Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1902)
- Issue
- 42 (17.10.1902)
- Date
- 1902-10-17
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien, Freitag Jüdisches Voiksblatt 17. Oktober 1902 Kr. 42 den, letzten Wahlen ausgestellt wurde, Punkt für Punkt durch und .zeigte, wie die heutige Majorität nur scheinbar diesem Rechnung ge,tragen, in Wirklichkeit jedoch nur die Verhältnisse verschlimmert habe. Sie habe einerseits ichen geschaffen, andert a k i v e n Steiler. Ter eilte privilegierte Kurie der R teilnng nicht anfnchmen ivollen. „Ei.' könnte konfisziert und Mls geklagt Ivcrden." Wer der Gefahr cntgegengeht, bekämpft zu werden — und das ist der Fall bei allen Inden — der »ins', der Gefahr sieh anssehen, auch angeklagt zu Iverden. Wir wollen keine; Hilfe für eine Knltnsgcmeinde oder e i n e » Inden. Der ' Knttnsgemeindcbund in Prag ivird wahrscheinlich sagen: „Hohe' Gemeinde schlaf; der weihevolle Akt. Der k. k. Bezirkshauptmann Pezellen und Bürgermeister Dr. Nadler sprachen hierauf ihre Anerkennung über das nengefchaffene Werk ans nnd erklärten Herrn Rabbiner Dr. Goldberger ihre llebcreinstinnnnng mit den in. seiner Weiherede entlvickelten Anschauungen. Bei der hierauf folgenden Besichtigung der Räumlichkeiten, ivelehe den hygienischen Anforseils das Uuikiim cinicr f a k lt _ 9iefcrcnt hingegen stehe auf dem ^tnndpnnkte des allgeiniotnon Wahlrechtes, iveil jeder Jude, und insbesondere der orme. indirekte Steuern au die ddnltusgenleinde zahlet er sehe hiebei von dem Nutzen ab, den die b>e>neinde aus dein Verkaufe des Rvscherfleisches ziehe, _ sondern er lege das Honpigewichll auf die Verträge, die die Mitglieder der verschiedenen Tempelvereiue leisten, o h n e das Wahlrecht zu besitzen. Von den! 200 Mitgliedern des Brigittenauer Tempelvereines seien bloß z i r k a 5 0 lini h l b e me ch - t i g t. Während nun die jetzige Majorität im Prinzipe beschlossen habe, in der inneren Stadt m i t e i n em A u fiv a n d e v o n M i l l t o n e n einen neuen, Tempel zu bauen, in ns; in verschiedenen Bezirken der Gottesdienst! tu Gasthaus-Lokalen abgehalkeii iverden, die absolut unwürdig für solch einen Zweck sind. Die Religion werde zu einer Komödie herabgeivürdigti, wenn tu einem Lokal I o m K i p p u r - G ölte s dien st abgehalteih iverde und im anstoßenden Gartensaal christliche Gäste trinken und eßen. Der Referent verlangt iveiters bezirksweise Wahl der Kulrusvorsteher, Dezentralisation der Armenpflege nach dem Elberfeldcr System, Gleichstellung der Bezirksfunktionäre . mit den Funktionären der Zentrale. Das entwickelte Proi L.chtenstadt b. Karlsbad, Iistrbnih, Schlau, Onval, Cbotebor, l Pilgram. Ncu-Bcnatek, Kkattan, Michle b. Prag, Falkcnau, graiNIN fand allsenige Ziytnmuung. l „ I Klneenitz, Horowih. Drr Kultusvorsteher in Kokin teilt uns mit, n nn.n/n n m cy. unter bc« Proponenten genannt sein will, sondern IUW Regierung, >vir, Gemeindebnnd, sind hier'— das, was die Kultus-1 dcrnngen der Behörde gcmäs; hergestellt wurden, betonte Bürger gemeinden am Lande wollen, das besorgen ivir — alles besser, als diese- Wir werden nie nnd nimmer der hohen Regierung Schwicrigkeiten bereiten, wir sind sehr verträglich — haben Sie je bom Bunde etwas gehört? — nein — also! — Nur hereinspagiert, nieine Herren —■ in den Bund, dort ist Ruhe! Rnhel Rnhel" tlild trotz alledem! — Wir fordern hiermit selbst diese leitenden Herren, so lote die aller maßgebenden israelitischen Vereine auf, unsere Maßnahmen zn unterstützen — wir hoffen bestimmt, daß es tmS gelingen Ivird. eine Vereiitiguilg aller Knltnsgemeinden in Böhmen zu erzielen, Ivir hoffen, das; die Israelitischen Kultusgemeindekainmern iit allen Ländern Oesterreichs zur Wirklichkeit ivcrden. Wir Proponenten find jetzt die schwächeren, und wer unsere Bemühuugcu unterstützen ivird, dem Iverden wir es Sank wissen. Die Kultusgemeiuden, welche pekuniär schwach sind, mögan unbesorgt ihre Zustimmung Nils znkommen lassen. Wir verlangen nicht, daß selbe pekuniäre Opfer bringen, cs genügt uns, wenn sie uns nur unsere Zustimmung geben, nachdem unsere Vereinigung ilicht etwa die Kultnsgeineindcn pekniär belasten soll. HIm Nnab. Iourital ist z. B. ein Fehler unterlaufen; nicht 2 Perzent sollen die Knltnsgemeinden Vcreinsbeitrag zahlen, sondern 2 Perzent pro Mille; so z. B. würde eine Knltnsgemeinde mit K. 2000 Jahrespräliminare nur K. 4 Jahresbeitrag zahlen. Nachstehende Kultusgemcinden haben dieser Aktion ihre Unterstützung' zngcsagt: Königswart, Gablonz a. N., Libochowitz, Svetla,, Knttenbcrg, Adler Kvstclez, Nadnitz, Münchcngrätz, Nenbidschov, . 3nze, Blatna, Caslan, Pribram, Dürrmaul, Jnngbnnzlau, Bilin, > mcisker Dr. Nadler, das; Lenke, die ans konfessionellen Gründen Andere anfeinden, dies entschieden nur ans Mangel an Bildung tun könen oder aber Menschen ohne Religion sei» müssen. Diese Worte könnte sich mancher andere Bürgermeister zum Beispiel nehmen. Victor Frankel. Der Schlüssel. In dieser.Nummer bringen wir den Schluß des ,St' u l k e' schein ilkonmnes „Der Wir bemerken gleichzeitig, daß sich die Reduktion dos der Itäberschung tu fremde Sprachen, und der Herausgabe in Buchform Vorbehalt. In den nächsten Wochen beginnen wir mit! der Veröffentlichung einer bisher noch nicht übersetzten Novelle S m o l e n s k y s. Ungefähr eine kleine Städtchen Blumenzwiebelitm in zwangloser Beber nächsten Wahlan der ersten Sitzung tcilnehmen will, weshalb Ivir ihn im obigen Verzeichnis anslassen. Sobald noch ca. 10 Kultnsvorstehcr ihre Ansland. Das Spinoza-Haus in Rijnsbnrg. Meile von Leiden in Holland liegt! das Rijnsbnrg — einer der Hauptplatze des Versands. In einer Straße des Städtchens steht ein kleines, aus Backsteinen erbautes Haus mit roten Fensterläden und einem inoiosbelvachsenen Dache. Alte Eschen beschatten die Front des Hauses, an< die Hintersette schließt sich ein Garten. Heber der Türe ist folgende Inschrift: Ach, waren, all Menschen ivijs En wilden! daarbij Ivel De Aard waar haar een Paradijs Nu iß sij meest een hel. O, wären alle Menschen weise und hätten zarte und Unterstützung und Beteiligung an der ersten Zusannnenknnft dem reine Gefühle— dann würde die Erde ein Paradies sein blieben hierauf noch einige Zeit, sprechnng ihre Ansichten betreffs kampLgne auszutauschen. Wien. (Gegen den Antisemitismus in der Schul e.) „Wie innig wären'", schrieb Gabriel Rießer im Jahre 1832 (Gesammelte Schriften IV, S. 324), „jüdische Knaben zu bemitleiden, die in einer öffentlichen Schule einem Menschen als Lehrer Preisgegeben wären, der sich nicht entblödet hat, sich mit seinem Hasse'gegen eine Religionspartei, der sie angehören, öffentlich zu brüsten. Ich halte es für meine Pflicht, die Eltern solcher Kinder darauf aufmerksam zu machen, daß keine menschlich gesinnte Schulbehörde ihnen das Gesuch abschlagen kann, ihre Kinder von dem Unterricht eines solchen Menschen zu dispensieren, und daß es ihre Pflicht ist, eine solche Dispensation nachzusuchen, weil kindlichen Gemütern nichts gefährlicher ist, als das Gefühl unverschuldeten Hasses, weil es auch unverträglich ist mit der Achtung, die Schüler ihren Lehrern zollen sollen, daß sie einen Menschen zu ihren Lehrern zählen, den sie verachten müssen, wenn sie sich selbst, wenn sie ihre Eltern und Angehörigen nicht frühzeitig zu achten verlernen sollen." Maler Arthur'Kurtz ist von Meran nach Wien übersiedelt und hat im 6. Bez., Getreidemarkt 15, sein Atelier eingerichtet. Sarajcvoer Nachrichten. Tr. S. Funk, derzeit Rab-. Inner in Preßburg, ersucht uns, folgende Aufklärung des wohlverdientes Hejascher &pa<$. Hou' Keßler trug mit be-; lim glle.s, was mit Spinoza in Beziehung stand, zu samunter der obigen Spitzmarke am 3. Oktober 1902 erschienesondereu Dulllichteit dav Iceilah-(iebet vor. Herr H-abian inej;n llTt.^ Nijnsbn,rger Haus, welches das Mekka aller nen Sarajcvoer Briefes anfzrmehmen: Ein Passus, der Gvllia, ein 83jahriger Greis, konnte, alv er den Hafiara- Bcivunderer. des großen Philosophen des 17. Jahrhunsich ans die Persoür des Rabbiners Dr. Funk bezog, ließ die - ab,chlmtt las, seine innere^ Rührung kaum^ verbergen. An b.ext§ ctelvorden ift instand zu halten. Proponenten Herrn Julius Bondy Kultnsvorstehcr in Horoivitz, zukommen lassen, ivird der Bcratnngstag beknnntgcgeben Ivcrden. Jdnob. Aspern a. d. Donau. Alljährlich, anläßlich der herannahendcn Feiertage, wird die Beobachtung gemacht, daß unsere Bethänser nur dreinral des Jahres sich eines zahlreichen Besuches erfreuen. Wahrlich, 'diese Leere nach! univn deutet auf eine Leere nach oben. In nnmittelbarer Nähe Wiens befindet sich ein Bolliverk jüdischer Tradition. Das wohltätige Wirken der Familie Gallia ist bekannt. Die jetzt gleicht sie eher einer Hölle.) Hier lebte Baruch Spinoza, und die Straße, in. der das Haus liegt, heißt „Spinozalaan" — Spinozastraße. Spinoza wohnte in R'ijnsbnrg von 1661 bis 1664. Seine Bekanntschaft mit den „Rijusbrirger Freidenkern" -— eine Sekte der holländischen reformierten Kirche, der noch 6000 Personen in Holland angehören — bewog ihn, seinen Geburtsort Amsterdain zu verlassen. Das Haus wurde im Jahre 1899 renoviert. Die Wände des Ganges, der zu Spinozas Ar> Z LäS .i Z «nX s-,= n \ ' beitszimmer führt, sind mit! Delfter Platten, flämische Sol- |illc iit ßunuqt, litujitdultu) mit ii)iui ^cinbui, iQitt. mrS, fiAi- Gotteshaus anfzurichten, trotzdem es an dem erforderlichen Min ja n fehlt, das kleine Gotteshaus zn erhalten und einen großen Teil der Kosten zu tragen. An den hohen Feiertagen fand ein feierlicher Gottesdienst statt. Arme Leute aus Wien wurden reichlich beschenkt. I. L. Rabinowitsch daten vorstellend, bedeekt!; der Raum selbst ist klein und hat Fenster. Tte Wände sind weiß', die Türe grün und der Boden aus braunen Ziegeln, an einem der Fenster steht sein Arbeitstisch, dararif die Geräte, die er benutzte. Ju einenr Bücherschränke werden, die wertvollen Bücher — des Meisters Werke ausbewrihrt. Ju diesem Raume .tzu?.,u™[tm 'E'hE 5-sdruckc vor;, Spinoza änm flwgc» Teil seiner Werke. Ein. Komitee, Herr owßmann, un: lpehcn bernscn ward, erntete sem der Spitze Herr B. Meyer ans Haag, hat sich gebildet, eventrielle Deutnug zu, als ob Herr Dr. Funk nur von einer oppositiorrellen Minorität gehalten ivorüen wäre. Die Redaktion hat sich durch authentische Juformationen über? zeugt, daß Dr. Funk während seines Wirkens in Sarajevo die ungeteilte Anerkennung der gairzen Gemeinde genoß und freiwillig dem ehrenvollen Rufe der Preßbnrger (Gemeinde Folge leistete. Israelitische Landeskammcr. (Positive Arbeit.) Wenn man den Werdegang der sein sollenden „Israelitischen Landeskammcr" in Böhmen verfolgt, so ist schon die Tatsache an und für sich charakteristisch, daß die kleinen Llultusgemeinden den Vorteil, der ihnen aus dieser Vereinigung ' erwachsen dürste, schneller erfassen, als die großen 5iultusgemeinden. Die großen Knltnsgemeinden, wie z. B. Prag, Pilsen, Reichenberg, Bndwcis usw. finden es unter ihrer Würde, ans unseren von 28 5lnltnsvorstehern bereits gefertigten Ausruf zu reagieren -— wie denn auch nichtI — Die Herren an der Spitze dieser Kultnsgemeinden fühlen nicht das Bedürfnis einer Vereinignng, und wenn die kleineren Kultusgemeinden im Interesse des Judentums überhaupt sich vereinigen ivollen, so mögen diese selbst zusehen, wie sie damit fertig werden. „Wir, die Großen, schauen herab" — von wem sind doch die Herren groß geworden'^ Von den Inden Lande! Wer zieht vom Lande nach Prag oder Pilsen? Der Lande sich so viel erworben, um in der Großstadt Mü'Iversgelder anlegen zn können — und wer kauft bei den Großstädtern, Engrossisren? Der Landjndc! Tie großen Knltnsgemeinden werden später erfahren, daß es ihre Pflicht ist, sich um diese Vereinigung auch zn kümmern, nnd nicht mit verschränkten Armen znznsehcn! Tie Oefsentlichkeit fürchten diese Herren wohl nicht, weil die. Tagesblärter sich um ausschließlich jüdische?lnge(egenheitcn sehr ungern kümmern (insolange es nichts gegen die Juden zu schreiben gibt). Unsere Mitteilungen ignorieren selbst die bekannten Judenblätter, welche ihre größte Abonnentenzahl in Böhmen unter Inden zählen dürften. Es nützt jedoch nichts — der Stein ist im Rollen, die Illden in Böhmen müssen nnd iverden sich darüber klar werden, daß nur ein gemeinschaftliches, gut organisiertes st,nsammenlvirken uns — ob cs nun dem Judentum als solchem, oder deic Juden als solchen — helfen kann, nnd cs wird successibe allen klar werden, daß wir berkanft sind, berkanft bei den gesetzgebenden Körperschaften, bald bei den staatlicheit und längst schon antonomcn Behörden, daß wir bei allen denen einer höflicher, der andere roher behandelt iverdeit, je nachdem »och unser Geld nnd nufer Einfluß reicht, nnd daß diese fortdauernde (Aitrechtmig des her Heiliqen Lade pranpte in goldbestickten Lettern sein Name, )vie er goldenverzeichnet ist im den Herzen der Armen, denen er unendlich viel gutes getan. Da hier die Schlacht stattgeftmden, deren Jubiläum herannaht, übte das Kaisergebet einen großen Eindruck ans. Beamte aus den Fabriken der Umgebung waren für einige Stunden erschienen. Möge das fromme Beispiel des Herrn Gallia Das unbekannte Israel. In der Feuilletonspalte der „Kölnischen Zeitring" war neulich folgende Notiz g» lesen: Die verlorenen A'hn Stämme haben den Theologen und anderen Gelehrten ilicht wcmg zu schaffen gemacht. Wo hat man sie nicht schon gesucht, in welchen Völkern hat man nicht geglaubt, sie schon wiedererkannt zu haben? Sie sollten die Stammväter der Neger, der amerikanischen Rothäute sein; man hat „bewiesen", daß von den zehn Stämmen die Engländer, die Walliser, die Afghanen abstammen, und tu auf der grünen Insel gewesen seien. Aber für wie vieles man auch die Juden verantwortlich macht, unniöglich können sie für drei, vier so verschiedene Rassen in vier Weltteilen verantwortlich sein. Dabei wird gewöhnlich behauptet, der Jude sei trotz seiner erstaunlichen Anpassungsfähigkeit immer leicht herauszuerkennen, er bleibe immer ein Jude. Wie wenig das der Fall ist, kann man aus einer, zwei lange Spalten füllenden Schilderung ersehen, die vor kurzem ein Gewährsmann des Londoner Standard von den ganz abgesondert für sich im östlichen Kaukasus lebenden jüdischen Bergstämmen gegeben hat. Diese Juden verkehren nicht einmal mit den anderen Juden, zu denen sie nur einmal im Jahre hinabsteigen, um sich einen Schächter zu holen, der ihnen zum Laubhüttcnfest die Tiere ritual schächten soll. Die Bergjuden feiern zwar den Sabbat und die großen Feste der Jude», aber wesentlich anders. Jndentnms selbst die im Laufe der verflossenen 00 Jahre ec-! Stern eine Ansprache hielt nnd Herrn Baruch die Schlüssel über zielten kulturellen Vorteile für die Inden in absehbarer Zeit schvinden werden, wenn wir nicht rechtzeitig sagen werden: Wir sind Inden, wir bleibe» Inden, aber wir sind gleichwertige Staatsbürger, nnd wer uns als weniger betrachtet oder behandeln will, ist ein Lump! Wir Inden werden uns zn diesem Zwecke einigen — nicbt etwa in dem Sinne, wie es der „Israelitische Landeslehrervereiu" in Böhmen mit einer Bitte meint: „Beim i Rabbiners Herrn Dr. Goldberger das Tor der Zeremonienhalle, hohen t. k. Kultusministerium bittlich zn werden, daß nach In derselben wurde das übliche Gebet verrichtet, worauf Herr treuer Schilderung der Lachlage einem das Judentum vernichten-! Rabbiner Dr. (stoldberger die Wcihercde hielt, in welcher er den den Uebelstande in gesetzmäßiger Weise Einhalt getan werde," , Bibelspruch 3. B. Moses, Kap. 10, B. 18: „Liebe deinen Nächsten. Glauben die Herren Lehrer wirklich, daß das Knltnsminifterimn v'ie dich selbst" imii Tepte nahm und darauf hinivies, daß die ein Interesse daran haben wird, das^Judentnm als solches zn erj Nächstenliebe höchsten nnd nneigennützigften Ausdruck in der liebe halten, wenn ivir nicht als geschlossenes Ganzes unsere Rechte geltend machen werden? „Tie Inden sollen sueeessive entweder Ehristen Iverden oder anslvandern", das ist ein in mehreren Staaken offen oder versteckt an den Tag gelegter Elrundsatz. Ein Prager Jndenblatt hat unlängst diese wahre Mit- Nachahmimsi finden, möqe es ihm noch lanqe in Anbetracht Irland glauben viele, daß die zehn Stämme die ersten Ansiedler seines hohen Alters yestönnt sein, mnstevIilliq nnd an-; v"‘ cv--r-r —--r— r~— “ regend gute Werke 51t stiften. H ci;n r i ch D'i a m a n. t. j Paks. Heute fand unter Teilnahme einer riesigen Menschenmenge, 'darunter zahlreiche Rabbiner, das Leichenbegängnis unseres O b e r v a b b i n e r s S u ß -; 111 annSz 0 fer , der ain Vortage des Jom Kippur verblich, statt. Rabbiner Szofer, der ein Alter von 76 Jahren ' erreichte war der jüngste von vier Brüdern, bil: alle am. Horizonte der talmndischen' Wissenschaft und besonders als; Kanzelredner als Sterne erster Größe leuchteten. Beden-! tendes Wissen, mit hinreißender Beredtsamkeit gepaart, mv- . .. beugsame Strenge in prinzipiellen Dingen, vereint mit per-' Indessen ihre religiösen Gebräuche und anderen eigenartigen Einsönlichay Liebenswürdigkeit nnd einer kindlichen Weichheit, richtnngen, so überaus seltsam sie auch sein mögen, interessieren des Gemütles, machten ans Rabbiner Sllßmann eitle iit J1!10 hier nicht. Sind das aber noch Inden, wie man m Ungar» gekannte UN» perchrte Persönlichst. Nnter''“ '?b den vielen von ihm verfaßten Schriften I)t der Jalknt . n n d b e r ü h m t sind wegen ihrer Leistungen im — T r i n ke n? Elieser ein Vademecum ans dem Gebiete der Agada für. Tie Hochlandjnden sind groß, muskulös, reiten ihre sechzehn Stun- ' den hintereinander nnd essen nnd trinken nngianbliche Mengen. Die hämischen Glossen, welche die „Kölnische" dazu macht, beiveisen ivieder schlagend, wie richtig unsere Behauptung von dem verkappten Antisemitismus der „K. Z." war. Die „K. Z.", Ivelche das ganze Jahr Reiseschriftsteller nnterivegs hat. soll doch ihren Berichterstatter einmal nach Saloniki schicken, damit er nüt eigenen Augen sieht, ivas Judenhände dort arbeiten. Auch die Reise nach Marmaros-Sziget ift nicht zu beschwerlich nnd sogar näher. Für diese Anrempelnng wäre eine nähere Bekanntschaft mit einem jüdischen Lastträger ans Saloniki oder einem Holzfuhrniaime aus der Marmoros eine lehrreiche Lektion. Wir iverden die „K. Z." jetzt öfter aufs Korn nehmen, um immer ivieder darauf yinzuiveisen, daß der nationalliberale Knlissenantisemitismns, der sich hinter Ivisseiischaftlicher Verbrämung verbirgt, Iveitauö gefährlicher ist, als der rüdeste Radanantisemitismus, weil wir uns gegen letzteren leichter schützen und verteidigen können. Politiker und Gelehrte über die rumänische Judenfrage. C h a m b e r f a i n: „Ich bin jeder Verfolgung aus religiösen Gründen durchaus abgeneigt und ich bedaure lief die unvernüftige Beeinträchtigung des jüdischen Volkes in so vielen Ländern. Die Geschichte beweist, daß die Juden, während sie mit außerordentlicher Zähigkeit ihre nationalen Charaktereigenschaften und die Lehrsätze ihrer Religion bewahrten, zu den loyalsten Nntertauen der Staaten gehörten, in denen sie ein Heim fanden, und es ist die Unklugheit einer derartigen Verfolgung fast noch größer als ihre Grausamkeit." Sir Charles W. D i l k e: „Ich bedaure tief die fortgesetzte, antijüdische r um äni s che Gesetzgebung alle jüngeren Rabbiner geivoirden. Die ungarlfche schaft, speziell die Orilhodorie, ivird den Verlust dieses ansgezeichneien Frommen schwer empfinden. Unsere Gemeinde gab ihrer Verehrung und Tünkbarkeit den sprechendsten illnsdvuch, indem sie den würdigen Sohn des Verblichenen, Rabbiner zn Dereeske, zir dessen Nachkolger ernannte. Marienbad. Griedhofsweihe.) Die Einweihung der Zeremonienhalle des erweiterten israelitischen Friedhofes fand Donnerstag den 0. d. M. unter Anwesenheit des k. k. Vezirkshauptmaimes Herrn Pezellen, des Bürgermeisters Herrn Dr. Nadler nnd fast sämtlicher Mitglieder der israelitischen Kultusgemeindc Marienbad statt. Herr Kultnsgemeindeborsteher Baruch begrüßte die Erschienen, ivoranf der Erbauer Herr Baumeister gab. Dieser erlviderte: Indem ich die Halle in das Eigentum der Gemeinde übernehme, danke ich Ihne», Herr Baumeister, für die schöne Ausführnng. Sr. Gnaden, dem hochwürdigsten Herrn Prälaten als Vertreter des Stiftes Tcpl sage ich unseren besten Dank für die Ueberlassnng des GrnndeS. Nach Nezitiernng eines Psalmes öffnete Herr Baruch nnter einem Segenssprnche des vollen Erfüllung der heiligen Pflicht gegen unsere Tuten finde nnd demnach die nenerbante Zeremonienhalle, sowie der für weitere 100 Jahre vorgesehene Friedhof als ein Werk für späte Generationen, ein Denkmal der Nächstenliebe unserer Gemeinde bilde. Mit einem Gebete für den Kaiser, die Behörden rmd die