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Jüdisches Volksblatt · 1903-01-16 · 3 (16.1.1903) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
3 (16.1.1903)
Date
1903-01-16
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 8 Wien, Freitag Jüdisches VoLksblatt 16. Jänner 1908 Seite (Teplih) spricht sodann bcu Dank anläßlich des vom Qbmanne über den verstorbenen Kultusvorsteher gehaltenen Nachruf ans und bedauert, das; mau die „Mitteilungen" erst jetzt zur Verteilung bringt, nachdem von einer Durchsicht derselben leine Rede sein kann, da man den Verhandlungen nicht folgen könnte. Der Geschäftsführer Herr Dr. Noseubainn erhält sodann zur Verlesung des Tätigkeitsberichtes das Wort. In demselben lommen alle vom Bunde anläßlich der Vorgänge in Polna und Nachod unternommenen Schritte zur Verlesung, rveiters berichtet er über die errclltcn llntersttihnugen, über die Verhandlungen mit den anderen Institutionen, mit denn Lehrervereine und den: Rabbinervervarwe und erstattet Bericht über die Schritte gegen die seitens der Journale gemachten Zugriffe. Weiters Ivurden seitens des Bundes 18 Gemeindeaugestellteu beim Anker 1 bei der Assecurazioni Generali versichert und trotzdem einzelne Gemeinden ihren Iahlnugsverpslichtnngcn nicht Nachkommen, wurden diese Versicherungen aufrecht erhallen. EkUcN großen Teigs der Agenden bilden die zahlreichen Ratschläge, Begntachtlmgen, Petitionen rlnd Gesuche, die im Namen einzelner Gemeinden an die einzelnen betreffenden Instanzen tiberrcicht ivurden. Die Statuten des Vereins Ivurden stets eiugehalten und das Ziel und der Ztveck des Bundes immer im Auge behalten. Es gelangt nun Herr Jul. Bandy ans Horowitz zum Worte. Gr bestreitet die Arbeitsfähigkeit des Bundes und erklärt, das; derselbe noch lange nicht dasjenige geleistet hat, tvas er zu leisten verpflichtet tväre. Es ist seine Pflicht, bcu Gemeindevorstehern über seine Tätigkeit Bericht zu erstatten, tvas er jedoch im Laufe des ganzen Jahres versäumt habe. Weiters ist es seine Schuldigkeit, die Gemeindevorsteher zur Arbeit aufznfordern und nicht von denen erst zu einem Arbeiten anfgefordert zu werden. „Wer sich bückt, bekommt Schläge," führt Herr Bondy tveiter aus, „wir 100 000 Inden in Böhmen müssen uns einigen, das; wir beweisen, das;, da wir als Staatsbürger unsere Pflichten tun, auch das Recht haben, zu verlangen. Nur durch gemeinsames Vorgehen kann Ulan etlvas erzielen." Er zlveifelt gar nicht, das; die Beaurten von oben uns gerne unterstützen würden, da jede Woche von einer oder der anderen Gemeinde Eingaben einlaufeu, von denen der Bund überhaupt nichts erfährt und es gewiß im Interesse der Beamten liegt, wenn alle diesbezüglichen Eingaben nur von einer Korporation, und zlvar dem Bunde überreicht würden. Nicht das Präsidium ist an der schwachen Arbeit seiner Meinung nach schuld, sondern noch mehr die Mitglieder des Bundes, die den Ausschuß zur Arbeit auffordern sollten. Redner selbst bemerkt, dag er, weil der Bund sich ans einen antokratischeu Standpunkt gestellt hat, u. a., weil er von jeder, auch armen, Gemeinde einen viel zu hohen Atitgliedsbcitrag einhebt, denselben bekämpft und bekämpfen, muß. Der Vorsitzende verwahrt sich gegen diese Aeußeruug und! stellt richtig, dag der Ausschuß auch arme Gemeinden mit einem Beitrage von Kr. 6.— ausgenommen habe. Herr Jul. Bondy widerlegt dies jedoch durch die Bestätigung der anwesenden Vor-1 steher aus Adlerkoiteleb und .... ,., --u vit»tu um xjuuu nur diese Anwürfe vorbrachte, in den anderen Fällen jedoch dem Bunde zugestimmt habe. Er gibt an, daß keine Gemeinde, im Falle sie sich an den Bund um eine Unterstützung wandte, von demselben abschlägig beschieden wurde. Der Bund hat durch sein stillschweigendes Vorgehen und Einschreiten einige sehr schöne Erfolge erzielt. Redner ermahnt zur Einigkeit und versichert, daß, wenn der Bund alle 200 Gemeinden Böhmens als Mitglieder zählen wird, er gewiß Positiveres und mehr leisten wird, als er dies jetzt und bei einem Mitglicderstand von 00 Gemeinden, von denen ans unbekannten Gründen in der jüngsten Zeit noch einige ihren Anstritt anmeldeten, zu leisten imstande ist. Herr Dr. Schanzer (Pilsen) beantragt wegen der Wichtigkeit des Programms Uebergang zur Tagesordnung und Schluß der Debatte. Herr Steindler (Be ne schaut schließt sich diesem Anträge, der angenommen tvurde, an. Herr Moser (Karlsbad) ersucht, die Versammlung deutsch zu führen, damit alle den Verhandlungen folgen können. Der Vorsitzende widerlegt die Angriffe des Herrn Bondy und erinnert, das; wenn derselbe mit dem Bunde gemeinsam hätte Vorgehen wollen, er getvis; auch bei demselben Gehör gefunden hätte. Der Geschäftsbericht, zu dem sonst niemand sich zum Worte meldet, tvird mit großer Majorität genehmigt. Anläßlich der Einigung der Knltn'sgemcinden entfiel die für nachmittags um 2 Uhr im Hotel Bristol angekündigte Versammlung und tvurde nur eine kurze, ungeztvungene Beratung unter dem Vorsitze des Herrn Ink. Bondy, Horotvitz, abgehalten. schntzbnreans, Herr Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Karl Lifczis hat in verschiedenen Vorträgen und Aufsätzen die haltlosen Zustände durch krasse Beispiele beleuchtet. Die jüdischen Gemeindevorstehungen haben bis jetzt zur Beseitigung dieser auf das ganze soziale und loirtschaftliche Leben der galizischen Juden wirkenden Uebclständc nichts getan. Mit umso größerer Freude muß man es nun begrüßen, das; die jüdischen Matrikcnführer selbst an die Arbeit gehen. In bett Mauern unserer Hauptstadt tagte am 0. d. M. die erste Vcrsniiunliing der israelitischen Matrikcnführer, die znsammengekommcn waren, um über ihre persönlichen Interessen zu beraten. Wir hätten also gar keine Veranlassung, uns mit diesem „Tage" zu befassen, allein bei dem Umstande, als auch die nationale Sache zur Diskussion kam, sehen wir uns genötigt, uns mit dieser Versammlung zu beschäftigen. Zunächst die Gründe für die Einberufung: Die Matrikenführcr sehen sich durch die Anforderungen, welche die autonomen und die kaiserlichen, die zivilen lute die militärischen Behörden an sie stellen, ohne irgend eine Entlohnung zuteil werden zu lassen, verkürzt, tvas den Doyen der galizischen Matrikeuführer, Herrn Moriz Weiß, der seit 45 Jahren Kassier der Lcmbergcr Kultnsgemeinde ist, betvog, seine Herren Kollegen zu einem Rendezvous eiuzuladeu, um ihre Interessen den Behörden gegenüber zu tvahreu. Unser Kultnsvorstand stellte Herrn Weiß bereittvilligst sein herrliches Beratungszimmer zur Verfügung. Am Jänner (Samstag) kamen die Matrikcnführer zu einer Vorkonferenz zusammen, um die Tagesordnung der Versammlung festznsetzen. Am 1. Jänner (Sonntag) begann die Konferenz, die unter den Auspizien der Lcmbergcr Knltnsrepräscntanz tagte und vom Präses der Knltusgemeinde, Herrn Dr. E. Byk in liebenswürdigster Weise begrüßt tvurde. Znm Vorsitzenden tvurde Herr Moriz Weiß und zu dessen Stellvertreter Herr Dr. B r a u d c, Rabbiner der Fortschrittspartei in Stanislan, gewählt. Wir übergehen die Bcschtverden der Matrikeuführer, bemerken aber, das; dieser „Wiec" auch einigen „Polen mosaischer K o n s e s s i o u" die verlockende Gelegenheit bot, sich als Stockpolen zu geriereu und den Inden n i ch t p o l u i s ch c r Nation den Maulkorb anznbieten. Doch dies tritt in den Hintergrund gegenüber dem Affront, den diese paar „Polen mosaischer Konfession" dem „galizischen Judentum" antun. Es weht uns eisig an, wenn wir erleben, daß einige Inden ad captandam benevolentiam achthunderttausend Juden in die Schranken fordern, das; jene es sich leisten dürfen, die ziveitausendjährige geheiligte National- Nomenklatur zu prosanieren, run eines scheinbaren Vorteiles willen. Ich sage: scheinbaren, weil die Polen den Juden Pawel, Teodorz, Grzcgorz gerade so hassen und boykottieren tvie den Juden Abraham, Maische, David, Josef, Elischa usw. Das Judentum und seine großen Lichtgestalten, die uister ihren nationalen Namen znm Heile unseres Volkes, ja aller Völker, gewirkt haben, liefen Spießruten unter dein Rededuell zwischen dem ^emberger Matrikcnführer Fräukel und dem gelehrten Predi- (Der „Wiec" der jüdischen Matvikensührcr.) Die Zustände, die in der galizisch-jndischen Matrikenführnng herrschen, sind allgeulein bekannt. Das Nechtsschntzbnreau des „Jüdischen Volksvereins" in Wien, das fast täglich sich mit der Heimatsrechts-Angelegenheit eines galizischen Inden zu befassen hat, ivcis; hierüber ein Liedchen zu singen. Der selbstlose Leiter dieses Rechtsmmii-r i nnrrT»iWTir~i»m rtri iirrimini iii.h»i iimnur-nwi« wrminnwrnnf rnvrri wurv urmwirirw ran dieser wundersamen Rasse einen anderen treibenden Faktor geben, der Hebel muß an einer anderen Stelle angesetzt werden. Wollen Sie aber das jüdische Volk wirklich kenneil lernen, damc geügt nicht die Bekanntschaft mit dem Berliiler Tiergartenviertel lind mit der Bourgeoisie von Breslau. Sie sprechen frischlveg von jüdischem Nationalcharakter, von dem Geiste des jüdischeil Volkes nild kenuen im besten Falle das Leben einer halben Million Juden in Deutschland. Was würden Sie aber von einem Gelehrten halten, der ans Grund des Studiums der Wiener oder meilletlvegeil der Berliner einen deutschen Natioualcharakter konstruieren würde? Ihre Psychologie der deutschen Inden ist falsch; sie vertvcchsclu die Wirkung barbarischer Ausnnhmsgesetze, unter denen das Volk jahundertelang litt und die in abgeschtvächter Form heute nicht de jure', aber de facto existieren, mit dein Geiste dieses Volkes; jedoch angenommen, aber nicht zugegeben, ihre Schilderung tväre richtig, so hätten Sie nur das Recht, vom Charakter der! Handvoll d e n t s ey e n Inden zu sprechen. Wenn mail aber von einem jüdischen Natioualcharakter spricht und ein gelvissenhaftcr! Gelehrter ist, so hat mau die Pflicht, das Lebe» der fünf Millionen j Inden, die in Rußland in einer beispiellosen Armut seufzen, das! Leben des jüdischen Proletariats tu Galizien, Rumänien, in den I Ghettis von London unb New-Bork nach objektiven Quellen zu! stndiereii. Es passiert einem daun, Iveun mau ein wahrhcits-! liebender Manu ist, das; mail fluchen will iliid segnen uluß; so erging es jüngst einem aufrechten Engländer, dem Major Evans-Gordou, der eine Betvegnug gegen die Eillwanderung rumänischer und' russischer Inden einleiten wollte. Er studierte die russischeil und rumänischen Inden im Lande ltub kehrte als ein a n d e r e r nach England zurück, als er anSgezogeu war. Ich bin überzeugt, daß auch Sie ein anderes Urteil über den jüdischeil Natioualcharakter gewännen, Ivenn sie die Inden erst käililten. Zum Schlüsse noch eine Bemerkung. Es tväre mir nie eingefallen, mit einem Gekehrten, tvie Sombart, ans seinem eigenen Gebiete in diesem Tone zu polemisieren; nur die Ueberzeugnng, daß Sombart, verführt durch das Irrlicht Marx', eilten unklugen Ausflug in das Gebiet der Psychologie einer ihm frentben Rasse unternommen hat, gab mir den Mut, mit eineni solchem Gegner die Klingel zu kreuzen. So und nicht anders ist der „Anti-Sombart" gemeint. Dr. Leo S o f e r. ger Dr. Brande. Zur Charakteristik des ersteren sei mitgcteilt, das; er sein großes Amt als Matador der politischen Sozialdemokraten erwarb und sich — trotz Sozialdemokratie — ganz als Pole fühlt nild geberdet. Vergebens hält man ihm vor, daß in seinen Adern jüdisches Blut fließt -— sein harter jüdischer Nacken hat ihm bcu sehr einträglichen Matrikenführerbvsten müheros elugebracht — was will man noch mehr? Herr Dr. Brande bekämpfte die Beilegung fremder Na-- men, da diese zum Verfalle des Judentums führe, und proklamiert die Benennung mu alten biblischen Namen als eine Conditio sine g::a non des jüdischen Volkes. Herr F r ä » f c l stellte hieraus den Antrag, die Namensnennung den Eltern zu überlassen. Er seinerseits würde den jüdischen Kindern am liebsten slavische Namen beilegen. Der Antrag wurde zmix Beschlüsse erhoben. Das galizische wahre Judentum, das selbst Scheiterhaufen bestieg, tvenn es seiner Religion und Nation galt, tvird schon das Rechte finben, tvenn auch an allen Ecken und Emden derartige Herren Matrikeuführer bon der Spezies des Herrn Frankel ihren ganzeil Einfluß ans die Ausmerzung der jüdischen Namen verwenden. ffijiiunsererseits würden eine Pnrifikation der Namen nur illsoweit befürworten, als alle französischen, spanischen, deutschen, slavischen, englischen uslv. Namen eliminiert und gegen korrekte hebräische Namen vertauscht tvürdcn. Indessen können wir diesbezüg- 'lich jetzt, in der Zeit, da Israel „Die Wacht am Jordan" anstimmt, ruhiger darüber denken als vor zloci Dezennien. Das nationale Judentum kämpft einen harten Kampf gegen das faule Kompromiß der Assimilation —- die jüdisch-akademische Jugend bildet die tapfere, glorreiche Avantgarde, ihr folgt das denkende Israel in seinen mächtigen Reihen — und diese alle werden die arischen Mitbürger dahin führeil, dem Inden die gleiche Achtung, die gleichen Rechte anstandslos znzngestehcn tvie ben Ariern, ohne die Winkelzüge, ohne die feige Falschmünzerei begehen zu müssen, tvie wir sie heute in der jüdischen Asssmilatiouspartei wahrnehmen. In diesem Sinne erscheillt Herr Dr. B r a n d e nicht als Besiegter, sondern als Rufer lind Erwccker der Makkabäer der Zukunft. Man muß aber zngcben» daß ail diesem „Wiec" die kleine Schar und daS Präsidium recht wackere parlamentarische Arbeit geleistet haben. Der Lembcrger Knltnsborstand gab den Teilnehmern ein solennes Souper, womit der „Tag" beendet war. Wir hoffen, das; die Leitung der galizischeit Zions-Partei dem Lembcrger Kultusvorstande bald Gelegenheit geben wird, einen tieferen Eiitblick in die jüdische Volksseele zu nehmen. Trauung. Sonntag ben 18. d. M. um halb vier Uhr nachmittags findet tm Ottakringer Tempel die Trauung des Herrn Leopold F ä r b e r mit Fvl. Tsierese W o r ii nt e b l, der anmutigen Tochter des Herrn Heinrich K o r n in e h I, Vorstandsmitgliedes des „Indischen Volksvereines" und Präsidenten des Ottakringer Talmud- Tliora-Vereines, statt. Gratulation nach der Training Hernals, Haslingergasse 68 Indischer Volksverein. Mittwoch den 21. d. M. findet im Festsaale des Indischen Volksvereines ein Vortragsabend statt. Zeit 8 Uhr abends. Thema: „Delitzsch's Bibel und Babel". Referent: Redakteur I. K r a u s z. Gäste, au!ch> Domen, willkommen. Kultur und Indentum. Mittwoch den 14. d. M. hielt Herr Dr. Carl Life z i s itn Festsaale des Indischen Volksvereines einen Vortrag über „Kultur und Judentum". Redner wies an der Hand packender Beispiele nach, daß trotz des Fortschrittes dev Kultur und der großen Fortschritte, welche die Wissenschaft aufzuweisen hat, die Verfolgung des Judentums noch! immer auf der Tagesordnung sei. Nach dem mit großem Beifalle aufgenommenen Referate sprach Herr Dr. Paul Weis e u g r i’t it unter großer Aufmerksamkeit des Publikums. Hierauf besprach Herr Redakteur K r a u s z den jüngsten Vortrag Friedrich r r* itBcc „Bibel und Babel", welcher geeignet r1,'.Ja widerlegt werde, den Glauben an unsere heuige Bibel zu erschüttern. Er wachte hierbei den jüdischeu Theologen den Vorwurf, daß sie durch ihre schwankende Vibelkritik viel zu dieser Anarchie des Glaubens beigetrageu haben. Hierauf ergriff Dr. Armand K a m i n k a das Wort, um die Bibel gegen die Angriffe der Jgauranten ur Schutz zu nehmen. Seine Ausführungen fanden ungeteilten Beifall. Die fünfte Proöepredigt. Diese wurde am letzten Freitag voir Herrn Dr. Max G r u n w a l d aus Hamburg gehalten. Unser Standpunkt in dieser Frage ist unseren Lesern bekannt. Die Probepredigt des Dr. Grunwald hat uns von diesem prinzipiellen Standpunkte nicht abgebracht. Auf die Form und den Inhalt der Predigt selbst werden wir in unserer nächsten Nummer noch zurückkommen. Probeprcdigten. Herr Rabbiner Dr. D. F e u ch t w a n g aus Nicolsburg hält Freitag derr 16. Jänner d. I. bei dem Abendgottesdienste, der mit 4 Uhr 45 Min. beginnt, im Leopoldstädter Tcnipcl, Tempelgassc, die Predigt und am Samstag den 17. ds. bei dein um 0 Uhr nachmittags stattfindelldcn Jngendgottesdienste im Stadttempel, 1. Bez., Seitenstcttcilgassc, die Exhorte vor den Mittelschülern. — Nächste Woche hält Herr Rabbiner Dr. L. Goldschmied ans Protznitz im Leopoldstädler Tempel am Freitag den 23. ds. beim Abcndgottesdienst, der um 6 Uhr beginnt, die Predigt und Sanistag den 24. ds. im Stadttempel, bei dem um 0 Uhr nachmittags stattfindenden Gottesdienste für Mittelschüler, die Ex horte. Von der Wiener Knltusgemeinde. Auf Grund der Paragraphen 8 und 9 des Statutes der Israelitischen Kultusgenieinde Wien hat in dev Plenarsitzung vom 6. Jänner 1903 die teilweise Neukonstituierung des KUltusvorstandes stattgefunden. Das Vertreter-Kollegium besteht nunmehr aus den nachbenannten Herren: Präsident: kais. Rat Heinrich Klingen (gewählt in der Plenarsitzung vom 6. Jänner 1901 für eine dreijährige Funktionsdauer); 1. Vize- Präsident: Tr. Alfred Stern; 2. Vize-Präsident: Dr. Gustav Kohn. Vertreter: k. k. Baurat Theodor Ritter von Goldschmidt, kais. Rat Moriz Hirsch, Dr. Felix Katzau, k. k. Ober-Ingenieur Arthur Edler von Mises, k. k. Ober- Finanzrat Dr. Benjamin Rappaport, Dr. Maximilian Steiner, k. k. Baurat Wilhelm Stiaßny, Theodor Ritter von Taussig. Israelitische Knltusgemeinde Wien. Sonntag den 11. Jänner 1903 haben sich unter dem Vorsitze des Präsidenten kais. Rat Heinrich Klinger die ständigen Kommissionen und Spezial-Komitees wie folgt konstituiert: Kommission für Kultus- und rituelle Angelegenheiten: Dr. Maximilian Steiner, Obmann, Architekt Max Fleischer, Obmann-Stellvertreter. Kommission für Unterrichtsangelegenheiten: Dr. Gustav Kohn, Obmann, Dr. Markus Spitzer, Obmann-Stellvertreter. Kommission für Friedhofs-Angelegenheiten: k. k. Baurat Theodor Ritter von Goldschmidt, Obmann, kais. Rat Wilhelm Pollak, Obmann-Stellvertreter. (Der bisherige Obmann Herr Vcmrat Wilhelm Stiaßny und der bisherige Obmann-Stellvertreter Herr Ober-Ingenieur Arthur Edler von Mises hatten erklärt', eine Wiederwahl nicht mehr annehmen zu können.) Kommission für das Spital: Wilhelm Kuffner, Obmann, Emanuel Hofsmann, Obmann-Stellvertreter. Kommission für die Versorgungsanstalt: Salo Cohn, Obmann, Ober-Ingenieur Arthur Edler von Mises, Obmann-Stellvertreter. Mikwah-Komitoe: Ober-Ingenieur Arthur Edler v. Mises, Obmann, Dr. Alfred Berger, Obmann-Stellvertreter. Tempelbau-Komitee: Rudolf Auspitz, Obmann, Dr. Alfred Stern, Obmann-Stellvertreter. Historische Vorkommission. Dr. Maximilian Steiner, Obmann, Professor Dr. A. F. Pribram, Obmann-Stellvertreter. Komitee für Aufnahmen in die Israelitische Versorgnngsanstalt: Banrat Theodor Ritter von Goldschmidt, Obmann, Salo Cohn, Obmann-Stellvertre.ter. Komike für Reform dev Armenpflege: David Ritter von Gutmann. Obmann, Theodor Ritter von Goldschmidt, 1. Obmann-Siellvertreter, Dr. Felir Katzau, 2. Obmann- Stellvertreter. Bau-Komitee: Ober-Baurat Sigmund Taussig, Obmann, Ober-Ingenieur Arthur Edler v. Mises, Obmann-Stellvertreter. Buch-Revisions-Komitee: Leopold von Lieben, Obmann, kais. Rat Jonas Weil, (Obmanu-Stellvertreier. Komitee betreffend das Pensionsnoirinale für die Angestellten der Kultusgemeinde: Theodor Ritter von Taussig, Obmann, Leopold von Lieben, Obmann-Stellvertveter. Dr. Adolf Sacks'sche Herzkranken- Stistung: Dr. Josef Breuer, Obmann, Professor Dr. S. Ehrmauu, Obinauii-Stellvertreter. Dr. Adolf Sacks'sche Techuiker-Siiftung: Moritz Edler von Kuffner, Obmann, Ober-Baurat Sisimund Taussig, Obmann-Stellvertreter. Eine Adresse cm den Altnemeimn österreichisch-israelitischen Bund. Der Allgemeine österreichisch-israelitische Bund^ richtete an den Lordmnyor von Loitdon. Sir Marcus Samuel, eilte Adresse. ' arauf ertstelt Dr. Alfred Stern, der Präsident des israelitischen daS in deutscher Ncbersetzung offen meine Meimiiu; zii sa^eu. ._ - keidisieu, iveuu man ihnen zmuutete. daß sic durch meine Wahl demonstrativ bekunden Ivoklteu, „daß das relichöse Bekenntnis, die koufessionelle Zuaehöricsteit iveder eine „Beleidi;U>ug" noch ein Ailsschließunciscu'und für dir öffentliche Anerkennung menschlicher ttnd körperlicher Tugenden sei", tvie Sie sich auszudrückeu belieben. Einen solchen llniinn nfaiibr hier fein Mensch und daher tväre eine Demvuürativu gcaeu diesen Uusiuu eine Lächerlichkeit, die sie den Eugläuderu nicht ittlvutiereu sollten. Meine Wahl habe ich nicht uieiueu »tenschlichen lmd körperlichen Tngeudeil zu verdanken, sonder» einfach d>'m lliiistaiide, das; die Bürger der Hauptstadt eines Reiches, das die verschiedeuitetl Nasseil umfaßt, durch die Wähl eines Juden Qbjektivität bekinldeu tvollten, eilte Objektivität, die das Ilurerpsaud des Bestehens des britischen Imperiums ist. Sie irre» mich, Herr Präsident, wenn Sie die Ausschließung des rrimänrscheu Gesandten auf „meinen MauueSuiut nild lleberzeugnugstreue,

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