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Jüdisches Volksblatt · 1902-12-05 · 49 (5.12.1902) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
49 (5.12.1902)
Date
1902-12-05
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 49 Nr. 49 und diesen auf eigene Die Arbeit tRatfyaug: um den Zeichnender Kurse Stunde — rn die zahlurch schon nicht bloß auch eine jüdischen Wender, .Picker, cetung der der Voreröffnete, tud. jur. den Wert eiter Der so schwer Geistestllur der »würdigen glied der hend den genstände n 15—20 rden. In den. Als Zephirah" sprach in ctum und Jlai und aßbinder, hervormrchivegs;riff hiertobte das 3101V stig reich :tu§s und Deutsch- , für die rveau zu rkennung Czerno- Arbeiterhloß mit assenhast der Vor- Verhalten iterkursen kourgeors Werk der tchen der aus- Zionsturarbeit > Sudelsie für ürdiger irmischer . An» haben rn am . me an israelistehende ern der es. Die »ttgefun- ^reitischeinem u entchniker, schränktorate Brette chnikern ehr als inlichen dahin vom Be- , amm- Präses sönlich Wien, Freitag: Jüdisches VoJksbJaff- 5. Dezember '902 9l?;b 5 rischen ischen dem der aische derelche staatäußehmen. und Mißschaft ffeher» lichen Herden und ihren durch nur aber hung oliti- Nolfür sie geheus un er hrer in!)aft nicht untätig zu verharren und sich »licht »hre akademische Jugend einigen Strebern zuliebe durch Billigung llnd Duldung derartiger Gewaltstreiche zu entfremden." Ein jüdisches Regiment. Kaiser Josef ll. ordnete »»»» Jahre 1788 an, daß auch die Juden zu Kriegsdiensten verwendet werden. Bezüglich ihrer Wehrpflicht haben sie sich den allgemeinen Normen zu fugen. Cie können Unteroffiziere, ja sogar Offiziere werden. Am 12. Mai 1780 wurden die ersten jüdischen Rekruten zur kaiserlichen Armee in Prag eingereiht und den Traintruppen zugeteilt. Gegen Ende des Jahres dienten schon 2500 jüdische Soldaten in der Armee. Kaiser Josef bildete eilt nur aus Juden bestehendes Regiment, zu welchem die Juden aus allen Teilen des Landes, besonders aus Galizien, herbeiströmten. Das jüdische Regiment wurde in Prag gebildet und vom berühmten Oberrabbiner Landau gesegnet: der ehrwürdige Greis hielt vor dem bei der Kaserne aufmarschierten Regiments folgende ergreifende Ansprache: „Brüder! Ihr, die ihr meine Brüder seid und inliner bleiben werdet, so lange ihr ehrlich und gotcesfürchtig sein werdet! Gott und der allergnädigste Kaiser wünschen es, daß ihr zu Kriegsdiensten verwendet »verdet! Ergebet euch eurem Schicksale, gehet ohne Klage, gehorchet euren Vorgesetzten; seid treu aus Pflicht und geduldig aus Gehorsam. Aber vergesset nie eure Religion, schämet euch nie, unter so viel Christen Juden zu sein. Betet gleich beim Ausstehen zu Gott, denn Gottesfurcht geht vor allem. Selbst der Kaiser muß zu Gott beten und alle seine Diener lobpreisen täglich den Schöpfer. Seid in eurem Herzen treu gegen Gott, kehret der Religion eurer Väter nie den Rücken und dienet unserm allergnädigsten Kaiser mit Hingabe und Opserfähigkeit. Verschaffet euch und eurer Nation Anerkennung und Ruhm, daß jeder sehe, daß unsere bisher unterdrückte Nation den Laudesherrn liebt und im Notfälle auch das Leben opfert. Ich hoffe, daß wir durch euch, »venu ihr euch tapfer haltet, rvie es alle Untertanen sein sollten, auch noch das halbe Sklavenjoch, das uns drückt, abschüttelir werden. Wie groß wird euer Ruhm sein, welche Anerkennung werden Euch eure Glaubensgenossen und alle Untertanen zollen! vlun will ich euch noch meinen Segen geben: Der Herr behüte und beschütze euch Diese Neuerung scheint nur eine Organisationsprobe gewesen zu sein, welche auch als solche interessant ist, nachdem selbe . ein allein dastehendes Kuriosum. Wo dieses Regiment dem Feinde gegenüber stand, lvann und warum es sich auflöste, ob es dem Wunsche des Oberrabbiners Landau entsprach, darüber weiß man nichts Genaueres. Wien. („Verein j ü d i s ch e r H a n d e l s a n g e stelltet.") Mittwoch, den 10. d. M. um 8 Uhr abends findet im „Cafo Orient", II., Praterstraße 66, die konstituierende Generalversammlung statt. „Hilfsvereirr für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien." Die Versammlungen der Wiener und der auswärtigen Ortsgruppen des „Hilf Vereines für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien" haben fast alle stattgefunden. In allen wurde der Bericht über die Hilfsaktion des Vereines mit Anerkennung und Dank ausgenommen. .Zu der Montag den 8. Dezember 1902, 10 Nhr vormittags in des Lokalitäten des Humanitäts-Vereines „Wien", I., Universitätsstraße ch stattsindenden Generalversammlung wurden die Delegierten gewählt. Tagsznvor, am 7. Dezember 1902, um 10 Uhr vormittags findet in denselben Lokalitäten die Sitzung der V er ein sleitung st a t t. Positive Arbeit. (Israelitische Landeskammer.) Die Minierarbeit gewisser Herren, welche die Bemühungen, die 40 Kultusgemeinden in Böhmen zu einer Kultuövorsteher-Landestammer zu verbinden, untergraben wollen, ist an einem neuen Wendepunkte angelangt. Rabbiner Dr. Simon Stern in Saaz hat das „Unabhängige Journal" in Prag dazu akquiriert, um unsere Errungenschaft ungeschehen zu machen. Es ist natürlich, daß zu einer solchen Aktion wie die Einrichtung der Israelitischen Kullusvorsteher-Landeskammer nicht die Ansicht eines Mannes und auch nicht von zehn Männern hinreichen kann und daß vorher ein.; Aufklärung über die Ziele erforderlich ist; anders ist jedoch die Sachlage, wenn in einer seinsollenden freundschaftlich formvollendeten Weise Rabbiner Dr. Stern unsere Bemühungen lobt und schließlich sagt: „Der bestehende Prager Gemeindebuud solle sich als konstituierende Versammlung erklären und den Rabbinerverband, dem der Prager Oberrabbiuer als Mitglied angehört, auffordern, in diese konstituierende Versammlung als Rabbiner-Kurie einzutreten." Wie stimmt das mit unseren Maßnahmen? „Tue recht und scheue niemand", ist unser Sprichwort; also heraus mit der Wahrheit! Wir sehen folgendes: Der Herr Oberrabbiner von Prag, mit dem Herrn Rabbiner Dr. Stern, denken oder sagen verblümt: „Verehrter, bestehender »nchtsiverter Gemeindebund in Prag: Wenn du uns — Rabbiner — bittest, in deine Mitte einzutreten und mitzuwirken, so bist du gerettet und die in Aussicht stehende neue Kultusgemeinde, Bereinigung geht ihrem Ende entgegen." Es muß hier bemerkt werden, daß wir zur positiven Arbeit bereits früher einen Slatutenentwurf ausgearbeitet habe», der die Ziele der neuen Vereinigung, der Kultusvorsteher-Landeskammer, klargelegt hat. Auhew E m e s, der wahrscheinlich mit Rabbiner Dr. Stern in einer sehr nahen Verwandtschaft steht — wir möchten fast sagen, eine und dieselbe Person ist — will, wie er schreibt, unsere Bemühungen auch mit feinem Wissen und Können fördern und ist der Meinung, daß w>r ihn nicht verstehen. Ja, er reicht dem Prager Bund die rechte Hand und will, daß wir seine linke ergreifen. Zur Vereins gung der Kultusgememden in ein großes Ganzes, welche zur positiven Arbeit geeignet erscheinen soll, ist vor allem nötig, die Kultusvorsteher zusammenzubringen. Diese Arbeit hat sich der Proponent zur Aufgabe gestellt. Es ist selbstverständlich, daß dann auf die Hilfe aller maßgebenden Kräfte, ob nun der Herren Rabbiner, der Herren Lehrer oder allerVereinsvorstände, gerechnet werden muß! Daß aber bereits heute ausgesprochen werden soll, daß die Leitung dieser Vereinigung mehr oder weniger dem oder jener» obliegen muß, damit wäre der maßgebenden Entscheidung vorgegriffen. Rabbiner Dr. SimonS t ern- Auhew Eines will es jedoch gar nicht darauf ankommen lasten, daß die Kultusvorsteher zur positiven Arbeit Zusammenkommen und daß dieser Herr die Folgen seiner Einsprache zu beurteilen weiß, beweist uns seine treffliche Schreibeweise: „Bund in Prag, entschließe dich schnell — sonst werden wir andererseits zugreifen", so lautet der Refrain des Rabbiners Dr. Simon Ster »»-Auhew Eures. Wir fragen somit die Herren Kollegen: Was nun? I d n o b. Aus Kolomea. (T o yn b e e-A b e u d. Sp r a ch kl ub.) Samstag am 22. d. M. veranstaltete der hiesige zionistische Verein „B e t h Israel" wie allwöchentlich einen T o y n b t e* Aden d. Schon vor der beftjrnmten und voraus astichierten Zeit versammelte sich die Menge der Besucher. Um 8 Uhr, als von den Besucher,r schon viele anwesend waren, unter denen die Damenwelt stark vertreten war, bestieg der erste Redner, Herr Akademiker Emanuel Geber, die Bühne. Derselbe hatte bis nun noch keinen Vortrag in der Oeffentlichkeit gehalten, und diesmal rvar es daher das erstemal in seitdem Leben, daß er vor einem so großen Publikum auftrat. Für einen Anfänger wie er war daher dieser Vortrag zieinlich gut. Er sprach über das Thema: „Eirr Blick in die jüdische Geschichte zur Zeit der Entstehung des Islams." Nach diesem Vortrage wurde Tee gratis an jedermann verabreicht, welches der Wirt und die Wirttu, Herr Wieder und Frau, nnt großem Eifer besorgten. Nach dem Tee-Trinken bcstreg noch der zweite Redner die Bühne. Herr Präsident Dr. Salomon Rosenheck setzte seine partiellen Vorträge, die er schon seit Beginn der diesjährigen Toyubee-Halle an jeden» Abend derselben vvrträgt, fort. Er spricht niemals so gut wie bri den Toynbee-Abenden, da er an deusetben ausschließlich fachmännische medizinische Vorträge hält. Und mit solcher fachmännischen Rede endete der vielbesuchte und höchst gelungene Abend. Es waren so viele Besucher, daß die Vereinslokalitäten für viele keinen Raum mehr hatten, die daher im Vorhauss stehen bleiben oder umkehren mußten. Es ist zu wünschen, daß diese notwendige und nutzbringende Institution gedeihen und sortdauern möge, .rrna-p — Auf Anregung der zionistischen Jugend mit Dr. Gelba r d an der Spitze wurde hier ein „Hebräischer Sprachklub" gegründet, welcher aus älteren und jungen Teilnehmern besteht und zur Aufgabe hat: Hebräische Konversationsstunden abzuhalten; aus der bisnun nur hebräischen Schrift- und Literatursprache auch eine lebende Mundsprache zu machen. Der Anfang wurde schon am 16. d. M. im Biblrothekzinrmer des Vereines „Beth Israel" gemacht. ES wurde von 8 bis 11 Uhr abends hebräisch gesprochen und debattiert, wobei auch der hebräische Schriftsteller Herr S. Silberbusch aus Wien, der zufällig damals hier war. teilgenommen hatte. Neulich ist noch ein sonst sehr wichtiger Antrag zugelassen, und zwar: Um die hebräische Mundsprache fordern zukönnen, war, es vorteilhaft, jeden Abend im oberrvähnten Verein das -j jn und yißbn* Studium vorzunehmen, ein Antrag welcher hoffentlich auch Früchte ernten wird. rr\-n irr '^.Es sei noch an dieser Stelle der Verwaltung des Vereines „Beth Israel", die ihren Pflichten neben dem nationalen und zionistischen Gedanken auch der hebräischen Sprache nachzukommen weiß, ein po iw-" ausgesprochen. .3arj3 Rabbiner Tuszmamr Svfcr Das Judentum in Ungarn, in deren Mitte der nationale Gedanke als die Triebfeder aller religiösen Einrichtungen anerkannt wird, ist von einem sehr harten Schlage heimgesucht worden. Rabbiner S u s z m a n n S o f e r ist heute Montag, am Neumonde des ersten Tages Kislev, während man in der Stifts- Synagoge des „Talmud-Verrines", wv der Verblichene das Gotteswort in seiner »»»»gefälschte»» lauteren Reinheit in begeisterter Hingebung volle neun Jahre verkündete, das Morgengcbet verrichtete, nach kurzer Krankheit im Alter von 51 Jahren verschieden. Ich bin über den großen Verlust, den das religiöse nationale Judentum uns in Ungarn getroffen, so sehr ergriffen, denn der Zaddik war der beredteste Verteidiger der ungefätschten geoffenbarlen nationalen Lehre, daß ich jetzt nicht in der Srimmung bin, den Verblichenen in seiner ganzen Größe zn schildern, „'nab“ nahm er unter den „crasn,,, ■’Tabn" den ersten Rang ein und als „janV' im religiös - nationalen Sinne stand er unübertroffen da. Er verstand es, auf das Gemüt der Zuhörer mächtig zu wirken. Die kleine Stifts-Synagoge war stets bei seinen Vorlrägen gedrängt voll und seine Worte waren von nachhaltiger Wirkung und der nationale religiöse Gedanke nahm täglich im Kreise seiner Zuhörer zu. Nun sind die Lippen geschlossen, jedoch sein Andenken wird in unserer.' Mitte fortleben. K a i m P o l l a k. .rrnxjri Enquete über jüdische OrLenLkolouisation. Der „Verein zur wirtschaftlichen Erforschung Palästinas", welcher im Vorjahre unter der Leitung bewährter Freunde des jüdischen Kolonisationswerkes i» Berlin entstanden ist, versendet soeben eine Serie von Fragebogen, welche den Zweck hat, dem bis jetzt so schmerzlich empfundenen und für die bisherige Kolonisationstätigkeit so verhängnisvollen Mangel an zuverlässigen wirtschaftlichen Informationen betreffs Palästinas und der umliegenden Länder abzuhelfen. Die Enquete wurde von den Mitgliedern des Berliner Komitees Leo Mozkin, Dr. Alfred N o s s i g, Davis T r i e t s ch ausgearbeitet und nach den Angaben der auswärtigen Mitglieder des Komitees, Dr. U. G i n s b e r g (Achad-H a a m) in Odessa, A. Aarons o hn, Dr. S. S o s k i n, I. Treidel und Dr. H. Jose in Palästina ergänzt. Sie besteht aus folgenden Fragebogen- Serien : A. Allgemeine Fragen über die Methode und den Umfang der jüdischen Orientkolonisation. B. Detailfragen: J. Landwirtschaftliche Kolonisationen, a) Das Gebiet der jüdischen Kolonien, d) Die von der jüdischen Kolonisation noch nicht berührterr Gebiete. II. Btäbte und Industrie. Eine aufmerksame Prüfung der Enquete läßt es erkennen, daß sie einerseits allen wissenschaftlichen Forderungen der Volkswirtschaftslehre, andererseits allen Eigentümlichkeiten der Orientverhältnisse und des jüdischen Emigrationsmaterials Rechnung trägt. So ist zu hoffen, daß die sorgsam vorbereitete Enquete wesentlich dazu beitragen wird, eine neue, gesunde und zielbewußte Kolonisationstätigkeit ins Leben zn rufen. Die Ergebnisse der Enquete, welche in wenigen Monaten vorliegen werden, gedenkt der Verein einerseits für eine grundlegende wissenschaftliche Publikation, andererseits für einen populären Führer für jüdische Emigranten nach dem Orient zu verwerten. Die Enquete wurde an alle kompeteuten Persönlichkeiten, deren Adressen dem Vereine bekannt waren, verschickt. Personen, welche sich für die Enquete interessieren und denen die Fragebogenhefte nicht zugekourmen sind, erhalten dieselben auf Verlangen von der Expedition der Zeitschrift „Palästina", Berlin- Halensee, Ningbahnstraße 125. Am Sonntag den 16. v. M. hielten der Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands und nachher die Bodenkultur-Gesellschaft m. b. H. ihre Hauptversaunnlung ab, in welcher Berichl über die Tärigkeit im verflossenen Jahre erstattet und dem Vorstand des Vereines, resp. dem Aussichtsrate und dem Geschäftsführer der Gesellschaft Entlastung erteilt wurde. Die Verhältnisse des Vereines haben sich rvesenllich gebessert; er zählt jetzt 47 Ortsgruppen mit 1400 Mitgliedern und hat ein Einkommen vorr 6800 Mk. (gegen 0700 Mk, V.). DaS wichtigste Ereignis des Vereinslebens im verflossenen Jahre war die Gründung der Bodenkultur-Goseklschaft rn. b. H., die ihrerseits das Gut Neuhof erworben hat. Die Gesellschaft ist das Organ des Vereines, durch welches er seine Bestrebungen ins Praktische Umsetzer» will. Sie wurde rnit einen» Stammkapital von 20.000 Mk. begründet und weitere 50.000 Mk. rvurden ihr von eilten» Vorstaudsmitgliede des Vereines vorgeftreckt. Anr Sonntag rvrrrde das Stamrnkapital aus 40.000 Mk. erhöht. Sowohl der» Bereirrsmitgliedern wie den Gesellschaftern, wurden von dem, Vorsitzender» Herrn Obernmtinanr» Cohn rrnd den» Geschäftsführer der Gesellschaft, Herrn Mühlenbesitzer Rosenthal, eir»gehe»»de Mitteilungen über das Gm Neuhof urid seine Einrichtungen gegeben. Das G»»t hat zrvar leichte»» Boder», ist aber doch iir verschiedener Hinsicht sehr geeignet als Lehr- »rnd Lervg»»t. Die Ernte »var eine befriedigende und hat erwiesen, daß Neuhvf die erivartele Rentabilität nufrveisen »vird. Es sind Bauten für die Eleven errichtet und die Aufnahme »vird vom 1. Jänner 1003 ab erfolgen können. Die Eleve»» »verden unter der Leitung eines tüchtigen Fachmannes praktisch die Landrvirtschaft von Grund auf erlernen irud im Winter theoretischen Unterricht von Lehrern der Ackerbauschule in Samter erhalten. — Zwischen dent Verein und der Gesellschaft rvurde ein Vertrag abgeschlossen, nach »velchern sich der Vereiti «auf sechs Jahre verpflichtet, im Umfange feiner verfügbaren Mittel d>e Bodeukiiltu,'-Gesellschaft »n. b. H. bis zur Höbe von 3000 Mk. jährlich zn s>»bve»»tioniere»r, wogegen sich die Gesellschaft verpflichtet, für je 750 Mk. der Subvention einen der von dem Verein ihr empfohlenen und von ihr für tauglich befundenen Eleve»! unentgeltlich in Pension zn nehmen und auszubilden". Sehr bcachteusiverte Warte enthalten die Schlußsätze der beiden Jahresberichte, die rv:e folgt lauten: „Wir halten unsere Tätigkeit mit den» Ankauf und der Bewirtschaftung des Gutes Neuhof nicht für abgeschlossen, »veil es uns einerse»ts nur als Lehrgut die»»-:»» soll, andererseits »vir bereits jetzt nitser Angen- »uerk darauf richten müsse»», zivecks späterer Ansiedelung u»»serer ausgebildete»» Zöglinge einen größeren Besitz zu errverbeu oder eventuell den vorhandene»» gegen einen solchen »nnzutauscher»." Berlin. Die ueugegründete zionistische Verbindung „Hasmonäa" trat an» 18. November d. I. mit einem äußerst würdevoll verlaufenen Antriltskommcrs, z»» de»»» sich zahlreiche zionistische Akademiker u»»d die Spitzen der zionistischen Bewegung Berlins eingefunden hatten, zu»»» erftenmale vor die Oeffenclichkeit. Der Erstchargierre »tuä. phil. Rose»»l> er g, begrüßte die Gäste und gab seiner lebhaften Freude darüber Ansdruck, daß die Vertreter einer großen Anzahl jüdischer Vereinigungen zu der Feier erschienen waren. Nach Absrnguiig dcs Brrndesliedes hielt aninl. Auerbach die Tendenzrede, die in geistreicher Weise den Zionismus als Kampfplatz und Rnhestätte darstellte. Nachdem der Erstcharzierte des Vereines jüdische»c Studenten die Hoffnung auf einträchtige Znsan»»i»e»»arbeil der einander ver-.vaiidten Korporationen ausgesprochen hatte, ergriff der Vorsitzende der „Berliner Zionistischen Vereinigung", das Ehrenrnitglied der Verbi»»dung, Dr. 5t l e e, das Wort, um ün Namen des deutscher» Zentralkomitees die Verbindung zu beglück- »vürrschen. Er betonte die unendliche Bedeutung einer zionistischen Studentenverbindung in Deutschland. Seine R^de gipfelte in der eindringlichen Mahrrung, stets den Zionismus über die eigenen studentischen Interesse»» zu stellen. In» Aufträge der „Berliner Zionistische»» Bereinigung" sprach Dr. Leszynsky und erörtete die Aufgaben, rvelche die „Hasmonäa" im Berliner zionistischen Leben zu erfülle»» hat. Herr Universitätsprofessor Dr. Rosin überrnitrelte der „Hasmonäa" seine besten Wünsche »»nd drückte seine freudige Anerkennung über das »viedererwachte Selbstbervußtsein der jüdischen Studentenschaft aus. Aus der Reihe der „Hasrnonäa" hob danrr smd. phil. Leszyns ky die Verdienste der alten Herren honoris causa um die Gründung der „Hasrnonäa" heror. Herr Recchtsanrvalt Dr. H a u s k a dankte in" deren Namen und brachte einen mit Begeisterung aufgenvlirnrenen Toast aus Dr. Herzl aus. Nachdem noch der Vertreter der deirtschen Reichslüge („B'nei B'rith") und der Vertreter des Turnvereines „Bar 51ock)ba" die „HaSrnonäa" zu ihrer Gründung beglückwünscht hatten, schloß der offizielle Teil, an den sich eine fröhliche Fidulität schloß, aus der »vir nur die prächtige launigernste Arrsprgche vor» Dr. Heinrich Löwe hervorheben »vollen. Welch freundliche Aufriahrue die „Hasmonäa" in leitenden zionistischen Kreisen ued unter den jüdischen Universitätsprofessoren gesunden hat, beivieser» die überaus zahlreich eiilgelaufenen Telegramrue und Briefe, so von Dr. Herzl, Dr. Nordau, D. W o l f f s o h n, von den Professoren Marburg, L a n d a u, L e v i»», A l b u, von der»» Maler Professor Max Liebermann und von den »neisten gesinnungsgenössischer»^ Studentenverbind»»ngen. Z e r a t Die „Krenz-Zeitnng" in Berlin, die sonst brüderlich mit den Antisemiten zusammengeht, ist »venig erbarit über den Beschütß der Deutsch-sozialen Reformparte» und des Deutschen Volksbundes, in einer Reihe konservariv vertretener Wahlkreise, darrrnter auch in Neustettin, Schlochtau-Flatow, Meseritz-Bomst, Pyritz und Sterrrberg, eigene Kandidaten aufzustellen. „Durch dies Vorgehen", schreibt sie, „»vird bei der» Korrservativen selbstverständlich nicht die Geneigtheit gefördert »verden, antisemitische Kandidaturen in anderen Wahlkreisen zu unterstützen." Die „Kreuz-Zeitrmg" hat unrecht, sich zu entrüsten. Nachdem die Konservativen seit dem Tivoli-Programm eine so vorzügliche Vorfrucht des Antisemitismus abgegeben haben, können sie sich nicht »vundern, daß der robuste jüngere Bruder sie zu depossedieren sucht. Auch liegt in diesem Falle der Knüppel beirn Hunde; denn in fortgeschritteneren Wahlkreisen haben die Ar»tise»»»»ten wenig zu suchen und noch »veniger zu finden. Ei»» Kartell vor» Deutschen und Polen bei einer Stadt- Verord»»etetttvahl — »ver hätte das gedacht. In Briefen ist dieses zustande gekommen, und zwar gegen die Juden. An Stelle von 5 Juden, die ausschieden, »vurden 2 Deutsche, 2 Polen und 1 Parteiloser geivählt. Die sächsischen Antisemiten sehe»», so schreibt man aus Dresden, der» nächsten Reichstagsrvahlen, trotz der starken Fahnenflucht, die gerade diese Partei erlitten hat, »nit großen Hoffnungen entgegen. Wie der ehemalige Reichstagsabgeordnete Zimmermann als Vorsitzender des in Meißen abgehaltenen Parteitages der deutsch-sozialen Reformer Sachsens betonte, halten sie es für möglich, den Sozialdeinokraten die Wahlkreise Dresden-Altstadt, Döbeln und Zschopau-Marienberg zu entreißen. In Meißen- Grvßenhain-Riesa »vollen sie wieder Gabel, in Pirna L o tz e, in Bairtzen Gräfe oder Z immer mann, in Chemnitz eineir Zählkandidater» aufstellen und in Leipzig wollen sie Hasse unterstützen. Doch bitten sie sich von den Nationalliberalen in anderen Wahlkreisen dafür Elltgegenkominen aus, das sie augenscheinlich besonders im Wahlkreise Dresden-Altstc»dt uicht hoch anschlagen, wo bekanntlich die durch Kartell zur Unterstützung verpflichteten Nationalliberalen der reforinerischen Kandidatur Häckel sehr »veriig Sylnpathie entgegenbringen. St. Petersburg. DaZ ritssische Ministeriunr des Innern beabsichtigt, ivie die „Ilowosti" berichteit, allmählich eine Revision der gegenwärtig bestehenden Gesetzesbestimmungen über die Juden vorzunehmen. Zuerst ist, diesein Blatte zufolge, ein Gesetzprojekt in Vorbereitung, nach welchem Juden der Landerwerb in sämtlichen Gegenden Rußlands gestattet werden soll, mit der Beschränkung indessen, daß das zu erwerbende Landstück gewisse kleine dkormeit nicht überschreite und daß der Ankauf in jedem einzelnen Falle die administrative Genehmigung erhalte. Der Ankauf von Landstücken bis 31t 30 Deßjakinen soll der Bestätigung des örtlichen Gouverneurs unb bis zu 50 Deßjatinen der des Ministers des Innern unterliegen. Der Erwerb von mehr als 50 Deßjatinen ist nur mit besonderer Genehmii

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