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Jüdisches Volksblatt · 1902-08-15 · 33 (15.8.1902) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
33 (15.8.1902)
Date
1902-08-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 3f Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 15. August 1902 Seite 3 Die jiliW-Ntiouck Kmegimg nnd die iinlilmi Völker. .junnci' Ivjeder werden die v o l k s b e w n ß t e n Junquden aller Schattierungen Non assimilitarischer Seite als jidisch-nationall' „Chauvinisten", als Reaktionäre mW als dindernis der Veiständignnq mit den arischen Völkernhingestellt. A s s i w i l a t i v n, der 9tnschlnß an die sogeiannten „fortschrittlichen" Parteieil der einzelnen ,9cattonilitäten wird iloch immer als 9t e z e p t q e q e it b o it A rt i s e in i t i s in u s und sonnt auch zur „Lösung der Jnienfrage" — soweit, man die Existenz einer solchen nnd nbrhanpt einer jüdischen .Rasse zngibt — hinigestellt. Es ist daher nicht überflüssig, air der Hand von Tatsachen dcs G e g enteil zn beweisen und zu zeigen, daß nicht die Btätignug, Wohl aber die V e r l e n. g n u n g des j ü - di s ch eit Volkst u m s eine H a n p t t r i e b f e d erde s 9l n t i s e nr i t i s in n. s nnd der stets zunehmenden Zsoliernng der Jndeir ist, während gerade die natianaloziale Nichtnng unter deir Jndeir. vieler Sympathien bei Dem arischen Völkern und einer gewissen Achtung selbst bei den antisemitischen Geqnewn sich erfreut. Heinrich D ries mann, der Verfasser des bekannten Werkes.' „D i e Sl' it l t it r g e s ch i ch t e der 9t a s s e n - i n st i n k t e ", der E g i d y -I ü u g e r schreibt im „ E x n st e n Wall e n. " iir einem „Völkerundank" betitelten Artikel diesbezüglich Folgendes: „Wirklich sittlich und geistig tüchtige und gesunde I Juden brauchen die A u f r o l l u n g d e r 9t a s s e n - f r a g e nicht i in g e ring st e n z it1 f ü r ch t e n, s i e k ö n n e n i h r viel m e h r g e t r o st und f e st i n s A u g e s ch a u e n. Ist es doch gerade die j ü d i s ch e Nass e, die von a I l e ir A n t h r o p o l o g e n als M u st c r b e i s p i e l, wie es fein zweites mehr in der Weltgeschichte gibt, für 9t a s s e n e r h a l t u n g u ir d 9t a s s e n st o l z hingestellt und zumal den mit so schwachem Nassenqefühl begabten Deutschen als M u st e r vor Augen gehalten wird. Wirklich vornehine Jude n wissen sehr wohl, daß sie ihrerseits ebenso wertvolle 9t a s s e ir q it ali - tat e n den Germaneir eiitgegenzustellen haben, wie diese ihnen, und daß eine A u f r o l l u n g der 9t a s s e nf r a g e nur geeignet sein kann!, die gute Seite i h r e r 9t a t u r in ein helleres Licht z u st e l l c ir u n d um. so s ch ä tz b a re r z u m a ch en. Mit ihnen gibt es darüber feihcit Streit. Die anderen aber, die die „Gefahr" wittern zu müssen glauben, d i c v e r d i e n e n a b e r a u ch ihrerseits gründlich beleuchtet und in allen Winkeln ihres Herzens durchgelenchtet zu werden." Wir haben diesen Ausführungen D r i e s in a n n s diesbezüglich nichts hinzuzufügen. Die nationale Beta t i g u n g unseres Volkes, die rmcksichtslose Kritik alles dessen, lvas an unserem Volkskörper krank und morsch ist und daher abgestoßen werden muß, darf keineswegs, lvie die Assimilanten glauben, deshalb unterbleiben, weil es Vielleicht voir antisemitischer Seite gegen sie ausgebeutet werden könnte. Im G e g e n t e i l. Der Umstand, daß Juden aus nationaler Pflicht und aus L i eb e zu i h r e m V o l k e I r r w e ge i n d e r j ü d i s ch e n P o l i t i k it n d i m W i r t s ch a f t s l e b e n g e i ß e l n, b elveist die Verlogenheit jenes Antifemiitismus, welchen das gefanrte jüoische Volk verantwortlich macht für die Sünden jener sogenannten jüdischen Politiker und Journalisten, die als Vertreter des jüdischen Volkes bei den Ariern gelten, niemals aber die wirklichen jüdischen Volksinteressen vertreten. * * -!- Wiederholt haben ivir in der innerösterreichischen Politik den Grundsatz vertreten, die österreichischen! Juden müssen in der österreichifcheir ^Nationalitätenfrage sich von allen Parteibestrebungen fernehalten, welche auf Germanisierung, Tschechisieruug usw. gerichtet sind; ein gleichberechtigtes Volk unter gleichberechtigten Völkern diesnnd jenseits der Leitha! müsse ihreDevise sein. 9cnd) derAuffassung der Assiinilauten müßte dieser Standpunkt die Iaht der Antisemiten vermehreir. In der Tat aber Haben die verschiedensten Parteiorgane deutscher, slavischer und anderer Nationalitäten sich äußerst sympathisch über diesen jüdischnationalen Standpunkt ausgesprochen und vielfach unsere diesbezüglichen Artikel abgedruckt. So z. B. hat die „Kronstädter Zeitung" und das „Deutsche Tagblatt" in Temesvar Misere Warnungen an die unganischen Jndeir und unsere Kritik des magyarischen Chauvinismus eines großen Teiles der ungarischen Juden, sowie die Kritik der rmgarischen Zustände überhaupt als benrerkenslverte jüdische Stimme zitiert. Der slavische „Parlameutär" in Wien, welcher in der vorletzten Nnnnner, in Uebereinstimmung mit uns in einem „Eine antononiillische Liga" betitelten' Artikel für eine antoiromistische Verfassungs-- revisiolr ejntrat, hat in einer Notiz es rühmend anerkannt, daß das „Jüdische Volksblatt" ein nationales Wochenblatt ist, welches aber nicht mit den sogenannten polnischen, deutschen, magyarischen, italienischen nsw. Judenblättern verwechselt Iverden dürfe und aus lleberzeuguug für die nationale Autonomie eintritt. In einem ähnlichan! Sinne hat das in Proßnitz erscheinende tschechische Organ das Verhältnis der Juden zu den Tschechen und Deutschen Oesterreichs, unsere gesamten Tendenzen charakterisiert und sich äußerst sympathisch darüber geäußert. Die in Triest erscheinende slovenische „Edinost" hat unseren „Die Landtagswühleu" betitelteir Artikel, in welchem die Tri eher Inden wegen ihrer italienisch-chauvinistischen und slovenenfeiudlichen Haltung kritisiert wurden, als eine angenehme Ueberraschung hingenommen und unsere Kritik der österreichischen Verfassung und die Forderung nach einer national-antonomistischen Verfassungs-.A'evision znstnninend abgedruckt. Schließlich sei van vielen anderen. Beispielen die markante Tatsache konstatiert, daß das in Oberungarn iir Thnrocz Szt.Martou erscheinende slolvakische Orqan „9carodne Noviny", welches infolge der magyarischrchauvinistischen Politik der daselbst wohnenden Juden nichts weniger als philosemitisch ist, unseren Artikel über die ungarische Volkszählung und die daraus für die ungarischen Juden folgernden Konsequenzen in znstiininendein Sinne abdruckte. Tie zitierteu Zeitungsstimmen sind ein deutlicher Weqweiser dafür, daß nicht alle jene Kreise und nicht alle jene Politischen und nationalen Gruppen, ivelche durch die verkehrte Nationalitäten- und Wirtschaftspolitik der jüdischen Assimilanten zu Feinden des jüdischen Volkes gemacht wnrdcn, auch dann, es blieben, wenn die österreichischen Juden, bei voller Wahrung ihres eigenen nationalen und sozialen 9techtes für die Gleichberechtigung aller Völker des Donaureiches eintreten lvürden. Aber die jüdisch-assimilatorische Politik hat noch eine Kehrseite. Sie hat nicht nur ganz überflüssigerweise Gegner des jüdischen Volkes geschaffen, die bereckMgtMveise Gegnpr einer belstßnmjten jüdischen oder richtiger einer u n jüdischen Politik sind, sondern sie hat auch sogenannte Judomfreunde geschaffen, für die der bekannte Satz gelten kann: „Gott bewahre mich vor meinen Freunden, vor meinen Feinden werde ich mich schon selbst schützen." Welches Opfer an Intellekt — von den übrigen Opfern abgesehen — haben die östereichischen Juden, für den sogenannten Liberalismus und seine 9iepräsentantin, die Deutsche Fortschritspartei gebracht!! Wie sehr haben die österreichischen Juden durch ihre Identifizierung mit dem deutschen Liberalismus sich bei allein! 9cichtdeutschen und bei allen deutschen Gegnern dieser sogenannten liberalen Politik verhaßt gemacht. Und der Lohn dafür, daß die „Judenlibcralen" Schulter an Schulter mit den deutsch-volklichen, all- und ostdeutschen Antisemiten marschieren! Und die neueste von den Juden protegierte Partei, die marxistische Sozialdemokratie — nicht zu verwechseln mit den sozialistischen Bestrebungen an und für sich — wie viel verdankt die in Oesterreich den Inden?! Und derDank dafür ist, daß die inarxistischenFührer, Ivelche ängstlich bestrebt sind, allen übrigen 9ca.tionalitäten gerecht zu werden, mitunter sogar chauvinistisch fördern, jede jüdisch-nationale Regung als Bourgois-9tegung, als chauvinistisch, mit alldeutschen, klerikalen und' kapitalistischen Bestrebungen in einen Topf werfen. Sind es nicht herrliche Früchte der Assimilationspolitik? Aber nicht etwa nur auf deutscher. Seite, sondern auch auf slavischer, magyarischer und italienischer Seite. Anläßlich des großen Landarbeiterstrikes in Galizien hat der „Czas", das Organ der polnischen Stanrzyken, ddr Bundesgenossen des Herrn Dr. Byk, in so bodenlos niederträchtiger Weise die Gesalntheit der galizischen Juden angefallen, daß der Artikel verdient Hätte, an allen- Mauern selbst der kleinsten Judengemeinde angeschlagen zu werden ('9(11111. d. Sehers: Wir möchten. Vorschlägen, auch am Wagen des 9teichsratsabgeordneten Dr. Byk), damit das so lange betörte und irregeführte jüdische Volk Galiziens erkenne, ivie feine „Freunde" es nur zur Unterdrückung und Ausbeutung des Ziuthenischen und polnischen Volkes und als Blitzableiter für seine Schaudtaten mißbrauchen. Und selbst in Ungarn, wo die ganze magyarische Herrschaft auf tönernen Füßeir steht nnd ohne Bundesgenossenschaft der Inden geivaltig in ihrem Bestände erschüttert iväre, selbst dort mehrt sich der 9lntisemitismus, und nicht etiva nur, was ja natürlich iväre, bei den- Niehtmagyar-en, sondern auch in der magyarischen Gesellschaft. So hat also nicht die jüdischnationale Strömung, sondern die assimilatorische der Judenschaft dieser Monarchie entiveder offene Feinde oder falsche Freunde unserem Volke gebracht. Die von uns vertretene jüdische Vvlkspolitik aber, welche in der national-sozialen Arbeit für das eigene Volk, in der 9techtsachtung uuub Förderung des gleichen 9kechtes aller.' anderen Volksstämme des 9teiches gipfelt, die es als eine Pflicht gegenüber den heimatlosen Brüdern im Osten betrachtet, ihnen eine Heimstätte, eine Scholle Boden zu. verschaffen, tvo sie ihr müdes Haupt hinlegen können, eine solche Politik )vürde es dahin bringen, daß die Schar jener, Ivelche uns als Eindringlinge und Fremdlinge ans unserem vaterländischen Boden betrachten, geivaltig vermindert würde und uns jene erniedrigenden parlamentarischen Anträge der 9ln.tisemit>en erspart blieben. Ivelche gegen die Einlvanderilng der russischen und rumänischen Juden gerichtet sind. Jüdische Volks- Politik isoliert uns also, nicht, sondern schlägt uns eine Brücke zu den arischen Völkern. Grazer Srief. (Orig.-Corrksponden^ dc>8 „Jüd. Volksblatt".) Die Tage des Söngerfestes sind verklungen und es ist nun Nulie über den Oiewässern der stur. sZur die Inden bedeutete dieses sZest allerdings nichts, denn die Scheidung der jüdischen (Gesellschaft bau der arischen ist hier sehr streng dnrchgefiihrt. Olraz zerfällt in zivei Teile; der eine ist der geriuauisch-christliche-bierfröhliche und der ziveite sind die Offiziere, Staatsbeamten und Juden. Das Hauptquartier des ztveitcn Teiles ist das Cafe Thoucthof. Und das Cafe Thonethof beteiligte sich nicht an dem Sängerfeste. Das kann schließlich niemanden ivundernehmen, denn selbst in Oesterreich können Offiziere an groß- und alldeutscheir Demonstrationen nicht gut teilnehmcn — und die Juden ivollten es nicht. Diese gesellschaftliche Isolierung ist bei der Assimilationssucht der Juden sehr ivohltätig; lvährend sonst sicher die Juden hanfentveise zn Sonnivendq feiern und ähnliche» Festen gelaufen tvären (man denke nur att Prag und Brünn), dcukeu sie hier an die Oiründung eines j ü d is ch c n T u r n v e r e i n e s. Sonst haben sich die österreichischen Deutschen Ivieder eiluual in ihrer ganzen Herrlichkeit vor dem Brnder aus dein Reiche — blamiert; dieses chauvinistische Getue konnte bei den selbstbetvußten Reichsdeutschen nur Mitleid erregen. Der alldeutsche Gedanke ivnrde nur immer von den Oesterreichern empor—ge schrien, während die kühleren Brüder immer diese Provokationen als eine Ungeschicklichkeit bezeirhiu'ten. Am erstell Begrüßuugsabend brachte Dr. Graf ein Hoch auf den österreichischen nnd deutschen Kaiser aus; es ivnrde dann frisch an Stelle der Volkshhmne „Deutschland, Deutschland über alles" gesungen, tvährend dann für die Reichsdeutschen „Heil dir im Siegerkranz" ertönte. Wie die Ällten sungeu, so zivitsehern die Jungen; die Jungen, die Studenten, zivitseherten nicht nur so, sondern sie übertrumpfteu die Alten. Mit einem kolossalen Anfivand von Begeisterung und Bier sangen sic immer wieder „Die Wacht aur Rhein" und „Heil dir im Siegerkranz" und dann ivieder „Die Wacht am Rhein". Mein A'aehbar, ein gemütlicher Rheinländer, sagte mir: „Ich kann das u i ch t v e r st e h c n, daß die H e r r e u i in m e r die W a ch t am Rhein singen. Wir halten s ch o n l ä n g st n i ch t m c h r d i e W a ch t a m R h c i n, s o n d e r n a n d e n V o g e s e n und die Herren sollten nt ch t am Rhein die W a ch t halten, sondern an der Dona u." Ich konnte ihn beruhigen, diese Mauldcutschen halten überhaupt keine Wacht, sondern sie singen und trinken nur und schimpfen über die Inferiorität der anderen Nationen, anstatt zu arbeiten. Ich ivill nicht den Brief schließen, ohne auf den köstlichen Ernst hinzuweisen, mit welchem im ganzen deutschen Blätterivald. von den dentschnationalen und liberalen angefangen bis zu den hochweisen sozialpolitischen, die Angelegenheit der M i l i t ä r t a p e l l e n behandelt ivnrde. Das geht doch noch über den berühmten Nachtivächter von Leitomischl. Aul and. mmv Berlolumq. Fräulein Gisela W e i ß b «e r g e iv Tochter des Privatbeamten Herrn Isidor Weißberger in Wien',' hat sich mit Herrn Wilhelm Löwin g er, Gesellschafter der Firma Wohl und Löwinger in Wien, verlobt. Statistisches über das Prager Deutschtum. Die Deutscheniichmen gegenüber den Prager Juden eine zweifache Stellung ein. Einerseits stellen die Radikalen die Prager Jndendeutschen als Krebsschaden an dem Körper der deutschen Nation hin, andererseits cskamoticren sie in der Prager Landstnbe die Juden zugunsten der Deutschen, um für das Deutschtum der Landeshauptstadt die Trommel schlagen zu können. Da sie nicht aus die numerische oder geistige Ileberlegenhcit der Germanen gegenüber den Slaven Hinweisen, so prohcn sie mit der S t e u e r l e i st u n g, wobei die Alldeutschen so unverschämt sind, die Steuerleistung der Inden zn der der Deutschen zu addieren. Wie es aber ivirklich mit dem Prager Deutschtum aussieht, beweist die folgende statistische Aufstellung: Der Nationalität nach waren an den deutschen 0) h m n a s i e n 105 (11 Perzent) Tschechoslaven, 488 (43 Perzent! Deutsche, 420 (42 Perzent) Israeliten und 13 anderer Nationalität. Der Perzcutsatz der Israeliten betrug am Altstädter Gymnasium 62, am Neustädter (Graben) 00, am Neustädter (Stefansgasse) 51, der eigentlichen Deutschen am Altstädter nur 28, am Neustädter (Eiraben) gleichfalls 28, und am Ncustädter (Stefansgasse) nicht ganz 41 Perzent. Nicht besser ist es mit den Real s ch u l e n bestellt. Nach der N'ationalität waren an den deutschen Realschulen 255 (40.4 Perzent) Tschechoslaven, nur 461 (34.0 Perzent) Deutsche und 610 (45.0 Perzent) Israeliten, soivie 0 (0.0 Perzent) anderer diationalität. Die Deutschen zählen an der Realschule in der Nikolausgasse 114 (2'4 Perzent), an der in der Heinrichsgasse 61 (27 Perzent) und in Karolinental 92 (25 Perzent); die Israeliten an der in Karolinental 159 (43.2 Perzent), an der in der Heinrichsgasse 117 (50.5 Perzent) und an der in der Nikolausgnsse sogar 282 (61 Perzent). Die Zahl der Deutschen beträgt an den böhmischen Gymnasien nur 2, der Israeliten 81 (nicht ganz 4 Perent), Lehrrräfte gab es an den deutsche» (Aymnasien 120—82 Proessoren nnd 38 l>lebenlehrcr und Supplenten — an den böhmischen 186—112 Professoren nnd 74 Nebenlehrer und Supplenten. An den deutschen Realschulen waren 95 Lehrkräfte — 52 Professoren, 43 Nebenlehrer und Supvlenten — an den böhmischen 187 Lehrkräfte — 97 Professoren, 90 Nebenlehrer nnd Supplenten. Wie viel von den Lehrkräften Juden sind, darüber schweigt die (beschichte. Ein Plnidoher für das Schächten. Vom Stadttierarzte in Lnudenbnrg, Herrn Oskar O p p e n h e i m, erschien soeben ein die Gefahren des Fleischgenusses nnd ihre Verhütung betreffendes Werk, in ivelchem eine 'volkstümliche Abhandlung zur Belehrung und Warnung des Publikums niedergelegt erscheint, dessen eifriges Studium nnd eingehende Lektüre nicht nur den Fachleuten: Aerzten, Tierärzten, Fleischhackern und Tierhändlern, sondern auch Gastwirten und Hausfrauen wärmstens ans Herz gelegt werden mutz. Stadttierarzt Oppenheim bespricht die Fleischsorten, die Fleischbeschau und die verschiedenen Schlachtmethoden und schildert sodann in leichtfaßlicyer Weise die Kennzeichen des kranken und gesunden Fleisches. Allein auch dem Geflügel, dem Wild, den Fischen, namentlich der Konservierung des Fleisches und seiner Zubereitungsart ivird die erforderliche Aufmerksamkeit zugeiveudet. Herr Oppenheim empfiehlt als unbedingt notivendige Vorsichtsmaßregeln gegen die (Gefahren schlechten Fleischgennsses eine von Tierärzten dnrchgeführte Fleischbeschau, Jnstruierung der Konsumenten ülier die Kennzeichen des gesunden Fleisches, gründliches Durchkochen oder Durchbraten und entsprechende Aufbewahrung. Es wird iveiters großes Geivicht darauf gelegt, auch kleine, im Hause geschlachtete Tiere aus ihren (Gesundheitszustand zu prüfen. Das erivähnte Werk Oppenheims eriveist sich unwillkürlich als eine Streitschrift für das rituelle Schächten, gegen ivelches in neuester Zeit seitens der Antisemiten ein ebenso unsinniger als widerlicher Kampf geführt ivird. Mit dem rituellen Schächten ist bekanntlich auch eine obligatorische Beschau, eine Untersuchung des Tieres verbunden, für welch letztere bis ins kleinste Detail gehende Aniveisungen voti,)andenj sind, deren Beobachtung den Schächter zur Pflicht gemacht ivird. Ein nach jüdischem Ritus geschächieies und unftersuchtes Tier bietet daher volle Gewähr gegen die (Gefahren, die aus dem Konsum schlechten Fleisches erivachsen. Es ergibt sich daraus.

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