Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 10 (6.3.1903)
- Date
- 1903-03-06
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt März 1903 Nr. 10 Seite? wird, je länger sie ihre eigene national-soziale Organisation aufschieben! Haben aber erst die galizischen Juden ihre eigene national-soziale Organisation, dann werden sie ans Grundlage ihres national-autonomistischen Programmes auch Verbündete, und zwar, in erster Linie unter den Ruthenen, finden. Die Ruthenen werden sich nämlich darüber klar werden müssen, daß sie das Bündnis mit den Juden im Kampfe gegen allpolnische Unlerdrückungstendenzen und gegen die Bestrebungen auf Sonderstellung Galiziens nicht entbehren können. In Przemyslany hat sich dieses Bündnis bereits erprobt und bei den dortigen Bezirkswahlen ist die jüdisch-ruthenische Kandidatenliste durc'agedrungen. Die nationalen Juden sind für ein dauerndes Bündnis mit den Ruthenen auf Basis des gleichen Rechtes aller drei das Land bewohnenden Volksstümme. Die zwölfte Provepredigt. Mit Dr. Davi d, Unterrabbiner in Diisseldors, ist das Dutzend der Probepredigten glücklich komplett geworden. Zwölf Stämme Israels haben „die Stäbe ihrer Beredsamkeit", utu eine Redewendung ans einer Exhorte zu gebmuchen, vor den alünächtigen Vorstand hingelegt und harren nun beklommenen Herzens der Wundercrscheinnng, wessen Stab wohl erblühen werde. Mit Dr. David ist die Serie der Probepredigten wohl beendok, aber wir müssen uns noch auf einige „Gastpredigten" gefaßt Machen. Ehe wir nun unsere Betrachtungen über die leidige Rabbinersrage mit einem Resümee abschließen, müssen wir uns noch mit der Redeleiistung Davids eingehend befassen. Wir bemerken nur noch, das; die Besprechung der Vrobepredigten der Herren Rabbiner Dr. L e v i n aus Malaczka, Dr. P r o sz n i tz aus M.-Aufsee und Dr. Rosen m a n n ans Floridsdorf wegen der seinerzeitigen Erkrankung unseres Fachreferenten unterblieb. * Dr. David ging folgender Ruf Voralls: 1. er sei ein guter Redner, 2. er sei zu fromm für Düsseldorf und 3. er hasse die nationale Bewegung im Judentum. Dr. David hat aber diese Gerüchte bis auf den letzten Punkt Lügen gestraft. Als Redner hat er mit Demosthenes nur dessen organischen Sprachfehler gemein. seine Frömmigkeit bekundete er bloß dadurch, daß er seinen Talis nicht so schmal zusammenfaltete, als die übrigen Pvoberedner, und Ums seinen Haß gegen die Nationaljuden betrifft, darill hat Dr. David allerdings auch die kühnsten Erwartungen unseres Vorstandes übertroffen. Mit einer unverantwortlichen Kühnheit wagt es dieser Herr, der seit vielen Jahren in Düsseldorf wirkt und seit ungefähr fünfzehn Jahren in feiner Gemeinde mit solchem Erfolge gegen die Einführung einer Orgel gesprochen und geschrieben hat, daß sie ihm zum Trohe die Orgel in ihrer Synagoge tatsächlich einführten, dieser Herr wagt cs hier, im Emporium der jüdischrmtionalen Bewegung, bei der Exhorte in das Herz der Jugend das tötende Gift der Assimilation zu flößen! Hands osf, Herr Dr. David, vor diesem Heiligtum! Hingebungsvolle Arbeit vieler Jahre, aufopfernde Tätigkeit nis hinterlassen, ein politisches Axiom aufgestellt, das sich bis heute stets bewahrheitet hat und für ewige Zeiten Wahrheit bleiben wird. Nicht Haß und Unversöhnlichkeit, sondern ein mit prophetischem Blicke erfaßtes, für alle Zeit verkündetes Naturgesetz svrich aus diesem Gebote. Israel war auf seinen Wanderungen mancher Unbill ausgesetzt.. Der Werdegang dieser damals noch zügellosen, im Glauben an eine Selbständigkeit noch nicht erstarkten Horde ward durch äußere und innere Feiüde erschvert; nur langsam und schrittweise ging die innere Entwicklung dieses Volkes vor sich. Schwachmütige im eigenen Lager machten auch die anderen wankend und da kam Amalek, das durch diese Entwicklung Israels nicht berührt wurde, wie ein Verhängnis und stellte sich dieser natürlichen Entwicklung hindernd in den Weg, indem es das Volk überfiel. Das war das große Verbrechen Amaleks, und zwar nicht nur gegen Israel, sondem gegen das Völkerrecht, das wohl nicht uiedergeschrieben war, aber im Rechtsgefühle des großen Führers vorhanden war. Ein Volk, das die natürliche Entwicklung eines anderen Volkes hindert, vergeht sich gegen das Naturgesch und muß früher oder später von der Oberfläche verschwinden, es wird „ausgerottet" von der Erde. Das ist die große unerschütterliche Wahrheit, die aus der Amalek-Lehre hervorgeht. Die Unterdrückung eines ganzen Volkes, das keinem anderen hindernd im Wege steht, rächt sich von selbst. Die Weltgeschichte, dieses große Weltgericht, bietet uns hiefür unzählige Beispiele. Das Recht der freien Entwicklung einer jeden lebensfähigen Volksindividualität kann nicht ungestraft gekürzt werden. Und es scheint mir, als liege dieser Gedanke auch dem Ausrufe Rabbi Berachiahs zugrunde. Nicht wir sind dazu berufen, das Verbrechen Amaleks zu bestrafen und stets im Gedächtnisse zu behalten. Es ist die Vorsehung, der Richter aller Völker, oder nennen loir es das Naturgesch, das als Rächer auftriit. Aber nur ein selbstbelvußtes, lebensfrisches, entwicklungsfähiges Volk hat Anspruch darauf, geschont zu worden. Nur so lange das Judentum sich als Volk mit allen Rechten und Pflichten eines Volkes betrachtet und auch weiter entwickelt, darf es sich auf die Amalek-Lehre berufen. Für die anderen hat sie keine ethische Bedeutung und diese haben sie auch bereits aus ihrem Gedächtnisse ausgemerzt. der besten unseres Volkes, wahre, ans Prophetische grenzende Begeisterung der Edelsten unseres Stammes haben unsere Jugend den: Judentum zurückerobert und Sie haben nicht das Recht, so verlvegen töricht und unklug zu sein, „lichbansch es hamalkoh itti babajis", in unserem eigenen Hause, int Zentrum einer weltumfassenden Bewegung eilt Attentat auf das Gemüt und Herz unserer Jugend zll verüben! * „Und wer ist dieser, böse Mann, der solches int Schilde führt?" müssen. Ivir uns mit dein Verfasser der Megillah fragen. Dr. David, der jetztl in Frömmigkeit reist, gehört zu jeneit Rittern voit der trattrigeit Gestalt, die sich iit Deutschland „Prvtestrabbiner." nennen. Sie protestieren gegeit die ttatürliche Eittwickltntg des Judentums, sie stentntcit sich gegen den unaufhaltsamen Fortschritt der jüdischllationalen Bewegung, um früher oder später von ihr hin- Iveggesegt zu werden. Das Steckenpferd Dr. Davids ist die religiöse freie Liebe, jems heuchlerische, gleißnerisch'e Schlagwort der Assimilation, welche vor lauter Liebe imb Duldung für „Andersgläubige" nicht die geringste Liebe für ihre eigenen Stammesbrüder übrig hat. Zll ivelcheit Schlußfolgeruligen solche Anschauungen führen, beweist die riesig anwachsende Zahl der Abfälle; Dr. David ist Assimiialtt ans Ueberzeuglmg, aus Fanatismus lind so ist es kein Wunder, iuemt er in seinen Predigten und Vorträgcir ztl Schlüssen gelangt, welche sich mitunter mit denjenigen der Missionsprediger berühren. So hielt Herr Dr. David vor ungefähr einem Jahre einen Vortrag über die „Poesie der Psalmen". Jil der Besprechung dieses Vortrages in „Dr. Adolf Brülls populär-wifseltschaftlichen Monatsblättern zur Belehrung über das Judentllnt für Gebildete aller Konfessioiten", Frankfurt a. M., 22. Jahrgang, Heft 1, Seite 17, heißt es nun: Zum Schlüsse führte der Redner noch Psalm 128, der das Ideal eines fronnncn Erdenglücks darstelle, zwei nationale Psalmen 137 und 120 und endlich Psalm 98 als einen Uoti den herrlichen Jnbelpsalmen an, in welchem das kommende Gottesr e i ch, die vollkommene und glückselige Zukunft der in Liebe und Frieden geeinten Menschheit 'n freudiger Zuversicht besungen wird. Von diesem Hochziel des Menschengeschlechtes, so ungefähr war der wesentliche Gedankengang, mit welchem der Redner seinen Bortrag schloß, sind wir zwar noch West enternt. Die eine Tatsache jedoch, das; das Gesangbuch Israels das Gesangbuch der ganzen Christenheit geworden ist, daß also die Bekenner des A. T. imb des N. T. aus demselben Buche, mit den gleichen Gedanken, mit den gleichen Empfindungen, zu ihrem Gott beten, also in den Weihestunden ihres Lebens im Glück wie in der Not zur Andacht sich erheben, diese eine Tatsache sei der überzeugendste Beweis, daß in ihrer sittlichen Lebens- und Weltanschauung leine gar so weite Kluft vorhanden sein könne, wie vielfach in gehässiger Absicht behauptet tvcrde, das; vielmehr zwischen denselben, wenigstens unter den wahrhaft Frommen und Redlichen, eine liefe, bis in die verborgen st e n Herzensgründe gehende Gemeinschaft b e st e h e, eine Gemeinschaft, die eine breite Grundlage für ein friedliches, von gegenseitiger Liebe und Duldung getragenes und auf die allgemeine Wohlfahrt gerichtetes Zusammenwirken darbiete. Das Iväre also der Ton, in welchem Herr Do. Dllvid uns nnd unsere Jugend erbauen will, falls er gegen den Willen des Volkes Rabbiner von Wien werden sollte. * Die Probepredigten sind zu Ende. Die zwei Teinpel, die Schauplätze der bedauerlichen Komödie werden nun wieder ihr friedliches, stilles Anssehen von früher zurückerlangen. Die Tempel werden wieder leer bleiben, dejsto Ein 7000 Jahre alter Fund. Die Ausgrabungen in Babylon. Dem Interesse, das sich jetzt allgemein für das Thema „Bibel und Babel" zeigt, sehr gelegen sprach vor kurzem Professor V. Hilprecht in der Berliner Anthropologischen Gesellschaft über altbabylonische Kultur, namentlich über die von ihm gemachten Ausgrabungen in dem großen Bel-Tempel von Nippur. Der Vortrag begann mit einer Schilderung des gegenlvärtigen wüsten Zustandes der alten Länder Sumer nnd Akkad, wie sie in dere Sprache der alten Reiche geheißen hätten. Dieselben, das heutige Dschesireh der Eingeborenen, seien jetzt mir Oede und Zerstörung. Die einstige Fruchtbarkeit Babyloniens sei unter 3 bis 4 Fuß hoh.m Flugsand begraben, die herrlichen Kanäle, die einst das Land bewässerten, seien vertrocknet; was die Wüste übrig lasse, bedrohe der Sumpf; selbst Bagdad sei im Frühjahr nnd Sommer von ausgedehnten sumpfigen Lagunen umgeben. Nur Erdkastelle (Mephtnls) ragten aus der allgemeinen Berödnng hervor. Südöstlich von Babylon liegen die ausgedehnten Ruinenfelder von Nuffar (Nippur), die zu den größten des Lundes gehören. Sie bedecken etwa 75 Hektar Land; ein Kanal teilt sie mitten durch; es ist derselbe, der in der Bibel Keppa heißt, und an dem die exilierten Juden saßen. 80 bis 100 Fuß hoch ragten die Ruinenmassen hervor, die Hilprecht und die Amerikaner mit ihm bereits seit 1889 durchforschten. Diese Ruinen sind so riesenhaft, daß der Redner zu ihrer planmäßigm Durchforschung noch 60 bis 100 Jahre für nötig hält. Nippur ist eine der ältesten religiösen und politischen Zentralen des Landes; das Hanptobjekt der amerikanischen Forschungen war der große Teinpel des Bel mif dem Hochplateau im Südosten. Der Redner fand hier die Tempelbibliothek mit 23 000 Keilschriftplatten; ferner wurden außerdem 28 000 geschäftliche. Urkunden, 300 bis 400 Ziegelzylinder, über einen halben Zentner Goldschmuck, Grenzsteine und Vasen gefunden. Die Stadt Nippur bestand bereits ini vierten oder fünften Jahrtausend vor Christus. Die äußeren und inneren Schwierigkeiten, die die Expedition zu überwinden hatte, waren gewaltig. Die Sicherheitszustäude Babyloniens, die noch 1899 sehr bedenklich waren, haben sich jetzt gebessert. In den Ruinen selbst handelt cs sich darum, 12 Banschichten, die übereinander liegen, zu erforschen und zu beurteilen. Die ganze Stätte zerfällt in drei allgemeine Bauperioden, die nachbabylonische, die von bevölkerter, werden die Antichainbres der hoch mächtigen llultusvorsieher und Experten. Soll mm wirklich Ernst gemocht werden? Wir glauben's nicht! Aber in der Gemeinde der Unmöglichkeiten muß man auf alles gefaßt sein, nnd so wollen wir noch einntal unsere warnende Stimme erheben. Sowohl die Experten als der Kllltnsv instand stehen vor'der Erfüllung einer heiligen Pflicht. Sie sollen der Gemeinde einige Nabbiner geben. In der Tat aber steht die Sache so, daß sie von einer Kligne, die das Ansehen der Gemeinde rasch, und sicher untergräbt, einige Rabbiner in Empfang nehmen müssen für die Gemeinde, die diese Nabbiner nicht haben mag. Wir müssen hier, um nicht mißvetstanden zu werden, deutlich sprechen. Wenn jemand sich für einen anderen mit dem ganzen Gewichst' seines Einflusses und seiner Persönlichkeit, ja mit Zuhilfenahme anderer Einflüsse und Persönlichkeiten einsetzt, so tick er das nur in dent Bewußtsein, daß sein Schützling in demselben Geiste wirken werde, als er selbst. Nun denn, Dr. Güdelnamr tmtfj den Dr. F e u ch t w a it g haben unö Dr. Bloch den Dr. G r u it w a l d. Hand au'ss Herz! Ist das Volk oder auch nun ein nennenswerter Bruchteil des Volkes mit dem Geiste, iit welchem die zwei Protektoren das Judentllnt vertreten, einverstanden, oder will das Volk die Fortsetzung der Herrschaft! eines solchen Geistes? Dr. Fenchtwang ist bereits tn der vor zwei Jahren stattgesundenen Mißti;auensmännerversainiiillmg, wie ein geistreicher Experte sich ansdrückte, abgelehnt worden, weil er von Dr. Güdemailn der Genteinde ansoktmyicrk werdeit sollte. Aus demselben Grtinde tarnt er auch heute nicht akzeptiert werden. Dr. Grnnwald ist a priori unmöglich in einer Gemeind^ die vollständig int Banne des bekannten politischen Souffleurs steht. Die hiesige Gemeinde wird gegenwärtig von der Furcht vor Dr. Bloch und Dr. Güdentann regiert, es lnilß mm anders werden. Die Furcht vor diesen Herren muff der Achtung vor den: gerechten Wünschen des Volkes weichen, soll endlich etttmal Friede in diese zerklüftete Gemeinde Anziehen. Will aber der Vorstand diesen Wllnfchen des Volkes nicht gerecht werden, zieht er es eher vor, sich in gewohnter Weise über dieselben hinwegzufetzen und sich sogar so weit zu versteigen, den Herreit Grnnwald tnrd Fenchtwang auch noch deit Dr. David znzngesellen, dann, „mauchiach saufan al -tflhilloßan", dann hat der Vorstand mit! biefenr unangenehmen Schtußakkord her P'voibepredigten den Zweck des ganzen Beginnens verraten, dann war es der Vorstand, der die große, jüdische Volksmaffe heraus gefordert hat, dann muß aber der Vorstand auch die Konsequenzen einer solchen Kriegserklürmtg trageit. Kaust nicht dei Inden! Apart nicht bti Deutschen! Die erste Ueberschrist ist die Mutter der zweiten. Wer weiß, welche Eltkel noch uachkollmen werden. Bei deit Juden hat man angefangen, bei den Deutschen wird man noch lange nicht aushören. Wir wollen rms nicht auf beit fortzeugenden Fluch des Bösen berufen, sondern eine einfache Frage stellen. Wie ist es gekontmen, daß in dem hyperkonsewativen Oesterreich, welches trotzdem ein moderner Rechtsimd Wohlfahrtsstaat zu sein oder webden zu wollen behauptet, die angefllhrten direkten E i n g r i s s e i it d a s Privateigentum möglich geworden sind? Denn tatsächlich 300 p. Chr. bis 100 n. Chr. reicht, die semitisch-babylonische, die bis 4000 v. Chr. zurückceicht, und die älteste prähistorisch-snmerische, die von den ältesten Zeiten bis 4000 geht. In der nachbabylonischen Periode ist hauptsächlich von hellenistischen und parthischen Bauwerken zu reden. Die Parther verivandelten den Turm des Bel in eine gelvaltige Zitadelle, bauten auch eineu neuen Tenrpel in den alten hinein. Hier betonte der Redner den unveränderlichen Charakter der Baugesetze des Landes, wonach die Tempel im Grunde stets aus dieselbe Weise gebaut ivurdeu; so behielt der Tempelplatz von Nippur durch Jahrhunderte und Jahrtausende hindurch stets die gleiche Größe. Der Tempel des Bel, der in dem kolossalen Etagentunn gipfelte, war aber nicht für diesen Gott ausschließlich; 24 andere Gottheiten hatten hier noch ihre Kultstätten. Für uns von größtem Interesse sind die Einblicke in das geistige und in das geschäftliche Leben des Tempels, die uns besonders die Reste der Tempelbibliothek ermöglichen. Wir haben zum Beispiel eine Einkonimenstafel des Tempels, die von 1300 n. Chr. stammt. Der Tempel des Bel trieb die Geschäfte, wie nur ein modernes Bankhaus — altbabylonische Rothschilds und Bleichröders halfen ihm dabei. Wir haben ferner die „Lehrbücher" für den Unterricht in der Mathematik und Astronomie; auch gut erhaltene Kunstiverke, zum Beispiel die Statue eines Priesters von 2700 p. Chr. Die ganze frühe Knlturblüte wurde bedroht und zum Teil zerstört durch den Einfall der Elamiten, die etlva 2500 v. Chr. ans den östlichen Bergen einbrachen nnd besonders die Tempelbibliothek von Nippur arg verloüsteten.?lber noch heute finden wir täglich Ueberreste ans der ältesten Zeit, zum Beispiel den Bronzekopf einer Ziege, der von etwa 6000 v. Chr. stammt. Die ersten Anfänge der Kultur setzt Hilprecht sehr vorsichtig noch um etwa 1000 Jahre weiter zurück. Dieser große Etagentunn des Bel ist mit seinem Alter von über 4000 Jahren jedenfalls eines der merkwürdigsten Denkmäler; er ist die Darstellung einer kosmisch-religiösen Idee, das Symbol jener grandiosen Anschrrunng der alten Babylonier von einem Götterberg, der von den Tiefen der Erde bis in die Höhen des Himmels reiche. Am Schluß seiner Rede kam der Vortragende ganz kurz auf die Ausführungen des Professors Delitzsch zu sprechen; er äußerte, es sei ihm nicht lvahrscheinlich, das; Israel seine monotheistischen Anschauungen aus dem ungeheuren Leichenberg Babyloniens gezogen habe; er stehe darin nach vierzehnjähriger Forschungsarbeit auf anderem Boden als Delitzsch.