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Jüdisches Volksblatt · 1903-01-23 · 4 (23.1.1903) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
4 (23.1.1903)
Date
1903-01-23
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 4 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 23. Jänner 1903 Seite 3 wagst es," begann sogleich der Patriarch, nachdem ich von den Knebeln befreit wurde, „die Predigt eines jungen Gelehrten zu verspotten! Aus dieser Predigt sprach ein gewaltiger geistvoller Kopf!" „Heiliger Patriarch!" antwortete ich schüchtern. „Ich bemerkte den Kopf höchstens in der unangenehmen Kopfstimme, mit welcher er uns alle anschrie, als wollte er sagen, ihr müßt glauben, daß ich etwas kann. Aber schreien hilft nichts, Tatsachen beweisen, und diese blieb er uns bis heute schuldig." Da griff Nabba bar bar Chone in die Debatte: „Schone mir diesen unschuldigen jungen Mann! Sieh, wie abgeschunden und abgedroschen ich bin, der kleinste Wnnderbachnr läßt mich beiseite liegen und traut sich nicht, mich anzuführen, und er, er hat's zuwege gebracht." „Alter, zu Tode zitierter Mann," erwiderte ich, „er wußte eben nicht, wie abgedroschen du bist nnd auch ihn hast du zu einer unverzeihlichen Trivialität verleitet, er verglich dich mit Münchhausen." Nun kanr der Rabbi von Sadagora dran: „Grunwald ist heilig! Er hat bei der Muffafpredigt (Exhorte) den kleinen Schülern den Namen des Patriarchen Jakob kabbalistisch entziffert." „Das habe auch ich anerkannt, indem ich den Namen Grunwald kabbalistisch deutete: p-i x-noo::: *iu«'3n:» die Summe der Bnchstabenwerte Grnnwalds ist gleich der Summe der Buchstabenwerte des Wortes „leer". Wieder öffnete der heilige Rabbi den Mund, um zu sprechen, da plötzlich erzitterte der Himmel, denn ein Bath- Kol, eine Gottesstimme rief: „Laßt den Angeklagten frei, Grunwnld ist nicht der Mann Gottes! Ein Mann, der auf Seite 1!) seines Buches „Die Eigennamen des Alten Testamentes" niederzuschreiben wagt, daß mir, dem vierbuchstabigen Gotte dieselben Merkmale beigelcgt wurden, welche die Heiden ihrem Ol und Baal beilegten, der ans Seite 38 sich unterfängt, zu behaupten, daß die ersten Inden den Stammfetischismus auf den Jnhvismus übertrugen, ein solcher Mensch darf mein heiliges Wort nicht verkünden " zwei Exhorten bestärken uns von neuem in dieser Forderung. Dr. Organisationen näher bringen sowie auf die Mitglieder einen er- G r u n w a l d hält den jungen Leuten einen soharitischen Borj zieherischen und belehrenden Einfluß ausüben. Nachdem noch mehtrag über den Namen Jakob und Dr. Fenchtwang fordert sie auf, I ifvc interne Bcrcinzsangclegenheiten besprochen worden Marien, „den majestätischen Faltenwurf der hebräischen Sprache" zu be-1 schloß der Vorsitzende nach zlveistündigec Tauer die Versammlung, wundern und in ihn einzndringen. Um des Himmels willen, so ' «Zuschriften, sowohl bezüglich des Vereines als der zu schaffenden spricht man doch nicht zu Kindern, die einem nicht einmal ins Gesicht lachen dürfen! Das heißt ja Mißbrauch der Amtsgewalt! .# In: übrigen müssen wir der Wahrheit die Ehre geben! Wenn wir die Wahl zwischen Grunwald und Feuchtwang hätten, wir würden uns für letzteren entscheiden. Tr. Feuchtwang zeichnet sich zunächst durch ein echt jüdisches Herz aus. Er will das Gute. Seine Schwächen können abgelegt werden. Man rühmt ihm auch Verständnis für die Anforderungen des modernen Judentums nach. Wir bekämpfen ihn nicht prinzipiell, wir wünschen nur, daß er sich geradeaus deklariere und daß er sich begnüge, ein guter Feuchtwang zu werden und nicht die Anibition habe, ein schlechter Jellinek zu sein. Samstag ist Grunwald-Feier. Die Experten sind höflichst eingeladen zu erscheinen und z» schweigen. Mißbilligungsäußerungen sind verboten. Erscheinet in Massen, es handelt sich um euer einziges Recht: „Ja nnd Amen!" . , . Jüdischer Vvlksvcrein. Am 21. ds. hielt Herr ^Redakteur I. Krausz iit Anwesenheit eines zahlreicheil, beit jüdischen Gelehrtenkreisen angehörenden Publikums Ich erwachte. Möge doch die Wiener Kultusgemeinde auch erwachen/ einen Vortrag über Delihsch's „Babel und Bibel". Rach- * | dem Redner in der Einleitung darauf himvies, daß der Tr. Grunwald ist kein Redner, er hat keine eigenen Ge-! Kampf gegen das Judentum als nationaler Körper sodanken und seine Prinzipien sind unverlttßlich. Er konnte noch an-! wohl, wie als Religionsgemeinschaft, dem heutigen Zeitläßlich seines hiesigen Vortrages über „Goethe und die Bibel",! geiste entsprechend, mit angeblich wissenschaftlichen Waffen allerdings in einem andere« Milieu, die jüdischnationale Bewegung ' geführt werde, gab er eine kurze Darstellung der Geschichte mit dem Ausrufe apostrophieren: „Tie Freiheit wird weiter be- > dev Bibelkunde im allgemeinen und der keilinschfiftlichen stehen, trotz der Strömung, welche uns ins Ghetto zurückführe,l Jorschnng im speziellen. An der Hand S ch r a d e r s will", um heute wieder gerade vor dieser Bewegung einen Kaizen- ■ „Die Keilinschriften und das Alte Testament" wt'es dann buckel zu machen. Wir finden das auch ganz begreiflich: Die Offi-; Redner nach, daß dieErgebnisse derDelitzsch'schenForschung zicllen und ihren Anhang brauchte er nicht zu gewinnen, sie ken-! auch vom keilinschriftlichen Standpunkte nicht einwandfrei nen ihn ja schon, ihnen bürgt Dr. Bloch. Es galt nun, die Opposition, diese starrsinnige Opposition mit ihren nationalen Forderungen zu gewinnen, dieser mußte ein Knochen hingeworfen werden. Aber wir wissen den Wert solcher aufdringlicher Liebeswerbungen zu schätzen, Grunwald mag in seiner Hamburger Dannntorshnngoge dem Häuflein Juden vollkommen entsprechen, bis er nach Wien kommen soll, muß mit ihm eine gründliche Wandlung geschehen: Seine Stimme muß aus dem Kopfe in den Hals und in die Lunge wandern, um den hiesigen Verhältnissen auf die Dauer zu entsprechen, ferner muß ein reelles, gefestigtes Wissen und eine standhafte Ueberzeugung ihren Einzug in Kopf und Herz halten, dann, aber erst dann werden auch wir einer Einladung zu einer G r u n w a l d - F e i e r Folge leisten, früher nicht. Dr. F e u ch t w a n g ist einerseits der Schüler seines Vaters, der ein anerkannter Darschan war, andererseits ein Nachahmer unseres Jellinek. Tie Predigt, die bot, wollte eine Deraschah sein und sie wäre ihm als solche vielleicht auch gelungen, wenn er dem Lockruf nicht gefolgt wäre, auch ein Jellinek sein zu wollen. Ein kleiner, winziger Gedanke, wie ein verirrtes Fettauge auf einer Armensuppe, schwamm auf der Oberfläche einer lange ausgedehnten, unruhig, nervös vorgetragenen Predigt. Und dieser kleine Gedanke wurde von einem überschwenglichen Redeschwall getötet. Es ist das keine Blumensprache mehr! Das nichtssagendste Substantiv, von einer endlosen Kette von Adjektiven umrahmt, die keine logische Steigerung des Gedankens aufwcisen und das Nichts zu einem Garnichts machen. — Als ich diesen Redeschwall, diese gewaltsame und gewalttätige Phraseologie mitanhörtc, da fiel mir unwillkürlich jener Witzbold ein, der in einen« Restaurant, als ihm ei« nur mittelst Mikroskop sichtbares Stückchen Kotelett in einer ganzen Schüssel Brühe schwimmend serviert erhielt, ausrief: „Taut', de Brüh pour une Kotelett!" Dr. Feuchtwang spielt gerne den Romantiker in der Homilie. Es gab eine Zeit, wo man daran Gefallen fand, diese Geschmacksrichtung ist aber heute gottlob überwunden. Der Zuhörer glaubt heutzutage dem Prediger kaum etwas, wenn er es ihm in einfacher, verständlicher Sprache erzählt, geschweige denn, wenn er sich ins Halbdunkel der Phrase hüllt. Der unbefriedigte un'd unbefriedigende Hang Feuchtwangs zur poetischen Sprache verleitet ihn auch, Texte und Bilder aus der Poesie zu holen, die für die Predigt geradezu katastrophal werden können. Den poetischen Ausruf der in sinnlicher Liebe schmachtenden Sulamith: „Könnte ich dich doch für meinen Bruder gelten lassen . . . (denn dies ist der richtige Sinn des Textes) auf daß ich dich auf der Straße küffen könnte!" ist gewiß kein geeignetes Thema für eine Erbanungsrede. Und es war m der Tat peinlich anzuhören, wie sich der Redner von dem Texte zu dem Schlüße durchringen mußte, daß wir alle Brüder seien und daß, wenn der Eine leidet, wir uns zusammenfinden, unö liebend umschlingen und in einem Bruderkusie vereinigen. Dieses Bild ist doch zu gewagt! Ich gebe es gerne zu, daß die hungernden, verfolgten, abgehetzten Juden ans Rußland und Rumänien die Rothschilds, Günzbnrgs, Klingers, Guttmanns nsw. auf der Straße umarmen und ihnen znrnfen niöchten, um selbst poetisch zu werden: „Seid umschlungen, Millionen, diesen Kuß der ganzen Welt!" Aber sehen Sie nicht die abwehrende Geberde, mit der sich diese „Brüder" aus den Umarmungen ziehen! Wir sind schon zu anderer Zeit dafür eingetreten, daß der Rabbiner auch pädagogisch ansgebildet werden müsie. Die letzten Presse sind an den Obmann Herrn Samncl Strauß, Wien 18. Bez., Czermakgasse 10, zn richten.) Wien. Im Mädchen- und Fra neu-Vereine „Bikur Cha ul im" 1., Seitenstelteugasse Ar. 2, II. Stock im Schulsaale wird Samstag den 25. d. M., Herr Dr. Jonasz über „Erste Hilfeleistung bei Vergiftung und bei Verbrennung, bis zur Ankunft des Arztes" sprechen. Beginn präzise 3i/2 Uhr. Gäste sowohl Damen als Herren, willkomvien. Probepredigt. Herr Rabbiner Dr. L. G o l d s ch m i e d aus Proßnitz hält Freitag den 23. Jänner d. I. bei dem Abendgottesdienste, der um 5 Uhr beginnt, im Leopvldstädter- Tempel, Tempelgasse, die Predigt nnd am Samstag den 24. d. M. bei dem um 3 Uhr nachmittags stallfuiörnbeit Jugend-Gottesdienste im Stadttempcl, I., Seiteustetteiigiisse, die Exhorte vor den Mittelschülern. - Nächste Woche hält Herr Rabbiner Dr. L. Lazarus aus Gvding im Lerpcldsiädter Tempel am Freitag den 30. Jänner beim Abcnd-Goltesdienste, der um 5 Uhr beginnt die Predigt imb am Samstag den 31. Jänner im Stadt-Tempel bei dem um 3 Uhr nachmittags stattfindenden Gottesdienste für Mittelschüler die Exhorte. Englischer Kurs des Vereins „Thorns Ehesed" in Wien. Zugunsten des Humanitären Vereins „Thorns Chesed" evöffuet Herr Professor S. Hoffmnnn am 20. ds. lviederum einen Kurs der englischen Sprache für Herren. Tie glänzenden Erfolge der früheren Kurse sichern auch diesem neuen eine zahlreiche Beteiligung. Für einen minimalen Beitrag kann man sich hier binnen weniger Monate die englische Sprache in Schrift und Konversation m.eignen und hat dabei das Bewußtsein, mit seinem kleinen Beitrage einen eminent nnterstützungswürdigen Wohltätigkeitsverein gefördert zu haben. Der Kurs findet dreimal wöchentlich in den Abendstunden im Schullokale 2. Bez., Negerlegasse 2, statt. Anmeldungen sind zu richten an Herrn Leopold Rosenbaum, 2. Bez., Kl. Schiffgasse 3, welcher auch nähere Auskünfte erteilt. Wochenprogrnmm der Toynbee-.Halle in Wien. Sonntag 25. Jänner: Konzert. Montag 26.: Tr. Heinz Kohn: »Der Geist des modernen Strafgesetzes". Dienstag 27.: Diskussion üben „Schule und Haus". Mittwoch 28.: Leopold Seelenfried: „Die Verfälschung der Nahrungsmittel". 2. Donnerstag 29.: Dr. Sieg. Werner: „Ein Wohltäter der Adenschheit". Freitag 30.: G. M. Mehrer: Erklärung der Sidra. Samstag 31.: Konzert nnd Rezitation. Anmeldungen zu Vorträgen beliebe man zu richten an Herrn Dr. Siegmmid Werner, 1. Bez., Medener Hauptstraße 18. Prag. In Böhmen macht die Bewegung im Judentum bereis Fortschritte. Unser Ruf nach Vergatterung hat dort mächtigen Widerhall gefunden. Die LandesjndenschaftS-Repräsentan; für das Königreich Böhmen versendet soeben eine Auffordern.:g an alle Kultusgemeinden, es mögen diese das von der Repräsentanz an die Statthalterei vorgelegte Organisationsstatnt unterstützen./ Die betreffende Eingabe soll lauten: „Hochlöbliche k. k. Statthalterei! In Erwägung, daß das von der Repräsentanz der Landesjndenschaft des Königreiches Böhmen ad Nr. 230 899 a i 1902 vorgelegte Orgainsationsstatu5 der neu zu kreierenden Repräsentanz der Israeliten im Königreiche Böhmen (mit Ausschluß von Prag) keine Einschränkung der Autonomie der israel. Knltnsgemcinden in Böhmen involviert, und in weiterer Erwägung, daß der Inhalt des genannten Statutes dein längst gefühlten Bedürfnisse nnd Wunsche der auf dein Flachlande Böhmens befindlichen Israeliten, beziehentlich der israel. Kultusgemeinden vollkommen Rechnung trägt, bitteu wir ergebenst: Die hochlöbliche k. k. Statthalterei geruhe das von der Repräsentanz dev Landesjndenschaft des Königreiches Böhmen infolge des hohen Erlasses Sr. Exzellenz des Herrn t. t. Ministers für Kultus und' Unterricht vom 14. November 1901, GZ. 18 301, intimiert mittelst hohen Erlasses der hochlöblichen t. t. Statthalterei in Böhmen vom 9. März 1902, GZ. 230 899, vorgelegte Organisationsstatnt vollinhaltlich zu genehmigen." Einige Kullusgcnieinden erbitten von der Landesjndenschafts-Repräsentanz vorher einige Aufklärungen, die wir im Interesse der Sachlage für das Judentum in Böhmen auch veröffentlichen. Das Anstichen derselben lautet: „In Bezugnahme der gewünschten Eingabe an die f. f. Statthalterei durch die Kiiltusgemeiiiden erlauben wir uns die Bitte zu stellen, uns das OrganisationSstaiut (Abschrift) zur Einsicht senden zu wollen. Wir Härten unter einem die Bitte, uns gütigst aufklären Zit wollen, warum der- KutmSgemeinde Prag mit ihren vielen Hilfsquellen und- Unterstützungsvereinen eilte AuSnahinsslellung beivilligt werden soll. Tie Vermutung liegt nahe, daß eine solche AnSnahinsstellung auch präzise 5 Uhr nachmittags. Gäste willkommen. — Am 11. Jänner > pch größeren Knltnsgemeinden, >vie Pilsen, Reicheilberg nsw. ansind. Redner schließt milti den Worten: Das Grab der mosaischen Lehrer ist wohl schon oft gesucht, aber nie geflinden worden nnd wird auch nie gefunden werden. Än das mit großem Beifall anfgenonnnene Referat schloß sich eine Diskussion an, an welcher sich die Herren Dr. K a -- m i n k a, Dr. D. F t n k, Rektor F r^e d m a n n, B u i> b a u ui, Dr. Weiseng r ii n und D e i ch e s beteiligten. Sämtliche Redner ernteten für ihre interessanten Ausführungen großen Beifall. Zum Schluffe sprach noch Herr Dr. Carl Lifczi s, der unter lebhafter Zustimmung des bis spät nachts ansharrenden Publikums es rügend hervorhob, daß die Knltilsgemeinde an dieser für die jüdische Jugend und den Laien so hochwichtigen Fragen ruhig borübergehe, während Knltnsborsteher sich nicht scheuen, ihre Unterschrift aus einen Aufruf der deutsch-fortschrittlichen Partei zu sehen. Die Indische Volkspartei, großen, unerreichbaren! &on drn Offiziellen mit Vorliebe als Schädling des uns Dr. Feuchtwang Judentums hingestellt wird, müsse sich daher der jüdischen Angelegenheiten selbst annehmen nnd wird es auch in Zukunft unverdrossen tun. Der allgemeine Kranken-UnLerftirttrrng^Ncrekn „Menschenliebe" hält am 26. o. M iin<-hpnn-op« im Restaurant Wendlinger, IX., S''cgmst 7. 'Um? zweite ordentliche Generalversammlung ab. D-'m nu- "mUog-nden Jahresberichte entnehmen wir. daß der uu mcibrüen Sinne des Wortes wohltätige Verein b-'r-it« 270 ordentliche und 27 unterstützende Mitglieder zähl'. D r Brn-. nwarzt Herr Dr. Emanuel Deuts cd der sich im neunten Bezirke besonderer Beliebtheit erfreut, inlerneoi n ie bei 600 Erkrankungsfällen. Der Ver-ü». au den.u Suche ein umsichtiger und pflichteifriger Vorstand st.-ln. oerdient allen Juden bestens en pfoblen zn werden. Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter Wien- Sonntag den dS. findet im Kongreßbureau, 9. Bez., Türkensrrahe 9, ein Vereinsabend statt über das Thema: „D e r Z i o n i s in u s u u d 1 e i n e Z u k n n s t". Referent Herr Gold s ch l a g. Beginn las in diesem Vereine Herr Mar Eisler selbstverfaßte Novellen, welche sämtlich dem jüdischen Leben entnommen nnd in einer blumenreichen Sprache geschrieben ans die amvesenden Zuhörer einen nachhaltigen Eindruck herborbrachten. Herr Eisler lns n. a. das „alte Makkabäerlied", „Die Abschiedükneipe", solvie die bereits veröffentlichten Oiedichte: „Frühlingsfest" nnd „Legv Tnndi". Nach jedem einzelnen Vorträge kam es zn stürmischen BeifnllStnndgebtingen seitens der zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste. — Sonntag den 18. dsfand im K'ongreßbnrenu die vierte ordentliche Generalversammlung des Vereines jüdischer jugendlicher Arbeiter statt, ivelche überaus zahlreich besticht war. Nach Erstattiing des Necheiischaftöuub Kassaberichtes wurden die Wahlen in die Vereiiisleitiliig vorgenviitmen. Mit großer Majorität wurden gewählt: Als Obmann Samnel Sr ran ß (mm), Stellvertreter Julius K ö r p n e r, 1. Schriftführer Jakob G e l b r u ch (neu). streben werden. Andererseits ist wünschenswert zn erfahren, oll im Organisationsstatnr bezüglich der Wahlen in die Lnndesjndensckmstö-Repräsenranz deit kleinen Vis jetzr dein Verfall überlassenen KUlltnögemeinden eilt Wirkungskreis belassen wnirde. Eine Neuorganisation der Lnndesjndenschasts-Repräscntnnz ist geiviß empfehlenswert; es ist jedoch vor Einreichung des Gesuches auch wünschenswert, daß allen Killtusgenieindcii die Abschriften dieses Statutes Vorgelege iverden, nachdem es die Pfliclir eines jeden Kuliusvorstehers ist, über diese Maßiinhnien und deren Vorteile deck Kultiisgeiiieiiide-Ansschtiß anfznklär.'ii." I d ii o 3. Böbm.-Leipa. Bei der Konstilniernng des Vorstandes der israel. Kliltnsgeineinde iviirden iu den Vorhand gewählt die Herren: Dr. Isidor O e st e r r e i ch e r, Advokat; Alorin H a h n , Bezirks- Obertierarzt; Dr. Adolf Beer, Advokat; Jakob Wolf, Kaufmann; Siegiiiund St raus tri, Kaufmann; AlUDr. Narlmn 2. Schriftführer Philipp Haß (neu i, Kassier Joses L a u s e r, Alt s ch i, l; MllTr. Max A l l s ch n l; Eduard Schreiber, Bernhard 01 r ü ii h n t, Heinrich F r ä n k e l inen >, Crsatzinäiiiier: i Kaufniann; Isidor 01 ans, Privaüer: Moses 01 a » s , Kaufliiann; eBrnhard 01 r ii n h n t, Heinrich F r ä ii t e l (neii), Josef H o n i g tuen) niid Emil B ii r t e r t l e e, Kassarevisoren: Saniuel I n sl i ch t iiiid Wilhelm Quart ner. Der Obinailn Strauß hielt hierauf ein Referat über die Organisation der jugendlichen Arbeiter in Oesterreich nnd speziell in Wien, uiid regte u. a. die Gründung eines Reichsverbandes solvie Schaffung einer Fachpresse an. Letztere soll bereits ab 15. März unter dem Titel „Arbeitende Dr. Friedrich A l r s ch u l uiid Mar O ii b ,;stickersabritaiiten. Als Verlrniiensliiänner des verstärtlen Vorstandes wurden geivählr die Herren: JNDr. Karl A il st e r I > tz , Advokat; Max A d l e r, Käulfmann; AcllDr. Karl 01 r ii n d f e sr; Heinrich Oesterr e i ch e r , Leopold Alts ch u i, Josef P r i e st e v und Franz S t i a s ii v , Kaufmann; Jakob . a n s , Papierhändler; Daniel! pritzer, Glashäitdler; Ferdinand!anssig, Lederhändler^ jüdische Jugend" als MouatSschrist erscheiueil nnd die einzelneii Ernst Pick, Kaufmann; Edmund L i b o ch o w i tz , Eisenhäudle^

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