Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 6 (6.2.1903)
- Date
- 1903-02-06
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr, 6 Wien, Freitag Jüdisches Voiksbiatt 6. Februar 1903 Seile 5 Eigentümer? Oder ist der „Kredit Lyonnais" in Frankreich ein jüdisches Unternehmen? Sind die Großkanfhäuser „Von marche" und „Printemps" in Paris im Besitze von Juden? Die großen Bergwerke von Anzin nicht im Besitze des Nichtjnden Kasimir Pcrier? Nun, vielleicht finden >vir die Inden im Besitze der größten Landterritorien? Wenn tvir uns nur ans Oesterreich-Ungarn beschränken, so finden wir als die größten Herrschaftsbesitzer verzeichnet: den Erzherzog Friedrich, als Erben nach Erzherzog Albrecht, die Fürsten Schivarzenberg, das fürstliche Hans Lichtenstein, die Dornkapitel: Olmütz, Prag, Kalocsa, Diakovar, die fürstlichen Häuser der Trarittnransdorfs, Thurn-Tcixis, Auersperg, Fürstenberg, Kinsky, Lobkolvitz, Colloredo, der Esterhazy, der Karolyi, der Coburg, der Waldstein und eine ganze Reihe von gräflichen Häusern und Klöster» in Böhmen, Ungarn und in Niederösterreich; aber keine einzige jüdische Farrrilie, wenn man die Familien Rothschild und Königsivarter etiva ausnimmt. Ja, ivird marr nun sagen, die Juden haben aber desto mehr Besitz an Aktien und anderen Papieren. Vielleicht. Der Besitz dieser überdies den Betrag von 2—3 Millionen schwerlich übersteigenden Mobilarlverte gewährt aber noch lange nicht jenen Einfluß, den die obigen Großkapitalisten urariseher Abkunft oder jenen, den Kirchenfürsten und Vorsteher der Klöster innehaben, und ivelche da sagen: „Die tvir von Gott in dessen unendlicher Güte die Macht erhalten haberr, Kapital und Arbeit zu leiten." Auf tausend arische Millionäre tomrnt vielleicht einer, welcher der jüdischen Rasse angchörig ist. Man sieht also, in wie eitel Dunst und Rauch der angebliche Einfluß der Juden zerfließt, den man ihnen vindizieren tvill. Freilich die Antisemiten und deren Anhang wird man durch diese Nachlveisung nicht bekehren. Dies ist auch gar nicht unsere Absicht. Wir ivollen damit nur zeigen, tvie tvenig die Argumente berechtigt sind, mit welchen man gegen die Juden die Massen z» Hetzen sucht. Lese- und Nedehnlle jüdischer Hochschüler. Mittwoch den 28. Jänner d. I. hat Herr Dr. Bernhard Wach st ein seinen philosophischen. Kurs, den er in den Weipnachtsserien unterbrochen hatte, wieder ausgenommen. Bor einem überaus zahlreichen Auditorium trug Dr. Wach stein unter großer Spannung seiner Zuhörer 'über Berkeley vor. Er schilderte zunächst Berkeley, der durch sein System der spiritualistischen Philosophie berühmt ist, als einen fast in allen Fächern des menschlichen Wissens bewanderten Mann, dessen edler Charakter jedem, der ihn kannte, Verehrung einflößte. Seine philosophischen Ansichen, hob Dr. B. W a ch st e i n hervor, entwickelten sich teils im Gegensätze zu dem in seiner Zeit herrschenden Realismus und Materialismus, teils doch in Abhängigkeit von L a k o s Sensualismus und dem irr Konsequenz desselben, liegenden Phänomenalismus. Das Wirkliche, behauptete Berkeley, ist nur der Geist. Die Körperivelt ist nur ein Schein, der aus unseren Vorstellungen entspringt. Das Unwillkürliche dieses Scheines hat feinen Grund in ursprünglichen Vorstellungen, welche von dem Geiste aller Geister bewirkt sind. Durch die Art und Weise seines Vortrages, durch den gedankenreichen Witz, den er seinem Vorträge geschickt und verständnisinnig einzuflüchten wußte, gestaltete Dr. Wach st ein seinen Kurs zu einem anziehenden Mittelpunkte für unsere Mitglieder, die ihm darob innigen Dank wissen. Armenversorgung und Hennatsrecht. Nun ist wieder eine der vom Wiener Magistrat ausgedachten Auslegungen, des neuen Heimatsgesetzes, womit möglichst viele Anwärter von dem Rechte der Ersitzung ausgeschlossen bleiben sollen, gefallen. Vom. Magistrat wurden nämlich! zahlreiche Bewerber um das Heirnatsrechjt abgewiesen, weil die Eltern des Bewerbers eine Pfründe bezogen. In der Begründung dieser Entscheidung hieß es, daß die Söhne verpflichtet seien, ihre Eltern zu erhalten. Wenn also die Eltern eine Armennnterstützung beziehen, so gelte diese auch unmittelbar für die Kinder. Die Statthalterei hat diese Entscheidung bestätigt. Dagegen hat in einem Falle das Ministerium entschieden, daß diese Entscheidung dem Gesetze nicht entspricht, daß also niemandem das Heimatsrecht deshalb verweigert werden darf, weil seine Eltern Armennnterstützung oder eine Pfründe beziehen. Die Gemeinde Wien hat gegen diese Ministerialentscheidung die Beschwerde an den Verwaliüngsgerichtshof ergriffen, der demnächst darüber verhandeln wird. Zur Anerkennung der jüdischen Nationalität an der Hochschule. Auf Anregung des Arbeitsausschusses der Wiener zionistischen Studentenschaft veranstalteten auch die Brünner jüdisch-nationalen Techniker am 24. Jänner eine Versammlung mit der Tagesordnung: Die Anerkennung der jüdischen Nationaliät an der k. t technischen Hochschule. Durch das freundliche Entgegenkommen Seiner Magnifizenz des Herrn Rektors Ru pp, der in einer vorhergegangenen Unterredung mit unseren Vertretern diese Forderung der Jüdisch-Nationalen als vollkommen begründet erklärte, wurde die Abhaltung der Versammlung in einem Hörsaale der Technik ermöglicht. Lange vor Beginn, dieselbe war für 5 Uhr nachmittags angesetzt, fand sich bereits der größte Teil der jüdischen, als auch her deutschnationalen Hörerschaft ein, welch letztere in scharfer Weise gegen die Abhaltung einer jüdischen Versammlung an der deutschen Hochschule demonstrierte. Der inzwischen erschienene Rektor versuchte vergebens die Deutschnationalen zu beruhigen, indem er sie gleichzeitig auf die Inkonsequenz ihres Vorgehens aufmerksam machte. Bei der Eröffnung der Versammlung kam es zwischen den beiden Gruppen zu so heftigen Kontroversen, daß sich der Rektor veranlaßt sah, dieselbe aufzulösen. Hierbei erklärte er, dahin wirken zu wollen, daß von nun an keine Korporation, auch keine deutsche, die Bewilligung vom Professorenkollegium zur Abhaltung einer Versammlung an der Technik erhalten werde. Diejüdische Studentenschaftzoghierauf in geschlossenen Reihen in das Lokal des Vereines „Emunah", wo sie eingeladen wurde, an einer Besprechung der jüdischen Verbindung „Veritas" teilzunehmen. Nach dem Referate des stud. inp. A. Hofmanni Nanbmörderin wurde ZN sechs Jahren Zuchthaus (II) verurteilt, über die Frage der Anerkennung der jüdischen Rationalität - ver Auslosung der Geschworenen wurden die Juden, weil sie und nach einer lebhaften Diskussion wurde beschlossen,! '•suöcn iiiii», ^iifncfcjeiotefen. Der Staatsanwalt hat appelliert, dem Professorenkollegium ein von der jüdischuntionulen! Studentenschaft unterzeichnetes Memorandum in Fomn j der von der Wiener zionistischen Studentenschaft gefaßten? Professor Delitzsch dementiert. Herr Professor Friedrich De- Resolukion zu überreichen. ßlitzsch sendet der „Täglichen Rundschau" folgende Erklärung: „In Preran. Mit der Kopfzahl und Steuerkraft unserer Ge-! den Berichten über meinen Vortrag „Babel und Bibel, Fortsetzung" ineinde geht's — und das ist bei uns in Mähren eher Regel als Ausnahme — stark bergab. Nichtsdestoweniger glauben einige Valbattim, sich ans Kosten der Gemeinde einen Jux machen zu dürfen. Zwei jüdische Nordbahnbcamte, deren Namen eigentlich die Annagelung verdienten, haben sich als Demonstration gegen die zugenlessenc Knltussteuer — konfessionslos erklären lassen. Beinahe noch ulkiger ist aber eine zweite Gruppe, geführt von den'behauptet, daß der Monotheismus Israels aus Babylonien stamme. findet sich mehrfacb ein doppeltes Mißverständnis, welches richtig zu stellen meine Pflicht ist. 1. „Die Hand anfS HerzI Wir habet! außer der Gottesoffenbarung, die tvir ein jeder in uns, in unserem Genüssen tragen, eine persönliche, unmittelbare Gottesoffenbarung von Sinai, bis auf diesen Tag behcmdelt." So lauteten meine Worte: verdient, nicht: gebraucht! — 2. Nie und nirgends habe ich Herren k. k. Gerichtskanzlisten Robiczek, Reisenden Parkns und Kanfinann Körner, die plötzlich in ihren Busen das tschecho-staviseye; Herz entdeckt haben- In Böhmen drüben sind die vor einem Jahrs zehnt gegründeten, zur Anbiederung an die Wenzckssöhne bestimm-; ten „Kaper"-Vereine (nach dem Initiator Dr. Kaper genannt) j int Eingehen begriffen — das Beste, was sie angesichts ihrer Er-' folglosigkeit tun können —; in Preran jedoch ist am 28. Januar, 5(’>(>3 von obiger Trias als neueste Neuheit die „eesko-zidoska jednota", ein ausgesprochen politischer Kampfberein, geschaffen wor-j den. Die Sache ist umso toller, als die Preraucr Juden keines-! tvegs durch das in rnährischen Khilles sonst so beliebte Deutsch- \ vielmehr immer und immer wieder den krassen Polytheismus der Babylonier betont. Jene Namen, lote „Gott (El) sitzt im Regiment," „Wenn Gott nicht mein Gott iväre," „Gott ist Gott," „Jahn ist Gott" eignen den Abkömmlingen nordsemitischer Beduinen, voa denen sich ein Teil in Babylonien um 2500 v. Ehr. seßhaft machte, während der andere Teil, ans welchem nach einein Jahrtausend die Kinder Israels Herborgingen, sein Nomadenleben fortsetzte. Die in einem Vortrag der Anthropologischen Gesellschaft soeben beliebte Polemik, gipfelnd in den pathetischen Worten: „Und ans dem bankerotten Babel sollte sich Israel seine reine monotheistische Gottesidee geholt haben?" beruht hiernach ans einer irrigen Vorstellung und ist durch ,, , r ... r r und durch gegeiytandsloS. Dlcye ziverte Berlchtrgnng tit beionders tumeln Anlaß zur Gegengrundung gegeben haben, vrelmehr zahrnüer s . ,. . . , . r., r r orr n. m , O .. j bemerkenswert, denn gerade die fetzt von Delitzsch rn Abrede gestellte völlig neutral lind, za sogar bei den letzten Handclskammcrlvahlen > ihren tschechischen Mitbürgern zuliebe slavisch gestimmt haben. Es, verdient aber betont zu iverden, daß die Tschechen selbst jene Narretei mitverschuldet haben, denn sie, die in erst zu erobernden Positionen von den Juden bloß strikte Neutralität verlangen, * pressen in bereits t s ch e ch i s ch e n Orten, wie eben in Preran, die! Inden zur nationalen Gefolgschaft und verlangen vorZ ihnen gar die Einpeitschung der Juden in den noch deutschen Nach-' barorten zur tschechischen Fahne. Also Achtung vor deutscher Rohheit und vor tschechischer Tücke und Organisation auf jüdisch-völkischer Grundlage! Michael. Jüdischer Gesang- und Mnsikvereru in Prag Die ordentliche Generalversammlung für das Jahr 1003 fand am 25. Jänner l I. statt. Aus dein Rechenschaftsberichte des Ausschusses, der unter Leitung des Herrn Moritz L ö w y stand, war zu ersehen, daß dieser bestrebt war, den Verein in jeder Hinsicht zu heben. In künstlerischer Beziehung wurde alles, was in seinen .Kräften stand, geleistet. Die Aufführung des! Oratoriums „Zion" steht noch in frischer Erinnerung. Die Gej selligkeit unter den Mitgliedern wurde durch allmonatlich statti findende Unterhaltungsabende, die auch in der weiteren jüdischen j Gesellschaft viel Anklang fanden, gefördert. Der Verein wirkte bei dem Unterhaltungsabende des Jüdischen Frauenvereines, sowie bei der Makkabäerfeier mit. Der Rechenschaftsbericht des j Ausschusses, sowie der Kassabericht des Herrn F i s ch l wurde! genehmigt. Die Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: Obj Beyailptniig, der jüdische GottcSgedanke fei babylonischen Ursprungs, hat solches Aufsehen erregt. Professor Delitzsch hat sehr lange ■ zu dieser Berichtigung gebraucht — seit dem Januar vorigen Jahres.! Auch hat er in seinem letzten Vortrage deutsch gesagt, lote die zehn Gebote „zustande gekonnnen" seien, so daß dieses Dementi mehr ein W i d c v r!l f ist. Nach dieser Erklärung bleibt von den wich-! tigsten Behauptungen nichts übrig. Der Vortrag, auf den Proi fessor Delitzsch Bezug nimmt, ist der des Herrn Professor Hilprecht j ans Philadelphia. Er sprach dieser Tage in Leipzig im Verein für! Erdkunde über die von ihm seit 14 Jahren vorgenommenen Ausj gravnngen in Babylonien und auch in Berlin in der anthropoloj gischen Gesellschaft. Seine Ausführungen machten einen mächtigen! Eindruck. Vielen erschienen sie in gleichem Maße als eine wissenschaftliche wie als eine religiöse Tat. Im Gegensatz zu dem leichten Rationalismus der Delitz'scheu Vorträge, wirkte es geradezu ergreifend zu hören, wie der Mann, der wohl der erfolgreichste Ausgräber unter den Lebenden genannt werden darf, und der auch den deutschen Ausgrabungen die Wege gewiesen hat, sich rückhaltlos zu dem Glauben an die alttestamentlichen Weissagungen über Babel und sein Geschick, deren Erfüllung er in dem jetzigen Zustande des Landes sieht, bekannte, und wie er — im Gegensatz zu „vorschnellen Behauptungen populärer Vorträge" — unumwunden gerade den tiefergrcifenden Unterschied zwischen Babels Göttern und dem mann Herr MUDr. Grünfeld, I. Stellvertreter Herr | einen lebendigen Gotte, der sich Israel offenbarte, anerkannte. „In aus dem Boden Babygeholt habe," so etwa was aus einen baby- Professor Hilprecht hat j 21 Knlturschichten übereinander gefunden, darin ganze Bibliotheken und 63 000 Tontafeln usw. Professor Delitzsch hat die Ruinen und Ausgrabungsfelder Babyloniens vor einem Jahre zum erstentnale gesehen. Professor Hilprecht kennt sie seit 14 Jahren und steht im Begriff, seine fünfte Expedition im größten Stile dorthin zu unternehmen. Darum muß das Urteil Hilprechts doch Wohl schwerer wiegen, als das Delitzsch'. Professor Hilprecht schloß mit den Worten: „Diese ganze babylonische Nation ist schlafen gegangen mit dem Bekenntnis auf den sterbenden Lippen: Unsere Götter sind tot! Und ans diesem Leichenfeld voll Modergeruch und Ruinentrümmern sollte Israel sich seine reine monotheistische Gottesanschauung geholt, ans diesen Bankerott einer Götter- und Kulturwelt gewissermaßen einen faulen Wechsel gezogen haben?! „Höre Israel, der Ewige, Dein Gott, ist ein einziger Gott!" Und es heißt auch: „Es schläft und schlninmert ninuner der Hüter Israels." Auf Grund meiner vierzehnjährigen Arbeit auf den Ruinenfeldern Babylons gestehe ich eS hier an öffentlicher Stelle, daß ich mich zu einer radikal anderen Auffassung bekenne, tvie die vor einigen Tagen zum Ausdruck gebrachte." zu richten. Lemberg. Heuer geht es bei uns wohl etwas lebhafter zu. Unsere Sabbate werden au mehreren Orten zu Vorträgen benützt: in der „Toyubee-Halle", im „Zion" und im „Schorner Jisroel". Der „Schoiner Jisroel" beschäftigt sich mit Fragen organisatorischer Natur. So unterzog sich der Präses dieses Vereins, Herr Dr. Rüben Vierer, der schlvierigen Aufgabe, in einem Zyklus von Vorträgen die Schule in national-jüdischem Geiste der Diskussion zu unterziehen, worauf dann die Fragen der Arbeit und der Humanität an die Reihe kamen. In vier Vortrügen wurde die national-jüdische Schule eingehend besprochen und wurde für die Lemberger jüdische Schule die Notwendigkeit festgestellt, die bestehenden Kindergärten als Vorbereitungskurse für das hebräische Lesen und den Anschauungsunterricht für beide Geschlechter, die vierklassigen Volksschulen in achtklassige, Bürgerschulen, umzugestalteu, in welchen die hebräische Sprache in Wort und Schrift zum Vortrage komme, ebenso die Religion und die Bibel. Der Lehrplan sei für beide Geschlechter der gleiche. — Am verflossenen Samstag wurde die Arbeit" in national besprochen. Beide Vorträge fanden -in sehr dm»; ^tha. der Prinzessin Feodora von Schleswig-Holstein, der bares ArMommn und werden fortgescht weüw,,. - Der; MWNer v. AetÄ. Stiidt. Freiherr v. Rheindaben, Möller Cha wch lanaar berat über Erwcrtcrnng senicr . Botho Eulen bürg, des Obcrpräsidcnten v. Beth- - oynbce-Halle hat sich die , „„„u,-Hollweg. zahlreicher Professoren, an deren Spitze der ahlreicher Mitglieder der und dev Geistlich-! Prof. Hilprecht contra Prof. Delitzsch. Professor; Hilprecht hat aus Einladung des Oberhofpredigers Dr. Verein hebräischen Kurse. — Die löbliche Aufgabe gestellt, jeden Sonntag jüdischen Kindern j Rektor Professor Gierke erschien zablrei l'r?nrkmif!id’iiärc -?.im WKriH^eschchlfk. ^ihiLfÄs ,I,Z Bist-»,zmchtot | fc,j( fcjIKn „rnlich in dcr Singakadcmio M'haltcnon Vortrng J 5.l11 V 1K lvfr rm! »! Wer „B aber u n d B i de l" wiederholt'. Der Titel Erwähnen wollen wir noch die aicherordentlichc Karnevals- „„«wn* farr* luftigkeit unserer n o ch jüdis ch e n Da rn e n u n d H e r r e n. — Der Verein „S ch o rn e v II fr o c l" hat sich an Hevm Abg. Breiter mit dem Ersuchen gesvendet^ er möge bei der Beratung der Sonntagsruhe für die Gleichberechtigung der Sabbatrnhe der jüdischen Kauflen te eintreten. Aus dem „liberalen" Ungarn. Im Sommer des vorigen Jahres ermordete die junge Tischlersgattin Frau Petro in Budapest den jüdischen Juwelier Erdet, der, um eine Rate einzulassiereu, ztk ihr in die Wohmlng kam. Sie verübte den Raubmord in entsetzlicher Weise. Sie erdroffelte den armen, schwächlichen Greis, dem sie dann die Juivelen und das Geld raubte; sie zerstückelte den Leichnam und beförderte die Körperteile in der Menddämmerung in eine abseits gelegene Gasse. Die Schreckenstat wurde entdeckt und da§ Scheusal gelangte am 12. v. M. vor die Geschworenen. Die i des Vortrages ist in dieser Mitteilung natürlich falsch angegeben; es kann sich nur um den Vortrag handeln, den Professor Hilprecht in der Anthropologischen Gesellschaft über babylonische Ausgrabungen gehalten hat, und gegen den, ivie erinnerlich, Professor Delitzsch und einige andere Gelehrte eine Erklärung veröffentlicht haben. Daß im übrigen die Wiederholung des Hilprecht'schen BsArages eine Spitze gegen Professor Delitzsch bedeutet, liegt klar auf dar Hand; daß sich ein Teil der Hofgesellschaft daran beteiligt hat, ist besonders pikant. Die neue Dreyfns-Affare. Gerault-Richjard in der „Petite Nepubliqne" und Pressensee in der „Aurove" erklären heute im Anschluß an Janres jüngste Ankündigung in Vierzon: Tatsächlich stehe eine Wiedereröffnung der Dreyfus-Kampagne bevor. Beide entwickeln dabei den gleichen Gebankeirgang, sie führen ans: Die Dreyfus-