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Jüdisches Volksblatt · 1902-08-29 · 35 (29.8.1902) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
35 (29.8.1902)
Date
1902-08-29
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 35 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 20. August 1902 Seite 5 wo heute der östliche Flügel des königlichen Polizeigcbäudes sich erhebt. Die Geschichte des Ortes ist blutig und ernst. Bereits 1285 zerstörten die Münchener anläßlich einer Judenverfolgung das Gebäude und berbrannten in ihm an 180 Juden jeden Alters und Geschlechts; die Trümmer aber blieben Jahrhunderte lang öde liegen, bis Herzog Albrecht der Vierte nach 1440 d. g. Z. den Platz seinem und seiner Gemahlin Anna von Vraunschwe.ig Leibarzt Dr. Hans Hartlieb fcfjenfte. Dieser Mann baute zunächst das „untere Gewölbe" zu einer Kirche um, die so zahlreichen Zuspruches sich erfreute, das; sie erweitert lverden mutzte. Später, 1494, kanien Haus und Kirche an das Kloster Andechs, das 1758 eine gründliche Renovierung vornahm, wobei in einem mächtigen, noch aus der alten Synagoge stammenden Pfeiler eilt merkwürdiges, ewig brennendes Licht in einer gläsernen Phiole gefunden wurde. Judentaufen. Aus Berlin wird geschrieben: lieber Judentaufen spricht sich der bekannte Judenmissionar Pastor Bieling in seinem soeben crscheinenen Berichte über die Tätigkeit der Gesellschaft zur Beförderung des Christentums unter den Juden folgendermaßen aus: „In Berlin ist die Arbeit unter den Juden voll zwei Kräften, Pastor Bieling itub Prediger Gelfert, betrieben worden. Zum Täüfuntcrricht meldeten sich bei beiden 44 Indem, 9' wurden sofort abgewiesen, weil sie lediglich äußerer Vorteile wegen gckonlmen waren. 85 bliebeil, so das; mit denen aus dem Vorjahre 42 Juden zu unterrichten waren. Nach und nach traten hiervon aber lviedcr 18 zurück. Die Auffassung des Christentums lvar ihnen zu ernst. Voll den zurückblcibenden 29 wurden 251 getauft (15 Minner und 10 Frauen). Die meisten gehörten dem Kaufmannsstailde an; im übrigen befanden sich darunter 1 Arzt, 1 Apotheker, 1 Schriftsteller, 1 Schriftsetzer, 1 Student der Chemie, 1 Monteur, 2 Artistinnen, 2 Lehrerinnen, die Gattin eiiles Theaterregisseurs usw. Einige gehörteil dem Großkausmannsstande an. Was führt die Juden zum Christentum? Der zehilte Teil kommt allein um äußerer Vorteile willen. Dreiviertel aller Bewerber kommen aus ästhetischem Wohlgefallen am Christentum, bei dem sie sich besser zu erbaueil glauben. Nlrr die übrigen 15 Perzeilt kommen aus tvirklichem inllerem. tiefem Bedürfilisse. Doch sind alks den anfänglichen Acsthetikerrr natürlich auch scholl wirk- , liehe überzeugte Christen geworden." A»S Nnmänien. I a s s y. Der hiesige Bürgermeister Herr Penescu hat gegenüber einem Redakteur des rumänischeil Blattes „Universale" erklärt, das; in der Haliptstadt der Moldau große Not herrsche und zwar hauptsächlich unter den Arbeitern, Handwerkern liild kleinen Beamteil. Am schmerzlichsten aber würde von der Armut ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung betroffen. Er, Penescu, habe persönlich eine Untersuchung veranstaltet und sich davoll überzeugt, das; es jüdische Familien gebe, die mit 80 Centimes täglich leben! Auf die Frage, zu welchem Zwecke er diese Untersuchllng veranstaltet habe, antwortete Herr Penescu, das; er dem Könige Bericht erstatteil solle, der von ihm allerhand Einzelheiten habe wissen ivollen. Der Bürgermeister von Jassy bemerkte ferner, das; nur die fürchterliche ivictschaftliche Lage die Auswanderung der Juden veranlaßt habe. Aus Jassy seien 6000 Jliden ausgeivandert, aber er hoffe, das; sich die materielle Lage der Einwohner voll Jassy demilächst bessern werde, da mail neue Industriell schaffen ivolle. — Nebenbei sei bemerkt, das; der Schulmspektor Mustazu in dem einen Jahre 1901/1902 fünfzig jüdische Schulen aus administrativem Wege geschlossen hat, weil die Lehrgegenständc „nicht eiitsprechcnd dem analytischen Programm" gelehrt werdcil. Derselbe Inspektor hat bei seinem letzten Besuche der Talmlld Thora von Podul-Jloici bei Jassy dieses Institut ge- ■ schlossen, weil der Unterricht tu der hebräischen Sprache nicht entsprechend dem Programm gewesen sei und die Schüler nicht Hand? dieren und diese Unbotmäßigkcit, wer hat sie verschuldet? Die moderne Judenhetze, der Antisemitismlis. Die Erkenntnis muß sich erst Dahn brechen, daß der hohe Episkopat die niedere Geistlichkeit nur dauil wieder zum Gehorsam wird zurückzuführeu vermögen, wenn ihr wieder diejenige Ehrfurcht vor der jüdischen Religion einaeflößt werden wird, die die letztere als Mutterreligion der christlichen zu beanspruchen das Recht besitzt, deren heilige Satzungen und Gebräuche sie vollinhaltlich übernommen, aus der sie hervorgegailgen und in welcher sie derzeit und bis in die Ewigkeit die Basis findet und finden wird. Antisemitische Ehrlichkeit. Die „Petite Republique" macht auf eine Broschüre aufmerksam, welche ein ehemaliger Freund von Max R e g i i über die Geheimnisse der antisemitischen Agitation in Algier veröffentlicht. Es stellt sich heraus, daß Regi slediglich den Geldbeutel seiner besten Freunde, darunter Drum o nt und Roch efort, ausbeutete, und daß die antisemitischen Kundgebungen in Algier von Regis künstlich vorbereitet wurden, damit sein Kredit bei den Pariser Antisemiten wachse, Regis erbot sich u. a. gegenüber D r u m o n t, dessen Wiederwahl mit einer Pauschalsumme von 22.000 Franken zu bestreiten. Drum o nt gab das Geld nach längerem jahres nur geringe Fortschritte zu verzeichnen, ihre Entwicklung ist eine äußerst langsame, und nur die in denselben eingerickteten industriellen Etablissements ermöglichen zur Zeit den Fortbestand. Dagegen sind die Erfolge von Woodbine sehr erfreuliche, obwohl diese Ansiedlung viel jünger ist. Endlich hebt der Bericht hervor, daß von den in Philadelphia gelandeten mehr als 8000 Juden nur 9 zurückgewiesen wurden, und auch diese nur deshalb, weil sie an gewissen unheilbaren Krankheiten litten. Das neue Einwanderungs-Gesetz, welches gegenwärtig dem Reprüsentantenhause vor liegt und wahrscheinlich angenommen werden wird, bringt eine Reihe von Verschärfungen, welche aber unsere Glaubensgenossen nicht treffen. Insbesondere die vielbesprochene Bildungs- Klausel ist dahin abgeändert, daß jeder Einwanderer den Beweis erbringen muß, daß er in irgend einer Sprache lesen kann, was betreffs des Hebräischen von fast allen einlaßbegehrenden Juden zutrifft. In diesem Falle darf derselbe mit bringen seine Frau, seine Kinder unter 18 Jahren und seine Eltern oder Großeltern, sofern dieselben über 50 Jahre sind, ohne daß diese Angehörigen der Bildungsprobe unterworfen werden. Diese Klausel wird aus dem genannten Grunde nur einem sehr geringen Teil der jüdischen Einwanderer gefährlich werden können, ebenso die zweite, wonach jeder Immigrant bis drei Jahre vom Zeitpunkte seiner Landung ausgrwiesen werden kann, wenn er der öffentlichen Mildtätigkeit zur L >st fällt. Wir dürfen zu unseren Brüdern in Amerika das Vertrauen haben, daß sie Widerstreben her und Rözi-'steckt- -sein, ohne auch nuri** einen Eeultme cm seme Mitarbeiter ouvzuzohlen. j Stammesgenossen in Amerika beschäftigte, daß nämlich ein neuer Diamantene Hach,eit. Am 20. ds. feierten die Eheleute Mast-n-nsturm °°n flüchtenden aflenrapäiichen Inden die R-aie. EliaS und Lifette V-ich in Augsburg das seltene Fest der diaman-: »--»« J“nn Vf*'"Ä1 vSÄLJ™ teilen Hochzeit, zu welchem sich von Nah und Fern sämtliche das Nachlassen der rufllsch Mische» eiruarahüH abgeroen* S imRam , d r ItÄm »ärgÄita Ätft k°lch° °°" b-m Streben nach Selbsthilfe g°fchast-"°°n° -in herzlichst abgefastie- Gluel.ounsch d„g£ Jgi. «HS I—JS gÄÄt Juden im englischen Heere. Aus London wird gemeldet: zip teils gegenseitige Unterstützung, teils Ausübung von Wohl- Einige der englischen Zeitungen erinnern daran, daß unter den tätigkeit im allgemeinen ist. In der letzten Zeit haben sich diese Offizieren ebenso wie den Mannschaften, die sich während des Vereine in New-Bork und Philadelphia bei der Unterbringung Krieges auf britischer Seite ausgezeichnet, sich sehr viele Juden der rumänischen Flüchtlinge besonders nützlich erwiesen, welche an befunden haben. In erster Linie ist da General Fritz Roy Hart den nur aus rumänischen Juden zusammengesetzten „Rouirmiiian zu nennen, der aus einer.-'guten jüdischen Familie stammt, und der Relief Associatior's“ einen ausgezeichneten Halt fanden. So bat mehrmals in dem Kriege lobend erwähnt wurde, weil er eine ganz die Gesell'chast dieses Namens in Philadelphia im letzten Jahre außerordentliche persönliche Tapferkeit an den Tag legte. Auch sein über 100 Landsleuten Unterkunft verschafft und Arbeit vermittelt. Vater und sein Bruder und zwei seiner Söhne dienten mit großer Die aus ihr hervorgegangene „Roumanian Educ.atiomil Society“ Auszeichnung in dem britischen Heere. Die beiden Söhne bekamen sorgt durch Abendkurse rc. dafür, daß die Ankömmlinge, die jeder eine Auszeichnung und sein Bruder erhielt das Viktoriakreuz, „Grünen", rasch die Sprache ihrer neuen Heimat und einige die höchste Auszeichnung, die ein britischer Soldat erhalten kann. Elementarkenntnisse sich anzueignen vermögen, um bald ohne General Kelly-Kenny, der seine Division ebenfalls ausgezeichnet fremde Hilfe ihr Brot selbst suchen und finden zu können. In führte, stammt bekanntlich auch aus einer jüdischen Familie und wesentlich weiterem Umfange leisten die bereits länger bestehenauch er erhielt einen hervorragenden Ordon. Oberst Goldschmidt den Vereine russischer Juden diese soziale Arbeit, und es wäre zeichnete sich während der ersten Hälfte des Krieges durch sein eine lohnende Aufgabe, einmal zu zeigen, wie rasch sich aus dem großes organisatorisches Talent in Aldershot aus und später an der verkümmerten russischen, polnischen, rumänischen Juden, der in Front durch seine persönliche Tapferkeit bei Paardeberg. Ein größtem Elend in den Häfen Amerikas landet und bei den großen anderer jüdischer Offizier, der eine Auszeichnung erhielt, obwohl, jüdischen Wohltätigkeits-Vereinen Brot uud Kleidung erbittet, er nicht in der Front diente, ist Oberst I. S. Cowans, der im ein energisch aufstrebender Arbeiter in den verschiedensten Berufs- Kriegsministerium hervorragende Dienste leistete. Auch in den arten entwickelt, der sonst bereit ist, seinen noch immer kargen kolonialen Truppen zeichneten sich'diele jüdische Offiziere, Unter- Verdienst mit den noch ärmeren „Grünen" zu teilen. Man rühmt offziere und Mannschaften aus. . so oft, und gewiß mit Recht, das jüdische Gemiluth Eheffed. Der russische Senat für die Juden. Der russische Senat Wir meinen, alle die großartigen Spenden unserer Reichen, so entschied, daß Frauen und Witwen alter Nikolaischer Soldaten hoch sie im einzelnen zu schätzen sind, zeugen nicht so beredt für das Recht zilsteht, überall in Rußland, Petersburg und Moskau diese durch Jahrtausende bewährte Erbtugend unserer Glaubensnicht ausgenommen, wohnen zu dürfen. Dabei ist es gleichgiltig, bensgemeinschaft, als diese rüyrende, einzigartrge Hilfsbereitschaft ob die Männer dieser Frauen ihreisi ständigen Wohnsitz innerhalb der hart um des Tages Notdurft ringenden Armen für dre Allerbücher mit hcbxäisch-rumänischem Text gehabt hätten. — Die oder außerhalb des Ansiedelungsrayons haben. Ferner behalten ärmsten. Das ist wahrhaft jüd is ch es Gemiluth Eheffed. erne - - - - - - . - laut einer neuerlichen Senatsentscheidung jüdische Frauen, welche 1 Betätigung opferwilliger Bruderliebe, wie sie kem zweiter Stamm bis zu ihrer Verheiratung auf dem platten Lande gewohnt haben, > aufzuweisen hat! das Recht des Aufenthaltes in ihrem Heimatsdorfe auch dann, j - Auswanderungsbewcgung hat nun auch die besserge stellten jüdischen Bcvölkerungsklassen ergriffen — Kaufleute und Industrielle liquidieren ihre Geschäfte und wandern nach Amerika ans. Nach der Abreise dieser Familien wird das Elend unter den Zurückbleibenden nur noch größer werden. Besonders arg scheint die Not unter den jüdischen Handwerkern von Piatra zu sein, wo es an Arbeit fehlt. — Herr M areu Mendt dementiert, das; König Carol Ihm gegenüber sich in der gemeldeten Weise über die rumänischen *% k. « 4 kiA 4 4 4 *4 4 * 4 ♦ 4 J* 4 4 * wenn sie einen anderswo wohnenden Mann geheiratet haben. Ferner hat der Senat erklärt, daß jüdische Kaufleute erster Gilde, welche aus dem Ansiedelungsrayon nach einem den Juden zum ständigen Aufenthalte sonst vcrboteiicn Orte übergesiedclt sind, in ihrem neuen Orte jüdische Kommis selbst dann beschäftigen dürfen, Inden geäußert habe. Das Dementi ist ebenso wertlos wie die > üienn sie in ihrem bisherigen Wohnorte gar keine Kommis gehabte Israelitische DAaisenVersvrgUNg Und NtädchkU- Aeuhernng des Königs, wenn sic wirklich gefallen wäre.! haben. Endlich hat der Senat entschieden, das; Adoptivsöhne nintietthaiiä in ‘ “ q ea .' „ ' / .......! früherer jüdischer Soldaten dieselben Vorrechte wie die leiblichen walfenyaus Ul ^ovling. w . ®tc Königs von England und tue Istdrsche Söhne dieser Soldaten genießen. Durch die letzte Entscheidung??.cs. ~lu' lumsche Religion und deren Bekenner, nämlich die; mtrb manchem russischen Juden die Möglichkeit eröffnet, sich auf indische Nation, bci'en etnb ganz außerorcentliehen ^rmmph wgalem Wege deii Zutritt zu dem verbotenen Rayon zu erzwingen, errungen, der freilich nur dle;enigcn überrascht, welche die Gene- > / 0 0 J sis des Judentums nicht kennen, denen die Geschichte der jüdischen . Dijüdische AuSwande'rrug nach Amerika. Alljährlich, ,, , w. . .. „ „ Nation ein Buch mit sieben Siegeln ist, eine Ignoranz, die nicht findet in Philadelphia eine. Generalversammlung der „Gesell- - Wechsel unterworfen, sie reichen nicht hinmi, siird nicht so unzernur bei Ariern, sondern mich bei uns Juden selbst vorkommt und; schast zum Schutze der jüdischen Einwanderer" statt, und bei, störbar, so selbstlos und aufopfernd, wie Elternliebe. Der Vater tief zu beklagen ist. In der vorigen Woche hat die Krönung des , dieser Gelegenheit werven aus dem Berichte des Präsiim Kampfe ums Dasein, in seiner emsigen Tätigkeit im Berufe oder IV. Von Adolf Steinschneider. Vater, Mutter! Geweihtere, heiligere Personen im menschlichen Leben gibt es nicht. Die Liebe der Eheleute zu einander, die Geschwisterliebe', die Freundesliebe, alle sind vergänglich, dem Erwerbe hat immer nur seine Kinder im Auge, für ihre Gegenwart und Zukunft widmet er alle seine 51örper- und Geisteskräfte. Die Mutter! Welches Volk der Welt, von den zivilisierten bis zu den Königs von England stättgefnnden. Des Königs englische Majestät l deuten die Ziffern bekannt, mit denen unsere Glaubensgenossen zählt zu den mächtigsten Herrschern der Welt. In den Landen, die - in dem betreffenden Jahre an der Einwanderung in die Vereiniger mit seinem Szepter beherrscht, geht die Sonne nicht unter, lieber, ten Staaten von Ltordamerika beteiligt sind. Die Gesamtem» . . , . . . . „ fünfhundert Millionen Untertanen gehorchen seinem Hecrscherwort.! Wanderung betrug vom 1. Juli 1900 bis zum 30 März 1901 :1 barbarischen Urstämmen hat nicht schon die Mutterliebe gepriesen, lieber eine Million Soldaten harren seines Winkes, das Schwert 562.868 Seelen, darunter 58.098 ----- 10'/* Perzent Juden, vom 30.! Die Dichter aller Sprachen haben sie besungen und verherrlicht zu ziehen für die Verteidigung, für die Machtstellung des groß-1 März 1901 bis 1. April 1902: 313.935 Seelen, darunter 22.250 .. ‘. ' britannischen Reiches. Eine Kriegsflotte, größer und stärker als — 7 3:n*nt Juden. Im vorhergehenden Jahre (1899/1900) die Armada aller übrigen Staaten, harrt des Befehles, die Segel belief sich der Anteil der Juden an der Einwanderung auf mehr zu lichten rmd aus den tausenden und abertnusenden Konenschlünals 12 Perzent, nämlich auf 67.000 Seelen. Es ist aso eine namden einen verheerenden Kugelregen zu eröffnen. Die Zeremonie hafte Abnahme zu konstatieren. Am genauesten sind natürlich die der Krönung des Königs von England vollzog sich in althergebrachter! Ziffern, die sich auf die Einwanderung über den Hafen von feierlicher Weise unter Entwicklung der den modernen' Staaten 1 Philadelphia beziehen. Dieselbe fiel ,m Jahre 1900/1901 gegen das zugcbote stehenden militärischen und maritimen Kräfte, der einj Vorjahr um 1l Perzenr, die jüdische um 40 Perzent, in abheimische Adel, vom kleinen Grafschaftsbesitzer angefangen bis binsoluten Ziffern von 3870 auf 2253 Seelen In den sechs Monaten auf zum Marquis und Herzog, die tributären Fürsten aus Asien, vom 1. Oktober bis 30. Mäcz d. I. stieg die allgemeine m uuv i/t-ivuiLnyivii v | imui [ iv t-" viisiv i oui j ~ r r u r r sich, unter Entfaltung des feierlichen Pompes und der ganzen! aus Rumänien, 8 Perzent aus Galizren, je 3 Perzent aus Ungarn Pracht, des unermeßlichen Reichtums an Juwelenschmmk und Geschmeide, ^über die die englische Herrscherfamilie verfügt. Die wcyiren Tignitäre d:c a.lgliicmischei! Kirche umgaben tv zu krönenden König und der Erzbischof von Westminster vollzog die heilige Zeremonie der Salbung mit den Worten: „Zadok der Priester und Nathan der Prophet salbten ' Salon on zum König und alles Volk freute s: l; und lief * „Gott erlmltc. den König! Lange lebe der stönig! Möge der König ewig leben! Amen. Hallelnjah." Sei du gesalbet mit heiligem Oel. wie die Könige, die Priester und die Propheten gesalbt wurden. Es seien deine Hände mit heiligem Oel gesalbt. Und so wie Salomon von Zadok, dem Priester, imb von Nathan, dem Propheten, ge- Englnud und Deutschland. Aber fast alle aus den beiden letztgenannten Ländern Gekommenen stammen tatsächlich aus Rußland, Rumänien oder Galizien. Nach einer Regierungsstatistik, welche indessen nicht sehr zuverlässig erscheint, bildeten die Juden einen Bruchteil von I I'/, Perzent der österreich-ungarischen Einwanderung, 4 Perzent der russischen,!,3 Perzent der deutschen Einwanderung. Dagegen waren i. I- 1900/01 unter 7155 Rumänen 9.5 Perzent Juden, 3 Perzent Rumänen, 2 Perzent Deutsche, in den letzten 10 Monaten von den 5871 aus Rumänien Jmmigrirten sogar 99'/, Perzent Juden. Die jüdische Auswanderung aus Rußland nach den Vereinigten Staaten hat im Durchschnitt der letzten Jahre, verglichen nnt der Ziffer der jüdischen Bevölkerung des Zareu- Perzent erreicht; das gleiche Verhältnis gilt reiches, etwa salbet wurde, so fei du gesalbet und gesegnet' uud' geheiligt! auch von der jüdischen Emigration aus Öesterreich-Ungarn und als König über dieses Volk, das ßfoit dir gegeben bat, dam'it 1 der israelitischen Bevölkerung dieser Staaten. Dagegen sind in du darüber herrschest und regierest im Namen des Vaters, den Jahren 1899—1900. 1900—1901 und 1901—1902 je 3 Perzent des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen." der Israeliten Rumäniens nach der gastlicheren Union aus- Ju dieser Anknüpfung au die heiligen, altehrivürdigen Tradi-! gewandert, ungerechnet die zahlreichen Juden aus den Donautionen der jüdischen Religion liegt eine tiefe, hohe Huldigung, ge- ■ ländern, welche nach C a n a d a, Argentinien rc. gegangen sind, leistet von dem mächtigsten Herrscher der Wi'lt und der höchsten Der Bericht schätzt oie jüdische Emigration aus Rumänien auf Geistlichkeit der anglikanischen Kirche. In Ehrfurcht gebietender , rund 4 0.0 0 0 Seelen gleich 15 Perzent der Israeliten, welche dazu verurteilt waren, in jenem Bojarenstaate zu leben. Die Neu ankvmmlinge wurden nach Möglichkeit über die Vereinigten Staaten verteilt, um sie aus den großen Hafenstädten zu entfernen und eine fernere Anhäufung großer Massen in denselben zu verhüten. 26 Personen konnten in Woodbine angesiedrlt werden, nur nnglimbfen. Die nuheilstisteude Kaplauokratie wagt es" gegen >2 in den New Jersey-Kolonien Di» drei Kolonien dieses Staate-, ihre Oberhirten, ja sogar die Heiligkeit des Pontifex zu froni Alliance, Rosenhayn und Earmel, haben ivährend des Berichts- Weise wird mm von autoritativer Stelle die Kontinuität der christ licheu Tochterreligion mit der jüdischen Atutterkirche anerkannt und bekräftigt und der letzteren ein Homagium geleistet, wie es glänzender nicht zu sein vermag. Im Gegensatz hierzu gefällt man sich in lnanchen kontinentalen Staaten, die jüdische Religion zu ver- Lieblich spielt das Kind im' Schoße der Mutter. Mit unendlicher Zärtlichkeit, mit seligem Lächeln sieht sie auf dasselbe, ängstlich bewacht sie jede Bewegung, jeden Atemzug, pflegt es zu jeder Stunde des Tages und der Nacht und wenn es erkrankt, tvelche sorgenvollen Tage, welche schlaflosen Nächte macht sie durch und horcht mit angstvoller! Spannung ans den Ausspruch des Arztes. Wenn der Vater, ermüdet von der Tagcsarbeit, heimkommt und sein Weib, sein lachendes Kind sieht, erfaßt sein Herz Dankbarkeit ob dieses einfachen, aber zugleich erhebendsten Bildes häuslichen Glückes, welches der Schöpfer dem Menschen gewährt. Ol Alle die ihr das Glück habt, daß eure Eltern noch bei und mit euch leben, seid euch bewußt und möget ihr es zu schätzen wissen, welcher Segen dmnit auf euch lvaltet. Nie könnt ihr genug dankbar sein für ihre aufopfernde Liebe. Selbst wenn ihr älter und unabhängig von ihnen seid, soll eure Achtung vor den hochbetagten Eltern sich nicht vermiirdern. Im traurigen Gegensätze zri diesen Schilderungen haruwmschen Lebens von Eltern und Kindern sind die düsteren Bilder von Kindern, denen der Tod Vater oder Mutter oder beide Eltern grausam entrissen hat. In dem einen Falle ist es der Vater, der dahingeschieden ist, die Krone des Hauses, das Haupt, der Ernährer der Familie. Im Schmerze aufgelöst steht die Witlve da, um sie herum die schluchzenden Kinder. Im zweiten Falle ist es die Mütter, die teure Mütter, die ihrem Gatten, ihren Kindern dahingerafft wurde. Ach! Es fehlt ihr liebend Walten, ihre Sorge wacht nicht mehr. Jetzt aber der allerschmerzlichste Fall, wo der Tod beide hinweggeführt ans dem irdischen Leben. Verwaist! Grausames Wort, welches alle Empfindungen wachrnft. Wer immer es hört, selbst derjenige, dessen Herz sonst für weichliche Herzensregungen nicht empfänglich ist, muß Mitleid fühlen, wenn er Waisenkinder sieht. Verlassen sind sie, alles fehlt ihnen, was in der Kinderzeit ihnen Zärilichkeit und Sorgfalt bieten kann, sie haben kein trauliches Heim, sie kennen nicht die milde Eintracht eines glücklichen Familienlebens und sie schmachten nach Liebe. Die Fürsorge für Waisenkinder ist uraltes Judeutum. Almonaus und Jessaumens zu beschützen lind zu erhalten, war seit undenklichen Zeiten dem Juden am Herzen gelegen. Vor 60 Jahren hat die Wiener israelitische Knltusgemeiicde ans Anregung des Herrn Josef Ritter Dem Wertheimer der Versorgung von Waisen ihre Aufmerksamkeit gewidmet und seither in immer große- 9379841521050^0174

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