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Jüdisches Volksblatt · 1902-09-26 · 39 (26.9.1902) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
39 (26.9.1902)
Date
1902-09-26
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 39 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 26. September 1902 Seite 3 Ich höre freilich schon das Aufbäumen der jüdisch-goischen Assimilationspartei, wie sie mit Pathos in die Welt hineinruft : „Wir wollen keine jüdischen Klerikalen, uns paßt die Tradition nicht, für uns hat die ganze jüdische Sprache den Wert einer Mumie, wir wollen unseren Kindern das Studium nicht mit dem jüdischen Ballast erschweren" u. v. a. Für Menschen respektive Auch-Juden in dieser Geistestoilette haben wir gerade soviel Balsam, soviel Heilmittel, wie der Arzt für einen in den letzten Zügen liegenden Kranken. Diesen stehen ja ohnehin allerlei christlich-konfessionelle soi disant-Staatsschulen zur Verfügung. Es bleibt jenen zagen Gemütern jedes Opfer für unser Volkstum erspart, nur nicht das Opfer des Intellekts, das sie bringen müssen, um ihren Jungen das Emporkommen auf der Stufenleiter der Glückshierarchie zu ermöglichen. Jener noch nicht assimilatorisch abgetötete Teil unseres Volkes darf diese gewaltige Lebensfrage nicht aus seinem Gesichtswinkel lassen — bis zum Siege. Obschon wir in diesem Aufsätze kein Lehrprogramm zu entwerfen uns getrauen, dürften doch einige Bemerkungen am Platze sein. Zunächst wollen wir Juden Galiziens die heilige Sprache, die unser Inneres mit dem höchsten Wesen verbindet, so weit in den Bereich des irdischen Daseins herabziehen, daß sie als trauliche Hausgöttin ihre Aufgabe erfüllt und daß sie die Herzensergüsse der Jungfrauen und Jünglinge, wie das praktische Leben der Familie geschickt zum Ausdruck bringt. Sowohl Mädchen als Knaben müssen die nötige Sprachgewandtheit aus der Schule mitbringen, was freilich in der ersten Generation etwas schwierig erscheinen mag. In der zweiten Generation aber wird das jüdische Haus einen großen Teil der Arbeit übernehmen können. In der Volksschule müßte den Schülerinnen die nötige Stundenzahl eingeräumt werden für den Lese-, Sprach- und Sprechunterricht in der polnischen und deutschen Sprache, der Religionsunterricht gibt seine Stunden an den Bibelunterricht ab, welcher auf Vormittag, und die übrigen Gegenstände, wie Schreiben, Lesen, Grammatik, auf Nachmittag verlegt werden. In den Mittelschulen werden für die Religionslehre — Propheten, Misch na, die Lektüre, die moderne Literatur und Grammatik — zwei Stunden wöchentlich verwendet, übrigens allsabbatlich ein Seminarium abgehalten. Die Geschichte setzt am Obergymnasium in hebräischer Sprache ein. Das Ministerium könnte, wenn es wollte, den griechischen Unterricht zugunsten des hebräischen auflassen oder denselben fakultativ anheimstellen. Am Sabbat-Nachmittag versammelt sich die jüdische Jugend in ihren Klassen zu geselliger und wissenschaftlicher Diskussion mit leiblicher Erholung. Die jüdisch-nationale Schule darf auch das leibliche Moment nicht aus dem Auge lassen und auch dafür Vorsorgen. * * * Der Reiz des Ungewöhnlichen wird Fragen ohne Ende Hervorrufen, zunächst wohl die Frage der Berechtigung einer derartigen, noch nicht dagewesenen Schule. Wir brauchen in unserem Staate nicht lange nach Analoga zu suchen. Hat doch das Ministerium für Schulen aller Zungen gesorgt und für die subtilsten Völkersplitter aus Staatsmitteln Schulen errichtet, nur für den jüdischen Stamm, welcher den 16. Teil des österreichischen Völkerkonglomerats bildet, nicht —ja selbst für mohamedanische Schulen ist gesorgt. Die Zeit der Weltherrschaft des notionalen Gedankens muß auch für unser Volk das Recht auf nationales Selbstbewußtsein im Gefolge führen. Die Gegenwart mit ihren weltumstürzenden Ideen darf nicht ein so großes, antikes und doch modernes Volk beiseite liegen lassen. Entreißen wir unser Volk dem Drohnenvolkstum, Juda hat Jahrtausende für die Kulturinteressen der Menschheit gearbeitet, gestritten und geblutet, um zum Lohne von allen Völkern geistig, physisch und moralisch totgeschlagen zu werden in dem Momente, als es der arischen Welt beliebt. Mögen die Juden Galiziens den Juden Rußlands mit diesem Beispiel der geistigen Auferstehung vorangehen und sie werden und müssen siegen. Zum Schlüsse fällt es wie ein Gottesstrahl in mein Denken ein. Ich fühle den heiligen Hauch, den heißen Odem unseres Priester-Propheten Jecheskiel, Sohn Busis, welchen die geistvolle Prophetie über Israels Geistwerdung begleitete, als er auf babylonischem Boden stand. Er schaute Israels vertrocknete Gebeine in Unzahl und sah dieselben wieder aufleben, aber auch den Geist wiederkehren. na« na rinn *?« rna«i di« p «an r rrnn b« «an Hb« na«n *>n«ani i'N'i nb«n onna wsi rinn «a mnn j»n«a *n wk ♦nsn b'n ambn bv nein vrn nnn ana «am ■ouc nv«a (Und Er sprach zu mir: Prophezeie wegen des Geistes (Wind), prophezeie, Menschenkind, und sprach zum Geiste (Wind): So sprach Gott, mein Herr. Von allen vier Windrichtungen komme der Wind (Geist) und blase in die Nasenlöcher und sie leben aus.) Und ich prophezeite wie mir geboten wurde: Und es kam der Geist in sie und sie lebten und standen auf ihren Füßen — ein großes, großes Heer, gar sehr, gar sehr. . . 8—n. Positive Arbeit. Von Julius Bondy, Kultnsvorsteher in Hokovi.tz. Einundzwanzig Kultusvorsteher in Böhmen haben bis heute ihre Zustimmung und ihre aktive Beteiligung an dem Zustandekommen eines Zentralvereines der Kultusgemeinden in Böhmen bereits gegeben und es ist nicht zu zweifeln, daß von den 104 Kultusgemeinden in Böhmen sich noch viele dieser so sehr nötigen Vereinigung anschließen. Nachstehende Kultusgemeinden Böhmens wollen dieser Aufgabe ihre Kräfte widmen: Klattau, Kolin, Jungbunzlau, Pkibram, Oaslau, Blatna, Neubydschow, Bilin, Münchengrätz, Lichtenstadt, Radnitz, Kuttenberg, Svetla, Horovitz, Luxe, Falkenau a. E., Adler Kosteletz, Michle b. Prag, Libachowitz, Dürrmaul, Klueenic (zirka 7000 Seelen). Drei Kultusvorsteber von Böhmen haben mir ihre Ansicht — daß sie der Vereinigung der Kultusgemeinden in Böhmen nicht beitreten können — nicht nur von ihrem persönlichen Standpunkte klargelegt, sondern auch in Bezug der allgemeinen jüdischen Interessen mich überzeugen wollen, „daß wir Vereine genng haben und daß es ein Unrecht von mir wäre, diesen „Konkurrenz" machen zu wollen". Damit die Ziele, welche in Bezug der Vereinigung der Kultusgemeinden in Böhmen — ja in allen Kronländern Oesterreichs — allseits klargelegt werden, erlaube ich mir Nachstehendes zu veröffentlichen: Ein jedes Volk und wenn es das jüngste oder geringste ist, trachtet, dieselben Rechte zu erwerben, welche andere besitzen. Wir Juden in Oesterreich haben gleiche gesetzliche Rechte wie alle anderen christlichen Mitbürger. Wir können uns um Anstellungen gleich ihnen bei den politischen Behörden bewerben, wir können Bezirkshauptleute werden, Statthalter, Minister, Generäle — wir können? — Ja, gesetzlich können wir es werden, de facto sind wir nur geduldet, man wirft uns hie und da einen Brocken hin, protegiert den einflußreichen Juden, der ja 60 ipso mit der Zeit die Taufe erhält und man unter- 'tützt uns insofern, als man uns Juden so wenig als möglich am öffentlichen Leben teilnehmen läßt. Wir sind gute Soldaten, gut zahlende Steuerträger, wir werden, hie und da einer, in die Steuerkommissionen nicht gewählt — sondern berufen, wenn zufällig der leitende politische Beamte gegen die Juden keine Animosität verspürt — aber was können wir nicht erzielen? Wir können eine jüdische Vereinigung, die zur positiven Arbeit führt, nicht erzielen! Die Gründe anzuführen, gibt es viele — und trotz allem! — wir haben die Pflicht, es wieder und wieder zu versuchen, ein großes Ganzes zu werden, ein geeinigtes Volk in Oesterreich, welches in allen Staatsanstalten entsprechend seiner Steuerzahlung berücksichtigt wird. Die 21 Kultusgemeinden verfolgenden Zweck, alle Kultusgemeinden in Böhmen zu vereinigen und dieselben zum nachstehenden Ziele zuzuführen: „Wir wollen einen Zentralverein der israelitischen Kultusgemeinden in Böhmen gründen. In den Ausschuß sollen nur Kultusvorsteher gewählt werden, welche in erster Reihe berufen sind, das Interesse ihrer Kultusgemeinden und deren Mitglieder zu wahren. 1. Der Zentralverein errichtet in jeder Bezirkshauptmannschaft eine Sektion aus den zu der Bezirkshauptmannschaft gehörenden Kultusgemeinden. 2. In den Sektionen werden in den Ausschuß die jeweiligen Kultusvorsteher, Tempelvorsteher und Kultusgemeindekaffiere gewählt, nachdem diese über die in der Gemeinde vorkommenden Angelegenheiten orientiert sind. 3. Die Bezirkssektionen haben die Aufgabe: a) bei Wahlen in den Ortsgemeinden und in die Bezirksvertretung sich zu einigen und gegenseitig auf ihre Kultusgemeindemitglieder Einfluß zu nehmen; b) bei antisemitischen Vorkommnissen eine Sitzung einzuberufen und die nötigen Schritte zum Schutze der Glaubensgenossen zu beraten, auf die im Bezirke Einfluß habenden Persönlichkeiten diesbezüglich einzuwirken und dem Zentralverein rechtzeitig Bericht zu erstatten; c) die Angelegenheiten der Kultusgemeinden selbst, z. B. Religionsunterricht rc.; Beratungen zu pflegen; d) den Kultusgemeindemitgliedern, die unverschuldet durch den Antisemitismus leiden, mit Rat und Tat bezustehen und an die Hand zu gehen; e) Geselligkeitsvereine und Unterhaltungen für die Glaubensgenossen zu organisieren und die Gemeinsamkeit und Zusammengehörigkeit hiermit zu propagieren; f) die Kultusgemeindemitglieder (insoweit es möglich) vor pekuniärem Schaden durch antisemitische Blätter oder Personen zu schützen. Der Zentralverein mit dem Sitze in Prag hat ähnliche Pflichten wie dessen Sektionen, nur daß er als Vertreter aller Kultusgemeinden ein weiteres Feld hat; derselbe hat a) bei den Wahlen in den Landtag und Reichsrat die nötigen Ratschläge den Bezirksvereinen zu erteilen; b) bei antisemitischen Ausschreitungen rechtzeitig die bei den politischen und gerichtlichen Aemtern nötigen Schritte zum Schutze der Glaubensgenossen zu unternehmen; c) bei gesetzlichen Mittel in allen Fällen zu ergreifen, damit die auf Kultusgemeinden bezughabenden Gesetze im Interesse der Kultusgemeinden geregelt werden. d) Der Zentralverein hat weiters die Pflicht, jährlich einmal in jeder Sektion durch seinen Vertreter eineü mündlichen Bericht zu erstatten, zu dem alle Kultusgemeindemitglieder dieser Sektion geladen werden, damit ein gegenseitiger Gedankenaustausch stattfindet und damit eventuell der Vertreter des Zentralvereines mündliche Wünsche und Beschwerden zur Kenntnis nimmt. a) Der Zentralverein wird trachten, daß alle jüdischen Vereine in Böhmen sich gegenseitig nicht nur nicht bekämpfe», sondern in Bezug der Wohlfahrt und des Schutzes des Judentums sich gegenseitig ins Einvernehmen setzen. Es wird ihm die Aufgabe zufallen, jährlich einmal einen jüdischen Vereiustag zu arrangieren, zu welchem alle Vorstände aller israelitischen Vereine zur Besprechung geladen werden. Durch eine gegenseitige offene Aussprache und bei gleichem gegenseitigen Wohlwollen der verschiedenen jüdischen Vereine, denen das Wohl und Wehe des jüdischen Volkes am Herzen liegt, werden unsere Gegner darüber im klaren sein, daß sie es mit Ebenbürtigen zu tnn haben und daß wir uns gegen jedes Unrecht zu schützen wissen werden. Die einzelnen Ressorts werden unter den Ausschüssen des Zentralvereines verteilt und den Bezirkssektionen müssen die betreffenden Referenten bekannt sein. So z. B. übernehmen die Herren im Ausschüsse Referate: 1. Politische Angelegenheiten. (Statuten, Wahlen rc.); 2. Schulangelegenheiten; 3. Antisemitische Blätter (Journalistik); 4. Pekuniärer Schutz der einzelnen Kultusgemeindemitglieder gegen antisemitische Hetzer; 5. Kultusgemeinde-Angelegenheiten; 6. gegenseitiges Einvernehmen mit allen anderen jüdischen politischen Vereinen zu pflegen; 7. den Beitritt aller Kultusgemeinden zu fördern und eine gleiche Aktion in allen anderen Ländern Oesterreichs zu propagieren. Wenn nun einst die Möglichkeit vorhanden sein wird, auch in den anderen Kronländern Oesterreichs die Kultusgemeinden zu einem Verbände zu veranlassen, so dürfte in absehbarer Zeit ein Reichsverband aller Kultusgemeinden entstehen, der noch höhere Ziele anstreben müßte. Nehmen wir an, daß im Laufe von weiteren zehn Jahren die Wahlkurien in den Landtag und Reichsrat, die Ernennungen in das Herrenhaus eine Aenderung erfahren, so daß z. B. nicht nur die Großgrundbesitzer, Handelskammern rc. und ihre Vertreter in den legislativen Körperschaften Sitz und Stimme hätten, sondern auch die Advokatenkammern, die Aerztekammern, die Landesvereinigungen der verschiedenen Steuerzahler — warum sollte da nicht auch die Israelitische Landes- oder Reichskammer, d. i. die dazu berufene Behörde der vereinigten Kultusgemeinden Sitz und Stimme in diesen gesetzgebenden Körperschaften erhalten? Es ist nicht zu zweifeln, daß hohenorts eine Bereinigung der Kultusgemeinden im allgemeinen genehm wäre. Die staatlichen Behörden sind heute mit so vielen Kultusgemeinde- Angelegenheiten beschäftigt, daß es ihnen oft schwer fällt, die richtige Lösung solcher nur auf das Judentum bezughabender Fragen zu treffen. Durch die Konstituierung solcher Landesvereinigungen oder nennen wir es meinetwegen israelitischer Landeskammern, würde mit der Zeit diesen die Aufgabe zufallen, all die verschiedenen auf das Judentum bezughabenden Angelegenheiten zu erledigen. Es würde den Staatsämtern sehr zustatten kommen, wenn sie in allen diesbezüglichen Fragen sich an eine Zentrale der Kultusgemeinden wenden könnten. Es würde uns Juden die Möglichkeit geboten werden, uns dann dafür einzusetzen, daß eine Sektion im Ministerium ausschließlich für israelitische Angelegenheiten errichtet wird. Welche Vorteile für uns Juden aus diesen Maßnahmen erfließen würden, brauche ich den denkenden Glaubensgenossen nicht klarzulegen. Wer von den Herren Kultusvorstehern in Böhmen dieser Aktion seine Zustimmung versagt, ist nicht geeignet, das Amt eines Kultusvorstehers zu bekleiden und wird es Aufgabe seiner Kultusgemeindemitglieder sein, diese Herren auf ihre diesbezüglichen Pflichten aufmerksam zu machen. Chronik. Inland. Indem ich allen meinen geehrten Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel die innigsten Glückwünsche ausspreche, danke ich gleichzeitig im vorhinein allen p. t. Freunden und Bekannten für die mir zugedachten Glückwünsche. Rabbiner Dr. S ch m i e d l. # Dyk und kein Ende. Wir haben schon seinerzeit festgenagell, daß der Dr. Dyk, der sich von den reichen Pilsener Juden protegieren läßt, dafür einer der eifrigsten Protektoren des Antisemitismus ist. Ist es das deutsche Blut, das in seinen Adern rollt (sein Bruder schreibt sich Dick und ist Alldeutscher) oder hat es ihm der schöne Karl angetan, genug an dem, Dyk läßt keine Gelegenheit Vorbeigehen, ohne mit den Christlich- Sozialen zu fraternisieren. Dr. Lueger ist nun ein deutscher Mann, der den deutschen Charakter Wiens durch Eide schützen will, aber die Hilfe der Jungtschechen nimmt er im Wahlkampfe sehr gern in Anspruch. In Wien besteht ein sogenannter tschechischer Nationalrat. Dieser hat im Mai den Beschluß gefaßt, bei den Landtagswahlen in allen Wiener Bezirken eigene Kandidaten aufzustellen. Im August wurde nun aus einer Konferenz der Delegierten aller tschechisch-bürgerlichen Parteien beschlossen, nur im X. Bezirke einen Zählkandidaten aufzustellen, in den übrigen Bezirken aber von der Aufstellung eigener Kandidaten abzusehen. Ueber die Vorgeschichte dieses Beschlusses, dessen offenkundiger Zweck der ist, die tschechischen Gewerbetreibenden den Christlich- Sozialen als Stimmvieh zuzuführen, erzählen die „Dölnicke Listy" Folgendes: Am 6. Juni kam der Abgeordnete Dyk, der immer den Vermittler zwischen den Jungtschechen und den Christlich- Sozialen machte, zu dem Redakteur des in Wien erscheinenden „Slovan", HerrnJanca, und sagte zu ihm: „Sie haben auf die Wiener Tschechen Einfluß und Sie könnten auf den Nationalrat einwirken, daß die Wiener Tschechen bei_ den bevor st ehe n den Landtagswahlen denChristlich- Sozialen keine Schwierigkeiten machen." Er fügte weiter hinzu, daß die Antisemiten bereit wären, irgendeiner tschechischen Organisation, vielleicht de in Nationalrat, einen ansehnlichen Beitrag zu leisten. Dann sagte er, er werde auch mit dem Redakteur des national-sozialen Blattes, Herrn Stribrny, darüber reden. Herr Jan ca weigerte sich, für die Christlich- Sozialen einzutreten, worauf ihm Dr. D y k sagte, das brauche er nicht, es genüge, wenn er nicht gegen die Christlich-Sozialen schreibe. Dann griff er in die Brusttasche und erklärte: „I ch bin e r m ä ch t i g l, I h n e n vorläufig hundertGulden zu geben." Herr Ianca wies dieses Anerbieten entschieden zurück. Ob Abgeordneter Dyk auch mit den anderen Führern der Wiener Tschechen so sprach, ist nicht belannt. Tatsache aber ist, daß bald nach diesem Gespräche zwischen Dyk und Janea nicht nur der national-soziale Srtibrny gegen Janea aus-

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