Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1902)
- Issue
- 49 (5.12.1902)
- Date
- 1902-12-05
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 49 Nr. 49 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 5. Dezember 1902 Seite 3 Schönerer soll keine regrüßt es n mit den r jttdisch- Verdienst, begegnen, jüdischen aus der nicht auses Doktor rt bereits n. Ihrer jüdischen m werden t nk aus icklich zu iös - zeeibeit ger Fahme Lieb e." kölnischen ändigung nung der >o einen Kahn l u t i o n meldet: i s ch e n nämlich ff entlief) m Behüben Senate ennung Zwecke berufen tützung s, der seit für kel XIX f gctt ermorde tpieren re sich emand " Auf! zum halten, n. Es reifen, sitätslzielte, polnit Geralität ) mir : Zioit der öoktor. n: erd, bet n und varen, bbiner > nicht erden, iß der überh dev I entveren die en ja i> gar >alten sogar evers :t eri die t als nsten atzen. F. Nraz. »eirat tten--> national-jüdischen Jugend sozialistischer Gesinnung. Alle Welt nröge erfahren, das; wir keine Maske tragen und feine tragen wollen, wie unsere Polen-Kollegen nt. 5k. in Lemberg, die wahrscheinlich hoffen, das; man ihre kosmopolitisch-assimilatorischen Bestrebungen mit einer Staatsanstellitng bezahleit werde. Nur so weiter, meine Herren! Wir rverden scher;, wer siegen rvird, wir mit unserem Nationalstolz und Offenherzigkeit, oder ihr Kriecher imd Komödianten. Die Zukunft gehört uns aller: und s i e rvird die gerechte Richtern: sein. M. B. Krakauer Kries. (Sonntagsruhe, jüdische Findelkinder, eine Konferenz der Vor st ä n de jüdischer Kultusgemeinden.) Der bei der sozialpolitischen Kommission des Reichsrates bereitliegende Antrag betreffs der 36 st ü n d i g e n Sonntagsruhe in ganz Oesterreich hat bei den Juden hierzulande eine begründete Beunruhigung hervorgerufen. Zufolge der Jndustrielosigkeit in Galizien ist der größte Teil der Judenschaft dieses Landes bemnssigt, sich auf dem Gebiete des bereits zu sehr exploitierten und schwach ergiebigen Handels durchznbriugen; der Handelsstand daselbst besteht ans achtzig Perzent Juden und zwanzig Perzent Christen. Sollte der Antrag der sozialpolitischeu Kommission im Abgeordnetenhause zur Gesetzesnovelle erhoben und die 36stündige Sonntagsruhe in der österreichischen Reichshälfte eingeführt werden, so müßten die galizischen Juden, die bis dato den Sabbat absolut geschlossen heiligen (im ganzen sind in Lemberg gegenwärtig 10 und in Krakau 6 jüdische Geschäfte Samstag im Verkaufs- und Abfertigungszustande begriffen), im Winter 56 und im Sommer 48 Stunden in der Woche feiern. Nach den Vorschriften des jüdischen Ritus haben die Geschäfte in den Wintcrmonaten schon um 3 Uhr nachmittags gesperrt zu werden; es sind somit bis Sonntags früh 56 Stunden, in den Sommermonaten entfällt der Freitag-Nachmittag, daher müßten zu dieser Zeit die den Sabbat weihenden Juden bis Montag früh 48 Stunden ruhen. Düse lange wöchentliche Geschäftsruhe wäre selbstredend eine tiefeinschneideude Beeinträchtigung des jüdischen Handelsstandes dazulande und die Beunruhigung, welche die drohende Ergänzung des Gesetzes über die Sonntagsruhe bei den galizisch jüdischen Geschäftsinhabern verursacht hat, ist eine sehr begründete. In Ermangelung von jüdischen Haudelsgremien oder kaufmännischen Vereinen muß es die Aufgabe der Knltusrepräseutanzen der größeren galizischen Gemeinden werden, der drohenden Gefahr der die jüdische Kaufmannschaft zu beeinträchtigenden langen Wocheuruhe im Maße der Tunlichkeit entgegenzuwirken. Diesbezüglich ist die hierortige Vorstehung der Kultusgemeinde mit dem Beispiele voraugegangen. Der Präsident derselben, Herr Dr. Leon Horowitz, hat zum Zwecke unseres Armenfonds verfallen würden, auch wird diesfalls die Sachlage der Oeftentlichkeit übergeben werden. Sollte diesen Bedingungen nicht entsprochen werden, so bleibt cs bei der vierten Klasse und ich will sehen, ob Rabbiner und Oberkantor es wagen werden, den Mund zu öffnen. Der Friedhof untersteht unserer Verwaltung und hier wenigstens sind tv i r souverän. H. v. L. (eingeschüchtert): Und Kränze? Dr. M.: Wieviel Sie wollen. H. v. L. (ab). 3. (In der Familie.) H. v. L.: Nun, was sagt Ihr zu diesen S . . juden? Mama: Still I Sei doch ruhig, der Papa liegt im Zimmer daneben . . . H. v. L.: Pardon! Man muh jedoch in Wut geraten, wenn man bedenkt, wie diese Bande uns terrorisiert. Juden sollen wir werden, das wäre nicht übel, da gibt es mrr eine Antwort, Mama . . Mama: Und die wäre? H. v. L.: Da der Papa nun einmal als Jude begraben werden! muh, so lasse du dich wenigstens noch bei Lebzeiten taufen. Mama: Da bin ich doch schon zu alt dazu. Emma: Ich wäre gleich dabei, Jüdin zu werden, denn ich finde es gebildeter Menschen unwürdig, sich zu einer solchen Komödie herzugcberi; denn diejenigen, denen wir durch die Taufe schön tun wollten, behandeln itu§ ja doch nur als Christen zweiter Güte und mir steigt die Schamröte ins Gesicht, lvenn ich an meinen verflossenen Bräutigam, den Grafen Springinsfeld, denke. Auf dem Hmisballe bei Rhooons offerierte er mir einen Krapfen und als ich dankend ablehnte, so frug er mich, ob ich denn befürchte, day der Krapfen „nix koscher" sei . . . . H. v. L.: Mein Gott! Ein harmloser Spahl 4. (Nach dem Leichenbegängnis.) Prof. Stephan P.: Finden Sie nicht, lieber Doktor, -atz die Familie Lceew den Mann gar zu einfach begraben lieh. Das war ja geradezu schändlich. Doktor Christian T.: Das hat schon seinen Grimd: Die Familie konnte eben kein besseres Leichenbegängnis erwirken, da die Kinder getauft sind .... Prof. St. P.: Das finde ich grausam, kommt so etwas bei uns Katholiken nicht vor? Doktor T.: Natürlich nicht, wir Christen geben unseren Glauben eben nicht ans, um zu Geld, Rang und Beziehungen 31t gelangen. Prof. St. P.: Ja richtig! Ich finde, dah man den Juden dann eigentlich unrecht tut, sie sind doch ganz ehrenhafte, charaktervolle Menschen .... Paris, am 30. November 1902. £}. A der Beschließung von Maßnahmen zur Entgegenwirkung der drohenden Ergänznng des Gesetzes derSonntagsruhe eine außerordentliche Plenarsitzung des Vorstandes für den 15. v. M. einberufen. In dieser Sitzung wurde beschlossen, eine Deputation, bestehend auS dem Präsidenten Herrn Dr. Leon H o r o w i tz, Vizepräsidenten kaiserlichen Rat Hirsch Landau und Vorsteher Advokat Dr. Samuel Till es zum Polen-Klub des ReichsrateS nach Wien zu entsenden, mit der Aufgabe, diesem die Konsequenzen darzustellen, welche der sabbatweihende jüdische Handelsstand von der 36stün.digen Sonntagsruhe ziehen müßte. Diese Deputation war inzwischen in Wien, hat beim Präses des Polen-Klubs Ritter v. I a w v r s k i in in Rede sichender Angelegenheit Vorstellung gemacht und dieser gab die Versicherung, daß der Klub sein Möglichstes veranlassen wird, daß den jüdischen Kaufleuten mit der Ergänzung des Gesetzes über die Sonntagsruhe keine Nachteile zugefügt würden. Im Dorfe Bobrka bei Chrzanow besteht ein großangelegtes Findelhaus unter Patronanz der Fürstin L u b om i r s k a und natürlich unter Aufsicht des galizischen Landesausschusses. In diesem Fmdelhause befinden sich gegenwärtig 422 Kinder, darunter 48 jüdischer Konfession, die ihre Heimatsberechtigung in verschiedenen Gemeinden Galiziens haben. Alle diese jüdischen Findelkinder werden in der bezeichneten Anstalt, die unter Patronanz einer klerikalen Fürstin steht, selbstredend in der christlichen Religion erzogen und diese hilflosen Geschöpfe gehen trotz ihrer jüdischen Herkunft dem Judentum zusehends verloren. Es ruft daher eine allgemeine Genugtuung hervor, daß die hiesige Kultusrepräsentanz die Initiative zu einer Aktion ergreift, um all die obenbezeichneten jüdischen Findlinge aus der Findelanstalt der Fürstin Lubom i r s k a im Dorfe Bobrka bei Chrzanow herauszunehmen und sslche unter Inden, entweder durch Gründung einer diesbezüglichen Anstalt oder anderweitige Unterbringung, erziehen zu lassen . . . Zu diesem Behufe wurde in der Sitzung des hiesigen Vorstandes vom 30. v. M. ans dem Präsidium und fünf Mitgliedern des Vorstandes, Herren Joel Bauminger, Moses I s e n b e r g, Dr. S. T i l l e s, Dr. Adolf F i s ch l e r, Abraham M a r g u l i e s, eine Kommission gebildet, welche die Vorbereitungen zur Einberufung einer Konferenz aller galizischer Kultusgemeinde-Vorsteher zu machen hat, die beraten und beschließen soll, wie für die jüdischen Findelkinder besagter Anstalt gegenwärtig und in der Zukunft zu sorgen wäre. Chronik. Inimrd. Anser Parlament an der Arbeit. Das österreichische Parlament zeigt ein ungewohntes Bild; jeder Hader ist verstummt, die Alldeutschen vergessen auf den Prozeß Wolf-Schalk, die Jungtschechen stellen schleunigst die Obstruktionsanträge zurück, kurz und gut, eitel Eintracht und Versöhnung herrscht, weil es gilt, tausenden jüdischen armen Teufeln die letzte Möglichkeit zu nehmen, auf anständige Weise ihr Brot zu verdienen. Man scheut sich nicht, nackt und offen vor aller Welt zu verkünden, daß man zugunsten unzufriedener Wähler tausende Proletarier einfach ins Verderben und Verbrechen jagen will, man verschanzt sich hinter Paragraphe, die das eigentliche Wesen verschleiern sollen, das darin besteht, daß jede Gemeindevertretung d a s R e ch t hat, in i h r e m G e b i e L e d e n Hausierhandel zu verbieten, allerdings nicht ohne Zustimmung der politischen Landesbehörde. Sollte aber schon eine Landesstelle im Interesse des allgemeinen Wohles die nötige Unbengsamkeit besitzen, so enthält der Gesetzentwurf Handhaben, die es jedem Gemerndepafcha ermöglichen, die Hausierer einfach aus seinem Reiche wegzuekeln. Doch das ist ein altes Lied und wir haben schon seinerzeit, als die Abänderung der §§ 59 und 60 in Frage stand, eindringlich daraus hingewiesen, daß nach den Handelsagenten die Hausierer an die Reihe kommen werden. Auf einen anderen Umstand müssen wir Hinweisen: daß die Sozialdemokraten und die Liberalen wieder dasselbe Spiel treiben, wie anläßlich der Beratung der §§ 59 und 60. Dieser ganze Schacher mit den Dringlichkeils' imträgen, den die Jungtschechen betreiben, ist geschäftsordnungswidrig und einer energischen Opposition, die wirklich die Beratung der Vorlagen über den Hausierhandel verhindern wollte, böte die Geschäftsordnung genug Möglichkeiten. Und schließlich — wir sagen es offen heraus — ist das Schicksal von tausenden Proletariern, und seien es jüdische, nicht genug Grund, um Ob struktion zu treiben? Die bloße Drohung von Seiten der Sozialdemokraten genügte, um diese Vorlage ad eatendas graecas zu vertragen. Aber die Sozialdemokraten wollen eben nicht, sie sind eben keine Proletarierpartei mehr, sie werden allein von politischen Schlagworten regiert. Wer daran noch zweifelt, lese in der „A -Z.", welche Sorgen eigentlich das Zentralorgan der österreichischen Sozialdemokratie anläßlich des bevorstehenden Ruins von tausenden von Proletariern empfindet. Es sagt wörtlich: „Ein Parlament, das zwei Wochen vor seinen Ferien das Haus nicht bestellt hat, auf dessen Tisch Budget und Budgetprovisorium (!) lagern, von der Wehrvorlage (!!) nicht zu sprechen, bei der die Ignorierung die Gefahr eher steigert als verkleinert, das seit Monaten die fällige erste Lesung des Preßgesetzes nicht zusammengebracht hat und das sich nun mit aller Gemütsruhe in die Frage vertieft, ob Brillen von Hausierern (!!!) verkauft werden sollen, das ist wirklich ein Unikum kostbarster Art." Es handelt sich also nach dieser edlen Zeitung eigentlich nur um die Scherzfrage, ob die Hausierer Brillen verkaufen dürfen. Um Nichts sonst? — Und da werfen die bösen Jüdischnationalen diesem Zentralorgane für Proletarier, Süd- . nnd Nordbahninteressen vor, daß es kein Herz für die jüdischen Proletarier hat! So eine Ungerechtigkeit! Und vor allem ist ihr oberstes Prinzip: „Nur k a Aufheben wegen der paar Juden!" Unter dem Eintreten für die Juden verstehen sie die Unterstützung der offiziellen Liste bei den Kultusgemeindewahlen, das Schicksal des jüdischen Proletariats in Rumänien und Oesterreich läßt sie schließlich ganz kalt. Dr. Ellenbogen hält eine schöne Rede, damit wischt er ein paar Dummköpfen die Augen aus und — die Annahme der Vorlage geht ihren ruhigen Weg. Die „Arbeiter-Zeitung", die dem ganzen Entwnrfe eine Besprechung von 20 Zeilen widmet, tröstet die jüdischen Proletarier mit folgenden warmempfundenen Worten: „Kostbar ist die Haltung der Negierung. Ihr ist das Gesetz ein Greuel und doch wird sie es aus Feigheit schlucken." Warum schlucken die Sozialdemokraten das Gesetz? Lefs- und Nedehalle jüdischer Hochschüler. Samstag de» 29. v. M. laS im Vortragssaale des Vereines Schriftsteller Moriz Hermann auS eigenen Werken: vor „Ein kurzes Bild", eine Jch-Novelle, die von tiefem Empfinden getragen, ebenso wie das bekannte Buch Herr manns „Passah", ein starkes Talent bekundete. Jüdische T»ynbee-Halle in Wien. Der erste der von nun an jedem zweiten Sonntag stnttfindenden Kindernachmittage fand am vergangenen Sonntag den 30. November unter Beteiligung von zirka l30 Kindern statt und freuten sich die Kleinen an dem ihnen in reicher Fülle Dargebotenem. Lobend zu erwähnen ist eine Gabe des bekannten Kaietiers Herrn Bramme r, Lichtensteinstraße, der nicht nur für diese Jause die Milch spendete, sondern sich bereit erklärt hat, allmonatlich die nötige Milch gratis zu liefern. Unter anderen Natnralgaben stoffen der Toynbee-Halle in der letzten Zeit zu: 2 Kisten Zucker vom Herrn Rudolf A u s p i tz und 15 Pfund Tee vom Herrn Wisozky in Moskau. Jüdischer Berrin jrrge»d!icher Arbeiter Wien. Sonntag den 7. d. M. findet im Kongreßbureau, IX., Türkenstraße 9, ein Bortrag des Herrn Dr. E. M. Zweig statt. Thema: „Wesen und Geschichte drr ArbeiterauSstände". Beginn 6 Uhr Abends. Gäste aller Parteischattierungen (auch Damen) herzlich willkommen. Zuschriften für die Zahlstelle Ottakring-Hernals übernimmt Kollege Benjamin Brunner, XVI., Weyprechtgasse 8. Wahlreform. Bei der jüngst verflossenen Kultusgemeindewahl wurde es von vielen Wählern schmerzlich empfunden und grob gerügt, daß die Judenschaft mehrerer Stadtbezirke zu je einer Wahlgruppe zusammengefaßt wurde, so daß der Andrang zu einzelnen Sektionen, die Ausübung des Wahlrechtes sich zu einer sehr zeitraubenden und so namentlich für Geschäftsleute peinlichen Prozedur gestaltete. Dem Vernehmen nach will der löbliche Kultusvorstand diesem Uebel in loyaler Weise wenigstens teilweise abhelfen. Es soll nämlich geplant sein, bei künftigen Kultusgemeindewahlen eine eigene Wahlsektion für die getauften Juden (ohne Unterschied der Konfession) zu errichten, die in der Wählerliste so zahlreich vertreten sind und angesichts des Verlangens der Opposition nach Veröffentlichung der Apostasien ein eminentes Interesse daran haben, sich an der Wahl zu beteiligen und geschloffen für die offizielle Partei zu stimmen. Für die Errichtung dieser neuen Sektion sprechen auch weiter beherzigenswerte Erwägungen. Einmal werden dann die getauften Herren Israeliten nicht mehr bemüssigt sein, mit den im alten Glauben noch rückständigen Gemeindegenossen in Berührung zu kommen, zweitens wird das Skrutinium, auf dessen eherascheste Erledigung die Wahl-Kommissionen jüngst all ihren Eifer vereinigten, überaus vereinfacht werden, da man sich in dieser Sektion getrost auf die Zählung der abgegebenen Stimmzettel zugunsten der Regierungspartei wird beschränken können. Das ganze glückverheißende Projekt scheint leider an dem Punkte zu scheitern: Wo soll jene Seknon ihren Sitz haben? Die geehrten Herren Kultusvorsteher sollen nämlich in zarter Aufmerksamkeit für den geschiedenen Kollegen Herrn kaiserlichen Rat Leopold P o l l a k, dessen Sohn bekanntlich in der Karlskirche getraut wurde, die Sakristei dieses Gotteshauses als Wahllokal ins Auge gefaßt haben, wogegen aber Se. Hochwürden Herr Mar sch all, Dompropst der Votivkirche, mit Entschiedenheit die Eignung und Vorausberechtigung seiner Kirche betont, da erwiesenermaßen hier die überwiegende Zahl der besseren Juden Wiens in den Schoß der Alleinseligmachenden ausgenommen wird. Hoffentlich gelingt es vv.i mij» der bewährten Klugheit unserer Gemeindehäupter, diese Klippen zu umschiffen und die herrliche Idee einer eigenen Wahlsektion für die getauften Gemeindegenossen in den Hasen der Verwirklichung zu steuern — zur Ehre und zum Heil der mosaischen Konfessionsgemeinschast. A s u s p o n i m. Der „Jeschurun" vom 21. November d. I. meldet: (Millionenstiftungen der Wiener Familie Rothschild.) Nachdem erst kürzlich Baron Nathan iel Rothschild in Wien einer Pol iklinikdie Summe von einer MillionKronen gespendet hatte, wird jetzt Baron Albert Rothschild der israelitischen Kultusgemeinde als Fonds für ein Rothschildhospital den Betrag von zwei Millionen Kronen zur Verfügung stellen. — Wir geben diese Nachricht mit aller Reserve mit Rücksicht auf die Person des Spenders wieder; die Richtigkeit derselben würde uns höchst angenehm überraschen. Vederemo! Jüdischer Bolksvererrr. Am Mittwoch, den 23. d. M., abends 8 Uhr, findet im Festsaale des „Jüdischen VolksvereineS^, II., Leopoldsgasse 49, die diesjährige Generalversammlung dieses Vereines statt. Probepredigten in den Bethäusern der Wiener israel. Stuf« tnögemeinde. Rücksichtlich der von dem Vorstande beschlossenen Abhaltung von Probepredigte« wurde festgesetzt, datz dieselben am