Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1902)
- Issue
- 34 (22.8.1902)
- Date
- 1902-08-22
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 22. August 1902 Nr. 34 Die „U n a b h ä n g i g en - B e w e gun g", die in Böhmen nie ganz verschwunden ist, könnte wiederum neu aufleben ... Es ist notwendig, daß jemand in der Parteivertretung ist, der begreift, daß es außer dem Kampfe gegen die Christlich-Sozialen noch andere wichtige Dinge in Oesterreich gäbe. Anläßlich einer scharfen, späteren persönlichen Kontroverse zwischen Dr. Adler und Dr. Stark, dem Delegierten von Karlsbad, protestierte letzterer gegen die Art der Polemik gegen die oppositionellen Delegierten, besonders von Seite des Dr. Adler. Ein solches Vorgehen könne nur das Mameluken tum großziehen, die Freiheit der Meinungsäußerung unterdrücken. Ein anderer westböhmischer Delegierter, L ö w, führte unter anderem Folgendes aus: „Wir in Westböhmen sind mit der politischen Taktik des Verbandes nicht einverstanden . . . Wenn einmal ein richtiges Wort fällt, so darf nicht gleich der betreffende Delegierte angegriffen werden, namentlich nicht so, wie vom Gen offen Dr. Adler, der jeden, der über die Parteivertretung etwas sagt, niederbeißt/ R e s e l (Graz) meint: „Nach den Vorfällen des vorigen Jahres muß ich erst die Frage aufwerfen, ob es überhaupt erlaubt ist, zu dem Berichte der parlamentarischen Fraktion Stellung zu nehmen, ohne kindische Vorwürfe und satirische Angriffe empfangen z u müs sen . . . Die vollständige Apathie und Gleichgiltigkeit in Bezug auf die Abgeordneten und ihre Tätigkeit, besteht in der Masse. Ich sage es ungerne, wegen der Rolle, die ich früher selbst gespielt habe. (Heiterkeit.) . . . Der Dringlichkeitsantrag wegen der Altersversicherung wurde bereitwilligst zurückgestellt. . . . Die Fahrkartensteuer wurde sang- und klanglos angenommen ... Es wurde auf den Neun stundentag der Bergarbeiter als Erfolg der Fraktion hingewiesen . . . Ich bezweifle, daß es dem Drängen der Abgeordneten zuzuschreiben ist, daß das Gesetz verhandelt worden ist. Herr von Koerber hat selbst ein Interesse am Neunstundentag . . . Ruhe ist in unseren Reihen eingetreten. Ich konstatiere, daß keine Katze sich um die politische und wirtschaftliche Bewegung gekümmert hat . . . Den Lueger, den man jetzt so heftig angreift, hätte man schon seinerzeit nicht stützen sollen." Noch ein anderer Delegierter, Bartel, gibt der Mißstimmung Ausdruck, der allgemeinen Verdrossenheit gegenüber dem politischen Leben überhaupt, die in der Arbeiterschaft Oesterreichs zu finden ist . . . „Wir bringen die Arbeiter nicht mehr so in Bewegung wie früher... Wir waren viel stärker, als wir noch schwächer waren, das heißt, als wir uns auf unsere Stärke noch nicht so viel einbildeten und nicht die innere Tätigkeit verabsäumten." Diese Zitate beweisen, daß selbst innerhalb der marxistischen Sozialdemokratie Nationalitätenpolitik die bisherige und die bisherigen Taktik, die ausschließlich unter dem Wiener Gesichtswinkel nur den Kampf gegen die Christlich-Sozialen führt, mit den Deutschnationalen aber paktiert, nicht gebilligt wird. Wenn nun der Delegierte Schrammel über „bürgerliche Verfälschung der Arbeiterbewegung in Oesterreich" klagt, von den demagogischen die Vergangenheit und Zukunft verknüpfen sich in seinem „Ich" im richtigen Maße und passenden Verhältnisse zu seinem Heile und seiner glücklichen Entwicklung. Diese glückliche Epoche dauert lang oder kurz und nach ihr kommt für das Volk das Alter zur rechten Zeit oder vor der Zeit. Wenn es sieht, daß es die Kräfte verliert und die Wünsche nicht verwirklichen kann, hört es auf, zu begehren und vertieft sich ganz in die Erinnerungen der Vergaifgenheit. Eine solche Zeit des Verfalles (ein Beweis die Griechen) ist eine goldene Epoche für die Altertumsforscher, für die Sammler von vergilbten Manuskripten und alten Büchern, für die Kritiker, Kompiletoren, Kommentatoren und Superkommentatoren. Zuletzt gelangen die Mitglieder dieses Volkes zur Weisheit Salomos, sagen: „Alles ist eitel" und sterben allmählich aus. Manchmal ist trotz der äußeren Erscheinungen der Bejahrtheit und Altersschwäche noch ein starkes Gefühl des „Ich" unter dem Volke, so daß es nicht will und nicht kann, auf die historische Notwendigkeit einzugehen und sich mit dem Versüßen der letzten Augenblicke durch angenehme Erinnererungen zu begnügen: eine Zukunft verlangt es, es will unbedingt leben! — Und auch hier kommt der Glaube auf Phantasieflügeln und befriedigt freigebig seine Wünsche ohne Mühsal und Anstrengung, alles gemäß der Bitternis der Vergangenheit: „wie groß das Leiden, so ist der Lohn." In diesem Stadium ist ein Unterschied zwischen Individuum und Volk. Ein Mensch, nahe dem Tode, muß sterben und alle seine Hoffnungen der Zukunft erlösen ihn nicht; dagegen hat ein Volk, da es ein geistiges Leben lebt und die Dauer seiner Existenz und das Ende seiner Kräfte anderen physiologischen Gesetzen unterliegt, wenn es ihm gelingt, in sein „Ich" das Element der Zukunft, sei es nur in der Form der phantastischen Hoffnungen aufzunehmen, darin seine Lebensmedizin gefunden, eine geistige Nahrung, die, entsprechend seiner Natur, ihn nähren und trotz Schmerz und Leiden noch lauge erhalten kann. Wenn das Volk nun weiterlebt, ist es nicht ausgeschlossen, daß es sich dank den verschiedenen Umständen mit der Zeit von den anderen gesunde» und starken Nationen Kräfte anzieht und die Lebenssäfte, welche es aufsaugt, sich in ihm zu gesundem, jugendlichem < Umtrieben der deutschnationalen, slavisch-nationalen und christlich-sozialen Arbeiterbewegung spricht, so muß darauf hingewiesen werden, daß viele Sozialisten außerhalb der marxistischen Reihen die derzeitige marxistische Sozialdemokratie auch für eine bürgerliche Verfälschung der Arbeiterbewegung ansehen. Unleugbar treten auch die wirtschaftlichen Probleme des Sozialismus, das zeigt auch dieser letzte Parteitag, immer mehr und mehr in den Hintergrund und diejenigen, welche immer von der „einen reaktionären Masse sprechen", paktieren nun anläßlich der bevorstehenden niederösterreichischen Landtagswahlen neuerlich mit den Scheinliberalen, den deutschen Volksparteilern, den All- und Ostdeutschen, die ebenso reaktionär sind, wie die Christlich-Sozialen. * Ziehen wir also von unserem national-sozialen Standpunkte die Bilanz aus den Ergebnissen des sozialdemokratischen Parteitages, so läßt sich dasselbe folgendermaßen zusammenfassen: Weder der nationale Teil der Judenfrage, noch ihr wirtschaftlicher Teil kann durch den Sozialismus auf marxistischer Grundlage mit seinen heutigen Führern, seinem jetzigen Programme und seiner gegenwärtigen Taktik einer gedeihlichen Lösung zugeführt werden. Gerade in Oesterreich, wo die rein wirtschaftlichen Fragen bedauerlicherweise nicht etwa nur bei den bürgerlichen Parteien, sondern auch für die Sozialdemokraten in den Hintergrund treten, wird unser ganzes öffentliches Leben von nationalem Chauvinismus und Antsemitismus beherrscht. Die Sozialdemokratie hat weder diesen noch jenen überwunden, nicht einmal mit der notwendigen Energie bekämpft, ja sogar, wie selbst manche Sozialdemokraten zugeben, dem Chauvinismus und Antisemitismus Konzessionen gemacht. Sie ist darum nicht imstande, die^ national-soziale Lage der Juden wirklich zu verbessern. Aus dieser Kritik des sozialdemokratischen Parteitages darf jedoch keineswegs auf unsere antisoziale Gesinnung geschlossen werden. Die nationale Bewegung keines anderen Volkes bedarf so sehr der sozialen Grundlage, als die der Juden; aber diese sozialen Grundlagen müssen der sozialen Struktur des jüdischen Volkes entsprechen, den reellen Bedürfnissen aller seiner produzierenden Volksschichten und den neuesten Forschungen der modernen Sozialwissenschaft. Die Juden waren die ersten, welche in ihrem Staatswesen sozialreformatorische Prinzipien zur Anwendung brachten, welche die Grundsätze der Bodenreform in Israel zu realisieren bestrebt waren. „Ums Jahr 1300 vor unserer gewöhnlichen Zeitrechnung, also etwa 700 Jahre früher als Solon in Athen, mehr als 900 Jahre früher als Licinius in Rom bodenrefor matorische Grundsätze zum Siege führten, finden wir hier jene alte, durch alle Zeiten ragende Gestalt, die am Anfänge des jüdischen Volkslebens steht, aus die alle wichtigen Einrichtungen und Gesetze zurückgeführt werden (Moses)." (Siehe „D i e B o d e n r e f o r m i n I s r a e l"*) von Adolf Damaschke.) Entsprechend 'der Vergangenheit des jüdischen Volkes müssen auch in Zukunft seine nationalen Wortführer und Vorkämpfer dem sozialen Hochgedanken treu bleiben. *) Wir kommen aus dieses neueste Werk des Führers der Bodenreformer demnächst zurück. Blute verwandeln. Nun in sich neue Kräfte spürend, erwecken sich in ihm neue Wünsche, die es anspornen, durch Anstrengungen des Körpers und des Geistes für die Zukunft zu arbeiten. * Bekanntlich wurden die historischen Bücher während des babylonischen Exils geschrieben oder redigiert. Ein Greis war Israel damals, das Schwinden der Kräfte erreichte die niedrigste Stufe und in ihrer ohnmächtigen Verzweiflung riefen sie: „Verdorrt sind unsere Knochen, dahin ist unsere Hoffnung, zuende ist's mit uns." (Ezechiel 37. 11.) Darum entstanden damals Weisen, die das nationale „Ich", indem sie seine Vergangenheit stärkten, retten wollten. Zweifelhaft ist es, ob sie auf diese Weise allein ihr Ziel erreicht hätten. Zum Glücke suchte das Volk die Lösung der Lebensfrage nicht in der Wissenschaft, sondern in der Prophetie, und letztere hat auch die gesuchte Lösung geboten, sie hat der Zukunft Leben eingeflößt und so wurde das „Ich" wieder ganz. Die Zukunft der Propheten war anfangs eine nahe und erst dann, als der zweite Tempel schon erbaut ',war und die Prophezeiungen sich noch nicht verwirklicht hatten, wurde sie eo ipso immer mehr verschoben bis zur Zerstörung und auch nach der Zerstörung des Tempels; manchmal war die Zukunft stärker, manchmal schwächer, gemäß der Lage des Geschlechtes und der Größe seiner Leiden. Aber immer bis zum heutigen Tage hörte die Zukunft nicht auf, ein wichtiger, grundlegender Bestandteil unseres nationalen „Ich" zu sein. Sie ist es auch, die unsere Vorfahren, trotz Mangel an Kräften und dem schweren Joche, beim Leben erhalten hatte — während andere Nationen mit einer herrlicheren Vergangenheit zugrunde gingen. Es wird gewöhnlich geglaubt, daß Israel nur dank der Thora erhalten blieb. Aber unsere Vorfahren, die uns die Bibel überlieferten, gestanden selbst offen, daß die Thora allein nur durch die Hoffnungen auf die Zukunft erhalten blieb, und wäre nicht letztere, wir hätten keinen festen Grund, sie zu bewahren! „Wenn ich sie auch vom Lande vertreibe, so hütet die Gesetze, damit diese ihnen nach der Rückkehr (insVaterl a n d) nicht fremd seien" (Sifri Ekew). Diese Anschauung von der Thora bewog unsere Vorfahren, dicke Traktate über Hungarische Krieft. (Dr. Josef Szterenyi, der Sohn des Nabb. Stern.) 2. Ungarn hat wieder seinen Skandal. Die sogenannte öffentliche Meinung tut sich jetzt zur Abwechslung mit dein Ministerialrat im ungarischen HandelSministeriuin, Dr. Josef Szkcrenist gütlich. Dr. Szterenyi >vird von einem seiner Amtskollegen, n n - t e r st ü tz t von der klerikalen und a n t i s e m i t i s ch e n P ress e, verschiedener Amtsinißbränche beschuldigt. An der Spitze dieser Menschenjagd steht der liberale Neichstagsabgeordnete Julius G p ö r f f y und das antisemitische Organ „A l k o tmany". Im Verlaufe dieses ans rein persönlichen Motiven geführten Kampfes schrieb der Abgeordnete Györffy einen Brief an den Handelsminister Ludwig L a n g , in welchem er erklärt, das; er Szterenyi „zufolge seiner Vergangenheit für satidfaktionsttttfäliig halte". Der HandetSmünster hat auf Grund eingeholter Berichte und amtlicher Meldungen eine strenge Disziplinarnntersnchung gegen Dr. Sterenyi eingcleitet. Dies der kurze Sachverhalt. Die Affäre selbst hat für uns eigentlich gar fein Interesse. Die unsichere, sprunghafte Politik S z e l ls hat in den letzten Jahren schon so manches kvrrnpiwnististhe Kabinetstück der magyarischen Gesellschaft zutage gefördert, das; es gar nicht mehr darauf ankommt, ob dieses neue Opfer magyarischer Lässigkeit auch zu den Toten ivird geworfen werden, oder ob es ihm gelingt, sich von den schweren Anlvürsen, lvelche gegen seine Ehre vorgebracht wurden, reinzmvasehen. Für uns ivnrde die Affäre Szterenyi erst durch den in Ungarn jetzt stereotyp gewordenen Ausspruch des liberalen Abgeordneten Györffy, das; Szterenyi zufolge seiner Vergangenheit satisfaktionsnnfähig sei, ein geeignetes Bchandlungsthcma. Dr. Szterenyi ist ein typisches Beispiel dafür, ivelche böse Früchte eine systematische EntjndnngSpolitik zeitigen muß. Der heutige Ministerialrat im ungarischen Handelsministerium ist der Sohn eines Rabbiners. In den Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts hat der Neupest er Rabbiner Stern viel von sich reden gemacht. Er gehörte zu den wütendsten Aposteln der A s s im i l a t i o n S i d e e und nahm seinen reformatorisehen Beruf sehr ernst. Kanzel, Schule und Hans waren für ihn so viele Mittel und Wege, die ihm anbertraute Gemeinde dem Judentum 311 entfremden und durch die Reform hindurch einer anderen Religion zuzuführen. Das; dies der einzige Zweck seiner Tätigkeit ivar, beweist nicht nur die Tatsache, daß er im Rufe stand, im Solde der englischen Mission zu stehen, sondern hauptsächlich sein späteres öffentliches Ableugnen des Judentums und die Proklamiernng einer neuen „judenchristlichen Vernunftsreligion". Der alte Rabbi Stern ivar ein gottgeschlagener Narr, aber er hatte den Charakter der Verblendeten, die den ihnen vorgezeichneten Weg verfolgen und sollte er auch tu einen Abgrund führen. Rabbi Stern betrat auch den gewinnbringenden Pfad der Assimilationspolitik, er verfocht gleich seinen Vorbildern Löw, Hochinuth und Steinhart die Theorie, daß die Jndcnfrage ihre ivirkliche Lösung nur im Aufgehen des Judentums in anderen Völkern finden könne. Doch war er auch ein Narr gleich den anderen Zeiigenosseii, so war er doch ein ehrlicher Narr — abgesehen vom Missionssolde — der das Wasser nicht nur predigte, sondern auch wirklich trank und es seiner Herde auch zu trinken gab. In seiner Gemeinde selbst hat Rabbi Stern nicht viel Proselyten machen können. Man fand seine Lehren sehr angenehm, doch ihm folgen in den Schoß einer neuen Kirche mochte man dennoch nicht. Die englische Missionsgesellschaft schien denn doch ungeduldig geworden zu sein und die eroberten Seelen von Stern zu fordern, denn eines schönen Tages verließ der seinerzeit merkwürdige Rabbi sein Stallum, nahm bald darauf mit seiner ganzen Familie die Einzelheiten der Vorschriften von den Fleisch- und Getreideopfern, der Kleidung der Priester und ihrem Dienste u. s. w. zu verfassen, nicht aus Liebe zur Altertumsforschung, die sie nicht besaßen, nur weil sie fest daran glaubten, daß dies alles sich wieder erneuern und eine Lebensfrage werden wird und da es ihnen unmöglich war, sich in der Betätigung dieser Vorschriften auszuzeichnen, wollten sie wenigstens in der Kenntnis derselben gut bewandert sein. Die Traktate, in die sich die Besten Israels in jeder 'Epoche vertieften, halfen dazu, die Hoffnung auf die Zukunft tief im Herzen des Volkes einzuwurzeln, indem dieselben die Talmudgelehrten gewöhnten, auf die ersehnte Zukunft als auf ettvas Konkreles zu schauen, zu welcher man sich vorbereiten und mit den sie betreffenden Fragen beschäftigen soll. So trugen „die Vorschriften, die mit unserem Vaterlande verknüpft sind", zur Erhaltung unserer Nation bei, vielleicht mehr als jene Gesetze, die für das Golus Geltung haben. Noch am Ende des V. Jahrtausends ‘), mehr als tausend Jahre nach der Zerstörung des Tempels, weigerte sich nicht der größte damalige Gelehrte Israels'^) bei Tag und bei Nacht zu arbeiten, um die „Messias-Vorschriften" zu sammeln und zu ordnen. Er, der Verfasser des „Briefes nach Mmen" (Jggereth Teman) verstand gnt die Bedeutung der „Zukunft" für die Erhaltung unseres Volkes und darum nahm er sie in die Religionsgesetze auf. Nicht weil von diesem Manne, der ganz Verstand war, die nach seinem Tode von den Schülern seiner Schüler (der Verfasser des „Jkkarim" ^) erhobenen Einwendungen übersehen wurden, sondern weil er vieles begriffen hat, was jene nicht verstanden: daß nicht mit dem Verstände allein sich ein Volk erhalten kann, daß ohne eine Hoffnung auf die Zukunft auch die Thora mit ihren logischen Gesetzen vergessen werden könnte und weder die Beweise der Historiker noch die Künste der Scholastiker sie und das Volk vor Vernichtung retten können. ‘) Der jüdischen Zeitrechnung. 2I Gemeint ist Maimonides. 3) Rabbi Joseph A l bjo, geb. 1370, gest. 1-141. Verfasser des „Seser Jkkarirn" (Buch der Hauptgrnndsätze des Judentums).