Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1902)
- Issue
- 44 (31.10.1902)
- Date
- 1902-10-31
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite- 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 31. Oktober 1?0: Nr. 44 Also nicht genug, daß man die „freisinnige" und besonders die jüdische Wählerschaft e i n g e st a n d e n e rm a ß e n vor den Wahlen täuscht, setzt man die Täuschung noch immer nach dem Ausfälle der Wahlen in den Landgemeinden fort, die eine zerschmetternde Niederlage für die Alldeutschen, Deutschfortschrittler und Volksparteiler bedeuten. Judem w i r uns Vorbehalten, in der n ä ch st e n Nummer auf die n i e d e r ö st e r r e i ch is di c n Landtagsmahlen zurückzukommen, erklären wir heute nur folgendes: Das Resultat der Wahlen in den niederösterreichischen Landgemeinden ist ein neuerlicher Beweis, wie wenig die Juden ihr H e i l im Anschluß an die Scheinliberalen und d e u t s chnatioualen Chauvinisten zu erwarten haben. Dieselben sind ebenso wie die Jungtschechen nur die Pioniere des von ihnen bekämpften — Kl-nikalismus. Der Sieg der Christlich-Sozialen ist ja keine vereinzelte Erscheinung; abgesehen von dem klerikalen Siege in den oberösterreichischen Landgemeinden, zeigen auch die mährischen Landtagswahlen ein Fortschreiten der klerikalen Richtung unter öen Tschechen. Die Wählerschaft ist eben müde des Scheinliberalisinus der Jungtschechen, wie der „DeutsÄsreiheitlichenll sie hat fall die N a t i o n a l i l ä t e u h e tz e, das Um und Aus der Scheinliberalen und Nationalen im deutschen und tschechischen Lager, sie fordert wirtschaftliche Reformen und aus Widerwillen gegen die unfruchtbare Politik der Naiionalitälenhetze wählt sie klerikal und christlich-sozial — oder geht überhaupt nicht zur Wahl. * v Der Klerikalismus und die christlich-soziale Bewegung wird in Oesterreich anwachsen und die Jude n müssen beizeiten ihr eigenes Haus bestellen, sich national-sozial organisieren, dann könnnen sie ruhig den Wechsel und Wandel der parlamentarischen Majoritäten und Regierungen ab warten. * Der Tag der Gefoppten. Die „W. Allg. Z." schreibt: Die Wiedererobcrung von Niederösterreich scheint dasselbe Schicksal zu haben, wie jene Wiedereroberung von Wien, die vor zehn Jahren in Hietzing proklamiert worden war. In diesen zehn Jahren seit dem Hietzinger Rütlischwur ist Wien so gründlich wiedererobert worden, daß heute auch der enragierteste Gegner der Christlich- Sozialen nicht die leiseste Hoffnung mehr hegen kann, die Herrschaft des Dr. Lueger über unsere Stadt bald gebrochen zu sehen. Nicht einmal Herr Professor Philippovich dürfte das glauben, der gestern mit so stoischem, wirklich rührendem Heroismus in einer Versammlung enttäuschter Wähler sagte: „Wenn der Landtag auch jetzt noch nicht erobert wurde, so wird er es gewiß nach sechs Jahren werden." In Hietzing haben sich seinerzeit die Liberalen und Demokraten koaliert. Herr Dr. Plener und Dr. Pronawetter schlossen die Allianz zur Wiedereroberung von Wien. Diesmal hatten sich sogar Schönerianer und Sozialdemokraten zu einem Wahlbündnis vereinigt; diesmal hatte sogar Herr Professor Richter plötzlich sein freiheitliches und fortschrittliches Herz entdeckt, weil er glauben konnte aus diese Weise bei der herrschenden Konjunktur leichter ein Mandat zu erwerben, als mit dem christlich-sozialen Programm. Da ist vor allem das große Publikum. Das Publikum, welches in liberalen, deutschvölkischen, sozialdemokratischen u,nd schönerianiscben Zeitungen fortwährend die Versicherung empfing, der Tag der Rache und Vergeltung sei herangekommen, das letzte Ständlein für die Christlich-Sozialen habe geschlagen, der Sieg sei schon so gut wie erfochten und man möge nur beizeiten in die nötige Festes¬ und Triumphstimmung sich zu versehen trachten. Las man so die Berichte in den Zeitungen, welche von der Stimmung der Wählerschaften und ihrem tiefen Haß gegen Dr. Lueger und seine Partei erzählten, so mußte mau 'wirklich glauben, der Bürgermeister von Wien fände bei keiner Lebensversicherungs-Gefellschaft mehr Aufnahme, falls er sich noch jemals auf das flache Land hinanswagen wollte. Hatte zum Beispiel der in Ober-Hollabrunn mit 1000 Stimdie seit gestern um das Lager versammelt waren und in der Nacht die Luft mit ihrem unheilverkündenden Geheul erfüllt hatten, begannen langsam zu verschwinden. Moses war lange im Nachstninen versunken und als er endlich ans dem heiligen Versunkensein erwachte, ging die Sonne auf, die Erde mit ihren Lichtstrahlen begrüßend. „Führer, Wasser! Gib uns Wasser!" Moses staub auf, hlickte um sich : ein wilder Menschenhaufen umlagerte ihn, so düster und dränend wie gestern und noch verzweifelter und-,bleicher und von noch stärkerem Dirrste geplagt. „Wasser! Gib Miseren verschmachtenden Lippen Wasser — oder sühne uns nach dem Laiche zurück, wo wir doch mit Fleisch lind Wein reichbesetzte Tische hatten! Schon heute sind unsere Gesichter grau und der Durst bleicht unsere rot gewesenen Lippen! Unsere Sehkraft ist geschwächt lind die Hände vermögen nicht einen Stecken zu tragen, um den erstarrten Füßen eine Stütze zu bieten. Wozu hast bu uns hergeführt? Nicht auf unsere Bitten! Mail hat uns mißhandelt!, das ist wahr — die Arbeit war schwer; wir hatten dafür alles in Ueberfluß! Dll hast gegen Egypten Todesdrohungen geschlendert — und das wozu? Um uns in die Wüste zu führen, in eine wilde, sandige Einöde, von ioo es keine Rückkehr mehr gibt, wo weder eine Frucht gedeiht noch Wasser fließt? Du hast uns mit deiner Verheißung eines Landes, ioo Honig und Milch fließt, belogen! Wo ist das Lanid, das dll uns vorgespiegelt?" Tie zusammengeballten Menschemnassen setzten sich in Bewegung, die ansgeinergeliten knochigen Arnre streckteil sich in die Höhe, die ivutverzerrten Gesichter fletschten mit den Jahnen und Fliiche imb Verwünschungen erschollen. Die Stimmen dnrchzitterten die Wüste und verloren sich in weiter Ferne. Die schwarzhaarigell Skelette mit eingesunkener Brust, eingefallenen fahlgelben Wangen miit! verschmachteten Lippen llnd vevzweiflllngsvollen Blicken umringten Moses mit ihreni Leibern wie mit einem.skranze. In ihren Arnim trugen sie vor Durst umgekommene Kinder und men Majorität qewäbtle Pfarrer Kühschelin eine Wählerversammlnng abgehalten,'' so konnte nran Tags darauf in farbigen Berichten lesen, der Kandidat sei gar nicht zn Wort gekommen, die Empörung *der Bauern habe alle Grenzen überschritten, der einstimmige Ruf sei erschollen: „Hinaus mit ihm, >vir tvollen uns nicht belügen lassen!" und daraus seien alle Versammlungsteilnehmer entrüstet und angelvideri abgezogen, Herrn Kühschclm mit sieben oder acht Duzfreunden allein zurücklassend. Die Unabhängigkeit der Enltnsvorsteher. lJirfor'mationcu.) In einer der jüngsten KnltnSwählerversannnlungen in z. ü n f y a n s sagte ein Redner, nachdem wegen der bei der Kullnsgemeinde herrsebenden Portektionstvirischaft verschiedene Bescbwerden vorgebraebi ivnrden: „Ist es nicht geradezu veriverflich, daß scbon jetzt ein Mann sieb bei allen Vorstehern die Füße wund säuft, itui seinein Schwiegersohn die zu besetzende Rabbinerstelle zu sichern, und ich kann Ihnen schon heute sagen, daß uns alle Bemühungen nichts nützen iverdcn, der Betreffende wird Rabhiner von Wien werden, iveil die Kultusvorsteher vor diesem „Manne mit der Fuchtel in der Hand" Angst haben." Und als dem Redner zngernsen lvnrde „Namen nennenI", da nannte der Redner unumwunden den Namen: „Der zukünftige Rabbiner von Wien ist Dr. G r n ll w a l d, gegenivärtig Rabbiner eines kleinen Beihansbercines, der Schwiegersohn des Rabbi B l o ch, „niik der Fuchtel in der Hand". Zur Ehre der anwesenden Zuhörerschaft sei es konstatiert, daß dieser Verkündigung ein Sturm der Entrüstung folgte, welche, sobald diese Tatsache bekannt ivird, sich allen gutgesinnten Jude,: mittcilen nutz sich nicht eher legen wird, bis er in der Seitenstettcngasse gehört n.nd verstanden ivird. Die vereinigten jüdisch-nationalen Parteien Wiens führen einen Kampf gegen das in der Knltusgemcinde vorherrschende Sh sie m, dessen Vorkämpfer, Verfechter, mit einem Worte, dessen Prototyp Rabbi Bloch und seine „Fuchtel", die „Oesterreichische Wochenschrift" ist. Wenn die Gerüchte wahr sind, daß mehrere Kultusvorstehcr in ihrer Angst, Rabbi Bloch könnte sie stürzen, bereits Reverse gegeben haben, daß sic. für die Wahl Dr. Grunwalds ihre Stimme abgeben iverdcn, ivenn es ferner wahr ist, daß sich unter den Vorstehern der Majorität nur ein einziger — man nennt David Ritter v. G u t t m a n n — gefunden hat, der den Mut besaß, den zudringlichen Rabbi mit der Bemerkung hinauszukomplimentieren, daß er sich nie und nimmer zu einer solchen Komödie hergcbcn werde, ivie gesagt, wenn all das und noch vieles andere wahr ist, so ist cs Pflicht aller Juden, mit allen, sogar den äußersten Mitteln, dagegen zu kämpfen, daß das System Bloch im Rabbinat eine Verstärkung finde. Man darf es nicht dulden, daß die Gestaltung des jüdischen Gemeindelebens und aller ihrer Institutionen von der Gnade dieses Kulissenschiebers noch länger abhange. Wir scheuen cs nicht auszusprechen, daß Bloch in der Wiener Knltusgcmeinde ein System bedeutet, gegen das wir mit aller Energie ankämpfcn müssen. Welches Vertrauen können wir zu einer KultnSvorstehung haben, die nicht einnral in einer solch wichtigen Frage, ivie die Rabbinerwahl, ihre Unabhängigkeit beweisen kann! Comoedia inripitur! Die Rollen für die Aufführung der Komödie „Rabbinerwahl" sind bereits verteilt. Ungefähr sechzehn Kandidaten sollen in den Kampf eintreten. sollen von Haus zu Hans gehen, um die Gunst der gnädigen Herren Vorsteher zu erwecken. Viele bekannte Namen von Ruf stehen auf der Liste, darunter auch drei ausländische Unterrabbincr. Zu diesem Punkte haben wir einige prinzipielle Bemerkungen zu machen. Zunächst die Kandidatenliste, soweit sie uns bekannt ist in alphabetischer Reihenfolge: Dr. Vraude-Stanislau. Dr. Feuchtwang-Nikolsburg, Dr. Freimann-Holleschau, Dr. Gelbhaus-Wien, Dr. Goldschmidt- Proßnitz, Dr. Grunwald-Hamburg, Dr. Kaminka-Wien, Dr. Lewin- Malaczka, Tr. Oppenheim-Olmütz, Dr. Proßnitz-M.-Schönan, Dr. Weiber. „Du hast sie getötet!" Und die Wut der Menge tobte, wie ein Sturm über eine Einöde dahinrast. Moses blickte um sich — er sah mit. Steinen bewaffnete wurfbereite Hände -—- Verachtung und Zorn cutflaunnten sein Antlitz und eine harte, _ erbarmungslose Stimme schwellte seine Brust. Er schrie: „Fort, ihr Univürdigen!" und brachte die drohenden! Massen mit einer Handbewegung zum Schweigen. „Wem droht ihr? Der göttlichen Macht, die mir innewohnt? O, ihr Verblendete! Ihr lästert Gott, den Stern, der eure Sünden gerecht bestraft! Er halt euch aus Egypten geführt, das Meer gespalten, er gab euren lästernden Mäulern Nahrung — und als Dank lehnt ihr euch gegen ihn auf? Er ist ein Born des Erbarmens, so hatte er mit euch Geduld — wenn aber icucu Herz für ihn abgekühlt ist, werdet ihr noch heute sterben müssen, denn eure Lästerzungen haben den Becher seines Zornes zmn Ueberschärnnen gebracht. Und so sprach heute der Ewige zu mir, seinem Knechte: „Ich werde fürs Volk kühles mid reines Wasser hervorsprndeln lassen" — aber eure letzte Sünde hat das göttliche Herz frostig gemacht. Für eiui) Lästerer gibt es keinen Lebensborn mehr! Ihr seid der Gnade und Barmherzigkeit unwürdig! So werdet ihr vor Durst und .Hunger mnkommen!" Wie vom Donner gerührt, lauschte das ganze Volk den Worten des Propheten. Als er zlt Endo war, trat tiefe Stille ein . . . Dann gei'ieten die Massen plötzlich in Bewegung wie stunngepestschte Meereswogen und der Brust tausender entrang sich die angst- und vevzwetflnngsvolle Bitte: „Rette uns, Führer, rette uns! Wir Verdursteten und Todesmüden worden irr Sack und Asche zur Tempelstätte svallen und tränenüberströmt um Erbarmen flehen; wir sind die Schuldigen, verzeih' uns. Möge die Glut, die unsere Eingeweide verzehvt!, erlöschen! Wasser! Wasser!" Moses vernahm es und das Erbarmen verscheuchte den Zorn von seiner Stirne. Er richtete sein Haupt empor, Rosenihal (zweiter Rabbiners .Köln, Dr. Rosenmann-Floridsdorf, Dr. Schornstein-Leitmeritz, Dr. Spica-M.-Ostran, Dr. Taglicht- Wicn, Dr. Ziegler-Karlsbad. Wenn die Berufung der ansländischeir Rabbiner nicht eine unverantwortliche Komödie ist, ivenn die zivei oder drei ausländischen Rabbiner nicht einfach Statisten des Dr. Grnntvald sein sollen, dann begreifen ivir wirklich nicht, was die WienerKnltusgemeinde veranlaßt hat, wegen Besetzung eines Rabbinerpostens ins Ausland zu gehen. Der Ruf der jüdischen Gelehrten, der Rabbincn und Kantoren Oesterrcich-UngarnS ist ein so alter, daß Ivir getvohnt waren, daß unsere Monarchie das ganze Ausland mit jüdischen Gelehrten versehen hat. Das Berliner Rabbinat besteht beinahe ausschließlich aus Oesterreichern oder Ungarn. Die Rabbiner Dr. Ungerleidc r, Dr. M. a y b a u m, Dr. P. F rank l, Dr. R os e n st e i ri, Dr. W e i ss e und Dr. Stier in Berlin sind Kinder unserer Monarchie; die Professoren der beiden Berliner Seminarien: Dr. Joel M ü l l c r, Dr. Martin Schreiner und Rektor H o f fnt a n n sind alle unsere Landsleute. Die berühmtesten Rabbiner des Anstandes, ivie Dr. Perles-München, Dr. Roscnthal-Breslau, Prediger Dr. Leimdörfer und Oberrabbiner Hirsch in Hamburg, Dr. Ca>v-Erfnrt (gegenwärtig Lemberg), Dr. Fröhlich-Halle, Dr. Goitein-Kopenhagen, Dr. Brener-Frankfnrt a. M., sie Ivnrden alle ans unserer Monarchie berufen. Und tvir tvollen unsere Rabbiner aus dem Auslände holen! Jawohl! Auch Oesterreich-Ungarn hat Rabbiner ans dem Auslände geholt, aber da galt es, Größen, wie M a n ii h e i m c r, Jellinek (übrigens geborener Ocsterreicher), Michael Sacks oder Dr. Knyserling zu akquirieren. Jedes Land hat heute das Bestreben, seine eigenen Kinder zu Hanse zn versorgen und so haben z. B. Deutschland und Ungarn eine bcritable Sperre gegen ausländische Rabbiner durchgesetzt und wir schlveifen in die Ferne, um uns Unierrabbiner aus dem Auslände zu holen. Gibt cs denn keinen Balsam in Gilead für diese Wunde? Wie wollen ivir dann die Absolventen unseres Seminars in unserem Lande nnterbringen, wie können tvir es verlangen daß eine Probinzgemeinde nur einen Qesterreicher anstelle, wenn die erste Gemeinde des Reiches der Devise huldigend, daß niemand Prophet in seiner Heimat sein tonne, mit bösem Beispiel borangeht. Pflicht der Leitung des hiesigen Rabbinerseminars iväre es, gegen dieses Unternehmen mit aller Energie Stellung zu nehmen, denn, wenn dieses Vorgehen der Wiener Kultusgemeinde in Oesterreich Schule machen sollte, dann kann unsere einzige Rabbinerschule bald die Bude sperren, das bessere Material ivird cs vorziehen ins Ausland zu gehen, iveil es glaubt, ans diesem Umwege in der Heimat eher anzukommen. Erst jüngst ist uns ein tüchtiger Gelehrter, ein gewinnender Redner, ein treuer Jude nach Florenz entführt ivorden. Einem Pflichtbersäumnisse kommt es gleich, daß die Knltusgemeinde diese vorzügliche Kraft ziehen ließ, tvir haben deren nicht zu viel. Aber tvir wissen es, cs ist ein Kampf gegen die Verstocktheit, gegen Indolenz und Jndifferentismus. Es gilt dem „Märtyrer des Judentums", dem Rabbi Bloch, zu Diensten zu stehen, da mußten sich einige Ausländer als Statisten hergcben. Aber noch ist das letzte Wort nicht gesprochen! Wir werden auf diesen Gegenstand noch des Oefteren zurückkommcn, wir iverdcn unermüdlich sein im Kampfe gegen dieses verwerfliche Systein, gegen den sinnesverrückenden Geist, der gegentvärtig in Gemeinde und Rabbinat dominiert und iver es mit deni Judentum ehrlich meint, ivird sich an unsere Seite stellen. Von den Experten aber crtvarten tvir, daß sie für eine EhrbarkeitSerklärung einer solchen Prostitution der Unabhängigkeit der „freigetvählten" Kiiltusvorstcher nicht zu haben sein werden. Von Ch. N. Neichenlierg, Krakau. Das' Geschäftsreisen ist in allen zivilisierten Ländern der Erde eine unentbehrliche, moderne Triebtraft von Industrie und ließ seinen Falkenblick ringsum schweifen und streckle den .zitternden Arm über die Menge ans. „Hier ist ein Stab in meiner Hand; der Herr bat meine Hand zntn Werkzeuge seines Willens gemacht. Wenil er euch die Sünde verzeihen und euch ans dem Mißgeschick erlösen will, ivird er mir seine heilige Macht verleihen, auf daß ich einen Misserquell ans dein Felsen sprenge! Aber, wird er wollen?" Wo der schwarze Fels sich erhebt, stand Moses, richtete sinn strahlenmnfsossenes Gesicht gen Hiimnel, dann umfaßte er mit seinen blitzenden Altgen die Menge, die hoffiningssch'wcmger in ängstlichem Schweigen verharrte. Er schlug an beit Felsen — er gab kein 'Wasser. Das Volk erbebte und harrte ängstlich . . . Moses erhob wieder den Stab, zauderte aber utib fürchtete, noch einmal an den Felsen zn schlagen. Ein ganzer Stamm ist Um Anssterben begriffen und ivenn Gott nicht geruhen ivird, ihm Wasser zn bescheren, seine frischen Lästerungen z»> verzeihen? Er schlug an den Felsen . . . es zeigte sich kein Wasser. Er schlug zmn drillen»täte . . . der Fels erbebt ----- das Volk schreit ans — ein Wasserstrahl spritzt hervor. * -l: ' * Ans der Spitze eines großen Berges sprach Gott zn Moses: „Hier dehnt sich das Laiid ans, das ich dein Volksstamme als Erbbesitz angewiesen habe. Aber fürwahr, dein! Fuß ivird es nicht! betreten!! Den Verblendeten habe ich die Fehler verziehen. Du aber, sv du mich, Gott, von Angesicht zn Angesicht gesehen hast, dn, den i!ch i'iimitcr und überall unterstützt! habe, wiest, iveil dn gesündigt hast, das Laiid nicht betreten, denn diejenigen, ivelche kraft meiner Machtvollkonilinelcheit Anführer sind, dürfen! nicht ziveifelni! Mein Wille ist unabänderlich; sie mögen also glauben, daß ich sie in der Not durch ein Wunder unterstützen werde. Da dn geziveifelt hast, ivirst dn sterben. Dev Himmel mtb die Welt werden nntergeheii, ich aber lebe eiviglich. Meine Worte vergehen nicht ..."