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Jüdisches Volksblatt · 1903-03-13 · 11 (13.3.1903) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
11 (13.3.1903)
Date
1903-03-13
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 13. Marz 1903 Nr. 11 ritätvlMB, so doch Antoruätsverachtnng. Schließlich noch eine Frage aii ein Blatt, tut* auch heute wieder von aufrichtigem Christentum spricht. Gehört zu ihm nicht auch, daß mau nicht falsches Zeugnis ahlegc über seinen Nächsten? Es hat Rndnard Kipling ans seine Viskc der „echten Inden" gesetzt. Wir wiederholen noch einmal, er ist weder ein echter noch ein unechter Jude. Daß A h l tv a r d r S j n n g fr e s?l l, s i r e t e u im 9i c i ch StaiU' nur von der heileren Seite anfgenomincn tvorden ist, hat das Münchener „Deutsche Volksblatt" des Herrn Wenng in große Anfregling verseht. Es verherrlicht deshalb den antisenlitiseben melden in einem mehrsvattigen Artstel, worin cs ». a. heißt: ObwohlAhltvardt in dem „Fndenslinten"-Prozeß den größten Teil (I) seiner Behanvningen habe eriveisen tonnen, sei er doch zu seblverer Gefängnisstrafe verurteilr tvorden. Es sei damals ja eilte „herrliche Zeit geivesen. Der Jude Laster habe im Reichsparkament geherrscht, der Jude Friedberg sei Filstizlniniiter gelvesen. — Der lhrozeß hat l> Fahre nach dein Dode Lasters staligefnnden und Friedberg lvar dailtals seboit seil -! Fahren nt.f r mehr Beinister. Das antiseiititisehe Blättchen bar also ivieder einmal gesebivindelt bezw. seillr krasse llinvissenheir bektindei. Fn derselben R'eicbstagssipnng vom 18. Februar, in lveleher der Abg. Stöcker lvieder einmal abgenrteilr ivurdc, hat der Abg. Scknvarze Livvstadt es seltsam gefnuden, daß die iüdischcn Abgeordneten in der sograldeinokrai'sehen Fraktion das Wort ergriffen, und er fragte, lute viele jüdiicbe Wähler denn eigentlich hinter ihnen ständen. Die Gegner der iüdischcn Abgeordneten lverden, sofern sie ehrlich sind, nicht behanvtelt tvollen, daß diese die Vertretung indischer Interessen sieb irgendwie zur Spegialanfgabe gestellt haben. Ans nicht einer einzigen ihrer zahlreichen Reden ist irgendlvelche, geschtveigc denn eine besondere Vertretung jüdischer Fnreressen hcranSznlesen. Fm Gegen sage ,zn den Fraktionsgenossen des Herrn Schwarze, die eine katholillie Fraktion bilden und in erster Reihe katholische Fnreressen vertreten 'volleil, siird die jüdischen Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion nicht nur in erster Reihe, sondern ausschließlich Vertreter der Interessen de-s deutschen Volkes, so lveit sie natürlich diese Interessel! verstehen nlid vertreten zu sollen glauben. Daß sie Inden sind, daran denken sic im Sitznngssaale wahrscheinlich nur, wenn Herr Schwarze, der kein Antisemit sein ivill, und die Antisemiten sie offen oder versteckt, grob oder höflich daran erinnern. An demselben Tage, an welchem Herr Schwarze im Reichstage an die Konfession einiger unserer Gesetzgeber erinnerte, hatte im Abgeordnetcnhanse der freisinnige Abg. Funk an den konfessionellen Beigeschmack des Börsengcsetzes erinnert. Ganz gewiß hätte der Reichstag niemals ein solches Monstrum von Gesetz zuwege gebracht, wenn man nicht geglaubt hätte, dadurch die» Inden treffen .zu können. Und schwerlich Hane der preußische Landtag das verfehlte Warenhansgesetz angenommen, wenn man nicht fälschlich angenommen hätte, die Warenhäuser seien eine Erfindung des Judentums und ioürden speziell von Inden poussiert. Auch so manches andere bcerits angenommene oder erst in Vorschlag gebrachte Gesetz har einen antijüdischen Beigeichmack, sollte oder soll die Inden besonders treffen. Wenigstens nach den Wünschen einer Anzahl von Mitgliedern der Mehrheirsparteien. Gewiß lverden die Inden getroffen, aber weit schwerer das ganze Land. Diese Gesetzgebung erinnert zu sehr an die Heilmethode des Tr. Eisenbart. Die Kur ist fast verderblicher, als die Diagnose töricht ist. Bei letzterer verfahren die politischen Nardenkötter etwa wie folgt: Es ist irgendwo irgend erivas nicht ganz in Ordnung. Man möchte den Inden ohnehin eins anSwiscben und flugs wird mit schweren Nardenköcrcr'schen Giften loskuricrt. An der Börse ist wie selbst im Staate Dänemark etwas sank; kein Mensch hat das noch geleugnet. Da infolge einer ganz natürlichen htstorischen Entwicklung Inden in verhältnismäßig größerer Zahl an der Börse tätig sind, folgert man, daß sie an allem Börsenunheil schuld sind. Mir welchem Rechte, hat der Abgeordnete Funk in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 18. Februar durch nur einen Hinweis arg die Krisis des Jahres 1001 beleuchtet. Nach dem amtlichen stenographischen Sitzungsberichte sagte er: „Unter allen Banken, die damals verkracht sind, ist nicht eine einzige jüdische Bank, es waren sämtlich christliche Banken, es ivaren zum Teil sogar sehr fromme Banken; ich erinnere an Herrn Sauden und Herrn Erncr, der sich ausdrücklich immer als judenrein ge- „Die Maklerbank in Hamburg hat in ihrem Jahresberichte von 1002 angegeben, daß im Jahre 1893 noch ein Effektcnnmsatz von 880 Millionen Mark stattgefnnden hat, ivähreud im Jahre 1002 nur noch ein solcher von 218 Millionen Mark zu verzeichnen lvar. Der ccblnßnotenstcmpel betrug in Hamburg im Jahre 1890 111001) Mark; im Fahre 1801 sogar 200 000 Mark; im Jahre 1902 lvar er znrnckgegangen ans 08 000 Mark! Aoch viel krasser treten diese Dinge in die Erscheinung, meine Herren, wenn man den ans dem Bantiertage m Frankfurt am Main inilgeceiltcu Jahresbericht zweier großer Berliner Maklerbanken ins A»ge faßt, die hauptsächlich in ansländischci, Renten, also durchaus loliden Anlagepavieren, ihr Oiescbäst gemacht haben. Da ist angefiihrt ivordcn, daß vor Einführung der ersten Umsatzsteuer im Jahre lssri der Umsatz in ausländischen Renten hier an der Berliner Vor Eintritt der ersten 8er- Börse 1020 Millionen Mark betrug. dovplung der Umsatzsteuer im Fahre 1802 hat derselbe Umsatz mir noch 12:'>0 Millionen Mark betragen. Meine Herren, jetzt, nach Einführung der neuesten Stempelerhöhnngen, im Jahre 1001, ist der Umsatz ans 120 Millionen znsammengeschrnmvft, d. h. den 4.0. Deik dessen, was noch vor 17 Fahren an der Berliner Börse in ausländischen Renten nmgesetzk ivorden ist!" Und selbst das ist noch nicht alles. Denn es kommt hinzu, daß die Tclegraphenverwaltting iveuiger eingenommen hat, daß Bankbeamte entlassen ivorden sind, daß die Einkommenstener znriickgegangen usiv. Ja noch mehr. Die ganze Gesetzgebung hakte notorisch die Wirkung, die h a n t e b a n g n c z n beg n n st i g c n, die in i t t l e r c n und k l e i n e n Bankiers zu dezimieren, damit d i e Z a h l der Geldgeber des M i t t e l st a n d c s zu r e d u z i e reu und diese n, d e n in an d o ch s o n st st ü tz e n u n d s ch ü tz e n w i l l, in a r g e V e r l e g e n heit u n d N o t z u b r i n g e n. Und alle diese Uebel über Land und Leute hat man heranfbescliivorcn, um diese Börse, speziell die „Börsenjuden" bluten zu nu den Kultusvorstand die höfliche Anfrage: Was hat er getan, um den Mischen Gewcrbctrcil'e>ldeit und Lieferanten zn ihrem Rechte zu verhelfen, und wie sollen diese von allen Seiteit boykottierten Gewerbetreibenden in der Lage sein, ihre KnltuSstencrn zu bezahlen, wenn der Kustusvorstaud sie selbst boykottiert? U. A. W. g. f ^DiF' ^J"dische Bvlksbiblivthck" ist uom 1. Mürz d. I. ob täglich für Entlehncr < Mitglieder des „Jüd Volks- Vereines) geöffnet. Der svzialärztliche Reichstongreß — abgesagt. Die Organisauon der Wiener Aerzte schien Ivirllich die Behauptung, daß unter ihnen eine starte antisemitische Strömung bestehe, Lügen zn strafen; obzivar es dem Einsichtigen klar lvar, daß die gemeinsame Not höchsten^ für kurze Z,eit die feiiidlichen Brüder vereinigt, so hörten wir dock, öfters in privaten Diskussionen den Bestand der Aerzte-Orgainsarion als Argument gegen die Gründung eines Vereines jüdischer Umzü am.'spielen. Nun, lange hielten die Herren vom „Wiener Aerzte-Verein". der aniisemitiseben Organisntion, cd nicht bei ihren jüdischen Kollegen ans. Dein Vorwände zn», Austritte folgt die Ubhaltnng de-., Kongresses. Die ischechisehen Aerzteverelne verlangten nämlich die Prinzipielle Erlaubnis, sich ihrer Miittersprache bebieneu <511 dürfen. Dieses Verlangen ivar vollständig gerechtfertigt, denn es handelte sich den Tschechen natürlich >inr dariiin, die Gleichberechtigung ihrer <ovraelie off!stell anerkannt zn sehen. Bei den Vechanoknngen Hallen sie sich selbstverständlich der deutschen Sprache bedient. Das Komitee tonnte daher nicht gut anders, als den Wunsch der Tschechen zn erfüllen. Das bok den Gruß und Konsorten den ersehnten Anlaß, die gekränkte deutsche Leberwurst zn spielen und ans dem Verbände anszntreten. Dies atles natürlich unter der liebevollen Patronanz und dem Trininphgehenle des „Dentschen Vvlksbkatt". Man sieht auch, luie ernst dieses Blatt cS mit seiner Versicherung ninlint, die es anläßlich des Todes Riegers pathetisch perkündete, daß es ans denn Standpunkt der Gleichberechtigung des lassen. Der Haß ist ein sthleehter, der konfessionelle Haß ist ein! böhmischen Volkes stehe. Die Agikaiion gegen den Kongreß zog dnnnner Berater. Nicht ein ans konfessionellem Haß erlassenes Ge-! immer ivcitere Kreise nnd den znrückt,leibenden jüdischen Aerzten im setz, das nicht pon jeher von den Gesetzgebern nicht beabsichtigte > -Komitee blieb nichts anderes übrig, als vor dem deutschen Chanvi- Wirknngen gehabt hätte. Man bat den vermeintlichen Schädtiilg am nismns zn kapitntieren nnd den Kongreß abznsagen. Die jüdischen^ Aerzte mögen aber daraus die Lehre .stehen, daß es für sie auch keine andere Hilfe gibt, als — Selbsthilfe. Der lit. Geselligkeits-verein jüd. Mädchen „Moria" veranstaltete Mitlvoch dea 4. ds. im Ressonreesaal einet: geselligen Familienabend mit anschließendem Tanztränzehen. Die Gäste hatten sich in! großer Zahl eingestellt nnd lauschte» mit gespannter dknsmerksamkeit dentschen VottStorper tödlich treffen ivotten, man hat immer wohl ben bermeintlichen Schädling auch getroffen, man hat aber nebenbei dem deutschen Volkskörper unendlich viel mehr Schaden zngefügt, als die hundertfache Zahl der berlneinttiehen Schädtillge in: schlimmsten Falle hätte hir können. Der Citesant, der ans zärtlicher Fürsorge fn: da-.' Kind seine-.- Hern: die Aliege ans dessen-^,,, vortresstieh gelvählten Vorträgen. Nachdem die Präsidentin Gesicht tottreten will nnd das Kind dabei tötet, ist ungefähr die i die Gäste begrüßt hatte, hielt Frl. Frieda Wagner die Festrede und Versinnvildlickning der hochweisen Gesetzgebung, bei lveleher wie der! erntete reichen Beifall. Die Ktabierbirtnosin Frl. Jloita Lippe Abg. Funk sagte, „ein gelvisses konfessionelle- Moment mitspielt" B. I. V. i.nÄanb brachte dann die „E-moll-Ballade" von Chopin zn Gehör nnd wurde! durch rauschenden Applaus zn Zugaben gezwungen. Dann entzückte j Frt. Bianca Westreich dic Versammelten mit Gedkchteii von C. i Bcrnscholvitz, Berth. Feiwel unb Heinrich Ohitttmt. Nachher ent-! lockte Konzertsänger Herr Fnlins Heine mit feinen vorzüglich vor- | getrageneit Liedern Ivohlberdienten Beifall. Frt. Elsa Katz iveckte stürmische Heiterkeit mit dem Monolog „Die Selbsttnörderin". Die - Brüder Joses lind Leo Scborr brachten dann Biolinborträge mit Was wollen wir??!m 18 d M hüll der Präsident! Klavierbegleitung znut Vortrage. Herr Josef Scharr bemeisterte so dcs „Jüdischen B»I^ver«i,i-s. Richard R a p paport.j aus dir « eutr ivbmcMr» .Sttoemw. FZ i i D., , . ~ i iuetien vo>: Saraiate sttirmiicher nicht eiidenloottender Betfallstund- Zolling UN.PP obWM Ulld Ult (yc)i)aale de»! gcbnngen folgte. Herr Schorr wurde immer lvieder NM Zugaben Volksveremes".! gebeten, als der letzte Ton verklungen lvar, erfüllte noch lang- Götienktitric.?N ä r z. 8. 180i> st. in Hamburg Jsr. Breslau i andauernder Applaus den Saal. Der Einakter „Eine DainensKat. d. Oppeith. Bibl. ,. 1827, geh. zn Prag Sal. Kohn, Olhetto-' komiteesitznng", anfgefnhrt von den Daincn Schweinburg, Alexander, Dichter. 182/ geh. zu Obbach d. Abg. Wolf Frankenburger. 0. 1828 i Band und Westreich, rief altgemeinc Heiterkeit hervor nnd beschloß st. in Hamburg Laz. Jac. Riesscr. tSn 1 st. in Berlin Rub. Sam.! ben gemütlichen Abend. Ein animiertes Tanzkränzchen hielt die Gnmpertz. 1888 ft. in Vertut Kaiser Wilhelm der Erste. 1002 i Teilnehmer bis in bte frühen Morgenstunden beisammen, st. in Meran Eng. Rosenstiel ans Berlin. 10. 1810 geb. in Literarischer Geselligkeitsvereiit jüdischer Mädchen „Morin". Biathstok Chaj. Selig Slouisty, Methem. n. Astron. 1887 st. z:t Neapel Freih. Karl Mäher von Rothschild. 1808 st. in Wilna Hirsch Katzeneltenbogen. 1800 st. in Leipzig Jgn. MoscheteS, Kontponist. 1902 st. in Berlin Jennh Hirsch, Fratien-Schriftst. 11. 1807 st. in Antsterdmn R. Jsaae, Sohn e. Prosel. (Sera Abr.). 1812 wurden alle Inden in Preußen zn Staatsbürgern erklärt. 1872 st. zu Breslau Prof. M. A. Lebh. 1884 st. zn Brannschweig Landrabh.! Pros. Herzfeld. 1807 st. in Altstrelitz D. Sanders, Lexikograph! nnd tzlerinanist. 12. 1800 geb. zll Dcmzig Nahet Meyer, Schriftj stellerin. 1804 st. in Brüssel I. H. Simon, der über Wappenkunde geschrieben. 1891 st. in Wien Ludwig. Ang. Frankl, Dichter. 18. 1001 st. in Prag Mordechai Meisel, Vegr. e. Shn. 1819 st. in Könitz Laz. Fried lVerf. e. hebr. poet. W.j. 1872 geb. zn Berlin Oskar Blnmenthal, Lnslspieldichter. 18(50 st. zn Berlin Prof. Jul. Rnbv. 14. 1707 st. in Samnnr Bischof Genebrard, Hebers, jüd. ehr. 1791 st. in Halle Bros. Sentker (jüd. Gesch. n. Gram.). rühmt hat. Ich habe mit einem Herrn der hohen Finanzwelt über i 1841 st. in Buchau Rabb. Mos. Bloch. die Sackie gesvrochelt, und der hat mir gegenüber sich dahitt geäußert, daß von dea 270 Millionen, die vom Itatioualvcrmogen verwirtschatiet ivordcn sind, über 200 Millionen — das übrige mag gestohlen seiit — lediglich ans Dummheit verbürtschastet worden sei, lind meinte, das hätten die Jndeit wahrscheinlich nicht fertig gebri.chr. Das ist auch charakteristisch." Das ncnene Potsdamer Falliment kannte Herr Abg. Flink am 18. Februar noch nicht. Es ist wiedertint ein christlicher Bankier, der eine vornehme christliche Kunidschast gründlich hineiltgekegl hat. Aber „man" -. nämlich ein Teil der Voltsbertretnng — Ada r. 0. 1780 geb. zn Amsterdam Staalsral Kart Asser. 10. 1810 st. die Wormser Inden (mehr ats 4001 dem Flammentod sreiwitlig. 1708 geb. in Bernlnirg Dr. F. M. Jost, Histor. 11. 1778 geb. zn Nenbidscholv Peter Beer. 1880 st. in Berlin Dr. Leob. Znnz. 12. 188.0 st. in London Sir George Jessel, 10. 1872 st. in Breslati Prof. M. A. Lebh. 11. 1881 st. zn Brannschlveig Landrabb. Prof. Herz seid. E i n e A n s r a g e n u d e n W i e n e r K u l t i: s v o r st a n d. Ailläsllith des jüitgsten Wahlkampfes haben ’bic vereinigteu oppositionellen Parteien als einen der wichtigsten ihrer Programmpunkte die Förderung der jüdischen Oiewerbetrcibenden und des jüdischen man sich eiilinal die nnheitbotlen Wirkungen des Gesetzes an nnd frage sich, ob man nicht, Nmil man die Jndeit treffen wollte, das ganze Land weil mehr getroffen nnd geschädigt hat. Dem geschäftlichen Verkehr ist durch ben Differenzeinlvand, den Registereinwand usiv., ivie Abg. Ftlnk mit 9t''cht betonte, nicht mir die rechtliche, sondern auch die inoralischc Grundlage entzogen worden. Wer die gesetzlichen Bestiinlnnngcn für sich in Anspruch nimmt, ivird in Börseliwollte ben Inden eins versetzen ttnb schuf das Börsengesetz. Nun sehe Kaufwannsstnndes ausgestellt. Als ersten Schritt zur Durchführung dieses ProgrnmmpuuktcS forderten wir damals, daß der Kultnsvorstniid bei Teckiiilg seilies Bedarfes an Arbeiten sowohl wie bei Lieferilngen nicht nur selbst nnsschliesilich jüdische Olewerbetreibende und Lieferanten berücksichtigt, sondern auch die vom Kultnsvorstailde subvcutionierteil oder sonstwie nbhüiigenden Anstalten zwillge, daß sie dasselbe tun. Unter dem Drucke der Verhältnisse und in ihrer Angst nm kreisen ebenso verurteilt, wie in der „Olesellschaft" jemand, der sicki > die daninls in Frage gestandene» Mandate haben nicht nur die Vereinen! Duell entzieht. Die geschäftliche Moral sinkt nnd dmuit auch daS Ansehen des dentscheit Kanfntannsstandes iin Anslaude. Das Arbitragegeschäft ist vernielnet tvorden nnd ebenso wie viele andere Börsengeschäfte an das Ausland nbcrgegangen. lim die Gewinne der LBrse und der Jndeit zu beschneiden, hat Ulan Emissionsnnd Umsatzsteinpel erhöht nnd nicht nur die ansländischen Anleihen von den dentschen Börsen verscheucht, sondern auch industrielle Bestellnngen des Llnslandes znrnckgedrängt. In tvelchem Maße das geschehen ist, darüber äußerte sich nach dein stenographischen Berichte Abg. Funk ivie folgt: treter des KnltnSvorstandes, sondern auch dic offiziellen Kandidaten in allen Wählerversammlniigen das Versprechen abgegeben, 'diese,n Uiiflige und dieser Selbstverachtnng ein Ende zn machen und die gerechten Fordcrnngeil der oppositionellen Partei zu erfüllen. Gaben wir nns auch nicht der Täuschung hin, daß das so in der Bedrängnis gegebene Versprechen sofort in Erfüllung gehen werde, so dachten wir'doch, daß der Vorstand ans Klugheit sich nnschicken werde, irgend etwas in dieser Attgelegenticit zn tun und daß der nbgcrackerte Amtsschiinniel tvvhl in einem halben Jahre nu sein Ziel gelangen werde. Wie wir erfahren, ist noch alles beim Alten. Wir erlauben uns nun Im lit. Oleselligkeiisbereiu jnd. Mädchen „Moria" hat Sonlitag den 1. März Herr Marek Seherlag, Schriftsteller, seine Novellen „Opfer ans dem Leben" vorgelesen und erntete von dem überans zahlreichen Atiditorilim stürmischen Beifall. Ja demselben Verein tvird Sonntag den 17. März, nm halb 4 Uhr nachmittags, im Religionssaale der Knltnsgeineinde, 1. Bez., Seitenstettengasse 2, 2. Stock, ein Vortrag stattfinden. Oläste herzlich willkommen. Vereinignng jüdischer Hochschülcr aus den südslavische» Lündern „Bar Oliora" (8. Bez., Langegasse 16, T. 1). Freitag den 10. ds. (14. Adar) fiildet eine ordentliche Generalversantmlnitg, verbtilideli mit einem internen Schekelnnd Pnrim-Festabend, stakk. Erster Wiener Jüdischer Turn-Verein. Am 4. April d. I. findet im Ballsaale Ronaeher das erste große Schauturnen des Vereins statt. Das Programm wurde folgendermaßen festgestellt: 1. Stabtlbtingen, 2. Damenreigeil, 0. allgemeines Niegelltnrnen, 4. Kiirtnrnei! am hohen Reck. An das Schauturnen wird sich ein Tanzkränzchen anschließen. Eintrittskarten zn 1 K. nnd Familienkarten zu 0 K. (für 4 Personell giltigl, silld erhältlich hei den Komiteemitgliedern am Turnplätze (1. Bez., Mölkerbastei 7) von halb 8 bis 0 Uhr abends nnd im Cafe de France, Schotkenring. Einzelverein „Wien", „Praterstraße" nnd „Innere Stckdt" des Verbandes „Zion". Samstag den 14. März findet im Festsaale des Restaurant G n t h, 2. Bezirk, Skefanicstraße 14, eine Ptlrim - unb S ch ekelfeie r, verwinden mit Akademie nnd Tanz, statt. Festrede, gehakten von Dr. Leopold Kahn. Ferner haben ihre Mitlvirknng freimdlichst zngesagt: Fräulein Elsa Katz, Deklamation. Herr I. Blum. Pianist. Herr M. Reich, -Opernsänger. Herr V. Frankl, Mitglied des Deutschen Volkstheaters, Herr R. Gxohmann, Mitglied des Jnntsth-Theaters. Es ivird gebeten, alle Zilschriften an das Komitee. 1. Bezirk, Jasomirgottstraße 0, T. 0. gntigst senden zu Ivolle». Ter Einzelverein „Marinbilf-Nenbatt" des Verbandes „Zion" veranstaltet Sonntag den 17. März 1000 im Hotel „Gold. Kreuz", 0. Bez., Mariahilferstraße 09, eine Purimnnd Schekelfeier. Ihre Mitwirkung haben zngesagt Fräulein Mela Wiesl, Konzertsängerin. Herr Theodor Weiß vom Dentschen Votkstheatet, Herr Julius Deutsch mit Violinborträgen nnd Herr Oihnta Kößler. Nach der Akademie findet ein Tanzkränzchen stati. Für diese Feier, die eine der schönsten zn lverden verspricht, ivesehe der Zionsverein Ntariahilf-Nenban veranstaltet, gibt sich bereits lebhaftes Interesse nnd starke Kartennachfrage kund. Karten zu K. 2.70 silld erhältlich 1,u Komiteelokat Cafe Marinhilf, 0. Bezirk, Mariahilferstraße 80a, unb im Kongreßbnrean, 0. Bez., Tiirkenstraße 0. Wien. (E i n z e l b e r e i u „Z i o lt", 2. Bezirk.) Dienstag den 10. d. sprach im Lokale des Einzelvereines „Wien" des „Zion", 2. Bezirk, Ob. Donanstraße 17, Cafe Angartenbrncke, der Obmann des Vereines Herr Moritz Ehrlich in geistvoller Weise über „Megillah Esther". Der Referent erntete lebhaften Beifall. Nächsten Dienstag den 17. d. findet ein geselliger Vereinsabend mit Vortrag und Disknssion slait. Beginn 8 Uhr abends. Gäste herzlichst willkouimeil.

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