Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 2 (9.1.1903)
- Date
- 1903-01-09
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite Z Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 9. Jänner 1903 Nr. 2 Die politische Lage in Oesterreich und — die Inden. In den letzten Stunden des alten Jahres ist der österreichisch-ungarische „Ausgleich" zustande gekommen, allerdings vorläufig iuir zwischen den beiderseitigen Ministerpräsidenten M o e r lr e r und S z e l l. Ob er auch in den Parlamenten b e i d e r Reichshölfien die Majorität siudeir lvird, hängt vom Schicksale der deutsch-tschechischen Berständigungskonferenz und der sich daraus ergebenden Situation im Wiener Abgeordneten- Hanse ab. Tie Hofsnuugen auf ein Gelingen des dentschtschechischen „Ausgleiches", so lvünschensiveNt auch dasselbe sowohl für Oesterreich im allgemeinen wie für die Juden nn besonderen wäre, sind gering. Nicht als ob dll p r i n z i p i e l l e ir Differenzen so große wären, daß sie bet ehrlichem Bollen nicht überbrückt werden könntet!. Tie Hindernisse liegen, wie schon oft betont, in den Wühlereien der § e u d a l e n und E x t r e m - N a t i on a l e n gegen jede Verftändiqunq. Schon haberr die Alldeutschen S ch ö n e r e r - und W o l f' scher Färbung den übrigen deutsch-bürgerlichen Fraktionen „Verrat am Deutschtum" und Herr K l o f a c uitd seine Freunde den Jungtschechen Verrat am Tschechentum vorgetoorfen. Vnd aus Furcht vor den National-Radikalen im deutschen und tschechischen Lager werden auch diesmal wie in alten vorhergehenden Fällen die Gemäßigten hüben und drüben nicht so viel Mäßigung und Entgegenkommen bekunden, damit endlich der deutschKschechische Ausgleich perfekt werde. Tie weitere Konsequenz davon wird das Anwachsen der M ach t d e r E r t r e in -Nationale n u n d F e u d a l - K l e r i k a l e n in der Monarchie, die Steigerung^ des Antisemitismus und die Verschlechterung der Situation der Juden in Oesterreich sein. Hier kann tTur — und^nicht bloß den Juden, sondern auch dem österreichischen Staate und dem allgemeinen Fortschritt — die Organisation d er ö st e r r e i ch i sch e n Juden cmf national-sozialer Basis helfen. Eine solche jüdische Organisation als Bannerträgerin sozialösterreichischer Grundsätze, als geschlossene Phalanx der jüdischen Wähi ler könnte in allen gemischtsprachige!! Ländern das; Zünglein an der Wage bilden und einen m o r a l i -; f ä) e n D r u ck auf die and e r s nationalen Parteien nnd Abgeordneten ausüben, auf denr Boden der n a t i o -. n a l e n A u t o n o m i e rurd der G l e i ch b e r e ch t i -! 6 ung eine Verständigung unter einander! sowie mit den — Juden herbeizuführen. Eine solche national-' soziale Organisation der österreichischen Juden wäre aber ' auch in der Lage, in zahlreichen Wahlbezirken durch geeig-! nete Bündnisse die heutigen „Volks"vertreter zu werfen,; ini! unseren Jnteeessen entsprechendere an deren Stelle zu setzen. Nus diese Weife könnte allmählich nach Herstellung der n a t i o n a l c n O r d n u n g eine Umgestaltung d e s Parteiwcscns in Oesterreich angebahnt und ein engerer Zusammenschluß aller narional-autouomistischen. sozial-österreichischen . Elemente der verschiedenen österreichischen Natrvnalitäten herbeigeführt werden Nur aus diesem Wege in eine Einigung der öftere ei ch i s ch e n Juden, untereinander und in. weirerer Linie mit den übrigen önerreichischen Völkern möglich, ein Llusweg aus dem Sumpfe, in den die Juden durch eine s ch e i n liberale, s ch e i n fortschrittliche, asnmilatorische Politik geraten sind. Eine Politik, welche von den Juden Verleugnung ihres Volkstums fordert, sie an den Triumphwagen des deutschen, polnischen, tschechischen, italienischen oder inagyarischen Ehanvinisinus anspannt, sie zu Nachbetern manchesterlicher oder m a r x i st i s ch e r Dogmen macht, ist wahrhaft n i ch t freisinnig im m o d e r n e n Sinne, sondern in des Wortes schlechtester Bedeutung „ j u d e n - liberal". Tiefe jüdische Politik ist auch keineswegs forts ch r i t t l i ch, weder für die Allgemeinheit, noch für die Juden, sondern ganz im Gegenteil konserviert sie unhaltbare nationale und soziale Verhältnisse in Oesterreich, sie fördert den nationalen und Ivirtschaftlichen Antiseinitisnurs durch Unterstützung nationaler Intransigenten in den: geinischtsprachigen Ländern und ist auf diese Weise der Pionier der so — heftig bekämpften feudalk l e r i k a l>e u N e a k t i o> n. Tor tieaktion, der Verfassungssistiernng aber arbeiten auch alle die deutschen und tschechischen „Freisinnigen" in die Arme, welche d i e „Freiheit" fordern, die anderen Nationalitäten zu vergew alti a e n und die Rufe nach nationalen! Frieden nnd einer umfassenden W int sch a f ts resorm mit den Phrasen von! nationalen „Verrate" beantworten. Tiefe Sorte von „Freisinnigen" und „Fortschrittlern", welche inuner vom Kampfe gegen die Reaktion faseln, sind infolge ihrer verkehrten Nationalitäten- und Wirtschaftspolitik, wenn sie tausendmal „Los von Rom" schreien, die bejiten Bahnbrecher der Feudalen, Klerikalen und — Ehristlich-Sozialen. Es gilt dies sowohl für die Deutschbürgerlichen wie für die I u n g t e s ch e ch e n. lieber diese äußerte sich Professor Maslaryk vor kurzen! folgendermaßen: Entschieden bin ich gegen eine Sprachenpolitik der Hintertüren, wie sie die Jungtschechen unter B a b e u i machten. Allerdings ist alle Politik der Jungtschechen Hintertürenpolitik. Eine Partei o h n c P r o g r a m m, gegen die Wählerschaft und gegen sich selbst unaufrichtig, kann keine andere als Trinkgelderpolitik machen. .Nach den Grundzügen Tr. K o erb e rs müßten die Jungtschüchen schon erkennen, daß ihre Politik das Fiasko des staatsrechtlichen Utopismus ist. T a s i st d i e h e u - t i g e p o l i t i s ch e S ich u a t i o n. Es ist eine erniedrigende Lehre, lvelche Tr. K o e t b c v unseren Abgeordneten gegeben hat, als er ihnen erklärte, daß sie sich nicht so sehr auf die Gunst der Regierungen verlassen sollen. Im Munde staatsrechtliche Fragen, in der Tasche wriurg das ist die jetzige unmännliche Politik der Jnngtschechen." Tie Jungtschechen beschließen (?) die Obstruktion gegenüber denr ungarischen Ausgleich. Wozu di'ne solche Zersplitterung der Kräfte? Ist der ungarische Ausgleich so, wie das jungtschechische Blatt ihn darstellt, dann genügt eine entschiedene Kritik. Die Bevölkerung ganz Oesterreichs lvird den Kritikern dankbar sein und die tschechischen Abgeordneten werden sich Sympathien erwerben. Aber sie verlieren alle Sympathien und allen Respekt, wenn sie vorher verkünden, daß sie für irgend ein nationales Zugeständnis den ungarischen „Ansgleich" zur — Behandlung Zulassen. Das über die Jungtschechen Gesagte gilt auch für die deutschen und alle anderen parlamentarischen Parteien. Tie Verlvirrung, die Zerklüftung im österreichischen Abgeordnetenhause hat bereits deu Höhepunkt erreicht; wegen Nichtigkeiten ist es fast in jeder Sitzung der letzten Session zu Zusammenstößen, ja einigemale zu Raufereien gekommen. Was nützt da ein Ministerlvechsel oder eine Auflösung des Parlamentes, wenn der gesamte Parlamentarismus verfault ist, wenn eine Verfassung lockt erbe steht, lvelche die Quelle aller Wirren Gesamt-Oesterrc'ichs bildet? Treffend sagt diesbezüglich ein ehemaliger Abgeordneter in einer Studie über den österreichischen Parlamentarismus : „Das parlamentarische Regime ist nichts als eine vielköpfige Tyrannis und lvar in Oesterreich, so lange es bestand, eine ununterbrochene Reihe ebenso unsinniger lvie brutaler Gewalttaten, die ein absolutes Regime zu Vollbringen sich gescheut hätte. Ter ö st e r r e i ch i s ch e Pa % l a in e it tariK - in u s ist aber an und für sich eine u n g e h e u r e L ü g e! Der Reichsrat und die Landtage sind keine Volksvertretungen, denn sie repräsentieren nicht die Mehrheit des Volkes, sondern e i ne kl e i n e M i n o r i t ä t desselben, da außer den aus den alten Ständeverfassungen in die Schmerliug'sche Verfassung herübcrgenommenen p riv il e g i e r t e u Stünden, lvelche einen bedeutenden, zumeist ausschlaggebenden Teil der gesetzgebenden Körper bilden, d i e H ä l f t e de r W a h l b er e ch t i g t e n v o n i h Ti e m W a h l r e ch t e a u s d e in G r u n d e k e i n e n G e b r a u ch m a ch t, lv e i l s ie d a s p a r - l a ln e n t a r i s ch e G e t r i e b e a n e k e l t! — Von der anderen,^ mit Hilfe bezahlter Zutreiber zur Wahl gepreßten Hälfte lvird zumeist der von dem parlamentarischen Kondottiere bezeichnete Abgeordnete mit einer verschwindend kleinen Majorität gelvählt und geeiert sich daun als Vertrauensmann der gesinnten Wählerschaft seines Wahlbezirkes. Tiesqr gemeinschädlichen, unhaltbaren, lvidernatürlichen, innerlich verlogenen Parlameittarischen Fiktion muß ein Ende gemacht loerdeu, bevor es zu spät ist, und ich hoffe, vertrauend auf den Genius Oesterreichs, daß man sich endlich aufraffen lvird zu einer männlichen Tat, zur Schaffung einer na t i o n a l - a u t o it o in istis ch >e n .tt dt chs - B e r f a s s u n g mit einem Parlament, das auf dem a l l g e m eine n Wahl »v. c ch t m i t protz o r t i o n e l l e r V e r t' r e t u n g de r M i n o r i - täte n b a s i e r t i st. Oesterreich, das die gelvagtesten und lächerlichsten Erperimente seit 40 Jahren ertragen hat, ohne darüber zugrunde zu gehen, lvird auch diesen Versuch überleben!" (Extra Hungariam est vita, sed non est ita.) Es gibt vielleicht keinen Spruch, der den beschränkten Horizont desherrscheirdenMagyareirtuilisbesserkeiinzeichiret, als den berüchtigten: „Extra Hungariam non est vita, si est vita non est ita." Ties ist der klassische Ausdruck der Eljenbegeisterung für den ungarischen Globus. Man hat die ä u ß e r e n Formen der europäischen Kultur angc-- nommen, als da sind: elektrische Tramlvay, Orient-Expveßzüge, Taubstummenanstalten und Sanatorien, und erhebt, gestützt darauf, den Anspruch, ein europäischer Knlturstaat zu sein; die internationale Presse protegiert diesen Anspruch, lveil sich die ungarische Neichsratsmajorität — liberal nennt, aber nun mmnt; sie sollte sich vielmehr konservativ-nationalistisch bienennen, das käme der Wahrheit viel näher. Unsere Stammesgenossen stürzten sich selbstverständlich mit der politischen llnrckfe und dem grundlosen Optimismns, der sie überall kennzeichnet, auf dieses Programm der Gelvaltherrschaft einer einzelnen inferioren Rasse. Tie deuischen Juden haben manch schöne Assimilatioinsblüte zur Entfaltung gebracht; aber lvir müssen unseren Stammesgenossen in Ungarn in allen Beschckdenhdit den Vorrang in der Assimilationslvut zugestehen. Was diese ZU dem der jüdischen kirr adäquareu -velrlicheu Leut zum präqnantenpAusdrucw. t'ludere Umstände haben diese Leldidolotrie -noch befördert. Ich nanu re schon die ZwauaSiveise Beschränkung auf Geldhandcl, der die Juden mährend vieler Jahrhunderte durch die Gesetzgebung unrerworfen Maren. Hand in Hand damit ging ihre Nurüchsetzruig in rechrlicher Bestrhnng, ihre dnsschliestung vvir Aemtern und Würden der christlichen Gesettsthcht. Da lernten sie! denn im Gelde ein Mittel kennen, das ihnen zum grasten Teil, ersctzre, was sie durch Machrsprnch der Gesetzgebung entbehren mustren: Gclrnng nnd Ansehen. Und darariS ergab sich natürlich^ abermals eine gesteigerte Wermng dieses Trillers aller Schmerzend dieses Heilcrs aller Wunden, dieses wundersamen Trösters in allem! Leide: des Geldes. Die rastlose Energie der jüdischen Rasse, ihre' nie ruhende Betriebsamkeit: sie fanden nun also das natürliche Feld, ttli-cr Beräiignng in dem Streben liach Geldbesitz. Und der schon geschilderte praktische Sinn verlegte dieses Streben alsobald in die! Sphäre wirtschasrlicher Tätigkeit: das Streben nach Geldbesitz wird! zum intensiveii Gewinnstreben, zum Eriverbsbetrieb, der zivar keines-1 toeßs eine aus die jüdische Rasse beschränkte Gemütsberfassung ist,' der aber doch in ihr aus deu augeführteu Gründen begreislicherweise zur stärksten Entfaltung komineii musste. Nilu tvird aber auch seholi deriltinolikh, tvnrum die ^uden fremde in unserer <^eir eine so nrone Bedeutuiig für das Wirtschaftsleben erlangt haben. Dieses 'wird ja in der moderneit kapitalistischen Orgaitisakioit gairz unb gar aus den Gelderwerb ausgerichrek. Alle lvirtschasklicheii guiiktioiien wer-! den ihrer quafttativen ftonkretheit entkleidet, um mir tioch in ihrer' Beziehung aus das Geld, d. h. also in abstrakt-guaiititativer Bej stlmiiilhelt zu erscheineii. Alles Wirtschaftsleben wird zu einem' Erwerben, alle ökonomischen Boriiahmen werden zum Geschäft. Ich' habe anderswo geschildert, wie alle Sphären loirkschafklicher Tätig-1 fcti Po» rattonalistischem Geiste durchträukr iverdeu,!vie das Emi- \ Aenr-chrakrischc. das schlechthin jstveckmäistge eurscheideiid über deui wirtschaftlichen Erfolg lvird. Tilid das alles liichr Vorgänge, Wand-! äuiigen in Aiischauuiigeu und Praktiken, die dem speziftsch-jüdischeu Geipe zugme koiumeu, die ihm ein immer lveiteres Feld der Betätigung einräuinen müssen? Aste sehr gerade st ie spezifisch-kapitalistischen Füge des Wirtschaftslebens dein jüdischen Charakter adäquat sind, bermögen lvir am deutlichsten an der Tatsache zu erinessen. dast lvir am meisten dle Fllden iil denjenigen Sphürcll ivirtschasrlicher Tätigkeit zli Hanse fliideii, in stene,» das reine qnalilärslvse, abstrakte Geldverhältnis am nilsschliestlichsten herrscht: das sind der Geldunb nach ihm der Wareuhandel. lind zwar in diesem lviederum der Zwischenhandel! oder der Delaithandel, tvährend in der Prodnktionssphäre längst die! ^-eteiligimg der Juden nicht in gleichem Maste stattfindet. Und dast trotzdem ihnen seit mehrereit Menschenaltcrn die Wirksamkeit auch auf diesen (tzebieten völlig freigegeben ist. Aber cs ist ersichtlich, das; in Landivirtschast und Industrie, auch ivo sie schon kapitalistisch organisiert sind, doch noch in lveiterem Umfange eine Beziehung zu den konkreten Gütern, die erzeugt werden, sowie zu den lebendigen Menschen, die sie erzeugen, bestehen bleibt, währeitd im Geldhandel ansschliesttich aber auch im Wärenhandel diese konkrete Bestimmtheit entfällt. Ich sagte: lvas letztere angeht, namentlich im Zwischenhandel, der bon Händler zu Händler die Waren umsetzt, oder im Detailhaitdel. Währeitd beispielsweise im Einfuhrhandel, sofern er die Erzetignisse der srcmden' Länder direkt herbeischnfft, wiederum eilte stärkere konkrete Färbung der Beziehungen zu deit eigenartig gestalteten Kulturen der Bezngsgebiete staktfindet: lveshalb lvir in diesen Branchen des Handels abermals eine geringere Beteiligung der Juden finden. Diese lvird in dem dlugen'blick stärker, lveilit der Handel ein abstrakter Handel mit flingibler Ware wird, wie lienerdings der Getreideimport. Je reiner also kapitalistisches Wesen im Wirtschaftsleben sich dlirchsetzt, desto ntehr Spielvanm erhält die jüdische EigeiHrt. WaS man mm auch so ausdrückelt kann: je mehr sich jüdisches Weseit dlirchsetzt, desto nusschliestticher kommt die kapitalistische Orgailisarion zur Anwendnilg. Und nun lvird es nicht mehr verborgen sein, lvörin die emineilte Bedentnng des Jndentlims für die modernen Volkslvirtschaften liegt: es beschleliiligt dereil Umbildung in d'ie kapitalistische Organisation, die heute die schlechthin botlkommenste ist. Gailz besoliders deutlich kommt diese jüdische Mission — dcil Uebergang znm Kapitalismus zu befördern — dort znm Ausdruck, ivo es gilt, die hellte noch kollserbiertell Reste borkavitalistischer Organisation alis der Wett zu schaffen: in der Fcrsetznng der letzteil Handlverke nnd der handwerksnlästigell Kramerei. Man kann getrost sagell, das; beispielsweise Schneiderei, Schlthmacherei, Tischlerei nnd diele Bangeiverke als Haildlverke znin grosten Teile der rastloseil Tätigkeit jüdischer Geschäftsinäiiner ihren Untergalig Perdanken. Weshalb denn sich gerade in seneil Kreisen des fitifenbeu Handwerks ein dlirchaus naturivüchsiger?llitisemitismns entlvickelt hat, der sich, lvie es solchen blindeil Bolksbewegnngell eigcil zu fein pflegt, nn die sichtbare Forul ldas Judentnm! statt an den innereil Kern lden KapitaliSnlusj hält. Erinnere Ulan sich nun, bitte, lvas ben Anlast zu diesen AllSeinandersetzlmaen über die ökonoulischc Veranlagung des Jiidentlims lind seine Fniiktion im moderneli Wirtschaftsleben gegeben hatte: es ivar Teskstellllua geiveseu. das; Deutichlaild feinen wirtschaftlichen Aufschwung während des 19. Jahrhunderts isolveit er durch die Eigenart seiner Bevölkerung bedingt ist) unter anderem bau Vorhandensein seiner jüdischeil Eiiltvohiler berdaukt. Um die istichtigkeit dieser Behauptung zu erlveisen, lvird es nun aber noch einiger ergänzender Bemerkungen bedürfeil. Zlinächsr der Kollstatiernng, in ivelchem Verhältnis jüdische Elemente in unseren Volkskorver eingestreut sind. In Dentschland sind boil 10 00V Einwohnern 111 jüdischer Konsessivil. Mit dieser Ziffer wird natürlich der Perzentsatz der Bevölkerung jüdischer Rasse >,icht vollständig mlsgedrückt, aber die Statislit kennt keine andere Ziffer als die der Konfessionen, lvir müssen uns also mit diesen begnügen. Sie genügen aber auch für unsere Flvecke. Für diese kommt es nur darauf an, festznstellen, in ivelchem Verhältnis sich Juden im Deutschen Reiche aufhalten im Vergleich zu anderen Ländern, von denen lvir ebenfalls nur die Konfessionsziffern kennen. Da ergibt sich denn, dast gerade so gros; wie in Deutschland der Anteil der jüdischeir Bevölkerung in den Vereinigten Staaten bon Amerika ist. Ist es da boreilig, zu sagen: das; lvir gerade im richtigen Verhältnis mit Juden durchsetzt sind, in solchem Verhältnis, lvie es für den wirtschaftlichen Aufschwung, der in den beiden genannten Ländern ivährend des letzten Menschenalters am größten ist, nux fördersamsten erscheint? Und dast Skandinavien, Italien, Spanien,^ Frankreich, ja selbst Grostbritannien hinter uns nnd den Vereinigten Staaten auch deshalb zurückbleiben, lveil sie zu wenig Inden haben? In Grostbritannien sind von 10 000 Einwohnern 20 Juden, in Italien nur 10, in Frankreich 14, in Schlveden 7, in Spanien noch nicht 1. Während umgekehrt Länder, in denen die Inden allzu zahlreich sind, in ihrer 'lvirtschaftlichen Entloicklung ans naheliegenden Gründen nnfgehalten lverden. Ein Beispiel dafür ist Rninünien. wo ans in 000 Einwohner 400 Inden entfallen. Für Deutschlands Inden tonnnt aber noch ein anderer Umstand in Betracht, der ihnen für unser Wirtschaftsleben eine ganz besondere Bedeutung berlelht: ich meine ihre inuner erst halb durchgeführte Gleichberechtigmig im Stantsleben. Es ist eine bekannte Tatsache, das; der Jude heute bei uns noch inuner auf Schranken bei der Wahl seines Berufes stöstt: Armee und Verwaltung sind ihm gänzlich berschlosseu, der Lebrerstand, die Jnskir nnd andere Bernsssphären noch keineswegs völliq freigegcbe». Dadurch lvird belvirkt, das; gerade biele der intelligentesten Inden im Wirtschaftsleben festgehakten tverdtzn. Während beispielslveise die lvenigen Inden, die Frankrach hat, im Staatsdienst, in der Armee und Fibilverivaktnng^ grösttenteils mlfgegaiigen sind, so dast inin das Mehl der französischen Bokkswirischaft dovpelc empfindlichen Akangel an dem Sauerteige leidet, den die jüdischen Elemente mit ihren geschilderteit stimulierenden Eigenschaften heutigen Tages darstellen.