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Jüdisches Volksblatt · 1902-10-03 · 40 (3.10.1902) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
40 (3.10.1902)
Date
1902-10-03
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 3. Oktober 1902 Nr. 4C Präses Heinrich Klinger. Am 1. Oktober d. I. begeht dos Oberhaupt der Wiener israelitischen Knltusgo- Äls Vertreter der Nichtigkeitsbeschwerde ist Doktor Robert Gruber erschienen; als Vertreter des Franz Arnoscht interveniert Dr. Kamillo Müller, für den Abgeordnetem Wolf der Kremser Advokat Dr. '* c ,v * *? rv\ i ^. * r v c A 2 CY UllLLU ÄvvlUltw Ul UUl vlUUlUlUHlllil mjUI Uli ihIKU ll ilUvUUU <vli mmi.de, Herr! fflt|. Rat He tlt 11 ch K l 1 nger , das Fest; Ritter v. Mühliverth. Dr. Gruber führt aus, die Nichtigkeit sei darin des 70. Geburtsthges. Kais. Rat K l 1 n g e t gehört seit begründet, daß der Antrag auf ein Sachverständigengutachten abgenahezu zwei Dezennien dem Kultusvorstande an und be- . kleidet seit acht Jahren das Ehrenamt des Präses der Kultusgemeinde. In einem Aufsatze „Das Reich der Habsblirger" über das unter gleichem Titel erschiene englische Buch von iLiduey Whitman lehnt wurde, da hierdurch dargetan werden konnte, daß Vergani die infolge irrtümlicher Eintragungen entstandenen Differenzen in den Losbücheln aus eigenem Antriebe ausglich. Dr. Ritter v. Mühlwerth entgegnete, die erläuternde Aufklärung hätte der Kläger selbst liefern können, er habe dies jedoch nicht getan, ja nicht einmal seine Aufzeichnungen vorgelegt. Ein Sachverständiger sei überflüssig ge schrieb der kürzlich verstorbene Otto Gildemeister folgendes über die j mcsen und es sei ganz unerfindlich, wieso die Nichtzuziehung eines Stellung der Juden in Oesterreich: „Abgesehen vom Zaren, ist der Kaiser von Oesterreich der europäische Fürst, der die meisten israelitischen Untertanen zählt, fünf vom Hundert, während inDcutschland das Verhältnis sich nur tvenig über ein Perzent erhebt. Kaiser. Franz der Erste soll, als er zum erstenmal nach Lemberg kam, aus- > gerufen haben: „Jetzt sehe ich, weshalb ich den Titel König von Jerusalem führe." In Wien ist der zehnte, in Pest der fünfte Teil jüdisch; Prag hat über 30 Synagogen. Wäs an Energie und Frugalitäi in der verweichlichenden Atmosphäre des Reichtums verloren geht, das wird mehr als erseht durch den ununterbrochenen Anzug frischer Kräfte aus galizischcn und ungarischen Dörfern. Das rst gewiß sehr tvichtig, aber ist doch nicht das Entscheidende. Herr solchen für die Anklage von beeinträchtigendem Einflüsse gcwescrr sei In gleichem Sinne sprach Dr. Kamillo Müller (ex offo) für Arnoscht. Das vom Vorsitzenden Senatspräsidenten Hoepler verkündete Urteil lautete, die Beschwerde wird als unbegründet abgewiesen, weil die Ablehnung des in Rede stehenden Antrages keine Forrnverlehung, keine Nichtigkeit begründe. Der Freispruch Wplfs und Arnoschts ist daher in Rechtskraft erwachsen. Was den Freispruch Schönerers aubelangt, ist das Wicderaufnahmsverfahrcn im Zuge. Vermählung. Aus Sarajevo wird uns mitgeteilt: Am 4. ds. feierte der Sohn des allverehrten Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde der Sefardim hier, Herrn I. Salomon Salom, Ritter Whitman prophezeit nämlich den Juden eine herrschende Stelle in! c _ « Joles-Ordens sein VermäblunasfeÜ dieser Feier der Habsburgischen Welt. Die wahre Ursache hat Moltke (übrigens! Dcö rtN- Zu me,er Feier in anderem Zusammenhang) mit den Worten ausgesprochen: „Zur j wurden die höchsten Spitzen der Militär- und Zrvilbchorden geladen, Herrschaft führt aller Orten und zu allen Zeiteii die größere &c schicklichkcit."?lenßere Begünstigungen stehen den Juden in Oester. Xeich-Ungarn iiicht zur Seite; im Gegenteil, sie haben mit Abnei welche auch sehr zahlreich erschieiien. Man bemerkte den Herrn Bürgermeister Nezir Effendi Sklic und sämtliche Magistratsräte, einige »mg und Vorurteil, sogar mit heftiger Feindschaft vieler Mitbürger S°rr°n ©enctätc unb andere hohe Militärs. Von Zivilbehorden erzu kämpfeii. Ihre Erfolge sind daher „das genaue Maß der! schien der Ziviladlatus Se. Exzellenz Gehermrat Herr Baron von Schwäche der anderen". Diese Bemerkung des Herrn Whitman Kutschera und sehr viele höhere Beamte. Das Tempelschiff kormte alle sollten die Antisemiten außerhalb Oesterreichs in Erwägung ziehen; erschienenen Gäste nicht aufnehmen, da sie die Zahl 2000 bei weitem fte gilt auch für andere Länder. Jede Rasse. d,° - bei glercher iiBertl.af. Xtt<f Vollendung der Trauung strömten die antvesenden Verteilung von Sonne und Wind — einer anderen Rasse unterliegen! zu müssen erklärt, stellt sich ein Zeugnis der Inferiorität aus. Nach Herrn Whitmans Ansicht (der kein „Philosemit" ist, aber gerecht sein will) beruht der Erfolg der Inden nicht allein auf ihrem Verstände, ihrer Beharrlichkeit und Geschicklichkeit, sondern auch auf ihrem starken Familiensinn, ihrer Eintracht und ihrer Hilfsbereitschaft. Der verbreitetste Vorwurf, daß sie nämlich im Gcschäftsleben gewissenlos seien, sei von allen am wenigsten berechtigt. Die ärgsten Schwindeleien der letzten 20 Jahre in Paris, in London, in sich d-n Damen zu mit den Worten: ..Bedienen Sie nicht ohne Fehler, aber man kann auch aus solchen Einblicken in 'Gebilde, von denen unsere eigene Zukunft abhängen kann, viel Gäste in den Vorhof des Tempels und von da zum Ausgangstor. Die Mütter des Brautpaares konnten wegen des außerordentlichen Gedränges nicht vorwärts kommen, erst beiläufig nach zehn Minuten erschienen sie an der großen Pforte des Vorhofes. Da war ihre Verlegenheit außerordentlich, denn ihr Wagen war nicht da, sie blickten nach allen Seiten, aber vergebens. Dies bemerkte auch Se. Exzellenz Herr Baron v. Kutschera und in seiner besonderen Freund- Jüdische Schnldiener. Aus Lemberg wird gemeldet: Ds Baron H i r s ch'sche Kuratorium unterhält bekanntlich hierzulave 50 in zumeist eigenen Häusern unterbrachte Schulen. Man sole nun mit Recht annehmen, in diesen, der jüdischen Erziehuy gewidmeten Anstalten sei alles, was drum und dran ist, jüdisc. Allein wer das glaubt, findet sich bald bitter enttäuscht, den siehe da, die Schuldiener daselbst sind größtenteils Arier (!) reinste Wassers. Wer die galizische Judennot aus der Nähe nur einiger maßen kennt, der weiß zu schätzen, was die Versorgung 50—60 jüdischer notleidender Familien bedeutet. Ein Jugendbildner in Z... mit dem Schreiber deswegen sprach, erklärte, daß dortselbst ein jüdischer Schuldiener längere Zeit bedienstet war, jedoch wegen mangelhafter Qualifikation durch einen Arier ersetzt wurde. Schreiber dieser Zeilen aber ermahnte seinen Gewährsmann an die Pflicht des Schulleiters, nebst der Erziehung der Jugend auch die Alten nicht aus dem Auge zu lassen, nicht aber diese just durch Fernhaltung vom Dienste ms Ungewisse und ins Elend zu stürzen. Wenn die Schulleitung diese durch frühere Unterlassungssünden mangelhaft erzogenen Leute durch Unterweisung und Nachsicht zum Dienste aneifern würde, ste hätten die Alten nicht nur vom Elend gerettet, sondern vielmehr ihre Kinder zu gut disziplinierten, dienstbeflissenen Menschen erzogen. Allein im Hintergründe mußte aber auch etwas die Assimilationspolitik mitspielen. Auf den neuerbauten H i r s ch'schen Schulgebäude in Z.. das alle anderen an Technik überragt prangt die Aufschrift „Szkola ludowa“. Irgend ein jüdisches Embleme ist für Golddukaten nicht anzutreffen und wir sehen ein, daß es faktisch in ein eminent jüdisches (lese polnisches) Lehrinstilutnichthineinpaßteinen jüdisch sprechenden, hauptbedeckten Diener beschäftigt zn sehen. Die jüdische Gemeinde unserer Hauptstadt müßte daselbst bahnbrechend mit dem Beispiele vorangehen und ihre arischen Anrts- und Schuldiener durch jüdische Kräfte ersetzen. — Der hier bestehende Share-Klub zur Verbreitung der Jüdischen Kolonialbank-Aktien macht lebhafte Fortschritte. Der Klub zählt derzeit nahezu 200 Markenbücherbesitzer. Ausland. Bonn. Der emeritierte Rabbiner von Memel, der greife Dr. Isaak Nj ü l f, der seit seiner Pensionierung hier seinen! Stiidien lebte, kam am 18. d. M. abends bei einer Radtour in dem Augenblicke, als er einem Fuhrwerk ausweichen wollte, zn Fall. Rülf wurde von einem Rade ein Daumen abgefahren. Nachdem er in seine Wohnung gelernen, und mit Recht betont Gildemeister, der kürzlich verswrbene Bremer Bürgermeister, mit dem leider einer der Journalisten dahingegangen ist, die man mit kommandierenden Generalen vergleichen konnte, daß btc wirkliche, nicht bloß theoretische Gleichstellung der Juden in Deutschland fehlt, wie sic in Oesterreich fehlt, „und bei uns ist der Mangel noch weniger entschuldbar als dort", fügt er hinzu. Der Erfinder des Scharlach-Heilserums. Der Erfinder des Heilserums gegen Scharlach, der auf dem letzten Naturforschertag Gegenstand lauter Anerkennung wax, Dr. Paul M o s e r , ist Jude; es ist! hervorzuheben, daß er nicht abtrünnig^ wurde, obwohl es ihm. unter seinem früheven Chef, Prof. v. Wiederhofer, öfters nahegelegt wurde. Abschied von Prag. Die amerikanische Revue „Deborah" enthalt folgende gefühlvolle Verse: Abschied von Prag. August 1866. Grünende Berge, ihr duftigen Tale, Wo ich so glücklich die Kindheit verlebt, Ihr lächelt freundlich im Sonnenstrahle, Während der Trennungsschmerz heiß mich durchbebt. Ihr werdet grünen und duftend blühen, ' Segen und Freude stets spendend hier stehn; Weit in die Ferne, fort muß ich ziehen. Ach, ohne Hoffnung, euch wieder zu sehn! Louise Mannheimer. Vereinigung der Kultusgcrneinden von Böhmen. Nachstehende KultnsvorstetM haben bis hellte ihre Mitgliedschaft und! ihre Unterstützung zur Errichtung einer Kultusgemeinden-Kammer im Königreiche Böhmen zugesagt: M. Kohn-Pribram, Sigrn. Binder-Lichtertftadl, Martin. Mandl-Bilm, Dr. Ed. Steinreich-Jungbunzlau,' Sigmund Dokter-Dürrmaul, Eduard Lustig-Czaslan, Leopolds Fifchjl-Blatna, Bern. Beran-Luze, Moriz Sachsl- Neubydschow,_ Franz Kompert - Münchengrätz, Julius Popper-Radintz, Alois Spiegel-Kosteletz a. d. A., V. Beran- Kuttenberg,^ Ludwig MüllenSvietla, Adolf Getreu er-Libochoivitz, Eduard Aschermann-Ktliczeuitz, Leopold Mohr- Falkenau a. bi. E., Markus Zellinka-Michle, Josef Treichlinger-Klattau, Jg. Arnsteiu-Kolin, Moriz Weigner-Nftn- Benatek, Jak. I. Kahn-Pilgram, Julius Bortdy-Horzo>- witz. Alle anderen Herren Knltnsvorsteher werden hiermit ersucht, ihren Beitritt dein Kultusvorsteher in Horzotvitz bekauntzugeben, damit sie zu der konstituierenden Sitzung rechtzeitig eingeladcn werden können. Die Mühldorfer „Affäre" vor dem Kassationshofe. (V c r - g a n i gegen W o l f u n d A r n o s ch t.) Fünf Jahre sind vergangen, seitdem die denkwürdige Schwurgerichtsverhandlung Verganis gegen Schönerer, Wolf und Arnoscht mit dem Freispruche der letzteren endete. Heute wurde dieser Prozeß wieder vor dem Kassationshofe anfgerout. Vergani hat nämlich gegen den Freispruch sämtlicher Angeklagten die Nichtigkeitsbeschwerde erhoben, welche heute bezüglich der Angeklagten Wolf und Arnoscht zur Entscheidung gelangte. Die Nichtigkeitsbeschwerde bezüglich Schönerers wurde vom scinerzeitigen Vertreter Verganis Dr. Pupovac zurückgezogen. Die Vorgeschichte des Prozesses, so weit sic für die Kassationsverhandlung in Betracht kommt, ist in Kürze folgende: Franz Arnoscht, gewesener Redakteur der „Ostdeutschen Rundschau", gegenwärtig Beamter beim städtischen Gaswerk. war des Vergehens der Ehrenbeleidignng angcklagt, begangen dadurch, daß er einen am 5. April 1806 in der „Ostdeutschen Rnndschan" unter dem Titel „Die Defraudationen Verganis" erschienenen Artikel verfaßt und zum Drucke befördert habe. In der Verhandlung vor dem Schwurgerichte wurde ein sehr umfangreicher Wahrheitsbeweis abgeführt, der rücksichtlich Arnoscht mit zehn gegen zlvci, bezüglich Wolf mit sieben gegen fünf Stimmen als erbracht erkannt wurde. Auf Grund dieses Verdikts wurden die Angeklagten freigesprochen. Einen großen Teil des Wahrheitsbeweises bildete die viel erörterte „Mühldorfer Losaiigelegenheit". Arnoscht hatte allgegeben, daß Vergani sich über den Beschluß der ^Generalversammlung des Mühldorfer Losvereins (1887) hiniveggcsetzt und Lose verpfändet hatte; ferner, das; im Vereine achtzig bis neunzig Gulden, die von Kuponeinlösungeu herri'ihreii, fehlte» ">id daß dann Vergani durch geschickte Aendernngen im Kassablich des Vereins den Abgang des Geldes zu verdecken suchte. sich gefälligst meines Magens". Den Worten folgte sogleich die Tat, bracht worden war, VexMed Cll cm einem Schlaganfall.' denn er winkte seinen Kutscher herbei, die beiden Mütter setzten sich 2)11 Rülf stand irrt 71. Lebensjahre. R. halte sichin obenan, der ritterliche edle Herr nahm ihnen vis-a-vis im Wagen Platz und begleitete dieselben ins Hochzeitshaus. Wahrlich, der Anblick war herzerhebend I So mancher Würdenträger möge sich ein Beispiel an dem wahren humanen Benehmen dieses edlen Herrn nehmen. Vom Czernowitzer Friedhof. Wir erhalten folgende Zuschrift: Als fleißiger Leser Ihres geschätzten Blattes habe ich die Erfahrung gemacht, daß das „Indische Volksblatt" zu jeder Zeit, wo es gilt, für Wahrheit und Gerechtigkeit im Judentum zu kämpfen, mit aller Energie offen und ehrlich eingetreten ist und da es sich hier um eine rein jüdisch-religiöse Angelegenheit handelt, bitte ich, nachstehenden Bericht in die Spalten Ihres geschätzten Blattes aufnehmen zu wollen. In einer Korrespondenz der vorigen Woche mit der Ueberschrift „Vom Czernowitzer Knltusrate" heißt es: In der am 3. ds. abgehaltenen Sitzung des israelitischen Knltusratps wurden mehrere wichtige Gegenstände, darunter auch der Bau einer Leichenhalle auf dem israelitischen Friedhofe in Horecza, verhandelt. Zum Schlüsse wird bemerkt: Man erwarte von der bewährten Energie und Umsicht Memel besonders durchs seine unaufhörlichen Sammlungen für die verfolgen russischen Stammes genossen hervorgetan. Neben seinem Rabbinate redigierte er eine politische Tageszeitung, das „Memeler Dampfboot", und betrieb noch philosophische Studien, diel er in mehreren! Merken niedevlegte. Nach seiner Pensioniernng widmete er sich in Bonn der zionistischen Propaganda und! Nmrde ein Hauptvertreter des Zionismus, für den er durch, Wort und Schrift eintrat. Nun hat ein jäher Tod dem Eifer des schaffensfrohen Greises ein Ende bereilket. lieber die Beerdigung des- Herrn D r. N ü l f wird noch berichtet: „Unter gewaltiger Betzctligung fand die Beerdigung unseres Dr. Rülf in Bonn statt. Es spracht Rabbiner Dr. Elias Kalischer-Bonn und Dr. Carleboch- Memel. Der deutfchle Rabbiner-Verbandl ließ Rabbiner Dr. Frank-Köln in seinem Namen sprechen. Rechtsanwalt des Herrn Dr. Straucher auch die schleunigste Inangriffnahme und - Dr. Bodenh-eimer sprach für das Zentralkomitee der Zio baldige Ausführung der dringend notwendigen Bauobjekte. Ihr! nistischen Vereintgimg für Deutschland und für das Wiener Korrespondent scheint auf diesem Gebiete nicht gut unterrichtet zu! Mimiskomitee, namens der! persönlichen Freunde Herr SÄt MÄ ÄdSi^ttenfea und für bfe«W*Wf<fe B-Sind«.« .Rhm» beseitigt, und zwar aus folgenden Gründen: Seit einer Reihe von sllesia Herr stuft. Wehr. Jahren werden Beschwerden über die Zustände des Friedhofes bei Der bekannte Millionär % Ch. Daniel ist in Jassy im sf V» w*f‘.?w>w°rd?n werg„ qestorben. Man «wartet Non dm Eckm den nicht berücksichtigt. Es existiert eine spezielle Beerdlgungs- V r , v , cv. v-.., __ Kommission, welche die Aufsicht und die Kontrolle über den Friedlft-'oße Spenden! für die armen Jllften. angesichts di.r schxeckyof haben soll, leider können die Mitglieder dieser Sektion ihre Auf-! lichen Notlage. — Vor längerer Zeit starb m Bukarest in gabe^ nicht erfüllen, da die meisten und sogar der Obmann dieser Sektion Kohanim sind und den Friedhof nicht besuchen dürfen. Weil diese Sektion keine Aufsicht über den Friedhof führt, ist cs schon so weit gekommen, daß die Angestellten des Friedhofes sich vor nichts fürchten und sogar vagen Unfug auf dem Friedhöfe treiben. Auch ich selbst führte Beschwerde bei der löblichen Knltusgemeinde tvegen eines Unfugs, ivekchcr mir seitens dieser Angestellten zugefügt wurde, und trotz des Gutachtens Sr. Ehrwürden H. Rabbiners Weiß, welcher sagte: das; das ein Chilnl Haschem ist, die Schuldigen müssen der gerechten Strafe zugeführt werden, solchen Individuen darf man keinen Friedhof anvertrauen, wurde bis znm heutigen Tage keine Maßregel getroffen, um den Friedhof von solchen Individuen zu größter Not Jakob Psantür, einer der Gründer des Asyls „Elisabeikta"; den Abend seines Lebeiis verbrachte er in dein Asyl. Von ihm rühvon mehrere Werke über die rumänischen Juden her. Bevorstehender sensationeller Prozesr in Berlin. Aus Berlin wird gemeldet: Ein großer Prozeß, der einen bewegten Verlauf nehmen und der einiges Licht in die Konitzer Mordaffäre oder wenigstens in das Treiben der AnUsemiten während dieser Affäre bringen dürfte, beginnt am Dienstag vor der zweiten Strafkammer des Berliner Landgerichtes. Es ist dies der Beleidigungs-Prozeß gegen die antisemitische. „Staatsbürger-Zeitung", beziehungsweise gegen befreien. Wenn Herr Dr. Straucher die Interessen der jüdischen' den verantwortlichen Nedakteirr Dr. Bötticher und den Verleger Wil- Wähler vertreten will, so ist es seine heiligste Pflicht, nicht nur die I Helm Bruhn. Beide sollen durch eine Reihe von Artikeln über den baldige Ausführung der Bauobjekte zu beschlcuuigeu, sondern auch, Konitzer Mord verschiedene behördliche Organe und Privatpersoe'hrkichc und austäudige Leute, ivelche sich vor Gott fürchten, auf dem neu beleidigt haben, insbesondere wurde die Tätigkeit des ersten Friedhofe anznstelleu, damit dieser Unfug einmal aushört, denn in solange solche Jndividiren angestellt sind, hat die Ausführung dieses Bauobjektes keinen großen W!ert. Der ganze Tvten-Knltus muß organisiert werden, der Friedhof muß eine st re n ge Kontrolle und Ueberwachung haben, dmnit die Toten dort in Frieden ruhen. Für die Aufnahme dieser Zeilen bestelis dankend zeichne ich mit aller Hochachtung H. B. Podwoloczhska. Ein Fest jiid. Akademiker. Die jüd. Akademiker veranstalteten am 16. ds. einen rein jüdischeri musikalisch-deklamatorischen Abend, dessen Ertrag den unglücklichen rumänischen Inden zugute kommt. Die Begrüßungsrede hielt mit Schwung Herr stnd. jnr. Dencubamn. Mit Begeisternng und echtem Verstäuduis hat Herr ca>,d. ingen. Schalit das meisterhafte Gedicht „El mole rachmim" von Olomulicki vorgetragcu, lvähreud Frau Katlolvker-Erdheim durch ihr virtuoses Klavierspiel das zahlreiche Publikum — das Haus war gänzlich ausverkanft — entzückte. — Die rühmlichst bekannte Rednerin Fräulein Pomeranz hat diesen Abend dlirch ihre zündende Staatsantvalies, des Ilntersuchungsrichters, der Kriminal-Kominissäre Braun und Wehn und des Bürgermeisters von Könitz bei dem Ermittlungsverfahren in Sachen der Ermordung des Ghmnnsinsten Winter so abfällig besprochen, daß sich diese Beamten dadurch beleidigt fühlteu. Die Verhandlung ivird eine große Ausdehnung annehmen, da seitens der Augcklagteu ein umfangreicher Eutlastuugsbelveis angetretcn ist und die Verlesung zahlreicher Aktenstücke notwendig werden wird. Den Vorsitz im Gerichtshof wird Landgerichtsdirektor Opitz führen. Als Nebenkläger treten auf: der Schlächtermeister Adolph Leloh, jetzt in Berlin, dessen Sohn, der Schlächtergeselle Lewy, der die ihm wegen Meilreides zuerkannie Zuchthnnsstrafe in Rnwitsch verbüßt, der Kaufmann Gro^mann in Bütoiv und der Knnfmanii Gustav Cnspary in Könitz. Unter den geladenen Zeugen befinden sich: Oberstaatsanivalt a. D. Wulff in Detmold, erster Staatsanivalt Settegnst in Limburg, Landrichter Dr. Zimrnermann in Könitz, Amtsrichter Pankan in Könitz, Bürgermeisier Deditins daselbst, erster Staatsanivalt Schweigger in Könitz, ferner die Krilningl-Jnspektoren Braun und Klatt, Kriminalbegeisterte und begeisternde 9icde besonders nnsgezeick)nct. SiiAsprach. Kommissär Wehn und andere. Die ganze Konitzer Mordnffäre wird ~ .. . . - - - - Die. Verhandlungen werden!vie immer, national, einen Appell an die jüdischen Frauen, Mütter und Töchter und inan merkte es bald, daß man es hier nicht allein mit der feinen Stilistin, sondern auch mit einer vorzüglichen Rednerin zn tun hatte. Sie svrach eine volle Stunde und wurde mit Recht aeclamiert! Am Schlüsse teilten sich die Brüder H. und M. Schalit in die Szenen des 3. Aktes aus Lessings „Nathan", ivelche Religion ivohl die rechte sei, das Märchen von den drei Ringen. -— IhIäIbä z xxiaÄkÄÄftfc; fn"i einen echt jüdisch-ästhetischen Hochgenuß. Bloß die bei polnischen! tztlüe blx hbeitlk Plxsse auf beit lllltcejifytib yl'Nstein diesem Prozeß anfgerollt lverden. mehrere Tage dauern. Jüdisches Gynlnasium. Aus Lodz ivird uns geschrieben: Der ftlroßindnstrielle Jakob Hertz spendete 150 000 Rubel für ein jüdisches Gymnasiunl. Warm«, die deutsche Jugend illiberal ist? Bei dev Feierlichkeiten sich zahlreich beteiligende Faniilie Süßerrnann fehlte ftjeivis; aus dem Grunde, weil Juden eiueu jüdischen Abelid zuguustcii von Jildcu veranstalteten. Gelviß, diesen „aufgeklärten" niiverfälschtcu „Polen mosaischer Konfession", ilin deren Kellntnis der polnischen Sprache, Literatur und Geschichte es ebeiiso triste bestellt ist, tvie um deren jüdisches Wissen, paßt es nicht, jüdischen Festen beizutvohneu. iutefen, der zwischen dem heutigen chauvinistischen und dein früheren liberaicu Geiste der Burschelischaftelii immer mehv und mehr znitftste tritt! Die lmrschensehaftlicheii Blätter stöben die Gründe an. In einem. Artikel: „BnrschensckDft und freisiimiste Presse" heißt es: „Ueberall ist die Jnstend freiheitlich flesinnl (?), nur bei uns ist. sie hierzu teilweise

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