Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1902)
- Issue
- 22 (30.5.1902)
- Date
- 1902-05-30
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 22 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt Seite 3 30. Mai 1902 Stimmen zur absoluten Majorität fehlten. Am meisten entrüstet derüber sind jene Dummköpfe, welche als Assimilanten strengster Observanz dem Judenthum den Charakter einer Nation absprechen und bloß als Bekenner des jüdischen Glaubens gellen lassen, selbst aber diesem Glauben vollkommen fremd gegenüberstehen. Statt es mit Freuden zu begrüßen, dass endlich einmal die Anerkennung des Judenthumvon einer nationalen Partei in der Wahl eines jüdisch-nationalen Candidaten zum AuSdrucke gelangt und diese Partei sich anschickt, die Juden als Bundesgenossen durch Zuerkennung ihrer Gleichwertigkeit zu gewinnen, stimmen sie mit ein in den Chorus jener, welche Eiegmuud R einer als einen Verräther und Wortbrüchigen bezeichnen, ihn begeifern und besudeln, weil er seinem, dem jüdischen Volke gegenüber eine größere Treue bewahrt hat, als dem deutschen, welches heute in seiner überwiegenden Majorität antisemitisch ist, durch und durch. Dieser Aritisemitimus war es ja eben, welcher die Candidatur des Siegmund Reiner, des Obmannes des Jüdischen Volksvereines, als eine nicht genehme erscheinen ließ und dafür lieber die des Assimilanten Robert Pollak begünstigte und auch aufstellte, nachdem dieser zuvor den schriftlichen Beweis seiner deutschen Gesinnung erbracht hatre. Der Obmann des Jüdischen Volksvereines war den Wahlmachern der Deutschen auch nicht genug verlässlich, als er sich über Drängen einiger Freunde wider seinen eigenen Willen und gegen seine eigene Ueberzeugung zu dem Opfer herbeiließ, durch seine Unterschrift zu erklären, dass er im Falle seiner Wahl eine dem deutschen Wahlprogramme entsprechende Haltung in der Handelskammer einnehmen werde. Aufrichtig gesagt, hätten wir bereits damals eine selbständige Candidatur lieber gesehen, als um diesenPreis eine Wahl zu erlangen, durch welche man zum Pagoden degradiert wird, welcher nach dem Befehle gewisser Machthaber mit dem Koche zu wackeln hat, wie ihm eben die Richtung vorgeschrieben wird. Als aber dann die selbständige Candidatur des Herrn Siegmund Reiner mit Aussicht auf Erfolg von diesem betrieben wurde, da fuhr dem siegessicheren Herrn der Schreck in die Glieder, und kein Mittel blieb unversucht, den Genannten von seiner Candidatur abzubringen. Reiner blieb unbeugsam, und da mobilisierte jene Partei, die, nach ihren Worten zu schließen, die Anständigkeit und Ehrenhaftigkeit in Generalpacht genommen zu haben glaubte, die Familie des ihr so gefährlichen Candidaten, und diesem mächtigen Einflüsse, welchem im politischen Leben bereits geschultere Kräfte unterlegen sind, unterlag auch Siegmund Reiner. Er verzichtete auf seine Candidatur, ein mächtiges tindernis des erhofften Sieges war ans dem Wege geräumt! ur selben Stunde nun, als dieS geschah, verließ das „Mährische Tagblatt", das offieielle Organ des deutschen Central- WahlcomitöS und daS Sprachrohr des allgewaltigen Handels« kammer-Secretärs Hönig die Buchdruckerei-Officin mit einem giftgeschwollenrn SchmÄhartikel gegen die Person des Siegmund Reiner, deffen Quintessenz in dem Wortspiele gipfelte, dass man in der Handelskammer keinen Siegmund Reiner — wohl aber reinere Männer brau che. Straßenräuber pflegen ihre Opfer mit der Drohung zu überfallen: „Geld oder Leben!" Reiner gegenüber handelte man aber viel schlechter noch als diese, indem man ihmaußerde«Mandat auch noch dieEhreraubte. Eine begreifliche Aufregung und Entrüstung über diesen Zeitungsartikel bemächtigte si ch aller anständigen Leute, und um Herrn Reiner eine Satisfaction zu bieten, vereinbarten die Vertrauensmänner des Prossnitzer Central-Wahlcomitös in Gemeinschaft mit denen des Jüdischen Volksvereines eine in der Nummer vom 5. Mai l. I. des „Mährischen Tagblattes" zu veröffentlichende Erklärung folgenden Inhaltes : Das Centra l-W a h l c o m i l « j der deutschen P.artei erklärt, dass es dem in der Nummer 102 des „M ährischen Tagblattes" vom, 3. Mai 1902 erschienenen Artikel „Allgemeines, llnd Besondere-" vollkommen fernefteht und die in demselben enthaltenen persönlichen An griffe gegen Herrn Siegmund Reiner, als den Thatsachen nicht entsprechend, aus das leb-j hastestebedauert. j Statt nun, wie es sich gebürt hätte und verlangt wurde'! diese Erklärung im Z u s a m m e n h a n g e mit der die Resignation 'des Hern Siegmund Reiner dankend zur Kenntnis nehmenden Verlautbarung des Central-Wahlcomites zu veröffentlichen, und obgleich daS Prossnitzer Local-Wahlcomitö, beziehungsweise besten Vertrauensmänner wussten, dass diese Forderung nickt bloß dem Anstande, sondern auch der Loyalität entspreche uno dieS ausdrücklich betonten, wurde die Erklärung unterdrückt und erschien in einer Zeitungsnotiz derart verballhornt, dass sie einer neuerlichen Beleidigung d e s H e r r n S i e g m u n d R e i u e r, n i ch t a b e r einer Satisfaction für denselben gleichsah. Nunmehr hatte man ja den Rücktritt des gefährlichen Candidaten durch dessen eigenhändige Unterschrift aller Welt verkündet. Der Mann war unschädlich gemacht, auf einen Fußritt mehr oder weniger kommt es ja den Juden gegenüber nicht an, der musste ja überhaupt froh sein und es einer Auszeichnung gleich achten, wenn ein Bürgermeister Brandhuber einen Verzicht auf seine Candidatur mit Wohlwollen entgegennimmt. So etwa dachten die Herren, als sie nach diesem, Herrn Reiner angethanen Affront die Unklugheit besaßen, die ihm zur freien Verfügung überlassenen Srinnnzettel seiner Anhänger abzuverlangen. DieHerrn Brandhuber diesbezüglich ertheilte Antwort konnte doch keinen Augenblick einen Zweifel darüber a u f k o m men lassen, dass Herr Reiner mit Rücksicht auf das geschilderte Vorgehen sich aller Rücksichten entbunden erklärte und diese Verbindung zerriss, die ihm bis | tt diesem Momente, es war dies der 6. Mai 1902, an die deutschePartei knüpften. Herr Brandhuber war sohin bereits a m 6. Mai davon unterrichtet, dass er und seine Partei auf eine Unterstützung oder Cooperation des HerrnSiegmund Reiner nicht mehr rechnen dürfen. Wenn dieses sein Vorgehen nunmehr als ein Wort- und Treubruch bezeichnet wird, so ist das einfach eine bewusste Verdrehung der Thatsachen oder aber das Urtheil eines Dummkopfes, welcher über des Einmaleins in der Politik noch nicht hinaus ist. Die Zeiten, als der Jude seinen Stolz darin gefunden hat, fremden Nationen Lakaiendienste zu verrichten, und es sich zur Ehre anrechnete, wenn er dem oder jenem die Steigbügel halten durfte und als Lohn dafür einen Hieb mit der Reitgerte davontrug, sind, Gott sei Dank, vorüber. Wenn Herr Siegmund Reiner also die ihm zugewiesene Bedientenrolle zurückgewiesen und den ihm zugedachten Hieb mit d. r Reitgerte durch seine Haltung bei der entscheidenden Wahlschlacht richtig pariert,hat, so gebürt ihm hierfür die Anerkennung und das Lob aller sich sebstbewusst fühlenden Inden. Bei den Czechen hat er sie gefunden, wie es die Thatsache beweist, dass sie bei der Wahl im II. Wahlkörper der Handelssection ihre Stimmen ausnahmslos auf ihn vereinigten, obgleich auch ihnen gegenüberin decidierterWeise derVerzicht desHerrn Siegmund Reiner auf jedwede Candidatur er. klärt wurde. Hätte er das Gegentheil gethan, wie wir eS im Interesse unserer Bestrebungen wünschten, so wäre der Durchfall zumindesteinesdeutschenCandidateu in diesem Wahlkörper ein eclatanter gewesen, vor welchem ihn weder der Schmock des „Mährischen Tagblattes" noch auch sein Lehrling von den „Deutschen Stimmen" bewahrt hätte. Mit dieser Darstellung des Verhaltens des Herrn Siegmund Reiner nehmen wir für heute Abschied von diesen beiden Ueberschmöcken. Sollte es ihnen noch weiter gelüsten, mit uns ein Tänzchen zu wagen, so versprechen wir ihnen, eine Musik dazu ausspielen zu lasten, deren Noten bereits in dem Dossier vorhanden sind, welches wir anlässlich dieser Handelskammerwahl angelegt haben. Ein Trauermarsch befindet'sich auch darunter, ferner ein großes Requiem — also nur recht sehr die stark angegriffene Gesundheit der Partei schonen und rechtzeitig ein dem Schwindsüchtigen zuträglicheres Klima aufjuchen, vor allem aber Ruhe und Schonung, so verordnen es die Aerzte dem unheilbar Kranken. Aus Aordmähren. •) (Original-Correspondeuz des „Jüdischen Volksblatt".) Die antisenntischen Blätter alldeutscher Couleur sind rüstig und eifrig an der Arbeit, das Judenthum in seiner Reinheit zu erhalten. Es gibt dafür verschiedene Mittel. Außer der Jagd (!) nach getaucht erscheint und jede Phrase die tiefsten Ahnungen: bürgen, nur. eingefallene Hütten und enge, schmutzige desselben in uns aufdämmeru lässt; da ist Ra bi- Gässchen bilden das Gebiet ihrer Thätigkeit. Mit Vorno w i c s, dessen 'Hauptwerke „Stempini" und „Jossele - liebe wühlt sie in den Seelen der Verstoßenen, der Solewei" zu den Perlen der reichsten europäischen! Literatur : Schnorrer, die von Haus zu Haus ziehen (Abrahamowicz),' gezählt Iverden würdeir Pack fu’rhm klimmt hm* Fnirfttfinrr I STWiHlifvWmr imS und fließende Erza freienden Humor sch Leben schöpfen kann. Da ist Dine s oh n, etwas Weiner-i abzngeben (Spektor) und endlich'der talentvollen,'"aber lich, aber einfach und ungekünstelt, der erst in seiner * verwahrlosten Kinder (Dmesohn). Dies sind die Helden jüngsten Erzählung „Jossele" große Meisterschaft in der! der Jargon-Erzählungen und Rwnane, und die Dcnstellung Aufdeckung der kindlichen Seele gezeigt hat; da ist Fru g,' geschieht nicht wie bei jungen, noch unentwickelten nicht unbekannt in der russischen Literatur, der die hebräische Literaturen mit der bescheidenen Mäßigkeit des Dilettan- Harfe von den Weiden Babels herabgeholt hat, um ihr , tismus, der das Höchste errungen zu haben glaubt, wenn jüdischen Namen kommt die öffentliche Constatierung sogenannter „freisinnig-deutscher" (lies jüdischer) Vereine. Solange sie sich darauf beschränken, gewisse, sich als deutsche dünkende, paradierende und protzende Inden in ihre Schranken zu verweisen, sind wir ihnen für die ungebetene Mitarbeit Dank schuldig. In dieser Tendenz ist ein warnender Aufruf abgefasst, der gegenwärtig durch alle alldeutschen Provinzblätter die Runde macht. Er lautet wortwörtlich: „Deutsche Volksgenossen! Anlässlich der Schnorrungen, die die „Lese- und Rede halle oer deutschen Studenten i n Prag" (lies „Assimilanten-Vereinigung". A. d. V.) zur Errichtung eines Vereinshauses veranstaltet, ist es immer und immer nothwendig, die Volksgenossen in der Provinz, die mit den Verhältnissen in Prag weniger bekannt sind, besonders die Mitglieder der Gemeinde- und Bezirksvertretungen, darauf aufmerksam zu machen, dass dieser Verein nicht ein Verein deutscher, sondern sogenannter freisinniger, d. h. jüdischer Studenten ist. Will man dafür einen Beweis, so nehme man nur den Jahresbericht dieses Vereines über das Jahr 1900 zur Hand. Das Mitgliederverzeichnis sagt alles. Unter den Mitgliedern finden wir: 4 Abeles, 7 Bloch, 4 Kafka, 2 Karpeles, 8 Kohn, 9 Kraus, 0 Lederer, 9 Pollak, 3 Popper, 4 Taussig, 13 Löwy. Ein freisinniges Mitglied ist auch der Epstein und Eckstein, der Bermann, Löwonstamm, Feldmann, Fleischmann, Goldmann und Guttmann (!). Gut daitsch sind die Namen wie . . Und jetzt folgt wieder eine endlose Kette jüdisch-daitsch klingender Namen. Zum Schluffe konnte sich der Verfasser des Aufrufes nicht versagen, einen solchen Verein der Unterstützung der deutsch-fortschrittlichen Partei und Blättern vom Schlage der „Bohemia" anznempfehlen. DieS war der erste Streich, und der zweite folgt sogleich. Am 28. d. M. findet in Olmütz die Hauptversammlung des „N o r d m ä h r e r b u n d" statt. Eine der bei derselben zu erledigenden Angelegenheiten ist die Frage, ob die Ortsgruppen des „Nordmährerbund" Inden aufnehmen dürfen. „Bekanntich sträubt sich der sonst so verdienstvoll wirkende Obmann", so schreibt ein deutsches Organ dieser Gegend, „Herr Brass in Hohenstadt, dagegen, dass der „Nordmährerbund" judenrein gemacht werde. Er sandte daher Rundschreiben an die einzelnen Zweigvereine, die auf die Bearbeitung des Bundes Hinausliesen. Die allgemeine Bundesgruppe „Wien" dieses Bundes hat nun in ihrer Vorstandssitzung vom 7. d. M. zu dem letzten Rundschreiben der Bundesleitung Stellung genommen und hierbei einstimmig folgende Beschlüsse gefasst: Der Antrag des Herrn Brass zu 8 5 (Ausnahme von Juden in den Verein) bedeutet eine Herausforderung jener, die den Bund endlch auf rein deutsche Grundlage zu stellen entschlossen sind. Die Annahme dieses Antrages w ürde den herrschenden Zwiespalt bezüglich der Juden frage nicht lösen, sondern zu einem dauernden machen. Der Antrag des Herrn Brass birgt die Gefahr in sich, in den einzelnen Bundesgrupprn den Unzufriedenen die Handhabe zu st e t e n Z w i st i g k e i t e n zu geben. Der Vorstand der Bund« sgruppe „Wien" hofft, dass alle Bundesgruppen zur endlichen Lösung der bren n enden Frage im Sinne des reinen Deutschthums Zusammenwirken und nur solche Vertreter wählen werden." Dies ist nun auch schon geschehen. Der Bezirksverband „R ö merst a d t", „N e u d i t s ch e i n" und in letzterZeit „M ä h r.-O st r a u" haben in diesem Sinne sich den Wienern angeschlosten. Besonders in einer in dem letztgenannten Orte kürzlich stattgefundenen Versammlung berührte der ehemalige Reichsrathsabgeordnete Heeger die Judensrage und schloss in der Erwartung, dass sich nunmehr neues, reges Leben in den Ortsgruppen entwickeln werde. Die Versammlung spach sich in dem Sinne aus, dass der Delegierte — pardon Abgeordnete — für die Reinheit des Bundes einzutreten habe. Herr Brass weiß ganz gut, was er thut. Das „Deutschthum" Hohenstadts beruht — ist's ein Wunder?! — zum größten Theile auf den Juden des Herrn Brass. Und wenn die Deutschnationalen an anderen mährischen Orten die Inden nur als Helfer und Stimmvieh bei den Wahlen und zum Blechen benützen, so ist Herr Brass dankbarer. Er will sie auch in den „Nordmährerbund" .aufnehmen". Herr Brass droht übrigens, falls seine Anträge abgelehnt werden seine Stelle als Bundesobmann niederzulegen und einen neuen Bund zu gründen. Schade um's Schmalz. Herr Brass wird doch Masteninstincte nicht aus der Welt schaffen. Jude, du gehörst zum Juden, das ist unsere Ansicht. Leider scheint die Moral noch bei allen nordmährischen Juden nicht durchgedrungen zu sein, sonst würden sie öffentlich auf die seltene „Ehre" verzichten, in deutschen Bundesgruppen knechtisch um Aufnahme zu betteln. Allein es scheint, die Periode des „Regen! Regen!"-Rusens ist noch nichr vorbei, und der alldeutsche Speichel wird noch mit rührender Naivität aus dem Gesichte gewischt. Wann werden wir kein knieschlotterndes und bauchrutschendes Judenthum haben? Wann wird es sein? . . . Max Siebe l. *) Unlieb verspätet. (Anm. d. Red.) nimmt I. L. P e r e 5 ein, der uns in seinen! Skizzen eine czanz neue Art, das Leben zn enthüllen, geoffenbart hat. Es würde den Rohmen dieses Aufsatzes überschreiten, wollte, man in eine ästhetische Analyse der einzelnen, hier Genannten eingehen, hier sollte nur der allgemeine Cha- Jargon als Ansdrilck der jüdischen Volksseele lacht beständist unter Thränen und belustigt sich an seinen * Senfzem, aber der Ton dieser Seufzer erklingt ganz anders j als in den Darstellungen der europäischen Sprachen. Hier j wird geweint und geseufzt, damit es die anderen! hören und ' feine Stellung in dieser eigenartigen Literatur. j loril es unmöglich ist, nicht zn seufzen; im Jargon klagt j „Traurig", sagt A. b r a h a m owie z, „erschallt! man nicht für Fremde, sondern Iveil es weh thut, und meine Leier in der Kapelle der jüdischen Literatur; selbst,! darin liegt die mächtige Wirkung dieser Klagen. Da gibt wenn meine Helden lachen, erscheint es von der Ferne, als! es keine gemachten Affecte, keine Zierereien, alles ist nnbe-' ob sie weinen. In ihren Stimimn ertönt es beständig wie absichtigt und natürlich. In den Ghetto-Darstellungen der Wehklage und selbst in ihren heitersten Angenblicken stehen! europäischen Sprachen gibt es selten eine Person, die man Thränen in ihren Angen. Mir ist es bestimmt, in die j als jüdischen Typus anerkennen kann, denn von welchem Elenden und Unglücklichen zn thun. Durch meine Träume Engel. Juden als Menschen, mit ihren, menschlichen Eigenziehen Scharen, von Schnorrern, beständig schwebt bei* Hellen und Schwächen, die nicht von irgendeiner „Ansicht" Bettlersack vor meine» Augen, der alte, jüdische Bettlerans, sondern ungeschminkt und ohne Hintergedanken darsack, und wohin ich auch imimeu meine Hände strecke, stets gestellt werden, findet man nur im Jargon, und darum greife ich Fetzen und Lumpen." | glaube ich, dass man sich mit dieser Literatur beschäf- Diese Worte kann mau als Motto der ganzen Jargontigen muss. Literatur vorsetzen. Sie kennt kerne Paläste und Ritteri- Chronik. Inland. Ercditinstitut für jüdische Gewerbetreibende und Beamte. Das Creditinstitnt für jüdische Gewerbetreibende und Beamte, G. nr. b. H. hielt am 24. d. M. seine erste Generalversammlung ab. Nachdem der! Vorsitzende', Obmann Josef P o l l a k, die zahlreich erschienenen Mitglieder begrüßte, verlas der leitende Diireetor Herr Mar Pappenheim den Directionsb-ericht, dem wir folgende Stellen entnehmen: Das vorigelegte Ergebnis bezieht sich auf nicht ganz acht Monate. Bis zmn 28. Februar d. I. Iva reu an Antheilscheinen 20.900 Kronen voll eingezahlt, an__ Aull) ei lscheineinzahlrmgerr wurden 836 Kronen, an Spareinlagen 4104.01 Kronani eingezahlt. Der Sicherstellungsfonds betrug 3330 Kronen, der Reservefonds 206.32 Kronen, Wachset im Portefeuille 20.712 Kronen,^ außerdem loa reu nvch ca. 9000 Kronen gezeichnete Antheilscheine nicht bezogen. Wir constatieren mit Genugthnnng, dass sich unser Institut als das entwickelt, was feinen Gründern vorgeschwebt hat, als tfi'm notwendiger und nützlicher Factor im wirtschaftlichen Leben unserer Stammesgenossen. Dank des großen Beifalles, den die Idee der Griindung eines speeiell jüdischen Institutes gefunden hat, sind wir in der* Lage, nach kurzem Bestände schon Credite zn gewähren, die^ unsere Erwartungen übert'reffen. Trotz äußerster Vorsicht Urnen \mi in der Lage, auch wirtschaftlich schwächeren Elementen helfend und fördernd beizuspringen, Und ist jode von uns dargeliehene Summe eine Stütze im Kampfe ums Dasein, eine Kräftigung des jüdischen Elementes. Uufei* Gebaren findet derartigen An