Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 5 (30.1.1903)
- Date
- 1903-01-30
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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iNr. 5 Wien, Freitag .Jüdisches Volksblatt 20. .föuner 190 Seite 8 gütig sei. sJcid)tvDc[toUH'itit]ci: macht joDc neue Ciifd>eiiiuiu'i diese ^tfiqiic nervös, denn inan kann nicht missen, der eine oder der andere könnte doch „einschlageii" und der mühsam konstruierte Ring kann in die Brüche gehen. Der Kttstns- Vorstand ist über sich selbst ärgerlich, denn der (Seist, den er selbst gerufen, kanr nicht, denn weis da kam, lies; von Geist nichts seheir, hingegen hat er den (üeist der Unzufriedenheit unter dem Volke heranfbeschlvoren, den er nicht bannen vermag, dm liebsten hätte wohl der Vorstand nach der sechsten Probegredigt, nachdem die zwei Beldeir des Schewstückes ihre gros;e drie gesungen hakten, den Vorhang fallen lassen und das Publikum wegen Unpästiehkeik des Vorgehens des Regisseurs und d'eS .Kulissenschiebers nach Danse geschickt; aber das Volk pocht auf sein! .'liecht; es hat die Eiutrstlsgebühr in Fonn von dti'ekten und indirekten Stenern befahlt und läs;t sich nicht nach Hanse schicken, und so schwebt denn der Vorstand zwischen Seplla mtd Eharpbdis, zwisckien der Angst! vor Dr. Josef Samuel Bloch und seinen Schildknappen und der Angst vor dem Grimme des Volkes, das aus seiner Reserve leicht heranStreten konnte, iaveant eonsnleS! Dr. dlfred Stern hat in der lebten Cirpertenversaurmlnng, die übrigens für vertraulich erklärt wurde, ein sehr gutes und geschicktes Wort gebraucht.. Sr sagte, die Probe- Predigten seien komparativ, und zwar nach oben vergleichend -gl beurteilen. Mit anderen Worten: rin jeder sage bloß, wer ihm am bestell gefallen habe und versehlveige, Iver ihm mißfallen hat. Von einem sehr geachteten Mtgliede des Wiener Rabbinats, das alle Probepredigten im Leopoldstädter Tempel angehört hat, Ivird ein nach der sechsten Probepredigt .pun. besten gegebenes Bonmot kolportiert, ditf die Frage, lueu ihm von den Predigern am besteil gefalleir habe, sagte er: „Von allen, die ich bisher gehört habe, hat! mir der Oberkantor bjiiHmnitii am besten gefallen." Mst! diesem Worte köntcke die Stiimnnng, die bei> der Srperten-Versaimlllnng gehevrscht hat, am bestell charakterisiert Iverdeir, ohne gegen die Bertrantirhbeit der Sitzung zu verstoßen. Mail hatte so das (Befühl, das; der Mann, der den Anforderungen aller entsprechen würde, iloch nicht! gesprocheil hat. Vergebens bemühten, sieh die Getreuen BlochS, für Grmtlvald Stimimmg ,;u macheil. Sie erweckten, lebhaften Widerspruch, nlld hätte der Vorsilzeirde die Silznrrg nicht vorzeitig geschlossen, die Gegensätze Mären heftig aneinaildergepraltt. Dr. Goldschmied ans Proßnitz ist ans der Schule David Kaufmanns hervorgegairgen. Dieser Umstand machte sich in deir Predigten Dr. Goldschmieds sehr vorteilhaft t bemerkbar. Während die Predigten der zwei letzten! Redner aus verschiedenen bereits gehaltenen Reden zusaimnengeftückelt waren- und den eiilheitlichen führeitden (Bedanken vermissen liehen., Mar die Predigt des Dr. Goldschmied gerade hinsichtlich deS Aufbaues und der Einhestlichkeit des GedailkenS.eine nmsterhafte Leistnilg. Dr. (Goldschmied führt, eine einfache, schlichte, aber verständliche lind durchaus mutige Sprache. Man weis;, waS dieser Rabbiner Ivill lind WaS er zu tun gedenkt, lveim das nnerlvartete eintveten sollte und er Rabbiner von Wien würde. Man mag über seine Tendenz streiten, aber. er. hat sich mannhaft, eines Rabbiners würdig, ausgesprochen. Während Dr. Grnnwalb und Fenchtwang nur Versprechungen für die Zukunft wachen, ohire die Garantie feiitef Bctfttßcit Wifjisfcitcu bleibt. sind für uns Aerzte die irimitcvini'teu Fälle: wir stehen rutlvs du und dürfen es dennoch nicht Bestehen. „Ich fürchtete . . . dnsr Sie nicht kommen würden," beginnt sie nach kurzer Pause. „Aber, aber, Alexandra Petrownn!" „Ich weis; jo," unterbrach sie mich, „ich weis? ja, waS damals uvraefallen ist, aber Sie Huben sich dadurch nicht abhalteu lassen . . . Ich habe mich in Ihnen nicht getäuscht und ich danke Ihnen dafür, Sie sind ein braver Mensch . . ." Ich verstand, offen gesagt, „och immer nichts und ich beschloß, die weiteren Aufklärungen geduldig nbzuwnrteu. „Sagen Sie mir, Doktor," fuhr sie nach einer kurzen Pause fort, „Sie sind jn Jude?" „Jawohl, ich bin Jude . . ." „Perzeit,en Sie die indiskrete Frage — sind Sie ein echter Jude, oder? . . ." sie stockte. „Ich bin ein echter Jude," erwiderte ich lächelnd. „Das dachte ich auch," sprach sie wie für sich. „Weshalb dachten Sie es?" fragte ich neugierig. „Sehen Sie, ein echter Jude ist sozusagen aus einem Guß . . . er ist nicht zersplittert . . - er fühlt sich freier . . . Alan kann es förmlich bemerken, das; er den Boden unter seinen Füßen fühlt . . . Nr hat es nicht notig, vor irgend jemandem zu heucheln, darüber nnchzudenken, welchen Eindruck er auf di e s e n oder jenen machen wird, wie seine Handlungen oder Worte anfgefastt werden . . . Ich würde vieles durum geben, um wenigstens eine Stunde vor den, Tode diese Ruhe . . . diese innere, seelische Ruhe . . . wieder zu erlangen . . ." „Sie? . . ." begann ich. „Jawohl," lächelte sie matt, „auch ich bin eine Jüdin, aber keine echte . . Sie hielt inne. Und jetzt erst wurde mir jenes nnfasrbnre, nnbestinlmte und dennoch gewissermasren Bekannte, das mir in dem Gesichte dieser Fran stets anfgefallen war, klar. Sie sah einer Jüdin nicht ähnlich nnd erinnerte eher an eine Grnsierin, aber in ihren Augen zuckte jener kaum merkliche charakteristische Funken, der in den Augen der Jüdin auflodert. (Schluß folgt.) dafür zu bieten, dos; diese Versprechungen mich in ollen Situationen eiiigeholien. werden, hak Dr. Goldschmied eigentlich ein Bekenntnis abgelegt, dos sich in jeder seiner öffentlichen und privaten Handlungen wiederspiegell. Hut; mich weiter bei der von Dr. dlfred Stern vorgeschlogenen komparativen .Beurteilung zu bleiben, erwähnen ivir noch, dos;, während Grmtlvald twd znnr Teile auch Fenchlwaitg olle möglichen Bühneitküiiste oMvendelen, n»r einen Effekt zu erhaschen, Dr. Goldschmieds Gesten und Tonfall diskret nnd der Effekt ein natürlicher wor. * du diesem Punkte gehört onch jener. Vorwurf, den wir die Anhänger Grnnwolds in den letzten Togen gemocht hoben. Ich hotte, behaupten sie, den Bravo-Ruf ivährend der Predigt Griiiiwalds nnterfehlogen nnd so meine Voreingenommenheit gegen ihn bekundet, dun. denn, eS fei' Wißt ihr, ivormn ich diese Episode unterdrückte.^ Weil ich mich dieses Bravo-Rufes in meinem Innersten schämte, nnd weil er bei jedem, vernünftig nnd ernst denkenden Inden genügt häkle, GrnMvold olS Kanzelredner zu Falle zu bringen. Der Bravo-Ruf kam ans der Richtung, wo der Vorstand feine Sitze, hol; hinter den Vorstehern ftond onch der ddwinistrotor der „Oestereichischen Wochenschrift". Der Bravo Rufer tonnte nicht eruiert werden. Aber von wem immer diese Beifallskundgebung auSgestosten ivnvde, ist ne ein' pspehologisch zu benrkeilendes ZengttiS dofür, dost die R'ede (BrmilvoldS keine Predigt war. Man must in die Seele des TempelbefncherS hinobsteigen, die Vorgänge do drinnen geiton beobachten, wenn mon die Bedeninng dieses Intermezzos richtig beurteilen tvill. Der moderne Tempelbefncher kowm.il in der Regel gonz indifferent, ohne Stimmung in den Tempel. Gesang und Predigt geben ihm erst die Stimmung. Ist die Predigt eine wahre, echte, vom Herzen kommende Predigt, dann dringt iie onch ins .Herz des Zuhörers. Die Straße mit ihrem AlltagStreibeit. die Politik mit ihren Umtrieben entschwinden seinen Sinnen; lontlos, nachdenklich, kurzum andächtig hängt er on den Lippen des Predigers; do kommt kein Brovo ortf seine Lippen. Ist ober die Predigt keine Predigt, sondern eine Agitationsrede, so wirkt sie ous die Sinne, auf doS Hirn des InhöverS nnd nickst auf sein Herz. Er vergisst, dos; er im Tempel ist, wird nnvrchig tmd seinem Munde entringt sich dos — „Brovo!" . . . Was l e h r t u n s L a s s a l l e? Dr. Leo Sofer wird am 4. Februar einen Vortrag unter obigem Titel im Festsanle des „Jüdischen Volksvereines", 2. Bez., Leopoldgasse 49, halten. Beginn halb 9 Uhr. Gäste willkommen. B o r t r a g des A b g. Breiter. Am 11. Februar wird Abg. Breiter im Festsnale des „Indischen Volksvereines" einen Vortrag halten unter dem Titel: „lieber die Judenfrage in Galizien". Klerikale und Ehnstlichsoziale. Die unnatürliche Grundloge, ous der doS gesamte österreichische Parteiwesen oufgebont ist, die DiSpavität dev Bestandteile der einzelnen Parteien zeigt sich bei jeder bedeutenden Zeit- und Streitfrage. Ganz besonders kann, uum den nur mühsam verborgenen Zlviespo.lt zlvischen dem. klerikalen nnd rossenontisemitlschen Flügel der Ehristlilchsoziolen immer wieder konstatieren, sobald irgend eine religiöse oder nationale Frage akut lvird. Do verweist dann immer der k l e r i - k a l e Flügel doronf, dost alle Erfolge der Christliichi- Soziolen ohne Ilisterstützling der Klerikalen u ir w ö g l i ch gewesen lvären, nnd dost eine d o. ucnibc Wirkung der christlichsoziolr.n Siege mir dann eintreten werde, wenn die G e s o m t p o r t e i ans dein Boden des p o s i t i v e n K o tholrzi s nt n s im klerikalen Sinne wirken werde. DoS radikalste Organ dieser Richtung, das „BolkSblott für Stadt und Land", bringt in diesem Sinne seit letzter Zeit, besonders feit.den lebten LondtogSwohlem wiederholt Artikel, in welchem insbesondere dos „Deutsche BolkSblott" sehr heftig angegriffen, lvkrd. Dos „Dencksche Volksblatt" lvird „ärger als die Indenpresse" bezeichnet, seine .Haltung sowohl in den diversen .Hofgeschichten, als onch in der Bibel-Bobel-Froge aufs schärfste gegeißelt. Auch das „Vaterland" kann sich wit dem. diesbezüglichen antireligiösen Antisemitiswus nicht befreunden nnd nimmt gegen dos „Deutsche Volksblotti" Stellung. Natürlich bleibt dos „Deutsche Volksbloti" die Antivort nickst schuldig undivirfk im: Sinne der All- und Ostdeutschen Inden nnd Klerikale in einen Topf. Natürlich legen wir dem ganzen Geplänkel der Klerikalen nnd Rosseimntisennlen keine besondere Bedenlnng bei. Aber der Konflikt zeigt wieder den inneren Wiberspnich! dieser gesamten „christlichen" Politik. Der Klerikolismns, iveleher mev die rossenoistißnsttische Belvegnng für seilte Zlvecke oilsnüizeit will, sieht, ivte die. Fundamente des Lhrifteittmns dn'rch die rossenotttisemitisckMelvegnng nntergrobeir werden, denn' der Rassenontiseiititisimls beginnt bei „Los von Indo" und endet bei „Los von Row". Freilich geberdeir sich die Rasseimntisemiten um Vergant als Poieittchrtsten mtd Pokeitt-Oeslerreicher; tatsochlich ober bleibt, wemt inan von dev 'christlichsoziesän Partei die Imtg-Klerikolett, sowie die sozial tntztlfrtedenen Elemente obzieht, nichts übrig, als eilt verschämter Dentschnotionolismtis. Tatsächlich sittd jo ottch Vergant, Kaiser, Wolf nnd Schönerer mir verschiedene Schattierungen des RafsenokMfemitisnms, sowie auch einnnd dieselben wehr oder nrinder chauviitistisch-notiottolen DentWüntler. Israelitische KnltuSgemeinde Wien. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Herr kais. Rat Heinrich Klinger, hat mrs GesiindheiisrUcksichten einen Urlaub bvn mehreren Wochen genommen »nd lvird denselben in: Süden verbringen. Die Leitung der Präsidialgeschäfte Hot für diese geit der erste Vizepräsident, Herr Dr. Alfred Stern, übernommen. Probepredigten im Leopoldstädter- und Stadttempel. Herr Nabbiner Dr. L. Lazarus ans Göding hält Freitag den :>0. Januar d. I. bei dem Abendgottesdienste, der nur N Uhr beginnt, inr Leopoldstädter Tempel, Dempelgasse, die Predigt nnd anr Samstag den d. Al. bei dem „in!'. Uhr nachmittags stattsindenden Ingendgottesdienfte inr Stadttempel, 1. Bez., Seilenstettengnsse, die Erhörte vor den Mittelschülern. A'äehsle Woche hält Herr Rabbiner Dr. M. Lelvin ans Malaezla im Leopoldstädter Tempel nnt Freitag den Februar d. I. beim Abendgvttesdienste, der um l> Uhr i~> Minntei! beginnt, die Predigt und am Samstag den 7. Februar d. I. im Stadttempel bei dem nur :'> Uhr nachnlittagS stnttfindendeil Gottesdienste für Mittelschüler die Exhorte. E ine bescheiden e A «frage an de u b g. D r. E k t e n b o g e ». Wir haben schon tauge das Vergnügen entbehrt, «ns mit Ihne» und Ihren» Organe, der „Arbeiter-Zeitnitg", z»r unterhalten. Wir fandei» aber in der Rnrnrner von» 25. ds. der „Arb.-Ftg." eine Stelle, nm deren Aufklärung wir Sie bitten. (LS heisck dort: „Abg. Veszi, ein Abgeordneter eines Brkdapester Bezirkes, »vie etwa der Wiener Leopold st n d 1." — Lieber Tr. (Lllenvogen, können Sie uns vielleicht erklären, weshalb die „A.-Z." so verächtlich vou der Leopoldstadt spricht? Sie vertreten diesen Bezirk in» Neichsrat und batten die besten Absichten, ihir auch in» Lairdtnge zu vertreten. Vielleicht fragen Sie also Ihre Freunde, was eigentlich die Leopoldstadt verbrochen hat. Oder sollte der Umstand, dnsr in der Leopoldstadt, wie in jenem Bndnpester Bezirke, viele Juden wohnen, den christlichen (?) Herren der „A.-Z." ein Don» in» Auge sein? Wir könne»» das nicht recht glauben, denn je mehr Juden in der Leopoldstadt wohnen, urnso mehr Anssichtei» haben Sie bei den nächsten Wahlen, zu batet »vir Jhneu im voraus gratulieren, durchzudriugeu; je »veniger jüdische Wähler, umso geringer sind ihre (Lhanceu. Das wissen Sie doch. Oder haben die Juden für den Dr. Lueger gestiuiutt? Um Aittwort wird gebeten! Ans der Wiener KnltnsgeNkeinde. Samstag den 24. Jänner 1908, abends, versammelteir sich die dienstfretcn Fniiktionäre dev Sektion für Friedhofsnnd Beerdigungs- Wesen, bei ivelcher Gelegenheit der neugelvählte Obmann Baurat Ritter von Goldschmidt sich in schwunghafter Rede von dein scheidendcit. Obmann dieser Sektiott, Herrn Banrckt Stiaßnp, verabschiedete. Er gedachte der mannigfachen Verdienste desselben, der. anfopferitden Tätigkeit des Obmamt-Stelkvevtreters, Herrn Arthur Edlen von Mises, nnd der Funktionäre, die er zu genauer Einhaltmtg ihrer schwierigen Pflichtett auffordert'e, mrd zetchnete prw grannnatisch in knrzett Umrissen die Ziele nnd Zwecke der Sektion. .Hierauf nahtn Baurat Stiaßnp Abschied von beit Funktionären, denen er für ihre Pflichttreue, Anhänglichkest! und Aufopfernng besten Dank sagte. Dann nahm kais. Rat Wilhelm Pollak als neugewählter Obmann- Stellvertreter das Wort, i ttdem er .Herrn Bau rat Stiaßnp zu der tbnt gewordenen Allerhöchsten Auszeichnung herzlichft gratulierte, ivoranf die Anwesenden ein begeistertes Hoch anstimrntcn. Redtter zeichnete in einigen Worten ein Programm für die Zukunft nnd wies darauf hin, daß in dieser Sektiott besonders vorsichtig nnd rücksichtsvoll gearbeM. werden müsse, da der Bemntenkörpev mit dem Pnbliknm im Moment des Leides -zu tun habe und in feinem Benehmen diesem Zustande der Entpfiitdlichkeit und Nervosität Rechnung tragen müsse. Er rechnet darauf, daß die bisher, vorgeka nun eiten Klagen nunmehr Vevstimstnen werden, an denen übrigens, wi'o er sich selbst überzetlgte, nicht immer die Funktionäre die . Schuld tragen. Er werde fein Ohr bereitwilligst etwaigen gerechteit Beschlveden der Altgestellten leihen, müsse iedoch aus streu gier Einhaltung der gu schaffenden Porschnsten bestehen lind mache im vorhinein aufmerksam, daß er keine Protektioit i’t'bcn werde. Er hofft, daß jeder seine Pflicht tun mtd zlvischen den Obmännern ttttd den Fttnkttonären der Sektiott' gutes Einvernehmen herrschen werde. Aus der Plennrsitmng des Porstnndes der Israelitischen Kultusgenteinde in Wien vom 2o. Jänner 1903, tinter Vorsitz des Präsidenten kais. Rat Klinger. Beginn der Sitzmtg halb 11 Uhr vorntittagS. Im Einlanfe werden bekanntgegeben: An Spenden: Von einein nngenanitt sein ivollenden Knltnsvorsteher zur Verteilung von Kohlen an Arine in besonders berüeksichtigungslvürdigen Fällen K'. 2000.— und für das israelitische Blindeninstitnt auf der Hohen Warte KZ 1000.—; von Herrn Max Ritter von Gntmanit fürSiipendien an die Schüler des Bibelnnd Talnmd-Kurses am Wiener Beth-ha-?Ridrasch K. 400.—; von Herrn Oberrabbiner Dr. Moriz Giidemann für die Miktvah K. 200.—; voi: Fantilie Engel de Janosi zur Verteilung an Arme K. 800.—; von G. K. als Beitrag zum Haushalte der Ktiltnsgemeinde für wohltätige Zivecke K. 20.—; zur Verköstigung armer israelitischer Schulkinder tu der Brigittenau: Sammelspenden durch Herr/n Dr. Alfred Berlger K. 128.—, und zivar: von Fran F. B. K. 0.—, von Frau Pauline Maitdeles K. 10.—, von Fran Julie .Kalmus K. 6.—, von der Tischgesellschaft Braun K. 6.—Sammlung A. K. K. 100.—; von Herrn H. Leinberger K. 20.—, vom israelitischen Frauenverein in Jägerndors K. 10.—, von Herrn Dr. M. Heller, Graz, K. 10.—, von Fran Jda Drucker K. 0.—, von AnonvmnS (Max mtd Paul) K'. 9.—> von Fran Louise Schlesinger hi Ratibvr Mark 5.—. —• In einem an den Präsidenten der Knltusgeineinde gerichteten Schreinen teilt Herr Vertreter kais. Rat Hirsch mit, daß er ans Anlaß der Genesung seines Sohnes Fritz von schwerer Krankheit beu Betrag von M. 10 000.— in vierperzentigen Prioritäten der böhmischen Westbahn mit Kupon vom 1. Juli 1903 zu dem Zivecke gelvidmet habe, das; die Erträgnisse dieses FondeS, ivelcher für iimnerivährende Zeiten den Namen Moriz und Negiite Hirsch-Stiftung zu führen haben lvird, dem Siechenhans-Erhaltungsfoitds zugeführt iverden. Der Inhalt der Zuschrift lvird mit dem AnSdrncke des ivärmsten Dankes zur Kenntnis genommen. Im Präsidialberichte erlvähnt der Vorsiizeiide, daß in letzter Zeit direkt und indirekt ntehrere Kandidaien für die zn besetzenden Rabbinersiekleit ihm ttanthaft gemacht ivnrden, das; jedoch das Vertreter-Kollegimn beschlossen hat, da die Absolviermng der Probepredigten jener Herreit, tvelche hierzu vom Vorstaitde seinerzeit berufe»! lvurdeu, noch zirka sechs bis acht Wochen dauern iverde, von iveiteren Einladungen derzeit Urngang zn nehtnen. Der Präsident gibt hierauf bekannt, das; er den ihnr namens der Erben nach Frau Fanni Apfel zur Verteilung anl Wiener israelitische Wohltätigkeitsanstalten und -Vereine nach seinem Ennessen zur Verfügung gestellten Betrag voit K. 2000.— in fol-