Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1902)
- Issue
- 43 (24.10.1902)
- Date
- 1902-10-24
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Jüdisches Volksblatt 24. Oktober 1902 Nr. 43 Wien, Freitag nicht gemeinsam den Preis bezahlen, der dein Werte entspricht. Sie prozessieren. lind das Resultat? > Keiner der streitenden Parteien bleiben die schweren Prozeßkosten erspart, alten bleibt der Besitz versagt. Nichts für die Stellung des Parlamentes gewährend, gibt Ni ci n all e s s ü r d e s s e ii O h n in a ch t h t n. Cs ist eilt traliriger Trost für die zisleithanischen Parlainentarier, daß aitd> im nnpanischen Reichstage von Seite der rnagyarischeii Ultras der Kössnth Partei die Obstruktioniernng des ungarischen Ausgleiches^angeknndigt tvird und die nationalen Wirreii in Ungarn, -Liebenbürgen nnd Kroatien auch aus diesem Gebiete eine Parität der beiden Reichshälsten hergestellt haben. .Nachdem aber irach der nettesten Version der österreichisch-ungarische Ausgleich erst im Jahre 1007 perfekt feilt muh, so können bis dorthin Dfie beiderseitigen Ministerien yuhig Nxntexwnrstseln und die Obstruktionsdrohmigeit in Zis- und Trausletthanim, ignorieren, und int ärgsten Falle durch radikale Wahlresonnen den Chauvinisten Huben nnd drüben den (daraus zu machen versuchen. Uns I u d e n lägt das ganze Treiben dieses Parlamentarismus kühl bis ans Herz. Seit Jahr nnd Tag sind wir gewohnt, in allen parlamentarischen .Körpetschaften, von unserett Gegnern beschimpft, von. unseren „Freunden" nicht verteidigt zu werdett. Eine Ausnahme davon bildet der „wilde" Sozialist Abgeordneter B reit e r. Dieser! Lemberger Deputierte hat sich auch diesmal der Juden und besonders unserer unterdrückten Brüder in R u nt ä tt i e n erinnert uttb in bereit Interesse, _ anknnpfend an die a in e r i k a n i s ch e N o t e, e i n c Inte r pell a t i o n ait dett Minister der auswärtigax Angelegenheiten G o l tt ch o tv s k i eingebracht. Wir bringen in der nächsten Nummer den Wortlaut derselben, sowie die, .Namen derjenigen, die sie unterfertigten, nachdent die große „verjndete" Tagespresse dafür keinen Raum hat, sondenr nur für die Kandidatenreden der angeblich^freiheitlichen", „fortschrittlichen" Landtagskandidcvken. Es ist allerdings ein merkwürdiger „Freisinn" und j „Fortschritt", der sich marktschreierisch bereits leider nur ztr lange ungestraft der jüdischen Wählerschaft anfdrängt! und jeden wirklichen Fortschritt und die wahre Freiheit! für alle Qesterreicher bisher erdrosseln half. (Siehe das! Vorgehen gegen Adolf Fischhof.) | ^or den Wahlen in alle Körperschaften, ba* 1 appelliert man immer an die Juden im Namen des so oft prostituierten „Freisinns", u n b eseh ett (!!) für die fortschrittlichen (!?) Kandivalexx ci1x311h1ci.cn, tt a ch der Wahl vergessen die Herren ihre Pflichten im Reichsrate und Landtage gegen ihre jüdische Wählerschaft und sind Handlanger des parlamentarischen Klubs, dom sie angchören. Alles für die K'ligue — nichts für das Volk! ist ihre Devise. Aber leider ist noch immer An großer Teil xxnsererVolksgenossen in der österreichischeixMonarchie blind für di-eGefahren,die ihnen erwachsm.wmnsiesichalsHerdenvieh für die egoistischen Sonderinteressen Herr s ch - süchtiger parlamentarischer Kliguen mißbrauchen lassen und sich für eisten sterbenden Parlamentarismus erhitzen, umsomehv, da in allen Fraktionen, auch so weit sie nicht antisemitisch sind, antisemitische Unterströmungen herrschen, die im Zunehmen begriffen sixxd. Zeigen nicht die mährischen Landtagswahlen wieder ein Anwachsen der alldeutschen und deutschvolklichen Srömung, die auch in Mährenden Altliberalismus aus seinen letzten Positionen drängt, und sind etwa die A l ld e u t! s ch e n und deutschen Volkspar teile r keine Antisemiten? Für jeden, der sehen will, sogar sehr gefährliche. Nur die Herrexx ChristlichSozialen atis Konkurrenzneid und die s ch e i n liberalen und s ch e i n fort= Doch, es wird ja Wohl mehr als genug geschildert werden, wie und was Brandes geschrieben, warum und wodurch er nicht geschrieben. Eines aber ist es, dem alles zustimmen, eines, das alles zugeben wird, daß der Name Rubin Ascher Brandes in der Geschichte der geistigen Wiedergeburt unseres Volkes mit goldenen Buchstaben eingetragen werden wird. Das große Wort: „Der Rückkehr ins Judenland geht voran die Rückkehr zum Judentum", er betätigte es und er hat an der geistigen Entwicklung unseres Volkes ein ganz großes Verdienst! Was dieses noch vergrößert, was dieses noch vermehrt, ist der Umstand, daß ihm das Leben kein angenehmes Los beschieden, das; er in seinen Wanderungen von Land zu Land xmd von Ort zu Ort gar manchem Bitternis und Leid begegnen mußte. Der Tod allein hat ihm von seinem letzten die Erlösung gebracht, während ihm das Leben nichts gewährt. Braudes scheidet mit des Patriarchen Worten: -n",- -»r '-1 „Wenig nnd bitter waren meine Lebensjahre"/ Aber buchstäblich werden an ihm in Erfüllung gehen die Worte unseres laufenden Thoraabschnittcs: fvö’ btt’ fann vr „Es lebe Reuben und sterbe nicht".' Schon beginnt die Liebe für die heilige Sprache der gottbegnadeten Propheten und Dichter, der er gelebt, die er so meisterhaft gehandhabt und, beherrscht, wieder zu erwachen. Es blüht empor ein neues Geschlecht, das jene Sprache wird hegen und pflegen, so daß der Geist von Rubin Ascher Braudes in dieser Sprache fortleben wird nach den Worten: jaiK", ’rv »Es lebe Reuben und sterbe nicht!" Nirgends Harmonie...? Von A. Halberthal (Berlin). Ich Itxtt müde und schlaff . . . In einer jener GemütMtimmuiiflcn, die ipebec von (Srimtemumgeit hervorgerttfen, noch durch Hoffnungen und Ertvartlnngen xmterdrücki werden können .... Man ist iveixiger nxüde als matt — weniger niedergeschlagen als mißgestimmt ... Und gegen diese seelische Mißstimmung habe ich bis schriitlichen Assnnitanten, die Verbündeten der Alldeutschen und deutschvolklichen Politiker, tarnten dies 51t leugnen wagen. Jawohl, diese Herren sind „freisinnig" nnd „fortschrittlich", trotz ihres — Antisemitismus, wie — Herr Donath Zifferer „trotz feines Judentums". Begreifen die Inden Wiens die brennende Schmach nicht, die für sie in solchen Aussprüchen liegt, wie inx vorerXvähnten — des Herrn Zifferer. Ja, tvir haben es erlebt, daß ein solcher Ausspruch noch — lebhaften Beifall fand, statt gerechter Entrüstung! Weimi die Juden es sich bieten lassen, daß ihre „Führer" eine „fortschrittliche" Gesinnnng nur in der Verleugnung des lebe.ndtgen Jttdentn.nts und der Unterlassung der volkstümltchen! mxit|ibxtr.(leii Arbeit. ierblickejn, tvenn es solche Insulten veini jenen hinnimint, die Mandate aus den Händen der jüdischen. Wählerßhaft empfangen wollen, datm dürfen sie sich nicht wundern, wenn sie innnd außerhalb des Abgeordnetanhatises, Landtages und Genieindorates von den Antisemiten aller Lchattiernngexx beschimpft mtd verhöhnt Iverden. Aller und jeder Parlaineniärisinxis, alle und jede Vertretung für die Inden des Donau reiches ist so lange wertlos, als sie nicht ans Wtioxxal-sozialer Basis organisiert sind und Kanonenfutter für andere Parteien bilden. Darum auf zuv Arbeit, zur Aufklärung mtd Organisation der jüdischen Volksmassexx in Gesamt-Oesterreich. Da nix, aber erst dann tverdeix mir besitzen! die richtigen Vertreter üx der jüdischen Kultnsgeineinde, Gemeinde, Land und — Reick). R. A. Kraiidrs. 20. Elul 5611 —17. Tischri 5663. I. Kr. Samstag dett 18. d. M. (17. Tischri) starb inx hiesigen jüdischen Spitale txach langem schweren Leiden Reuben A s ch e r B r a xt d e s. Sein, Tod kam xxicht mxerwartet. Seine Freunde wußten schon lange, daß er rettungslos verloren sei, und als die Nachricht! inx Kreise der nationalen Judenheit bekannt wurde, zog es deixxxoch wie ein Blitzschlag durch die Gemüter derjenigen, die dieseix eigentümlichen, geistreichen xxnd axich inx größten Leide gemütvollen Dichter des jüdischexx Volkes kannten. Braudes gehörte xixfprünglich jener Grxippe von M a s k i I i m o;it, Welche in beim Sechzigerjahren des vorigen Jahrhttnderts 1 an der Spitze der Äxtfklärxt'ixgsbewegnng unterxt-nseren östlichen Brüdern ständen. In den Dienst dieser Idee i stellte er anfangs feine —- wie es damals üblich war —; auf alle Gebiete der Wisfenschafit! sich erstreckenden pnbli- ’ zistischen Aussätze. Es galt, die Jxvden des Ostens vorerst axw ihrer geistigen Abgesondertlhait, aus ihrer dumpfen , Lethargie, in welcher sie von den Foirtschstttten der Kulttir keine Notiz nehmen wollten, aufzttrütteln,. uxn sie für die ' großen, der Lösung harrenden Fragen des Jndentnnts empfänglich zu nxachetx. Die ersten Arbeiten Brandes' in dieser Richtxmg datieren ans dein Jahre 1869. Seine 'erste Novelle („Die Geheimnisse des Hauses Zephanjah"), hat, ganz dem Geschmack der damaligen ronxantischen Richtxmg entsprechMd gehalten, bej reits die großen Fähigkeiten des jxmgen Schriftstellers verraten. Ein Jahr später — 1875 — erschien sein Buch --ny-i -—2. („Der reuevolle Sünder"). Hierauf folgte sein Hauptwerk r—„ („Religion xmb Leben"). Es ist zweifellos, daß dieses Werk, daß leider nicht gmxz abgeschlossen wurde, das politische Glanbeixsbekeuutnis Braudes' und seiner Mitikämpfer G 0 r b 0 n, Snxolensky xisw. im Kampfe gegen den. orthodoxen Chassidismns enthält. Gestalten xtn'd Szenetx werdetx xms setzt nur e i n erprobtes Mittel gefundsxx: die Macht der Töne.... Kaum icrflingen die Saiten — verbreitet sich die "Harmonie, ist die 'Mißstinxnxtmg geschwxmden — die Disharmonie der Seele beseitigt . . . Man fühlt es ordeixtlich, wie es voller wird — das rätselhafte, zanberivollc, seelische Etlvas-tote die Eismasse des Wehs, die so alpenschwer auf dem Herzen lagerte, langsam schmilzt . . Immer schtvellender hebt sich die Brttst — immer freier — immer weiter — und süßer und einschmeichelnder wirken die 'Akkorde — es wird einem wieder leicht — so leicht 1111b wohlig . . . Harmonie! U n v e r g l e i ch - l i ch e H a r m 0 n i e d e r T ö n c! Und wenn ich diesmal nicht gleich zu diesem Mittel griff — so geschah es, weil ich fremd war in der Niesowstadt. . . Mir wurde bange vor diesenx Getöse — dieser hastenden und stüruxendexx Menge — diesen in die Lüfte starrenden Bogenlampen . . . xmd den trotzig hohexx Türnxexx.... Doch jetzt wurde es mir tu der Einsamkeit zu schtvül .... Ich raffte mich auf . . . Mir ging fast der Atexn ans .... Hastig stieg ich die drei Treppen hi mm ter . . . Eine unsagbare Sehnsucht erfaßte mich — Nnd ich stürmte in die Nacht hinaus . . . Doch kamxx fächelte die laue. Nachttuft meine heiße Stirn, als ich sinnend stehexx blieb .... Wohiu,? Ich sah den Wald nicht vor laxiter Bäxtxnetx .... Mir mar, so heiß . ... so wild zog mich das Verlaxtgen .... dieser Eintönigkeit, dieser Herzensöde zu entrinnen — doch wohin? Ich ging auf eine Litfaßsäule zu. Raschen Blickes überflog ich die Plakate . . . Doch vxxs Xvar das!? Trotz meines hastigen Suchexis entging's mir ixicht, in diesem Ateistertverke vorgesührt, lvelche, trotzdcpx sie uns westlichen Inden ungeahnt nttb unbekannt sind, doch, dank der liebovollexx, mächtigeir Gestaltungskraft des T'ichters nnsewiix Herzen nähergebracht lverdat. Mxn kann geUiroft sagen, Brandes hat mit diesem Buche das Acitgofühl der westlicheu Juden für die östlichen Brüder in nmmderstehlichev Weife oxlveckt. Mit welch plastischer Kraft lvird da darauf hingeXviesen, daß die Ist'ligivn mit dem Leben in Einklang gebracht lverden müsse, und mit welch unübertroffener psychologischer Feinheit ist der Held des Routans, Saxnuel, inmitten dieses Untsturzkampfes gezeichnet! Im Jahre 1876 sehen will Brandes in Lemberg,!vo er zusannueu mit G v t t l 0 b e r die Zeitschrift „Haboiker Or", in welcher auch „Neligiou und Leben" zuerst abgedrnckt wurde, heransgeben. Einige Jahre später übersiedelten die Herausgeber nach Warschau. Die Itustätigkeit, lvelche Braudes zeitlebens charakterisierte, ließ ihn nicht lange in Warschau bleiben, er schied ans der Redaktion des^„Habokr Or" nnd ging nach Bukarest, ivo er die Zeitschrift „Jehndiih" redtgierte. Mit dieser Gründung beginnt für Brandes eine neue publizistische TäigkeW:' die Förderung der damals aufkeiincnden Zionsbelvegnng durch Wort nnd Schrift. Mt lvahrem Feuereifer vertrat er diesed Idee, und diesem ikbercifer ist es zuznschreibn, daß er ixu Jah'i,e 188ddes Landes verwiesen lvurde uxw nach Lemberg übersiedelte. In Leiixlxerg entfaltete Braudes eine äußerst rege Tätigkeit als Schriftsteller und Volksredner. Er war Ä rebctheitu des „Hajlehnduch", beteiligte sich auch an anderen publizistischen Unternehmungen, und hier schrieb er auch sein lvirkliches chef d'oenvre:' ",---2:^-, rnw. („Die zwei Extreme"). Mit diesem Roman hat Brandes das ganze hebräischlesende Pxtbliknm für sich erobert. Und es ist merklvürdig, daß dich Kritiker in diesem .Roman nicht leinen FoAfchritt ixx der^Entwicklrmg der Schaffenskraft Brandes' erblickten; das gilnstigste Urteil lautete dahin, daß es dem Roman „Religion und Leben" gleichkoinxxxe. Brandes selbst hat sich dem Schreiber dieser Zeilen gegc'nüber vor ungefähr einem Jahre tu Biczug auf diese Frage ungefähr folgendermaßen^geäußert: „Die bÄerste Erfahrung, die ein Schriftsteller, zumal ein hebräischer, machen kanxt, ist, wenn sein Lesepubliknin und die ans dexnselben hervorgehendexx^Kritiker ihm pnf feinenx Eutwicklxmgsgange xxicht folgen xnögexx. Der jüdische Leser sxtcht in jeder Zeile, die ihxn geboten wird, eine Tendenz, es herrscht noch zu sehr der agadische Geist, dev jedem Worte eine besondere, nur ihm eigene Bedeutung aufoktwylLevsnl will. „Religion und Leben" gefiel, weil man darin eine Tendenz erblickte, die „Zwei Extrexne", welche ich! für xneine beste Letstxmg halte, in welche iich mein ganzes Wesen, mein ganzes Gemüt hinoinzulegen versuchte, wird allgemein ixicht für so gut gehalten, weil ^os angeblich,keino Tendenz hat. Der Dichter verfolgt nxxt jedem' Buche, das er schreibt, irgendeine Absicht. „Religion xmd Leben" soll die Geschichte eines großen, bedentungsvollen Kanxpfes, oder wenn Sie wollen, ein kunstvoll ans gehauener Grenzstein eines noch xxicht abgeschlossenen Kampfes der östlichen Juden darstellen, wahrend die „Zlvei Extreme" das Leben selbst bedenten, ^das tvirklich pulsierende Leben, das unsere Brüder alle fühlen, aber dessen Vedentuxxlg xxoch nicht alle empfinden." Aus Lenxberg datieren axich seine iveiteren kleinerexx Arbeiten, lauter frische, kräftige Lebexxsgeftaltexx, lute sie sein geistiges Auge erschaut. Sie erschienen unter dem Saxnxueltitel "r-y; -y ü'r\ („Die Alten und die Jxxngen"). Am Axxsang der Nennzigerjahre ging Br-audes nach Krakau und übernahnx da die Redaktion' des („Die Zeit"). Ilm di>>s» Zeit schrieb er auch seixxe zwei Erzähluitgon „Alte Gesäuge" xxnd „Woher — wohin?" daß eine Gestalt oder vielmehr zwei neugierige Axxgen mich verfolgten . . . xtixablässig — immer beständig . \ . Ich wandte mich um . . . War es die Sehxxsxicht und dc>r Baxxxx eines Moinentes oder lenkte der ueugievig-schüchterue Blick des seltsaxnen tlnbekannteix meine der Vereinfainnng entsprossenen Gefühle ab und dämpfte sie — mir. wurde eigentümlich zu Mute . Ich blieb stehcxx und blickte dein Fremden ins Gesicht. Dasselbe war interessant genug. Das eingefallene .Klinxx, die runzelige Stirn — die gebräunte Hautfarbe und die tiefliegenden, schlvarzexx, von blaugelben Rändern xtxtxringten Augen verleugn,ctexx dm Typus xtjcht ... Der Nstxnxx sah, daß ich ihn beobachtete und faßte Mut. Er trat auf xnich zxx. Seine Stixnxxxe hatiä einen melodischen, mir etwas zitterigen Tonfall: „Ist hier eine Synagoge?" Ich mußte lächeln . . . Des Fremden. Gesicht erheiterte sich axtgenscheinlich, wie ein Kind, das in der weiten, weitein Ferne emen Landsmann sieht . . . Die ängstliche Spannung Ivxch voxt feixt cm Gesichte ... „Ich meine in der Nähe des jüdischen Genxeindehauses ..." „Gelvxß . ." Er blickte mich von der Seite an. Ich erkannte, diese Fragen waren sein eigentliches Anliegen nicht. Und mdlich fragte er auch: „Sind Sie auch — auch — ein-Israelit?" „Jude," verbesserte ich, „tvarum umgingen Sie diesen Ausdruck?" „Weil ich eben angeschrieen worden bin." Diese Antwort klang jvehmütig — heiser -— erbittert .... „Von einem Juden?" fragte ich. „Es wird wohl keiner gewesm sein — ich tvoiß es nicht-Ich bin nämlich hier fremd — ich bin Aus-