Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 2 (9.1.1903)
- Date
- 1903-01-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Grschemt jeden Freiing Lrv«rtion: H/3. Leopoldsgaste 49. *msz Mttitrtxkmm ver vom tftbiföint Vom»- .. ... tUimmUt.ratton; II/3 LeopowsgaNe 49. Gp«chst»»te»t All Wochnlla«en von 3 btS 4 Uhr nachmittag». vrrein erwstzlbrn Pref^ommiltton. Telephon-Nr. 14728 NbounemeutSpreiS: Telephou-Nr. 14728 p.p.U.ff.: SWtffti» «olkSblatt, «Sie«, ll|8 ««fev?,«» übernehmen vie Firmen: §. Dannebag, M. Duke», Haaien- Für Wie« tu Oesterretch'Ungar» fomrnt graneozuftellung. Für daS gesummte Ausland smnmt Francozustellung. Wtfthtotvbeu »egen verlpätetrr oder gar nicht erfolgter tzusteüung erbitten wir -ul dringend. - Mkannfertöte »erde« »ich« »nrÄlkaestellt. PostlParcafseu'Lonto ^70»7. gn da« «boim-ment tann man täglich etnireten. Kein » Vogler, «udolf Waffe. «. Oppelik. M. Bozlonyi, H. Schalek in 55iien, ferner alle «nnoucen.Srpedtttonen ta iluSlande. f Gisrzel-Rttmme« ist Wie« 16 Heller. < Ganzjährig - - Kr. 8.— Halbjährig . . . , 4.- Biertelsäbrtg. . . . „ 2.- *•••.. Ganzjährig ... -Kr. ».-7 .::: W Ur. 2 lilMBBWBIHWnBWIMHi W»«8W«WW^»at<BBM(aaWW Wien, 9. Jänner 1903 (10. Tebeth 5663). V. Inhrsang. Eine Armeleut-Hrauung. (Offenes Scheiben an ben Vorstand der Wiener Kullltsgemeinde.) Löblicher Kultusvorstand! Unser ehrlicher, aber offener Kampf gegen die Auswüchse desjenigen Systeins, das die Verwaltung unsaver Kultrisgemeinde beherrscht, hat uns in offiziellen Kreisen nranchen zmn Feinde geinacht. Die Einen, fern vom Getriebe der eigentlichen Verlvaltuugsorganisatiou stehend, denmach die Vorgänge alsogar nicht kennend, wollten es nicht fassen, daß eine Körperschaft, in welcher lauter ehrenwerte Männer fitzen, die vorgebrachten Beschuldigungen dulden könnte. Anstatt sich^ die Möglichkeit zu schaffen, die Vorwürfe auf ihre Haltbarkeit zu prüfen, Wickeln sie sich in die fadenscheinige, konservative Toga und schreien aus voller Kehle: „Es lebe das Alte und die Alten!" Und die Jungen? Nun, die sind einfach! Verleumdet! Die anderen, viel gefährlicheren, begingen in Wort und Schrift ganz einfach, sagen wir die — Unanständigkeit, die Klagen, die wir gegen das System, oder wie jüngst ein Redner treffend sagte, die Schanwßimlvirtschaft fühcken, sich auf die Vorsteher selbst zu beziehen, und wenn wir von koirrupten Vorgängen in der Organisation selbst sprachen, es so darzustellen, als wenn wir den Vorstand einer Korruption zeihen wollten. Und wie lautete das Urteil, das über uns aus Grund dieser hundertfältigen Verdrehung, Mens der Offiziellen gefällt und durch ihre publizistischen Schanwßim in das Publikum geschleudert wurde? „Was wir sagen, sind Paufchalverdächtigungen, und wir sind nichts als Verleumder!" Diese Kampfesweise hat uns nicht irre gemacht. Haben aüch die Verteidiger des jetzigen Systems jedesmal, wenn wir einen' konkreten, mit Akten belegten oder durch Zkugenzeugen erhärteten Fall vorgebracht haben, uns mit einem geradezu bedenklich selbstbewußten „Nicht wahr!" abzutun versucht, so sind wir dennoch nicht müde geworden, für die gUtd Sache zu kämpfen und diejenige Schichte des Volkes in Schutz zn nehmen, die in die Angelegenheiten der Kulinsgemeinde „nichts dreinzureden" hat, die uns aber mit ihren Klagen aufsuchen, weil sie anderswo nicht angehört werden. Ans diese Weife wurde uns folgender Vorfall zur Kenntnis gebracht: Am (». d. M. sollte nn Brigittenauer Tempel die Trauung eines bi\ni Handtverkerstande angehörenden Paares 'stattfinden. Das junge Paar hatte ihren Von Das Mische Gement in seiner Bedeutung für Deutschlands Wirtschaftsleben. In: „Deutschland. AkonatSschrifl für das gesamte Kulturleben Deutschlands" dewffeutlicht einer der bedeutendsten Nationalökonomen Deutschlands, Werner So inbart, eine Arbeit über das deutsclse Volkstum iu seiner Bedeutung für Deutschlands Wirtschaftsleben, die uns außerordentlich »nichtig erschei>»t. S. bespricht den Einfluß einzelner Volksstämme auf das Wirtschaftsleben Deutschlands und kommt da>»ir ausführlich auf den Einschlag jüdischer Elemente auf die Gestaltung unseres Wirtschaftslebens 31t sprechen- Er sagt: „Wenn man auch in der Abschätzung dieses Einflusses »licht so Ineit zu gehen bra»icht, »nie der größte Jude, de,» daS 19. Jahrhundert hervorgebracht hat, gart Marx, der schlechthin meint, das; „der praktische Jndengeist zum praktischen Geist der christlichen Völker geworden" sei ni»d „die Inden sieh insnlveit emanzipierl haben, als die Christel» zu Inden geworden sind", das; „das reale Wesen des Jude»» sich in der biirgerlichen Gesellschaft Nerivirklicht", daß mit andere,» Worten kapitalistische und jüdische Wirtschaft identische Begriffe seien, so tvird »na»» doch zugebe»» rnüssen, daß unser Wirtschaftsleben, »nie es sich im lv. Jahrhundert gestaltet hat, ganz nndenkbar lväre ohne die Mitwirkung der Inden. Stellt man sich auf den Standpunkt der neuzeitlichen Entwicklung des Wirtschaftslebens, betrachtet man die Entfaltung kapitalistischen Wesens und damit die Freisetzung starker produktiver Kräfte als eine,» Fortschutt, legt inan Wert auf den Rang, den ein Land heute auf dem Weltmärkte einnimmt, so kann man garnicht »nnhin, die Existenz indischer Wirtschaftssllbjekke als einen der grössten Vorzüge anzuerkennen, über die dieses Land in ethnischer Hinsicht verfügt: ff (c jnif »'existail p-is, il fandrait lllnbenler. (Wenn der Jude nicht existierte, müßte »na» itn, erfinden.) Das »verde ich wohl, nrnstritten »nie diese »vichlige Frage ist, etivas eingehender begründe»» müssen, so schlver es fällt, in böllig eii»>va»»dsfreier Weise hier die Zusammenhänge klar zu stellen. Ist es schon . in jedem Falle ein getvagkes Begiinie»», von eine»,» Volke oder einer Nasse bestimmte Eigenschaften ausznsagen, so erscheint dies bei dem jüdisMn Volke ganz besonders bedenklich: de»»n keil» Volk ist so voller Gegensätze, lvie diese ivurrdersame Nasse in ihrer bunten Mischung ans allerhand disparnten Ele»»»er»te>». n:ögensvLrhätt:»issen entsprechend eine Trauung vierter Klasse „bestellt". Der Trauungsakt lvar filr halb zwei Uhr nachmittags anberaumt. Pünktlich war das Brautlpaar mit den Hochzeitsgästen erschienen, denn es war ihnen bekannt, daß der Herr Rabbiner seinen: Unmut in sehr unsanftem Worten Ausdruck zu verleihen versteht, wenn ein Dritte Klasse-Bmutpaar nicht pünktlich erscheint. Unter den zahlreich erschienenen Festgästen waren auch einige christliche Berufskollegen des Bräutigams. Die Trauungszeremonie hätte Rabbiner Dr. Bach aus Hernals vollziehen' sollen. Es wurde zwei Uhr, drei Uhr, Dr. B a ch kam nicht.' Es war bereits ganz dunkel geworden, die Vierte Klasse-Beleuchtung reichte nicht mehr hin, man mußte noch einige Gasflämmchen dazngeben. Die obligate Absammlung, diese indirekte Steuer, von welcher auch die ärmste Trauung nicht verschont wird-, war auch schon abgeschlossen —- Dr. Bach war noch immer nicht da. Unter den Gästen machte sich bereits der Unmut laut hörbar, das Brautpaar wollte schon den Tempel verlassen — es war inzwischen 4 Uhr geworden — da ging man auf die Suche nach Herrn Dr. Vach. Nach 4 Uhr kam der Herr Rabbiner angefahren. Dies ist die trockene, ungeschminkte Tatsache. Wir geben hier die Segenssprüche, welche aus diesem Anlasse dem Kultnsvorstande und seinen Einrichtungen gespendet wurden, nicht wieder. Dieser Fall steht nicht vereinzelt da imbl ereignet sich stets, wenn Herr Dr. Bach ein Funktion hat. Wir wollen hierzu die Aufklärung geben: Die Traulingsail,Meldungen erfolgen bei dem „Sekretärssohne" Herrn F u ch s. Der junge Herr Fuchs ist eine Spezialität der Wiener Kultusgemeinde. Er ist! ein unbesoldeter Beamter der Gemeinde rmd hat verhälknismäßig mehr Einkommen, als der bestdotierte Angestellte. Er vertritt angeblich seinen. Vater, der schon längst hätte in Pension gehen solleir. Der junge Fuchs ist ein schlauer Herr und hat einen stark ausgeprägten Sinn für verwandtschaftliche Liebe. Herr Fuchs, der die Trauungsanmeldungen entgegennimmt und gewissermußen den Pmiöeien diktiert, wer die Trauung vollziehen soll — falls Dr. G ü d e m ann eine solche Funktion ablehnt, ist der S ch w a g e r d e s H c r r n Rabbiner Dr. B a ch. A u s diese Weise wird Herr Rabbiner Dr. Bach mit Geschäfte»: ü b e rb r d e t, während die anderen Rabbiner verhältnismäßig toenig zu tun haben. Wir wollen vorläufig aus das Benehmen dieses Herrin» Fuchs bei der Anmeldung von Aufgeboten, Trauungen, Beerdigungen nicht des nähere»: eingehen; es vergeht fast keine Woche, wo keine Klage gegen Jmmerhin »vird mau doch, benfc ich, »venu man (um lvieder mit Marx zu reden) nicht de»» „Sabbatjudcn", so»»der»r de»» wirklichen »veltliche» Juden, Jbcu „Alltagsjndcn" betrachtet, wie er doch allein für die wirtschaftlichen Verl»ält»»isse ir» Betracht kommt, einige tppische Charatterzüge feststellei» founeu, die in ihrer Bede»ltung für das Wirtschaftslebei» leicht zi» ermessen si»»d. Wieder»»»»» schei»»t »nir die Zeicb^nng des jüdische,» Nationalcharnkters, »vie sie der eigene große - lammesgenosse vorniinint, »licht völlig gelreu, wenn er sch»-eibt: „' welches ist der »veltliche Zug des Judentums? Das praktische Bedi rf»»is, der Eige»»n»itz. Welches ist der »veltliche Knlius dcS Inden? Der Schacher. Welches ist sein »veltlicher Gvtt? Das Geld." Aber mir scheint doch, das; »vesentliche Seiten des jüdischen Wesens, »venu auch stark stilisiert, in dieser» Sätzen richtig bestimmt sind. Ich möchte in etivas anderer Fass»n»g drei Seiten des jüdischen Nativnalcharakters als besonders bebeutfam für die Rolle betrachten, die die Inden in» nivderne»» Wirtschaftsleben spielen: daS Vorlvalten des Willens, de»» Eigemmtz und die Abstraktheit ihrer GeisteSbcschaffenheit. Daß in der jüdischen Nasse die herbvrstechcude Eigenschaft ein durch nichts von seinen» Ziele abznbringender Wille ist, baeiu stinunen alle aufueerksainen Beobachter überein. Die Zähigkeit, mit der der Jude einen Vorsatz a»isführt, befähigt ihn aber in eininentein Maße dazu, im Wirtschaftsleben, ich möchte sagen, eine große dhnamische Wirtimg ansziiüben: Schritt vor Schritt, unentwegt, zieht er seine Straße; ans nieist kleinsten Anfängen, »vie »vir alle wissen, durch alle Stufen der wirtschaftlichen Tätigkeiten hindurch, sie alle einzeln d»rch»nessend vom Nächstliegenden zinn Naheliegenden schreitend, ohne sich durch noch so viele Widerwärtigkeiten irre »»»achen oder abschrecken zu lassen, die kleinsten Vorteile »vahrnehineiid, klettert er in die Höhe. So oft ihn Mißgeschick ereilt, innner ivieder rappelt er sich ans. Wie die Katze fällt er immer auf die Beine. Der starke Familiensinn, die große Nüchte»'i»heik der Lebei»sführnng (so lange er noch nicht am Ziele ist) befördern seine Bestrebungen; »vas er selbst nicht erreicht hat, t»nrd der Sohn, »vird der Enkel erreichen. Jm»ner »mberdrvssen »veiterl Jinmer betriebsan»! Ein rechter Sauerteig! Eng im kstlsannnenhang mit diese»»» starken Willen steht die nnziveifelhafte Veranlagung der jüdischen Rasse zmn Eigennutz oder, »vie es Marx nennt, praktischen Bedürfnis- J-edermai»n kennt den Arissprnch eines andern größten Staiiunesgeiiossen — Spinozas —: „Um das, »vaS »vir zi» »mserin Heil und 31t unserer Ruhe fordern, zu erlangen, bedürfen »vir keiner andern Gi'imdsätze als allein, daß »vir das beherzigen, »vas zu nuferem eigenen Vorteil gereicht." Wenn wir so viele Inden mit gerade entgegengesetzter Denkweise fi»»den, n»»t ei»»em, fast kan»» man sage», überspannt diesen mrbesoldeten Beamtei: bei uns einlaufen lvürde. Wir nehmen keinen Anstand, hier zu erklären, daß wir ge geil die persönliche Ehrenhaftigkeit des Herrn Dr. Bach nicht das geringste vorzubuiNgen haben, wir können es am Ende auch begreiflich finden, daß Herr Fuchs nicht die Charakterstärke besitzt, feine! Stellung. nicht zugunsten seines Schwagers auszunützen, aber eine andere Frage ist es, 0 b der K! u l t u s v 0 r st a n d s 0 l ch e Z u st ä n d e d n ld e n d a r s und ob es denn Prestige des Vorstandes und des Judentnins überhaupt zuträglich ist, trenn sich solche Skandale wie der oberwähnte, täglich wiederholen? Wir stellen mm kraft unserer publizistischen Vollmacht und namens der vielen Tausende, die dirrch das gerügte Vorgehen in ihren» Ehrgesiihl tief verletzt werden, in» Namen des Anstandes und' mst Beruftn:g auf das demokratisch-jüdische Prinzip, das ursprünglich allen jüdischen Enlrichtunigein eigen war, an den löbl. Vorstand der Wiener Kllltusgelneinde das Ersilchen: 1. Den vorliegenden Fall einer eingehenden Untersuchung zu: unterziehen, den Schuldige»». disziplinariW z»» bestrafen und das Ergebnis der Nntoifuchung zu verösfentlichen, damit aus den» P»»blikun» die Ansicht schwmde, daß der löbl. Vorstand seinen Lie'bl»»»gsbeainten gegenüber das Unterstützuugssystem herrsche»» lasse. 2. Da, wie wir hören, Herr Fuchs jun. munnehr al-5 besoldeter Becnnter in den Dienst der Gemeinde trete:» so.!, »nöge der löbl. Vo»sün»d zur Venchigung des Publikums den genannten Beamtm nicht länger in seiner bisherigen Funktion belassen und ihn» ein Tätigkeitsgebiet überweisen, ans welchen:» er eine::» inneren Kampfe zwischen tllechtsgesühl und Verwandtschnftsliebe »veuiger ausgesetzt ist. 3. Möge der löbl. Vorstand angesichts dieser ärgerniserregenden Zustände eirdlich eii:n:al daran gehe»:, daß die Funktionen der Rabbiner nach Bezirken geregelt werden, »:nd 4. dafür sorgen, daß jeder Ternpel auch seine eigenen Funktionäre besitze. Was ItH'»1 hier vorgebracht haben, sind erwiestne, drirch nichts hinwegzrrlcugnende Tatsachen. Wir habe:» mit Ausnahme des Brautpaares, das wir nicht an de:» Pranger stellen wollten, dessen Name aber den» löbl. Boirstande bekannt ist, die betresseuden Namen genannt. Unsere Forderungen sind gerecht, und ta»lse:»de von Juden harren der Erledigung. altrriistischc'n Sinne, einer rigorosen Selbstlosigkeit »md zelotisthenc Eifer gegen alles eigensüchtige Wesen, so dürfen »vir gerade ans diese»» Neaktio»scrschei»i»mgen a»»f die Existenz des gekennzeich»»etei» Nationalcharakterz»iges schließen. Mai» hat oft »md »nit Recht hervorgehoben, »vie gerade das »vahrhast heroische Prophetentmn, das einzelne Angehörige der jüdischen Nasse auszeich>»et, eine volkliche Veranlagung vora»lssetzr, die in ganz besonders hohen» Grade das Bnswredigen herariSfordern »mißte. Hier iutereffiert uns mir de» Zrisarnrnenhang ztvischen diesem eigennützige,» Gr»n»dznge und der Bedeutung der Juden für das Wirtschaftsleben. In den» Maße, lvie in diesem die reine GeschäfrSinvral zur ausschließlichen Gelnmg gelangt, der Grniidsatz als selbstverständlich »»»erkannt »vird, daß »»»an alles darf, »vas man kann (innerhalb der manchmal sehr dehnbaren strafrechtlichen Schranken) — und das gilt irr» »vesemlichen henke — müssen, das ist »viedernm klar, sich Vorteile für eine Rasse ergeben, die in besonders hohen» Grade eigennütziger Gesi»nm»»g fähig ist. Hiermit hängt »vvhl and) daS zusammen, »vas »nun als Skrupellosigkeit im jüdischen Wesen bezeich»»ek. Der Jude pflegt lveniger peiiilicl» in der Wahl der Mittel zu sein, die ihn zum Ziele führen. Daher ist er a»»ch ein Virtuose der Reklmne. Aus deee»»> richtiger und a»»sgiebiger Anivendung beruht n»»n aber ivieder»»»»^ heriiigei» Tags ein großer Teil des »virlschaftliche»» Erfolges, lvciL eine Haiiptkniisl darin besteht, die K»ii»dschaft 31t sich heranznzieheuh Das alles aber lvürde noch nicht genügen, »nn die gewichtige Rolle zu erklären, die der Jude in» modernen Widschaftoleben spielt. Was vielmehr noch in besonders hohem Maße ihn zu dieser Führerrolle befähigt, isc die genannte dritte Eigenschaft: seine abstrakte Veranlagting. Daß diese ihn in der Tat anszeichnet, ist niemals bestritten »vorden: die jüdische Religion ist der schlagende Betveis dafür. Diese abstrakte Denkart, die gleichbedeutend ist »nit I»»- differenz gegenüber Snalilätsiverten, llnfähigkeik, das Konkrete, Jndivid»ielle, Persönliche, Lebendige z»l lvürdigen, nmßte nun aber i>» ihrer Amvendnng ans die Welt der materiellen Kiiltnr »vie von selbst ihr Slnnbol in dem Gelde finden. Im Geld sind alle Qualitäten der Gebranchsgüter ansgelöscht, sie erschei»»en munoch in gnantitativer Bestimmtheit. Nicht »velchen persönlichen Mut ein Ding besitzt, »vas es Inert ist, sondern »vie viel es tve»'t ist, kommt in dem Gelde znm Ausdruck. Es ist daher inehr als historischer Z»lfall (der selbslverständlich stark »nitgespielt hat, svfer»»e durch eig.,:- artige soziale Verhält»»isse die Inden sahrhunderielaitg auf Geld geschäfte beschränkt waren), loeiin rrir in jüdischen Kreisen noch heute eine starke 1leber»vert»mg gerade des Geldes und seines Besitzes finden. Es kommt barin aber (um noch einmal in der bildlichen Sprach»»' zr» reden, bereu sich Marx bedient) „das Bekenninis