Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1902)
- Issue
- 39 (26.9.1902)
- Date
- 1902-09-26
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 26. September 1902 Nr. 39 dann darf die Partei auch von den Juden verlangen, d a ß s i e j e n e S ch e i d e m a u e r n, die s i e a n der V e r s ch m e l z u n g mit ihren christlichen M r tb ü r g e r n z u e i n e m a t i o n s k ö r p e r hindern, endlich n i e d e r r e i ß e n und die Nssimiliernng auch ihrerseits förder n." Das warein ganz klares, allen verständliches Geschäft, das K o s s u t h und nach ihm alle Ausgleichsregierungen mit den Inden und den anderen Nationen Ungarns machen wollten. Ich gebe dir die Freiheit, die Rechtsgleichheit, die du eigentlich als Mensch schon mit auf die Welt bringst, also Rechte, die ich dir gar nicht geben kann, weil du sie schon besitzest und auf sie dieselben Ansprüche hast wie ich, dafür aber gibst du mir, das heißt, ich nehme dir das Heiligste, dessen sich kein rechtschaffener Mensch entäußert und an dem ich auch mit allen Fasern meines Herzens hange: dein nationales Selbstbew u ß tsein, deine nationalen Eigenheiten, deine Sprache, dein ganzes Wesen. Ist das nicht klar, nicht deutlich genug? Und Ungarn hat von Kossuth gelernt. Mußte auch dieser Achtundvierziger wegen seiner intransigenten Sonderstellung in dynastischen und konstitutionellen Fragen ins Exil gehen, so hat er doch Ungarns Nationalitäten- und Judenpolitik ununterbrochen beherrscht: in diesen Fragen ist der Gei st Kossuths auch heute noch Diktator in Ungarn. Die Juden sind auf das Geschäft eingegangen; sie haben sich assimiliert, haben ihr Judentum aufgegeben, sind die wildesten Magyaren geworden. Ohne ehrliche, mannhafte Führung, überlassen sie sich dem Gängelbande der Neologen mit ihren Reformbestrebungen, welche ihren Ruin nur beschleunigen. Mit wahrem neomagyarischem Zynismus wird jede gesunde konservative Bestrebung unterdrückt, Apostaten und öffentliche Verleugnerund Beschimpfer des Judentums werden mit allen Mitteln gehalten und unterstützt. Um nur ein Beispiel zu erwähnen: Der Leiter des israelitischen Spitals in Budapest, Dr. S z i l i (Schlesinger), der auch im Kultusvorstande großen Einfluß hat, gab seiner Frau und seinen unmündigen Kindern die Bewilligung, in Wien die Taufe zu nehmen. Dr. S z i li - S ch l e s i n g er ist noch immer Primararzt am „israelitischen" Spitale und führt in Angelegenheiten des Judentums das große Wort. Wir können uus kein katholisches oder protestantisches Kuratorium denken, das einen Apostaten im Amte belassen würde. Aber diese Entjudungspolitik der Budapester Neomagyaren beginnt schon ihre Früchte zu zeitigen. Auf der einen Site beginnt sich schon, wenn auch noch schüchtern, der jüdische Nationalismus zu rühren. Diese Reaktion innerhalb des Judentums wird immer stärker und kräftiger werden, sie wird ihr Verlegenheitsprogramm in ein offenes jüdisch-nationales Programm ohne Bangen und Zagen umändern müssen, wenn sie ernst genommen und ihr Kampf von Erfolg sein soll. Sie müssen mit offenem Visir kämpfen, damit man weiß, ob man sich zu ihnen schlagen darf. Aber auch die Reaktion unter den Rassenmagyaren erhebt bereits drohend ihr Haupt. Schon wagt es — um nur ein Beispiel des krassesten Antisemitismus zu nennen — inmitten der Begeisterung für den „Helden deS Liberalismus" und unter der Aegide der liberalen Stadtvertretung ein gewisser S. Lengyel, Direktor der Kommunal-Handelsschule im 6. Bezirk in Budapest, die Parallelklassen dieser Schule in Juden- und schöne mw beehrende Mission sahen die Propheten (die immer ihren inneren Wunsch, als wäre er schon eine Tatsache, in der äußeren Welt betrachteten!) in ihrer Liebe zmn Volke als Aufgabe ihrer Nation. . Ihr nationales Ideal ■ war nicht ein „Königreich von Priestern", sondern „gebe Gott, daß alle Propheten seien" (Numeri 0, 29), daß das ganze Volk eine Urkraft werde, die Kraft der Gerechtigkeit in dev zusammengesetzten Harmonie des menschlichen Lebens, was sie, die Propheten selbst, im nationalen Leben waren. , Aber, wie jede Urkraft, stieß auch die zwiefach prophetische Idee — allgemein menschliche und nationale — im praktischen Leben mit anderen Kräften zusammen, die ihr den Weg hemmten und ihre Entwicklung störten und das Resultat des Zusanunenstoßcs war auch hier die Zw sammensetzuug dev '.Kräfte in eine neue Harmonie — und von der prophetischen Idee bildete sich so die Lehr e d e r P r i e st e r. Anfangs, als die Prophetie.noch nicht ganz aufhövte, waren die Propheten „Gegner" der Priester mehr noch als des ganzen Volkes, da diese, die Vertreter einer lebeirdigen Idee, die sie in ihrer Reinheit aus der Tiefe ihrer Seele schöpften imb mit welcher sie die ganze Welt zu erobern hofften, sich mit dem willigen Inhalte, der zusammengesetzt und versteinert in Ewigkeit dauern sollte, sich nicht befriedigen konnten; ja, sie sahen in ihm gleichsam eine Wand, die ihre Idee von dem Volke trennte. — Diese Zwietracht hörte zugleich mit derVrovhet'e auf und an der Spitze des Volkes trat das „Priestertum" (das nicht immer diesenNamen trägt) als alleiingeErbin der prophetische Idee, die sich schön nicht allein beschützen und mir in ihrer Richtung ^ig sein kann, da sie keinen „besonderen Repräsentanten." im Leben hat. Darum, als die Zeit kam für diese Idee, d. h. für ihren allgemeinen- Teil, daß er nämlich die (Grenzen Israels überschreite und eine tätige Kraft in der ganzen! Welt werde, konnte sie nicht das jüdische Priestertum auf ihrem Wege begleiten und ihre frühere Reinheit unter den verschiedenen, in der Gesellschaft herrschenden Kräftm hüten. Nur einen Augenblick behanptete sie sich als Urkraft und gleich einem Tropfen, der in das Meer fiel, vermengte sich ihre Tätigkeit und verknüpfte sich Christenklassen zu trennen. Die Juden auf dem Lande werden immer weniger und diejenigen, welche ausharren, gehen einem sicheren Ruin entgegen. In der Stadt sind die Neomagyaren den Raffenmagyaren bereits lästig geworden, die Scheidung vollzieht sich auf allen Gebieten mit konsequenter Beharrlichkeit. Parallel mit diesem Scheidungsprozesse bereitet sich langsam aber sicher eine Vereinigung zwischen den Magyaren und den slavischen Nationalitäten vor, um gemeinschaftlich den allen Parteien lästigen „Neomagyaren, der allein böses Blut macht", abzuschütteln. So rufen bereits, wie der „Parlamentär" in Nr. 38 berichtet, die „Narodnie Noviny" (Nr. 44) aus: „Wir begrüßen die echten, nationalen, genetischen, ethnischen Magyaren nach slavischer Sitte mit Salz und Brot. Sie sind uns willkommen. Wir haben uns nie gegen das tapfere, ehrliche, magyarische Volk versündigt und erachten das Bündnis der Slaven mit den Magyaren für möglich." Aber natürlich nur mit den echten, genetischen, ethnischen, mit einem Worte, mit den Rassenmagyaren soll dieses Bündnis geschlossen werden. Mögen doch die Juden von jenem einfachen, schlichten Slovaken, dem Sassiner Gemeindevorsteher M a t u l a, lernen, der den Mut hatte, auf eine magyarische Ansprache des Kaisers anläßlich der jüngsten Manöver zu antworten: „Ich kann nicht magyarisch, ich bin ein Slovake und ein Ungar." Nur wenn sie sich nicht selbst verleugnen, werden sie auch von den anderen nicht verleugnet werden. Wenn sie aufhören werden, die Vorhut jenes wilden, sinnlosen Magyarisierungs-Feldzuges zu sein, der sie bei allen anderen Nationalitäten verhaßt macht, werden sie auch mit allen friedlich leben und ihre Kräfte der inneren Entwicklung des Judentums auf nationaler Basis widmen können. Die jüdisch-nationale Schule. Lemberg, Ende September. Ein neues Thema will ich in den Bannkreis der jüdischnationalen Arbeit ziehen, ein Werk von solch imponierender Bedeutung, dass dieses allein geeignet erscheint, der erschreckenden Assimilation ein Paroli zu bieten und den Verheerungen, welche auf dem Gebiete des Judentums angerichtet wurden, ein sicheres Ende zu bereiten. Ehe wir zur Auseinandersetzung unseres Themas schreiten, dürfte es nicht schaden, wenn wir uns mit einem wahren polnischen Freunde Oesterreichs und ebenso wahren Freunde des Hauses Israel ein wenig auseinandersetzen. Wir wir bereits gemeldet, werden die jüdischen Blätter, insbesondere vas „Jüdische Volksblatt", von einem Lemberger tonangebenden Organe, „Stowo polskie“ besprochen; es ist auf Ihren Korrespondenten Rub instein nicht gut zu sprechen, allein das halten wir für der Uebel größtes nicht. Aerger erscheint nur die optische Täuschung, in welcher unsere unglücklichen Brüder jahrzentelang befangen waren. Vor allem muß einmal das Verhältnis klar ausgesprochen werden, in dem die Juden Galiziens zu den Mitbewohnern dieses Kronlandes stehen. Wie lange noch sollen wir als die täuschenden Getäuschten, die betrogenen Betrüger vor der Welt dastehen und dafür nicht gelten, was wir vermöge unserer viertausendjährigen ethnischen Geschichte, vermöge unseres biologischen Seins sind. Mit knappen Worten ausgedrückt, die 800.000 jüdischen Einzelindividuen sind und wollen es bleiben — „Inden" in Galizien. mit tausend neuenKrüfteii. aus verschiedenen Seiten; lueit die Zahl der fremden Kräfte hier bedeutend größer war, als in ihrem früheren Vaterlande, deshalb zeigte sich jetzt ihre Tätigkeit in, -einem weit kleineren Maße.- Wenn die Propheten Israels aus ihren Gräbern aufstehen würden und die Früchte ihrer Tätigkeit in der ganzen Wett getrachteten, sie hätten keine Ursache, ruhig zu sein und sich ihres Sieges zrr freuen. Im Gegenteil, jetzt, nach den langen Versuchen von tausenden Jahren, Hütten sie die absolute.Notwendigkeit eines „beständigen Trägers" für ihre allgemeine Idee eingesehen; sie hätten sich noch mehr der iratioualeu Idee zngewendet und mit einem noch wärmeren Gefühle hätten sie gerufen: „Daß doch das ganze Volk Gottes Propheten sei!" Aehnliches vernehmen wir manchmal auch jetzt von den. gelehrten Rabbinern des Westens, den Verkündern der bekannten Lehre von „Israels Mission." unter den Völkern.^ Aber, wie gesagt, unterscheidet sich die „prophetische Mission" von jener in drei, Punkten: 1. ihr Wesen ist nicht die Offenbarung einer neuen, gelehrten Wahrheit rurd ihre Verbreitung auf der ganzen Welt, bis zuletzt alle sie ann-ehlneir und so die Mission erfüllt ist — nur das Hinüberziehen des praktischen Lebens zur absoluten Wahrheit, obwohl es unmöglich ist, jemals einen vollen Sieg zu erringen; 2. diese Umwendung, da sie eine praktische und keine theoretische ist, verlangt darum als eine notwendige Bedüngung ihrer Ermöglichung nicht eine gänzliche Zerstreunng Israels unter den Völkern wndern Zentralisierung der Kräfte, wenigstens einer teilloeisen, in einem Orte, wo es ihm (Israel) möglich wäre, sein Leben auf eine seinem Charakter passende Weise einznrichten; 3. und da es für diese Umwendnng keine Hoffnung gibt, daß sie über die anderen in, der menschlichen Gesellschaft in einer entgegengesetzten Richtung tätige Kräfte einen Sieg davontragen werde, darum wird die Wahrheit mit ihren Vertretern nie aufhören, mir erit dann, wmn der Mensch aufhören wird, Mensch und sein Leben ein menschliches zu sein, wenn „die Gerechten, Kronen auf den Häuptern tragend, vor Gott sitzen und sich in, Glanze des ewigen Geistes sonnen werden" (Bemchoth 17a). Unsere zehntcmsende Soldaten befehligt oberherrlich der Kaiser von Oesterreich, wie die Söhne aller anderen Stämme in Oesterreich, resp. Galizien. Die Sympathien zu dem einen oder dem anderen Volksstamm gehörten mehr in das Gebiet der subjektiven Empfindung des einzelnen zu den einzelnen seiner Umgebung, wie dieses selbst in Familienhäusern vorzukommen Pflegt, wo Geschwister selbst einander nach dem konventionellen Maße gegenseitiger Aufopferungsfähigkeit und Bereitwilligkeit, echter, nicht jesuitischer Liebenswürdigkeit lieben. Und so heute manche polnische Autoren über herzerhebende Verhälnisse zwischen dem Haus Moschko und den adeligen polnischen Schloß Herren singen, mutet es unS wie eine Sage an; allein die freien Verhältnisse des modernen Europa's haben Wandel gebracht in jenes idyllische Stilleben und den unbarmherzigen Schlachzizen von seinem ehemaligen Hausverweser, dem Major domus a latere, gerissen. Die Mitbürger katholischer Konfession haben in der 40jährigen Hegemonie in Galizien ihre behördlichen wie privaten Machtvollkommenheiten dazu ansgenützt, um den ganzenWohlstanddes galizischenInden, der sich unter denAuspizien einer wohlwollenden, humanen österreichischen Negierung sich entwickelte, zu vernichten. Kein Wunder, daß die niedergeschmetterten Juden sich einen Begriff zu machen beginnen über die polnische Fraternito und ihr beklagenswertes Schicksal, den ewigen Helotisnins der Polen, abschütteln wollen. Auch Juda führte einst den jungen Leu in seinem Stammeswappen — — — — — — — — — — nilfr ‘yij Die Juden Galiziens erkennen beide christlichen Völkerschaften, die polnische, wie die rnthenische, als Bewohner dieses Kronlandes an und betrachten sich als antochthone Bürger dieses Landes und gleichberechtigte österreichische Staatsangehörige. Die 800.000 Juden Galiziens haben somit das vollste Recht, gleich den christlichen Stämmen zu allen Staats- und Landesinstitutionen, insvserne dieselben nicht vom christlichen Religionsfonds erhalten werden, Zutritt zu haben. Ich möchte noch jene Sentimentalität zerstören, in welche meist unsere assimilitorischen Talmipolen verfallen, die nämlich vor der Aufnahme der Juden in Polen. Wollten wir dieses gelten lassen, dann müßten sich vor allem die Magyaren, die deutschen Stämme, die Slaven selbst bedanken bei der gnädigen Mama Europa, die so liebenswürdig war, herzuhalten und dem indogermanischen Meuschenplus Aufnahme in ihrem alleinseligmachenden Schoße zu gewähren, und sie waren nicht einmal römisch-katholische Christen, sondern schändliche Heiden! Unsere Juden aber kamen nach Polen vor recht langen Jahren — im tiefsten Mittelalter, zu Nutz und Frommen leerer großadeliger und königlicher Taschen, kamen als vollwertige Geistesmenschen, die die polnische Wüste urbar machten. Schließlich erleben wir ja heute ständige Einwanderungen in fernen Weltteilen, deren Einwanderer schon nach dreijährigem Aufenthalte Bürger, ja Vollbürger werden. Wem sollen denn diese für ihre Niederlassung danken. Solange die Menschheit nicht in der Lage ist, auch die Luftlinie mit nationalen Grenzpfählen abzugrenzen, hat noch jeder Mensch das Recht der Wahl seiner Heimatsstätte. Die Juden haben somit das Recht, gleich anderen Völkern als genau umschriebener Stamm sich zu organisieren und dies offen zu bekunden. Haben wir unsere Brüder aus der Versenkung und der Erniedrigung des nationalen Nihilismus herausgezogen und sie gehoben auf die Schwelle des hellichten, jüdisch-nationalen Bewußtsetns, gilt es, die Schlagschatten der Assimilation zu verwischen, und gilt es ferner die Konsequenzen haarscharf zu ziehen. Wir müssen daher, angepaßt den Pflichten, welche wir dem Staate und dem Lande gegenüber erfüllen, auch für uns alle Rechte in Anspruch nehmen und sie in praxi zu entwickeln versuchen. Die Rechte umfassen alle Gebiete der Kultur, der Politik, der Oekonomie und des sozialen Lebens. Für heute wollen wir uns mit der Schule befassen: der jüdisch-nationalen Schule. Wir wissen uns bei Nennung jenes Fundamentalbegriffes in größter Uebereinstimmung mit der untrüglichen Tradition Juda-Jsraels vom Weltgesetzgeber Mosche, Sohn Amrums, bis zu Rabbi Jochanna ben Sakkai, mit den jüdischen Gelehrten, Heroen aller Zeiten aber in schreiendem Gegensätze zur Assimilationspartei aller Lande der Gegenwart, und riskieren das Axiom: gieb mir die Schule und mir, gehört das Volk. Nach eben diesem Grnndatze verfahren die Polen in Galizien, welche die jüdische Jugend ganz für ihre nationale Geistesrichtung, ihre Sprache, Geschichte und Literatur in Beschlag nehmen, so daß den jüdischen Kindern keine Zeit erübrigt für die Pflege ihrer nationalen Geistesschätze, welche ja unendlich reicher und geistfördernder sind als irgend welche andere. Wir müssen Deutschland einen ähnlichen Vorgang gegenüber den Polen vorwerfen. Wir wollen noch später darauf zurückkommen, inwieweit der galizische Jude neben der sprachlichen Staatsraison der polnischen Landesraison Rechnung zu tragen hat und besprechen an erster Stelle das Verhältnis der Juden der Welt gegenüber. Hält sich Jsrael-Juda als das, was es war und ist, will es heraus aus der Zwitterstellung in das allgemeine Kulturleben, dann benötigen wir eigene nationale Volks- und Mittelschulen sui goneris, in denen dem jüdischen Kinde Zeit gelassen wird und ihm die Mittel an die Hand gegeben werden, seine eigene nationale Sprache, die hebräische, seine nationale Literatur und seine Leidensgeschichte in allen ihren Phasen kennen zu lernen. Und zu diesem Behnfe benötigen wir Inden Berücksichtigung unserer religiösen Eigenart, aber auch einen eigenen Schul- und Zeitplan, der mit unseren Feiertagen und Sabbaten nicht kollidiert. Dann werden wir charakterstarke Menschen erziehen und Musterbürger jedes Staates, keine zweideutige, keine Zwittergeneration.