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Jüdisches Volksblatt · 1902-07-18 · 29 (18.7.1902) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
29 (18.7.1902)
Date
1902-07-18
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches Voiksblatt 18. Juli 1902 Nr. 29 Dir „fortschrittliche" Politik der Ajfimilanten. (Zum LOjährigrn (>iebenftanc Der Erdrosselung Adolf . ... FischhofÄ.) Daß die politischen Bezeichnungen der verschiedenen Parteien und Fraktionen Oesterreichs ihrem Wesen nach nur zun: g e r i n g st e n Teile entsprechen, daß denselben chr Programm nichts, die Wahrung und Erweiterung ihres politischen Besitzstandes alles ist, kann bei jeder einzelnen an konkreten Beispielen täglich gezeigt werden. Am grellsten tritt dies bei jenen Fraktionen hervor, welche im aiiimilatüL'iid^^juticnUk'valcn" Jargon als „f ortschrittli ch" und „freisinnig" bezeichnet werden. In einein „Die Landtags w a h l e n " betitelten Leitartikel hat die „Neue Freie Presse" 6 Gruppen — 1. den verfassungstreuen Großgrundbesitz, 2. die deutsche Fortschrittspartei, 8. d i e d e il t s ch e Volk s Partei, 4. b i e A l l d e u t s ch e n (!) , 5. die Sozialpolitiker, 0. die Eozialdeinokraten — als „freisinnig" und fortschrittli.ch bezeichnet,^dieselben zum eng st e n B ü n d n i s gegen die Christlich-Sozialen aufgefordert, ja sogar es als V e r - breche n stigmatisiert, wenn durch „Fraktionseifersüchteleien" ein Mandat an die Christlich-Sozialen verloren ginge, respektive von denselben behauptet werden könnte. Dieser Leitartikel, welcher die Anschauungen der deutsch-fortschrittlichen Partei ebenso wie das „fortschrittliche" Glaubensbekenntnis der a s s i m i l a t o r i s ch e n indischen Führer enthält, verdient niedriger gehängt zu werden, damit die gesamten Jude n O e st e r r e i ch s erkennen, wie unter dem Deckmantel des „Freisinnes" und des „Fortschrittes" sie immer mehr dem radikalsten deutsch-nationalen — R a f s e n a n t i s e m i t i s m u s ausgeliefert werden. Der „Freisinn" und der „Fortschritt" der Assimilanten, welcher bisher im „Judenliberalismus" gipfelte und entzückt war, daß man jüdisches Geld und jüdische Stimrgen in g e m i s ch i fp r a ch i g e n Gegenden gegen die s l a v i s ch e B e v ö l k e r u n> g akzeptierte und die Juden als „Deutschfreundliche israelitischer ^Religion" gnädigst anerkannte, Pa kliert nun bereits offen mit Schöne r e r, W o l fKaiser und Genossen gegen — Lueger. Also nicht nur der schäbige „Juden"liberalismus, sondern auch der dcutsch-volklichc und alldeutsche, sowie ostdeutsche Rassenantisemitismus gehören bereits zum eisernen Bestandteil dieser „fortschrittlichen" Politik in Oesterreich! ■ Ja, wessen Werk aberist es, daß die Parole heute lautet: „ H ü b e it L u e g e r , d r ü b e n S ch ö n e r c r, Wolf, Kaiser usw.? Wer hat die christlich-soziale und nationale Bcwegrmg, den wirtschaftlichen und N a s s ena n t i s e m i t i s m u s in Oesterreich großgezogen und gezüchtet, wer nährt ihn systematisch? Niemand anderer als die sogenannten „deutsch-fortschrittlichen" Politiker, sowie die bornierte Nationalitäten- und Wirtschaftspolitik der assimilatorischen jüdischen Führer lind der angeblichen „fortschrittlichen" Judenpresse, die als Nopräsentanten des jüdischen Volkes gelten, aber nichts an¬ " de res als die ä r g st e n Verräter an den Lebe n s intere s s c n d e s j ü d i s ch e n V o l k e s sind. Gerade in. diesen Tagen, anläßlich des 16. Jllli, des 20jährigen Gedenktages an das Verbrechen gegen A d o l f F i s ch Hof, müssen diese Politiker und ihre Preßkofaken mit Donnerstimme erinnert lverden a ll d e tt it n aus - l ö s ch l i ch cn F revel, d e n sie b e g a n g e n h a - b e rt a nt j it d i s ch e n V olke, a n G e s a m t ö st e r - r e i ch , and e m lv i r k l i ch cn Freisi n n ll n d Fortschritt, die sie st e t s im Munde f ü h - r c n , a b e r s ch o n d a m a l s p r o st i t u i e r t D n , a l s sie a nt 1 6. Juli de s I a h r e s 1 8 8 2 i m M tl s i k v e r c i n s s a a l e nt i t Die it st m ä n it e r n hie von A dolf Fis ch h o f und R o b e r t Walter s k i r ch e it g e p l a n t e k o n st ituier e w d q V e r s a nt nt l u n g einer ö st e r r c i ch i s ch e n V o l k s P a r t e t sprengten! Z w a n z i g I a h re s i tt d c s n u tt her, sei t diese „ f o r t s ch r i t t l i ch e it " Politiker mit d e r „ N e it o n Frei e n P r e s s e " lind den Scheinliberalen uitd den „deutschnationalen" Juden aus „Tarnopol lind Walachisch-Mescritsch" an der Spitze A dolf F i s ch Hof „Verrat am Deutschtum" entgegenheulteu und Hand in Hand mit ben S ch öneriane r lt die Bildung einer wahrhaft fortschrittlicheit völkerversöhnendett ö st e r r e i ch i s ch e n V ö l k e r p arte i — zu deren Vorkämpfern auch Dr. Lueger d a m a l s gehörte ^— verhinderten. Diese bornierte Politik der „Liberalen" und Deutschnationalen hat Lueger dadlirch den Weg zur Macht gebahnt und die Bildung einer christlich-sozialen. Partei ermöglicht, indem sie Adolf Fischhofs Programm der Völkerversöhmmg der österreichischen Nationalitäten auf Grundlage der Völkkrfrcihcit mit Spott und Hohn, durch Skandale und Tumulte verhinderte. Diese Politiker nun, die Oesterreichs Volker int allgemeinen und die österreichischen Inden im besonderen zwanzig l a n g e I a h r e dtirch die W ü st e d e r N a t i o n a l i k ä t e n h c tz c it it d des A n t i s emitismus f ü h r t e tt, fordern neuerlich anläßlich der Landtagswahlen jüdisches G e l d tt n d j ü d i s ch e S t i m m e n zum Kampfe gegen das christlich-soziale Regime im Wiener Gemeinderate und niederösterreichischen Landtage, das sie selbst herbeigeführt und das sie dlirch ihre politische Unfähigkeit stützen. Für lange 'Zeit hinaus werden diese Fortschrlittsmänner mit ihrer Wurstkesselpartei (aus verfassungstreuen Großgrundbesitzern, Sozialpolitikern, Sozialdemokraten, deutschen Fo rt sch r i t tsp a rt es lern,. Volksparteilern und Allideutfchen) Lueger entweder» überhaupt nicht stürzen oder höchstens .durch ein a n d e, r es ä tt t i s e m itis ch e s Regime oeutschnationaler Färbung zu ersetzen imstande sein. Darüber mögen sich, die. Juden Oesterreichs keiner. können. Der Sabbat — wie er sich im Judentum historischherausgebildet hat — zeigt wenig Verwandtschaft mit den babylonischen Buß' und Unglückstagen. Dagegen möchte ich nicht ohne weiters negieren, daß sich der Sabbat aus einem vielleicht ursemitisch-heidnischen Weiheu nd Bußtage entivickelte. Residua ließen sich etwa noch in den biblischen Schriften entdecken. Zu Exod. XXXV. 3. „Nicht sollt ihr Feuer anzünden in euren Niederlassungen am Sabbat", vergleiche die Stelle in der babylonischen Hemerologie „der Hirt der Menschen (— König) soll kein in Feuer gebratenes Fleisch.essen". Das so strenge Arbeitsverbot geht vielleicht aus die — bei den Babyloniern vertretene — Ansicht zurück, daß Geschäfte an solchen Unglückstagen nicht gedeihen können. Gerade das als Gegeninstanz angeführte Zitat aus Jes. 58,13f. zeigt — sozusagen subkutan — manche Berührung mit der alten Auffassung: „so daß du nicht deinem Tagewerke nachgehst, deine Geschäfte vornimmst ->a-n rnn"; hierzu i. a. „Keinen Wagen besteigen, königlich nicht reden . . . der Arzt einem Kranken die Hand nicht auflegen" (vgl. die im Talmud behandelte Frage, ob man am Sabbat heilen dürfe, s. noch Eo. Marci 01., 2 s.) Es ist begreiflich, daß gerade die in Babylon lebenden Propheten den Gegensatz zwischen dem jüdischen Sabbat und den babylonischen Festen recht scharf beleuchteten, vgl. besonders Ezech. 5t. XX., aber hierdurch j wird nicht eine gemeinsame Wurzel ausgeschlossen. Interessant ist,: daß unser Sabbat den alten römischen Schriftstellern als Fasttag! galt,' ob sie ihn mit den Versöhnungstag verwechselten, der auch Sabbat hieß, oder ob sie sich durch das N i ch t k o ch en zu ihrer Meinung verleiten ließen, bleibe dahingestellt (Vergleiche M. j Justinus, XxXVl, JL Ich. Auch Juvenal spottet in seiner! bekannten Satire über das melancholisch-beschauliche Sabbatwesen, j Wir wiederholen: Das geschichtliche Judenturn faßt den Sabbat' als Ruheurid Freudentag auf: wie es in jüdisch-prähistorischer Zeit ausgesehen hat, können wir uicht bestimmen. Schließlich noch eine philologische Bemerkung: äabaiu bedeutet im Assyrischen (vergleiche Delitzsch, Wörterbuch, 639) nicht nur feiern, sondern auch fertig sein, synonym: ga-ma-ru. Würde diese Bedeutung nicht gut zu Gen. II. 2: „Und Gott vollendete am siebenten Tag fein Werk" passen? 0. Der zweite Gegenstand, dem Barth seine Aufmerksmkeit zuwendet, ist der Gottesname, das Tetragramntaton. Nach dem Vorgänge anderer hat auch Delitzsch in der erwähnten Abhandlung die Vermutung ausgesprochen, daß JHWH nicht ausschlreßlich jüdisch, vielmehr auch bei den Kananäern heimisch sei. Er verweist auf die Inschriften aus der Zeit König Hammurabi's (2200 v. Eh.) —der angeblich einem kananäischen Geschlechts angehört — auf denen r Ja-a-me-ilu zu lesen sei. Da im Assyrischen das Zeichen für m zugleich für w gilt, könne es interpretiert werden als: „Jaawe ist Gott." Barth, wie andere vor ihm, so Kittel I und Hilprecht, haben im Grunde leichtes Spiel mit dieser l Hypothese. Sie können einfach die Unsicherheit der Lesung und ' die verschiedenen Transskriplionsmöglichkeiten ins Treffen führen. 1 Barth selbst möchte „CSJott gibt Leben" vorschlagen. Zu den von ihm erwähnten Namen wäre noch das — allerdings un- Tänschung hittgeben: Wenn es wirklich gelingt, das christlich-soziale Repime zum Falle zu bringen — seine Erbschaft würden ja nur die Deutschnationalen, vor allein die „Deutsche Volk s Partei ", antreten, die ans einem ausgesprochen ant i s e m i t i s ch e it Programme fußt und nach dem Aussprtkche eines „fo-rtschriitlicheit" Parteiführers aus Gründen der „ B o l k s t ü nt lichfeit" des Antisemitismus nicht ent b e h r e n kann. sichere — „Baal flat vitairM (CIS phön. (ÜC, Lidzbarski s. v.) zu stellen. Barth hätte jedoch gut daran getan, auch, andere Beweise zu besprechen, welche die Verfechter der von ihm bekämpften Theorie anführen. Er erwähnt wohl den König von Hamath, der Jaubi'di und auch Jlubi'di heißt und woraus auf Jan On, das aus entstanden ist, vgl. Encyclopaeilia biblica III s. v. narn’es nol. 330) als nomen div. bei den Syrern geschlossen wird. — Einige (s. „Altorientalische For- ‘ schungen" I. S. 16) glauben aber noch einen König von Jaudi (Syrien, bekannt aus den Sendschirli Jnschristen)' mit Namen Azriyau-i,-i'-,^' („Jahn hat geholfen")') konstatieren zil können.— W. M. Müller („Asien lind Europa" S 313) sieht auf egyptischenListen kananüische Ortsnamen, die ein ,-,p Element haben, unter anderen ein b.,s etwa ,einem si'T entsprechen würde. Freilich ist alles höchst problematisch, aber - behufs endgiltiger ''Abrechnung —; hätte unser Verfasser ähnliche Erscheinungen nicht übergehen1 dürfen. Gewiß muß inan seiner Konklusion zustimmen : „Wenn das , den Tatsachen entsprechen ivürde ... so würde es recht ivenig zu' bedeuten haben. Denn nicht auf den Namen, sondern auf die, Vorstellung, die man mit ihm verband . . . konnnt es allein au." > Aber da die Bibel nun eimnal JHWH in einen Gegensatz zu! den fremden Gottheiten stellt, iväre es von Wert und Interesse,; unser Urheberrecht—sit vrtia vorbo — einfür allenial festzustellen. 4luch Delitzsch und Genossen behaupteic nur, es sei J.HWJ den übrigen 5kananäern ein Idol neben zwanzig anderen gewesen, während er den Juden ihr Eiils und Alles wurde; aber selbst dies würde zu den bliblischen Berichte» nicht stinnnen, rvie ja Barth überzeugend ausführt. Welchen Attacken unsere Traditon gerade hierin ausgesetzt ist, möge folgendes beweisen: Dev Egyptologe Spiegelberg hat vor nicht langer Zeit die Geschmacklosigkeit gehabt — ich bedaure diesen Ausdruck einem namhaften Gelehrten gegenüber anivenden zu »nüssen — das Tetragrammaton aus den egyptischen i'mt — Vieh abzuleiten. Auf das philologisch und sachlich Unhaltbare dieser Annahme haben unter anderen Stade(ZATW. Bd. XX.) D. £>. Müller (WZKM. B. XIV., S. 173) hingewiesen. Halövy (Ruvue sotriiliquo, avr. 190SJ p. 186) betont, daß nin; nicht kananäischen Ursprunges sein könne, weil bei den 5kanaiiäern statt des hebräischen nn nur ps vorkommt. Delitzsch („Wo lag das Paradies", S. 163), hat diesen Umstand bereits betont und daraus aus die babylonische Quelle geschlossen Es ist demnach begreiflich, daß eine klare, bestimmte Aeußerung über diese Frage sehr erwünscht wäre. III. Der dritte Abschnitt beschäftigt sich mit der Erzählung von der Weltschöpfung. Das im Jahre 1872 von dem Engländer Smith aufgefundene, fragmentarische Weltschöpfungsepos der Babylonier, erscheint vielen Assyriologen und auch einigen Theologen als Basis des jüdischen Berichtes in der Genesis. Freilich geben sie zu, daß die babylonische Sage erheblich umgearbeitet und vor allem der Götterkampf, der der Schöpfung aus dem Chaos voranging, eliminiert wurde. Barth sucht die mannigfachen, zum Teile prinzipiellen Unterschiede zu beleuchten, die zwischen beiden Erzählungen bestehen und wird »nan mit ihm viele Konsequenzen, die der originelle, aber etwas originalitätssüchtige Die Deuisehe Fortschrittspartei aber, die Erbin des Alt-Liberalismus — übrigens auch bereits vom Antiisemitistnns angekränkelt — ist so enge verquickt mit den Volksparteilern, Ost- und Alldentsehen und bereits derart unpopulär gelvorden, daß sie nur im Wettlaufen um die Palme des n a t i o n a l e n C h a n v i n i s m u s ihre Mandate noch behaupten zu können glaubt, aber keineswegs mehr imstande ist, das christlich-soziale Programm aus den Angeln ztt heben. Und die S o z i a l p o l i t i k e x? Haben sie denn überhaupt einen Anhang? Sie sind verschämte Liberale oder Sozialdemokraten — darunter 90 Prozent I it den, die deuts ch n a t i on a l schillern zu müssen glauben, wahrscheinlich weil sie —> Sozialpolitiker sind!; Von den sogenannten fortschrittlichen Gruppen bleiben somit nur, wenn man von den sattsam charakterisierten A l l d e it t s ch e n absieht, nach der „Neuen Freien Presse" der verfassnngstrene Großgrundbesitz und die — Sozialdemokraten übrig. Eine Zusantmenstellnng, die jedem halbwegs znrechnnngsfähigen Menschen die beispiellose Verlotterung und Verworrenheit des österreichischen Parteiwesens, richtiger Patte! u n Wesens charakterisiert. Die G r o> ß g r n n d b e s i tz e r sind in erster Linie eine Interessenvertretung i h r e r K l a s s e, die Soziald e m okrate tt marxistischer Observanz sollen ebenso nur die Vevtretmtig der „klassenbewußten Arbeiter" sein, und doch figurieren beide in der „Neuen Freien Presse" als fortschrittliche, freisinnige Fraktionen nebeneinander, trotzdem die einen vor alle m die politischen und wirtschaftlichen Privilegien ihres Standes besonders im Punkte des W a b t r e ch ti e s erhalten wollen, während die Sozialdemokraten auf Grund ihres Programmes vor allem das a l l g e nt e ine g l e ich e, direkte Wahlr e ch t als oberste Forderung proklamieren. — Wie ist das zu verstehen? Nun, die Sozialdemokratie, wie sie sich unter marxistischer Führung in Oesterreich präsentiert, ist eben k e i tt e sw e g s wie in a ni deren St a a t c n eine vorwiegend für die Arbeiterschaft wirkende Vettretnng ihrer sozial w i r t s ch a f t l i ch e n Jnteressen, sondern ein Anhängsel der „antiklerikalen" und „freisinnigen" Kliguen geworden. : . Wie es mit dem ' Jnternationalistnns vereinbar ist, mit den alldeutschen und deutschvolklichen Chau-- . vinisteui zu kooperieren, ist uns ebenso tinverständlich wie eine s o z i a l i st i s ch e Pol t t i k , die ein Bündnis mit den „k a p i t a l i st i sch - l i.b e r a l e n" Ausbeutern bei den Landtagswahlen eingeht..—-.Aber wenn die öfter-' reichische Arbpiterschaft e i n e s-o l ch e. sozialistische Politik akzeptiert, fo ist das ihre Sache, wenn man aber von' christlich-sozialer Seite immer diefe^ seltsame Koalition , der ' heterogensten Fraktionen als von. j ü d i. s ch e m Interesse diktiert hinstellt, s ö der w a h r e n w i r n m s a u f das e n t s ch i e d e n ft e d a g e g c n. — Mögen die Großiuden, die Asnmilanten sich mit diesen Fraktionett ideitttfiziereu: das j'i’t b t s ch e Volk n i nt m e r nt e h r! Fußend auf dein Boden der n a i i o. n a l c n A t> t o - n o m i e, kann es keine Partei unterstützen, welche nicht sein unbedingtes gleiches nationale s u n d so z i al e s 9t e ch t 's o w i e d a s aller ü b r i g c n V ö I k e rtanutratgiptfnTiui' ~ m rr~tr,T*'*>n*rMpruwri i w *** Gunkel in seinem lehrreichen „Schöpfung und Ehaos" zieht, ub lehnen können. Ob ober Barth nicht gelegentlich in den entgegengesetzten Fehler verfällt, tatsächlich vorhandene Aehnlichkeüen zu unterschätzen, ist eine andere Frage. Auch der vorsichtige päpstliche Hausprälat Kaulen gibt in seinem „Assyrien und Babylonien" (5. Ausl. >899, S.. 192) viele Berührungspunkte zu, meint jedoch, daß der biblische Bericht der ursprüngliche sei, der erst in Babylon dem heidnischen Denken sich anpaßte. Wir können ruhig beharrpten, daß in Gen. I. nur ganz unwesentliche, sehr verwischte Spuren babylonischer Kosmogonie gefunden weroen dürfleu, dagegen möchte ich den Einfluß des alten Mythos (ob babylonisch oder genreinsemitisch, lasse ich dahittgeftellt), aus geivisse Partien und Phrasen der heiligen Schriften, nicht in dtbrede stellen. Den Grundstock der babylonischen Sage bildet der.Kampf des Gottes Marduk mit Tiamat, b< nt Prinzip des Bösen mnn Meer, Ozean), das auch als Drache geschildert wird. Spuren dieses Mythos erblicken manche Eregeten (neben Gunkel besonders Duhm) in biblischen Stellen, an denen vom Aieerungeheuer (Nahab, Leviathan, Tannin) rrnd dem Siege Gottes über dasselbe gehandelt wird. Für das Buch Job gibt auch Barth die Mögtichkeil solcher Beeinflussung zu — behauptet uu übrigen, daß bei den Propheten und in den Psalmen das Meerungetüm lediglich Egypten bezeichne, das 87, 4 direkt Rahab fleucuuit wird. Ich bcufc, wem wird Uicut() nicht rücf()ciltlütj flu* stimmen können, wenn er >174,13, 14 auf Mizraün deutet. Vers 13, „Du hast Leviathans Häupter zerschlagen, gabst ihn zum Fraß der Schar der Wüstenmeusche»". (vergl. meine Bemerkung ut dem demnächst erscheinenden Heft der,,Is'vua de» ötudea juivo»"),kann ohne Zwang nicht als Schilderung des Unterganges eines Volkes erklärt werden, zumal die Stelle von der Größe Gottes \\\ der Natur und seiner machtvollen Schöpfung erzählt. Auch '1 89, 10 f. zeigt einen gleicheil Zusammenhang — Herrlichkeit Gottes m der Kreatur — und demnach möchte man V. 11 „du hast Nahab vernichtet, mit deinem starken Arm den Feind zerstreut"') cbeufalls auf den 5kanipf des rebellischen Meeres — des Titanen der Semiten — gegen den Herrn beziehen. Freilich läge gerade diesem Psalm eine Hindeulung auf Egypten ziemlich nahe, denn möglicherweise handelt es sich hier (>vie ich in meinem Psalterkommentare ausführe) um ein Gedicht, daß in seiner zweiten Hälfte den Heldentod König Jomjahus im Kampfe gegen Mizraun zum Gegenstand hat. Die Berührungen der babyl. Sage nnt Prov. 8, 22 f. hätte B. schließlich erwähnen können (vgl. besonders zur Phraseologie die zweite Schöpfungsrezension, Zimmern bei Gunkel 1. @.419). Eswäreauch zu untersuchen, wie wert sich noch in der späteren Gnosis Aenßernngen dieser Ideen Nachweisen ließen. Mit Ätnchdruck hebt unser Autor hervor, daß sich keiner der bezeichnenden, bab. Termini im biblischen Berichte findet, und daß umgekehrt kein charakteristischer, hebräischer Ausdruck uu Babylonischen erscheint, öiun kommt wohl auf der zweiten Nezensiou der Tiainat-Sage.ein Wort vor, das rebbü ( — am) gelesen werden könnte (vgl. Zinlmern 1. c., S. 418, Anm., doch ist die Lesung unsicher. B. deutet an (S. 3>), Anm. 1), daß am auf einen egyp- VJPiPhnS nitlmpfmi flSmifp. Rur Not läßt sich das Wort

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