Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 3 (16.1.1903)
- Date
- 1903-01-16
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 16. Jänner 1903 Nr. 3 zn hören. Aber schönes Sprechen ist noch nicht schönes Handeln, nnd so sehen wir auch bei diesem Kirchensürstcn seine Taten und seine Worte kontrastieren. Seine Eminenz der Erzbischof scheint de jure gesprochen zu haben, de facto handelt er ans einem Gesichtspunkte, der nichts weniger als human ist. In seinem ausgedehnten Erzbistum werden die Inden förmlich ansgctriebcn, man verweigert ihnen Land zu verpachten, wo sie seit Menschengedenken ansässig sind. Obwohl heuer nordische Kälte herrscht, werden viele arme jüdische Familien delogiert und obdachlos gemacht. Es ist wirtlich herzzerreißend, zu sehen, wie diese armen Wesen jetzt rat- und hilflos dnstchcn, da in diesen Orten keine Lokale mehr für sie zu haben sind. So sägt man den galizischcn Juden allmählich die Acstc ab, woraus sie sitzen, und sie werden ins elendeste Proletariat gestosrcn. Todesfall. In Budapest verstarb am 3. d. M. der emerit. Oberrabbiner Dr. Josef K o n d o r im Alter von 72 Jahren. Der Verstorbene, der in den letzten Jahren als Religionsprofessor an Budapester Mittelschulen fungierte, war Verfasser lnehrerer jüdisch-philosophischer Lehrbücher und hat bei dein Kongreß im Jahre 1867 als Deputierter eine hervorragende Rolle gespielt. Aizsiand. Hannover. Eine sehr nachahmenswerte Aktion hat der hiesige Lcmdrabbiner Dr. G r o n e m a n n eingclcitet nnd mit Erfolg durchgcführt. Er bewirkte nämlich, das; den jüdischen Soldaten der hiesigen Garnison ans Wunsch jeder vierte Sonnabend zum Besuche des Gottesdienstes freigcgeben werde. Paris. M>. Ferdinand C r e m i c n x, geivesencr Abgeordneter, wurde vom Dep. G a c d in den Senat entsendet. Cremieux tvurde bereits vor einigen Jahren znm Mitgliede der Zentralkonskriptionskommission für Paris gewählt, welches Mandat er jedoch nicht annahm. Mit Cremienx sitzen jetzt vier Inden im Senat, nnd zwar die Herren M i l l a u d, R a y n a l und S t r a u s;. Baron H. Ginzburg. Im Laufe dieses Monats wird der in Petersburg wohnende Baron Ginzburg ein Doppeljubiläum feiern, und zwar seinen siebzigsten Geburtstag und sein vierzigjähriges Jubiläum als Präsident des „Vereins zur Aufklärung unter den russischen Juden". Wie verlautet soll aus diesem Anlasse ein jüdisches Lehrerseminar gegründet werden. Kiew. Am 4. Dezember v. I. überfiel die Polizei sämtliche Gasthöfe des Libctski-Biertels, in welchem zumeist Juden abzusteigen pflegen und verhaftete ungefähr 250 Juden, welche in Kiew kein Wohnrecht besitzen. Sie wurden in die RayonS abgeschoben, in welchen den Juden der Aufenthalt gestattet ist. Sofia. Die bulgarische Regierung hat das Ansuchen einer größeren Anzahl rumänischer Juden, sich in Bulgarien ansässig machen zu dürfen, abschlägig beschieden. Könitz. Der Kreisarzt von Könitz, Medizinalrat Dr. Gustav Müller, der während der Verhandlungen über die Ermordung des Gymnasiasten Winter viel genannt wurde, ist jetzt in den Ruhestand getreten. Ein jüdischer Schwestorordcn. Chikagoer Israeliten tragen sich mit dem Plane, now dem Muster der katholischen Nonnen eine jüdische ^chweiterichafc zu gründen. Dr. Adolf Danziaer macht den Aufruf im jüdischen „Chicago Jsraelite". Er fragt die jungen jüdischen Damen, zu was sie denn ihr Leben verwenden nutzer dem Siud'um der Mode, den Plaudereien, dem Lesen von Novellen, d>nn suche des Theater-, d-m Einfangen e'nes Mannes u"d d'n gejcllschcstlichen Vergnre>n7 „Wie viele von euch," fragt .Muten die Armen und pflegen die Kranken? Sie überwinden sich nicht bis aus diesen Puntn Sie weihen sich dem, der auf dem Heiratsnrarllc das Höchpe we.'ct. Die reichen Jüdinnen wero-m fach s/hämeu, dienende Engel zn werden." Dann fährt er forr. .Sebet vie Schwestern der kutl.vlischen Kirche! Sie arbeiten ofaie Furcht und ohne Lohn; sie pflegen die Kranken nnd Sterbenocn Gewiß seid ihr nicht schlimmer als sie. Mit Gottes Gnade könnt auch ihr tun, was sie tun, ohne Unterschied des Glaubens; aber wie tröstlich, wenn es kommt ans der liebenden Hand eures eigenen Glaubens! Jüdische barmherzige Schwestern! Das Herz überfließt bei dem Gedanken. Nicht Schwester Goldstein oder Isaaks, sondern Schwester Mirjam, Nachel, Deborah. Ihr allein könnt den jüdischen Glauben wieder beleben, tausend Prediger können nicht so viel tun. Bildet eine Schwesterschaft: werdet die Mütter eines Ordens, der sich überall ausbreiten soll, wo es Juden gibt. Gelobet Gehorsam der Menschheit, Gehorsam der Demut, der Keuschheit, der Heiligkeit. Gründet einen Orden, habet eine Priorin, traget ein Ordensklcid nnd habet eure ausschließliche Wohnung (ein Klosters. Es müssen noch unter euch heiligmäßige Seelen sein, welche den Eitelkeiten der Welt nicht leidenschaftlich anhängcn nnd dem Hohn der Welt trotzen können. Laßt sie sagen: Das wollen wir tun zur Ehre Gottes und zum Segen der Menschheit. Bildet euch aus in den einfachen Glaubens- Punkten, aber weder orthodox, noch konservativ, noch reformiert, sondern nur darin, barmherzig nnd demütig zu sein vor Gott und den Menschen." Eine jüdische Künstlerin. Aus Berlin ivird berichtet: Irene Tr i e s ch veranstaltete Sonntag abends eine Bibelborlesung im Vereine mit dem Rezitator Maeell Salzer. Sie erschien in einem weißen biblischen Gewände und glich selbst jener Tochter Jerusalems aus dem Hohen Liede, deren Liebesklage sie mit hinreißender Leidenschaft vortrug. Dann las sie das Buch Ruth mit einer solchen Wärme nd Innigkeit des Ausdruckes, daß die Zuhörer die schlichte und rührende Poesie dieser alttestamentarischen Dichtung tief empfanden. Mit dem Psalm 107. dem Jammerlied der gefangenen Juden, gab sie ihren biblischen Deklamationen einen ergreifenden Abschluß. Irene Triesch zfafae sich in dieser Vorlesung als große Künstlerin und der Erfolg war ein bedeutender. Protest gegen das Einwanderungsgesetz in Amerika. Der Deutsch-Amerikanische Nationalbund in Amerika hat folgenden Stufruf zmn Protest gegen Beschränkung der Einwanderung erlassen: „Es ist dem Vorstande" des Deutsch-Amerikanischen Nationalbundes nicht gelungen, die dem Kongreß vorliegende Einwanderungsvorlage' im Senats-Komitee zu statte zn bringen. Als letztes Mittel bleiben nur noch telegraphische Proteste an die Senatoren. In Ansehung der von der deutsch-amerikanischen Presssse bereits genügend beleuchteten Mängel nnd Ungerechtigkeiten der Vorlage, beseelt von dem Wunsche, besonders der Einwanderlmg aus germanischen Ländern keinerlei unnötige Schranken anferlegt zu sehen, und in der Ueberzeugung, daß die bestehenden Gesetzesbestimmungen zur Fernhaltung nicht wünschenswerter Einwanderung genügen, ergeht hiermit die Aufforderung an alle Zweige des Nationalbundes und an alle deutschen Vereine, die Senatoren ihrer Staaten sofort telegraphisch aufzufordern, n i d> t für die Vorlage zn stimmen. Dr. C. I. Hexamer, Präsident; Adolph Timm, Sekretär. Der. Vorstand des D.-A. Nationalbundes." trauen und nicht zu gkallbcn, daß die Naturalisierung eines Juden — ein für die Galerie,^d. h. für das dumme Ellropa, berechnetes, ungefährliches -Lpiel — die gerechte Ausführung gegen alle Juden garantiere. EinwandernngSgesetz. (O r i st.- K o n.) Ihre „Huuparischcu Briefe" erregen bei manchen zartbesaiteten^ Gemütern Anstoß; aber leider vergehen faittu ein oder zwei Wochen, >vo ne ne Tatsachen Ihrem Korrespondenten vollständig recht geben. Alan beachte inir die Debatte über das Eimvnndernngsgesetz. Die einzige ernste Opposition tvurde nur von der Volkspartei erhoben. Sonst wagte nur der Abg. Soma B i s o n t a i einen zalnueiMfarstoß, der nur durch seinen Schluß einen Halt erhielt. Abg. Soma Visvntai (Kossnth Partei! erklärt im Rainen seiner Partei, daß er die Vorlage im allgemeinen annehme, obtvohl er bezüglich der Details, besonders betreffs der Zuweisung der .Kontrolle der Fremden aus der Kompetenz der Gemeinden an die Staatspolizei; lmkjnge Bedenke mis fessionelle de Vorlage gehöre, da sie bloß schon be geschaffene Maßregeln kodifiziere nnd daß die Fremdenkontrolle eigentlich an den Grenzen des Landes : nnnmTYH'nf'i'ii nennt uns im Auslande nickt be durchgeführt werden müßte, und ztvar ebenso an der österreichischen fni 0u- UNgete YNgrur gegen MtMM Ul u muui uuji Grenze, wo die ungarische Souveränetät nicht gehörig zmn Anskannt geworden Uxil’C, hätte sich ult mit Hninamiap, llil drucke ’ keit Am. besten kann man über den Stand der Judenfrage in Rumänien urteilen, ivenn man die Erklärung hört, die der unabhängigste rumänische Angeordnete nracht, der von den meisten unserer Brüder als die einzige Hoffnung angesehen wird. Nachdem dieser Deputierte der Regierung wegen ihrer klugen, jndenfeindlichen Aufführung eine Rüge erteilt. stehende, im Vcrordinnigswege. selbst eine gute ist, daß luiu unter bcn jetzigen schweren Um 'd verschärfe. Redner meint. * soliden nicht mehr leben, können, ist ihm einerlei. Also, an den ©rnucit des Landes - . i-1. r- •. ..o „i.jr.i. r,.. Regierung durch Haltung Schuld trage. — Hierauf ergriff S z e l l dad Wort; ivir lassen seine Rede nach dem Auszüge, den die „N- Fr. Pr." ad nsurn delphini verbreitet, folgen. Aber ans dieser gezuckerten Limonade famt man ersehen, weß Geistes Kind er ist. Ministerpräsident v. Szcll ergreift das Wort, uni die Vorlage gegen die Mißdeutungen seitens der Volkspartei in Schutz zu nehmen. Er erklär!, daß hier allerdings zur Sänierinig der großen Uebelstäude energische Maßregeln getroffen werden, da Krebsschäden nicht durch eine gezuckerte Limonade geheilt werden können. Er gebe zu, daß bei der geplanten Maßregelung in erster Reihe die Einwanderung schädlicher (!) Elemente ans Galizien in Betracht komme, doch verirre sich die Volkspartei in die antisemitische Sphäre, wenn sie bei den der Maßregelung unterworfenen schädlichen Elementen das kon- ' fessionelle Motiv hervorhebe und ihrer Argumentation zugleich eine ' Spitze gegen das arbeitsame, patriotische und anständige Judentum gebe. Dieses sei ja selbst mit den Maßregeln der Vorlage einverstanden, da es von der Schädlichkeit jener Elemente überzeugt sei. (? ' Der Ministerpräsident geht sodann ans die Ausführungen der Vorredner über und erörtert gegenüber den von letzteren gemachten gen kannst! — D a s ist also das Uebel .... „Und das Rstiltat dieser unglücklichen Politik ist, das;, wein n wir a n ch die F r a ge l ö s e it w ollt t n, es it n mög - l i ch w>ä r e, b e n n a l s unabhängiges Land d ü r f e it w i r u n s n i ch t der fremde n I n t c r - v e ii t i o ii b e u g e n." Das ist der merkwürdige, verdammt logische Schluß des einzigen Rumänen, in dessen Gerechtigkeitsgefühl so viele Juden, ihre Hoffnung setzen, an dessen Worten sie in ihrer Verzweiflung mit Andacht hängen. Wie sollen mm die anderen Deputierten über die In den frage denken 3 * Interessant ist noch, wie einer unserer sogenannten m .. Y .. p, , ,. . m . . Fürsprecher, der konservative General Lahovary, stn : Senate uns m Schutz Um der a°°nerisÄ-n R-gi-. doch spielen hier Rücksichten auf Oesterreich keine Rolle. Was bic. rilNg noch etlvav Schlechtes gN sagen, erklärt er, Cx? 11XUX gU Einwanderung der rumänischen Inden betreffe, so seien bekanntwünschen, daß sie „weniger antisemilisch" wäre, d. h. eine lich eingehende Vereinbarungen und meritorische Verfügungen ge-' Zwiste Quantität Antisemitismus erlaubt er schon, aber troffen worden, damit sich der Durchzug derselben durch Ungarn, arm kehrt er seine Waffe sofort gegen die Juden. in fast hermetisch abgeschlossenen Abteilungen vollziehe. Tat sächlich sei ein kaum bemerkbarer Perzentsatz bei diesem Durchzugc in Ungarn verblieben- Bezüglich des angeblichen Kontrastes zwischen dem Vorgehen der rumänischen Negierung und den Beschlüssen des Berliner Kongresses bemerkt der Ministerpräsident, daß die Legislative Rumäniens die neue Verfassung sofort nach dem Berliner Diese haben den groß e n Fehl e r, sich i n R m m. ä n t i1 n „n i ch t mit F e l d a r b e f t z u befchä f- >k i g e n", während ihre Brüder „in Galizien und in Kongresse mit dessen Beschlüssen in Einklang gebracht und radikal ( Salome" die Erde bebauen. —- Wenn ich nicht wüßte, mit abgeändert habe (sic). Ob die eine oder die andere Verfügung. wem wir ZN tun haben, ivürde ich ans rufen: Sancta bei der Schaffung der Zustände, welche die Auswanderung rumärlii Si m p l i c i t ü s! Bei diesen naiven Leuten ist eine Frage «ÄS; s° «El Wozu . mk, ,mä den«-Igmttich interne Angelegenheit Rumäniens. Der Ministerpräsident cmp-. noch die Kopfe? Heil. Lahovary hat ja schon die Losung gesiehlt die Vorlage, welche dem allgemeinen Wunsche entspricht, zur funden: die Inden Iverden Erdarbeiter. Das lväre so ein- Annahme. (Lebhafter Beifall.) — Die Mache ist klar; in Form wch, aber diese verdammten, faulen Juden wollen sich nur einer Polemik gegen die Volkspartei erleichtert Szell sein luden-: r b>,>.schädtiaen In solcher Weise könnte freundliches Herz. Der Passus bezüglich Rumäniens ist eine JIM Hand!et tGchasN.gen . . . -o! 1 r. . u Meisterleistung mongolischer Verdehnngskinist; nach demselben man ja auch die soziale Frage losen; nur aver alle Rezept wird ja im Vaterlmidc gegen die Nationalitäten vorgcgan-; armen Teufel Rentiers Iverden möchten, stakt sich der aen. Nur einen Satz seiner Rede unterschreiben wir: Die Krebs- .Fabriksarbeit mit so großer Vorliebe zu: widmen! schaden, an denen Ungarn krankt, können nicht durch eine gezuckerte! wie klingt der Tadel Lahovarys schmerzhaft ironisch! Seit Jahren ist uns nicht erlaubt, auf dem Limonade geheilt werden. — Die Wiener liberale Presse schweigt tapfer weiter, sie hat Wichtigeres zu tun. Neues von der Adaniovie? Diese neueste Heldentat Szclls ist ein Beweis, daß heute unter dem Deckmantel des Liberalismus in Ungarn eine antisemitische Regierung ihr Unwesen treibt. Isaak Aschkcnasi. Am 19. Kislelv starb in Moskau der berühmte jüdische! Maler Isaak A s ch k e n a s i im Alter von 47 Jahren. Geboren in Drissa, einem kleinen Städtchen im. Witebsker Gonvemiement, verbrachte er seine ersten Lebensjahre im Kreise seiner Eltern, die ihn sehr fromm erzogen. Diese Erziehung hat auf hin dermaßen eingewirkt, daß er auch ans der Malerakademie in Petersburg niemals den Sabbat entwechte. Schon als .Knabe von 16 Jahren verriet er sein Talent znm Lande zn wohnen, und der Herr General, ein zweiter Serenissimns, fragt in vollenr Ernste, warum Win denn eigentlich keine Feldarbeiter sein wallen! ... Es wäre znm Lachen, wenn es nicht so bitter tkanrig wäre. Daß wir gemein anffielen. Schon in den Jahren 1874 und 1876 erhielt er je eine silberne Medaille, nnd im Jahre 1878 bekam er innerhalb zwei Monaten zlvei große Medaillen. Die kleine goldene Medaille wurde seinem^ Bilde „Araham verjagt Hagar nnd Jsmael"; das Jabr 1879 brachte ihm die große goldene Medaille nnd den Titel: „Maler erster Klasse". Später Nmrde Aschkenasi behufs weiterer Ausbildimg ans Staatskosten ins Ausland geschickt. In Rom vollendete er sein Bild: ..Moses weidet die Schafe Jethras in der WMe". Seine Bilder „Freitag-Abend" nnd ..Die Prüfung des Bräutigams" waren ans den Pariser Weltaiisstellnng im Jahre 1889 ausgestellt. Seine lebte und beste Arbeit ist „Koheleth", ans welches er die ineiste Feit verwendete. die Städte vorziehen" und „das Land fliehen", würde manchen zmn Glauben veranlassen, in den Städten gehe es uns sehr gut. Nun, Bukarest ist doch ge- Nnß eine Stadt; jedenfalls die größte ii; Rumänien. Kommt jetzt so ein Reporter vom. „Adevernl",^ der nichts r cv i r i orrn s v , OT : zu tun hat, als einen A u s f l n g i n d a s j ü d i s ch e Malm., Fm Scpittnbcr 1870 kam er in bicjvctcif.lnirnov ttnb r m „ , b f c x-1 r I zu machen und das Akademie, wo sein Fleis; und seine mimeiike Ben-bim« all- Uon it)ni (j)cfer)(iu. veröffentlichen. Bon dieser Enquete will ich hier einige Auszüge folgen lassen: a) „Warum Ivohiren Sie denn in.dieser Höhle ohne Luft und Lickst, mit dem Kinde?— „Was solleir Ivir machen.-? Wir möchte» es ja auch nicht." — „Und wieviel zahlen Sie?" --- „Fünf Francs monatlich, und das können ivif auch nicht zahlen." ~ „Und Sie haben gar kein Hand- Iverk?" — „O ja, ich bin Tischler, aber rs ist keine Arbeit zn finden. Wir sterben, vor Hunger." - - „Seit wann sind Sie arbeitslos?" . Seil langer. Zeit. Um 20 bis 30 Centimes zu verdienen, reinige ich den Schnee in den Höfen, säge ich Holz, ivenn ich finde. Und so leben ivir ivie Hunde! Die Frau rupft manchmal Federn, ivenn. man. ihr ein Brot bringt. Unterstützungen kann ich ilicht verlangen, denn die Leute sehen, ich bin ein kräftiger Mann .... O f t, m e i n H e r r, l e a e n iv i x u n s s ch l a f e n o d -c r iv i r t r i n k e iii W a s s e r, n IN n i ch t d e n H n nger z n f ü h l e n, n n d iv e ii n w i r d lese s K i n d n i eh t h ä t t e u, iv ü r d e n iv i r s ch o n l ä n g st u n s e r e m L e b e n ein End >e g e m a ch t h a b e n." b) Ein Schuster mit Frau und zwei Kindern,^ von denen eines in die Schule gehl. -— „Wieviel verdienen Sie?" .- „Manchmal 50—60 Centimes im Tage, manchmal 70, manchinal gar nichts. Es ist nicht mehr zn leben. Früher hatte ich einen Laden mif caleea (Straße) Moshilar .... Ich inöchte nach Ainerika fahren, oder anderswohill, aber ivvniit? Das A u s w a n d e r u n g sk o in i t e e s a g t, es k ö ir n e n i ch tjed eii schi cke n. So sind wir veriirteilt, Armut zn leiben1..." Ans Rnmkknieu. Naturalisicnmg eines Juden. — Erklärung des unabhängigsten Abgcordneteii. — Warnin wir feilte Feldarbeiter sind. — Eine Engnetc im jüdischen Viertel in Bukarest. lieber die Art der N at iira l i si er un g ein e s r ii m ä n i s ch m Jude n durch das rumänische Parlament und über die bei dieser Gelegenbeit van der Regiermig abgegebene Erklärung will ich bier nicht näher spreckjen. Die Tagesblätter babeii darüber Berichte enthalten imd ich halte rmsere Leser für genügend eingeweiht, mn der Schlaiiheit eines ruiiiänischen Ministers nicht znzil