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Jüdisches Volksblatt · 1902-05-02 · 18 (2.5.1902) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
18 (2.5.1902)
Date
1902-05-02
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite Z Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 2. Mai 1902 Nr. 18 zu machen und sie einfür allemal zur Ruhe zn verweisen unter HiMveis darauf, welches Unheil der RlltnalmorDspuk bisher bereits angerichtet hat und «velche Vergiftung der Volksseele, welcher widerliche Hass und unendliche Zwietracht dadurch schon heranfbeschworen worden ist. Dies wäre, wie bereits erwähnt, die Schuldigkeit eines Justiz- Ministers, der es mit seinem hohen Amte und seiner wichtigen Stellung ^ernst meint. Der Jnstizminister hat dies jedoch unterlassen. Deshalb klagen wir ihn an und fordern ihn auf, das Versäumte nachzuholen. Wir Juden haben unter der Beschuldigung des Ritnalmordes wahrlich schon genug gelitten. Genug des Jammers und des Glends ist dadurch über unseren Volksstanun. heraufgezogen, und wir haben gewiss das Recht, zu verlangen, dass der oberste Chef der Justizverwaltung die Gelegenheit benütze, nicht uns von der Beschuldigung des Ritualmordes reinzuwaschen, denn das ist wohl nicht nothwendig, sondern allen sein „cetermn censeo" zuzurufen, die sich herausnehmcn, immer und immer wieder das Nitualmordinärchen aufzubringen und uns Juden zu beunruhigen und gegen uns nüt Ranb und Brand vorzugehen." Es hat allerdings nicht viel Divination dazu gehört, vorherzusagen, dass die nonchalante Weise, in welcher der Justizminister die Interpellation des Dr. Eisenkolb beantwortet hat, die Gesi'nmtngsgenossen Eisenkolbs aufmuntern «vird, mit der Nitualniordschwindcl-Jnterpellation fortzufahren.. Zur Ehre des Dr. Eisenkolb sei pflichtschuldigst erwähnt, dass er nicht gewissenlos genug gewesen ist, in seiner Interpellation das Kind beim rechten.Namen zn nennen, ö. h., dass er den Ritualmord nicht wörtlich an führte, sondern nur zwischen den Zeilen zu verstehen gab. Nun hat der Abgeordnete Stein in der Sitzung des Reichsrathes vom 24. April ebenfalls an den Justizminister eine Interpellation gestellt, dahingehend: „A nfraaedes A b g e o r d n e t c n Stein u n d G e - n o s s c n an Seine Excellenz den Herrn Justizm i n i st e r tu e g c n der Verletzung eine § bei eine rn Inden in I ä g e r n d o r f i in D i e n st e g e st a n d e n e n Mädchens. Das 20jährige Dienstmädchen Marie Hanel aus Alt-Karlsthal war bei dem jüdischen Südfrüchtenhändler Leopold Adler in j^agerndorf bedienstet. Wie verlautet, fand am 19. d. M. eine Gcrichtscommission statt, und soll dieselbe fcstgestellt haben, dass dieses Mädchen auf den Sohlen des rechten Fußes sechzehn uud des linken Fußes drei parallel laufende Schnittwunden in der Länge bon einem halben bis. einem Ceuiimeter und von gleicher Tiefe hat. Bei dieser Commission soll unter der Leitung des k. I. Gerichtsadjuncten Dr. Walter und in Anwcscrcheit des k. k. StaatsmUvaltcs Dr. Baumann, der Gerichtsärzte Dr. Zinsmeister und Dr. Kain, eines Schriftführers und zweier Gerichtszeugen der Befirnd ausgenommen worden sein. Wie die Berichte lauten, soll die Bevölkerung von Jägerndorf und Umgebung anlässlich dieses Falles, in welchem ein rituales Vergehen vermuthet wird, aufgelegt und empört sein, Gerüchte besagen, dass dieses Mädchen im schlafe betäubt und ihr in diesem Zusürnde diese Wunden zu ritualen Zwecken beigebracht worden seien. Angesichts dieser Sachlage stellen die Unterzeichneten an Seine Exeellenz die Anfragen: „„1. Ist Seiner Excellenz dieser Strafsall bekannt? 2. Ist Seine Excellenz bereit, mit thunlichstcr Beschleunigung nach strengster Untersuchung die Ergebnisse desselben >em bolien Hause mitzutheilen?"" W i c n, 20. April 1902. Stein. Laurenz Hofer. Alwin Hanich. Dr. Schalk. Schönerer. Kutscher. Malik. Kittel. Kliemann. Lindner. Berger. Hauck. Jro. Herzog. Dötz." Der Abgeordnete Stein ist freilich nicht so scrupnlös gewesen. Er hat die Unverfrorenheit besessen, die mysteriöse Dienstbotengeschichte in Jägerndorf mit einem Ritualmord direct in Verbindung zn bringen. Sagen «vir es nun ganz offen, man kann es dem Abgeordneten Stein gar nicht verübeln, dass er den Ritualmordschwindel ansschrotet und für seine Parteizwecke zu fructificieren sucht. Ist er ja gewissermaßen durch das saloppe Verhalten in von solchen Gedanken und gemartert von derartiger vernichtenden Skepsis, dämmerte plötzlich ein Erlösungsgedanke in seinem Innern auf, der in imerwarteter Weise ihn von. allen seinen Zweifeln erlöste, und ihm die vollkommenste lieber,zeguung von der realen Existenz seines Jchs beibrachte. Er erblickte sich als ein denkendes Wesen und dies war ihm genügender Beweis für die Existenz seines Daseins. Cogito ergo smn, ruft er selbstbewusst aus. I ch denke, da r um b i n i ch. Das De nk en setzt das Sein voraus. Denn bin ich ein denkendes, so muss ich vernunftgemäß auch ein seiendes Wesen sein. Je einfacher ihm dieser Satz erscheint, umso deutlicher und einleuchtender erkennt er die Wahrheit desselben. Es ist eine oft zutage tretende Merkvmrdigkeit, dass schwierige, nussharte Probleme durch die einfachsten Lösungen enträthselt werden. Ein Zweifler a ta Cartesius war auch die indische, durch Verfolgung in Zersetzung geratheue Nation. Sie verleugnete ihre eigene Existenz, zweifelte an ihrem nunmehrigen Vorhandensein, hielt sich selbst für zusaimneugebrocheu und negierte ihren Bestand. Sie vermeinte wäh rend der Zeit der mit Unheil geschwängerten Diaspora ihre Zusammengehörigkeit verloren, zn haben, und betrachtete sich als verschiedene getheilte Atonre, deren jeder einzelne oineu festen Körper sucht, woran anzuhaften. Aber diese Atome und die festen .Körper' waren tvie zwei gleiche Pole, die sich abstteßen, und nie konnte es zn einer: Vereinigung derselben kommen. Die Assirrriliernng war ein verfehlter, unnatürkicher Process, der nicht vereinigte, sondern noch irrehr zersplitterte. Und doch konnte die jüdische Nation nicht ganz zmn Bewusstsein ihrer gesonderten .Nationalität erwachen. Zwar haben j ü d i s ch e, grit besoldete Seelsorger-Philo:- der Beantwortung der Nitnalmord-Jnterpellation des Abgeordneten Eisenkolb zrr dieser Frivolität mehr oder minder direct ermuntert worden«. Hätte der Justizminister den Mnth und die Thaitraft besessen, Dr. Eisenkolb in ge bürender ni«d Pflichtschuldiger Weise zurechtzulvcisen, würde es sobald niemand gewagt haben, eine gleiche oder ähnliche Interpellation einzubringen. Es ist der Fluch der bösen Chat, dass sie fortzeugend Böses «unss gebären. Dies möge sich Freiherr vou Spens-Boden gesagt sein lassen. Wenn der österreichische Jnstizminister dafür Gefühl und Verständnis besäße, so müsste er heransfinden, dass die neuerliche Interpellation des Abgeordneten Stein für ihn eine offenbare Bloßstellung bedeute. Was Herrn Stein betrisst, so ist der frei von Gewissenszwang; der gute Bursche kennt so was nicht. In einem Briefe, den' die „D. Z." pnblieierte, heißt es: „Aus Freundeshand erhielt ich heute die Nmnmer einer gut gedruckten Monatsschrift „Der Hammer", die sich deutsch-national geberdet. Wenn sie es aber, «mr auch wäre! Darin spricht der verantwortliche Herausgeber NnverantwoAliches. Er hcißti Herr S t e i n, sonst heißt es nichts. Eine Nussschale in unserer in vollen Wogen strömenden Bewegung, ein Jüngling, näher dem Knaben, spricht er ex cathedra über deutsche Politik und meint, mit seinen Ergüssen einer bornierten oder perfiden Seele, mit Flegeleien, und handgreiflichen Gwmeinheiteu Reinheit und Einheit zn stören, die uns Deutsche in Oesterreich vor Schönerers Verrückttverden zur bedeutendsten Partei im Staate machten. Der Knabe Stein führt einen Eiertanz ans zwischen Vocabeln, spielt den Jongleur mit ehrlichen. Begriffen; spricht als Cato und iß noch in den Windeln; maßt sich cin Urtheil an über Schaffende und ist verurtheilt zur ewigen Impotenz; ist allem Anscheine nach ein Jesuit und gibt sich als Thors Hammerschwinger. Er weise her fein Maß, damit wir sehen, wer es geaicht hat. Das Alters Die Bildung? Die Begeisterung? — Höchstens Schönerer, aus dessen Hand er frisst. Der bestbezahlt Agent provocateur einer macchiavellischeu Regierung kann in oppositionellen Kreisen nicht stänkernder, störender, splitternder, discreditier.cnder anftreten, als dieses Bublein es thut. Wenn man ihn als ehrlich nimmt — man kann es kaum - - so muss mau ihn als ci««cn jener unglücklichen Unfähigen bezeichnen, die ihr boshaftes Geschick oder geschickte Bosheit auf einen unpassenden Platz stellte. Bestimmt zmn Bodensatz, will so ein Molecül der Ausbruch alles Echten und Reinen sein! Fort mit ihm! Hinaus in die Gosse! Wenn der Bursch und sein Zuhälter nicht wissen, dass sie nur zur Freude unserer Gegner agieren, so muss man's ihnen einmal sagen." So schrieb ein ehrlich deutsch Fühlender vor acht Jahren. Und heute? Heute kann er seine Worte mir wiederholen.' Franko Stein, der traurige Embryo von damals, ist bis herite nur reif für die Hundspeitsche gewordeu. Er selbst hat dies ihm gebürende Züchtigungsmstrninent ins Parlament gebracht, und es ist dies ein Treppenwitz der Weltgeschichte, dass er dadurch so recht in den Gegensatz zil Cromwelt kam. Wenn dieser sittenstrenge Dictator im Hanse Hansens erschiene, tvie einst im englischen Parlamente zu seiner Zeit, er hielte vor deii^Bänken, wo der Franko sitzt, seine Rede: „Du bist ein «Läufer! Dii bist ein Ehebrecher! Du brachst Dein Wort!'" nslo., und holte sich den Knaben Stern beim Genick hervor, nur ihn für seine Verbrechen an der Mition zn züchtigem Denn das Recht ans die Hundspeitsche hat der Stein; das Recht ans eine andere Gemigthuung nicht. Niemand «vird ihm den Handschuh ins Gesicht werfen, es sei denn die Hand darin! Der Justizmimster von Spens-Bodeu könnte ans der Affaire die Moral ziehen, und die ist, dass cs sich empfiehlt, ein kleines Loch zu flicken, da ein großes Leck zn stöpseln viel scbwieriger ist. Die uackrolgende Interpellation des Alldeutschen Stein wird denr Jnstizminister bei der Beantwortung erst recht Verlegenheiten bereiten, die ihm bei sophen, die Wein tranken mrd wässerige Philosophie predigten. voll der Kanzel herab von einer jüdischen Nation gesprochen, aber damit war bloß eine ideale jüdische Nation gemeint, nämlich ein. jüdischer Geist, den« die heilige Mission zutheil wurde, einen« Einfluss auf Die Völker der Erde anszuüben, der belehrend unb zu recht weisenD in ihnen wirke. Aber eine jüdische Nation im Realen wollte man durchaus «richt accepticren. Man predigte von der Mission einer jüdischen Nation, deren Existenz man offenbar leugnete. Man hat der jüdischen Nation einen Platz in einer idealen Welt eiuräuineu, unb ans der wirklichen tilgen «vollem Die jüdische Nation hat eine Botschaft unter den Völkern ansznfüllen, erzählte man, und gleichzeitig rief man resignierend ans: Es gibt keine jüdische Nation! — Plötzlich erscholl eine Kriegstrompete, ein Schlachtruf gegen ein jüdisches Volk, da erwachte allmählich das halbverschlafene, von Seelsorgern der Reform eingetullte Nationalgefühl des jüdischen Volkes und es zog nochmals bite schwierige Frage vor das Forum der Vernunft unb fragte: Bin ich eine Nation, warum habe ich keinen genügenden Beweis dafür? Bin ich keine, warum «vird gegen eine solche gekämpft? Und das jüdische Volk erinnerte sich des «reise«« Ausspruches Eartesins': I ch denke, bau« in b i u i ch. D e n k e ich mich als eine Neition, so bin ich auch eiiw solche. Die nationale Idee rief stolz in die Welt: Cogitamus ergo snmns. W i r d e n k c n, daru m sind wi r. Wir sind eine. Nation, «veil «vir uns als Angehörige einer solchen denken. Wir denken auch um die Erhaltung derselben, «vir denken um deren Fortbestand und Kräftigung und wir denken um deren Zukunft! - etwas mehr Manncsmnth erspart geblieben wären. Man «vird wohl der Erlvartung Raum geben dürfen, dass die Beautwortnng der Interpellation des Abgeordneten «Lteiu mit derselben Promptheit erfolgen werde, «me die des Abg. Dr. Eisenkolb. Zumindest verlangen wir dies und fordern den Chef der österreichischen Justizverwaltung auf, seines Amtes nach Recht und Gesetz zu «valten. Wie die Beantwortung der Interpellation zn lauten habe, darüber denr Jnstizminister Belehrungen zu geben, ist wohl nicht noth- «vendig. Denr Ritualmordschlvindel in Oesterreich endlich einmal ein jähes Ende z«r bereiten, ist ein Gebot der Staatsuothlveudigkeit; sich selbst lächerlich zu machen, diesen Spass kann sich der Jnstiznrinister leisten, allein den österreichischen Staat durch die elvig sich hinschleichende Fabel des Ritnalmordschwindcls denr Spott und Hohn der ganzen civilisiertcir Welt preiszugeben, dies darf Freiherr von Spens- Bodmr nicht «vagen; dagegen Verlvahreir wir «ms rricht nur, «veil «vir Juden, sondern «veil «vir auch Bürger des österreichischei« Staates sind, dessen Decornm zn «vahven, «vir als eine patriotische Pflicht betrachten. Antiliberale Liberale in Ungarn. Die politischen Zlistände in Ungarir entwickeln sich ganz regulär nach dem Gesetze der unerbittlichen Logik, dass eine Sünde die andere gebären müsse. Der Fluch der polttisch-bösen Thal, «velche Minister-Präsident Szell buch fein zur traurigen Berühmtheit gelangtes „Pactrnrr" ohne Auswahl der Compacisc-enten verübt hat, lastet centnerschlver ans dem. politischen und gesellschaftlichen Leben Ungarns. Der ungarische Cabinetschef fühlt sich in seinem eigenen Hanse nicht mehr sicher, und es vergeht fast keine Debatte im Abgeordneten hause, im Verlaufe «velcher das Eabiuet S z e l l oder ein Mitglied desselben nicht gerade ans der Batte der angeblich compacten Bcajorität Anklagen zu hören bekäme, die umso empfindlicher schnrerzen müssen, als sie ans dem Munde liberaler Koviphäen mit großem Anhänge kommen, «velchen man nicht einfach vor die Thüue setzen kann, «veil ihre Stellung und ihlte Anschauung Bedeutung besitzen. Der Stein des Anstoßes, den Szell ins Rollen gebracht hat, macht seinen Weg bergab, er wächst allmählich zn einer Lalvine an und «vird — «vir sagen damit nichts.Neues — nicht nur die jetzige. Regierung, sondern das ganze Parlament untcir sich begraben. Der Hieb, den der neugclvählte Präsident der Bndapester Advocatenkarnmer, Reichstagsabgeordneter Dr. Emerich v. Szivak, eine „Säule des Liboralismns", gegen die Regierung geführt, indem er behauptete, dass der Liberalismus seit dem Regierungsantritte Szells in Decadence begriffen, ist, sitzt fest, so sehr auch die der Regiermig ergebene Presse sich dagegen sträubt. Die nächste Krise in Ungarn, die keinesfalls mehr lange auf sich «vird warten lassen, «vivd eine P a r l a m e n t s k r i s e werden. Während nun der Liberalismus in Ungarn altersschlvach dahiusiecht, trifft der Antisemitismus bereitts ganz offenkundig Anstalten, seinen« Vorgänger das Leben zu verkürzen, und das Erbe des Sterbenden anzntreteu. . In der Hauptstadt sowohl als auch im ganzen Laude paradiert, vorläufig noch in der durchsichtigen Maske des Clericalismns oder Agrarismns, der dritte „isnnis" im. Bunde, der Antisemitismus. In den Städten heißt er vorläufig noch „passives Verhalten" den^Jnden gegenüber, ans dem Lande, nennt er sich „katholische «Lelbsthilfe", aber überall verfolgt er den Zlveck, die Inden ans den «venigen geschäftlichen oder gesellschaftlichen Gebieten, auf «velchen sie sich noch irgend- «vie behaupten können, zu. verdrängen! Zur Illustration der Zustände mögen einige Tl)atsache«r dienen. In der Commmial-Bürgerschnle in der Batthyanygasse in. Budapest benützt der rüm.-kath. Katechet Adolf T h i) in bereits seit Jahren, die Religionsstuude zur Verhetzung seiner Schüler und Schülerinnen gegen den Protestantismus und das Judenthnm. Zur Steuer der Wahrheit sei hervorgehoben, dass die protestantische Kirchengemeinde — nicht die jüdische! — bereits vor c>i!nem Jahre durch eine Anzeige die Anfmerksamkeit der Behörde ans dieses Treiben lenkte. Die cingeleitete Ulstersuchnng ergab, dass dieser Hetzkaplan nicht nur die fiir ihn zur Lust gelvordene Aufreizung der jugendlichen Schüler gegen ihre andersgläubigen. Mitschüler offen betrieb, sondem ihnen Broschüren zum Lesen gab, deren Inhalt von Nnduldsamkeit, Hass und Gemeinheit strotzte, (tont comme chez nous!) und.wie sich der officielle Bericht vorsichtig ausdrückt, „geeignet erscheint, die sittliche Erziehung der Mädchen zn gefährden." Ein, Jahr lang dmlerte die Nntorsuchuug nud der entsendete königliche Schulinspector musste berichten, dass er gegen diese Blüte des Antisemitismus nichts anszurichten vermöge. Ein anderer Falt. In S z a b a d k a, der Hauptstadt des reichsten Eomitatestlngalr.ns, in welchem so ziemlich alte Spracheir und Nationalitäten vertreten sind, hat sich ein Pfarrer in. der dortigen Theresienkirche «nährend einer Predigt an die versanunelte Jugend folgenden. Ausspruch geleistet: ..D>a.s Glla«ibens bekei«n tnis der Protestauten und Inden, aber ist ein ganz anderes. Deshalb höret nicht an itzre Predigten, ü b e r t r e t! e t u i ch t ihre S ch «v elle, kauft ui ch t b e i i h n e u «k n lasse t i h r e n G r u ß u u er «vide r t, de n iv s o i h r z u «v i d e r h a u d e l l, v e r s a l l e t ihr der e «v i g e u B e r d a m u«' u i> s." Und was thuu die Herren „ueologen," Inden, «velche heute die Führerschaft dev ungarischen Jndenheit llsnrpieven nud die heutigen schmachvolleu Verhältnisse auf denr Ge- «visseu haben? Deukeir sie etlixr dciran, ihrer« angeblichen

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