrde der Posten „Inspektion des Religionsunterrichtes 100 .9." gestrichen. Die Snbpcntion des mähr.-fehles. Blindeninstitntes ivnrde in Anbetracht des Bestandes eines jüdischen FnstitnteS in Wien von 00 ans 30 .91 reduziert; es iväre an der (seit, das; auch dem Brünner Technikcr-Unterstütznngsverein, der ganz antisemitisch ist, die, wenn auch geringe Subvention von 20 9. entzogen ivürde. — Bei den Neuwahlen der Kuratoren zeigte sieh ebenfalls ein erfreulicher Fortschritt, indem nämlich, wcnigstens teilweise, mit dem landesüblichen PersonenknltnS, der vollkommen unfähige nnd interesselose Männer in den Besitz von Ehrenstellen mit großem Arbeitsfelde setzt, boir dem sie natürlich keinen Gebrauch machen können oder ivollcn, gebrochen, wurde. Eine der niistimpathischesten Figuren ans diesem Gebiete, kais. Rat Man.dk, verschivand, hoffentlich für immer, vom Schauplatz. Auch Jul. Ritter v. Gomperz verdankt seine glänzende Wiederwahl (2 Stimmen Majorität), nur der Pression, die der Vorsitzende Dr. Spitzer durch die Erklärung, eine Wahl zum Obmmme unter keiner Bedingrmg anzrinehmen, auf die Delegierten übte. Run wird es bald ans sein mit der Herrliehkeik dieses Mannes, den man schon ^>ahrzehnke hindurch die Juden Mährens, insbesondere Brünne, narrt nnd von diesen iviedernm zum Hampelmann gemacht wird. Gewählt wurden ins Kuratorium die Herren: Münch, Kohn, . Singer, Dr. Hilf, Hofmann, Dr. Spitzer, Lieblich, Eben, nnd Ritter von Gomperz; zu Ersatzmännern: Pollenz, Löwcnthal, Löbl; zu Revisoren: Bittner, Pollenz. Tandler. u> Aendernng des Statuts, einer der dringendsten Punkte, der schon wiederholt ans der Tagesordnung stand, wurde abermals verschoben. Es ist also noch so manches faul im Staate Dänemark. in Erwägung der Tatsache, das; die geivaltige, in jüngster steil immer inäcbiiger einsetzende nnd den ganzen Erdball umfassende nationale Bewegung, die für Millionen nnserer Brüder die lang ersehnte Heimstätte nnd für das westeuropäische Judentum die Rückkehr znnr fremd gewordenen jüdischen Volkstum anstrebt, vo» keinem ehrlichen Juden feindliche Bekämpfung erfahren darf, protestiert die heutige Versammlung gegen die imivürdige Form der Besetzung des Wiener Rabbiiieramies nnd gegen die bei dieser Gelegenheit sich geltend machende Hintertreppenpolitik nnd Proteltioiisivirtschaft »nd erhebt in letzter Stunde ihre Stimme, um alle kompetenten Faktoren dafür veranOvortlieh zu machen, Ivenn das Amt eines Rabbiners Personen anvertrant Ivnrde, die, im Gegensätze zu den Vorschriften der jüdischen Religion, den stioniSmnS in zelotisther Weise bekämpfen, die Kanzel zu nnjüdischer Propaganda, sogar angesichts kindlicher st,»Hörer, mitzbranelien nnd den mühsam bewahrten Frieden in nnserer Gemeinde stören. Stube der Armen nnd Kranken nicht ehe» fliehen, der nationalen Be wegnng verständnisvolles nnd Ivohllvollendes Interesse entgegeiibringc» nnd, ehöpfend ans dem tiefen Borne unserer Literatur und ansgernstet mit der volle» Kenntnis unserer Sprache, die ihnen anverirante Gemeinde znrückfiihreii zu nationalem Selbstbewusstsein, sozialem Empfinden und engen stnsammeiischlns;, ans das; wir iverde» ein einig Voll vo» Brüdern. Dr. B c r n f) a r d i tieautraflü Dir Annahme brr ltzcsockition itnb dir Wahl einer Deputation, dir dir Anfgabr hätte, die Resolution am folgenden Tage dem Kultus Vorstände zn überreichen. Beide Anträge wurden mit -irka ststdl) gegen st Stimmen angenommen. Die Vertranensmännerpersammlnng. Ob alle, die zur VertrauensniäiinerPersarnnckllng geladen wurden, auch ersehienen sind, wissen wir nicht, aber das; alte Ersehienenen geladen waren, das war sicher, und deshalb war man ans einige Erplosionen gefaßt. Sie ließen auch nicht lange auf sieh warten. Dr. Marzoll H o f f m a n n und Konsorten haben sieh als destruktive Elemente wieder vollständig verläßlich gezeigt. NnS überrascht von diesen Herren nichts mehr, aber die unjiidisehen Szenen, welche dieselben in der letzten Sitzung der Vertranenswänner aichgefübrt haben, übertreffeu schon alles, was bisher nur Söldlinge eines gewalttätigen Menschen in ihrer Angst vor dem gestrengen Auftraggeber zuwege gebracht haben, und das muß angenagelt werden. Mail mag über das hiesige Seminar in seiner heutigen Beschaffenheit denken wie man- Witt, man mag noch manche Verbesserungen, Systemändernngen fordern, wie wir es tun, aber vor der Ehrwürdigkeit jener Männer, die, einen Weckruf genießend, ihr ganzes wissensehafjtliches Können in den Dienst des Judentums stellen, die zufolge der Position, welche^ ilm-en Gesellschaft und Staat ein räumen, als erste AntoritäP'n des Reiches in rabbiirischen Dingen angesehen werden müssen; vor ihrer Ehrwürdigkeit hätten auch die Herren, von denen nichts mehr überrascht, Halt machen m-i' iny oummuy uuuui|.>iuvn, zu ueunnoem, magrend-, wenn jemand es wagte, auf das Bestehen der „Blvch- Partet" binznweisen, sofort die Glocke zur Hand war. Das heißt doch die —- Angst zu weit getrieben. _ Sensationell wirkten! die Aeußernngen des Rektors Dr. S ch >v a r z, daß ihm gegenüber rin angesehenes Mitglied der Gemeinde die A>enßerung getan habe, daß, wenn Tr. Gr u n w alb t n W i e n R a b b t n e r w ü r b c, bi e s e t n II n g Huf f ü r d i e G -e m e i n b e w ä r e. Sehr wichtig war auch die Mitteilung des Professors Dr. Bü.chlor, daß der berühmte Professor Kautsch über Gi'mNvald geschrieben habe, s e i n e n A r b e i t e n m c r k e m a n e s g a r, n i ch g e s cf) r i c b e n l) a de. Die daß sie Bloch-Partei (dieses Wort Im Städtchen T i r a s p o l (Gouv. Cherson) hat während einer Gerichtsverhandlung folgendes interessantes Jntermeyo statlgefnnden: Zwei Tartaren-Brüder standen unter der Anklage des Vatermordes: als Aeltester der Geschworenen fungierte em gewisser Dr. P. F. Jger — ein Jude. Die Anklageschrtst war schon verlesen und einige Zeugen befragt worden, als der Vorsitzende plötzlich erklärte, daß'ein Fehler durch das Gericht begangen ivorden sei, nachdem kraft eines Erlasses jüngsten Datums rn acht Gouvernements (darunter auch in dem von Cherson) nur Christen das Recht zusteht, als Aelteste unter den Geschworenen zu fungieren. So mußte denn Dr. Jger sein Amt als Aeltester niederlegen. Dinge iff eine Bemerkung des kaiserlichen Rates Vv. Li ch t e n st a d t, der doch gewiß nicht verdächtigt! werden kann, daß er seine Ueberzengung ans lwserem Laaer gebolt - ...-- . - m habe: „M a f ü I, l t <■ s o r b c n f (i ch. b «ft b a «! di- S»h-b« W a n z e v on e i n e r a I l e n it. n f i ch t b a r c n H a n d g c teil e t ln i r d." Der Depickatioir, bestehendans ben Herren Dr. Ka h n, Dr. L i f e z i s und- Architekt M a r m o r e k, lvelehe. die RA'sockition der oppositionellen Parteien überreichte, erwiderte der Präsident Herr kais. Rat K'linger, daß jeder anfznnehmende Rsttbbiner die Erklärung iverde abgeben müssen, daß er lveder gegen den Zionismus, noch chegen den Nationalismus, sei es in Wort oder dlirch die Tat. auftreck'n iverde. .... von Jekaterinoslaw v' Wie wir er sab reu. wird dw Wahl der Rabbiner in der; waltun g der Kolonien am 5. April d. I. stattfindenden Plenarsitzung des Kultus- - neuen Schulen wird im Vorstandes borgenommen iverden. °(" h!>n mhtriJhei Der mährisch-jüdische Landesmassa- .ffir in ben letzten Jahren, Gelegenheit Harke, das Tun und Treiben deS mährieh-jüdischen LandeSmnssafonds zu beobachtend dem konnte es bei der Montag den 23. dS. stattgehnbten Delegiertenverstrinnilung nicht entgehen, das; diese Korporation entschieden Reign»g zeigt, zn gesunden, und endlich seinem Statut gemäß positive Arbeit auf wirkschafklichem und sozialpolitischem Gebiete zn leisten. So ivenigstens mns; jener Schritt nach vorwärts, der, weint auch nicht allzu groß, so doch in der ketzteit Vollversaiittultnig getan Ivnrde, gedeutet werden. Es handelt sich um die Gründung einer Altersversichernng, eines PensivnSsonds für die Bediensteten der Knltnsgemeindei!, dessen Promemoria von Regiernilgsrai Dr. Spitzer der Versammlung vorgeleat ivnrde. Kurator Dr. Spitzer, der sich durch Die jüdische Gemeindeverwaltung in Warschau hat benyu>„ett, die Inhaber öffentlicher Häuser aus der Gemeinde unszuschließen. Gleiciizeittg wurde die Frage angeregt, tn Warschau eine jüdische Gesellschaft zur Fürsorge und zum Schutze der jüdischen Mädchen n.nd Frauen zu bilden, nach dem Muster einer derartigen daselbst bereits bestehenden christlichen Gesellschaft. Der Talwud-Thcra der Stadt Witebsk wurde gestattet, einen Kurs für Korbflechterei zu eröffnen. * Das Ministerium für Ackerbau und Staatsvermögen hat aus den Gemeitldekassen der jüdischen Ackerbaukolonien 28.980 Rubel zum Bau von 0 Schulen in den jüdischen Kolonien non Jekaterinoslaw bestimmt. Diese Summe ist an die Ver- . geschickt worden. Der Bau dieser fünf .... Frühjahr d. I. begonnen werden. In den jüdischen Kolonien des Gouv. Cherson sollen im Sommer d. I. I l Schulen gebaut werden und sind dazu 73.000 Rub. bewilligt worden. In der jüdischen Privatschule für Mädchen (Inhaberin Fr. Schabotinskaja - Kopp) werden jetzt mit Erlaubnis des Vorsitzenden des Odessaer Schulbezirkes Abendkurse für Erwachsene beiderlei Geschlechtes, jüdischer Konfession, eröffnet werden. Der Unterricht wird 4-5 mal in der Woche in den Abendstunden von ti bis 9 Uhr stattfinden. Das Lehrprogramm ist ziemlich unifangreich und nähert sich demjenigen, welches vom Unterrichtsminister zur Lehramtsprüfung für Volksschulen bestätigt ist. Der Lehrkurs dauert 2 Jahre. S a m a r a. Vor kurzem ist hier eine neue Verwaltung der jüdischen Gemeinde bestätigt worden. Der Beschluß des V. zionistischen 5kougresses, daß die Verwaltung der Gemeinden in die Hände zionistisch gesinnter Männer überzugehen habe, wird hier inehr als irgendwo durchgeführt. Die neuen Leiter der Gemeinde sind alle Schekelzahler und manche von ihnen arrch für den Zionismus eifrig tätig. Ans solck.e Weise können d>e vereinigten Kr äste des Zionismus bei einer legal» n Lege l er Ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.