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Jüdisches Volksblatt · 1902-06-27 · 26 (27.6.1902) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
26 (27.6.1902)
Date
1902-06-27
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2G Freitag Jüdisches Volksblatt 27. Juni 1902 Seite 3 Es dürfte daher nicht unwichtig sein, vor Besprechung einiger Gcnosscnschaftsformen, die mit der angeregten Frage in gewissem Zusammenhänge stehen, festzustellcn, Ivelche Hauptbedingnngen nötig sind» um das Vestehell und Fortkomlnen einer Gellossenschaft überhaupt zu ermöglichen. Als erster Mld oberster Grundsatz einer Genossenschaft, wenn sie Aussicht ans Erfolg haben soll, ist die Zusammengc Hörigkeit der Mitglieder untereinander zu bezeichnen. Wie beim Bau eines jeden größeren Gebäudes, muß auch hier das F<lndamcnt ein festgefügtes sciil. ITtib wie etwa beim Vau eines Palastes nicht lllir Marmor allein verwendet wird, sondern unter anderer» auch Steine, Ziegel, ja sogar Sand, der sich mit dein ullbcrwüstbaren Marmor ja gar nicht vergleichen läßt, so ist's auch mit den Mitgliederir in der Geilossenschaft. Auch das Geringfügigste kann dem Zwecke förderlich sein» wenn auch in untergeordneter Positioil. Der Kitt, der eine Genossenschaft fest zusammenhält, ist die Eiiligkcit. Wo diese vorhailden, ivo die Gellossenschafter bei Vermeiduirg persönlicher Motive oder soilstiger egoistischer Anwandlungen illlr das borgestecktc Ziel vor Augen haben, ivo eildlich alle Mitglieder von dem Gedailken beseelt silld, zu dem Gcliilgcn des Gailzeil beizutragen, da wird sich mit der Zeit ein idealer Zug herärisbilden, der die Gellossenschaft zu einer Art großer Familie lvird Iverdeil lassen. Hat sich aber das Gefühl der Zusammengehörigkeit einmal gefunden — und das sollte doch bei uns Juden mit Rücksicht auf die bestehenden Verhältriisse llicht zu den tlmnöglichkeiten gehöreil — dann wird auch ein etwa eintretenrdcr kritischer Momünt leicht zu überwinden sein. Eine Genossenschaft, die cs ilicht llur dem Namen ilach ist, sonderll wo der Grundsatz besteht: „Eiiler für alle, alle für einen," eine solche wahre Gellossenschaft lvird auch jederu Sturme Trotz bieten können. Das jüdische Proletariat md die ckdeiter Zeitung". Die „Arbeiter-Zeitung" schreibt: „Abgeordneter Buzath (Volkspartei) motiviert im ungarischen Parlameilte feine dringliche Interpellation wegeil der jüdischen Einwanderung. Er verweist arif die große Velvegling, die die dllrch die , Verfolgungen in Rumänien und Rußland zur Auswailderung .gezwungenen Juden nach Ungarn führt. Diese ungebildete >r, moralisch u n d t ü r p e r l i ch h e r a b g e k o mmenen Proletarier bedeuten für Ungarn eine große Gefahr, auf welche er, ohne in dieser Frage antisemitische Tendenzeil 31t verfolgen, umsomehr die Allfrilcrksamkeit der Regierung und der Legislative lenkt, da nach den Berichten der Zeitungen in nächster Zukunft wieder große S ch lv ä r m e nach Ungarn 31t kommen beabsichtigen. Er fragt den Ministerpräsidenten, was er gegen das massenhafte Eindringen rumänischer und galizischer Juden zu tnil gedenke und Ivarurn er nicht den schv.il in der Thronrede ailgekülldigten Gesetzentwurf über die Einwailderung einreiche. Ministerpräsident Szell beantwortet diese Interpellation sofort. Er verweist auf die Einivanderungsbcwegung im Jahre 1900, als infolge des rumänischen Gcwerbegesetzes massenhaft rumänische Judeil ihr Laild verließen u>ld die ungarische Grenze überschreiteil wollten. Er habe damals die Gefahr dieser Einwanderung erknmlt und die Behörden angewiesen, diese mir allen Machtmitteln zu verhindern; da jedoch die rumänische,! Behörden die zurückgewiescnen Juden lvieder znrückdräligten, entstand eine nnnivgliche Lage, der er durch sofortige Verhandlungeil mit der rumänischen Regierung eii^ Ende bereitete. Diese verpflichtete sich, de>l rumänischen Juden, die an der ungarischen Grenze zurückgelviesen werde», d i e R ü ck t e h r ins L a n d n i ch t zu v e rrvehren. Gleichzeitig erließ der Ministerpräsident eine Verordnilng an die Behörden, in der die Einlvanderung rumänischer Inden provisorisch geregelt lvnrde. Nach dieser Verordnung dürfen nur jene Juden ans Rumänien die Grenze passieren, die e i n e » r e g e l m ä ß.ig e n R e i s e p a ß nach einem ausländischen Bestimmungsort besitzen und ein;)t e i s eg e l d von 100 Kronen (Kinder unter zehn Jahren 200 Kronen) a u f!v e i s e n k ö n n e n oder einen zur Reise ins Ausland lautenden Fahrschein eines Transportunternehmers oder einer Verkehrsgesellschaft in Händen haben. Diese Durchzügler werden i ,i b e w a ch t e n W a g g 0 n s durch das Land transporriert n>id dürfen ohne Erlanbllis die Reiseroute iveder unterbrechen noch abändern. Der Ministerpräsident erklärt, er habe ans die Nachricht von neuerlichen Einwanderlingen dies e V e r 0 r d n ii n g e r n e u e r t niid die Behörden z u r st ritt e il D n r ch f ü h r u n g .angewiesen. Er sei streng verfahren, er wolle a b e r n i ch t b r n tat sei n und bezlvecke bloß die Verhinderung eines unberufenen Zuzuges schädlicher Elenlente. Abgeordneter Pichler (dazwischenrufend): Mail muß die rnnlä'.lische Regierung z >v i n g e >l, die Berliner Konvention einznhalten. (Pichler, der trotz der Ermahnungen des Präsidenten die Zwischenrufe fortsetzt, lvird zur Ordnung gerufen.) Ministerpräsident Szell (fortfahrend) sagt, er könne nicht zugeben, daß der Angelegenheit eine a n r i | e in i t i f d) e Färbung gegeben lverde, da dies eine rein soziale Frage sei, deren Lösung in dem vom Redner beabsichtigten Sinne a n ch von d e »1 n n g a r i s ch e n I u d e » t u m g e b i l - l i g t >v e r d e. llebrigens sei das Einlvanderungsgesetz im Eunvnrfe fertig und lverde demnächst dem Hause vorgelegt iverden. ‘ Die Antlvort lvird von» Interpellanten und vom Hanse zur Kenntnis genommen." Wir haben diese Nachricht genau in demselben Druck gebracht, lvie die „A r b e i t e r - Z, e i t u » g", denn sie bildet ein nenerliches Dokument ihrer Gesinnungslumperei. Die Redaktion hüllt sich nämlich inbezng auf die ruinänische Judenfrage in ein nndnrchdringliches Stillfchiveigen, im Gegensätze zum „Vorwärts", gleich als ob sie der Direktive gehorchen müßte: „'Reden ist Silber, Schlveigen ist Gold." Man ist also angeiviesen, gleich Hieroglyphen d,e Meinung der „A.-Z." aus der Art des Druckes zu enträtseln. Die hochweise „Arbeiter-Zeitung" ineint also, man könne, ohne Autiselllit zil sein, geigen die Einlvanderung von ungebildeten Proletariern anftreten. Wir lassen dies dahingestellt; 'jedenfalls behaupten wir aber, die „A.-Z." dürfe nicht gegen die Einwanderung von Proletariern Stellung nehnien, o h 11 e gegen die Ungerechtigkeiten der rumänischen Negierung zu protestieren, die diese Proletarier zur Auswanderung zlvingt. ' Das hat die '„A.-Z." getan; diese Gesiilllungslumperei müssen wir annagel». Tausende von Proletariern verkonunen körperlich, weil man sie aushungert, geistig, weil man sie von den Schulen ausschließt und die „A.-Z." hat nichts anderes zu tun, als die Anttagell ihrer Gegner zu lvieder- Opposition in rein sachlicher Form dem Herrn M 0 e s s e n die unattgenehmsten Wahrheiten an den Kopf geworfen hat. Wir werden noch auf diese Angelegenheit znrückkommen. Heiter auch in ernster Zeit. Der „Lokale" der „Ostd. Rundschau" scheint am 20. Brachuloild zliviel des schäumenden Gerstensaftes getruukell zu haben uild in dem erstell Stadinm der alkohoUschen Begeisterung die Notiz verfasst zu haben, die den vielversprechenden Titel trägt: „Der Anfang vom Ende." Wir lvollen ste zuerst wörtlich zitieren: „Der Anfang vom Ende. Im Zeichen eillcs gewaltigen Wetternmschlnges, als dessen Ursache vielfach aus dem Rahmen der Gelehrtenrepublik die. westindischen Vulkanlatastrophen angegeberr lvcrdell, schreitet das schaffeilde Jahr seineui Höhepunkte, dem Sonnwendtage, entgegen, bald wieder geht es abwärts der Reife zu! Wenil and) der Wrtterninstilrz nlauchen 3ieiz zerstört hat, der sonst die wunderbaren Junitage vergoldet und jene iroch wunderbareren Jllninächte, die so lieblich silld, lvie der Dichter von „Dreizehlltindeil" siilgt, so erschließt sich dennoch r» mancher somllgen Stunde der ganze Neichknm des sommerlichen Marchenzauberv. eill dell Gärtell entzückt die volle Farbeilpracht. Das schmetternde Rot der Feueclilien, das prunkende Kolorit der Löwenmaules tu deren tiefen R a ch e n s i ch k e i n e B i e new a g t. das prächtige Violblau der kapriziös geformten Schwertlilien —- welch eiil berückender Reichtum von Farbeilreizeil uild -zarvenpracht und lvclch eine Harmonie der Farbenmischung offenbart sich uns t« diesen Soinmerkiildern. Die Herrlichkeit der Ddese sinkt zlvar scholl lvieder vom Schnitt der Sense; aber bereits schleszen. tu wuchernder Kraft frische Blumen empor: der, wundervolle wertze Klee, der Schlüsselklee uild die Skabiose. Die wilde Hecke kam noch immer ilicht aus dem Blühen heraus und, jetzt hat sie fick) geschmückt mit ihrer allerschöilsteil Zier: dein wernduftend eit H eckenröslei n. Der Hollnnder blüht noch; die Gewblattarten blühen und der holde Strauch Jelängerjelieberl Und die brennende Liebe blüht, in dpn Gürten und in den Herzen I Der Wald verjüngt sich durch f r i.s ch e I 0 h a n n l s t r r e b e. lieblichen Wellen belvcgt der leichte Wmd das Aehrengeftlde. O e r Whizen fängt a n z u b l üh e n. Und e rn trüb es' E m p s i n d e n b e s ch l e i ch t das Gemüt. W e n ir der holen. Die rumänischen Inden sind allerdings ilicht in der glücklichen Lage die Panschalien der Donan-Dampfschiffahrts-Gesellschaft und der Südbahn ansteilen zil können; denn nur diesem glücklichen Umstande verdankt es der österreichische Proletarier, daß er aufatmend erfährt, wann die Schiffe zu den Wettrennen in der Freudenau abgehen oder wann der neueste Schnellzug nach Abbazia geht. Die rumäuischeil Juden sind auch nicht in der glücklichen Lage, der rnmänischcn Regiernng, die einen Fonds von einer Million zur Bestechung der ausländischen Presse hat. Die jüdischen Proletarier leiden; die „A.-Z." schlvcigt ihre Qualen todt. Solche Tatsachen schreien znm Himmel. Doch ich täusche mich, sie schweigt sie^nicht todt. Nein, fic bringt d i e 0 f f i c i ü s e n B e s ch tv i ch ft gungsdepes ch e n der r u m ä n i s ch e n Regierungsblätter. In rührender Eintracht brachte letzten Sonntag die gesamte antisemitische Presse Arni in Arm mit Dr. Victor Adler, folgende Depesche: „Die Inden im rnmänsichen Heere. Bukarest, 21. Juni. Die Agence Roumaine meldet: Das offiziöse Blatt „Vointza Nationala" veröffentlicht gegenüber den Unrichtigkeiten und Uebertrcibungen einer französischen Broschüre, in der behauptet wird, daß die Zahl der in der r u m ä n i s ch e u A rmee dienenden Jude u 25 000 betrage und diese 50 P e r z e n t des gesamten Kontingents bildeten, offizielle Ziffern, aus denen hervorgeht, daß nur 2939 Jude n in der Armee dienen und diese Zahl kaum viereinhalb Perzent des Truppenkontingents ausmacht. " Man denke und staune! Bernhard Lazare hat über die Lage der rumänischen Juden eine Broschüre herausgegeben. Dr. Adler ignoriert diese Broschüre, obwohl Lazare Sozialist und ein Freund Janres ist. Aber ein antisemitisches Regierungsorgan, das Sprachrohr Stonrdzas, des Anstifters der Jndenverfolgungen, dementiert irgend eine Zahl in der Broschüre, die mit dem Kerne der Lazare'schcn Beschuldigungen nichts zu tun hat. (Denn erstens sollten die Sozialisten aus, eigenen Erfahrungen wissen, lvie gefügig die Statistik in den Händen einer übelwollenden Negierung ist und zlveitens verschlügt es im Grunde nichts, ob die Regiernng dreitausend oder 25 000 zum Militärdienste preßt, sie während 'des Dienstes prinzipiell nicht avancieren läßt, ihnen jedes * r ■; “ r ' ba & e q i » n t der Anfang vom Freiwittigenrecht aberkennt, um sie nach Ableistung des Dienstes F^z c n Dlnijt, öiuui mgunu - J znm Teufel zu jagen.) Aber flugs ist Dr. Adler da und fällt den LnDC 1 , , . . oft-Snu+Wion'" m jüdischen Proletariern in den Rücken. Ist das nicht eine beispiellose ^Kl wurde, iln^argon der „Os s) 3 Liebedienerei gegen die rumänische Negierung und ein beispiclsprechen, der Phantasie _ bc~> östliches Schmocke 3 U ) 0 ' loser Haß gegen die jüdischen Proletarier? Und wenn es das nicht reichen. „Em Wetternmschlag, al» dosten Ursmhc arw de p ist was bewegt eigentlich dw „A.-Z." zu ihrer schmählichen men (fiel) der GelehrtenrepubM die wechndüchen Bulkankata- .Haltung^ strophen angegeben werderi, das prunkende Kolorit der Lowen- Würdig reiht sich der Haltung der „A.-Z." den rumänischen mäuler, in deren tiefen Rachen l?) ßch keine Biene wagft dw Proletariern gegenüber ihre Haltung der jüdischen Arbeiterbeweweinduftenden (I) Heckenrovlern dav )md de M gung in Rußland gegenüber an. Während die rcichsdeutsche sobefürchten lassen,, daß die „Blatter für oftbciii)')e zialdemokratische Presse schon seit einem Jahr das Anwachsen des „Flicgeilden Blattern und den „tlnb. ~ lIJ!• ™ Indischen Arbeiterbundcs mit Sympathie verfolgt, existierte er bis bald eine fürchterliche, Konkurrenz^ machen wcro l. ans die letzte Zeit einfach nicht für die Wiener Allwerien. Erst im den Schluß erlauben lvir uns otwn^ versanglich 3 I letzten Monat nahm sie gnädigst davon Notiz, aber mit sorgfältiger l im Gegensätze zu dem harmlosen Anfang. K. H- - - J jS]] _ Ausmerzung alles Jüdischen. Der Heldenmut der jüdischen Prolcdoch nach seinen letzten Erfahrungen^ von den ,,f r 11 l £ ' tarier tn Rußland, dieser dreifachen Parias der Gesellschaft, wie z h n n n i s t r i e b e n' lchon geheilt jein. Die letzten ^atze ' der „Borivärts" in Berlin sagt, ist so groß, daß selbst die Schmücke j sonders sind sehr leichtfertig redigiert. Wir wurden an p in der Mariahilscrstraße davon Notiz nehmen müssen. Aber sie j W o l f s folgendermaßen schreiben:, M e r n W e i z e n h o s unterschlagen sorgfältig alle Details, die das spezifisch Jüdische! z u b l ü h e ri. , Und cm trübes . m SJ1IV0,1-,n „ ,.r. 1 dieser Bewegung betreff cn. Sie haben von ihrem Standpunkte ans! s ch l e i ch t m ein Ge nru t. Jcnn ittem iis e t g t it ) recht, denn am Ende könnten die jüdischen Proletarier in Galizienm e h r blüht,^dann rst os der Anfang von mern und Wien auf die Idee kommim, daß es eine Schande für sie sei, j E n d e. Auch sonst entbehrt diese Nummer nicht cuicj , daß sich ihre Stanrmesgenossen in Rußland trotz ihrer Rechti Beigeschmacks. , Wir haben m der Nummer vom losigkeit auf eigene Füße stellten, während sie in Oesterreich in den; Drahtzieher näher beleuchtet, die hinter, der Knlrpe tyatig wäre , arischen Vereinen geduldet werden; am Ende wäre den Anti-! als die deutschradikalen Studenten jeire berüchtigte ^>errnsssemitcn ihre gefährlichste Waffe, die Klage über die Berjudrmg! erklärung faßten. Es sind das der Dr. Florian Albrec), rr der Sozialdemokratie entinssen worden und Arier und Juden hätten! K. H. Wolf. Damals hieben dieje Kinnpane^ nod), m oreiel e sich gesondert ans demselben Programm organisiert. Dieser Gefahr j Kerbe und Wolf pries, den Albrecht als Eung-'sregsrred, wogegen mußte vorgebengt werden, eher sollte die ganze Partei in Gefahr i ihn Jnng-Siegfried ,nrit Hcrnrann dem Eheruoter verglich. Eier - geraten, als daß die jüdischen Führer von den Fleischtöpfen weg- - dem ist Jung-Sicgfricd Schönerlaner geworden und ^Ulrg-Hermann giiugcn. j heißt in der Sprache der Schönerianer „dre bezahlte, Preßbestie . Wjr aber werden nicht müde werde», im Interesse des jüdischen! Zum Dank dafür charakterisiert Wolf seinen einstigen Spleg- Proketariats auf die scheinheilige Rolle der „A.-Z." hinznlveisen,! gesellen. Der junge Held, der so heldemmitig rn die Gesängendie von Jndengeldern genährt, die Interessen deS jüdischen Prole-i schast der Engländer fiel und der wie ein Krregsgott im Sopyicnkariates verrät,! saale von einer bier- und wemveranschten Menge unter dem ver- - i skändnisvollen Beifall der liberalen Tagespresse, gefeiert wurde, hat ans einmal nur „V e r d i e n st e ri m die ärztliche Pflege der B11 r e n", ja, er wird eindringlich daran erinnert,'daß er sich seinerzeit nicht darnnr gekümmert hat, aus . iv e l ch e m besonderen P a r t e i s ä ck e l die Gelder ÄAL KNS. k a m e n, in e l ch e d u r ch d i e „O. R." g e s a m m e l t w u r- ,, C .. r» c c. c* a! b e n, NM den Buren seinen ärztlichen Beistand zukommen zu Unser geschätztes Redaktwnsmrtglred Herr Jakob Krau sz ^ir haben nie diel von dem alldeutschen Gesindel gcwurde von einem schweren Schicksalsschlage heiingesucht. Sein! halten, schon dainals, als noch selbst die liberale Presse mit einem einziges Söhnchen wurde nach schwerem Leiden vom Tode i nassen und mit einem lachendeii Auge von dieser Sippe sprach, hiel- °«iü. U„l« aus-ichtlg-s BES d.u hartgepriiste» lkÄ btL Am! ' (Das Blutmärcheli.) Vor dem Währingcr Bezirksgerichte d. fand eine Sitzung des großen Wahlkomitees statt! fand am 20.d. die Verhandlung über dieEhrenbele'idigungsklagc: statt. 24. an dem auch Vertreter zahlreicher Tempel- und Woltätigkeitsvereine teileahmen. Es fand eine angeregte Diskussion über i das Programm statt, die zu einer prinzipiellen Einigung führte.' Es wurden ans diesen Kreisen mehrere Mitglinder kooptiert i und Schlitte beraten, weitere Vereine zu den Beratungen^ hcrattzuzieheu. \ age . . - _ . Stubenmädchen Aloisin Jirko von ihren „jüdischen" Dreiistgebern um die Osterzeit eingeschläfert worden sei und daß an ihr eine , „rituelle Plntabzapfiing" vorgenominen lvnrde. Herr Schwanr- Hittter drnr Kttlifseu der KUtisemitische» Geberger, der römisch-katholischer Konfession sti, bemerkte in seiner melttdewirtschaft. Anläßlich „konzessionierten Elektrotechniker" der Generalversammlung der erhob stch ans der Mitte der Mitglieder eine heftige Opposition gegen die Leitung der Genossenschaft. Es wurde dem bisherigen Vorstände, hauptsächlich' dein Borstebersti'llvertreter G. N. Moessen der Vorwurf gemacht, daß er anläßlich der Verweigerung der Kabelanschlüsse i | luälirenb der Winterinonate, durch tuelche ein ganzes Gewerbe durch Dr. Vincenz Rnboulechncr vertretenen Klage, „es sei die höchste Zeit, der Blnklüge energisch ans den Leib zu rücken". Bei der ersten vor drei Wochen stattgehabken Verhandlnug suchte dev Angeklagte Wenzel Pötscher seiner polizeilichen Anzeige eine harmlose Teutnng zu geben; er bestritt, gegen Herrn Schwamberger, den er gar nicht'gelaniit habe, eine Besclmldigung erhoben zu haben und erklärte, er habe nur zur Anzeige gebracht, >vas die Aloisia Jirko, eine Berlvandic seiner Frau, angegeben habe. Der Richter hatte ans den Akten konstatiert, das; die Aloisia Jirko sofort nach der! schwer geschädigt wurde, nicht das Interesse der Genossenschaft,; Anzeige Pinschers von dem Polizeibezirksarzte untersncht worden > dessen zweiter Vorsteher er ist, in Schutz genommen habe. SDie' aiai"> °.3 kruden sich keinerlei Spuren einer, etwaigen Seyllittwullde _.• r.. a t a r . . c : oder einer „Blnrabzapfung vor; am Nucken befandeii sich nur > galize Wirtschaft de^ antisrmiti)chrn 'Vorstandes hat rn ciniae Knütche»flechten vor) die, lvie der Richter bemerkte, offenbar; Kreisen der Elektrotechniker eine solche Entlüstnng hervorgevv» einem Ansschlage herrührten. Der Angeklagte war heute ,in! rufen, daß der Beschluß gefaßt wurde, demselben ein Miß- Begleitung eines Verteidigers, Dr. Nengröschl, erschienen. Er blieb tranensvottlm anszusprechen, worauf der Vorstand in Anwesen-!t,c! ß'u^'r rirspriiiiglichen Verantivortung, daß er bom Blntabzapfen 0 'r ' ' 1 1 ' bei der Polizei gar nichts gesagt habe. — Konzeptsprattitant Dr. .'ige Traktieren langen heit soll nun nach dem Rezepte A x m a n n s verschleppt werden. Es gehört jedoch die größte Unverfrorenheit dazu, wenn G. R. M 0 e s s e n in der Genossenschaft der Mechaniker klärt, daß er wegen eines Inden seine Borsteherstelle niederlegeil mußte und nicht in den Stadtrat kommen konnte. Wahr ist hingegen, daß die Opposition ungefähr 50 Mann zählte, unter denen sich bloß drei Juden befanden und daß unser Parteigenosse I. Löwenbein im Namen dieser gelvesen zu sein, es lvvllle von der ganzen isackie nichts tvissen und niir nachhause gehen. Pötscher bestand jedoch ans strenger , llntersnclning der Angelegenheit, und es lvnrde sofort der Polizeii bezirksarzt berufen, der das Mädchen genau nntersiichte und nichts fand, als eine kleine Flechte. Als Zeugin wurde sodann die Dienstmagd Aloisia Jirka borgernfen. Sie ist 1384 in Proßnitz geboren rind gibt an, daß sie die Nichte des Angeklagten ist. Der Richter halt ihr vor, daß sie sich der Anssage gegen Pötscher entschlagen könne. Die Zeugin gibt trotz wiederholten Befragens keine Antwort, weshalb der Richter die Zeugin zurücktreken läßt, ohne sie zu vernehmen. Tr. Rabenlechner stellie nach Schluß des Beweis-

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